Tiroler Tageszeitung 1945

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Herausgegeben von den französist
Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str. 4
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summer 61 / 1. Jahrgang
Einzelpceis 15 Pfg.
die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „L. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Samstag, 1. September 1945
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Rundschau
Par Japans Herrschaft in den Ländern, die es an sich gerissen hatte, verwurzelt? die Durchführung des Waffenstillstandes zeigt, daß weder im Süden Ostasiens noch auch in Korea oder in der Mandschurei sei
###ens der bodenständigen Bevölkerung der sapanischen Herrschaft eine Träne nachgereint wird. In Korea war seit jeher eine farke Volksbewegung gegen die politischen und kulturellen Gleichschaltungsbestrebungen hapans im Gange. Jene Koreaner, die an den Traditionen ihrer Väter festhielten, geförten zu den Verfemten und zu den Verfolgten. Die Russen, denen jetzt Korea wieder anheimgefallen ist, werden aus dieser lage sicherlich Nutzen ziehen. Viele Volkskeise werden in ihnen die Befreier von inem drückenden Joch sehen. Für Rußland selbst mag es ein Tag stolzen Hochgefühls zewesen sein, als in Port Arthur die im Jahe 1905 unter so traurigen Umständen geienkte Fahne wieder gehißt wurde. Ruß##ands Geltung als Macht im pazifischen kaum ist damit nicht
nur angekündigt, sondern auch anerkannt.
Die bisherigen Maßnahmen zur Besetzung des japanischen Mutterlandes haben sich ohne zwischenfälle vollzogen. Die Alliierten bewahren eine weise Vorsicht. Nur schrittweise betreten sie den trügerischen Boden der Etimmungen, die in Japan vorherrschen. Vohl schweigen die Wafsen. Die Gemüter sind so lange nicht entspannt, als im Herzen der Japaner der Glaube und die Hoffnung flackert, es könnte durch neue Gewalttaten oder einen neuen Waffengang ihr Schicksal sch wenden. Die Ankündigungen der japatischen Regierung zeigen den Stil der Korrktheit. Nachdem nun die Alliierten auch in Tokioter Sender für ihre Aufklärungsceiten in den Dienst stellen können, wird sihr Bemühen sein, die große überraschung, die noch wie eine Betäubung über den Seein der
Japaner liegt, als ein Mittel der Erziehung zu friedlicher Gesinnung auszuwerten.
Der Besuch, den General de Gaulle soeben dem Präsidenten Truman wie der Regierung ion Kanada abgestattet hat, reicht über die bedeutung einer gewöhnlichen Staatsvisite hnaus. Sowohl in den Vereinigten Staaten vie in Kanada wurde der Chef der provisoischen Regierung Frankreichs mit Ehren mpfangen, die nicht nur die persönliche bertschatzung ausdrückten, welche diese grosen Länder dem Staatsoberhaupte des Mutterlandes der Freiheit und dem Führer des uurch einen heroischen Freiheitskampf wiedererstandenen Frankreichs zollen. Der Empsang, geschmückt mit allen Ehren und Höflichkeiten, war zugleich eine betonte Aneriennung, daß Frankreich in den Angelegenheiten der Weltpolitik wieder seinen alten ##ang einnimmt. Sowohl General de Gaulle wie
dessen Minister, die während der letzten lage mit England und Südamerika verhandelten, haben eine gute Ernte vortrefflicher virtschaftlicher Abmachungen auf ihren Reisa eingebracht. Rascher als man vermutet hat, schreitet Frankreichs Wiederaufbau fort. Lotzdem halten amtliche Schätzungen dafür, daß es noch gute 15 Jahre dauern wird, bis die Kriegsschäden einigermaßen gutgemacht sind.
Die oberste Instanz über Deutschland ist der Kontrollrat der Alliierten, welcher soeden seine erste Sitzung abgehalten hat. Ge
#neral Eisenhower hat bei dieser Gelegenheit angekündigt, daß auch Deutschland Le
densmittellieferungen aus den Ländern der bereinigten Nationen erhalten wird. Er fügie hinzu, diese Einfuhr werde natürlich nie so groß sein, „um die Deutschen zu mästen“. Er kündigte weiter an, daß die Deutschen noch in diesem Herbst Gelegenheit haben vürden, ihre lokalen Verwaltungsbehörden durch Wahlen zu bestimmen. Sehr wichtig st die jüngst veröffentlichte amtliche Bekanntmachung der Alliierten, daß die deutschen Reparationsleistungen bis zum Jahre 148 erbracht werden müssen. Durch den friedensvertrag von Versailles wurden die Reparationsleistungen auf Jahrzehnte ver
eu, Bieomal gehen die Alierten von der Erwagung aus, daß man unter dem Titel, die Leistungsfähigkeit für Reparationen zu shern, eine Erstarkung Deutschlands nicht „lassen dürfe.
Die Kündigung des Leih= und Pachtgesetzes durch die Vereinigten Staaten hat besonders in England lebhafte Erörterungen hervorgerufen. Nun verlangt Präsident Truman vom amerikanischen Kongreß, daß alle von den Alliierten auf Grund des Leih= und Pachtgesetzes gemachten Schulden gestrichen werden. Das sei, so sagte Präsident Truman, Amerikas finanzieller Kriegsbeitrag. Diese 42 Milliarden betragen im übrigen nur 15 Prozent von den gesamten Kriegsausgaben der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig mit
dieser Botschaft des Präsidenten vernimmt man aus angesehenen amerikanischen Wirtschaftskreisen, daß sich die Umstellung von der Kriegswirtschaft zum Friedensbetrieb in voller Ordnung vollzieht.
Das Streben, willkürlicher Macht zu begegnen, läßt die demokratischen Mächte Spanien und Argentinien nachdrücklich erinnern, daß diese Länder ihre staatlichen Verhältnisse in den Lauf der Welt sinnvoll einfügen mögen.
Dr. Anton Klotz.
Osterreid Tul Jdutirer!
Großkundgebung in Innsbruck
Das Land Tirol veranstaltet am Dienstag, den 4. September, eine Großkundgebung für Südtirol.
Die Kundgebung findet um 5 Uhr nachmittags auf dem Rennweg statt. Die Landesregierung hat beschlossen, dass die Geschäftssperre an diesem Tage um 4 Uhr nachmittags stattfindet.
In den einzelnen Bezirkshauptorten fin
den gleichartige Kundgebungen statt. Die Trachtengruppen vom Lande werden jedoch an der Kundgebung in Innsbruck teilnehmen. Zu diesem Zwecke ist ihnen die Hin- und Rückfahrt mittels Sonderzügen gesichert.
Bei der Kundgebung in Innsbruck werden der Landeshauptmann und maßgebende Persönlichkeiten des Landes sprechen.
Ruf an die Tiroler Bauernschaft
Der Obmann der Tiroler Bauernschaft, Okonomierat Josef Muigg, erläßt folgenden Aufruf:
Nach vielen Jahren unsäglichen Leides stehen wir Österreicher vor einem neuen Wendepunkt unserer Geschichte. Wahnsinnige Tyrannen haben vor 6 Jahren die Kriegsfackel entbrannt, um weitere Länder und Völker unter ihre Herrschaft zu zwingen.
Fast alle freien Völker der Erde haben sich dagegen erhoben und im blutigsten Krieg der Weltgeschichte die Despoten und ihre Helfer niedergezwungen.
Für Freiheit, Demokratie und Menschenrecht wurde dieser Kampf geführt, Freiheit und Recht für alle soll der kommende Frieden bringen.
Auch hier unser Tiroler Land!
Seit einem Vierteljahrhundert ist unsere Heimat zerrissen, ein großer und der schönere Teil des Landes ist abgetrennt, hat unter der faschistischen Herrschaft des Südens schwer gelitten und wurde von den Faschisten des Nordens verraten und betrogen.
Heute, an der Schwelle einer neuen und besseren Zeit, erhebt Tirol seine Stimmen und fordert sein Recht. Alle Schichten des Tiroler Volkes, alle Berufsstände, jung und alt, rufen in alle Welt:
Südtirol gehört zu Tirol, gehört
zu Österreich!
Besonders die Bauern des Landes haben die lange Trennung bitter empfunden. Gleicher Stamm, gleiche Sitte, gleicher Brauch
hat uns jahrhundertelang mit unseren Brüdern im Süden verbunden und dieses Band konnte nichts zerreißen.
Darum rufen wir heute die Bauern und Jungbauern der Bezirke Innsbruck, und Schwaz auf:
Kommt am Dienstag, den 4. September,
nachmittags nach Innsbruck, kommt in euren Trachten, mit den Schützenzügen und Musikkapellen mit euren alten Fahnen als Zeichen unserer unverbrüchlichen Treue.
Das erstemal nach vielen Jahren der Knechtschaft wollen wir Tiroler Bauern unsere Landeshauptstadt wieder als freie Männer durchziehen, wollen wir Tiroler Bauern unseren Willen kundtun, wollen aller Welt sagen:
Südtirol den Tirolern, ganz Tirol gehört
zu Österreich!
Denkschrift des Nordtiroler Klerus
Neben dem Südtiroler Klerus hat sich auch die Nord= und Osttiroler katholische Geistlichkeit an die alliierten Regierungen mit der Bitte um Wiedervereinigung des Landes Tirol und Rückgabe Südtirols an Österreich gewandt. L5K.
Petition der Südtiroler Volkspartei
Die Südtiroler Volkspartei verlangt in einer an die Alliierten gerichteten Petition das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol. Die Partei zählt bereits über 30.000 eingeschriebene Mitglieder.
Feder zweite werktätige Tiroler war eingerückt
Tirol hatte nach der Volkszählung vom Mai 1939 insgesamt 330.000 Einwohner, davon rund 165.000 Männer. Von diesen Männern standen im April 1945 in Arbeit: 31.600 als Arbeiter und Angestellte und etwa 10.000 als Selbständige, zusammen 41.600 Beschäftigte; das sind etwa 25 Prozent der männlichen Bevölkerung. Zur gleichen Zeit zeigte die bei den Arbeitsämtern geführte Kartei der zum Wehrdienst Eingerückten eine Zahl von: 37.500 zum Wehrdienst eingerückte Arbeiter und Angestellte und etwa 11.400 selbständige Eingerückte, zusammen 48.900 zum Wehrdienst eingerückte überhaupt, das sind etwa 29 Prozent der männlichen Bevölkerung Tirols.
Die Zahl von 48.900 Eingerückten im Frühjahr 1945 bedeutet also etwas mehr als die Hälfte aller einheimischen männlichen Arbeitskräfte.
Der dadurch entstandene Ausfall wurde durch die Hereinnahme von 23.273 Ausländern zu rund 46 Prozent, der Rest durch er
höhten Fraueneinsatz (im ganzen 41.083 einheimische weibliche Arbeitskräfte) gedeckt.
Für die Rückführung
kriegsgefangener Tiroler
Ing. Norbert Mayr wurde zum Regierungskommissär für die Rückholung von Tiroler Kriegsgefangenen eingesetzt. Es sollen zunächst möglichst genaue Rückholungslisten aufgestellt werden. In den nächsten Tagen geht eine diesbezügliche Mitteilung über Presse und Rundfunk.
Zuzug nach Salzburg gesperrt
Salzburg, 31. August. Der Bürgermeister von Salzburg verlautbart, daß der Zuzug nach der Stadt Salzburg wegen überfüllung der Menschen vollkommen gesperrt ist.
Briefverkehr in ganz österreich
Ausgenommen die russische Zone
Die französische Militärregierung gibt bekannt:
Ab 1. September 1945 gelten für den Briefverkehr erleichterte Bestimmungen, und zwar:
1. Das Höchstgewicht für gewöhnliche Briefsendungen wird erhöht auf 500 Gramm.
2. Die Anordnung, daß man nur die französische, englische, russische und deutsche Sprache anwenden darf, tritt außer Kraft.
3. Amtliche und gewöhnliche Briefe, Postkarten und Geschäftspapiere können wieder „eingeschrieben“ aufgegeben werden. Es gelten die Bedingungen und die vorgesehenen Tarife der alten gültigen Postbestimmungen.
4. Postsendungen, die für österreichische Gebiete unter englischer oder amerikanischer Besatzung bestimmt sind, müssen neben der vollständigen Anschrift des Empfängers die Bezeichnung des Bestimmungslandes tragen: Kärnten oder Steiermark, wenn es sich um englische Zonnen handelt, Salzburg oder Oberösterreich, wenn es sich um amerikanische Zonen handelt.
Kardinal Innitzer über Zeitfragen
Wien, 31. August. Anläßlich der Wiederz eröffnung des Gesellenhauses sagte Kardinal Innitzer in einer Ansprache über das Kolpingswerk: „Wir wollen ganz im Geiste seines Gründers auf unserem Wege weiterschreiten, aber fern von jeder Parteipolitik und ohne jeder Vereinsmeierei. Unserer neuen Zeit entsprechend, muß eine scharfe Trennung zwischen Kirche und Politik sein, daß uns nicht wieder der Vorwurf trifft, eine politische Kirche zu sein.
Wien — die traurige Stadt
Der Wiener Korrespondent der „Times“ nennt Wien eine traurige Stadt. Er sagt, daß das Artilleriefeuer und die Straßenkämpfe größere Schäden verursacht hätten als die Luftangriffe. Der Stephansdom sei durch einen Volltreffer sowie durch das von anderen Gebäuden übergreifende Feuer und durch das Herabstürzen der fast 20 Tonnen wiegenden großen Turmglocke teilweise zerstört worden. Der Graben, die Kärntnerstraße und die Wollzeile sind arg mitgenommen worden. Von allen Bezirken litt am meisten Favoriten. Im großen und ganzen kann man jedoch nicht behaupten, daß Wien in Trümmern liegt. Keinesfalls ist es so verwüstet, wie andere deutsche Städte. Der Korrespondent schließt mit dem Satze: „Die Bevölkerung Wiens lebt in ihrer vom Kriege beschädigten
Stadt so gut sie es eben vermag.“
Die Zeit, gegen den Haß zu kämpfen
Rom, 31. August. In einer Ansprache an eine Abordnung des amerikanischen Parlaments sagte Papst Pius XII.: „Der Kampf auf den Schlachtfeldern ist vorüber. Nun ist für den Staatsmann die Stunde des diplomatischen Kampfes gekommen. Es ist die Zeit gekommen, um gegen den Haß zu kämpfen, der der Verbrüderung der Menschen entgegentrat. Nun ist die Zeit gekommen, um den Kampf gegen die materialistische Einstellung zu führen, die Gott und eine grundlegende Gerechtigkeit ausgestaltet hat. Dies rufe ich den siegreichen Nationen zu, damit sie von ihrem Sieg den rechten Gebrauch machen.“
In einer Ansprache an amerikanische Vertreter der Filmreportage sagte der Papst: „Man sagt, die Kamera kann nicht lügen. Gewiß nicht, aber sie kann in der Auswahl ihrer Gegenstände sehr einseitig sein und so zu einem wirkungsvollen Werkzeug zur Hervorrufung falscher Eindrücke werden.“ Der Papst bat die führenden Männer der Bildberichterstattung, diese Arbeit vor jenen wenig gewissenhaften Elementen. zu schützen, die sie ausnützen wollen, um halbe Wahrheiten zu verbreiten, so daß die Zuschauer zu unrichtigen Schlußfolgerungen geradezu gedrängt werden.
Edda Ciano verhaftet
Der Schweizer Rundfunk berichtete, daß Edda Ciano die italienische Grenze überschritten habe und an die alliierten Behörden überstellt wurde. Edda Ciano ist die Tochter Mussolinis und die Gattin des von den Deutschen hingerichteten Außenministers Graf Ciano,