Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.48
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Seite 2. Nr. 55
Tiroler Tageszeitung
Samstag, 25. August 195 Sam:
Was ist die ANRRA?
URRRA ist eine Abkürzung für „United Relief and Rehabilitation Association“ und bedeutet in der übersetzung: Amt der Vereinten Nationen für Nachkriegshilfe und Wiederaufbau.
In erster Linie handelt es sich bei den Hilfslieferungen um Nahrungsmittel, die nur auf Grund einer Senkung der Rationen der Zivilbevölkerung in den USA., Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland zur Verfügung gestellt werden konnten. Durch diese Lieferungen sind die Vorräte der genannten Länder stark erschöpft. Allein in England sind die Fettvorräte um fast 350.000 Tonnen gesunken.
Durch die Beendigung des Krieges im Fernen Osten dürfte aber die Versorgungslage eine allgemeine Entspannung erfahren, wenngleich dies auch nicht sofort greifbar in Erscheinung treten wird. Nach vorläufigen Schätzungen wird die UNRRA in den kommenden Monaten in der Lage sein, folgenden Bedarf der befreiten Länder Europas zu decken: 65 Prozent an Trockenmilch, 54 Prozent an Käse, 58 Prozent an Speiseölen und Fetten sowie 72 Prozent an Zucker. Die erforderlichen Getreidemengen können zu 100 Prozent geliefert werden, vorausgesetzt, daß die Transportfrage zufriedenstellend gelöst wird.
Ein kurzer Rückblick auf die Meldungen aus Presse und Rundfunk während der letzten Wochen zeigt, was die UNRRA bisher alles geleistet hat. Bis zum 30. Juni dieses Jahres hat die UNRRA ungefähr 1,250.000 Tonnen an Gütern in die Gebiete gebracht, für die sie verantwortlich ist. Der Wert dieser Güter beläuft sich auf rund 300 Millio
programm voll durchgeführt werden können, wird die Menge der gelieferten Güter 1,8 Millionen Tonnen betragen.
Greifen wir einige der Presse= und Rundfunkmeldungen auf, um uns zeigen zu lassen, wie vielseitig die Hilfe der UNRRA aussieht:
UNRRA hat bis zum 30. Juni 20.000 Lastautos zur Verfügung gestellt.
UNRRA liefert Penzillin nach Griechenland zur kostenlosen Verteilung in Athen.
URRRA liefert 641.000 Tonnen Güter an die Tschechoslowakei, Polen, Jugoslawien, Griechenland und Italien.
UNRRA liefert 1200 Lastkraftwagen und 3000 Maultiere nach Jugoslawien.
UNRRA hat ihre Hilfe bei der Bekämpfung der Malaria in Griechenland zur Verfügung gestellt.
UNRRA hat die Repatriierung von fast eineinhalb Millionen Menschen, die nach Deutschland verschleppt wurden, in die Wege geleitet.
Wie muß die UNRRA=Hilfe für Österreich bezahlt werden?
Die Vereinten Nationen erwarten für die UNRRA=Hilfe keine Bezahlung. Sie wollen jedoch die überzeugung haben, daß die Völker der befreiten Gebiete ihrerseits alles tun, was in ihrer Macht steht, um so bald wie möglich ihre Wirtschaft wieder auf eine selbständige Basis zu stellen. Die Welt, die ihrerseits bereit ist, Opfer zu bringen, verlangt von denen, die die Hilfe empfangen, daß diese ihrerseits alle Anstrengungen machen, damit diese Hilfeleistungen für
wieder unser besonderes Interesse in Anspruch nehmen darf — den feierlichen Protest des Tiroler Landesfürsten und Habsburgers gegen die damals von seinem mächtigen Gegner, dem deutschen König Siegmund, im Einvernehmen mit einigen tirolischen Adelsgeschlechtern fest beabsichtigte Einziehung des Landes zu Handen des Reiches heraldisch dokumentieren sollte. Denn der neu gekrönte Tiroler Adler bildete einen ausgesprochenen Gegensatz zum stets ungekrönten Adler des Reiches.
Was schließlich die jüngste Zutat an unserem Adler, den um sein Haupt geschlungenen Lorbeerkranz, betrifft, so wurde dieser Kranz von
über dem Wappenschilde oder über dem Adler haupte als rein künstlerisch=ornamentaler Gegenstand ohne jedwede heraldische Beziehung ange bracht. Erst seitdem sich dieser Kranz auf der Tiroler Großmünzen ab 1632 stets um das 9d. lerhaupt geschlungen findet, läßt sich an eineheraldischen Zweck denken. Als wirklicher 9. standteil des Tiroler Adlers aber kann er hös, stens vom Jahre 1809 ab, wo er sich sehr ein drucksvoll auf den Haller Zwanzigern und Krezern Andreas Hofers präsentiert, gelten. 3
nichtzusammenhängende Zweige
wurde er in den letzten Jahrzehnten (doch vor der Herrschaftsperiode der Nationalsozial,
seinem ersten Auftreten im Drucke der Tiroler sten!) durch „moderne“ Künstler, ebenso wie Landesordnung von 1532 an bis zum Jahre 1632 die Krone des Adlers den „künstlerischen“ 6. — also genau hundert Jahre hindurch, —, soweit wägungen solcher schon seit geraumer Zeit zu er überhaupt Verwendung gefunden hat, stets Opfer gefallen ist. Hofrat Dr. Moeser.
Der Leser haf das Worf
Wie lange noch? ...
Das Arbeitsamt und seine Vermittlungsabteilungen sind bei gewissen Leuten, die alles, was nach Arbeit riecht, fürchten und hassen wie der Teufel das Weihwasser, nicht gerade besonders beliebte staatliche Einrichtungen. — Kein Wunder! Trotz allen Versteckens, aller Scheinarbeitsverhältnisse bei Verwandten und Bekannten, werden die Drückeberger oft genug aus ihren Schlupfwinkeln hervorgeholt und nutzbringender Arbeit zugeführt.
Besonders wehren sich jene, die schon vor der Machtergreifung Hitlers Mitglieder der NSDAP. geworden sind, also die Illegalen, gegen den. Einsatz zu Aufräumungsarbeiten. Man tut empört,
als Vertragsangestellter und Leiter des Loh
büros der ...... vollbeschäftigt ist und daher den
Arbeitsamte nicht zur Verfügung gestellt werd kann“.
Der Letztere war seit Beginn 1938 illegales Mit glied der NSDAP. und Zellenleiter. Der eine al Propagandaleiter und Gaufachschaftswalter, de andere Zellenleiter, beide illegal. — Alles in alles ein schlagender Beweis dafür, daß nicht nur den Straßen Innsbrucks gründliche Aufräumuns arbeit geleistet werden muß. Argus
Hilfsaktion für Heimkehrer?!
Viele entlassene österreichische Soldaten müsn ihre aus dem Kampfgebiete geflüchteten Famili
daß man ihnen „so was“ zumutet, sintemal und oft unter schwierigsten Verhältnissen suchen. Leide
nen Dollar. Wenn das Juli= und August= die Dauer wirksam sein können.
Zur Geschichte des Tiroler Landeswappens
werden uns zu den in unserem Artikel „Unsere Landesfarben“ enthaltenen Ausführungen von sachverständiger Seite nachträglich einige bemerkenswerte Berichtigungen und Ergänzungen zur Verfügung gestellt, die folgendes besagen:
Der Tiroler Adler geht selbstverständlich nur auf den von den alten, mit Albrecht II. 1253 ausgestorbenen Grafen von Tirol als Wappenbild geführten Adler zurück, nicht auch auf den Adler der 1248 erloschenen Grafen von Andechs, Herzöge von Meranien=Istrien, die ihn gleich manchen anderen mit der Verwaltung der Grenzmarken des alten deutschen Reiches betrauten Adelsgeschlechtern als Amtswappen führten, in ihren letzten Zeiten — seit etwa 1220 — aber mit dem Löwen oder Panther, ihrem Familien=Wappenbild, verbanden:
Das älteste erhaltene Siegel der Grafen von Tirol, aus der Zeit der Minderjährigkeit Albrechts II., hängt an einer für das Kloster Wilten schon bald nach 1190 ausgestellten Urkunde. Nur dieses Siegel allein zeigt den Kopf des Adlers verkehrt, d. h. nach (heraldisch) links gewendet, während das von Albrecht II. seit Erlangung seiner Volljährigkeit um 1205 beschaffte neue Siegel bereits ebenso wie seine späteren Siegel den Adler richtig nach (heraldisch) rechts gekehrt aufweist. Die auch als prinzipiell unrichtig anzusehende Darstellung auf dem erwähnten ältesten Siegel Albrechts ist zweifellos nur der Unerfahrenheit und Ungeschicklichkeit eines einheimischen Siegelschneiders zuzuschreiben.
Die im Artikel erwähnten, angeblich seit 1250 ausgegebenen sogenannten Tiroler Adlergroschen (Aquilinen), deren Ausprägung übrigens nicht vor 1267 anzusetzen ist, zeigen keinen heraldischen Tiroler Adler, sondern den sitzenden halb nach (heraldisch) rechts gewendeten Adler, gleich jenem der altrömischen Feldzeichen, wie er einige Jahrzehnte früher schon auf den von Kaiser Friedrich II. in Sizilien ausgegebenen Goldmünzen, den sogenannten Goldaugustalen, erscheint. Erst die seit den frühen Achtzigerjahren von Graf bzw. Herzog Meinhard II. in Verkehr gesetz
ten neuen Tiroler Groschenstücke zu 20 Bernern, die in den italienischen Quellen schlechtweg als Tirolini oder Carantani, in den deutschen als „Zwainziger“, in späterer Zeit als „Kreuzer“ bezeichnet wurden, weisen den heraldischen Tiroler Adler auf und zeigen von Anbeginn an tadellos und getreu seine Stilentwicklung während der letzten Jahrhunderte des Mittelalters.
Als älteste farbige Darstellung des Tiroler Wappens haben wir seit der um 1930 erfolgten Bloßlegung der Fresken in der Kapelle des Schlosses Tirol den über dem westlichen Kapelleneingang angebrachten Tiroler Wappenschild anzusehen, dessen Adler noch im Stil der älteren Typen der Meinhardszwainziger gehalten und spätestens um 1330 gemalt ist. Als nächstältester Fall aber ist der Adlerschild anzuführen, der als Gegenbild zum Kärntner Wappen die Front über den Toren der noch in ihrer ursprünglichen, einer Fürstenburg würdigen Gestalt erhalten gebliebenen Burg Rainegg im Sarntal schmückt, die der Herzogin Euphemia, der Witwe des 1310 verstorbenen Herzogs Otto von Kärnten=Tirol, bis zu ihrem Ableben 1347 als ständiger Witwensitz diente. Trotz
vermutlich mehrmaliger Erneuerung haben sich, wie der Augenschein erweist, beide Wappen in der Zeichnung wie in den Farben ihr ursprüngliches Gewand unverändert gerettet. Diesen beiden unzweifelhaft ältesten erhalten gebliebenen Darstellungen gegenüber verlieren die im Artikel erwähnten einschließlich der auf dem alten Kapellenaltar, vermutlich vor 1379, angebrachten an Bedeutung.
Von besonderer Bedeutung inbezug auf Geschichte und Rechtsverhältnisse des Landes ist die Bekrönung unseres Adlers, die genau feststellbar durch Herzog Friedrich IV. „mit der leeren Tasche“ nach seiner Flucht aus Konstanz bei Herstellung seines damals neu zu ersetzenden Siegels im Mai 1416 erfolgte und offenbar nicht nur der Genugtuung des Fürsten über die Wiedergewinnung der Herrscherrechte über sein Land besonderen Ausdruck geben, sondern — was damals viel bedeutsamer sein mußte und auch heute
alldieweilen sie ja schon lange keine Nazis mehr seien usw. Das ist der eine Teil; der andere bringt Empfehlungsschreiben von Parteirichtungen, die bestätigen sollen, daß es sich da um einen Irrtum handeln müsse, denn der Beschwerdeführer sei zwar ein Nazi gewesen, aber ein Unschuldslamperl, das keinem Menschen was zuleide getan habe. Der Dritte war überhaupt ganz erstaunt, als „Parteigenosse“ geführt zu werden. Zwar habe er einmal vor langer Zeit einen Beitrag geleistet,
natürlich unter Zwang, und komme nun so ganz unschuldig auf die Liste der Illegalen, die in der Eile der ersten Maitage irrtümlich nicht dem Feuertode überliefert worden ist.
Von der vierten Abteilung, die noch vor einigen Monaten frisch und frei mit Schaftstiefeln und Tamtam hinter der Hakingerfahne marschiert sind, wollen wir weiter gar nicht reden. Sie sind alle so sterbenselend beisammen, daß man es bei Gott nicht verantworten könnte, sie einer Aufräumungsarbeit zuzuführen. Besonders deshalb nicht, weil ja der Hausarzt schwarz auf weiß ihre Leiden bestätigt..
Von der fünften Serie seien die „Erstaunten“. angeführt, deren es auch einige Exemplare gibt. Da ist zum Beispiel ein Doktor, der eine Ladung zum Arbeitseinsatz erhalten und brieflich seine „Verwunderung“ darüber ausgedrückt hat, daß man ihn im Falle der Nichtfolgeleistung polizeilich vorführen lassen werde. Er führt aus, er sei von demselben Arbeitsamt im März 1943 der Universität Innsbruck zur Arbeitsleistung zugewiesen worden. Er könne also „beim besten Willen“ der Aufforderung keine Folge leisten!
Dazu ist nur kurz zu bemerken, daß die Ernennung im Jahre 1943 zur Zeit der Naziherrschaft erfolgt ist, ein Akt, der jedenfalls als Anerkennung dafür diente, weil der Herr schon im Jahre 1943 der braunen Gesellschaft beigetreten ist. Er war auch Propagandaleiter und Gaufachschaftswalter bei der NSDAP., was wohl als besonderes Zeichen seiner politischen Harmlosigkeit anzusprechen ist.
Dr. ...... fühlt sich jedoch nicht nur immun
gegen jede Anforderung zum Arbeitseinsatz, er spielt auch so nebenbei den Protektor anderer Illegaler. Da ist z. B. ein zweiter Doktor, der als solcher nach den Vorschriften der Militärregierung als Illegaler zu Aufräumungsarbeiten vom Arbeitsamt vorgeladen wurde. Diese Ladung wurde vom Ersten frisch und frei mit der Mitteilung zurückgesandt, „daß Herr Dr. ..... nach wie vor
findet der Heimkehrer dieselbe oft unter sc schlechten Wohn= und Lebensverhältnissen vor. # bleibt das gute Herz der Österreicher? Es seh nicht nur an Möbeln und Hausgeräten, die Flüchtlinge, zumal sie in den meisten Fällen Klin kinder hatten, nicht mitnehmen konnten, sonden auch an Wäsche und Kleidungsstücken. Der hein kehrende Soldat ist über diese Zustände sehr: bittert, er selbst hat oft nicht das Notwendig# zum anziehen. Ich glaube, gerade er verdien doch, daß man sich seiner annimmt, da er neie seinem ganzen Hab und Gut oft noch die Gesund heit eingebüßt hat. Bestehen da keine keiten, den Leuten helfen zu können, um dien Gegenstände käuflich erwerben zu können. B viele Leute haben heute noch im Überfluß, besitzu noch alles und vergessen
den Heimgekehrten. Die Verdienstmöglichkeit ist auch noch ein
Frage. Es ist doch nicht jeder Heimkehrer köre lich dazu in der Lage, um als Hilfsarbeiter odn Bauernknecht verwendet zu werden. Gerade bein Neuaufbau eines Staates müßte es ##gen Plätze in Kanzleien und Büros für geeignete Leut geben, nachdem die Nazis aus diesen Stellen# schwinden sollen und müssen. H#5
Ein Jag in Dackau
Eine Erinnerung von Dr. Hans Gamper Es war, soweit ich mich erinnere, am 23. Jänner 1939. Die Arbeitskommandos rückten wie gewöhnlich um 6 Uhr abends todmüde von ihren Arbeitsplätzen durch den Torbogen des sogenannten Jourhauses ins Lager ein und sammelten sich wie gewöhnlich vor ihren Baracken in den Lagergassen, bis es zum Zählappell läutete. Block für Block marschierte sodann in Viererreihen auf den Appellplatz, der sich vorn beim Eingang zwischen dem langgestreckten gemauerten Wirtschaftsgebäude und den aus grünlichen Platten zusammengefügten Lagerbaracken befand.
Bald standen die etwa 12.000 Mann lautlos im Dämmerlicht des Winterabends und harrten auf den Lagerkommandanten. Allein es verging eine Stunde — kein Lagerführer erschien, den Appell abzunehmen. Das Stillstehen nach zehnstündiger harter Arbeit, bei der es ohne Gefahr strengster Bestrafung kein Verschnaufen gab, keine Rast auch nur von einer Viertelminute, war hart und
lain wir maren daran gomahnt
drückend, allein wir waren daran geibohnt. wurde 8 Uhr — endlich um 9 Uhr erscholl das Kommando: „Mütze ab!“ Täglich ertönte dieses Kommando, wenn der Lagerführer erschien und die Meldung erhielt, wie viele Gefangene angetreten waren. Allein zu unserer überraschung folgte gleich ein zweiter Befehl: „Handschuhe aus
ziehen!“ Und dann wieder Stille. — Nur die Scheinwerfer, die an den Spitzen der sieben Wachtürme der Umfassungsmauer angebracht waren, tasteten unaufhörlich das Lager ab. Ihr Schein huschte gespensterhaft vom Wirtschaftsgebäude zum Jourhaus, vom Jourhaus über unsere Köpfe hinweg zurück zu den dunklen Dächern der Baracken.
Allein alles blieb ruhig, denn dafür sorgten schon die Maschinengewehre, die gleichfalls auf der Plattform der Türme aufgestellt und Tag und Nacht auf uns gerichtet waren, daß auch an den geringsten Widerstand nicht zu denken war.
Wir aber waren uns inzwischen darüber klar geworden: heute war wieder einmal etwas Besonderes los. Diesen Unmenschen von der SS genügte es nicht, daß wir im dünnen blaugrau gestreiften Sträflingsgewand ohne Mantel in der beißenden Winterkälte standen, sie wollten noch mehr: mit bloßen Händen und kahlgeschorenem, unbedecktem Haupt sollten wir stillstehen, zitternd vor Kälte und Frost, mit müden, bleischweren Gliedern.
Am Giebel des Jourhauses befand sich eine Uhr. Wie elend langsam rückten doch ihre Zeiger vor! Es wurde 11 Uhr, es wurde Mitternacht. Da und dort sank einer zusammen und fror auf dem schneebedeckten Boden ins Jenseits hinüber. Für sie erlosch ein Leben der Qual, des Grauens
und des Entsetzens. Neben ihnen aber standen regungslos in Habtachtstellung ihre Leidensgenossen, durften sich nicht rühren und konnten ihnen nicht helfend zum letztenmal die Hand reichen, denn die Wachmannschaften der SS strichen um uns herum wie lauernde Wölfe um eine Schafherde.
Endlich fing es an zu grauen. Zwischen 5 und 6 Uhr, zu einer Zeit, wo wir sonst halb ausgeruht bereits wieder auf dem Appellplatz standen, um unser Tagewerk von neuem zu beginnen, durften wir abrücken. Eine halbe Stunde Rast zur Einnahme des Frühstücks — dann ging"s wieder auf den Appellplatz: glücklich, wer dann gleich zur Arbeit antreten konnte. Wir anderen mußten weiter stehen bis Mittag.
Erst um 1 Uhr begann auch für uns wieder die Aufnahme der normalen Arbeit.
Nie sagte man uns etwas, wenn eine allgemeine Lagerstrafe verhängt wurde. Damals sprach es sich herum, es soll ein Gefangener im Außenkommando entflohen sein — daher das Strafstehen in der Winternacht ... Gestern nun traf ich durch Zufall bei einem französischen Kommando im Saggen einen jungen Wiener in Uniform, der mit vollem Gesicht lachte und mich fragte: „Kennst du mich nicht mehr? Ich bin damals davongelaufen und bei den Engländern gelandet, als ihr stehen mußtet.“ Wo man sich überall wiederfindet!
Umbau von Gasherden
Das EWJ. teilt mit: Die heute unbenütt
Gasherde auf elektrischen Betrieb umzubaueni sicher auf den ersten Blick recht verlockend 2 Gasherd unterscheidet sich ja äußerlich nicht se vom Stromherd; Gestell und Backrohr könnt verwendet werden. Aber zum Stromherd gehö noch einige wichtige Dinge: die Kochplatten?. Heizkörper für das Backrohr, die Wärme=Jsols rung, die Regelschalter und die elektrischen? tungen; lauter Sachen die heute nicht zu beie men sind.
Wenn es aber — und vielleicht schon babwieder soweit sein wird, dann, liebe Hausf bringt Dir, wenn Du willst, das Strommännte gleich einen zünftigen Elektroherd. Bis dort helfen die Elektroindustrie und das Elektrizits werk mit Einzelkochplatten so gut es eben geh
Räumt die Schutzbauten weg!
Die verschiedenen Materialaufschüttungen# den Kellerfenster=Sicherungen stammend) bier viel Unterschlupf für Ratten und Wiesel. Erste sind nicht nur für unsere Vorräte gefährlich,se dern auch Krankheitsüberträger. Letztere räun die Bestände an Kleintieren auf, soweit sie ne ohnedies gestohlen werden. — Da die wenigenm vorhandenen Katzen für Eßzwecke zusammen fangen werden, haben Ratten und Mäuse Lauf. — Im Schulhaus=Rohbau in der Mandebergerstraße z. B. logiert eine ganze Wieselmelin=) Familie und niemand kann hier Abheschaffen.
Radio Innsbruck
Samstag, 25. August, bringt Radio Innsbrum 18.15 Uhr ein Zwiegespräch mit dem bekan ten Tiroler Gitarrevirtuosen Willy Adler gesanglichen Einlagen.
Sonntag, 26. August, 14.00 Uhr eine Kine stunde. Margit Seeber liest Tiroler Märchen Zingerle.
Sonntag, 18.15 Uhr: Dichterlesung # Leitgeb, der bekannte Tiroler Dichter, lieste eigenen Werken.
Ein- und Ausfälle
Auch wer viele Schlösser gehamstert hat, ie hinters Schloß kommen.
Beim „Volk der Dichter und Denker“ hat? Nazi=Propaganda gedichtet und das Volk sich nen Teil dabei gedacht.
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Die NSDAP war das größte Geschäftsüntermen Großdeutschlands; es hatte überall Rielagen. Diogenel