Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.49
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Tiroler Tageszeitung
Seite 3. Nr. 53
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Samstag, 25. August 1945
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Wiedereröffnung der Universität Innsbruck
Die Militärregierung hat die Wiedereröffnung aller Fakultäten der Innsbrucker Universität für Mitte September gestattet.
Die Inskriptionen beginnen an den weltlichen Fakultäten am 12. September, die Vorlesungen werden voraussichtlich am 17. September aufgenommen. Bezüglich der theologischen Fakultät wird eine Verlautbarung noch erfolgen; wahrscheinlich kann sie aber zum gleichen Zeitpunkt ihren Unterricht beginnen.
Das Vorlesungsverzeichnis wird mit aller Beschleunigung in Druck gelegt.
Schärfste Maßnahmen gegen den Schwarzhandel
Die am 9. Juli 1945 durchgeführte Razzia bei der Innbrücke hat wohl den schwarzen Markt in aller öffentlichkeit verschwinden gemacht, doch werden noch immer einzelne Versuche, diese die Volkswirtschaft auf das schwerste schädigenden Geschäfte weiterzutreiben, festgestellt. Es wird neuerdings aufmerksam gemacht, daß nicht nur das Anbie
ten solcher Waren, sondern auch der Erwerb dieser Waren mit hohen Freiheits= und Geldstrafen geahndet wird. Zur endgültigen Ausrottung dieses übels ist die Mitwirkung aller gutgesinnten Bürger durch Angabe stichhaltiger Mitteilungen an die Abteilung 1 (Preisüberwachung) des Polizeipräsidiums sehr erwünscht. M. R.
„Die Zukunft der baltischen Staatsangehörigen“
Eine Abordnung der in Tirol lebenden Angehörigen der baltischen Staaten sendet uns eine Stellungnahme, in der besonders hervorgehoben wird, daß die Nazipropaganda in den baltischen Ländern nicht den geringsten Erfolg aufzuweisen habe. Es habe sich herausgestellt, daß die deutschen „Befreier“ das Land nur von Speck, Butter, Brot und anderen beweglichen Werten „befreiten“. Auch die sogenannten „Freiwilligen“ wurden einfach mit Polizeigewalt vor die Mobilisationskommission geführt. Die Stellungnahme der Balten schließt mit der Erklärung, daß die baltischen Flüchtlinge, sobald es möglich ist, in ihre Heimat zurückwollen.
Wiederaufbau in Matrei am Brenner
Wie so viele Orte in Tirol hat auch Matrei am Brenner unter den Fliegerangriffen schwer gelitten. Relativ vielleicht nach der Gemeinde Reith bei Seefeld und der Landeshauptstadt am schwersten. Matrei, dessen Name schon im Jahre 250 als römische Niederlassung Matreium genannt wird, wurde im Jahre 1916 durch einen Brand schwer heimgesucht, dem 58 Häuser zum Opfer fie
len. Aber im Vergleich zu den Fliegerschäden war dieses Brandunglück noch gering zu nennen. Die Schäden an Wohngebäuden, gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben sind sehr schwer. Wenn auch die leichter beschädigten Gebäude größtenteils wieder hergestellt sind, so sind doch noch 35 total und 13 schwer beschädigte Gebäulichkeiten und Wohnhäuser, für die keine Aussicht besteht, daß sie vor Einbruch des Winters in einen halbwegs wohnbaren Zustand gebracht werden können.
Die größte Sorge der Gemeinde bildete die Unterbringung der 112 ausgebombten Familien. Die umliegenden Pfons, Tschöfens und Mühlbachl, aber auch die benachbarte Gemeinde Navis nahmen sich der so hart vom Schicksal Betroffenen an, von denen sich noch rund die Hälfte in den Notquartieren befinden.
Die Wiederaufbauarbeiten werden wie überall durch das Fehlen von Baumaterialien und Facharbeitern stark gehemmt. Aber auch die Tatsache, daß 27 gewerbliche Betriebe des Ortes mehr oder weniger stark beschädigt wurden, wirkt sie sehr ungünstig auf die Wiederherstellungsarbeiten aus.
Die verhältnismäßig schweren Dachschäden an der im Barock gehaltenen Pfarrkirche, der Johannes= und Heiliggeistkirche wurden durch freiwillig geleistete Arbeitsschichten der Pfarrangehörigen behoben. Wenn auch mangels Dachziegeln die provisorische Bedachung der Kirchen nur aus Brettern besteht, so können doch die Gebäulichkeiten vor Witterungseinflüssen geschützt und gottesdienstliche Handlungen vorgenommen werden. Nicht behoben sind die Schäden
an den zum Teil kostbaren Fenstern; es besteht leider keine Aussicht, diese in absehbarer Zeit zu ergänzen.
Die Brennerstraße wurde außerhalb des Ortes an drei Stellen unterbrochen, die Schäden sind aber jetzt schon wieder behoben. Die total zerstörte Verbindungsbrücke zwischen Matrei und Pfons ist ebenfalls wieder hergestellt. An der nördlich des Bahnhofes Matrei gelegenen Bahnbrücke, die auch schwere Schäden erlitt, wird noch gearbeitet. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Uferschutzbauten des Sillflusses, die wegen Hochwassergefahr noch hergestellt werden müssen.
Das malerisch gelegene, aus dem siebenten Jahrhundert stammende Wahrzeichen Matreis, Schloß Trautson, wurde gänzlich zerstört und bietet mit seinen kümmerlichen Mauerresten einen trostlosen Anblick.
Die nicht unbeträchtlichen Schäden an der Hochdruckleitung und am Stromnetz konnten glücklicherweise behoben werden. Leider macht sich ein sehr fühlbarer Brennholzmangel bemerkbar. Das Fehlen von geschulten Waldarbeitern und der Umstand, daß sich die auf Kohlenfeuerung eingerichteten Haushalte wieder auf Holzheizung umstellen müssen, bilden hier die Hauptursache.
Um das düstere Bild der schwer heimgesuchten Gemeinde zu vervollständigen, sei noch der Todesopfer gedacht. 56 kostbare Menschenleben, zum allergrößten Teil Einheimische, fielen den icht Fliegerangriffen zum Opfer. Um nur hier einen Fall herauszugreifen: Der hochw. Benefiziat Haid, der nach fast fünfjährigem Fronteinsatz glücklick in seinen priesterlichen Wirkungskreis zurückgekehrt war, fand bei einem der letzten Angriffe den Tod.
L. Tipotsch.
Todesfälle
In Innsbruck starben: Simon Taibon, Hoteldiener, 60 Jahre alt; Rudolf Schiemann, Forstingenieur, 65 Jahre alt; Rosalia Wister, geb. Ceyka, techn. Rats
witwe, 70 Jahre alt; Eleonore Macdonald=Kuehn, Sprachlehrerin, 65 Jahre alt; Josef Kugler, Hilfsarbeiter, 23 Jahre alt; Aurelius Jünger, Oberstleutnant a. D., 60 Jahre alt; Resi Kathrein, Kindergärtnerin aus Bschlabs, 21 Jahre alt; Johann Norer, Dipl.=Ing., 34 Jahre alt; Anna Knapp, Ordensschwester, 38 Jahre alt; Josefa Oberhammer, geb. Nocker, Geschäftsinhaberin, 76 Jahre alt; Rengg Josef, Tischlergehilfe, 33 Jahre alt; Kreszenz Bernhard, geb. Wild, Bundesbahnoffizialswitwe, 73 Jahre alt.
In Alt=Lichtenberg bei Linz a. D. ist am 5. Mai Soldat Albert Heiß, Oberlehrer in Sellrain, im Alter von 39 Jahren gefallen. Trauergottesdienst in Sellrain am 2. September, 9 Uhr.
Auf Grund des Art. IV des EGVG erläßt das Polizeipräsidium Innsbruck folgende Anordnung:
Die Häufung von Fahrraddiebstählen in den letzten Monaten macht es erforderlich, zur Sicherung des persönlichen Eigentums Fahrradscheine und Fahrradkennzeichen einzuführen.
Die Ausstellung der Fahrradscheine erfolgt für Innsbruck und die eingemeindeten Vororte (außer Igls) nach folgender Reihenfolge und wird im Hofe des früheren Polizeipräsidiums, Südtiroler Platz 16 (Hotel Sonne), Eingang Salurner Straße, täglich in der Zeit von 7 bis 19 Uhr durchgeführt: Anfangsbuchstabe des Besitzers:
AEI JOU am Montag, 27. August B P am Dienstag, 28. August
D T am Mittwoch, 29. August
FV am Donnerstag, 30. August
G X am Freitag, 31. August
H am Samstag, 1. September
C Ch K Ou am Montag, 3. September L N am Dienstag, 4. September
M am Mittwoch, 5. September
R am Donnerstag, 6. September
S St am Freitag, 7. September
Sch Sp am Samstag, 8. September
W am Montag, 10. September
Y 2 am Dienstag, 11. September
Zur Erfassung der Fahrräder haben sich die Verwahrer mit dem Fahrrad einzufinden, wobei ihnen der Fahrradschein ausgefolgt und am Rade das amtliche Kennzeichen befestigt wird.
Nicht fahrbare oder abmontierte Fahrräder sind nicht vorzuführen; sie müssen jedoch angemeldet werden, für dieselben werden Fahrradscheine ausgestellt. Diese Fahrräder müssen, sobald sie in Benützung genommen werden, unverzüglich dem Verkehrsamt, Polizeipräsidium Innsbruck, Sillgasse, zur übernahme des Kennzeichens vorgeführt werden.
Besitzübertragungen von Fahrrädern oder deren Bereifungen (Kauf oder Schenkung) und der Verlust von Fahrradscheinen oder Kennzeichen sind künftig bei derselben Stelle zur Anderung oder Neuausstellung des Fahrradscheines zu melden.
Bei der Erfassung der Fahrräder muß im Interesse einer raschen Abwicklung auf folgende Fragen sofort Auskunft gegeben werden können:
Marke des Rades,
Rahmennummer,
Anzahl, Zustand und Dimension der Reifen, Name, Alter und Beruf des Besitzers und allenfalls weiterer Personen, die das Rad zu Berufszwecken benützen.
Als Verwaltungsgebühr werden RM. —.50 eingehoben.
Die Nichtbefolgung der Anordnung wird gemäß Art. VII EGVG vom Polizeipräsidium Innsbruck bestraft.
Ab 12. September sind Fahrräder, die von in Innsbruck wohnhaften Personen ohne Kennzeichen benützt oder ohne zugehörigen Fahrradschein verwahrt werden, der Beschlagnahme verfallen.
Der Polizeipräsident: Dr. Junger.
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Tiroler Heimatbühne
Von Dr. Wilhelm Tepser Schon von altersher zeigen die Tiroler eine ausgeprägte dramatische Begabung. Das Laientheater hat sich in Tirol stärker und reicher entwickelt als in anderen österreichischen Bundesländern und ein großer Teil der österreichischen Dramatiker der letzten Zeit stammt aus Tirol. überall auf dem Lande fanden sich Spielbegabte zusammen und vereinigten sich zu Laientheatertruppen. Mögen es nun religiöse, patriotische oder rein unterhaltende Stücke sein, die im Mittelpunkt dieser überall im Tiroler Land gepflegten Aufführungen standen, mögen es die Passionsspiele an so manchen Orten Tirols sein, die Burggräflerspiele aus der Zeit vor dem ersten Weltkriege, die alten Pradler Ritterspiele oder irgend ein bescheidenstes Bauerntheater in einem
entlegenen Gebirgstal — sie alle liefern uns den besten Beweis für die starke natürliche und ursprüngliche Theaterbegabung des Tiroler Volkes. Manche dieser Theatertruppen verließen nie den engen Raum, in dem sie wurzeln, manche trugen den Ruhm Tirols hinaus in die österreichische Heimat und in die weite Welt.
Im Jahre 1924 schlossen sich einige theaterbegeisterte und auch theaterbegabte Handwerker zur „Tiroler Heimatbühne“ zusammen. Sie spielten zuerst in Theatersälen in den verschiedensten Orten Tirols, bis sie 1927 in Hötting eine bleibende Stätte fanden, indem beim Gasthof zum „Goldenen Bären“ ein Theatersaal angebaut wurde. Jede Woche wurde ein neues Stück herausgebracht. Das Repertoire bestand aus Werken von Schönherr, Anzengruber, Kranewitter. Pohl. Heimfelsen, Greinz und anderen Sogar Uraufführungen fanden an der Tiroler Heimatbühne statt; so
ging in diesem Theatersaale zum ersten Male Kranewitters „Totentanz“ über die die Welt bedeutenden Bretter.
Groß ist die Zahl der Wohltätigkeitsveranstaltungen, die von der Tiroler Heimatbühne für die verschiedensten karitativen Zwecke veranstaltet wurden. Für die Kinder wurden im Winter Märchen aufgeführt (diese Märchenvorstellungen werden in den nächsten Tagen wiederum aufgenommen, wodurch auch vielfachen Wünschen der Bevölkerung entsprochen wird). Die Mitwirkenden gehören den verschiedensten Berufszweigen an. Der Leiter der Bühne, Herr Pelzl, ist Lokomotivführer, Spielleiter Kopp ist Friseur, andere Darsteller sind Tischler, Monteure, Schlosser, kaufmännische Angestellte usw.
Im Jahre 1939 wurde die Tiroler Heimatbühne von den Nazibehörden kategorisch aufgefordert, dem Standschützenverband beizutreten. Eine weitere Spielgenehmigung wurde von der Annahme dieser Bedingung abhängig gemacht. Einmütig wurde diese Forderung von den Mitgliedern der Bühne, die, nebenbei bemerkt, stets unpolitisch war, abgelehnt. So mußte denn im Juni 1939 der Spielbetrieb auf Befehl der Nazis eingestellt werden. Nach dem Zusammenbruch des Nazisystems gingen die Mitglieder der Tiroler Heimatbühne. denen das Theaterspielen im Blute liegt und die es sehr schmerzlich empfanden, sechs lange Jahre hindurch nicht auftreten zu dürfen. daran, die Bühne wieder einzurichten und neu aufzubauen Aber wie sah es in dem Theatersaal aus! Von den
Kulissen war überhaupt nichts übrig geblieben. die Garderobestücke waren verschwunden. Die 5J hatte, als sie sich in Wilten ein Theater einrichtete und dafür überall zusammenstahl, die
Höttinger Heimatbühne nicht vergessen. Dank der tatkräftigen Unterstützung von verschiedenen Seiten, vor allem aber durch Landesrat Prof. Doktor Gamper, gelang es jedoch in kürzester Zeit alle Schwierigkeiten zu meistern, und am 29. Juli konnte die Eröffnungsvorstellung — Anzengrubers „G’wissenswurm“ — stattfinden. Die Aufführung stand auf beachtlicher Höhe und vor allem Spielleiter Kopp bot als Dusterer eine hervorragende Leistung. Es folgten der Bauernschwank „Die Probenacht“ von Julius Pohl und das Volksstück „Hans im Glück“. Die Probemöglichkeiten sind freilich recht beschränkt. Nach der harten Tagesarbeit müssen diese kunstbegeisterten Handwerker gleich zur Probe gehen und der Sonntag, an dem durchwegs zwei Aufführungen stattfinden, stellt an
sie die größten Anforderungen. Die schwierigste Aufgabe ist es derzeit, ein entsprechendes Repertoire zu schaffen, was im Hinblicke auf die mannigfachen technischen Schwierigkeiten wahrhaftig keine leichte Sache ist. Ernst und Heiterkeit sollen in gleicher Weise zu Worte kommen und vor allem wird man auch bestrebt sein, neue Stücke aufzuführen und bodenständigen Autoren die Möglichkeit zur Aufführung ihrer Werke zu geben.
Das große Ziel, dem alles andere untergeordnet wird, ist, dieses Theater zu einer wahren Heimatbühne werden zu lassen. Nicht bloß der Unterhaltung soll die „Tiroler Heimatbühne“ dienen, sie will darüber hinaus dazu beitragen, daß der Name Tirol wieder im alten Glanze ersteht. Dadurch, daß breitesten Schichten der Bevölkerung die besten Traditionen wahren Tirolertums vor Augen geführt werden, hilft die Bühne auch entscheidend mit an der seelischen Wiedergesundung unseres Volkes.
THEATER UND KUNST
Samstag, 25. August
Theater
Landestheater, 18.00 Uhr: „Die Zauberflöte“. „Tiroler Heimatbühne", Volksspielhaus „Gold. Bär“ Hötting, 14.30 Uhr: „Schneeweißchen und Rosenrot“
Klingenschmiedbühne (Laurinkino), 4, ½7 Uhr: „Ein Blitz aus heiterem Himmel“. — Bauernkapelle Gundolf.
Filme (Spielzeiten in Innsbruck 3, 5, 7 Uhr) Kammer: „Die gold. Stadt" (7 Uhr ausverkauft). Triumph: „Schrammeln“.
Zentral: „Orientexpreß“
Löwen: „Der ewige Klang“.
Hall: „. und die Musik spielt dazu“.
Kufstein, Egger: „Die goldene Stadt“.
Kufstein, Hirschen: „Philharmoniker“.
Sonntag, 26. August
Landestheater, 15.00 Uhr: „Jedermann“
18.30 Uhr: „Das Land des Lächelns“.
„Tiroler Heimatbühne“, 14.30 Uhr: „Schneeweißchen und Rosenrot“.
18.30 Uhr: „Die Stoanhoferin“. Klingenschmiedbühne (Laurinkino), 4, ½7 Uhr: „Ein Blitz aus heiterem Himmel“. — Bauernkapelle Gundolf.
„Das Land des Lächelns“
(Zur Aufführung im Landestheater)
In den 15 Jahren, die seit der Uraufführung von Lehars „Land des Lächelns“ vergangen sind, hat diese Operette einen Siegeszug durch die Welt angetreten, der nur noch mit der „Lustigen Witwe“ verglichen werden kann. „Das Land des Lächelns“ gehört zu den wenigen Operetten, die über ein wirklich wertvolles Libretto verfügen. Musik und Textbuch sind darin zu einem Werke verschmolzen, das uns den ursprünglichen Sinn des Wortes „Operette“, d. h. Oper in kleinerem Maßstabe, ins Gedächtnis ruft. Der Konflikt zwischen Europäertum und Chinas Leben und Seelenhaltung ist wirksam herausgearbeitet, die Librettisten haben auf das happy end verzichtet und echt dramatische Situationen geschaffen.
Die Kontrastierung der beiden Welten bietet der Musik reiche Möglichkeiten, die vom Komponisten voll ausgewertet wurden. Die Welt des Fernen Ostens findet farbenprächtigen musikalischen Ausdruck, wobei es gleichgültig ist, ob einige pentatonische Wendungen wirklich auf alte chinesische Originalmelodien zurückgehen oder in die Nähe Puccinis zu stellen sind. Die Tanzweisen sind apart instrumentiert und die weltberühmte Desdur=Arie „Dein ist mein ganzes Herz“ wurde einmal von Lehar selbst als sein glücklichster Einfall bezeichnet.
Siegfried Neßler leitete die Aufführung mit größtem musikalischen Empfinden. So war zum Beispiel das Duett „Wenn die Chrysanthemen blühen“, das sonst im dritten Akt eigentlich etwas störend wirkt, so fein gebracht, daß es sich voll in den ernsten Rahmen dieses Aktes einfügte. Robert Pleß inszenierte das Werk mit größter Sorgfalt, die wienerische Note des ersten Aktes war von vornehmstem Charakter. Die Bühnenbilder entwarf Rosemarie Struger, wobei wohl das Bild des dritten Aktes am besten gelungen war. —
Rudolf Christ sang den Sou=Chong mit seinem schönen weichen Tenor, der über reine Intonation verfügt und dem nur gelegentlich das Strahlende fehlt, mit hoher Stimmkultur. Renate Rappoldi spielte die Lisa mit natürlicher Noblesse und war auch in den dramatischen Szenen von starker Wirkung. Stimmlich gefiel sie in dem Duett „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt“ am besten. Allerliebst war Gretel Fleischner als Mi; die Reminiszenz im dritten Akt wurde von ihr sehr hübsch gesungen. Ihr echt wienerischer Partner war Vigil Breiner, während Rudolf Tlusty als Obereunuch für drastische Komik sorgte und dabei fast des Guten zuviel tat. Sehr gut gezeichnete Typen waren Gustl Pretsch als österreichischer Feldmarschall und Ernst Ullrich Bach als fanatisch=strenger
chinesischer Würdenträger.
Das Publikum nahm die Neuinszenierung dieser immer wieder gern gesehenen Operette mit größtem Beifall auf, der sich am Ende zu brausendem Jubel steigerte. Dr. Tepser.
SPORTUNDSPIEL
Fußball am Sonntag
Sportverein Silz gegen Rot=Weiß=Rot Innsbruck um 10 Uhr am Tivolisportplatz. Als Vorspiel die beiden Jugendmannschaften.
Der Haller Sportverein tritt gegen den Schwazer F. C. zu einem Freundschaftsspiel an. Spielbeginn um 15.30 Uhr am neuen Sportplatz in Schwaz; um 14 Uhr treten sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüber. Haller Schlachtenbummler treffen sich um 12.15 Uhr am Haller Bahnhof.
Ungarische Elf — Innsbrucker Sportklub
Um 15.30 Uhr treten die Ungarn am Tivolisportplatz zu ihrem zweiten Spiel an; ihr Gegner ist diesmal der Innsbrucker Sportklub, seit Wiederbeginn des Spielbetriebes ungeschlagen. Die Ungarn sind durch Hinzutreten neuer Spieler. besonders des bekannten Nagy (Ferencvaros) wesentlich stärker und schlagkräftiger geworden. In ihren Reihen befinden sich nun fünf Spieler der ersten ungarischen Liga, vier Spieler der zweiten und nur zwei der dritten Klasse. Da sie noch dazu bis zur letzten Minute mit größtem Eifer und äußerstem Einsatz kämpfen, darf man am Sonntag mit Recht ein spannendes und schönes Spiel erwarten. — Im Vorspiel um 13.30 Uhr treffen sich Sportklub kombiniert und IAC. komb"niert. Die Spiele finden bei jeder Witterung statt.
Fußball in Schwaz
Am 19. August spielte der F. C. Schwaz gegen eine französische Elf und gewann 5:3.