Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.51
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Herausgegeben von den französis
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stummer 56 7 1. Juhrgang
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die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „E. T.“, Innsbruck,
Undreas-Hofer-Str. 4. — Deuck: Eprolia, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4
Montag, 27. Kugust 1945
Der richtige Weg
Der Hitlerfaschismus hat alle Österreicher unterdrückt, die sich nicht verpreußen lassen wollten. Die Gestapo verfolgte nicht nur die revolutionären Arbeiter und die bewußt katholischen Bauern, sondern auch den fortschrittlichen Unternehmer, nicht nur den Intellektuellen, der sich für das Menschenrecht einsetzte, sondern auch den Geistlichen, der die menschliche Würde höher stellte als die kannibalischen Theorien der Nazis. Sie alle, die früher so oft erbittert gegeneinander gestanden waren, haben in den Jahren der Diktatur aufwühlende Erfahrungen gesammelt.
Die Aktivsten unter ihnen, die wegen ihres unablässigen Widerstandes in die Gefängnisse und Konzentrationslager geworfen wurden, lernten sich hier kennen und achten. Immer wieder bewegte sie die Frage, weshalb es so gekommen war und welche Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen wären. Eine der wichtigsten Antworten, die sich herauskristallisierten, war die Erkenntnis, daß Hitler österreich nur unterjochen konnte, weil es ihm gelungen war, die demokratischen Kräfte unseres Volkes zu spalten und gegeneinander auszuspielen.
Alle wirklichen Antifaschisten sind sich deshalb einig in dem Entschlusse: Das darf sich niemals wiederholen!
Gewiß trennt den Kommunisten manches vom demokratischen Geistlichen oder dem demokratischen Anhänger kapitalistischer Wirtschaftsmethoden. Doch das Trennende ist im Vergleich zu den gemeinsamen Leiden der letzten Jahre sehr, sehr gering geworden. Viel entscheidender ist, daß wir vor allem österreicher und Demokraten sind, daß wir uns einig sind in der Auffassung, daß ein Lben ohne Freiheit und Recht nicht wert
Die ARRRA=Hilfe für Österreich
London, 26. August. Die Wirtschaftslage Österreichs ist vom Generalstab der URRRA eingehendst studiert worden. Die bestehenden Fragen sind klar erkannt. Maßnahmen für den Einsatz der UNRRA in Österreich sind bereits getroffen. Den Bestrebungen der UNRRA, Hilfe zu leisten, werden durch die Schwierigkeiten des Verkehrsnetzes in Europa große Hindernisse bereitet, die auch die Verteilung von Bekleidung und wichtigen Bedarfsgegenständen, die in Vorratslagern bereitliegen, verzögern. Mit der Durchführung der Hilfsaktion wird sobald wie möglich begonnen. Der französischen Zone
soll Oberst Lathan in Innsbruck vorstehen.
Die Regierung Renner dankt der UNRRA
Wien, 26. August. Die provisorische Regierung hat in einer Entschließung die Hilfe der UNRRA dankend begrüßt.
Der Papst würdigt das Werk der UNRRA
Vatikanstadt, 26. August. Papst Pius XII. erklärte beim Empfang von Vertretern der URRRA, diese internationale
Hilfsorganisation pflege ein wahrhaft edles Werk.
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Achtung! Südtirol!
Freunde Südtirols! Wir brauchen sofort leihweise einschlägige Schallplatten, das heißt Aufnahmen von Chören, Liedern, Märschen usw., die irgend ein Südtiroler Thema zum Gegenstand haben. Diese Schallplatten wären möglichst bis heuteabend in der „Landesstelle für Südtirol“ abzugeben (sie befindet sich Maria=TheresienStraße 36, im Stöcklgebäude). — Für die übernommenen Platten wird eine Empfangsbestätigung ausgegeben. Ende der Woche sind sie wieder zu beheben. Die Leihe erfolgt für einen äußerst wichtigen Zweck und unter voller Garantie!
Eröffnung der Internationalen Hochschulwoche in Alpbach
ist, gelebt zu werden, und daß die Aufgaben des Wiederaufbaues unserer Heimat nicht darauf warten können, bis ein Idealzustand verwirklicht ist, sondern erfordern, daß alle österreicher ohne Unterschied der Partei sofort an die Arbeit gehen!
Deshalb haben sich die demokratischen Parteien unbeschadet aller unterschiedlichen Weltanschauungen in der „Kampfgemeinschaft der demokratischen Parteien“ zusammengefunden. Diese demokratische Einheit ist nun allen faschistischen und reaktionären Elementen ein Dorn im Auge; die führende Nazielique und ihre Helfershelfer lassen kein Mittel unversucht, um sie wieder zu spalten. Ich betone „führende Nazi=Clique“, weil man heute nicht mehr schlechthin von „Nazis“ sprechen sollte. Die führende Nazi=Clique — darunter verstehen wir die Gau=, Kreis= und Ortsgruppenleiter, die Gestapoagenten und freiwilligen SS=Schergen, aber auch die Geldgeber, die den Landesverrat der Illegalen finanzierten, später von der Rüstung und Ausplünderung Europas maßgebend
profitierten und ihre Gewinne im Schwarzhandel anlegten. Diese kleine Clique von Volksfeinden sucht sich auch heute noch hinter ihren „Beziehungen“ zu verschanzen. Aber unter den anderen NSDAP.=Mitgliedern befanden sich viele, die nur gezwungen beigetreten waren, um ihre Familien nicht zu gefährden, und die innerlich nie da
der e. . bew. den Schwindel bald durchen, aber keine Möglichkeit hatten, wieiszutreten. Ihre Männer, Söhne und Brüder sind ebenso gefallen wie unsere, sie verloren ihr Hab und Gut genau so wie wir, sie durften den Mund genau so wenig aufmachen wie wir. Deshalb haben sie die deutsche Fremdherrschaft und den ganzen Hitlerkrieg zum Schluß genau so verwünscht wie alle anständigen Österreicher. Solchen Mitbürgern gegenüber wollen wir keine kleinliche Politik der Rache betreiben, sondern ihnen die Möglichkeit zur Mitarbeit bieten.
Zuweilen trifft man auch in den Reihen der demokratischen Parteien Menschen, die sich über die Notwendigkeit der aufrichtigen Zusammenarbeit noch nicht genügend klar sind. Sie sind meist gute österreicher. Aber wenn man mit ihnen spricht, hat man das Gefühl, daß ihre Ansichten und ihr ganzer Wortschatz aus dem Jahre 1932 stammen, daß sie aus den bitteren Erfahrungen der letzten elf Jahre noch immer nichts gelernt haben. Solche Parteigänger, für die das Leben gewissermaßen erstarrt ist, finden sich in allen Parteien, und die aufbauwilligen, jun
Innsbruck, 26. August.
Ein wolkenloser, azurblauer Himmel wölbte sich über einem der lieblichsten und von der Welt am wenigsten berührten Täler von Tirol, dem Alpbachtal. Und in dem alten, schönen Bergdorf Alpbach fand die Eröffnung des Österreichischen Colleges und damit der internationalen Hochschulwochen statt.
Vor dem schon 1517 gegründeten und damit wirklich Tradition aufweisenden Hotel „Bögler Hof“, das für die Dauer der Hochschulwochen zum Hauptsitz des Österreichischen Colleges auserwählt wurde, wehten die Fahnen der Länder Österreich, Frankreich, USA., England, Rußland und der Schweiz. Nach dem Willkommenstusch der Alpbacher Bauernkapelle wurde der oberste französische Abgeordnete, Colonel Thomazo, sowie sein Adjutant, Hauptmann Hickl, von den österreichischen Leitern des Colleges, den Herren Otto Molden und Doz. Dr. Moser, herzlich begrüßt und darauf begaben sich Professoren sowie Studenten und die Militärvertreter in den Saal des Hotels „Post“, wo die offizielle Empfangsfeier stattfand. Zu Beginn der Feier ergriff Herr Otto Molden das Wort,
indem er eine besonders herzliche Begrüßung an die Ehrengaste des Colleges richtete; vor allem gab er seiner Freude über die Anwesenheit des französischen Führers der Studentenschaft sowie des Herrn Prof. Dr. Susini Ausdruck, wobei er betonte, daß er glaube, hoffen zu dürfen, daß der Herr Professor nicht nur als Gast, sondern auch als Freund in der Mitte des Österreichischen Colleges weile. Als besonders freudig überraschendes Ereignis würdigte er das auf so schwierige Weise zustande gebrachte Kommen von drei Abgesandten aus Südtirol.
Als Zweiter ergriff der Rektor der Innsbrucker Universität, Dr. Brunner, das Wort und führte den Studenten ihre Aufgabe des zielbewußten Strebens, das immer unter dem Leitstern Österreichs in der Welt seinen Rang einnehmen soll, vor Augen.
Dann sprach Colonel Thomazo. Er drückte seine Freude über die Ehre aus,
einem so bedeutungsvollen Tage als Vertreter des Herrn Generals Bethouart und Sr. Exz. Gouverneurs Voizard als oberster Abgesandter der französischen Militärregierung vorstehen zu dürfen. Er stellte es als besonders freudig zu begrüßende Tatsache hin, daß schon so wenige Wochen nach dem Ende dieses Krieges die Jugend so vieler Länder zusammengekommen ist, um die höchsten Fragen der Erziehung und überhaupt der menschlichen Bildung zu erörtern und zu studieren, und damit einen Weg sucht, um zur höchsten Stufe emporzusteigen. „Die ganze Menschheit", so sagte Colonel Thomazo, „schaut auf diese Jugend, die jetzt hier vertreten ist. In den nächsten Tagen werden hier hervorragende Männer des Geisteslebens zu Ihnen sprechen und ich bin
überzeugt, daß, wenn jeder sein Bestes dazu beiträgt, aus dieser Veranstaltung der Hochschulwochen nur Gutes für österreich und die Welt entstehen kann.“ Freudigen Widerhall fanden bei den Zuhörern die Grüße, die der Sprecher der Schweizer dem Österreichischen College von den Schweizer Studenten und sämtlichen Schweizer Jugendorganisationen übermittelte und die die herzliche und freundschaftliche Anteilnahme gerade der Schweiz an
dem Schicksal österreichs kennzeichneten. Ein Quartett des Innsbrucker Symphonieorchesters spielte Variationen von Haydn; den Abschluß der Feier bildete die von Herrn Sundt vorgelesene „Rede über Österreich“ von Anton Wildgans. So gipfelte also die erste auf dem umfangreichen Programm der College=Wochen angesetzte Feierstunde in der einmütigen Erkenntnis der Dozenten= und Studentenschaft über die Richtigkeit des gesteckten Zieles, nämlich den Grundstein zu legen für eine neue geistige Entwicklung und Blüte des akademischen Nachwuchses der ganzen Welt, wobei es uns besonders beglücken darf, daß dieser Grundstein gerade hier in Österreich gelegt wird.
Wahlen in Italien noch in diesem Jahre
Rom, 26. August. Noch vor Ende dieses Jahres werden, wie die Regierung ankündigt, die Wahlen stattfinden.
Schweizer Kredit für Italien
Der Schweizer Rundfunk meldet, daß die Schweiz Italien Kredite in der Höhe von 18 Millionen Schweizer Franken zum Ankauf von Waren aus der Schweiz gewährt hat. Es soll das eine Hilfe für den Wiederaufbau Italiens sein.
General de Gaulle an die amerikanische Presse
Washington, 26. August. General de Gaulle äußerte sich in einer Pressekonferenz sehr optimistisch über die Fortsetzung einer wirtschaftlichen Unterstützung aus Amerika. Er sagte: Von der Geschwindigkeit, mit der die Kohlengruben des Ruhrgebietes wieder in Betrieb genommen werden, hängt das Tempo des Wiederaufbaues in Westeuropa ab. Frankreich denke nicht daran, deutsches Gebiet zu annektieren, wohl aber wünsche es eine Kontrolle über jene Gebiete, die seit 2000 Jahren als Einfallstor nach Frankreich verwendet wurden. General de Gaulle betonte, daß einige Anderungen der Grenzen des franzosischen Besatzungsgebietes auf dem linken Rheinufer notwendig seien.
gen Kräfte werden mir beipflichten, wenn ich sage, daß die Auseinandersetzung mit diesen „Erstarrten“, die unbewußt die Geschäfte des Faschismus besorgen, zu den schwersten Aufgaben zählt. Wir alle müssen begreifen, daß jetzt für Sektierertum kein Platz ist. daß wir die Aufgaben der Gegenwart nur lösen können, wenn wir eine möglichst breite Volkseinheit verwirklichen. Das Beispiel des „österreichischen Gewerkschaftsbundes“, den Sozialdemokraten, Kommunisten und Volksparteiler gemeinsam begründet haben, sollte nicht das einzige bleiben, sondern auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens Nachahmung finden. Sport zum Beispiel ist eine Sache der Sportler und nicht eine solche der Parteien. Auch die Jugend hat gemeinsame Interessen. Nie wieder wollen
wir erleben, daß sich Jugendliche in parteipolitischer Zerklüftung in den Schulen und auf den Straßen befehden, sondern ihre Erziehung soll auch außerhalb der Schule österreichisch und demokratisch sein. Gemeinsam sollen sie lernen und arbeiten, wandern und Sport treiben, tanzen und singen. Wenn sie sich dann später für eine der politischen Parteien entscheiden, werden die gemeinsam erlebten Stunden auch jene verbinden, die getrennte Wege gehen, und werden so verhindern, daß
die politischen Gegensätze in einer vergifteten Atmosphäre ausgetragen werden.
Keiner von uns darf müde werden, immer wieder für die aufrichtige und vorbehaltlose Zusammenarbeit einzutreten. Ein Parteienstreit im Stile von 1932 wäre Wasser auf die Mühlen der faschistischen Reaktion, ganz abgesehen davon, daß unser Volk nicht das geringste Verständnis dafür hätte. Deshalb werden wir uns hüten, uns den Feinden des österreichischen Volkes zuliebe über Weltanschauungen zu streiten, sondern alles Trennende zurückstellen, um die Aufgaben der Stunde zu meistern.
Solche Zusammenarbeit verlangt viel guten Willen und die Bereitschaft sowohl zu taktvoller Kritik als auch dazu, ein freimütiges Wort zur Kenntnis zu nehmen. Diese Zusammenarbeit von Volksparteilern und Kommunisten, von Sozialdemokraten und Parteilosen ist etwas vollig Neues, ist ein Weg, der früher nicht beschritten wurde und auch nicht beschritten werden konnte. Es ist das kein bequemer Weg, sondern ein mühseliger. Aber es ist der einzige Weg, der zum Ziele führt: zu einem freien und demokratischen Tirol in einem freien und demokratischen österreich!
Josef Ronczay, Landesrat.
Er glaube fest daran, daß die alte Freundschaft zwischen Frankreich und Italien wieder aufleben könne und daß über schwebende Angelegenheiten zwischen den zwei Ländern, möglicherweise schon in der nächsten Zeit, eine Einigung erzielt werden kann. Am Schlusse sagte er, daß die französischen Kolonien in Afrika diesmal zum erstenmal an den Wahlen teilnehmen werden.
Aufhebung der Brotrationierung
Paris, 26. August. Wie der französische Ernährungsminister mitteilt, wird die Brotrationierung in Frankreich von Oktober ab aufgehoben.
Nachrichtenvermittlungsstelle
für Kriegsgefangene
Genf, 26. August.
Das internationale Komitee vom Roten Kreuz teilt mit: An den letzten Fronten des zweiten Weltkrieges ist das Zeichen zum Ende gegeben worden. Nun muß den Millionen Obdachlosen, die in Sammellagern zusammengefaßt sind, die Rückkehr in ein normales Leben ermöglicht werden.
Es steht aber noch eine weitere schwer zu bewältigende Aufgabe vor uns: eine Vermittlungsstelle zur übermittlung der Nachrichten und Botschaften von Gefangenen und Flüchtlingen an ihre Familien und umgekehrt zu schaffen.
Der politische Verater des
MarClark
Wien, 25. August. John Erhart wurde mit dem Range eines Ministers zum politischen Berater des Oberbefehlshabers der amerikanischen Streitkräfte in Österreich ernannt. John Erhart hat eine 25jährige diplomatische Laufbahn in Griechenland. Frankreich, Deutschland, England und Italien zurückgelegt. In Washington leitete er eine Zeitlang eine der wichtigsten Abteilungen des Außenamtes.