Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.25
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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vor
erst keine Dostzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str. 4
slummer 46“/ 1. Jahrgang
Einzelpeeis 15 Dsg.
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die österreichische Bevölkerung
Einsendungen an die Schriftleitung der „T. T.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druckt Sprolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Dienstag, 15. Rugust 1905
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Das nannte sich
„Arbeiterpartei“
Am 27. Jänner 1932 kam das Bündnis zwischen Hitler und den westdeutschen Kapitalsmagnaten zustande. An jenem Tage sprach Hitler, nachdem er vorher wochenlang immer wieder vertrauliche Besprechungen mit den führenden Männern der Riesenkonzerne im Rhein= und Ruhrgebiet gehabt hatte,
sozialistische Arbeiterpartei nannte, mit Un= sozialistische Kindlein sorgsam säugten, damit
ternehmergeld aufgepäppelt wurde, wie auch es groß und stark werde.
bei uns Unternehmer das schwache national= Karl Gvatter.
Der Chef der französischen Militärregierung besucht Vorarlberg
im Industrieklub in Düsseldorf zu den westsolbst. Wi #
deutschen Schwerindustriellen selbst. Wie der nachmalige Reichspressechef Hitlers, Dietrich, in seinem Buche: „Mit Hitler in die Macht“ erzählt, „erzielte Hitler an diesem Abend einen entscheidenden Erfolg“. Dietrich fährt dann in seinem Bericht fort: „Als Adolf Hitler endete, hatte er eine Schlacht gewonnen. Fritz Thyssen, dem der Nationalsozialismus seit langem Herzenssache geworden war, legte vor diesem Gremium das Bekenntnis ab, daß nur die nationalsozialistische Bewegung und der Geist ihres Führers Deutschlands Schicksal wenden könne.“
Thyssen, das war auch einer der ganz Großen unter den Industriekönigen des deutschen Westens. Auch er ein unversöhnlicher Gegner der Gewerkschaften und der sozialistischen Parteien. Auch er hatte seit langem schon erkannt, daß die Partei Hitlers als geeignetes Werkzeug in der Hand der deutschen Schwerindustrie gegen die organisierte Arbeiterschaft verwendet werden könnte. Auch er, wie die meisten anderen rheinisch=westfälischen Schwerindustriellen, hatte außerdem verstanden, daß der zur Macht kommende Nationalsozialismus den Krieg entfesseln werde. Krieg aber bedeutete für die Industriemagnaten an Ruhr und Rhein vermehrte Prosite, dicke Kriegsgewinne! Für Hitler aber bedeutete das Bündnis der
Innsbruck, 13. August.
Am Samstag, den 11. August, besuchte zellenz Voizard, der Chef der französischen Militärregierung, Vorarlberg. In Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz wurde er von den französischen Militärbehörden, sowie den Chefs der österreichischen Verwaltung und den Vertretern der Bevölkerung empfangen.
In allen diesen Städten war der erste Mitarbeiter des Generals Bethouart mit ehrfurchtsvollen Sympathiekundgebungen empfangen worden und entwickelte vor seinen aufmerksamen Zuhörern das Arbeitsprogramm der französischen Militärregierung.
Alle Fragen, welche zur Zeit unsere Landsleute der Nachbarprovinz beschäftigen, sind im Geiste größten Verständnisses und im Wunsche offenster Zusammenarbeit behandelt worden: Säuberung, Wiederaufbau des wirtschaftlichen Lebens und die Versorgung der Bevölkerung waren Gegenstand wertvollen Meinungsaustausches und sofortiger Entscheidungen zum Nutzen beider Teile.
NSDAP
mit den Geldgewaltigen der Schwerindustrie, daß die in katastrophalen Geldnöten befindliche und darum knapp vor dem Zusammenbruch stehende Partei nun ein für alle Mal „aus dem Wasser“ sei. Hitler hatte sich darin nicht getäuscht. Die deutsche Schwerindustrie
besaß seit langem schon einen Geheimfonds, aus dem alles finanziert wurde, was nach
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der Ansicht der Industrieleute geeignet war, die „rote Gefahr“ zu bannen. Aus diesem Geheimfonds wurde nun die NSDAP mit ungeheuren Summen regelmäßig finanziert. Die Nazibonzen erster Garnitur konnten ihren fürstlichen Lebensstil fortsetzen.... Der Geheimfonds wurde dadurch gespeist, daß jeder Industrielle 2 Prozent der in seinen Betrieben zur Auszahlung gelangenden Lohnsumme in den Fonds einzuzahlen hatte! Das Bankhaus Schröder in Köln hatte im Auftrag der westdeutschen Schwerindustrie von nun an Hitlers Partei zu finanzieren!
Die deutschen Großkapitalisten konnten mit Hitler zufrieden sein. 1933 kam Hitler zur Macht und begann sofort in ungeheurem Ausmaß für den Krieg zu rüsten, anderseits die „Roten“ auszurotten, die Arbeiter in den Betrieben rechtlos zu machen. Die Herren von der Schwerindustrie kamen dabei vollauf auf ihre Rechnung. Die Löhne der Arbeiter wurden gestoppt, die Gewinne der großen Unternehmer stiegen ins Riesenhafte. Krupp
in Essen allein erzielte im Jahre 1941 einen Reingewinn von 11.6 Millionen Mark, nach
dem er, seit Hitler zur Macht gekommen war, insgesamt über 80 Millionen Mark Reingewinne eingesackt hatte. Hitler machte Herrn Krupp zum „Pionier der Arbeit“ und legte in einer Verordnung außerdem fest, daß die Firma Krupp ein Privatunternehmen der Familie Krupp bleibe, eine einzige Familie also Jahr für Jahr Millionengewinne zusammenraffen dürfe, gewonnen aus der unermüdlichen Arbeit der Kruppschen Arbeiter und Angestellten.
So verstand der Nationalsozialismus den nationalen Sozialismus! So verriet der Nationalsozialismus sein Programm! So verkaufte die NSDAP für die Silberlinge der westdeutschen Großkapitalisten den deutschen Arbeiter!
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Nun könnte hier jemand einwenden: „Das war vielleicht draußen in Deutschland so! — Aber bei uns in Österreich — bei uns in Tirol
Wir werden in einem späteren Artikel uns mit solchen, etwa auftretenden Einwänden auseinandersetzen und aufzeigen, wie auch in Tirol die Partei, die sich eine nationale und
Exzellenz Voizard hat im besonderen das baldige Erscheinen einer Zeitung für Vorarlberg angekündigt. Er hat ebenso die Bemühungen Frankreichs und der Alliierten erörtert, um die Versorgungslage zu verbessern und erklärte, daß in nächster Zeit die täglichen Rationen von 1500 auf 1750 Kalorien erhöht werden.
Exz. Voizard hat bei seiner Durchreise eingehend die Unternehmungen Hämmerle und die Genossenschaftsmolkerei in Dornbirn besichtigt, sowie die Kurzwarenfabrik Benger in Bludenz, die Sägerei Pümpel in Feldkirch, die Weberei Götzner=Muther in Bludenz und das Stauwerk und die Wasserkraftwerke von Landschau und Radund.
Der Chef der Militärregierung wurde von Oberst Jung, dem Gouverneur von Vorarlberg begleitet, sowie vom Präsidenten des Landesausschusses Ilg und anderen Persönlichkeiten. Auf seiner Fahrt durch die Ort
schaften wurde ihm von den jeweils dort stationierten französischen Truppen die militärische Ehrenbezeugung erwiesen.
General de Gaulle über Frankreichs Wiederaufbau
Paris, 13. August. In einer Rundfunkansprache zu Bethun gab General de Gaulle einen überblick über die Wiederaufbaumaß
nahmen in Frankreich seit der Befreiung.
Dr G: duktion, so hat sich
Der frühere deutsche Gesandte in Paris verhaftet
Die Kohlenproduktion, so sagte er, hat sich seit Oktober verdoppelt und wird im August 3 Millionen Tonnen betragen. Das ist Dreiviertel der französischen Vorkriegsproduktion, die bald erreicht werden wird. Die Eisengewinnung hat sich verzehnfacht. Die Stahl= und Aluminiumproduktion verdreifacht. Die Erzeugung von elektrischem Strom hat den Stand von 1936 wieder erreicht. Frankreich hat in diesem Krieg sehr schwere Verluste erlitten, aber wir haben uns in den schwersten Prüfungen nie der Verzweiflung hingegeben und lassen uns auch jetzt durch unsere gegenwärtige schwierige Lage nicht im geringsten entmutigen. Noch weit größere Anstrengungen sind jedoch erforderlich als bisher. Auch außenpolitisch habe Frankreich seine Stellung stetig verbessert. „Im Fernen
Osten fallen die letzten Bomben dieses Krieges. Es ist höchste Zeit, daß die ungeheuerlichen Zerstörungen in einem vollständigen Sieg der Mächte der Freiheit ihr Ende finden. Wenn unser Schicksal in erster Linie von uns selbst abhängt, so gilt dies auch von den Bedingungen, unter denen wir uns für unsere Ideen und Interessen Gehör verschaffen können.“
Paris, 12. August. Otto Abetz, der frühere deutsche Gesandte in Paris, wurde in Österreich verhaftet. Ehevor er nach Paris überstellt wurde, ist er von einem französi
Laval vor dem Untersuchungsrichter
aris, 13. August. Laval wurde ins Untersuchungsgericht gebracht. In seiner Gegenwart wurden die Siegel von seinen Handkoffern, die wertvolle auf seinen Prozeß bezügliche Dokumente enthielten, erbrochen.
„Auf diesen Straßen wird der deutsche Arbeiter die Schönheiten der deutschen Landschaft genießen.“
(Aus den Prophetensprüchen für das „ tausendjährige Reich.)
schen Offizier einem ersten Verhör untermarde
zogen worden.
Schweden will helfen
Stockholm, 13. August. Schweden wird, wie Minister Sträng erklärte, den notleidenden Ländern Europas nach Kräften mit Nahrungsmitteln aushelfen. Er fügte hinzu, dies bedeute, daß die Lebensmittelrationierung in Schweden wahrscheinlich noch ein bis zwei Jahre aufrechterhalten bleiben müsse. Er verwies darauf hin, daß Norwegen nur 43 Prozent, Belgien nur 51 Prozent, Holland nur 67 Prozent und Finnland nur 70 Prozent der von ihrer Bevolkerung benötigten Lebensmittel habe.
Die französische Besatzungszone in Berlin
Berlin, 13. August. In aller Feierlichkeit wurden heute die bisher unter britischer
Kontrolle stehenden Bezirke Reinickendorf und Wedding an die französische Besatzung übergeben.
Der Zutritt nach Berlin gesperrt
Berlin, 13. August. Der Zutritt nach Berlin ist für alle Deutschen gesperrt, die dort nicht ihren ständigen Wohnsitz haben.
über eine Million waren in den K.Z.
Berlin, 13. August. Nach amtlichen Schätzungen wird angenommen, daß über eine Million Menschen in den Konzentrationslagern interniert waren. Die Fürsorge für die K.Z.=Häftlinge bildet derzeit eines der wichtigsten Probleme in Deutschland.
Aktion in Südamerika gegen Franko
Montevideo, 13. August. Der Außenminister von Uruguay erklärt, daß sein Land an die anderen südamerikanischen Staaten die Einladung gerichtet habe, an einer gemeinsamen Aktion gegen die Regierung Franco teilzunehmen.
In Erwartung der Kapitulation Fapans
London, 13. August. Im britischen
Außenamte wird erklärt, man sei der Meinung, daß die Note der Alliierten für Japan eine sehr bittere Pille sei. Doch glaube man, daß die Japaner diese schlucken werden.
Die Haltung der japanischen Presse New York, 13. August. „Herald Tribune“ schreibt: „Während der letzten beiden Tage hat sich die japanische Propaganda fast ebenso verhalten wie nach Hitlers Tod die deutsche. Sie sagt, was sie kann, aber das ist wenig angesichts der schwankenden Lage, in der die Nation sich befindet. Pessimistische Rundfunksendungen sagen nichts über ein Kriegsende. Die Zeitungen kündigen jedoch an, daß die größte Krisis in der japanischen Geschichte bevorstehe und fordern auf, fest zu
bleiben und weiterzukämpfen, sie sagen aber gleichzeitig halbversteckt, daß es unmöglich sei, den Kampf fortzuführen. Die Zukunft so schwarz als möglich zu schildern, um eine Kapitulation zu rechtfertigen, das sind alles Anzeichen einer Propaganda, wie man sie während der letzten Tage Hitlers erlebte.
Rußlands Vormarsch
London, 13. August. (Reuter.) Nach Meldungen der japanischen Nachrichtenagentur unternahmen die Russen Landungen auf Sachalin. Russische Kolonnen marschieren durch die äußere Mongolei. Diese Volksrepublik gehört eigentlich zu China. Nun zeigt es sich, daß sie völlig unter russischem Einfluß steht, denn Rußland benützt dieses Land als Stützpunkt für seinen Aufmarsch gegen Japan.
Richtlinien für die Verwaltung Österreichs
Offiziell wird mitgeteilt:
Durch längere Zeit und schon ehevor sich die alliierte Kommission gebildet hat, haben zwischen den Stabschefs der Mächte, die Österreich besetzten, Unterhandlungen stattgefunden, um gewisse wichtige Fragen und vor allem jene, welche die Besetzungsmächte in besonderer Weise betreffen, zu klären. Diese Fragen beziehen sich vor allem auf die Lebensmittelversorgung. In gleicher Weise wurden die Verkehrsangelegenheiten, — sei es auf den Straßen oder auf der Eisenbahn — zwischen Wien und den einzelnen
erörtert, wie auch die Benützung der Flugplätze und der Lufrwege, Wermittlungen,
twege, übermittlungen,
die Frage des Gebrauches der Telephonverbindungen zwischen Wien und den einzelnen Besetzungszonen. Eine Regelung dieser Frage ist unerläßlich für die reibungslose Arbeit der interalliierten Kommission. Diesen Unterhaltungen schlossen sich vorberei
tende Besprechungen informativer Art zwischen den leitenden Persönlichkeiten, der
wirtschaftlichen und Finanzabteilung der französischen Militärregierung mit den Fachleuten der drei anderen Mächte an. Als Vertreter Frankreichs nahmen daran teil Herr Berge als Wirtschaftssachverständiger, und Herr Rist als Finanzsachverständiger. Die Finanzfragen wurden zunächst nur venti
liert. Die Lösung der Wirtschaftsfragen und vor allem die Nahrungsmittelfrage — es handelt sich hier um die Versorgung der Bevölkerung Österreichs und Wiens im Besonderen — steht im engsten Zusammenhang mit der schwierigen Lage, die derzeit hinsichtlich der Aufbringung der Nahrungsmittel in der Welt entstanden ist.
Britische Finanz= und Wirtschaftsfachleute in Wien
Nach einer Kabelmeldung des Sonderberichterstatters Reuter in Wien, gab das britische Hauptquartier bekannt, daß drei hervorragende britische Wirtschafts= und nanzfachleute in Wien eingetroffen sind, um ausstehende Fragen zu klären, bevor die neue alliierte Kommission gebildet wird.
Die Vereinigten Staaten stornieren Rüstungsaufträge
Washington, 13. August. Die Marine der Vereinigten Staaten storniert bereits ihre Aufträge. Der Bau von 95 Kriegsschiffen, darunter ein Kreuzer und ein Flugzeugträger, wurde bereits eingestellt.