Tiroler Tageszeitung 1945

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Seite 2 Nr. 76
Tiroler Tageszeitung
Mittwoch, 19. September 193
Aarkadt aner and
Abersiedlung der Allgemeinen Ortskrankenkasse Innsbruck
Die Wiederherstellungsarbeiten im Hause der Allgemeinen Ortskrankenkasse Innsbruck, Museumstraße Nr. 33, sind soweit fortgeschritten, daß die Verwaltung des Institutes dorthin übersiedeln kann. Die übersiedlung wird am 21. und 22. September durchgeführt, weshalb an diesen zwei Tagen die Kasse für den gesamten Parteienverkehr geschlossen bleibt.
Ab 24. September sind sämtliche Zuschriften für die Hauptverwaltung nach Innsbruck, Museumstraße Nr. 33, zu richten; ebenso sind an die gleiche Stelle alle Meldungen zu erstatten.
unterirdische Werk in Kematen
Knapp neben der Straße, die ins Sellraintal führt, wurden von der Messerschmitt=A.G. in einem großen, parallel zur Straße laufenden ehemaligen Luftschutzstollen mehrere Riesenhallen ausgebrochen, in denen bis Kriegsende Fabriksgebäude mit einer Gesamtnutzfläche von ungefähr 3000 Quadratmeter errichtet worden sind.
Die chemischen Werke in Schaftenau
Die frühere Alpine Chemische A. G. in Schaftenau bei Kufstein, die 300 Arbeiter beschäftigen könnte und früher eigene Abteilungen für die Erzeugung von Farben, Salizylsäure und Asphaltpraparate umfaßte, kann gegenwärtig nur in ganz beschränktem Ausmaße pharmazeutische Spezialitäten herstellen, vor allem einige seltene Impfstoffe aus der eigenen Bakterienzucht, u. zw. gegen Furunkel, Keuchhusten und Gonorrhöe. Die Produktion dieses Werkes, die einen Aktivposten erster Ordnung darstellt, da pharmazeutische Erzeugnisse sehr gesuchte Ausfuhrprodukte sind, leidet an Kohlenmangel.
Beginn aller Schulen bei den Frauen Ursulinen
(Volks=, Haupt= und Mittelschule) am 1. Oktober. Einschreibungen für die Mittelschule: Montag, den 17. September, 8—12 Uhr; mitzubringen: Taufschein, Heimatschein, letztes Schulzeugnis. Die Aufnahmeprüfungen sind Freitag, 28. September, um 9 Uhr. Beginn des Unterrichtes am 1. Oktober um 8 Uhr. — Eintritt in das Internat am 27. September für jene Mädchen, die eine Prüfung für die Mittelschulen machen müssen, für die anderen am 29. und 30. September.
Schulbeginn an der Privat=Mädchenvolks= und Hauptschule der Barmherzigen Schwestern, Innsbruck, Falkstraße 28. An der Volksschule und im Bildungskurs für Kindergärtnerinnen beginnt der Unterricht am 24. September um 8 Uhr. — Der Kindergarten wird Donnerstag, 27. September, eröffnet. — Die Hauptschule beginnt voraussichtlich erst am 1. Oktober, da die Schulräume noch zum Teil von Parteien besetzt sind. Genaue Angaben erfolgen durch Anschlag an der Schulkapelle und der Schultüre.
Sichergestelltes Damenfahrrad! Von der Kriminalpolizei wurde ein Damenfahrrad Marke „Steyr“ sichergestellt, welches glaublich am 21. August 1945 in Innsbruck beim Sanatorium der Kreuzschwestern gestohlen, wurde. Die Eigentümerin wird aufgefordert, sich bei der Kriminalpolizei, Innsbruck, Sillgasse 6, 3, St., Zimmer 333, zwecks Rücknahme einzufinden.
Tiroler Abend in Schwaz. Am 15. September fand im Gesellenvereinshaus in Schwaz ein Tiroler Abend statt, zu dem auch die Vertreter der Militärregierung geladen waren. Aufführende war eine Innsbrucker Sing= und Spielschar, die durch ihre Darbietungen und natürlichen Humor die Zuschauer begeisterte und ein Stück Tirol verkörperte, wie es singt und lacht.
Gute Arbeit der Polizei. In der Samstagnummer unserer Zeitung erschien eine Anzeige über den Diebstahl eines Motorrades in der Anichstraße. Bereits am Sonntag konnte die Polizei die Maschine, die von drei Ausländern gestohlen worden war, wieder sicherstellen und dem rechtmäßigen Besitzer zurückerstatten.
Hohes Alter. Frau Elise Achammer, geborene Waldburger, eine gebürtige Höttingerin, begeht am 22. September in körperlicher und geistiger Frische in Hofgastein ihren 84. Geburtstag. Sie steht noch immer in ihrer kleinen Büglerei, die sie dort betreibt, am Bügeltisch. — Johann Thaler, Tapezierermeister aus Innsbruck, feierteam 16. September in voller geistiger und körperlicher Frische den 82. Geburtstag. Herr Thaler hat für das Gemeindewohl viel gewirkt.
Silberne Hochzeit. Am 19. September feiern Josef und Anny Glocknitzer, geb. Langer, das Fest der silbernen Hochzeit.
Die erste politische Kundgebung
Innsbruck, 18. September.
Am Sonntag vormittags fand im Saale des Canisianums die Delegierten=Konferenz des österreichischen Arbeiter= u. Angestelltenbundes, Landesgruppe Tirol, statt. Es war dies die erste parteipolitische Veran
in Innsbruck seit elf Jahren. Die Versammlung war von über 400 Deleg
Delegier
ten aus allen Teilen Tirols besucht und nahm einen glänzenden, durchwegs einmütigen Verlauf.
Landesrat Prof. Dr. Gamper eröffnete Kundgebung mit einem Rückblick auf die letzten elf Jahre und gedachte vor allem der politischen Vorkämpfer, die von den Nationalsozialisten umgebracht worden sind.
will nur drei Namen herausgreifen: 1. Unseren Arbeiterpräses Neururer. Er wurde nach langer KZ.=Haft, soweit uns berichtet wurde, elend zu Tode gemartert. Oft sahen wir ihn in Dachau an uns vorübermarschieren, ohne daß wir mit ihm hätten sprechen können, weil er einer gesonderten Strafkompanie angehörte. — Als 2. sei genannt unser Mitglied Lechner, der der städt. Polizei angehörte. Er kam zunächst
zu uns nach Dachau, wurde dann nach Mauthausen überstellt, wo er, soweit durch
gebrungen ist, erschlagen wurde. — Als 3.
erwahnt unser Gewerkschaftsmitglied aus Arzl Hundegger, ein junger, baumstarker Arbeiter, der einen Ehrenplatz in der Geschichte unseres Landes verdient. Denn er ist wahrscheinlich der einzige, der den Mut aufgebracht hat, dem allmächtigen Kreisleiter von Innsbruck, Primbs, entgegenzutreten und ihm zuzurufen, daß er das Tiroler Schützenwesen, dessen Leitung er an sich gerissen hatte, Wege führe, die den Sitten, dem Brauch und der Vergangenheit des Landes widersprächen. Er hat seine offene Kritik mit einem Jahr KZ. und mit dem Tod durch Erschießen bezahlt.
Sodann verwies der Redner darauf, daß der Arbeiterbund seit jeher auf dem Boden der Demokratie gestanden war, auch zu einer Zeit, als österreich infolge der Gefahr durch die Diktatoren des Nordens und des Südens auf einen autoritären Kurs abgedrängt war. Dr. Gamper fuhr wörtlich fort: „Als nach den Besprechungen in Berchtesgaden das autoritäre Regierungssystem vor dem Zusammenbruch stand, da hat der Arbeitsbund, aufgefordert und gestützt von den einflußreichen Stellen des Landes, den Versuch unternommen, durch den Zusammenschluß aller antinazistischen Kräfte einschließlich der Linken den letzten Widerstand gegen die heranflutende Macht des Nationalsozialismus zu organisieren und die politische Macht von den autoritären Spitzen wieder
hinabzutragen zu den Ver
tretern der Arbeiter, Bürger und Bauern. Redakteur Baldauf und ich haben mit einer Persönlichkeit, die ich nicht nennen will, das Programm hiezu ausgearbeitet und dem Sicherheitsdirektor von Tirol überreicht. Wäre dieser letzte Versuch damals noch geglückt, so stünden wir vor den heutigen Siegermächten besser da und besser auch vor unserer eigenen Geschichte. Allerdings würden dann unsere Reihen hier noch stärker gelichtet sein, denn wir wären nach den Aussagen der Nationalsozialisten am ersten Tag hingerichtet worden.“
Nach einem Rückblick über die Verfolgungen, denen die christliche Arbeiterschaft durch die Nationalsozialisten ausgesetzt war, schloß der Redner:
„Und heute stehen wir hier im festen Willen, von Innsbruck aus unsere Organisation wieder aufzubauen im ganzen Land, und wir hoffen gleichzeitig in voller Zuversicht, daß der Tag sich naht, an dem wir auch den Weg nach Südtirol antreten könRen.“
Nach einem ausführlichen, schwungvollen Referat des Staatsrates a. D. Otto Steinegger über das künftige Programm des Arbeiter= und Angestelltenbundes wurde folgende Entschließung angenommen:
1. Der Tiroler Arbeitsbund nimmt seine Tätigkeit im ganzen Lande im vollen Umfange wieder auf und nennt sich künftighin „Österreichischer Arbeiter= u. Angestelltenbund, Landesgruppe Tirol“.
2. Dieser Bund entfaltet seine rein politische Tätigkeit innerhalb der österreichischen Volkspartei.
Todesfälle
In Innsbruck starben: Anna Math, geb. Pfefferle, Gerichtsoberoffizialswitwe, 71 Jahre alt; Kreszenz Spielvogel, Hausfrau, 54 Jahre alt; Anna Daniel, Schlossersgattin, 66 Jahre alt; Giulio Villa, Radiotechniker, 21 Jahre alt; Vinzenz Ferchel, Landwirt, 57 Jahre alt; Anna
Kiechl, Rentnerin, 75 Jahre alt:
Prantner, geb. Brecher, Kaufmannsgattin, 72 Jahre alt; Emma Zangerl, geb Dengg, Lokomotivführersgattin, 42 Jahre alt; Bozena Mär, zinger, geb. Neyer, Hausfrau, 55 Jahre altHeinrich Leitner, Landarbeiter aus Sellrain.
38. Jahre alt.
uffz. Ernst Spiegl, Oberlehrer in Oberperfuß, 39 Jahre alt, ist am 27. Aug. in einen Lazarett in Treuchtlingen als Kriegsopfer gestorben. Der Gedächtnisgottesdienst ist am Sonntag 23. Sept., um 9 Uhr in Oberperfuß.
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Volle Fettmenge
Die für die Versorgungszeit vom 17. Seytember bis 14. Oktober 1945 auf die Lebensmittelkarten aufgerufenen Fettmengen sind von den Verteilern in voller Gewichtshöhe abzugeben. Eine Kürzung darf bei Schweineschmalz, Oel oder Schmelzmargarine deshal nicht votgenommen werden.
erst keine Postzi
Pastoralkonferenz in Hall, Donnerstag, 3 Uhr nachmittags.
4
Wichtiges im Tiroler Sportgeschehen
Landesh vorgestern Volk, aus
Der von der Tiroler Landesregierung bestellte Sportausschuß wurde von allen Parteien genehmigt. Er besteht derzeit aus den Herren Josef Hauswitzka, Alois Steinegger und Franz Rieder. Dieser Ausschuß stellt derzeit die oberste Tiroler Sportbehörde dar, vertritt die Interessen aller Sporttreibenden und ist für alles mit dem Sport zusammenhängende Geschehen allein zuständig. —
Wiedergründung von Vereinen.
Der Sportausschuß richtet nun an alle heimattreuen Sportler die Aufforderung, werktätig an der Gründung von Vereinen in allen Zweigen des Sportes sowohl in Innsbruck selbst wie in der Landesprovinz mitzuarbeiten. Voraussetzung jeder Sportvereinsgründung ist natürlich sportliches und organisatorisches Rückgrat. Leitung und Führung sollen eine Parallele bilden. Jeder Verein kann nur dann aktiv ins Sportgeschehen eingreifen, wenn er um Genehmigung durch Einreichen seiner Statuten (dreifach) bei der zuständigen. Bezirkshauptmannschaft nachgesucht hat. Empfehlen wird es sich, dies dem Sportausschuß durch Zusendung einer Abschrift unter Mitteilung eventueller bisheriger sportlicher Leistungen oder Besonderheiten aus den Reihen der Mitglieder zu berichten.
Sportplatz=Instandsetzung
* Da nun die Arbeitsgeräte für die Wiederinstandsetzung des Sportplatzes a. d. Sill vorhanden sind, können die Arbeiten sofort ausgenommen werden. Nach dem vom Sportausschuß festgelegten Arbeitsplan arbeiten: Dienstag Innsbrucker Sportklub, Mittwoch Turnerschaft, Donnerstag Rot=Weiß=Rot und JAC., Freitag Sportverein und die Handballer. Die von den Vereinen bestimmten Leute melden sich am Sportplatz bei Hefele, der Arbeitsgeräte ausgibt und über die Art der Arbeiten unterrichtet ist. Der Vereinspartieführer läßt sich vom Platzwart Hefele jeweils bei Beendigung der Arbeiten Zahl der Arbeitskräfte und Arbeitsdauer bestätigen.
Wahlen erledigt werden. Für Fußball wurde Oswald Alpenheim, für den Schwimmsport Ton Lanzinger berufen.
Der Skisport
Wohl sind in Innsbruck bereits wesentliche Vor
arbeiten durch den Ausschuß in diesem Sportzweig gemacht worden. Es wird aber den Provinzvereinen besonders nahegelegt, ihre Grü dung ehestens einzureichen und dem Sportausschuß anzuzeigen, da niemand berechtigt ist, irgend eine wintersportliche Veranstaltung aufzuziehen, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. rade der Skisport ist es aber, der unser Land in jeder Hinsicht verpflichtet.
Tiroler Sportausschuß.
FBORTUND TPIEI
Sportverein Kufstein — Sportverein Bludenz 3 :1 (2 : 0)
Der immer noch ungeschlagene Sportverein=Kusstein spielte 3:1 gegen den bekannten Vorarl# berger Sportverein Bludenz. (Schiedsrichter Demmer objektiv.) Am kommenden Samstag Rückspiel gegen Sportverein Bludenz in Bludenz. An Sonntag Freundschaftsspiel in Dornbirn.
Kommissarische Verbandsführung
Um nun auch organisatorisch den Sportbetrieb geregelt zu führen, wurden kommissarische Verbandsobmänner bestellt, die aus jedem existenzberechtigten Verein einen Vertreter erhalten, mit denen die Verbandsgeschäfte bis zu ordentlichen
F. C. Schwaz — Sportklub Wörgl 2:2 (1:0
Bei gutem Wetter kam das Spiel in Schwaz zur Austragung. In den ersten 20 Minuten führte Wörgl infolge seines flüssigen Zusammenspieles Jedoch konnte das Spiel durch das gute, unermüdliche Zusammenspiel des Hintertrios der Schwazer bis zur Halbzeit auf 1:0 für Schwaz gebracht werden. In der zweiten Halbzeit gelang es den Wörglern überraschenderweise auszugleichen und nach einem Mißverständnis der Schwazer den Stand von 1:2 für Wörgl herzustellen. Nach vie tem hin und her gelang es schließlich den Schwazern das Endergebnis von 2:2 zu erringen. Das Vorspiel der Jugend gewann Schwaz mit einem verdienten Sieg von 5:1. Bravo Schwaz nur so weiter!
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Ein Weltrekord im — Gehen
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THEATER UND KUNST
3. Die Landesleitung wird beauftragt, ein politisches und soziales Programm auszuarbeiten.
Die Delegiertentagung wählte einstimmig zu ihrem Obmann Landesrat Dr. Gamper, als seinen Vertreter Otto Steinegger und Johann Larl=Fulpmes. In den Vorstand wurden gewählt: Josef
Gaßner, Viktor Haberditzl, Ferdinand Hirsch, Dr. Hetzenauer, Franz Kotter, Heinrich und Rudolf Lokeck, Heinrich Schaidreiter, Stephan Zechner, Julius Thoma, Ernst Würtele, Lambert Tipotsch und Hilde Hentschel, sämtliche Innsbruck.
In einer zweiten Resolution würde der französischen Militärregierung der Dank der Arbeiterschaft für die großzügige Lebensmittelhilfe ausgesprochen, die eine Verbesserung der Lebensmittelzuteilungen ermöglicht. Die Resolution spricht den Willen der Arbeiterschaft aus, die gemeinsame schwere Not durch bereitwillige Mitarbeit am Wiederaufbau unserer Heimat zu meistern.
Der „Abend mit Werner Bergengruen
Für alle Freunde Werner Bergengruens war es eine feierliche und ergreifende Stunde, den Dichter selbst in ihrer Mitte zu haben. Als ein Rufer aus der Zeit und in die Zeit hat er während der vergangenen Jahre des braunen Nihilismus mit tiefer Eindringlichkeit und ohne Scheu der Wahrheit gedient. Wer fühlte nicht den heiligen Zorn, der aus jedem Worte seines Gedichtzyklus „Dies irae“ spricht, den der Dichter in der Zeit der Lüge, im Jahre 1944 schrieb: „.. und wir
schreien zur Hölle, gewürgt, erstickt von der Lüge, daß im Strahl der Vernichtung die Wahrheit herniederschlüge.“ — Versöhnlich und tröstlich berührten die aus einer tiefen Lebensweisheit heraus geschriebenen Gedichte, wie „Die himmlische Rechenkunst", „Die Flöte“, „Die Meise“ oder jenes zum Geburtstag seiner Frau, die in ihrer künstlerischen Vollendung wohl unvergänglich bleiben werden. — Des Dichters Erzählerkunst zeigte sich wieder in der Novelle „Puptschik“ Ganz schlicht wird hier die Geschichte einer Liebe geschildert, doch in ihrer Einfachheit gewinnt sie jene Echtheit und Tiefe, deren sich nur wenige „Liebesgeschichten“ rühmen dürfen. Der verborgene Sinn der Handlung ist mit keinem Wort angedeutet, und doch ist sie so erzählt, daß er sich einem aufdrängt
und man alles Schöne und Schmerzliche darin selbst mitempfindet."
Ich glaube im Namen von Vielen sagen zu dürfen, daß wir glücklich sind. Werner Bergengruen in unserem Lande zu wissen.
Nicht zuletzt gebühren Anerkennung und Dank dem Österreichischen Institut für Kultur und Wissenschaft für Initiative und Durchführung dieser Dichterlesung. Es zeigt immer mehr, mit wieviel Recht es seinen Namen trägt. B. P.
Messe in C=moll von Dr. Karl Scheidle
Dr. Korl Scheidle genoß seine musikalische Ausbildung an der Musikakademie in Wien und bei Prof. Karl) Koch. Die Messe in C=moll und verwandten Tonarten, die uns am Sonntag eine festliche Aufführung in der Wiltener Pfarrkirche unter der umsichtigen und sicheren Stabführung des Prof Koch und unter Mitwirung hervorragender Solokräfte, wie der Opernsängerin Frl. Mizzi Holzhammer, Frl. Martinstetter, der Opern
sänger Dr. Franz Lechleitner und Dr. Hermam Juch, darbot, zeigt einen formvollendeten Aufbau in allen Teilen, große Linienführung, polyphone Gestaltung und meisterliche kontrapunktische Arbeit. Reichtum an kühnen harmonischen Wendun gen, dramatischer Lyrik und gewaltigen dynamischen Steigerungen wechseln mit verhaltenen innig tiefen Stimmungen stiller Andacht. Eine neuartige eigenständige Verbindung von Klassizismus mit moderner Kompositionstechnik charakterisiert diese Schöpfung. — Unter den noch nicht aufgeführten Werken von Dr. Karl Scheidle befinden sich ein dreisätziges Violinkonzert, eine Karfreitagsmusik, eine symphonische Dichtung und zwei Sympho nien. Die erste Symphonie in Demoll konnte anläßlich einer privaten Gelegenheit
Generalmusikdirektor Josef Keilbert zur Durchsicht vorgelegt werden, der diesem Werke uneingeschränkte Anerkennung schenkte. R.
Tirol ist
RADIOINNTRRUCK
Heute 18.15 Uhr: Der Anteil der Emigration an der Befreiung Österreichs. Ein Tatsachenbericht vom „Unbekannten Kämpfer“. — 19.10 Uhr: Dritter Vortrag: Eine neue demokratische Welt. —
20.10 Uhr: „Gruß an Südtirol“ Eine Stunde
# iksmusik,
Tiroler Bolksmunk, ausgeführt von der Sängergruppe Franz Winkler und von einem Meraner Doppelquartett.
VOHIN HEUTE!
Dienstag, 19. September
Landestheater, 18.30 Uhr: „Land des Lächelns“. „Tiroler Heimatbühne“ Hötting, 14.30 Uhr: „Ziegenpeter auf der Zauberalm“ (Kindervorstellung).
Filme
Laurin: „Schüsse in Kabine 7“. Kammerlichtspiele: „Ich vertraue dir meine Frau an.“
Zentralkino: Vio Mala“
Triumphkino: „Die Schwarze Robe.“ Löwenkino: „Rigoletto.“
Hall: „Eine Nacht im Mai“. Fulpmes: „Alles für Gloria.“
St. Johann: „Am Abend auf der Heide.“
K Ditalieni
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