Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:9
- S.35
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Einzelpreks 15 pig.
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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „C. C.“, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Crrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str.
Montag, 17. September 1965
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Freiheit und Vaterland!
unser neues österreich wird auf zwei Grundmauern errichtet: Auf der Liebe zur freiheit, zur lebendigen Volksdemokratie, und auf der Liebe zur Heimat, dem fortschrittlichen Patriotismus.
Es war das Verhängnis Österreichs, daß uns diese Vereinigung nicht eher gelang. Auf der einen Seite stand die immer dmokratische Arbeiterbewegung, die für die eache der Freiheit schwere Opfer gebracht tat. Aber diese Arbeiterbewegung fiel zum goßen Teil der Lüge von der Lebensunfähigkeit österreichs zum Opfer, ja, es gab sozar Arbeiterfunktionäre, die die Besetzung unseres Vaterlandes durch die Hitlertrupzen als „historischen Fortschritt“ ansprachen und nur mit der „Methode“ nicht einverstanden waren.
Dieser geschichtliche Irrtum, der seit Jahrzehnten durch die großdeutsche Agitation und skrupellose Geschichtsentstellungen vorbereitet wurde, darf sich nie wiederholen! die ältere Generation ist durch den siebenfährigen Zwangsaufenthalt im Konzennationslager „Großdeutschland“ sich endgütig ihrer österreichischen Eigenart bewußt geworden; hier gibt es niemanden, den es ncheiner Wiederholung gelüstete.
# der Jugend aber fehlt dieses Erlebnis Hier kommt es darauf an, durch die trziehung in Schule und Elternhaus einen ###schrittlichen und friedlichen PatriotisFranzösisch und zus zu verankern, der im Jugendlichen das iunt allen euren #sewußtsein der österreichischen Eigenart erreckt.
Dieser Patriotismus hat nichts mit dem hurra=Patriotismus gemein, der im ersten Leltkriege von den Kriegsgewinnlern mißbaucht wurde. Er hat auch nichts mit dem Phrasenpatriotismus zu schaffen, der sich darin gefällt, die Eigenschaften und Leistungen des eigenen Volkes über den grünen klee zu loben und für die eigenen Schwäcen und Fehler unempfindlich zu sein. Im begenteil: Der richtige Patriot wird die fehler und Schwächen seines Volkes gewissenhaft aufdecken und danach trachten, sie zu überwinden. So verhaßt uns zum Beispiel der preußische Kommandoton ist, so wenig werden wir es zulassen, daß laue halbheit, Resignation und die Politik der „Hintertür“ als vorbildliche Eigenschaften echten österreichertums hingestellt werden! Vir wissen zu unterscheiden
zwischen paIunsbruck totischem Wortgeklingel und der patriotiStrüde#### schen Haltung, ohne die der Wiederaufbau gung öterreichs nicht möglich ist.
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Die Tätigkeit der politischen Parteien in Osterreich
Wien, 15. September
Der Alliierte Rat für österreich hat folgenden Beschluß gefaßt:
1. Ab heute ist es den politischen Parteien erlaubt, die volle Freiheit ihrer politischen Tätigkeit in ganz österreich aufzunehmen. Voraussetzung ist:
a) Sie übernehmen die Gewährleistung für die Kräftigung und Erhaltung eines freien und demokratischen Österreich.
b) Sie halten die demokratischen Grundsätze aufrecht und führen einen nachdrücklichen Kampf gegen die Ideologien des Nationalsozialismus in allen seinen Anschauungen und Formen, die das politische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben betreffen.
c) Sie werden die durch die Besatzungsbehörden aufgestellte und bestimmte öffentliche Ordnung nicht stören.
d) Jegliche Tätigkeit, die sich gegen die vier Besatzungsmächte oder eine von ihnen oder gegen ihre Truppen richtet, ist untersagt.
2. In übereinstimmung mit den gegebenen Verordnungen in § 1 dürfen sich die
österreichische sozialistische Partei, die österreichische kommunistische Partei und die österreichische Volkspartei, die antinationalsozialistisch und demokratisch sind, in ganz Österreich betätigen.
3. Eine andere bestehende oder neue politische Partei, die in österreich ihre Tätigkeit aufnehmen oder fortführen will, muß ihr Programm dem Alliierten Rat zur Begutachtung vorlegen und die in § 1 aufgestellten Bedingungen erfüllen.
4. öffentliche Versammlungen und Demonstrationen werden in den besetzten Zonen von den betreffenden Besatzungsbehörden reguliert. Geschlossene Versammlungen von Parteimitgliedern in nicht öffentlichen Gebäuden dürfen ohne besondere Erlaubnis stattfinden.
Vor Ambildung der Regierung Renner
Wien, 15. Sept. In einem amtlichen Kommunique teilt Bundeskanzler Dr. Renner mit, daß er die politischen Führer der österreichischen Bundesländer eingeladen habe, sich nächste Woche nach Wien zu begeben, um an den Verhandlungen über die Einsetzung einer Zentralregierung teilzuneh
Friedensvertrag mit Italien
Die Einladung an die Vereinten Nationen
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Zur Vaterlandsliebe muß sich die Freieitsliebe gesellen. Wer sein Vaterland lebt, darf nicht dulden, daß dort die Sache der Freiheit verraten wird, sondern muß darüber wachen, daß die demokratischen sechte, die ja bei uns in Tirol auf jahrhundertalte Bauernfreiheit zurückgehen, verteidigt und auf immer breitere Volksschichten asgedehnt werden. So wäre nichts damit getan, wieder die Demokratie von 1919 zu errichten, sondern wir brauchen eine fortschrittliche Volksdemokratie, in der kein Kaum ist für die halb= oder ganzfaschistischen Experimente der Monopolkapitalisten
Ktudenn und Trustherren.
andII Inron-Reneg So haben die beiden stärksten Klassen unanbahner seres Volkes, die Arbeiter und Bauern —
#####gai abs und mit ihnen die Intelligenz und die Geverbetreibenden — aus den vergangenen Jahren eine Lehre gezogen. Diese läßt sich in 743156 die Worte fassen: Die Patrioten müsing gisen Demokraten und die Demodie Worte fassen: Die Patrioten müsden! Wenn wir alle, gleich, ob Kommuniel. 2914, ### sien oder Volksparteiler, Sozialdemokraten eiliguner ungen.“ oder Parteilose, diese Lehre beherzigen, dann amitchrisgnvote# werden wir in unserem Vaterlande in Frei
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J. Ronczay, Landesrat.
London, 15. Sept. In der gestrigen Sitzung begann der Rat der Außenminister seine Beratung über die Friedensbedingungen mit Italien. Man kam überein, alle Mitglieder der Vereinten Nationen, die sich mit Italien im Kriege befanden, einzuladen, sofern sie es wünschen, ihre Meinung über diese Frage schriftlich zu unterbreiten. Jugoslawien, Italien, Australien, Kanada, Indien, Neuseeland und Südafrika wurden eingeladen, für die Sitzung des Rates vom 17. September ihre Vertreter zu entsenden, um die Meinung ihrer Regierungen in der Frage der italienisch= jugoslawischen Grenze zum Ausdruck zu bringen.
London, 16. Sept. Ein Kommunique gab bekannt, daß Polen, die Ukraine und Weißrußland zur Montagsitzung des Rates der Außenminister eingeladen werden, um zum Friedensvertrag mit Italien Stellung zu nehmen.
Der italienische Außenminister in London
Rom, 16. Sept. Der Außenminister Doktor Aleide Degasperi begab sich heute mit Flugzeug nach London. Ebenso begab sich der amerikanische Botschafter in Italien nach London.
Die Vertretung Jugoslawiens
London, 16. Sept. Der stellvertretende Ministerpräsident Jugoslawiens Eduard Kardeli wird die jugoslawische Delegation in London führen. Jugoslawien hat die Reparationssumme, die es von Italien fordert, bekanntgegeben. „Sunday Dispatsch“ erklärt, Marschall Stalin sei eventuell bereit, über die Triester Frage zu verhandeln. Die
Außenminister Bevin und Byrnes seien entschlossen, Triest dem Marschall Tito nicht zu überlassen. Hingegen werden sie die Ansprüche Jugoslawiens auf Zara und Triest wohlwollend in Erwägung ziehen. Ihrer Meinung nach sollen Triest unter der Oberhoheit Italiens verbleiben. Der französische Außenminister Bidault tritt für eine Internationalisierung Triests ein. Der chinesische Außenminister werde sich wahrscheinlich der Mehrheit anschließen.
Eine englische Stimme zum Friedensvertrag mit Italien London, 16. Sept. Der „Economist“, die führende Finanzzeitung, verlangt für Italien einen milden Friedensvertrag. Das Blatt begründet diese Forderung mit dem Hinweis darauf, daß der Friedensvertrag nicht mit dem Gespenst Mussolinis, sondern mit dem durch Parri repräsentierten demokratischen Italien abzuschließen sei. Der „Economist“ glaubt, man soll Italien überhaupt keine Reparationen auflasten, will man es aber doch für solche heranziehen, so müsse man sich auf ein Mindestmaß beschränken. über die Frage der Grenzgebiete werde, so meint das Blatt, die Einigung wohl am schwersten zu erreichen sein.
Die italienischen Kolonien London, 16. Sept. Die Frage der italienischen Kolonien wurde einem Ausschuß von Sachverständigen zur Prüfung anvertraut. Die Arbeiten müssen 14 Tage vor der zweiten Versammlung des Rates der Außenminister über diesen Gegenstand abgeschlossen sein.
Der Rat der Außenminister und die Versorgung Österreichs
London, 16. Sept. Der Rat der Außenminister hat den Alliierten Kontrollrat für österreich ersucht, Vorschläge auszuarbeiten, um das Problem der Lebensmittellage in Österreich auf lange Sicht zu regeln. Der Alliierte Rat wird morgen eine Sondersitzung abhalten.
Erdöl — aus Oberösterreich
Linz, 16. Sept. In Leoprechting (Bezirk Schärding) hat man vor längerer Zeit eine Erdölinsel entdeckt, deren Fassungsvermögen mit 200.00 Tonnen angegeben wird. Das Erdöl, das hier vorkommt, ist schwerer als das Zistersdorfer Erdöl. Es hat etwa das 50= bis 80fache Gewicht des Zistersdorfer Erdöls. Man macht nun neue Versuche, diesen schon länger bekannten Schatz zu heben.
Professor Lange zum Tode verurteilt
Wien, 16. Sept. Der österreichische Volksgerichtshof verurteilte Prof. Lange zum Tode. Prof. Lange war jener reichsdeutsche Chemieprofessor, der vor dem Einmarsch der Alliierten ein ungemein wertvolles Elektronenmikroskop zerstörte und der zwei Assistenten, die ihn daran hindern wollten, erschoß. Das Urteil bedarf der Genehmigung der Alliierten.
Gegen österreichische Kriegsverbrecher Wien, 16. Sept. Die Regierung Renner hat zwei Kommissionen ernannt, die Beweismaterial gegen Österreicher sammeln werden, welche sich unter den Kriegsverbrechern befinden, die sich in Nürnberg zu verantworten haben. Darunter befindet
Neuestes vom Tage
In den Kellern der Brauerei Teisenberg (Bayern) ist ein Riesenhamsterlager der J.6. Farben aufgefunden worden.
Die Universität Oxford hat den berühmten Schweizer Rechtsgelehrten und Borsitzenden des internationalen Roten Kreuzes Prof. Dr.
Huber zum Ehrendoktor ernannt.
Das Hitlerregime hat für den Umbau des Schlosses Kleßheim (bei Salzburg), das für die Staatsempfänge des Dritten Reiches hergerichtet werden sollte, 16,380.000 Mark aufgewendet.
Der amerikanische Botschafter in Brasilien Adolf Berle erklärte, die Freiheit des Nach
ichtenwesens sei ein Recht der Völker geworden.
Die Sowjettruppen haben Norwegen verlassen.
Alle Bewohner Berlins werden ab 30. September mit Lebensmittelkarten versorgt. Niemand, der nach diesem Zeitpunkt nach Berlin kommt, wird Lebensmittelkarten erhalten, auch wenn er früher dort gewohnt hat.
Der Hauptankläger Jackson im Prozeß gegen die Kriegsverbrecher arbeitet gegenwärtig zusammen mit den Vertretern Frankreichs, Englands und Rußlands an der Aufstellung der Anklageschrift gegen die 24 Hauptkriegsverbrecher.
Zwischen Frankreich und Abessinien wurde ein Vertrag abgeschlossen, der die zwischen beiden Ländern strittigen Fragen Ostafrikas in befriedigender Weise löste.
Die neue französische Handelsflotte wird aus 32 verschiedenen Schiffstypen bestehen. Die Handelsschiffe werden nach den modernsten. Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit eingerichtet werden.
Das Organ der spanischen Falangisten tritt für die Demokratisierung des öffentlichen Lebens ein.
In Paris hat sich eine neue Exilregierung Kataloniens gebildet.
Der stellvertretende tschechische Ministerpräsident erklärte, sein Staat wünsche Grenzberichtigungen sowohl nach der deutschen Seite hin, als auch gegenüber Polen.
Der amerikanische Informationsdienst erklärt, Europa müsse im nächsten Jahre 10 bis 12 Millionen Tonnen Lebensmittel einführen, wenn Millionen Menschen vor Hunger und Unterernährung bewahrt werden sollen.
Papst Pius XII. empfing seit der Befreiung Roms eine Million alliierter Soldaten in Audienz.
In Japan wurde der ehemalige Gauleiter von Schlesien, Kahner, in Haft genommen, der als Gestapoagent seit dem Jahre 1944 unter den Deutschen in Japan eine Schreckensherrschaft aufgerichtet hatte.
Der Prozeß gegen Laval wird in den ersten Tagen des Oktobers beginnen.
Die tschecho=slowakische Regierung hat durch eine Verfügung eine allgemeine Mobilisierung für Arbeitszwecke angeordnet. Alle Männer im Alter von 16 bis 55 Jahren und alle Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren sollen erfaßt werden.
Marschall Stalin empfing Vertreter des amerikanischen Kongresses, die derzeit Rußland bereisen.
Die letzten Magnaten des rheinischwestfälischen Industriegebietes wurden durch die Alliierten verhaftet.
Die Leitung der französischen Widerstandsbewegung hielt eine wichtige Tagung ab.
Dr. Artur Seyß=Inquart. Die Kommission wird auch Beweismaterial über solche Österreicher sammeln, die bisher noch nicht auf die Liste der Kriegsverbrecher gesetzt worden sind.
Mitteleuropäische Zeit in Wien Wien, 16. Sept. Mit heute wird in Wien wieder die mitteleuropäische Zeit an Stelle der osteuropäischen Zeit eingeführt.
Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten in Paris
Paris, 16. Sept. Dr. Song, der chinesische Ministerpräsident, wird über Einladung der französischen Regierung am Mittwoch nach Paris kommen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen werden die Frankreich und China gemeinsam interessierten ostasiatischen Fragen stehen.