Tiroler Tageszeitung 1945
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- S.1
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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „C. T.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Tprolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Montag, 1. Oktober 1945
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Mit der Verfügung des Generals Bethouart, dem Chef der französischen Milärregierung für Österreich, sind nun auch die Gewerkschaften für das französisch besetzte Gebiet zugelassen. Das ist ein entscheidender Beweis, mit welch wohlwollendem Verständnis und starkem Vertrauen die Vertreter der großen französischen Nation der Neugestaltung der Demokratie in Österreich gegenübertreten.
Dieser für die Arbeiterschaft ungemein nichtige Schritt der Besatzungsbehörden gibt den Arbeitern, Angestellten und Beamten in ganz Österreich die Koalitionsfreiheit zu
krück. Damit erhält die österreichische Arbeikierbewegung wiederum jene freien Grundlagen, die sie vor der Auflösung der freien Gewerkschaften im Jahre 1934 besessen hat. Rit über einer Million Mitglieder waren die gewerkschaftlichen Organisationen ein ledeutender Faktor, der die Interessen seiner Mitglieder wirksam vertreten konnte. Die sozialpolitische Gesetzgebung Österreichs, ein Werk Ferdinand Hanusch"s und seiner Gewerkschaftsvertrauensmänner, war beispielgebend für die Länder Europas.
Die Arbeiterschaft war das erste Opfer des Faschismus, die unter seinen Barbareien an grausamsten gelitten hat. In allen Ländern, in denen der Faschismus zur Macht kam, zerschlug er vorerst die freien Arbeiterorganisationen, schaltete das Selbst= und Nitbestimmungsrecht aus, zerriß die internationalen Verbindungen zu den freien Lölkern der Welt und kerkerte die Funktionäre und Vertrauensmänner ein.
De Arbeiterschaft unterlag. Die Grundlgen des freien und unabhängigen Österuchs wurden zerstört, die Brucke vom zum Osten zerbrochen und die kaune faschistische Gleichschaltung mit Deutschland und Italien leitete den WeltKrieg ein.
Das Erbe ist furchtbar. Wir sind arm. Dir müssen unsere ganze Arbeitskraft und alle Energien für den Wiederaufbau der Birtschaft einsetzen und konform mit dem Biederaufbau der Wirtschaft unsere gewerkschaftlichen Organisationen aufbauen. sicht nur in der Wirtschaft ist alles ausgeplündert, sind die Reserven verbraucht, die ehemaligen Einrichtungen der Arbeiterschaft sind vernichtet und die Unterlagen der Organisationsarbeit verbrannt.
vo wie die demokratischen Grundkräfte sich zum Heil Österreichs vereinigen, so werden auch die Gewerkschaften auf einer überarteilichen Grundlage errichtet. Der politische Meinungsaustausch wird zwar nicht uterbunden, aber keinesfalls dürfen die Gewerkschaften die Plattform für leidenschaftliche weltanschauliche Auseinandersetzungen bilden und sich nicht auf politische Schlagworte festlegen, sondern müssen im paktischen Wirtschaftsleben stehen.
Die in den Gewerkschaften organisierten
hen und für die begangenen Kriegsverbrechen. Daher reicht die Gewerkschaftsinternationale noch bevor Österreich in die Vereinten Nationen ausgenommen wurde, der österreichischen Arbeiterschaft brüderlich die Hand und der Österreichische Gewerkschaftsbund steht nicht mehr allein den schwierigen Folgen des Krieges gegenüber.
Die Arbeiterdelegierten von 69 Nationen, hinter denen 66 Millionen gewerkschaftlich organisierte Arbeiter ohne Unterschied der Rasse, der Hautfarbe und der Konfession stehen, deren Organisationsnetz über alle Länder und Kontinente sich erstreckt —
Amerika und Rußland mit einschließend fassen in Paris wichtige Beschlüsse. österreich ist zu den Beratungen zugezogen und wird der Beschlüsse teilhaftig. Die größte und bedeutendste Weltföderation der Erde beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau nach dem Kriege und mit der Organisierung und Aufrechterhaltung des Friedens unter allen Nationen und wird die Entscheidungen der Großmächte wesentlich beeinflußen und die Friedenskonferenz der Vereinten Nationen wirksam unterstützen.
Knechtelsdorfer, der Vorsitzende der prov. Landesexekutive.
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Wirtschaftspold jätbeiter, Angestellten und Beamten, d. h. 1 mit der Le##ider Tätige, will und soll Nutznießer seiArbeitsproduktes sein und durch das schaffenchmeng Afprachrecht in der Wirtschaft und dem hnwendigen Abestimmungsrecht im Staate muß der in zustehende Lebensstandard gesichert #erden. Allem voran ist es notwendig, bei # Lösung der komplizierten Nachkriegsnebleme die Ernährung, die Brennstoffversowie den Wohnraum zu sichern, in gerechtes Verhältnis zwischen Lohn und geis zu ermitteln, die Einschaltung der negsversehrten in den Produktionspro
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denn je ist die befriedigende Löung der Nachkriegsprohleme nur im Zusammenhange mit der Weltwirtschaft und in ster Zusammenarbeit mit den internationain Faktoren möglich.
jeder von uns begrüßt es mit tiefer Gee Kaamiefüchiuung, daß die Gewerkschaftsinternatio
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Leit=Gewerkschaftskongreß nach Paris einaden hat. Dies ist nicht nur eine Anerkennung der alten österreichischen Gewerkhaftstradition, sondern auch eine Auszeichder österreichischen Arbeiterschaft für Haltung. Unsor Land als Ganzes ist icht verantwortlich für das Kriegsgesche
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Wien, 30. September. Entsprechend der Wichtigkeit der österreichischen Ernährungsfragen wurde auf der Länderkonferenz eine eigene Unterkommission für Volksernährung bestellt, die unter dem Vorsitze des Staatssekretärs Korp ihre Beratungen durchführte. In der Kommission waren alle Bundesländer vertreten. Die in der Kommission erzielten einmütigen Beschlüsse zeigten von dem festen Willen, Oesterreich als Einheit auch auf wirtschaftlichem Gebiete erstehen zu lassen. Es war von vornherein klar, daß ein einheitlicher Ernährungsplan für das ganze österreichische Staatsgebiet konsequent durchgeführt werden müsse, um dem schwierigen Problem der Volksernährung Herr zu werden.
In der Ernährungskommission wurde auch mit aller Deutlichkeit und mit großem Ernst darauf hingewiesen, daß die schwierige Ernährungslage und die drohenden Gefahren des Winters eine gewissenhafte und beschleunigte Erfüllung der Ablieferungspflicht der lundwirtschaftlichen Erzeuger erfordert. Diese Feftstellung war notwendig, um jene Nachkriegsmoral, die wir schon nach dem ersten Weltkriege empfindlich gespürt haben, auszumerzen und jenen Teil der landwirtschaftlichen Erzeuger, für die es nottut, zu einer solidarischen österreichischen Denkungsart zurückzuführen. Wenn es auch nicht viele sind, die sich im Banne des Nachkrieges befinden, so besteht doch die Gefahr des schlechten Beispiels, das andere ansteckt.
In diesem Zusammenhange wurden auch die Fragenddes Schleichhandels und der Schwarzmärkte erörtert. Die Regierung steht auf dem gesunden Standpunkt, die Nachkriegserscheinungen mit aller Schärfe zu bekämpfen. Auch das österreichische Volk muß jedenorts und jederzeit diese Mißstände bekämpfen, denn es liegt in aller eigenem Interesse, die Gestalten der Schwarzmärkte, diese Aasgeier der Notzeiten und Totengräber unserer Währung, zum Verschwinden zu bringen.
Die lange Abgeschlossenheit der einzelnen Bundesländer von den benachbarten Ländern und Wien hat es mit sich gebracht, daß die einzelnen Länder für sich Kompensationsgeschäfte abschlossen. Diese bisher notwendigen territorialen Ein= und Ausfuhrverträge müssen zugunsten einer zentralen Disposition weichen.
Ein anderer Zusammenhang besteht zwischen Ernährungsfrage und dem Flüchtlingsproblem, das dringend einer Lösung durch die alltierten Mächte bedars. Die Ernährungskommission, war sich darüber vollständig im Klaren, daß Oesterreich allein trotz des entschlossensten Willens zur Selbsthilfe nicht in der Lage ist, eine schwere Ernährungskrise und die damit verbundenen sozialen und gesundheitlichen Gefahren abzuwenden, wenn nicht die österreichisch Wirtschaft in dem Ausmaß wieder belebt wird, daß es, so wie früher, im Wege des Güteraustausches den Ernährungsbedarf
105.000, zurückgekehrt 2000
Genf, 1. Oktober. Das Komitee der Deportierten veröffentlicht eine Statistik über die Massenhinrichtungen von Juden und politischen Gegnern in Deutschland. Von 400.000 Personen, die aus Frankreich, Belgien, Holland und Norwpegen während des Krieges nach Deutschland geschleppt wurden, konnten lediglich 50,000 wieder aufgefunden und in ihre Heimat zurückgeführt werden. Die Statistik veröffentlicht folgende Zahlen:
„Jüdische Deportierte:
Belgien: 28.000, zurückgekehrt 1289
1255
Frankreich: bis 4000;
Holland: 110.000, zurückgekehrt 5000; Norwegen: 734, zurückgeköhrt 12.
Politische Deportierte: Belgien: 15.000, zurückgekehrt 8922; Frankreich: 120.000, zuruckgekehrt 21.000; Holland: 20.000, zurückgekehrt 2506; Norwegen: 8000, zurückgekehrt 6500. Im übrigen ist der Gesundheitszustand der politischen Deportierten und jüdischen Zwangsverschleppten, die in ihre Heimt zurückkehrten, ein äußerst kläglicher.
Verbrennungs.
in einem nationalsoizanstischen Konzentrationslager bei Straßburg.
aus dem Auslande deckt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es aber von entscheidender Bedeutung, daß die alliierten Mächte und deren internationale Institutionen Oesterreich durch Lebensmittelzuschüsse unterstützen.
Die Länderkonferenz hat diese Vorschläge einhellig angenommen.
Aus den Beschlüssen
Die wichtigsten Beschlüsse der Länderkonferenz betreffen:
1. Herstellung der Einheit in der Anwendung des Oesterreichischen Rechtes.
2. Die registrierten Nationalsozialisten sollen durch Kommissionen aus Vertretern der demokratischen Parteien einhellig klassirziert werden. Auch soll der Begriff der Illegalität genauer formuliert werden.
3. Die Wiedereinstellung in den Dienst muß nicht in jedem Falle von einer behorde genehmigt werden.
4. Einheitliche Lebensmittelkarten, Höchstverbrauchssätze und Verbraucherkategorien für ganz Österreich.
5. Schritte bei den Alliierten für einen österreichischen Freihafen in Triest.
6. Rasche Handelsvertragsverhandlungen mit den Ländern des Ostens und Südostens.
7. Verstaatlichung der Schlüsselindustrien, Einrichtung einer Planungsstelle.
8. Reform der sozialen Gesetzgebung.
9. Die Postsparkassa wird ihren Betrieb wieder aufnehmen.
10. Es sollen noch in diesem Jahre Neuwahlen in den Nationalrat und in die Landtage vorbereitet werden. Als Wahltermin wird der 25. November in Aussicht genommen.
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Neue Autoindustrie in österreich
Die großen Firmen Steyr, die Wiener Unternehmung Fiat, Froß=Büssing, Gräf & Stift und Saurer haben sich zu einer Produktionsgemeinschaft zusammengeschlossen und mit der Arbeit begonnen. Von vornherein stand fest, als dringlichste Aufgabe die Erzeugungvon Lastautos in Angriff zu nehmen, während für die Erzeugung von sonenautos die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse abgewartet werden muß.
Die Steyrwerke bringen einen Rädertraktor für die Landwirtschaft und einen 3=Tonnen=Lastkraftwagen heraus, der die Fortentwicklung einer bereits produzierten Steyr=Type darstellt. In der Arbeitsgemeinschaft der Wiener Firmen Fiat, Gräf & Stift und Saurer ist ein [5=Tonnen=Diesellastkraftwagen entworfen worden, der den Namen „Wien“ erhalten hat und sich aus den bewährtesten Konstruktionselementen der drei Firmen zusammensetzt. Die Einrichtungen für die Serienproduktion sind vorhanden, so daß sie in großem Umfang ausgenommen werden kann, wobei eine große Verkaufsorganisation für den zentralen Vertrieb der Fahrzeuge forgen wird. Außerdem wird Froß=Büssing einen bereits bewährten 6.5=Tonnen=Wagen in Serien von 109 Stück im Monat erzeugen,
der sich vor allem für den Export eignen dürfte.
219.000 Kilo Nickel sichergestellt
Wien, 30. Sept. Wie das Gremium der jüdischen Kaufmannschaft dem Wiener Bürgermeister, General Körner, mitteilt, ist es dem Gremium mit Hilfe des österreichischen Geschäftsträgers in Prag. Dr. Richter, gelungen, eine Ladung von 210.000 Kilo Nikkel, die auf einem Schiff auf der Elbe verladen und für die Ternitzer Stahlwerke in Niederösterreich bestimmt waren, für die österreichische Wirtschaft sicherzustellen und nach Österreich zu dirigieren.
Hinrichtungen zahlreicher Wiener Priester
ien, 30. September. Das Wiener Diözesanblatt“ bringt eine Liste von Priestern aus Wien und Niederösterreich, die noch knapp vor dem Kriegsende gefallen oder in den letzten Wochen des nationalsozialistischen
tor Angelus Steinwender, am 15. April in der Strafanstalt Stein ermordet.