Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:7
- S.54
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Seite 4 Nr. 32
Tiroker Tageszeitung
28. Juli 198
Anser Innsbrucker Orchester
Eine der wichtigsten und unentbehrlichsten! kulturellen Einrichtungen unserer Landeshauptstadt ist das städtische Orchester.
Bis 1938 war das Orchester dem Musikverein eingebaut, 1938 wurde es rein städtisch und unterstand nunmehr direkt der Stadt; freilich wurden die Musiker von den Nazis zu einem wahren Hungerlohn übernommen. 1940 erfolgte dann die Umwandlung in ein Landesorchester; die Musiker waren also öffentliche Angestellte, auch war es möglich, sie ganzjährig zu beschäftigen. Die Aufrechterhaltung des Konzertbetriebes und die Weiterführung des Orchesters war während des Krieges nur durch die Aufnahme von Ausländern möglich, so spielten z. B. Franzosen, Italiener und Tschechen im Orchester. Als im Herbst 1944 alle Kunststätten auf Goebbels Befehl geschlossen wurden, wurde ein Teil der Musiker zur Wehrmacht oder zur Polizei eingezogen und der andere Teil in Rüstungsbetriebe gesteckt. Die Instrumente wurden wegen der
Bombengefahr in Ausweichlager im Unterinntal in Sicherheit gebracht.
Schon kurze Zeit nach der Befreiung nnsbrucks und dem Einzug der alliierten ruppen schlossen sich die Musiker zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, die durch Flüchtlinge aus Wien und anderen Bundesländern noch verstärkt wurde. Bereits im Mai wurde im Theater gespielt, im Juni fanden die ersten Symphoniekonzerte statt. Da nunmehr dank des Entgegenkommens der französischen Militärregierung im Theater täglich gespielt werden kann, haben die Musiker, die, wie gesagt, eine Arbeitsgemeinschaft bilden und auf Teilung spielen,
eine, wenn auch bescheidene, Existenz gefunden. Das Orchester umfaßt derzeit 42 Mann. Durch Heranziehung von Aushilfen, vor allem aus den Kreisen der Musikschüler, ist das Symphonieorchester 54 Mann stark.
Die Proben sind allerdings aus den verschiedensten Gründen viel schwieriger als früher; so erforderte z. B. das zweite Symphoniekonzert über zehn Proben, während sonst etwa fünf Proben genügten. Eine Wiederaufnahme der sonst so beliebten Hofgartenkonzerte scheint vorerst nicht möglich zu sein, da die Orchestermitglieder derzeit zu sehr beschäftigt sind (vormittags stets Proben — Theateraufführungen, Symphoniekonzerte, Serenaden —, am frühen Abend die Aufführungen). Es ist äußerst erfreulich, daß sich das Orchester in so kurzer Zeit wieder zusammenfand und Konzerte veranstaltet werden können, die auf wirklich beachtlichem künstlerischem Niveau stehen. Ein Orchester ist für eine Stadt wie Innsbruck ein unentbehrlicher Kulturfaktor ersten Ranges. Da überdies ein so hervorragender Musiker wie Musikdirektor Fritz
Weidlich die Pflege des Konzertlebens übernahm — auch dem amerikanischen Dirigenten Wolf muß an dieser Stelle für seine tatkräftige Förderung des Orchesters und Musiklebens der wärmste Dank ausgesprochen werden — und im Theater der äußerst begabte heimische Dirigent Siegfried Neßler die Opern und Operetten leitet, steht einem Aufblühen des Innsbrukker Musiklebens wohl nichts mehr im Wege, wenn einmal die nötigen finanziellen Grundlagen für das Orchester geschaffen sind.
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Ein amerikanischer Offizier heiratet eine Prinzessin aus Napoleons Geschlecht
Paris, 27. Juli. Im Invalidendom fand die stille Trauung der 24jährigen Prinzessin Caroline Murat, die aus der Familie Napoleons abstammt, mit dem amerikanischen Captain August v. Harz statt.
Hitzewelle in der Schweiz
Zürich, 28. Juli. In der Schweiz herrscht zur Zeit eine außergewöhnliche Hitze. In Lugano erreichte die Temperatur 100 Grad Fahrenheit. Das ist die Spitzenleistung an Hitze während der letzten sechzig Jahre. Nördlich der Alpen stieg das Thermometer ebenfalls auf 98 Grad Fahrenheit. Die Dürre wirkt sich verheerend auf die Ernte aus. Sie verursachte auch eine Reihe von Waldbränden.
Der Besitz des Fürsten von Liechtenstein in der Tschechoslowakei
Prag, 27. Juli. Der tschechoslowakische Staat hat das Eigentum Franz Josef II., des
Fürsten von Liechtenstein, übernommen. Der Besitz, der aus fast einer Million Morgen Wald besteht, war der größte in der Tschechoslowakei.
Kardinal Faulhaber appelliert an die Bauern
München, 28. Juli. Kardinal Faulhaber hat an die Bauern der Landbezirke bei München appelliert, die Lieferung von Milch, Kartoffeln und anderen Nahrungsmitteln an die Städte nicht zurückzuhalten.
Notpost im Kriege
London, 28. Juli. Zur Entlastung der damals nur in großeren Zeitabständen fliegenden Postflugzeuge wurden im Jahre 1941 die sogenannten Photobriefe eingeführt. Es waren dies Filmrollen, die wenig Raum einnahmen. 200 Millionen solcher Filmröllchen sind seither von England nach den überseeischen Ländern gereist. Nunmehr wird diese Post eingestellt. Der Postverkehr nimmt wieder normale Formen an.
Die Bombenschäden an Kirche und Kloster Wilten
(Landesbildstelle: Photo Demanega)
Rosenbergs Kunstsammlung gefunden
München, 27. Juli. Amerikanische Soldaten entdeckten in einem Kloster bei Burghausen eine Kunstsammlung, die Alfred Rosenberg im Laufe seiner Amtszeit zusammengetragen hatte und deren Wert auf einige Millionen Reichsmark geschätzt wird. Unter anderem befindet sich in der Sammlung eine wertvolle Stradivarigeige, außerdem wurden Hunderte alter Dokumente der Münchner Universität und wichtige bayrische Regierungsarchive entdeckt.
Eine „Bank für neue Ideen“
New York, 28. Juli. Die „Bank für neue Ideen“, der durch mehr als 500 Ausschüsse für Arbeitslenkung die von Angestellten eingereichten Vorschläge zur Verbesserung der Produktion vorgelegt werden, ist nach einem Bericht der „New York Times“ eines der wirksamsten Instrumente der Kriegsproduktion, die während des Krieges entstanden. Im Laufe des Krieges wurden nahezu 6 Millionen Vorschläge zur Verbesserung und Erweiterung der Produktion weitergegeben. Als Ergebnis erhöhte sich die Stundenleistung pro Arbeiter in der Munitionsindustrie allein um 50 Prozent. Eine Rundfrage ergab, daß die Industrie die „Bank für neue Ideen“ als eine Kapitalsanlage betrachtet, die wert ist, nach dem Kriege weitergeführt zu werden.
Neuer Brennstoff für Flugzeuge
Präsidenten Roosevelt vor. Die Medaille wird auf der einen Seite ein Bildnis Roosevelund auf der anderen Seite eine trauernGestalt tragen. Zu Anfang des nächsten res soll auch ein Roosevelt=Zehn=Cent=Stü ausgegeben werden.
Die Feuerglocke in der Normandie
Bei der Landung in der Normandie wuden von den englischen Kriegsschiffen 5670 Salven abgefeuert, davon 5000 aus den schwe ren Geschutzen der Schlachtschiffe. Bei de Landung in Südfrankreich wurden 16.80 Granaten abgefeuert, davon 12.500 aus schwe ren Geschützen.
Das größte Verkehrsflugzeug der Welt
Das größte Verkehrsflugzeug der Welt wird gegenwärtig in Großbritannien gebaut. Das Flugzeug, das den Namen „Brabazon“ führen wird, ist ein Tiefdecker mit einer Spannweite von 100 Metern. Es wird 16 Meter hoch sein und 112 Tonnen wiegen. Das neue Flugzeug wird alle Annehmlichkeiten eines Luxusdampfers haben und auf kurze Reisen 224 Passagiere mitnehmen können
Teues in Kücse
Die Russen haben in dem berüchtigten KZ=Lag Maidenek, in dem 1,500.000 Häftlinge umgebrach worden sind, einen Film gedreht, der unterde Titel „Hakenkreuz und Galgen“ ersce nen wird.
Die Stiftskirche in Willen wurde von den Nazi als Lagerraum benützt. Ein ähnliches Schicksal erlitten andere Tiroler Kirchen
(Landesbildstelle: Photo Sickert)
New York, 28. Juli. Von der Standard Oil Company in New Jersey wurde die Entwicklung eines Treibstoffes für Flugzeuge, der einen hohen Verbrennungspunkt hat, angekündigt. Der neue Treibstoff muß auf mehr als 105 Grad Fahrenheit erhitzt werden, bevor der Verbrennungsprozeß einsetzt.
U.S.A. mußte Schadenersatz zahlen
Washington, 28. Juli. Von der Regierung der Vereinigten Staaten wird die Gesamtsumme, die an ausländische Beschwerdeführer für Schäden, die im Zusammenhang mit der Kampftätigkeit von USA.=
Leuten angerichtet worden waren, gezahlt werden mußte, auf 50,121.000 Dollars geschätzt. 60 bis 70 Prozent dieser Forderungen dienten zur Verhütung von Schäden aus Verkehrsunfällen, in die amerikanische Kraftfahrer verwickelt waren.
Die amerikanische Flotte die größte der Welt
Washington, 27. Juli. Die Flotte der Vereinigten Staaten wuchs von einer Stärke von 7695 Schiffen, die gerade zur Hand waren, als Amerika am 7. Dezember 1941 in den Krieg eintrat, zu der größten Marine, die die Welt jemals gesehen hat. Die Vereinigten Staaten haben heute 100.000 Schiffe aller Art.
New York, 28. Juli. Die 44. U. S. Division, die von der Normandie bis ni österreich zog, ist jetzt auf dem größten Sch der Welt, „Queen Elisabeth“, heimgekel Auf dem Schiff befanden sich 14.576 Soli ten. Es ist das erstemal, daß eine ganze vision auf einem einzigen Schiff unter bracht worden ist. Die Marineleitung die Fertigstellung wichtiger Installation an der östlichen Spitze von Puerto Ri für die größte Flottenbasis auf der wi lichen Erdhälfte bekannt.
Eine Roosevelt=Gedenkmünze
Washington, 28. Juli. Das Münzam. der Vereinigten Staaten bereitet eine Gedächtnismünze zu Ehren des verstorbenen
Nachdem die Kommunisten und die Sozialden kraten in der russischen Besatzungszone Deus lands ihre Proklamationen erlassen habenm nun auch eine christlichdemokratisc Partei an ihre Seite.
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In den Vereinigten Staaten wurden deutsc Kriegsgefangene wegen Ermordung# Mitgefangenen, die sie für Nazigegner hielten Tode verurteilt.
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Die medizinischen Fakultäten Heidelberg, Erlangen und Marburg werden: September ihre Tätigkeit wieder aufnehmen
In Piacenza wurde Amerigo Dumini verhaft Er war der Anführer jener Bande, die vor A#### ren den italienischen Sozialistenführer Giac# Matteotti ermordet hatte.
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Brüssel wurde zum dauernden Sitz des Wil schaftsrates, dem Belgien, Hollan und Frankreich angehören, bestimmt.
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Die Kohlengruben im Ruhrgebin mit Ausnahme von 18 äußerst schwer beschädige Gruben haben den Betrieb wieder aufgenomm *
In der von den Amerikanern besetzten Zonn Deutschland erhielten zwei Verlagshäusn die Erlaubnis, ihren Geschäftsbetrieb wieder## zunehmen. Es sind dies die Firma Hermann Meis in Heidelberg und Schauer in Wiesbaden.
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In Hamburg wurde ein dreitägiges=Au gehverbot erlassen, weil es zu Zusammr stößen zwischen Deutschen und Italienern gebomen war.
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Nach Mitteilung der „Prawda“ ist die Sons regierung bereit, die Hälfte der Kostende Wiederaufbaues der inneren Be zirke Warschaus zu tragen. Warschause 2 Millionen Einwohner aufnehmen können.
Eie Bekanntmachung Präsident Trumansk sagt, daß alle feindlichen Ausländer, die innerhades festländischen Hoheitsgebietes der Vereinig Staaten interniert sind, sofort ausgewiesen we den sollen.
Macht Gebrauch vom Kartenvorverka#
im Tiroler Landesreisebüro!
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