Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:9
- S.29
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siummer 72 / 1. Jahrgang
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „L. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Freitag, 1h. September 1943
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Wir alle sehnen uns nach Rückkehr zu normalen Lebensverhältnissen. Wir verstehen darunter: unser Heimatland Österreich von feindlichen Einflüssen zu befreien; unser poltisches Leben auf den Grundsätzen der grosen Demokratien aufzubauen und unsere Birtschaft in die Bahnen eines gesunden Güteraustausches zu lenken. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir zahlreiche Hindernisse beseitigen, mussen wir alle Kräfte unseres Landes zusammenhalten und uns nicht vom richtigen Wege abbringen lassen. Der einstimnige Wunsch aller Österreicher ist Ruhe und übeit, um alle Wunden zu heilen und sich selbst wiederzufinden.
Dies ist auch im allgemeinen der übereinstimmende Wunsch aller politischen Parteien, wie er aus ihren Programmen und den Außerungen ihrer führenden Politiker hervortritt.
Trotzdem betrachtet mancher österreicher die Arbeit der Parteien und deren Werben um Anhänger mit gemischten Gefühlen. Man stägt sich: Ist dies wieder ein Anzeichen kommender Uneinigkeit und Zersplitterung, ein Abwenden von der reinen Vaterlandsidee? Wer denkt nicht mit Bitterkeit daran, daß gerade der unselige Parteienhader dem Nationalsozialismus Wasser auf die Mühle war? Dieser gab uns dann ein absichtlich verzerrtes Bild der Demokratie, indem er diese Verfassungsform als überholt darstellte und durch willkürlich ausgewählte Beispiele vom Lersagen der demokratischen Einrichtungen afein Versagen der Demokratie überhaupt
(Ghloß.
die Demokratie hat nicht versagt, es waren die Politiker, die die demokratischen Freiheiten für ihre selbstsüchtigen Zwecke zu mißbrauchen trachteten! IIn den großen demokratischen Staaten bt es jedoch auch Politiker, sehr tüchtige sgar, auch politische Parteien, aber diese gehen alle von dem Grundsatz aus, daß gevisse Rechte und Tatsachen in der Demokraie völlig selbstverständlich sind, wie die Achuung vor den grundlegenden Menschenrechten die Gleichheit aller Staatsbürger ungeachtet ihrer Religion, Rasse und Herkommens, die Freiheit der Meinungsäußerung und die Anerkennung der Rechte einer Minderheit oder Opposition. Wohl prallten auch dort die Ansichten oft hart auf hart aufeinander; wenn es aber für das Gemeinwohl nötig war, wie in Zeiten von Krisen
oder des Krieges, tritt jede private Meinung, jede Parteidoktrin zuruck; es fanden sich die führenden Männer, die jene freien Völker durch alle Fährnisse des Krieges zum Siege führten. In solchen Zeiten wurde alles vermieden, was die gemeinsame Anstrengung des ganzen Volkes beeinträchtigen konnte. Das war möglich, weil diese Völker mit alten demokratischen überlieferungen in gegenseitiger Rücksichtnahme geschult sind, weil sie den Wert eines Kompromisses schätzen gelernt haben.
Die Einmütigkeit aller Parteien in der Südtiroler Frage zeigt, daß es auch in Österreich möglich ist, Trennendes zurückzustellen, denn es das Gemeinwohl erfordert. Das nüßte auch in allen anderen Belangen so sein.
Es wäre gefährlich, wenn in der Besetzung der Stellen in Staat und Wirtschaft wieder jener unselige Parteien=Proportionalismus sein Unwesen zu treiben begänne, der nicht auf die fachliche Leistung, sondern auf die zugehörigkeit zu einer bestimmten Partei Wert legt!
Nur ein völlig geeintes österreich kann stark genug sein, um gemeinsam mit der Militärregierung die vielen (ja fast alle!) Probleme des Landes einer befriedigenden Lösung zuzuführen.
Daher ist es klug, zugunsten unserer wiedererstandenen und aufzubauenden Heimat den Streit der Meinungen vorläufig zurückzustellen und sich nicht schon ietzt Positionen auf Kosten der Gesamtheit sichern zu wollen. Das österreichische Volk wird rechtzeitig Gelegenheit haben, seine Stimme auf Grund freier Wahlen geltend zu machen. Bis dahin müssen aber die Grundlagen unseres Staates schon geschaffen sein, bis dahin müssen wir österreicher durch unermüdliche Arbeit zeigen, daß wir den richtigen demokratischen Geist in uns aufgenommen haben. Demokratisierung heißt nicht einzig und allein Wie
Die Friedenskonferenz in
Die Eröffnungssitzung
London, 12. September.
Die Konferenz der Außenminister der fünf Großmächte wurde gestern in London eröffnet. Den Vorsitz führte als Vertreter des Gastlandes der englische Außenminister Ernst Bevin. Der amerikanische Außenminister Byrnes hatte bereits am Vortage mit Mitgliedern aller vier Delegationen über zahlreiche Fragen Fühlung genommen. Eine genaue Tagesordnung der Konferenz wird nicht bekanntgegeben, da Byrnes eine solche Veröffentlichung, die nur zur Versteifung des Standpunktes der einzelnen Mächte führe und eine allseitige übereinstimmung erschweren könnte, als unerwünscht bezeichnete.
Erste Arbeitssitzung am Freitag
Am Ende der ersten Zusammenkunft teilte der Rat der Außenminister mit, daß die Arbeitssitzung vertagt werden mußte, da man erst eine große Anzahl von Dokumenten überprüfen müsse. So wird also die erste Arbeitstagung am Freitag um 11 Uhr vormittags stattfinden. Die stellvertretenden Außenminister werden unterdessen das Material der Beratungen vorbereiten. Es handelt sich hiebei, wie man vermutet, um Aufzeichnungen und Memoranden, die den italienischen Friedensvertrag betreffen.
Die Aussichten der Konferenz
Der amerikanische Außenminister Byrnes erklärte auf einer Pressekonferenz, im Rate der Außenminister werden Gegensätze zwischen den Teilnehmern zu erörtern sein. Diese Erörterungen werden die schwebenden Fragen einschließlich derjenigen der Friedensverträge in demselben Geiste behandeln, in dem früher die Fragen der militärischen Zusammenarbeit zwischen den Verbündeten behandelt worden sind. Er hoffe, daß sich die Beratungen im Laufe von zwei Wochen durchführen lassen werden. Einzelfragen soll man den Sachverständigen zur Entscheidung überlassen, die auch nach Abschluß der Konferenz weiter beraten könnten. Treten dabei ernste Meinungsverschiedenheiten zutage, so stehe einer neuen Zusammenkunft der Außenminister zum Zwecke
Bereinigung nichts im Wege.
Wer verhandelt für
Der diplomatische Korrespondent des Reuter=Büros erklärt, eine der ersten Punkte der Beratungen werde ein Beschluß sein, ob eine offizielle Abordnung der italienischen Regierung eingeladen werden soll; an den Besprechungen teilzunehmen, oder ob die Vertretung Italiens ausschließlich in den
Händen des Grafen Carantini, des gegenwärtigen politischen Vertreters Italiens in London, liegen soll. Wird eine italienische Delegation nach London zu den Verhandlun
gen berufen, so wird Jugoslawien seinerseits darauf drängen, eine Abordnung entsenden zu dürfen, die Marschall Titos Anschauung in der
Frage von Triest darlegt. Wie das alliierte Hauptquartier in Triest veröffentlicht, wird dort eine heftige Agitation seitens Jugoslawiens unterhalten, um eine Unterschriftensammlung zugunsten der Angliederung der Venetia=Giuglia an Jugoslawien zu betreiben. Wegen Anwendung von Bestechungs= und Erpressungsmethoden zu diesem Zwecke wurden bereits sechs Personen von Alliierten verhaftet.
Keine Eile
„New York Times“ nennt die fünf Außenminister die Baumeister des Friedens. Die Beratungen in London werden länger dauern und schwieriger sein als die von Versailles. Der Rat der Außenminister werde sich in seiner ersten Sitzung wahrscheinlich ausschließlich mit dem italienischen Friedensvertrag befassen. Die Feiedensverträge mit Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Finnland werden erst spater drankommen, und man wird sich vor allem keineswegs beeilen, einen Friedensvertrag für Deutschland aufzustellen. Die Vereinigten Staaten haben in diesen Fragen keine unmittelbaren materiellen Interessen zu vertreten. Sie können höchstens von einer Wiedereröffnung der europäischen Märkte profitieren, wenn dort Stabilität und Wohlstand wieder hergestellt ist. Die Fragen,
welche der Rat der Außenminister zu behandeln hat, können nur im Rahmen einer europäischen Gesamtlösung behandelt werden, wie Frankreich das vorgeschlagen hat.
Vor einer Einladung an Österreich?
London, 13. September. Wie verlautet, werden Jugoslawien, Griechenland, Österreich und Abessinien eingeladen werden, ihre Ansprüche geltend zu machen, bevor der Rat der Außenminister den Friedensvertrag mit Italien in Angriff nimmt.
Neuestes vom Tage
Lord Halifax, der britische Botschafter in Washington, sagte in einer Pressekonferenz, daß die gegenwärtige Schlacht um Großbritannien, die jetzt in Washington auf wirtschaftlichem Gebiete stattfindet, Probleme aufrollt, die den Rahmen der beiden daran direkt interessierten Staaten überschreiten.
Die U N RRA wird große Mengen amerikanischen Heeresgutes erwerben.
Die englischen Handelskammern treten dafür ein, daß Größbritannien das metrische System sowie das Dezimalsystem für Münzen einführt.
Die Präsidentin der amerikanischen Frauenliga eröffnet einen Feldzug, damit die Lebensmittelzuschüsse an notleidende Länder Europas reichlicher erfolgen können.
Nach russischen Meldungen wurden zwischen Rumänien und Rußland eine Reihe von Wirtschaftsverträgen abgeschlossen.
Ein Brief Dr. Renners an die „Times“
London, 12. September. Dr. Karl Renner, der Chef der provisorischen Regierung österreichs, hat an die „Times“ einen Brief gerichtet, in dem es heißt, österreich könne nur dann in Frieden leben und seine Unabhängigkeit behalten, wenn die Großmächte sich für eine einheitliche Behandlung einigen.
Die Rückkehr der Kriegsgefangenen aus Amerika
Washington, 13. September. Eine amtliche Mitteilung des amerikanischen Außenministeriums bestätigt, daß die in Amerika befindlichen 400.000 deutschen Kriegsgefangenen zu Beginn des Frühjahres nach Europa zurückgebracht werden. Die Beschleunigung der Heimfahrt wird dadurch ermöglicht, daß durch das Ende des Krieges mit Japan viel Schiffsraum frei geworden ist. Die Verschiffung soll nach der Ernte, an deren Einbringung die Gefangenen mitarbeiten, beginnen.
Dank Innsbrucks an die Schweiz
dererstehung der Parteien mit allen ihren guten und schlechten Eigenheiten. Demokratisierung heißt Ausrichten auf der ganzen Linie auf die in den großen Demokratien herrschenden Grundsätze. Dazu gehört auch die gründliche Ausschaltung jeden Einflusses des Nationalsozialismus und Alldeutschtums. Nur unbeeinflußt und von Rückfällen gesichert, seiner Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bis ins Innerste bewußt und in Taten dafür einstehen, kann Österreich gleichberechtigt in den Kreis der demokratischen Völker ausgenommen werden.
Verstehen wir also richtig die Ermächtigung, die der Alliierte Rat von österreich den politischen Parteien gegeben hat, ihre Tätigkeit fortzusetzen: Das Recht der freien Ausdrucksweise politischer Meinungen besagt nicht, daß wir österreicher im Meinungsstreit aufgehen und darin den Ausdruck echt demokratischer Haltung sehen. Echt demokratisch ist Einigkeit in Zeiten, wo es der höchsten Anspannung des ganzen Volkes bedarf, um sich aus der nicht ganz ohne eigene Schuld herbeigeführten Lage herauszuarbeiten und österreich wieder jenen Platz unter den freien Nationen zu sichern, der ihm zufolge seiner alten europäischen Tradition und des Beitrages gebührt, den es für die kulturelle Entwicklung der Menschheit geleistet hat.
Herwart Hofer.
Innsbruck, 12. September. Schon seit drei Wochen findet im Greisenasyl, im Kindergarten in der Jahnstraße, in der Mädchenvolksschule St. Nikolaus, in der Volksküche am Innrain, im Marienheim in der Maximilianstraße und im Margaretinum in Hötting die Verteilung der Schweizer Spende an 2544 körperlich bedürftige und gesundheitlich gefährdete Innsbrucker Kinder in Form einer täglichen Jause
Bis jetzt sind von der Schweizer Spende 146 Kisten mit 708 Dosen Trockenmilch, 214 Kisten mit 10.272 Dosen Kondensmilch, 2250 Pakete Kaaba, ein ausgezeichnetes Stärkemittel, 2890 Pakete Culminal, ebenfalls ein Kraftnährmittel, 5000 Kilo Emmentaler Käse und 84.600 Stück feinster Schachtelkäse in Innsbruck eingetroffen. Diese Mengen reichen aus, um die 2544 bedürftigen Kinder 3 Monate lang mit einer täglichen Ausspeisung zu bedenken, die unter genauer Kontrolle in den verschiedenen Küchen schmackhaft zubereitet wird.
Die Gaben der Schweizer Spende sind nur für diese Kinder bestimmt, und es ist daher selbstverständliche Verpflichtung, daß auch nur sie damit bedacht werden und sonst niemand. Durch Gewichtskontrollen, wozu das Kind über. Aufforderung erscheinen muß, wird der Erfolg der Spendenzuteilung überprüft. Kinder, die von der Jausenabgabestelle zu weit entfernt wohnen, um täglich dorthin zu kommen, erhalten für die Dauer von vier Wochen eine Dose Eletto=Trockenmilch, vier Schachteln Käse und für die Dauer von zwölf Wochen eine Dose Culminal zur häuslichen Zubereitung. Die Kinder in den Jausenabgabestellen erhalten dreimal wöchentlich je ¼ Liter Eletto=Milch mit 2 Stückchen Käse und zweimal wöchentlich ¼ Liter CulminalGetrank. Die oben angeführte Menge
ent
spricht dieser Verteilung. Außerdem wird von der Stadtgemeinde durch die Initiative des Herrn Bürgermeisters Dr. Melzer Brot zur Verteilung gelangen. Am Mittwoch, den 12. September, fand im Greisenasyl anläßlich der Ausgabe dieser Spende eine kleine Feier statt, bei der Bürgermeister Dr. Anton Melzer eine kurze Ansprache hielt, in der er unter anderem ausführte:
„Die bescheidene Feier, die den Beginn der Ausgabe der Schweizer Spenden in Innsbruck kennzeichnen soll, kennzeichnet einen Tag von eigenartiger und tiefer Bedeutung für unsere Stadt. Als im Jahre 1918 der erste Weltkrieg beendet war, war es die Schweiz, die als erstes Land unseren unterernährten und ausgehungerten Kindern zu Hilfe kam,
und ich bin überzeugt, daß nicht wenige Väter und Mütter dieser hier anwesenden Kinder als Hilfsbedürftige mit den Mitteln aus der Schweiz neue Kraft und Gesundheit erhielten.
Heute ist ein noch furchtbarerer Krieg zu Ende und wieder ist es die Schweiz, die als erstes Land zu Hilfe kommt und unsere kranken und unterernährten Kinder speist.
Es ist sehr schwer, ja unmöglich, den Dank, den dieses Liebeswerk verdient, in entsprechende Worte zu fassen. Aber noch schwerer ist es, die seelische und moralische Bedeutung dieses Werkes ins rechte Licht zu stellen. Sie ist gegeben ohne jede Erwartung einer Gegenleistung, sie ist gegeben ohne Unterschied der Konfession, ohne Unterschied der Partei, ohne Unterschied der Zugehörigkeit zu einer sozialen Schichte, für den Beschenkten entscheidend ist einzig und allein die Hilfsbedürftigkeit,
für den Geber einzig und allein edles Menschentum Richtschnur und Leitsatz.
Und diese moralische Bedeutung der Spende schätze ich noch höher ein als den zweifel