Tiroler Tageszeitung 1945
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Dienstag, 2. Oktober 1945
Mippech
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Schuld und Gühne
Schwer lasten die Folgen des Krieges auf mserer Heimat, die Wunden, welche seine eeißel schlug, sind noch keineswegs vernarbt. de schreckliche Zeit des Terrors liegt uns sch wie ein Alp in den Gliedern und densoch österreich und damit unser Heimatland tol muß dessen ungeachtet an den Wiederufbau schreiten. Die berufenen Vertreter der kereinten Nationen haben uns mit Recht icht im Unklaren darüber gelassen, daß ihre hife, so wertvoll sie sein mag, den Willen im Wiederaufbau seitens des österreichischen kolkes selbst zur Voraussetzung hat.
So zahlreich die Verluste an Gut und Blut und, noch nachhaltiger erscheinen die Zerstöungen, welche das Terrorregime an der seeie des Volkes, der Denkungsart und sei#urkilm, suche sen inneren Wesen angerichtet hat. Sieben ivern Kunket“ sunge Jahre mußten wir uns sozusagen an 12.30 sellen Straßenecken in die Ohren brüllen lasStaubsauger, sin daß menschliche Gefühle, wie Mitleid, ichtung vor dem Gegner, ja jede menschliche sgung überhaupt Zeichen von Schwäche snd, die Herrenmenschen zu unterdrücken nd auszurotten haben. Haß, tiefer Haß, lenichtungswille gegen alles Menschliche uurde gepredigt und als Kern unseres innei Lebens gepriesen. Das Goebbelswort: sache ist ein Gericht, das kalt genossen wermn nuß, war Ausfluß dieses Irrwahnes. san
sprach von „alttestamentarischem“ Haß nd vergötterte bestialische Gefühle, welche e#beschatten, was die Geschichte an Unmnschlichkeiten überliefert.
Lßdies an unserem Volke, besonders der #end nicht spurlos vorüberging, ist nur nülich Der Wiederaufbau des äußeren ##unserer Heimat hat aber innerliche esundung zur Voraussetzung. Nicht nur, #ilunser Land arm an materiellen Gütern ndklewist und sein Ansehen in der Welt ucht in einer Großmachtstellung verankert wissen will, nicht nur weil der Begriff und dr Name österreich mit Kultur, Veredlung, fortschritt und Wissenschaft unlösbar ver
unden ist, sondern weil weit darüber hinuus jede materielle Gesundung einen Einliang der Herzen und den gemeinschaftlichen öilen zum Fortschritt voraussetzt; Häuser sund Kleider sind äußere Hüllen, welche Lein in sich bergen, Kernpunkt bleibt das Leund seine Gestaltung, davon aber Endes auch das äußere Aussehen
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Frankreichs Wiederaufbau
Paris, 30. September. Frankreich hofft, im kommenden Jahr 10 bis 20 Prozent der während des Krieges zerstörten Gebäude wiederaufzubauen. Dies erklärte der französische Wiederaufbauminister Racul Dautry am Samstag in einer übersicht über den offiziellen Wiederaufbauplan für das Jahr 1946. Als weitere Ziele wurden für das Jahr 1946 festgelegt: „Der Wiederaufbau von 20.000 bis
140.000 Industriegebäuden, die Wiederinstandsetzung von 60 Prozent der leichtbeschädigten Bauten und die Erri uung von 30.000 bis
60.000 neuen Wohnbauten.“ Dautry betonte, daß es sich dabei nur um die „Ankurbelungsperiode“ handle. Er rechne damit, eine halbe Million französischer Arbeiter und 1 Million deutscher und ausländischer Arbeiter bis Jänner zur Verfügung zu haben, obgleich derzeit nur 40.000 deutsche Arbeiter bei
den Aufräumungs= und Wiederaufbauarbeiten eingesetzt sind. Seiner Schätzung nach werden mindestens 250.000 Arbeiter für den Wiederaufbau der Industriegebäude nötig sein, ohne die das wirtschaftliche Leben des Landes nicht wieder in Gang kommen kann. Kohle und Kraftstrom sowie auch Mittel zur Finanzierung einer Modernisierung der französischen Werkzeugmaschinenausrüstung aus Deutschland und den Vereinigten Staaten werden nötig sein, um diese Projekte verwirklichen zu können.
12 Angehörige der Vichy=Miliz zum Tode verurteilt
Toulouse, 30. September. Zwölf Mitglieder der französischen Vichy=Miliz des Joseph Darnand wurden bei dem heute abgeschlossenen Prozeß zum Tode verurteilt.
Pressestimmen zur Konferenz der Außenminister
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12. gegen Reise chängen. Dies bedingt die Notwendigkeit Früberhof, Zim. iner fern vor äußerem Zwang und Abhän127 ggkeit stehenden Gemeinsamkeit, in welche schuhe, Größei spir auch die Verirrten von gestern einge10111ur sclossen wissen wollen. Hier ist aber ein
tasche für led lunstes Wort am Platze. Keine Gemeinschaft Tur komol. Kat saünschen wir mit jenen, welche in der trauuschen gesuen sizen nacht der vergangenen Jahre wie 52, Univ. 1„ 2 shänen und Schakale ihre langgezogenen itstiefel, Gr.# schreie ertönen ließen und damit das Geerstiefel, Gr. 8 sumer der gemarterten Opfer zu überDeutasch-Seh scen versuchten. Wir wollen keine Brücke it erhalt## ##terroristen bauen, es gelüstet uns nicht ahen Hamer lich dem anderen Ufer, dessen wahres Ge
ernalten, grick icht wir kennen lernten. Von ihnen trennen ellt ut. 3. jas nicht Ströme, sondern Meere, ein Brük12 sunschlag bleibt ausgeschlossen. Haben sie die igene Heimat in größter Notzeit verraten, im preußischen Militarismus überantwor# und am Ziele angelangt, jeden Wider#uch und jede Warnung bewußter Östernicher mit Einkerkerung und Galgen beantwrtet, Krieg und Elend in das Land getacht, die Leidenszeit des Volkes immer #g gestreittsge“ frieder verlängert und den Namen ihres Vakon anLerper jklandes der Verachtung preisgegeben, mörmuntel mit zel ien sie nun die Folgen tragen. Wir freuen #agen: Inusbien sus nicht darüber, denn Rache= und Vergelgewagen (viel sugsgefühle wollen wir beiseite lassen, sehen eeien oder guten scher mit Staunen das Walten
einer höheren en Skiam prach (Gerechtigkeit, in deren Mühlen es heißt. sie langsam aber sicher mahlen. ünsere Augen sind vornehmlich auf jene erichtet, welche irregeführt den Taumel mitnachten und nur allzu spät, aber immerhin nnachten, den Irrtum erkennen und — das Rentscheidend —bereit sind, die daraus entsringenden Folgerungen zu tragen. Daß diese hart sind, st nicht mit unserem Willen
London, 1. Oktober.
„Daily Mail“ vertritt die Ansicht, es sei für die vom Rate der Außenminister zurückgelassenen Probleme keine Entwirrung möglich, ohne daß die große. Fünf, Truman, Attle, Stalin, de Gaulle und Tschiangkeischek zu einer Besprechung zusammentreten. Diese Besprechungen müssen sehr bald sein, um über wichtige prinzipielle Fragen eine Einigung herbeizuführen. Der Rat der Außenminister soll im November oder Dezember neuerdings in London zusammentreten, um die Besprechungen fortzusetzen.
Der Föderalismus — die Zukunft
„Le Monde“ bespricht grundsätzlich die Zoneneinteilung in Österreich und in Deutschland und erörtert die Schwierigkeiten, die sich insbesondere für Österreich infolge des kleinen Umfanges der Zonen ergeben. Das Blatt knüpfte an diese Betrachtungen die Bemerkung, es liege im Zuge der Entwicklung, daß sowohl Österreich wie Deutschland föderalisiert werde. Man könne nur wünschen, daß diese föderalistischen Gliederungen sich auf die Tatsachen der Geographie und Geschichte stützen werden.
Das Hauptquartier der 7. amerikanischen Armee gibt ie Zusammensetzung des neuen württembergisch=badischen Kabinettes bekannt. Ministerpräsident ist der Demokrat Dr. Reinhold Meier. Innenminister Fritz Ulricht (Sozialdemokrat), Handelsminister Josef Andree (Zentrum), Postminister Steinmeier (Sozialdemokrat), Justizminister Josef Beyerle (Zentrum), Kultusminister Theodor Heuß (Demokrat).
Auch in Bayern hat sich eine Anderung vollzogen. Der bisherige Ministerpräsident Dr. Friedrich Schäffer ist zurückgetreten.
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### Sirabe 5/164 azen erscheint an sich als Ausfluß bestiali052 u h. Terlet er Regungen, es können daher auch die ien 32/4, 16n aprigen nicht anders als hart sein. Sie begasten uns alle, ob schuldig oder nicht.
Regierungsumbildung in
An seine Stelle tritt der Sozialdemokrat Dr. Wilhelm Högner. Der Rücktritt Dr. Schäffers ist eine unmittelbare Folge der Erklärungen Pattons, die in den USA. heftigen Widerspruch ausgelöst hatten.
20 Millionen Tote in den K.=Z.
Berlin, 1. Oktober. Das Hilfskomitee für die Opfer des Nazismus erklärt, daß in den deutschen Konzentrationslagern mehr als 20 Millionen Menschen den Tod gefunden haben.
Rechtsstellung österreichischer Staatsangehöriger in der Tschechoslowakei
Gemäß einer Meldung von Radio Preßburg hat der österreichische Bevollmächtigte für die Slowakei, Lenhardt, über die Lage der österreichischen Staatsbürger in der Tschechoslowakei folgende Erklarung abgegeben: Mit der Aufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen werden die Interessen österreichischer Staatsangehöriger in der Tschechoslowakei von den Delegierten der österreichischen Regierungskommission in Prag gewahrt. Alle jene Personen, die am 13. März 1938 die österreichische Staatsbürgerschaft besaßen oder die ursprünglich Österreicher waren und um die Wiederverleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft ansuchen, werden automatisch österreichische Staatsbürger, falls sie nicht in der Zwischenzeit eine andere Staatsbürgerschaft
angenommen haben. Verordnun
Wenn die maßgebenden Stellen in Zusammenarbeit mit der Französischen Militärregierung sich bemühen, die Verteilung so zu lenken, daß die Hauptlast auf die Schultern derjenigen drückt, welche an dem Geschehen mitschuldig sind, ist der Zeitpunkt für diejenigen, die nun ehrlich den Weg zur Heimat wiederfinden wollen, gekommen, durch tätige Sühne ihren geänderten Sinn zu erweisen und ihren ernstlichen Willen zur Wiedergutmachung darzutun. Für Worte ist nach dem Propagandaschwall vergangener Jahre niemand empfänglich. Die Tat allein entscheidet über die Ehrlichkeit des Bestrebens, bei ruhiger überlegung werden diese Kreise selbst Möglichkeiten suchen, wieder gut zu machen und hier fin sich unsere Wege. Haben sie
den Willen, werden sie am Wiederaufbau
gen bezüglich deutscher Staatsbürger findet auf österreicher keine Anwendung, insofern sie sich nicht zum Nachteil der Tschechoslowakischen Republik betätigt haben. Eine dem Amt des österreichischen Bevollmächtigten in Prag angeschlossene Untersuchungskommission wird allen österreichern, die sich gegen die Tschechoslowakei nicht feindselig betragen haben, Ausweise ausstellen. Die Träger dieser Ausweise werden die Rechte Nicht=Deutscher, Ausländer genießen.
Schnellzugverkehr Klagenfurt—Wien Ab 1. Oktober wird an drei Tagen der Woche der durchgehende Schnellzugverkehr auf der Strecke Wien—Villach—Graz—Bruck a. M.—Villach, ferner Ainz—Salzburg—Badgastein—Villach—Klagenfurt sowie Linz— Graz und Salzburg—Selztal—Graz in beiden Richtungen ausgenommen werden, ebenso der durchgehende Personenzugverkehr Klagenfurt—Mal nitz—Salzburg.
der Heimat mehr zu leisten streben als andere, sie werden es nicht als Strafe, sondern als Sühne empfinden, wenn sie größere Lasten zu tragen haben; je ehrlicher je einmütiger, desto schneller sind wir am Ziele, dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Gemeinsam wollen wir die Schuttmassen nicht nur von den Straßen unserer Stadt, sondern auch von den Herzen, deren menschliche =Regungen sie zu ersticken und erdrücken drohten, wälzen.
Auf dieser gemeinsamen Straße werden wir für uns und unsere Kinder den Weg zu einer lichteren Zukunft freimachen, alle erfüllt von der gemeinsamen Idee eines den Fesseln der Knechtschaft entronnenen, endlich freien Vaterlandes — Österreich.
Dr. v. Peisser, Magistratsrat.
Neuestes vom Tage
Frankreich
In Frankreich wurde die Zensur über die Presse aufgehoben.
Die wirtschaftlichen Erfolge der Reise General de Gaulles nach den Vereinigten Staaten äußern sich bereits in einer beträchtlichen Erhöhung der Einfuhren von Lebensmitteln aus den Vereinigten Staaten nach Frankreich.
Vereinigte Staaten
Der amerikanische Senat bestätigte einstimmig die Erhebung Robert Harrisons zum Staatssekretär im Kriegsministerium.
General Josef Mac Nearny wurde zum Nachfolger Feldmarschall Alexanders als alliierter Oberbefehlshaber des Mittelmeerraumes ernannt.
Sowjetrußland
In Moskau wird die Massenproduktion von Häusern geplant, die mit Inneneinrichtungen, Beleuchtung und Kanalanlagen innerhalb von drei Tagen durch acht bis zehn ungeübte Arbeiter errichtet werden können.
Jugoslawien
Marschall Tito hat die höchste Sowjet=Auszeichnung erhalten.
Ungarn
Ungarn hat die diplomatischen Beziehungen mit Rußland ausgenommen. Ebenso vernimmt man aus Washington, daß Ungarn die diplomatischen Beziehungen mit Amerika bald wird aufnehmen können.
„Times“ erklärt, daß die Anerkennung der provisorischen Regierung in Ungarn durch die Alliierten merklich näher rücke.
Deutschland
Laut Bericht des britischen Rundfunkes hat der Bischof von Mainz, Dr. Stöhr, General Eisenhower einen Plan für die Schaffung einer deutschen. katholischen Jugendbewegung unterbreitet.
Der Erzbischof von Westminster, Dr. Griffin, wird mit Kardinal Faulhaber in München zusammentreffen.
Tod österreichischer Schriftsteller
In Newyork starb der Wiener Dichter und Bühnenschriftsteller Richard BeerHoffmann im Alter von 79 Jahren. — In Hollywood starb der berühmte ehemalige Musikkritiker der „Neuen Freien se“. Julius Korngold im Alter von 84 Jahren.
Weltgewerkschaftskongreß gegen Spanien
Paris, 30. September. Der Weltgewerkschaftskongreß empfing einen Bericht des Beglaubigungsausschusses über die Zuteilung der Stimmen an die einzelnen Delegationen auf der Grundlage der Mitglieder, die sie vertreten, und einen Aufruf für eine Aktion der Arbeiter in aller Welt zur Wiedererrichtung der Demokratie in Spanien.
Die erste Verhandlung gegen die Großkriegsverbrecher
London, 30. September. Das Exekutivamt für Kriegsverbrechen gab bekannt, daß der alliierte Gerichtshof für Kriegsverbrechen, der in Nürnberg gegen 24 Nazi=Kriegsverbrecher verhandeln wird, seine erste Sitzung am 8. Oktober abhalten wird.
Wegen Ermordung alliierter Flieger werden Generalfeldmarschall Kesselring sowie sein Nachfolger als Oberbefehlshaber der deutschen Streitkräfte in Italien und General Dostler, der Kommandant des 75. Armeekorps, als Kriegsverbrecher zur Aburteilung nach Italien gebracht werden.
Ein neues Mittel gegen Tuberkulose
Paris, 30. September. Der französische Universitätsprofessor Hollande gab bekannt, daß er ein Heilmittel entdeckt habe, das Penicillin ebenbürtig sei. Er hat mit dem neuen Präparat im Laboratorium Tuberkulose= und Typhusbazillen unschädlich gemacht. Hollande erklärte Presseberichten zufolge, daß er das Präparat aus einer besonderen Pilzart gewonnen habe und zwar nach einem Verfahren, ähnlich dem, das bei der Herstellung von Fencillin benützt wird.