Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.31
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slummer 587 1. Jahrgang
Einzelocels 15 Dig.
die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4
Freitag, 17. Kugust 1945
Behörden aufnehmen und dann die entspre= UNRRA hat bei Wiederaufrichtung der bechende Einladung zum Beitritt zur UNRRAlfreiten Länder bereits Großes geleistet. So ergehen lassen.wurden beispielsweise große Lebensmittel
Die URRRA ist eine der großen Organi= transporte für Italien und Jugoslawien sationen, die für die Unterstützung notleiden= durchgeführt.
Die Siegesfeiern in Washington
c.“ Tamino
Der Sall Hetain
Soeben hat in Paris ein Prozeß geendet, der für Frankreich von geschichtlicher Bedeutung ist. Marschall Petain, der während des ersten Weltkrieges seinen Namen mit Ruhm bedeckte, der Mann, auf den manche in dem durch den deutschen Vormarsch von 1940 überraschten und bestürzten Frankreich große Hoffnungen zu setzen glaubten, wurde wegen Hochverrat angeklagt und zum Tode verurteilt. Die Frage der persönlichen Ehrenhaftigkeit des Angeklagten spielte im Prozeß so gut wie keine Rolle. Die Anklage gründete sich voll und ganz auf einen objektiven Sachverhalt. Sie stellte ausschließlich die Tatsache ins Licht, daß Marschall Petain durch die Art, wie er den Waffenstillstand mit Deutschland schloß und wie er ihn ausführte, die Stellung Frankreichs in der Welt
schwer geschädigt hat. Petain unterlag einem verhängnisvollen Irrtum, wenn er vielleicht geglaubt hatte, durch eine ehrlich gemeinte Zusammenarbeit mit Deutschland in der Lage zu sein, seinem Lande einen Dienst erweisen zu können. Er übersah jedenfalls, daß Hitler gar nicht daran dachte, in die ihm hingereichte Hand einzuschlagen. Hitler verstand unter „Zusammenarbeit“ die bedingungslose Unterwerfung und Ausnützung eines wohl geschlagenen, aber keineswegs endgültig besiegten Landes, das in seinen Kolonien in Afrika und Hinterindien und an seinen Verbündeten noch reiche Hilfsquellen zu seiner Erholung und zum Widerstand besaß. Hitler wollte durch die Form eines Waffenstillstandes erreichen, was ihm die totale Besetzung Frankreichs in jenem Zeitpunkt
nicht gewähren konnte: Frankreich sollte seinen Verbündeten gegenuber als treubrüchig erscheinen und eine aus angesehenen Namen Frankreichs gebildete Regierung sollte den Widerstandsgeist Frankreichs niederhalten und die Mittel des Landes der Ausbeutung zugunsten Deutschlands zur Verfügung stellen. Es war die große Tat des Generals de Gaulle, daß diese Rechnung durchkreuzt wurde. Damit erreichte die Tragik, welche die Gestalt Petains seit dem Abschluß des Waffenstillstandes umwitterte, ihren Höhepunkt. Anstatt die Bewegung de Gaulles zu fördern, stellte sich Petain als Gefangener seines Irrtums wider sie.
Die Unfähigkeit Hitlers, abgeschlossene Verträge ehrlich einzuhalten, überrascht weiter nicht. Hat er doch in seinem „Mein Kampf“ den Vertragsbruch als den Königsgedanken nationalsozialistischer Machtpolitik gefeiert. Freilich war er auch darin nicht originell. Sein großes Vorbild Friedrich II. von Preußen, dessen Name immer genannt werden wird, wenn man nach Beispielen der Verachtung des Völkerrechtes sucht, bewies eine schlechthin unüberbietbare Großzügigkeit in der Verletzung feierlich beschworener Verpflichtungen. Der Funke dieses Talentes zur Rechtsverletzung ist auch nicht plötzlich vom „Großen Fritz“ auf den „größten Feldherrn aller Zeiten“ übergesprungen. Die Mißach
tung von Treu und Glauben in den internationalen Beziehungen wurde zur festen preußischen Staatstradition, die das von Preußen geführte neudeutsche Kaiserreich als Erbe übernommen hat. Wir brauchen uns bloß an den Dreibund zu erinnern, den man wegen der ständigen Seitensprünge der Berliner Politik mit treffender Ironie als „Treubund“ verspottete. österreich=Ungarn war in dieser Partie der gute Mann, dem man hie und da freundschaftlich auf die Schulter klopfte, um auf seinem Rücken um so besser holzen zu können. Eine zweihundertjährige übersicht über die europäischen Ereignisse zeigt klar und deutlich, daß Verträge mit Berlin nie etwas anderes waren als „ein Fetzen Papier“. Diese Beobachtung veranlaßte den großen spanischen Diplomaten und
Geschichtsphilosophen. Donoso Cortes schon im Jahre 1852 zu dem denkwürdigen Ausspruch: „Ich habe für Preußen nie etwas übrig gehabt. Mich überfällt das dunkle Gefühl, als ob von dorther noch eine große Katastrophe für Europa hereinbrechen wird.“ Es ist die Maßlosigkeit der Ansprüche, mit welcher die deutsche Politik die Welt immer wieder verblüfft hat und wodurch sie es j## rzeit bewirkte, daß die Bedrohten sich gegen sie zusammenschlossen. Diese Maßlosigkeit mußte scheitern. Sie war die letzte Ursache, weshalb alle Staaten, die aus irgend einem Grunde ihr Schicksal mit Deutschland ver
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Österreich im Programm der
London, 16. August. Anläßlich der Vollversammlung der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration Vereinigter Nat. Hilfs= und Wiederaufbauverwaltung) schlug der amerikanische Delegierte Clagton vor, man möge die Fühlung mit den zuständigen österreichischen
der Länder gegründet wurden. Die Einrichtung beruht nicht auf charitativer Grundlage. Die einzelnen Staaten, welche von der UNRRA beliefert werden, haben einen gewissen kleinen Prozentsatz ihres schätzungsweise festgestellten Nationaleinkommens als Beitrag zum Betriebskapital beizusteuern. Die
Washington, 16. August. Eine halbe Million vor Freude außer Rand und Band geratener Menschen feierte gestern abends den Sieg. Die fast leeren Straßen der erwachenden Stadt waren morgens voller Papier und Abfälle, die den Anschein erweckten, als sei die Stadt buchstäblich „in Fetzen gerissen worden“. Die lärmenden, feiernden Menschenmassen brachten der Hauptstadt die wildeste Nacht seit dem Waffenstillstand nach dem ersten Weltkrieg. Banken und Restaurants hatten geschlossen.
Mac Arthur an Truman
Washington, 16. August. Mac Arthur richtete an Präsident Truman eine Dankesbotschaft, worin es u. a. heißt: „Die ganze östliche Welt ist durch die Beendigung des Krieges unaussprechlich erfreut und bewegt. Ich will alles tun, was möglich ist, um diese Lage nach den Grundzügen, die Sie für den Weltfrieden gezeichnet haben, zu meistern.“
Freude in aller Welt
London, 16. August. In allen Teilen der Welt feiern die Völker die Wiederkehr des Friedens. In Washington sammelte sich nach der Erklärung Präsident Trumans vor dem Weißen Haus eine riesige Menschenmenge, die nach dem Präsidenten verlangte. Der Präsident erschien mit seiner Frau an der Vorderfront des Weißen Hauses und sagte durch das Mikrophon: „Heute ist ein großer Tag. Auf diesen Tag haben wir seit Pearl Harbour gewartet.“ Sidney zeigte, wie das australische Volk sich einem wahren Freudentaumel hingibt. In den Straßen der kanadischen Städte spielten sich wilde Freudenszenen ab. Im Moskauer Radio wurde die große Botschaft von jenem Ansager verlesen, der sonst immer Stalins Tagesbefehle zur Feier großer Siege gesprochen hat.
Der Wunsch des Papstes
Vatikanstadt, 16. August. Der Papst erklärte zum Kriegsende: „Nach der Beendigung des Tötens und Hinschlachtens hoffen wir, daß der Haß aufhören wird und zugleich auch der Wille zur Beherrschung und Unterdrückung der Schwachen. Nur so wird ein echter, gerechter Friede endlich auf der Welt errichtet werden.“
Friedensglocken läuten in Jerusalem
Jerusalem, 16. August. Die Glocken der christlichen Kirchen läuteten in Jerusalem und in Bethlehem zur Feier, daß wieder Friede geworden ist. Die historischen Gebäude Jerusalems wurden in der Nacht von Scheinwerfern beleuchtet. Die Straßen waren festlich geschmückt.
Genugtuung in Spanien
Madrid, 16. August. Die spanischen Blätter unterstreichen die Neutralität, die Spanien in diesem Weltkrieg bewahrt hat, und sprechen ihre Genugtuung darüber aus, daß die westliche und christliche Kulturwelt den Sieg davongetragen hat.
„Um Haaresbreite“
Washington, 16. August. „Washington New“ schreibt: „Gerade in diesem Augenblick der Erlösung müssen wir uns darüber klar sein, wie nahe wir am Rande des Abgrundes waren. Es handelte sich nur um eines Haares Breite. Niemals darf Amerika wieder seine Herrschaft aufs Spiel setzen.“
Einstellung des Kampfes
London, 16. August. Kaiser Hirohito hat an alle japanischen Streitkräfte den Befehl zur sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten erteilt.
Neuer Ministerpräsident
London, 16. August. Der Kaiser Hirohitahat den Prinzen Maruhiko Higashikuns miß der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.
Was Japaner sagen
Manila, 16. August. Japanische Soldaten erklärten Amerikanern, wenn der Kaiser es wünsche, so würde die Besetzung Japans durch die Amerikaner vor sich gehen, ohne daß die Gefahr von Unruhen entstehe. Das japanische Volk, das japanische Heer und die Flotte bestehen nur durch den Willen des Kaisers. Ein Unteroffizier der japanischen Infanterie sagte: „Ich bin der Meinung, daß sich die japanischen Soldaten ergeben können, ohne Schande zu fürchten, denn die bedingungslose Kapitulation macht alle gleich.“
Marschall Petain in Festungshaft
Paris, 16. August. Marschall Petain wurde zur Degradation verurteilt. Heute morgens ist er im Flugzeug von Villacoublay nach Fort du Portalet gebracht worden, wo er interniert wurde.
Antwort General de Gaulles an König Georg VI.
Paris, 15. August. General de Gaulle erwiderte das Begrüßungstelegramm König Georg VI. von England anläßlich der Siegesbotschaft mit folgenden Worten: „Der Sieg sieht unsere beiden Völker im Kampfe für dieselbe Sache vereint, wie sie es seit Beginn dieses langen Krieges, der eigentlich vor 30 Jahren begann, schon waren. Die Ereignisse haben bewiesen, daß nichts das Band, das uns in den Bemühungen, unser Ideal zum Siege zu führen, vereinte, zerreißen kann. Ebenso wie Eure Majestät habe ich den Wunsch, daß unsere beiden Völker in Freundschaft verbündet auf der Straße zu den großen Zielen weitermarschieren mogen.“
elektrische Auge
Washington, 16. August. Eine der bedeutsamsten Erfindungen während dieses Krieges ist das Funkhorchmeßgerät, das man auch das elektrische Auge nennen könnte. Die offizielle Bezeichnung hieß „Radar“. Ursprünglich als Abwehreinrichtung in Gebrauch genommen, wurde es zuletzt als Angriffswaffe verwendet. Man erzielte damit erstens, daß Großbritannien trotz der wiederholten Angriffe der deutschen Luftwaffe im Krieg bleiben konnte, zweitens eine Verdoppelung der Wirksamkeit der Angriffe jeder Art gegen Deutschland und Japan und drittens einen größeren Beitrag zum Sieg als durch jedes andere in diesem Krieg entwickelte Gerät, abgesehen von der Atombombe. Das Radargerat transformiert elektrische Reize in eine Art übermenschliche Sicht, welche jede Art
von Wetter durchdringt und eine geradezu unglaubliche Reichweite hat und gibt der Bedienungsmannschaft Kenntnis von der Anwesenheit eines Fremdkörpers, seiner Größe, Fahrtrichtung und =schnelligkeit und ob es sich um einen Freund oder Feind handelt. Das Gerät stellt die Visiere der Bomber und Geschütze automatisch ein und ermöglicht so Ziele zu treffen und zu zerstören, die nicht gesehen werden. Als das Freihalten der Schiffahrtswege nach Europa lebenswichtig war, spielte Radar bei der Feststellung und Zerstörung feindlicher U=Boote eine entscheidende Rolle. Die Nazis, die den Wert des Radargerätes als Angriffswaffe gegen U=Boote erkannten, setzten mit elektrischen Laboratorien ausgestattete Spezial=U=Boote ein, die Türme für die Suche über der
Wasseroberfläche hatten.
bunden hatten oder durch irgend ein Schicksal mit ihm zusammengekettet waren — wie etwa unser Vaterland durch den Gewaltstreich Hitlers vom Jahre 1938 — in den Abgrund gestürzt wurden, den diese Tollheit aufriß. Wer denkt nicht an die ungeheure und ungeheuerliche Schuld der österreichischen Nazis, die Hitler beistanden, damit er die „Ostmark“ mit dem gesamten großdeutschen Einheitsbrei verschlingen konnte? Frankreich ist vor dieser drohenden Gefahr, welche die Politik Petains in die nächste Nähe gerückt hatte, durch die mutige Entschlußkraft de Gaulles bewahrt worden.
Petains unvorsichtige Vertrauensseligkeit gegenüber einer jeden moralischen Kredites beraubten Macht verstrickte ihn gegenüber seinem Vaterland, dem er einst große Dienste geleistet hatte, in so schwere Schuld, daß seine glanzvolle. Laufbahn mit dem Sturz vom Tarpeiischen Felsen endet. Durch die öffentliche Klarstellung und Erörterung dieses Verhängnisses auf dem Wege eines Gerichtsverfahrens, in dem alle Dokumente der Schuld wie alle Zeugnisse, welche für den Angeklagten sprechen, ausgebreitet werden, vollzog Frankreich die Reinigung der politischen Atmosphäre. Der Prozeß gegen Petain und seine Mitarbeiter, die „Kollaborationisten“,
unterstreicht den Willen des wiedererstandenen Frankreich, die düsteren vier Jahre als das Ergebnis eines Bruches mit den bewährten überlieferungen zu brandmarken. Er ist in dieser Schau eine notwendige Maßnahme zur völligen Reinigung von einem durch glänzende militärische und diplomatische Erfolge bereits getilgten Makel. Das Ausland wird den Franzosen die Anerkennung nicht versagen können, daß das Verdammungsurteil des Gerichtes dem Willen und der Denkweise des französischen Volkes entspricht und es wird daraus die Folgerung ziehen müssen, daß sich trotz der Ara Petain in Frankreich nichts an dem geändert hat, was Frankreich ein Recht gab und gibt, in den Angelegenheiten der Welt als gleichberechtigte Großmacht mitzusprechen.
Den vielen menschlichen Tragösien, an denen diese furchtbaren Jahre so reich waren, ist eine neue hinzugefügt. Ein in vielen Schlachten erprobter, siegreicher Heerführer wird an der Schwelle seiner Jahre wegen Hochverrates verurteilt! Ein Mahnmal, das nicht nur den künftigen Geschlechtern Frankreichs die Dämonie, welche die größte Krise der Welt beherrschte, versinnbildlichen wird.
Dr. Anton Klotz.
Wir werden dafür sorgen, daß unsere Kinder ohne Furcht und Not aufwachsen können. (Aus den Prophezeiungen für das tausendjährige Reich Adolf