Tiroler Tageszeitung 1945

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5 und 8
eide" slummer 917 1. Jahrgang
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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „L. E.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Tprolia. Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Samstag, 6. Oktober 1945
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Paris, 5. Okt. Nun steht Laval — in weißer Kravatte — vor dem gleichen Gerichtshofe, der Marschall Petain verurteilte und der vorgestern abends den Vichy=Militärchef Josef Darnand zum Tode verurteilte. Laval, dem n Anschlag auf den Staat und Verbindung mit dem Feinde zur Last gelegt wird, will sich selbst verteidigen.
In der Anklage heißt es, daß er zu Beginn des Krieges im Jahre 1939 dachte, ein Regierungswechsel in Frankreich würde für ihn ein Vorteil sein.
Die Anklage fährt dann fort: „Laval stand in der ersten Reihe derjenigen, die während der militärischen Ereignisse im Jahre 1940 einen Waffenstillstand verlang
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Die nächste Ausgabe der „Tiroler Tageszeitung“ erscheint am Sonntag, den 7. Oktober. Dafür entfällt die Ausgabe am Montag, den 8. Oktober. Simnuhhhtnimimmmmimmmmmmnmmmmmmmmmmmmmmmmmmnmmmmmuntmm
Offenes Wort zur Jugendfrage
Von Landesrat Ronczay
Die österreichische Jugend von heute hat bieher keine schöne Jugendzeit kennengelernt. Statt sich im frohen Spiel zu tumneln, wurde sie auf „zackig“ gedrillt, statt nunterer Rufe gellten ihr preußische Komnandorufe in die Ohren. Und in den Jahten, die sonst zu den schönsten des Menschen zählen, mußte sie die Hölle des Hitlerkrie
ges durchschreiten.
Gewiß, äußerlich betrachtet, sind viele gendliche ziemlich unberührt durch dieses Grauen gegangen. Sis verstehen noch zu lachen und schauen oft erfreulich unbekümmert drein. Wer aber Gelegenheit hat, mit der Jugend zu sprechen, der weiß, welche Verwüstungen die Jahre der faschistischen Dik
tatur angerichtet haben.
Vor uns steht eine Jugend, die von der demokratie keine Ahnung hat — wie sollte se auch? — die jahrelang mit großdeutschen bedankengängen vergiftet wurde, und in deren Köpfen noch die überbleibsel anderer saschistischer Parolen herumspuken.
Was soll mit dieser Jugend werden? —
Der wird sich um sie kümmern?
In diesen Tagen, wo die demokratischen farteien durch Beschluß des „Alliierten Ras für Österreich“ endgültig zugelassen sind, keinen manche, es wäre an der Zeit, wieder irteisugenden zu gründen — wie anno 30. Wir halten das für fachlsch und ich will iffen sagen warum:
ünseres Erachtens ist heute nicht die Zeit für Parteiegoismus, sondern heute ist die zit, aus den fürchterlichen Jahren, die hin
ter uns liegen, endlich eine Lehre zu ziehen. und diese Lehre lautet: Es ist nicht wichtig, eine kommunistische, eine sozialistische, eine volksparteiliche und eine sonstwie benannte zugend aufzuziehen, die dann miteinander tivalisieren, sondern es ist wichtig, eine einheitlich demokratische und österleichische Jugend zu erziehen, damit sich eine solche Katastrophe nie wiederholen kann!
Die Interessen der Jugend sind ein
sheitliche. Deshalb sollten sie auch ein
heitlich vertreten werden. Welcher Vater,
nelche Mutter wollte wieder erleben, daß Jugendlichen aus politischen Gründen in den Straßen und Schulen befehden? Nein — ohne Rücksicht auf die politische Einstellung im Elternhaus sollten unsere Buben und Mädchen gemeinsam lernen und abeiten, wandern und singen, tanzen und föhlich sein. Selbstverständlich schließt das nicht aus, daß die Vertreter der demokratishen. Parteien auf den Heimabenden erheinen und dort über ihre Ziele sprechen. Lenn sich die jungen Zuhörer dann später für eine der politischen Parteien entscheiden, dann werden die im Jugendheim, auf Fahrt und am Lagerfeuer gemeinsam erlebten Stunden auch jene verbinden, die politisch getrennte Wege gehen, dann wird die Achtung vor der überzeugung des andegen bewirken, daß die
politische Auseinandersetzung nicht wieder in der vergisteten Atmosphäre von früher ausgetragen wird, sondern so sachlich und sauber, wie es einer demokratischen Nation würdig ist. Deshalb wäre es zu begrüßen, wenn sich die Jugendreferenten aus allen Parteien, wenn sich die Vertreter aller bereits bestehenden Jugendgruppen zusammenfänden, um in enger Zusammenarbeit mit dem Elternhaus und berufenen Erziehern eine umfassende Einheitsbewegung des jungen Österreich zu begründen. Solch eine überparteiliche Jugendorganisation auf breiter, demokratischer und österreichischer Grundlage ist die „Freie österreichische Jugend“ (FöJ), die sich keiner Parteifahne verschrieben hat.
Deshalb haben wir uns entschlossen auf die Gründung einer Parteijugend zu verzichten und schlagen vor, daß die anderen Parteien denselben Beschluß fassen und ihre Jugendreferenten gemeinsam mit unseren an der Schaffung einer großen und
Pierre Laval vor den Richtern
ten. Von den ersten Kriegstagen an schien er auf Grund der Beziehungen, die er zu Mussolini haben wollte, als Friedensunterhändler zu posieren.“ — „Er war zweifellos verantwortlich für die Intrigen, hungen und ferner dafür, den Präsidenten der Republik, ebenso wie die Präsidenten zweier Kammern, Parlamentsmitglieder und diejenigen unter den Ministern, denen noch an einer nationalen Herrschaft gelegen war, daran gehindert zu haben, nach Nordafrika zu gehen und eine Regierung zu bilden, die frei vom deutschen Druck war und in Europa und den Vereinigten Staaten Frankreich vertreten und dessen Weiterbestehen als selbständiger Staat gesichert hätte.“
Der braune Mord raste durch Europa
Opfer der Naziverfolgung in Norwegen
Oslo, 5. Okt. Das statistische Zentralbüro gab heute bekannt, daß 9000 Menschen von dem Drei=Millionen=Volk Norwegens getötet wurden. Von diesen 9000 wurden 2100 als Geiseln erschossen oder als Opfer der Naziverfolgung in Konzentrationslager gebracht.
1,685.000 Todesopfer des Krieges in slawien
London, 5. Oktober. Dr. Radomir Zivkovic, der der Kommission der Vereinten Nationen für Kriegsverbrecher angehört, sagte heute auf einer Pressekonferenz in London, daß 1,685.000 Jugoslawen durch den Krieg ihr Leben verloren haben, und zwar 70 Prozent davon durch Kriegsverbrechen. Zivkovic, der die Sterblichkeit in italienischen Konzentrationslagern mit 47 Prozent annimmt, sagte, daß eine große Anzahl jugoslawischer Verräter= die vor der Befreiung Jugoslawiens flohen, sich in Österreich und Italien versteckt halten dürften. Unter den Leuten, die gesucht werden, befindet sich der frühere italienische Bot
schafter in Großbritannien und Gouverneur von Dalmatien, Bastianini, der sich gegenwärtig in der Schweiz befindet. Die jugoslawische Regierung hat von der Schweiz seine Auslieferung verlangt, die jedoch bisher nicht erfolgte.
Belgien und die deutsche Besetzung
Brüssel, 5. Oktober. Hier ein kurzer überblick über die Verluste und Schäden, die Belgien durch die deutsche Besetzung erlitt: Die Menschenopfer vom 10. Mai 1940 bis zum 8. Mai 1945 betragen 700.070 Militärpersonen und 20.271 Zivilisten.
Die Besatzungskosten bezifferten sich bis Ende August 1945 insgesamt auf 37 Milliarden belgischer Franken.
Zerstört oder schwer beschädigt wurden 540.634 von insgesamt 2 Millionen Wohnhäusern. Die Zayl der beschädigten Häuser übersteigt 1 Million.
Der Viehstand wurde um 322.000 Stüc Hornvieh, 57.000 Pferde und 314.000 Schweine verringert. Die Verluste an landwirtschaftlichem Eigentum und Arbeitsmaterial belaufen sich auf über zweieinhalb Milliarden Franken.
Truman über das Geheimnis der
New York, 5. Oktober. Die „New York Times“ billigte am Donnerstag in einem Leitartikel die Erklärung Trumans über die Atombombe, weist aber gleichzeitig darauf hin, daß eine Internationalisierung nur in einer Welt geschehen dürfte, in der die Nationen Uneinigkeit wegen Grenzlinien, Stützpunkten und ähnlichen Fragen vermeiden würden. „Wenn die Dampfmaschine, die Dynamomaschine, der Dieselmotor erst jetzt erfunden worden wären“ schreibt das Blatt weiter, „so könnten wir diese Erfindungen ruhig dem privaten Unternehmungsgeist überlassen. Später wäre es uns dann möglich, ihre Nutzung im öffentlichen Interesse zu regeln oder wie es zum Beispiel bei den Wasserkraftwerken manchmal der Fall ist, den Versuch eines gemeinnützigen Betriebes zu unternehmen.
Die Atombombe ist eine gigantische Kraft, die in dieser Weise nicht behandelt werden kann. Ihre nützliche Verwendung muß unter Regierungskontrolle begonnen werden. Die ganze Zukunft der Zivilisation hängt davon ab, ob wir fähig sind, ihre Macht zu töten und zu verwüsten, in Schranken zu halten. Der gefährliche Dschinn (böse Geist) muß wieder in seine Flasche eingeschlossen und darin gehütet werden.“
„Der Präsident schlägt nicht vor, daß wir alles, was wir über die Atombombe wissen. sofort allen zugänglich machen sollen. Er macht dagegen den Vorschlag. daß wir versuchen sollten, eine übereinstimmung über die Bedingungen zu erzielen, unter denen die internationale Zusammenarbeit und der Austausch wissenschaftlicher Informationen gefahrles vor sich gehen könnten.
mächtigen österreichischen Jugendorganisation mitwirken. Wenn wir aufrichtig und ohne Hintergedanken jeden Parteiegoismus beiseite stellen, dann werden wir diese Aufgabe lösen, dann werden wir damit einen großen Schritt vorwärts tun auf dem Wege zu dem demokratischen Österreich, das wir alle ersehnen.
Dabei gibt er zu verstehen, daß es vom Zustandekommen „internationaler Abmachungen“ über die Nichtverwendung der Atombombe abhängen wird, ob die Erfindung anderen zugänglich gemacht werden kann. Kurz gesagt, wir gedenken nicht, mit anderen Nationen bei der Weiterentwicklung der Waffe zusammenzuarbeiten, mit der wir uns alle gegenseitig in die Luft sprengen können. Die Atomenergie ist, wie der Präsident erklärte, eine neue Kraft, die zu revolutionär ist, als daß man sie in den Rahmen früherer Gedänkengänge einpassen könnte. Sie ist nicht gefahrensicher genug in einem internationalen System, das durch Gezänk über Grenzlinien, Stützpunkte und Einflußsphären gekennzeichnet ist. Die „alten Ideen“ sind tragischerweise immer noch zu deutlich sichtbar.
Der führende Geist der Amerikaner muß jetzt darangehen, sie zu wandeln, vielleicht die kritischeste Aufgabe, die unser Volk je auf sich genommen hat.“
Tito zur flawischen Frage
London, 4. Oktober. Radio Belgrad gab am Mittwoch eine Rede des Marschalls Tito bekannt, die dieser an politische Journalisten, die Jugoslawien besuchten, gerichtet hat. Tito erklärte in dieser Rede: „Die Slawen müssen aus diesem Kriege für jetzt und alle Zeiten die Lehre ziehen, daß ein Kampf zwischen slawischen Völkern unbedingt vermieden werden muß. Die Zusammenarbeit der Slawen hat sehr gute Ergebnisse gezeigt. Dabei sind die Slawen weit davon entfernt, die Begründung ihrer eigenen Freiheit zum Imperialismus auszuweiten., Das tatsächliche Ziel der slawischen Bewegung ist die geistige Einigungaller Slawen.“ An anderer Stelle seiner Ansprache führte Tito aus: „Wir Slawen sind die Retter der Welt. Es ist unsere Pflicht, uns über den Erfolg der slawischen
Nationen zu freuen. Wir sehen ihn besonders als einen panslawistischen an. Jedoch auch als einen Erfolg der gesamten Menschheit.“
Neuestes vom Tage
Vereinigte Staaten
Der stellvertretende Befehlshaber der amerikanischen Luftstreitkräfte im pazifischen Raum verlangte eine hundertjährige trolle der Vereinigten Staaten über
Frankreich
Auf dem internationalen Gewerkschaftskongreß ist eine Weltgewerkschaftsorganisation geschaffen worden, in welcher Amerika, Rußland und Kanada drei Sitze, Frankreich und England zwei Sitze, Lateinamerika, Südosteuropa, Osteuropa, Westeuropa und Mitteleuropa je einen Sitz erhalten sollen.
Tschechoslowakei
General Eisenhower wird am 11. Oktober Prag besuchen.
Polen
Der frühere Kommandant des Konzentrationslagers Lodz in Westpolen, Kurt Kausch, ist von der britischen Militärpolizei verhaftet worden.
Italien
Auf dem italienischen Außenminister Aleide Degasperi wurde in der Nähe der Engelsbrücke in Rom ein Attentat verübt. Degasperi blieb unverletzt.
Österreich
Die Alliierte Kommission hat zusammen mit der Wiener Polizei eine Aktion gegen den Schleichhandel eingeleitet. Es wurde eine motorisierte „Schleichhändlerbrigade“ ausgebildet, die jeden bedenklichen Ankauf unterbinden wird.
In Salzburg wurde der 46jährige Josef Rohringer aus Niedernfritz vom amerikanischen Militärgericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Kabelleitungen durchschnitten hat.
Die Deutschlandreise des Generals
de Gaulle
Paris, 5. Oktober. General de Gaulle befindet sich zur Zeit auf einer Inspektionsreise durch die französische Besatzungszone in Deutschland. Sein erster Besuch galt Saarbrücken, um dann nach Mainz, Neustadt und Freiburg weiter zu fahren. In Mainz erklärte General de Gaulle: „Wir müssen hoffen, in Zukunft gemeinsame nützliche Arbeit zu leisten, auf daß sich das ganze Rheinland erholen kann.“
überall, bei den Empfängen der Behörden und gegenüber deutschen Volksangehörigen brachte General de Gaulle den Wunsch der französischen Regierung zum Ausdruck, das Wiederaufbauwerk voll zu unterstützen.
Empfang im
Innsbruck, 6. Oktober. Gestern abends gab die Tiroler Landesregierung für französische und österreichische Gäste einen Empfang im alten traditionellen Schloß Ambras. Der Oberbefehlshaber der französischen Besatzungszone in österreich, General Bethouart, Exzellenz Gouverneur Voizard, Landeshauptmann Dr. Gruber mit Frau, die Vertreter der Landesregierung, hohe französische Offiziere der Militärregierung waren anwesend.
In einem festlichen Rahmen entzückten verschiedene Darbietungen (Turier, Stiexkampf usw.). Einen herrlichen Kunstgenuß vermittelte das städtische Symphonieorchester unter Leitung von Musikdirektor Weidlich mit Werken von Haydn und Mozart. Am Flügel: Othmar Suitner.
Nach dem offiziellen Teil gab General Bethouart das Zeichen zum Tanz, der von Darbietungen der Tiroler Heimatgruppen mit Gesang und Volkstänzen unterbrochen wurde. Dem Fest war eine harmonische freundschaftliche Note eigen.“