Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:9

- S.45

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Eine brennende Wunde
In seinem Buche „Mein Kampf“ erschließt ms Adolf Hitler die Ursachen, aus denen er um Gegner, ja zum grimmigsten Hasser besterreichs geworden ist: „Es wurde vielleicht bestimmend für mein ganzes späteres Leben, daß mir das Glück einst gerade für beschichte einen Lehrer gab . . . . Wer konte unter einem solchen Lehrer Geschichte studieren, ohne zum einde des Staates zu werden. Lußten wir nicht als Jungen schon, daß dieser osterreichische Staat keine Liebe zu uns deutschen besitzt, ja gar nicht besitzen konnte.“ Hitler bewahrte diesem Lehrer, der ihn das Gift der „nationalen Ideen“ eingesößt hatte, ein so dankbares Gedenken, daß u zum Reichskanzler erhoben, ihn zu einer üt von Staatsbesuch nach Berlin eingeladen hat. Dieser Geschichtsprofessor, den ms
Hitler vorführt, war leider ein Typ, der mn den österreichischen Mittelschulen nicht selten war. Anstalten, in denen ein von ichtem Patriotismus durchdrungener Geschichtsunterricht vorgetragen wurde, waren weder im alten Oesterreich noch im Oesterreich seit 1918 allzu häufig. Vor allem wurde s verhängnisvoll, daß im Geschichtsuntericht die „nationale Idee“ und damit die
Engstirnigkeit als der höhere Wert dem goßzügigen Universalismus, wie er in der Geschichte Oesterreichs ausgeprägt ist, gegenübergestellt wurde. Da nun der Geschichtsuerricht das Rückgrat jeder vaterländischen Erzichung bildet, mußten die Folgen verhängnsvoll sein. Aus den Lehrbüchern für beschichte strömte der Eishauch kalter Teilsahmslosigkeit. Aus dem mündlichen Vorng aber erfuhr die Jugend nur zu oft, an## der geschichtlichen Wahrheit, die polie Lüge.
Vielfach wurde der Geschichtsunterricht hzu mißbraucht, um auf Ephialtespfaden in preußischen Ungeist über den Geist öesterreichs triumphieren zu lassen.
Wir halten es für notwendig, unseren Finger auf diese brennenden Wunden zu legen. Wie soll in den Herzen der Jugend die Liebe zur Heimat sich einwurzeln, wenn man ihr das Bild der Vergangenheit fälscht und die Taten der Ahnen verkleinert und schmält? In diesen Tagen, da sich die Pforten der Schulgebäude öffnen, muß die dringendste Forderung erhoben werden, daß der Geschichtsunterricht zu einer Säule für den
Wien, 21. Sept. Beim zweiten regelmäßigen Zusammentreffen des Alliierten Rates wurden eine ganze Anzahl politischer und wirtschaftlicher Fragen unter einer Atmosphäre des Verstehens und der Zusammenarbeit behandelt. Der Alliierte Rat genehmigte einen Vorschlag über die Einberufung einer Länderkonferenzam 24. September durch den provisorischen Staatskanzler Dr. Renner und kam überein, daß die Besatzungsmächte den Delegierten die Reise nach Wien ermöglichen. Ein weiteres Abkommen beschäftigte sich mit den Maßnahmen, um in der nächsten Zeit wichtige Reisen zu erleichtern, die Wiederherstellung des Post= und Telegraphendienstes durchzuführen und für österreich im kommenden Winter möglichst viel Kohle, die aus den beschränkten Vorräten
verfügbar ist, sicherzustellen.
Ingenieur Moser, der Adjutant Dr. Renners, reist in die Hauptstädte der Bundes
Das, was an den Mittelschulen als Geshichte gelehrt wurde, war freilich nur ein lbbild jener verwegenen Geschichtsklitteung, die man in den Gelehrtenkreisen als Am 12. Septemgroßdeutsche“, und später als „gesamtKonzert, das zu deutsche“. Geschichtsauffassung verkundete. evölkerung von Oesterreich hatte wohl auch Historiker von
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praßen etwa so offen zu verherrlichen, wie dies nach dem Jahre 1938 geschah. Man übertünchte die preußischen Machtgelüste mit dem Firnis des sogenannten großdeutschen Gedankens. Wie wir schon bemerkten, bildete die letzte Etappe, welche die an den österreihischen Universitäten heimisch gewordene beschichtslüge unmittelbar vor der Machtngreifung Hitlers erreicht hatte — die geimtdeutsche Geschichtsauffassung. Trotzdem man erstaunt, daß ein Gelehrter von amat, wie Dr. von Srbik, mit der Gebärde Arztes, der einen längst erwarteten Tobsfall ohne Gemütsbewegung feststellt, am 5. März 1938 konstatierte, „daß die Uhr der Eigenstaatlichkeit Oesterreichs abgelaufen ist und daß die Majestät des gesamtdeutschen kolkes an die Stelle der Majestät der Staasen
getreten ist.“ Herr von Srbik hielt, nachdem er in den Reichstag von Hitlers Gnaden aufgenommen worden war, in Kopenhagen einen Vortrag, in dem er dem Nachkriegsisterreich (dessen Minister er übrigens geresen war) die Möglichkeit einer eigenen existenz absprach. Bei der gleichen Gelegenheit rühmte er sogar, „daß die Ostmark im Großdeutschen Reiche die Erfüllung ihres Schicksals gefunden habe“. Wie gesagt, man nußte staunen, daß ein Gelehrter, der ein so bedeutendes Werk über Metternich geschrieben hat, sich mit solchen Fehlurteilen bloßstellen mochte. Es ist uns freilich auch aufgefallen, daß gewisse Ehrenrettungen
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geistigen Wiederaufbau der Heimat werde. Er muß von Persönlichkeiten gepflegt werden, die in sich die Treue gegenüber der geschichtlichen Wahrheit und warme Liebe zum Vaterland vereinigen. Dann wird von ihnen jene überzeugende Wärme ausströmen, die das Feuer einer nachhaltigen Begeisterung für Oesterreich zu entzünden vermag.
Dr. Anton Klotz.
Länderkonferenz am 24. September
Zusammenkunft des Alliierten Rates für Österreich
länder, um dort die Einladungen zur Länderkonferenz, die vom 24. bis 26. September in Wien stattfinden soll, zu übermitteln. An den Besprechungen werden von jedem Bundesland zwei Vertreter der Landesregierung und je zwei Vertreter der Parteien teilnehmen. Bei der Bundesländerkonferenz sollen folgende Fragen zur Besprechung kommen: Anderung der provisorischen Regierung Renner, die Beteiligung der Bundesländer an der Regierung, die Zusammenarbeit zwischen der Staatsregierung und den Landesregierungen, die Wirtschaftsfragen und die Fragen der inneren Politik.
Dr. Renner über die kommenden Wahlen
Wien, 21. Sept. Staatskanzler Dr. Renner erklärte in einem Interview, daß zunächst Landtags= und Nationalratswahlen durchgeführt werden sollen. Gemeindewahlen sollen zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden.
Die Frage Triests entschieden
London, 21. Sept. Der Rat der Außenminister hat grundsätzlich ein Abkommen über die Triester Frage und über die künftige italienisch=jugoslawische Grenze abgeschlossen. Bis zur endgültigen Entscheidung kommt der größte Teil Istriens zu Jugoslawien. Für Triest wird ein internationales Statut aufgestellt.
Die Besetzung Italiens vor dem Ende
Caserta, 21. September. Feldmarschall Alexander erklärte, daß nach der Regelung des Streitfalles mit Jugoslawien um das julisch=venetianische Gebiet, das außerhalb der julisch=venetianischen Provinz liegende Gebiet Italiens wahrscheinlich schon innerhalb weniger Wochen unter die ausschließliche Verwaltung der italienischen Regierung gestellt werden wird. Nach der Beilegung des julisch=venetianischen Konfliktes wird auch dieses Gebiet geräumt werden.
Die Friedensverträge mit Finnland und Rumänien
London, 21. Sept. Wie das offizielle Kommunique berichtet, trat der Rat der Außenminister heute zweimal zusammen, um sich mit der Formulierung der Friedensverträge mit Finnland und Rumänien zu befassen. Die sowjetischen Vorschläge wurden als Grundlage der Besprechungen angenommen. Die britische Delegation unterbreitete Vorschläge hinsichtlich der Friedensverträge mit beiden Ländern. Die amerikanische Delegation legte solche Vorschläge in Bezug auf den Vertrag mit Rumänien vor.
Rudolf
London, 21. Sept. Der bekannte Geopolitiker Karl Haushofer erklärt in einem Interview mit dem „Evening Standard“ Heß habe im Frühjahr 1941 den Sohn Haushofers kommen lassen und ihm er
Die Ladiner
Die Welt, die in den letzten Tagen ihr Augenmerk mit besonderem Interesse auf unser Land, seinen Raum und sein Volk lenkte, mag mit einigem Erstaunen festgestellt haben, mit welcher Geschlossenheit die ladinische Volksgruppe für die Heimkehr Südtirols nach Österreich gestimmt hatte. (Ihr scheint ladinisch mit lateinisch, daher mit italienisch eins zu sein.) Dem Einheimischen hingegen ist diese Tatsache wieder allzu selbstverständlich, ihm ist der Ladiner als guter Tiroler von jeher bekannt über uralte Zusammenhänge möchte hier der Urgeschichtler kurz einiges bemerken:
Die Sprache, die Sitten, die dem Ladiner eigen sind, haben sich aus viel älteren Zeiten des tirolischen Geschehens erhalten als die der deutschsprachigen Gebiete diesseits und jenseits des Brenners. Wer waren denn die ältesten Siedler unserer Heimat? Nicht Germanen und nicht Römer. Illyrer sind die ersten Bewohner des rauhen Berglandes. Sie pflegten in trefflicher Weise eine Almwirtschaft, auf die unsere heutige in ihren wesentlichen Bestandteilen noch zurückzuführen ist. Ja, die meisten Bezeichnungen für verschiedene milchwirtschaftliche Begriffe haben sich aus ihrer Zeit erhalten. Weiters waren sie die Entdecker und ersten Ausbeuter unserer Bergwerke. Die Kelchalpe bei Kitzbühel zum Beispiel war ein wesentlicher Faktor der illyrischen Wirtschaft. Freilich gehörte
noch ein guter Teil des übrigen Alpenraumes zur Wirtschaftseinheit damaliger Zeit hinzu. So z. B. der Mitterberg im Salzburgischen, der auch ein altillyrisches Bergwerk ist.
Weit, weit in die Vergangenheit reicht die illyrische Besiedlung in Tirol zurück. Die ältesten Spuren stammen aus der Bronzezeit, etwa ab 1200 v. Chr. Wir kennen sie aus ihren Urnenfeldern, die der Spaten des Urgeschichtlers den Hauptflüssen unseres Gebietes entlang, am Inn und an der Etsch, ans Tageslicht befördert hat. Seit jener Zeit stellt Tirol in seiner Gesamtheit eine kulturelle und wirtschaftliche Einheit dar. Um Christi Geburt, da die Römer unter Drusus und Tiberius ihre großen Feldzüge nach dem Norden begannen, hatten sie in unseren Alpentälern heftige Kämpfe zu bestehen. Nach verzweifeltem Ringen mußten sich die Illyrer, die in verschiedene Stämme geteilt, die Talschaften besiedelten, ergeben. Doch beziehen die Römer den tirolischen Raum nur in ihr
Verkehrssystem ein. Sie betreiben lebhaften Handel und ihre Sprache wird Geschäftssprache. Zu römischer Dauersiedlung kam es nicht, denn die Leute aus dem sonnigen Süden scheuten die Rauheit des Gebirges, die mühsame Arbeit, um aus dem steinigen Boden Brot zu gewinnen. Die neu eroberten Gebiete in den Alpen faßten sie zusammen in der nun errichteten Provinz Raetia. Das Volk, das innerhalb dieser Grenzen, die über Tirol hinausgingen, wohnte. nannten sie Räter. Im Laufe der Zeit blieb dieser Name
klärt: „Wenn wir nicht jetzt mit dem Kriege Schluß machen, werden wir ihn am Ende verlieren. Wir müssen mit den Engländern sprechen.“
Die Opfer der Nazis in Wien
Wien, 21. Sept. Aus einer Veröffentlichung der provisorischen Regierung geht hervor, daß in Wien allein 70.000 Opfer der Nazis gezählt werden. Dabei sind die 45.000 Juden, die nach Deutschland abtransportiert wurden und über deren Schicksal man nichts mehr gehört hat, nicht mit eingerechnet.
Erholungsaufenthalt für österreichische Kinder in der Schweiz
Das Schweizer Rote Kreuz gibt bekannt, daß ein Erholungsaufenthalt, österreichischer Kinder in der Schweiz in Aussicht genommen ist.
Neuestes vom Tage
Frankreich
Die französischen Truppen werden im Laufe des Monats Oktober in Indochina einziehen.
In der kommenden Woche wird in Paris die zweite Weltkonferenz der Gewerkschaften eröffnet.
General de Gaulle wird sich am 10. Oktober auf zwei Tage nach Belgien begeben.
England
Die englische Regierung hat eine Kommission für den Wiederaufbau der Städte eingesetzt.
Gegenwärtig finden in London zwei Erdölkonferenzen statt. Einerseits zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten und anderseits zwischen den Delegierten der Konferenz für internationale Zusammenarbeit. Auf dieser letzteren entstand der Plan zur Errichtung eines internationalen kooperativen Erdölverbandes.
Vereinigte Staaten
In etlichen Wochen wird eine Luftverbindung zwischen New York und London eingerichtet, mittels welcher diese Strecke in 11 Stunden zurückgelegt werden kann, dank der Geschwindigkert der Apparate, die mehr als 500 Kilometer in der Stunde beträgt.
Ungarn
Der Ministerpräsident Hitlers in Ungarn, Szalassy, ist in Salzburg verhaftet worden und wird nach Ungarn ausgeliefert werden.
Ferner Osten
General MacArthur berichtet, daß in der Hälfte der den Japanern vorgeschriebenen Zeit bereitDreiviertel der japanischen Streitkräfte im Mutterland demobilisiert waren.
Der chinesische Ministerpräsident Dr. Soong hat Frankreich verlassen, um nach Tschunking zurückzukehren.
dann speziell auf dem tirolischen Volke haften.
Die römische Herrschaft brachte es mit sich, daß allmählich auch die römische Sprache in den Gebirgstälern Fuß faßte. Jedoch vermischte sie sich mit dem Illyrischen und, um diesen langen Prozeß kurz zusammenzufassen, es entstand jene Sprache, die wir heute als räto=romanische kennen und zu der auch das Ladinische zählt. Diese hatte sich bis auf den heutigen Tag in den entlegenen Tälern unseres Heimatlandes erhalten. Nicht nur die Sprache; sondern auch die Sitten und Bräuche, ja das ganze Wesen dieser Menschen ist noch so unverfälscht, wahrhaft gediegen und uralt, daß wir von ihnen geradezu als von den Urtirolern sprechen können.
Denn in die übrigen Teile Tirols zog im 6. Jahrhundert n. Chr. eine neue Einwandererwelle ein. Aus dem Norden kamen die Baiern. Sie vermischten sich mit der heimischen Bevölkerung, nahmen deren Bräuche und Lebensgewohnheiten auf und lernten hier die Almwirtschaft kennen. Die Altangesessenen hingegen nahmen die Sprache der neuen Siedler an. Nur in den Tälern, die fernab jeden Verkehrs lagen und schwer zu erreichen waren, konnte sich das Alte bis heute halten. So im Grödnertal in Südtirol und im obersten Inntal in Nordtirol. Der Ladiner aber ist stolz auf seine uralte Tradition, die er sich über Jahrhunderte hinaus erhalten hat, und bekennt sich heute wie ohedem zu seiner Heimat, die nur tirolisch ist, Dr. Maria Wagner.