Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.43
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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str. 4
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die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. T.“, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Donnerstag, 23. Kugust 1945
Der Wiederaufbau unserer Wirtschaft ist vor allem ein Organisationsproblem. Je rascher und gründlicher dieses gelöst wird, desto schneller werden wir wieder geordnete Verhältnisse erreichen. Wir haben viele Produktionsmöglichkeiten im Lande. Aber fast jedes Unternehmen hat heute irgend welche Schwierigkeiten, so daß oft gar nicht oder nur in geringem Umfange produziert werden kann. Hier ist ein Bombenschaden, dort fehlen Maschinen, woanders wieder Arbeitskräfte oder Rohstoffe, Vor= und Halbfabrikate, oder es sind keine Aufträge zu erhalten; Kohle ist nicht vorhanden, der Betrieb jedoch ist ganz auf Kohle eingestellt usw. Alle diese Schwierigkeiten sind prinzipiell zu überwinden und müssen auch überwunden werden. Viele Verwaltungsämter arbeiten bereits
daran. Aber es ist ein langwieriger Weg für einen Unternehmer, alle diese Hemmnisse aus eigener Kraft aus dem Wege zu räumen, man geht von einem Amt zum andern, versäumt viel Zeit und verliert endlich den Mut.
Um die Möglichkeit zu schaffen, für jedes industrielle Unternehmen eine generelle Lösung in wenigen kurzen Besprechungen festzulegen, habe ich den Wiederaufbauausschuf ins Leben gerufen. Zu diesem werden sowohl alle einschlägigen Verwaltungsämter als auch alle großen Industrieunternehmungen bzw. Industriegruppen je einen Vertreter entsenden. Diesem Forum können die Anträge und Eingaben eines jeden einzelnen Unternehmens vorgelegt werden. Der Fall wird von einem übergeordneten Standpunkt aus betrachtet und — soweit es sich dabei um prinzipielle technische Probleme handelt — im Verein mit dem Wiederaufbaurat einer raschen und universellen Lösung zugeführt werden.
Um die Arbeit dieses Ausschusses vorzubereiten, habe ich an alle industriellen Betriebe Tirols Fragebogen aussenden lassen. Die meisten Unternehmen haben mir darauf schon ausführliche Eingaben gemacht, welche ein lückenloses Material für den Wiederaufbaurat und den Wiederaufbauausschuß bilden. Dieses Material gibt ein gutes Bild von den Produktionsmöglichkeiten in unserem Lande und weist z. B. für jeden einzelnen Fall den Weg, wie fehlende Rohst## Vor= und Halbfabrikate usw. rasch zu ersetzen sind. Auf Grund dieser Unterlagen wird sich für jedes Unternehmen der richtige Weg finden lassen, um es in seinem eigensten Interesse und in dem unseres ganzen Landes rasch und in wirkungsvoller Weise wieder in den Produktionsprozeß einzureihen.
Ich habe an viele Verwaltungsämter und an große Industrieunternehmungen und Industriegruppen Einladungen ergehen lassen, ihre Vertreter für den Wiederaufbauausschuß zu ernennen. Die größeren Unternehmen und Industriegruppen, welche meine Einladung aus irgend einem Grunde bisher noch nicht erhalten haben, bitte ich, sich mit mir zwecks Mitarbeit im Ausschuß sofort in Verbindung zu setzen. Der Wiederaufbauausschuß trat bereits am 16. August im Sitzungssaal des Landhauses zu einer vorbereitenden Besprechung zusammen. Ein Bericht hierüber wird demnächst gegeben werden. Ein vorläufiger Exekutivausschuß wurde gebildet. Die nächste Vollversammlung findet Donnerstag, den 30. August, um 13.3 Uhr statt. Ronesay, Landesrat.
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Kriegsverbrecher in Dachau
München, 22. August. Die amerikanischen Militärbehörden haben im Konzentrationslager Dachau ein Militärtribunal zur Aburteilung von Kriegsverbrechern in der amerikanischen Besatzungszone eingesetzt.
Massengrab bei Krakau
London, 22. August, Eine Nachrichtenagentur meldet, daß in der Nähe von Krakau ein Massengrab entdeckt wurde, in dem 8000 Männer, Frauen und Kinder nach ihrer Erschießung verscharrt worden sind.
Roda Roda gestorben
New York, 22. August. Der bekannte österreichische Schriftsteller Roda Roda, der sich im Jahre 1934 nach Amerika begeben hatte, ist hier im Alter von 63 Jahren gestorben.
Gute Botschaft für Osterreich: Keine Reparationen — ANRRA=Hilfe
Österreich zahlt keine Reparationen
Washington, 22. August. Der Stellvertreter des Außenministers William Clayton erklärte kürzlich als amerikanischer Delegierter des Unrra=Rates in London, Österreich müsse als befreites Land und nicht als ehemaliger Feindstaat behandelt werden. Es versteht sich von selbst, daß man von Österreich als von einem befreiten Land keine Reparationszahlungen verlangen wird. Pläne für den eiligen Wiederaufbau werden vorbereitet. österreich wird jede Möglichkeit gegeben werden, sich wieder einen ehrenvollen Platz in der Völkerfamilie zu erringen.
Hilfe der URRRA für Österreich
London, 22. August. Die dritte Konferenz der UNRRA nahm heute den Vorschlag der Vereinigten Staaten für die Hilfeleistung an Italien und Österreich mit Genugtuung an. Nur Iugoslawien stimmte dagegen, weil es gegen eine Behandlung Italiens auf der gleichen Grundlage wie der anderen befreiten Nationen sich erklärte. Auch der früher bestehende russische Widerstand konnte beseitigt werden.
Argentinische Fleischlieferungen für Europa
Buenos Aires, 22. August. Die argentinische Regierung ist dem Wunsche der Alliierten entsprechend bereit, Fleisch für die
notleidenden Völker Europas zur Verfügung zu stellen. „
Österreich und die Alliierten
Rene Laurent schreibt in der französischen Militärzeitung „Patrie“, Ausgabe vom 16. August: „Wie Italien befindet sich auch Österreich gegenüber den Alliierten in einer besonderen Lage. Es ist ein befreites Land, froh, von den Deutschen erlöst zu sein, und trotzdem ein ehemaliges Feindland. Die Sieger bezeugen ihm eine gewisse Sympathie; aber sie sehen sich genötigt, das Land zu besetzen und seine Verwaltung wenigstens eine gewisse Zeit hindurch zu überwachen.
Österreich ist von Deutschland losgelöst. Es hat seine Unabhängigkeit wiedergewonnen.
Diese Trennung wirft eine Reihe von Fragen auf, die vom österreichischen Volke nicht aus eigenen Mitteln gelöst werden können. österreich, das für seine Ernährungswirtschaft nur über spärliche Hilfsquellen verfügt, muß seine Kräfte zusammenraffen und von außen unterstützt werden. Die Alliierten betrachten seine Lage mit Wohlwollen. Sie werden alles tun, um ihm das Leben zu ermöglichen und als eine freie Nation Auferstehung feiern zu können, mit der sie gute Beziehungen unterhalten wollen. Sie werden sich dabei erinnern, daß österreich nicht nur schicksalhaft oder aus Schwäche im gegnerischen Lager stand, sondern daß diese Stellung auch auf die Fehler zurückzuführen war, die sie selbst begangen haben.
Hilfe für Tirol
Auf einen dringenden Hilferuf der Landeshauptmannschaft Tirol hat sich die Schweizer Spende entschlossen, für das Nachbarvolk eine Hilfsaktion durchzuführen. Die Transporte aus der Schweiz sind vor zwei Tagen nach Innsbruck und Landeck abgegangen. Besonders wird dafür gesorgt, daß Kinder unter 6 Jahren für die nächsten Monate die notwendigen Milchnährmittelprodukte erhalten. Auch für Kranke und alte Leute wird gesorgt werden.
Was aber haben die Gerüchtemacher bei uns erzählt? Schon vor 3 Wochen, als die Schweizer Spende noch gar nicht auf dem Wege war, wußten sie, daß die Franzosen diese — beschlagnahmt hätten!
Die Nationalsozialisten, die es ja mit der Wahrheit niemals genau nahmen, haben ihre Lügen wieder auf Sand gebaut Was aber soll man von Leuten denken, die derart gewissenlos gegen den Wiederaufbau Österreichs arbeiten und ihre Politik auf nichts anderes stützen als auf die — politische Lüge!!
Kampf gegen den Schwarzen Markt Wien, 22. August. Die britischen=amerikanischen Stellen treten gemeinsam gegen die Teilnahme des Militärs an den Geschäften des Schwarzen Marktes auf. Ebenso hat der russische Stadtkommandant angeordnet, daß alle derartigen Geschäfte zu unterlassen sind.
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Noch über 360.000 Wehrmachtsangehörige in Norwegen
Der militärische Mitarbeiter des „Daily Telegraph“, Generalleutnanz Martin, der die britischen Truppen in Norwegen besuchte, schreibt, daß sich in Nerwegen noch immer über 360.000 deutsche Wehrmachtsangehörige befinden, darunter 66.000 Nichtdeutsche. Die Alliierten haben diese von den Deutschen getrennt. Sie werden entsprechend ihrer Staatsangehörigkeit als verschleppte Personen behandelt. Es handelt sich hauptsächlich
gehörigkeit wird nach dem Geburtsort unter Zugrundelegung der Grenzen vom 1. Jänner 1938 bestimmt.
Der Prozeß gegen Quisling
Oslo, 22. August. Der erste Schwerpunkt des Prozesses gegen Quisling war der Bericht über eine Zusammenkunft, die am 11. Dezember 1939 zwischen Quisling und Großadmiral Raeder in Berlin stattfand, wobei
um Österreicher, Balten, Polen und Quisling sich bereit erklärte, den Aufmarsch Tschechen. Die 66.000 Nichtdeutschen können der britischen Flotte zur Besetzung Norwein ihre Heimat zurückkehren. Die Staatsan= gens zu durchkreuzen.
Internationale Kontrolle der Atomenergie
Washington, 22. August. Das Kriegsministerium arbeitet an einer Denkschrift über die Atomkraft. Eine internationale Kontrollkommission soll die Verwendung der Atomenergie in Friedens= und Kriegszeit überwachen. Der amerikanische Senat wird alle notwendigen Verbindungen treffen, um zu verhindern, daß die Atomkraft das ausschließliche Monopol eines Kartelles wird.
überwachungsausschuß in England
London, 22. August. Großbritannien hat einen Beratungsausschuß gegründet, der sich mit den Fragen der Entwicklung der Atomenergie befassen soll. Der Vorsitzende dieses Ausschusses. Anderson ist sebst Physiker. Die ersten Forschungen über die Atomzertrümmerung während des Krieges standen unter seiner Leitung.
480.000 Opfer der Atombomben
New York, 22. August. Nach verläßlichen Berichten haben die über Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen zwei Atombomben 480.000 Personen getötet, verwundet oder obdachlos gemacht.
Japans Kapitulation
London, 22. August. Wie Reuter meldet, veröffentlicht die japanische Nachrichtenagentur jetzt die Mitteilung, daß die erste Gruppe der alliierten Besatzungsstreitkräfte am kommenden Sonntag in Tokio eintreffen wird. Gleichzeitig treffen die japanischen Behörden alle Vorsichtsmaßnahmen, um die Durchführung der Besetzung reibungslos zu gestalten. Nach einer Meldung der „Assoziated Preß“ hat die japanische Regierung erklärt,
daß zwischen der Bevölkerung und den Besatzungstruppen kein Kontakt stattfinden wird.
Die Teilnahme Großbritanniens an den Besetzungsoperationen
London, 22. August. Britische Kriegsschiffe, die der 3. Nordamerikanischen Flotte zugeteilt sind, treffen Vorbereitungen, um
zusammen mit den amerikanischen Schiffen in die Bucht von Tokio einzulangen.
Japanischer Staatsstil
London, 22. August. Das Schreiben, in dem die japanische Kapitulationsabordnung beglaubigt wird, hat folgende Einleitung: „Wir, Hirohito, Kaiser von Japan von Gottes Gnaden, Inhaber eines Thrones, der ohne Wechsel durch alle Zeiten die gleiche Dynastie trug und auch in Ewigkeit tragen wird übersendet allen, die diese Zeilen zu Gesicht bekommen, seine Grüße. Wir ermächtigen den General Kawabe, in unserem Namen alle Vereinbarungen mit dem Oberbefehlshaber der Alliierten zu treffen. Gegeben am 18. Tage des 8. Monats des 20. Jahres Schowa im 2605. Jahre nach der Thronbesteigung des Kaisers Zimu.“
Mountbatten an General de Gaulle
Paris, 22. August. Admiral Lord Mountbatten dankte General de Gaulle für ein Glückwunschtelegramm zum Siege über Japan mit den Worten: „Wir alle im südostasiatischen Kampfraum sind stolz darauf, Seite an Seite mit unseren französischen Verbündeten gekämpft zu haben und sind bereit, auch im Frieden mit ihnen gemeinsame Wege zu gehen.“
stand Europa um 1939?
Paris, 22. August. Auf dem Parteitag der Radikalen trat der frühere Ministerpräsident Herriot für die Aufrechterhaltung der Freundschaft und des Bündnisses mit Großbritannien ein. Daladier, der während der großen Krisen von 1938 und 1939 an der Spitze Frankreichs gestanden war, erklärte: „Ich habe auf Besprechungen in London die Ansicht vertreten, daß es sich beim Anschluß österreichs und des Sudetenlandes sowie bei der Errichtung des Protektorates nicht um die Einverleibung deutschsprachiger Gebiete handelte, sondern um einen wohlbedachten Plan Deutschlands, eine Vorherrschaft in Mitteleuropa aufzubauen. Nur das Dazwischentreten Rußlands und Frankreichs könnte eine weitere Ausdehnung dieses Planes auf andere Staaten verhindern. Chamberlain und
andere Minister seien jedoch der Meinung gewesen, daß es möglich sein werde, durch Verhandlungen die Gefahr abzuwälzen.“
Gedenkfeier in Paris
Paris, 20. August. Die Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Befreiung der französischen Hauptstadt, die sich über eine Woche erstrecken sollen, haben heute, am Jahrestag der Erhebung der Bevölkerung von Paris gegen die Deutschen, begonnen.
Was bespricht de Gaulle in Amarika
New York, 22. August. „New York Herald Tribune“ schreibt zum Besuche General de Gaulles in den Vereinigten Staaten: „Zweifellos können Besprechungen de Gaulles in Washington der ganzen westlichen Welt einen großen Dienst leisten. Durch das Ende des Krieges im Fernen Osten ist viel Schiffsraum frei geworden, so daß der Wiederaufbau Frankreichs durch raschere Lieserungen entscheidend beeinflußt werden kann. Sowohl Präsident Truman als auch General de Gaulle werden die Verhandiungen im Geiste aufrichtiger Zusammenarbeit führen. Aus ihren Besprechungen kann eine neue Freundschaft zwischen den beiden großen Republiken des Westens erwachsen.“