Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:8

- S.59

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Herausgegeben von den französi
Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str. 4
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die österreichische Bevölkerung
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. C.“,
Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Donnerstag, 30. August 1945
4500 Tonnen Weizen aus Frankreich
für Tirol
Die französische Regierung hat während der letzten Zeit eine Sendung von 4500 Tonnen Weizen für die Bedürfnisse der Bevölkerung von Tirol zur Verfügung gestellt. Dank dieser Hilfe ist die Verbesserung der Qualität unseres Brotes sowie die Erhöhung der Brotration möglich geworden. Cinimnmimmmumnmnmmmmmmnmummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmnm
Die neuen Friedensverträge
Der kommende 10. September wird ein wichtiges Datum sein. An diesem Tage sollen, soweit es bisher festgesetzt ist, die Botschafter der Großmächte in London zusammentreten, um in einer Reihe von gemeinsamen Beratungen die Friedensverträge vorzubereiten. Dieses Verfahren weicht von dem Vorgang, den man in den Jahren 1918/1919 einhielt, sehr wesentlich ab. Damals waren es die leitenden Staatsmänner selbst, die sich
Massenerscheinungen zurückgedrängt werden sollen. Diese ganze Ordnung soll, wie wir schon erwähnten, durch die wirtschaftliche und militärische Kraft ihre wirksamste Festigung gegen kriegslüsterne Angreifer erhalten.
Die bevorstehenden Friedensverträge werden also nichts anderes sein als Ausfüh
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rungs= und Durchführungsbestimmungen des Weltsicherheitsvertrages. Es wird bei ihnen also vor allem darauf Bedacht genommen werden, die Reibungsflächen künftiger Konflikte zu beseitigen. Möge diese so klar bezeichnete Wegrichtung die müde und gepeinigte Menschheit zu einer neuen, schöneren Zukunft geleiten. Dr. Anton Klotz.
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gemöß ihrer Absicht die Ordnung
der Welt hervorgehen sollte. Man verwendete damals sohr viele Mühe darauf, die Einzelheiten der neuen Friedensinstrumente auszuarbeiten, die man dann in die notdürftige Hülle des Völkerbundstatutes steckte.
Belehrt durch die seither gewonnenen Erfahrungen und bereichert durch die Eindrücke derletzten schweren Jahre. hat man diesmal den Grundsatz der Weltsicherheit an die Spitze jener Bemühungen gestellt, durch wel che das Verhältnis zwischen den Staaten und Völkern für eine — so wollen wir hoffen — lange Ara auf Grund eines erträglichen Recht=zustandes, für dessen Aufrechterhaltung sich die Macht der Weltreiche verbürgt. geklärt und geregelt werden soll. Der Weltsicherheitsvertrag, der durch lange Verhandlungen vorbereitet wurde, ist während der letzten Wochen von den wichtigsten Staaten ratifiziert worden. Er ist, nach vielen Versuchen den kriegerischen Auseinandersetzungen den Boden zu entziehen, die erste brauchbare und vielversprechende Lösung.
Schon um die Jahrhundertwende hatte man für die Beilegung internationaler Streitigkeiten ein Schiedsgerichtsverfahren ersonnen. Der Haager Schiedsgerichtshof hat wohl in kleinen Angelegenheiten eines verdienstvollen Schlichtungsamtes walten können. Seine Autorität war jedoch zu gering, um gefähr lichere Stürme zu beschworen. Das Völkerbundstatut bedeutete gewiß einen Fortschritt. Seine Fundamente waren jedoch zu schwach. eine starke Organisation des Friedens zu tragen. Seine Satzungen verpflichteten nur jene Staaten, die ihm freiwillig als Mitglieder angehörten. Wollte man sich diesen Satzungen entziehen, so erklärte man einfach seinen Austritt. Der Mechanismus des Völkerbundes konnte erst in Gang gesetzt werden, wenn irgendwo die Kriegsfackel
schon hell aufloderte und dieser Mechanismus hatte so wenig Druck, daß er auch einen kleine ren Brand nicht zu löschen vermochte. Die Sanktionen vermochten das vorwärtsstürmende Tempo eines Angreifers wohl zu verzögern, aber nicht ernstlich abzubremsen.
Ganz anderer Art ist der neue Weltsicherheitsvertrag. Er schafft eine Pflichtorganisation der Staaten. Ein Staat, der ihr nicht angehört, steht gleichsam im Strafwinkel. Die wesentlichste Neuerung scheint uns jedoch die völlige Aufgabe des sogenannten Nichtinterventionsprinzipes zu sein. Bisher galt die Anschauung, daß kein Staat sich in die Angelegenheiten eines anderen einmischen dürse, und zwar auch dann nicht, wenn es sich um Entwicklungen handle, die zu interna tionalen Verwicklungen hinführen müßten. Von diesem verhängnisvollen Beiseitestehen will man in Zukunft nichts mehr wissen. Die neue Ordnung der Sicherheit will nicht erst warten, bis irgendwo eine Kriegsgefahr entsteht, sondern sie schafft Einrichtungen, welche die inneren wie die äußeren Ursachen
von Kriegen ausschalten sollen. Wir nennen nur zwei der wichtigsten dieser Mittel, welche eine allgemeine Beruhigung bewirken sollen. Das eine ist die verpflichtende Anerkennung der natürlichen Menschenrechte durch alle Staaten. Das andere ist die allmähliche Herbeiführung eines solchen wirtschaftlichen und sozialen Niveaus in allen Ländern der Welt, daß Elend und Not als
Neuestes vom Tage
Der Oberbefehlshaber der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland befiehlt die Registrierung aller ehemaligen deutschen Offiziere vom Rang des Leutnants aufwärts, aller Angehörigen der SS. und SA., der Gestapoleute und der Mitglieder der NSDAP.
Nach einer Meldung von „United Preß“ hat die Viermächtekonferenz den Beschluß gefaßt, einer Inflation in Deutschland durch Festsetzung eines Höchstmaßes für den Druck von Besatzungsmark zu steuern.
In Hallein wurde der langjährige Adjutant von Rudolf Heß, der 39jährige SS.=Oberführer Herbert Stenger verhaftet.
Die Bevölkexung Berlins beträgt nach Meldungen des Senders Berlin nicht ganz 3 Millionen Menschen.
Im Lande Salzburg wurden bis heute 95 Nazibürgermeister verhaftet.
Oberst Jefferson, der Leiter des Wiedergutmachungsamtes der Vereinigten Staaten, erklärt, daß Deutschland seine Reparationsschuld an die Vereinigten Nationen bis zum 15. Februar 1948 beglichen haben muß.
Die Bevölkerung Berlins beträgt zurzeit nicht ganz 3 Millionen Menschen.
In Paris wird amtlich eine Erhöhung der Rationen bekanntgegeben, die trotzdem noch gering sind Im September wird die Fleischration von 100 auf 150 Gramm pro Woche erhöht werden. Arbeiter und Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren werden wöchentlich 250 Gramm erhalten. Auch die Zuckerration für Kinder bis zum 12. Lebensjahre wurde von 500 auf 625 Gramm in der Woche erhöht.
Eröffnung der Internationalen Hochschulwoche in Alpbach. Oberst Thomazo und Oberst
Hichel werden von den Leitern derselben empfangen.
(Landesbildstelle: Photo Demanega)
Wiener Bilder
Vor uns liegen eine Reihe von Meldungen, die ein recht interessantes Bild über die Verhältnisse in Wien darbieten. Die Gasversorgung für Wien soll noch vor Anbruch des Winters wieder hergestellt wer den. Reines Erdgas und Koksgas werden gemischt, um die Belieferung zu sichern.
In den Landesteilen, welcher der provisorischen Regierung unterstehen, befinden su derzeit rund 4400 beschädigte Güterwagen, von denen 2100 in Monatsfrist in den Eisenbahnwerkstätten wieder hergestellt und dem Verkehr zugeführt werden sollen. 1600 Wagen werden der Privatindustrie zugeführt. Von den restlichen siebenhundert sind nur Bestandteile verwendbar. Von 250 beschädigten Lokomotiven sollen monatlich 2 instandgesetzt werden. 100 Lokomotiven, die sich bereits im Betrieb befinden, sollen auf Ölfeuerung umgestellt werden. Dadurch würden täglich 500 Tonnen Kohle eingespart Der Wert dieser Ersparnis wird offenbar, wenn man bedenkt, daß mit 1.5 Tonnen Kohle täglich die Wiener Gaswerke die ganze Stadt mit Gas versorgen könnte oder daß 80
Tonnen Kohle täglich genügen würden, um in den größten Glasfabriken Österreichs,
die wegen Kohlenmangels stilliegen, genügend Fensterglas herzustellen, um ganz Wien in kurzer Zeit damit zu versorgen.
Die Bezirksgerichte nehmen ihre Tätigkeit wieder auf. Die Fülle der Strafakten ist groß, die Zahl der Richter gering.
* Ein Illegaler, der als Amtsdiener im Ministexium des Innern die Geheimerlässe er Regierung an die Nazi weitergegeben jatte und der außerdem sich aus persönlicher zehässigkeit Denunziationen zuschulden ommen ließ, wurde zu 18 Jahren schweren kerkers verurteilt.
Das Wiener Delogierungsgesetz jegen Nazi, die Funktionäre waren, und jegen Nichtnazi, welche die Partei durch Zu
wendungen u. dgl. gefördert haben, erstreckt lich nicht bloß auf die Wohnungen, sondern auch auf die Möbel. Die Betroffenen dürfen nur soviel an Einrichtungsgegenständen aus der Wohnung fortschaffen, als sie zur notwendigen Einrichtung einer Ersatzunterkunft benötigen. Nazi können auch von der Gemeinde aufgefordert werden, ihre Wohnung binnen zwei Wochen gegen eine andere ihrem Hausstande entsprechende zu tauschen.
Tanzlokale sind in der letzten Zeit wie Pilze aus dem Boden hervorgeschossen.
Die Polizei soll streng darauf achten, daß keine Beeinträchtigung der Arbeitszeit mit dem Tanzbetrieb verbunden ist. Sie wird gegen Personen ohne Arbeitsnachweis streng einschreiten.
Die Wiener Kinos zeigten soeben zum erstenmal wieder eine österreichische Wochenschau. Die von dem bekannten Kameramann Eduard Hösch gegründete „Donaufilmgesellschaft“ beginnt in den nächsten Tagen in den Ateliers auf dem Rosenhügel mit der Dreharbeit zu zwei Kabarettfilmen, bei denen Paul Hörbiger, Maria Andergast usw. mitwirken. Hernach sollen Spielfilme gedreht werden. (L5K.
Die Textilindustrie in österreich
In einer Darlegung über die derzeitige Lage der österreichischen Textilindustrie wird ausgeführt, daß die Betriebe zum Teil gut erhalten sind. Insbesondere trifft das für Tirol zu. Auch die Frage des Rohmaterials würde nicht die größten Schwierigkeiten verursachen, denn die Werke in Lenzing erzeugen ausreichend Zellulose, um den Bedarf der amerikanischen, der französischen und wahrscheinlich auch von Teilen der russischen Zone zu befriedigen. Es ist auch noch ein nicht unbedeutender Vorrat von Wolle und beigemischter Wolle vorhanden, ebenso ein solcher von Flachs und Leinen. Schwierigkeiten bereiten jedoch die Kohlenfrage, der Arbeitermangel und die übermäßig große Nachfrage nach Textilwaren.
Interessiert Sie das?
Zigaretten, die neue Währung Westeuropas
Ein Reuter=Bericht aus der britischen Besatzungszone Deutschlands stellt fest, daß Zigaretten und Schokolade in Westeuropa das gebräuchlichste Zahlungsmittel geworder seien. In Berlin zahlt man für eine Zigarette fünf englische Schilling, in Amsterdam zwei englische Schilling und 75 Groschen, in Brüssel wie in Paris vierzig bis sechzig Groschen. Das Tauschen von Zigaretten ist von den alliierten Kommandostellen jetzt aber verboten worden.
Ein neuartiges Musikinstrument
Vor einigen Tagen kam in Krumpendorf am Wörthersee in Kärnten vor englischen Offizieren ein neuartiges Musikinstrument zur Vorführung. Das Musikinstrument ist in seinem Aufbau und in seiner ganzen Art durchaus neu und originell. Seine Tonerzeugung ist eine rein elektrische, d. h. die Töne werden nicht wie bei anderen Instrumenten 1durch schwingende Körper, wie Saiten, Zun
gen, Orgelpfeifen usw. erzeugt, sondern in Radioröhren und Lautsprechern. Das Instrument besteht aus einem Spieltisch in Größe eines kleinen Spinetts mit zwei Klaviaturen, einem mehrfach unterteilten Schwellpedal, Verstärker und Lautsprecher. Auf jeder Klaviatur können drei Solostimmen, in Klangfarbe und Lautstärke von einander unabhängig, gespielt werden, so daß mit beiden Händen ein freies, dynamisches, vielstimmiges Musizieren möglich ist, die Klangfarben sind weitgehend veränderlich, vom zartesten Streicher= und Holzbläser= bis zum schärfsten Trompeten= und Posaunenklang. Die Spielweise ist die gleiche wie die anderer Tasteninstrumente und bietet einem Pianisten oder Orgelspieler nach kurzer Einspielzeit keine Schwierigkeiten. Die Kosten des
Instrumentes belaufen sich bei serienmäßiger Herstellung etwa auf die eines Flügels. Der Bau des „Instrumentes wurde auf Anregung Klagenfurter Kreise von dem Erfinder Bruno Helberger aus St. Veit begonnen und nach fast zweijähriger Arbeit fertiggestellt. über 1700 Einzelteile mußten mit
der Hand hergestellt werden und viele Versuche technischer und akustischer Art waren nötig, um dieses für die Entwicklung der ausübenden Musikkunst interessante Instrument fertigzustellen. Es ist beabsichtigt, das Helbergersche Musikinstrument in der öffentlichkeit zu zeigen und sobald als möglich die Fabrikation in Kärnten aufzunehmen.
Neue Erfindungen und Enideckungen
Anläßlich der wissenschaftlichen Beobachtung der diesjährigen Sonnenfinsternis haben britische Wissenschafter wichtige neu erfundene Apparate verwendet und sehr bedeutende Entdeckungen gemacht.
Flugzeug rammt den höchsten Wolkenkratzer
Im Stadtzentrum von New York stieß ein zweimotoriges Militärflugzeug in nebeligem Wetter gegen den höchsten Wolkenkratzer der Welt, der 102 Stockwerke hat. Das Flugzeug prallte gegen das 79. Stockwerk an. Es explodierte und stürzte brennend in die 33. Straße ab. Elf Stockwerke des Wolkenkratzers wurden in Brand gesetzt.