Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:9
- S.59
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Freitag, 28. September 1945
Der erste Expreßzug Paris—Wien
Innsbruck, 28. Sept. Morgen um 16.30 Uhr trifft in Innsbruck der erste Expreßzug Paris—Innsbruck—Wien ein. Anläßlich dieses Ereignisses wird in Anwesenheit der französischen und österreichischen Behörden ein Empfang am Westbahnhof stattfinden.
Im Anschluß daran werden die hohen Persönlichkeiten die Stadt Innsbruck besichti
gen. Diese Besichtigung wird auch am Samstag und Sonntag fortgesetzt werden. Zu diesem Anlaß wird die Bevölkerung zur Beflaggung der Häuser aufgerufen. Da sich bei diesem Besuch auch Schweizer Gäste befinden, wird die Bevölkerung von Innsbruck ersucht, nach Möglichkeit auch Schweizer Fahnen zu hissen. Dauer der Beflaggung von Freitag 14 Uhr bis Sonntag abends.
Die neue österreichische Regierung
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Wien, 26. Sept. Die Länderkonferenz hat sich auf folgende Ministerliste geeinigt:
Bundeskanzler: Dr. Renner.
Politischer Kabinettsrat: Scherf, Figl, koplenig.
Staatssekretär, des Außeren: Dr. Gruber, Landeshauptmann von Tirol (S. V.).
Minister des Innern: Dr. Honner (K. P.), Unterstaatssekretäre: Dr. Josef
Sommer (Ö. V.), Oberösterreich, Holner und Bumbala.
Staatssekretär für militärische Angelegenheiten: Oberstleutnant Dr. Frany.
Staatssekretär für besondere Verfügung: herglotz.
Unterrichtsminister: Dr. Ernst Fischer.
Jstiz: Gerö.
Filanzen: Zimmermann.
Minister für Land= und Forstwirtschaft: kauh, Staatssekretär Josef Kraus (S.
Niederösterreich.
Handel, Wirtschaft und Industrie: Heinl.
Minister für Ernährung: Koch, Unterhatssekretär: Dr. Josef Winsauer (S. 9), Bregenz.
Soziale Verwaltung: Böhm.
Wiederaufbau: Raab.
Vermögenssicherung: Schumy (S. V.), kärnten, Unterstaatssekretär: Frz. Rau scher (Soz.), Salzburg, Dr. Alfred Nau nann (K. P.), Steiermark.
Die österreichische Volkspartei erhielt eine stärkere Vertretung in der Regierung. Von den neuen Ministern gehören drei der Volkspartei an.
Auf der Konferenz wurde ferner die Regierung Renner aufgefordert, die Voraussetzungen für die Anerkennung der österreichischen Souveränität durch die Alliierten zu schaffen, sowie Oesterreichs Aufnahme in die Organisation der Vereinten Nationen.
In seiner Schlußansprache gab Dr. Renner bekannt, die Tagungen der Länderverwaltung werden von nun an alle zwei Wochen in Wien stattfinden. Die nächste Sitzung ist für 9. Oktober vorgesehen.
Ernährungseinheit für ganz Oesterreich
Die Beratungen der Länderkonferenz waren — so berichtet Radio Linz — von dem Grundgedanken getragen, die Ernährungseinheit über ganz Oesterreich auszudehnen. Hier haben die Länder gezeigt, daß sie das große Verständnis für die Wiener Bevölkerung aufbringen, wenn sie den Wunsch ausdrückten, daß die Ernährungslage in den Ländern gleich jener in Wien sein soll. Damit würden die Länder zu Gunsten der Wiener zu deren Ernährung mit beitragen. Fragen der Sicherstellung der notwendigen Roh
stoffe, vor allem Kohle und Treibstoff, haben ebenfalls einen großen Raum in den Besprechungen eingenommen.
Die Ernennung Dr. Grubers zum Staatssekretär
Ver Gelegenheit hat, den Landeshauptnann Dr. Gruber zu beobachten, der erkennt bald, daß in dieser hohen Gestalt mit den sharf umrissenen Zügen eine Tatkraft wohnt, der es bedarf, um eine Zeit ungeregelter Verhältnisse in die rechten Bahnen zu leiten. Das sinnende Gesicht verrät uns, daß in diesem Kopfe jede Entscheidung sorgfältig erwogen wird. Die Neigung des Forschers, (die klare Nüchternheit des Technikers ver
seinen sich mit der frischen Kraft der jungen keife, um eine Persönlichkeit zu prägen, ddie für eine Meisterung dieser bewegten zit berufen scheint.
Der Landeshauptmann, der am 3. Mai W in Innsbruck geboren wurde, stammt # einfachen Verhältnissen. Nach dem Beschder Bundeslehranstalt für Elektrotechnik nat er als Beamter des technischen Dienstes leim Telegraphen=Fernsprechdienst in Innsbuck ein. Bald wurde er in der gleichen Egenschaft nach Wien versetzt. Schon in
Insbruck hatte er neben seinem Dienste sich an der juridischen Universität einschreiben lassen. In Wien setzte er dieses Studium fort.
der dortigen Universität wurde er zum Loktor der Rechte promoviert. Dr. Gruber eerließ die Laufbahn des technischen Dienstes, um sich der Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis zu widmen. Er wurde als Assistent für Nationalökonomie an die Viener Universität berufen. Zugleich arbeijeie er im Amte des Preiskommissärs. Mit der Nachtergreifung der Nazis wurde Doktor Gruber seines Dienstes enthoben. Die Gestapo ließ ihn nicht mehr aus ihrem Beobachtungskreis. Sie erhob Einspruch, als die A. E. G. in ihrer Rüstungsabteilung anstellen wollte. Infolgedeffen mußte Doktor Gruber zur Firma Telefunken übersie
deln, wo er zunächst als Entwicklungsingenieur und später als Laboratoriumsleiter tätig war.
Dr. Grubers Wirken rechtfertigte allerdings die Aufmerksamkeit der Gestapo in nohem Maße. Hatte er doch gleich nach der überwältigung österreichs in Wien Grup
pen des Widerstandes organisiert. Er besaß dazu um so leichter die Möglichkeit, als er stets mit der Arbeiterbewegung in Verbindung geblieben war. Er hatte viel in den Kreisen der freien Gewerkschaften verkehrt Er war dann von den christlichen Gewerkschaften als Vertrauensmann für die Reinigung der Amter vom Nationalsozialismus eingesetzt worden. Auch in Berlin war er für die österreichische Widerstandsbewegung tätig. Bis zum Ausbruch des Krieges mit den Vereinigten Staaten bildete er den Verbindungsmann zwischen der amerikanischen Gesandtschaft und der Widerstandsbewegung. Danach arbeitete er für den Nachrichtendienst der Alliierten und vor allem für den Verbindungsdienst zu den Gesandtschaften der Alliierten in der Schweiz. Im Jahre 1940
organisierte er in Wien die Widerstandsorganisation „Der Blumengarten“, welche, da sie sich hauptsächlich auf sernen und militärische Befehlsstellen erstreckte, zu einem der Angelpunkte der Bewegung wurde. Ebenso bemühte er sich um die Herstellung der Einrichtung einer Funkverbindungsstelle Wien—Zürich.
Seit dem Jönner 1945 geriet die Gestapo mehr und mehr auf die Spuren der Widerstandsbewegung und damit auch vor allem auf die Person ihres stärksten Aktivisten Dr. Gruber. Im Frühjahr dieses Jahres begab er sich nach Innsbruck. Nicht vielleicht um sich etwa zu verbergen, sondern um auch die Widerstandsbewegung in Tirol. die bisher einer einheitlichen Leitung entbehrt hatte, zusammenzuführen und schlagfertig zu machen. Seine Klugheit, seine Umsicht und die Kühnheit seiner Pläne gewannen ihm rasch das Vertrauen aller, die darauf brannten, ihre Heimat frei zu sehen Sein Verdienst war es, daß der Umschwung in unserem Lande sich beinahe wie eine Ablösung vollzog. Es war selbstverständlich, daf man einen solchen Mann, der Fähigkeiten unter Beweis
gestellt hatte, die den Mann an leitender Stelle zieren sollen, an die Spitze des Landes stellte, als die Unterdrükkung gewichen war.
Seither hat Dr. Gruber unter den schwierigsten Verhältnissen die Geschäfte des Landes geführt. Es wird Aufgabe eines späteren Zeitpunktes sein, in gerechter Weise die ungeheure Mühe und die vollbrachte Leistung zu würdigen. Wenn ihn jetzt Gesamtösterreich als seinen Sachwalter der auswärtigen Angelegenheiten nach Wien beruft, so wissen wir in Tirol, daß diese Berufung einen richtigen Mann an die richtige Stelle bringt. Die Zuteilung des auswärtigen Amtes an einen Vertreter Tirols bringt weiterhin klar zum Ausdruck, daß österreich die Südtiroler Angelegenheit als die wichtigste außenpolitische Aufgabe be
trachtet, die gegenwärtig zu lösen ist. Man erinnert sich, mit welchem hervorragenden Geschick Dr. Gruber bei der Großkundgebung in Innsbruck die Umrisse der Südtiroler Frage gezeichnet hat. Er ist der geeignete Mann, um diesen Herzenswunsch Tirols und österreichs vor dem Forum der Mächte mit den Waffen strenger Sachlichkeit zu vertreten. So verbinden wir denn mit dem Danke an den Landeshauptmann für seine bisherige Arbeit zugunsten des Landes den Wunsch, daß ein glücklicher Stern den Antritt des neuen Amtes, mit dem er bekleidet wurde, begleiten möge.
Die Bezirks= und Provinzialwahlen in Frankreich
Zuwachs der Linksparteien
3 Sitze, Sozialisten S. F. J. O. 281 Sitze, U. D. S. R. 20 Sitze, Republikanische Sozialisten, Unabhängige Sozialisten und Alte Sozialisten 48 Sitze, Radikalsozialisten 263 Sitze, Unabhängige Linke 6 Sitze, Republikanische Volksbewegung 88 Sitze, Unabhängige Radikale 59 Sitze, Republikanische Linke und demokratische Alliance 71 Sitze, Republikanische Föderation und U. R. D. 123 Sitze, Republikanische Einheit (Republikanisch patriotische Union, Partei der republikanischen Erneuerung) 1 Sitz, Konservative 23 Sitze, Unabhängige Rechte 9 Sitze, übrige Parteien 110 Sitze.
Paris, 26. September. Die ersten Wahlen für die Bezirks= und Provinzialvertretungen (Conseils generaux) in Frankreich brachten den Linksparteien einen starken Zuwachs. Die Sozialisten S. F. J. O. sind im Vorsprung gegenüber den Kommunisten. Der Minister des Inneren gab folgende Zahlen für 2230 Kantone (Bezirke) bekannt, von denen 1185 Sitze endgültig vergeben wurden und 1045 in die Stichwahlen kommen. Die 1185 gewählten Mandate verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: Kommunisten 80 Sitze, M. U. R. F.
Die Rede de Gaulles
Paris, 26. September. Der Chef der provisorischen Regierung Frankreichs, General de Gaulle, sagte in seiner Rede, über die wir bereits kurz berichtet haben, noch unter anderem:
„In einer blutenden Welt, die hart und mit Ruinen übersät ist, haben wir gemeinsam mit den Alliierten den Frieden zu befestigen. Der Zusammenbruch gewisser Staaten,
Aufstieg gewisser anderer Staaten, die Leiden, die alle durchgemacht haben, haben den Umfang und den Charakter der Probleme von einst von Grund auf geändert. Daher ziemt es sich vor allem, daß Frankreich sich versichert, was ihm nach diesem dreißigjährigen Kriege notwendig ist. Frankreich braucht, daß es längs des Rheins die Iforten bewacht, die nach Frankreich führen. Frankreich muß in der Lage sein, unter den esten und edlen Völkern des Orients seinen reundschaftlichen Einfluß geltend zu machen. Frankreich muß die Möglichkeit gegeben erden, Indochina zur Freiheit und zu Zohlstand zu führen.
Unsere Produktion beträgt jetzt die Hälfte der vor dem Kriege. Wenn wir nach einem Jahre die Leistungen verooppeln konnten, werden wir sie neuerdings verdoppeln müssen. In dem Maße, in dem unsere materielle Lage sich bessert, können wir Reformen in Angriff nehmen. Gewiß, wir haben angefangen.
Es sind bereits gewisse wesentliche Maßnahmen ergriffen worden. Unter den politischen Maßnahmen nenne ich: die Gewährung des Stimmrechtes an die Frauen, das Wahlstatut für Algerien, die Zulassung der gewählten Vertreter unserer überseegebiete zu der demnächst tagenden konstituiernden Versammlung.
Unter den sozialen Maßnahmen nenne ich: die Schaffung von Komitees in den Un
ternehmungen, die alle Arbeiter der Betriebe zu Wirtschaftsgemeinschaften vereinigen, die Nationalisierung unserer großen Kohlenbergwerke im Norden und im Bas=de=Calais, Erneuerung des ganzen Apparates der sozialen Versicherungen, die dem einzelnen Garantien gegenüber den Gefährdungen des Lebens verleihen und die die Versicherten selbst zu einer Betriebsgemeinschaft zusammenschließen für die Güter, die für sie bestimmt sind.
An Reformen auf dem Gebiete der Verwaltung nenne ich die Einführung einer nationalen Schule, die großzügig und in vollkommen gleicher Weise für jeden jungen Franzosen offen steht, damit das Personenmaterial für die öffentliche Verwaltung einheitlich und wohl geschult werde, um sie in ihrem Berufe zu kräftigen und sie für eine Karriere fähig zu machen, die die schwere Aufgabe und große Ehre einschließt, dem Staate zu dienen. Jede dieser Reformen ist früher oft besprochen worden, ohne daß es zur Verwirklichung kam. Wir haben sie im Laufe von 18 Monaten durchgeführt.
Unsere Generation muß fest im Glauben mit Vernunft und fleißiger Arbeit alle ihre Kräfte zusammenraffen. In der Zeit, in der wir leben, können wir nicht, ohne uns größten Gefahren auszusetzen, zu einem System der Ohnmacht und Unbeständigkeit zurückkehren, wie wir es vor dem Kriege kannten, noch dürfen wir uns Krisen und Abenteuern aussetzen. Angesichts der Notwendigkeiten der Gegenwart und der Verpflichtungen gegenüber der Nation sind Intrigen, die Vorwürfe des schlechten Glaubens, die Ausbeutung der Unzufriedenheit, zugleich absurd und schädlich. Es sind das nichts anderes als die mittelmäßigen Spiele einer Epoche, die vergangen ist. Eine Welt, die so ist wie die unsere, gestattet einem großen Lande nicht länger, sich zu verzetteln und zu
schmächen.“
Gesellschaft der Freunde Frankreichs
Eröffnungsabend in der
Innsbruck, 27. September.
Im Festsaale Tirols — so darf man den Riesensaal der Hofburg wohl nennen — fand heute der Eröffnungsabend der österreichischen Gesellschaft der Freunde Frankreichs statt. Die Zeit des Anschlusses hat uns von der Kulturwelt nicht nur abgeschlossen sondern abgekapselt. Nun sind die Hindernisse gefallen, die uns den Weg zum gegenseitigen Austausch der wertvollen Kulturgüter versperrt haben. Die Gründung der Gesellschaft der Freunde Frankreichs ist ein
erster großer Schritt zur Wiederaufnahme der kulturellen Beziehungen. Fernab von aller Politik will die Vereinigung die große Kulturtradition Frankreichs, des Vaterlandes unentbehrlichster menschlicher Werte, und die Kulturleistungen, an denen das Frankreich der Gegenwart reicher ist als manche andere Länder, der österreichischen öffentlichkeit vertraut machen: Nur insoferne kommt diesen Bestrebungen eine politische Bedeutung zu als ja die gegenseitige geistige Fühlungnahme selbstverständlich zur gegen