Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:10

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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „L. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Tprolia. Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Mittwoch, 10. Oktober 1945
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eine schmerzliche Erinnerung
beitdem die Schatten des großen Unsces sich über Österreich gesenkt hatten,
# jedes öffentliche Gedenken an den düi#en Tag verpönt, an dem im Jahre 1919 Losreißung Südtirols von Österreich tlzogen worden war. Blieben auch die warzen Fahnen eingezogen, sprach auch #and in der öffentlichkeit ein einziges krt trauernden Gedenkens, umso herber amte in den Herzen die nie vernarde Wunde dieses bitteren Gedächtnisses.
à Wiedergewinnung der Freiheit gestatuns nicht nur diese Gefühle wiederum mzusprechen. Sie erlaubt uns mehr!
Niemand wird daran zweifeln können,
die Frage Südtirols für uns mit gron Gefühlswerten verbunden ist. Wir wisnaber auch, daß uns niemand verstehen ##rde, wenn wir die Ansprüche Tirols und serreichs auf Südtirol nur auf Tradition nd Gefühle gründen wollten. Das Argunnt, das wir bei den gegenwärtigen Verindlungen um die Neuregelung der Länlgrenzen einzusetzen haben und das wir n die Spitze stellen, lautet vielmehr: Die bedervereinigung Südtirols mit Österreich ##ein Bestandteil der mitteleuropäischen scherheitsordnung. Wir haben natürlich umals erwarten können, daß sich die alenische öffentlichkeit dem Vortrag unur Ansprüche als geneigt erweisen wür
* Wir haben jedoch weder in der reichsblienischen Presse noch auch in den Abperungen der italienischen Auslandsprohanda ein ernstliches Eingehen auf unsere ese gefunden. Das ist umso auffallender, es während der vergangenen Jahre ht an autoritativen Stimmen, insbesondere ich aus den angelsächsischen Ländern geit hat, welche die Behauptung, die sierreich heute aufstellt, bereits vorweggeimmen haben. Selbstverständlich ist auch # große Unterstützung, die Frankreich in n Südtiroler Angelegenheit leistet, als n Ausdruck des Wunsches zu begreifen, uMitteleuropa in die natürliche Gleichznichtslage gelange. Die Fachmänner, die eschichtlichen Tradition die auswärtige Pom Quai d"Orsay auf Grund einer großen mik Frankreichs leiten, fühlen ihre Vernwortung für die
Gestaltung eines gesunin Mitteleuropas, das keine Bruchstellen uwweist. Auch die Pressestimmen aus den #utralen Ländern bekennen sich zur selben luffassung.
Es ist während der letzten Zeit wiederholt die Frage erhoben worden, in welcher eise die Südtiroler Frage auf der Lonsoner Konferenz der Außenminister behan#ilt worden sei. Wollen wir darüber Auskunft erlangen, so müssen wir uns an die kiiziellen Mitteilungen halten, die über im Verlauf dieser Beratungen berichtet seben. Wir finden in ihnen keinen Hinweis nauf, daß die Südtiroler Frage erörtert ude. Das schließt natürlich nicht aus, daß im hinter den Kulissen über sie gesprochen s. Der italienische Außenminister Dr. Al1#e Degasperi hat seine Anwesenheit in indon sicherlich auch dazu benützt, die itamnische Stellungnahme in dieser Angeleinheit vorzutragen. Es wäre jedenfalls #nschenswert gewesen, wenn man auch in österreichischer Seite gleichzeitig mit notwendigen
Aufklärungen hätte dieien können. Diese Möglichkeit bestand rohl nicht, weil wir keine offiziell anerannte und daher handlungsfähige Regieung besaßen. Das mag aber auch ein Grund dafür gewesen sein, daß der Rat der Außenminister die Erörterung einer ängelegenheit, an der sowohl Österreich wie salien beteiligt ist, auf eine Zeit hinausgeschoben hat, wo auch Vertreter Österlleichs am Konferenztisch erscheinen können.
Diese nüchterne überprüfung der Lage nug uns dazu ermuntern, die kommenden zu benützen, um die Tatsache, daß die Wiedervereinigung Südtirols mit Österleich eine wichtige Friedenssicherung in Euopa bedeutet, klar hervortreten zu lassen.
große Chance, die sich uns darbietet, it nicht vorüber; sie muß erst ergriffen werden.
Dr. Anton Klotz.
Ein Interview mit
Nur 300.000 Deutsche dürfen bleiben
London, 9. Okt. (Reuter). Die drei Millionen Menschen zählende deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei soll auf 300.000 Deutsche reduziert werden. Die Ausweisung muß „allmählich vonstatten gehen, in übereinstimmung mit den Wünschen Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Sowjetrußlands durchgeführt werden und die Behandlung muß menschlich sein“, wie der tschechoslowakische Staatspräsident Dr. Benesch in einem Interview mit dem Wiener Korrespondenten des „Daily Herald“ mitteilte.
„Seit ich in die Tschechoslowakei zurückgekehrt bin, mußte ich feststellen, daß die Anzahl der Deutschen, deren Loyalität gegenüber der Tschechoslowakei sich bewährt hatte, viel kleiner ist, als ich in London angenommen hatte. Ich hatte sie auf 600.000 bis 700.000 geschätzt. 300.000 können dableiben“ erklärte Präsident Benesch.
über die Aussichten für eine Wiederherstellung der parlamentarischen Regierung befragt, sagte Dr. Benesch, daß ein provisorisches Parlament ungefähr Ende Oktober zusammentreten werde. Dieses Parlament wird die Maßnahmen der Regierung prüfen und eine Reform der Verfassung wie
auch des Wahlganges vorbereiten, da im kommenden Jahre Wahlen stattfinden sollen. Die Wahlen werden in geheimer Abstimmung und nach dem System der proportionalen Vertretung durchgeführt werden. über die Haltung seines Landes gegenüber Rußland und Großbritannien erklärte der Präsident: „Die Tschechoslowakei ist weder ein rein östliches noch ein rein westliches Land. Sie kann sich als wichtiger Faktor für die Zusammenarbeit zwischen Ost und West, welche die Erhaltung des Friedens zum Ziel hat, erweisen. Großbritannien und die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin unsere Freunde sein. Wir müssen aber auf jeden Fall Verbündete Rußlands bleiben.“ über die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit Österreich äußerte sich Dr. Benesch wie
folgt: „Wir wünschen mit diesem Lande engste wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die politische Zusammenarbeit wird von vielen Dingen abhängen, vor allem von der Ansicht Rußlands. Wir hoffen aber, daß es möglich sein wird, sowohl mit dem unabhängigen Österreich als mit einem demokratischen Ungarn die freundschaftlichen Beziehungen aufrechtzuerhalten.“
London, 9. Oktober. Hier hat sich eine Bewegung gebildet, die den Namen führt: „Rettet Europa jetzt!“ In einer Versammlung dieser Bewegung wurde die britische Regierung ersucht, mit Rußland, Polen und der Tschechoslowakei Verhandlungen aufzunehmen, um die Ausweisungen der Deutschen abzustoppen und gemeinsame Maßnahmen der amerikanischen und französischen Behörden für die Aufnahme der bereits vertriebenen Deutschen in dem Umfange, wie es die Unterbringungs= und Ernährungsmöglichkeiten erlau
ben, zum Ziele haben. Das Parlamentsmitglied Großmann, das eben von Berlin zurückkehrte, erklärte, die britische Zone sei als Zufluchtsort für die heimatlosen Deutschen anerkannt worden. Wenn jedoch Millionen von Flüchtlingen dieses Gebiet überschwemmten, müsse man entweder die Lebensmittelrationen derartig kürzen, daß nicht einmal das Existenzminimum erreicht werde, oder man müsse den bereits erschöpften Dollarreserven noch mehr Geldmittel entnehmen, um Lebensmittel nach Deutschland einführen zu können.
Die Triester Frage
London, 9. Oktober. Der stellvertretende jugoslawische Ministerpräsident erklärte, es liege im Interesse österreichs, Ungarns und der Tschechoslowakei, wenn Triest an Jugoslawien falle. Auf die Frage, ob Jugoslawien Ansprüche auf Kärnten erhebe, antwortete er, Jugoslawien werde in dieser Hinsicht gewisse Ansprüche vorbringen, es habe aber seine Forderungen noch nicht formuliert.
Laval
Newyork, 9. Oktober. Der Korrespondent Henry Casoidy erklärte, Laval beginne sich an den Gedanken zu gewöhnen, daß er zum Tode verurteilt werden könnte. Die Verteidiger teilten ihm mit, daß bald das Urteil gefällt werden wird und fragten ihn, ob er noch einmal in den Gerichtssaal zurückkehren möchte, um eine letzte Verteidigungsrede zu halten. Laval antwortete: „Nein! Ich bleibe wo ich bin, auch wenn ich deswegen sterben muß.“
Die Anklageschrift gegen Kriegsverbrecher
Berlin, 9. Oktober. Die Anklageschrift gegen die 24 Hauptkriegsverbrecher ist fertiggestellt. Sie umfaßt etwa 20.000 Worte. Sie lautet auf Vorbereitung und Führung eines Angriffskrieges gegen die Menschheit. Die Beschuldigten werden sich überdies wegen besonderer persönlicher Verbrechen zu rechtfertigen haben. Den Angeklagten werden 30 Tage Zeit zur Vorbereitung ihrer Verteidigung geboten. Die Hauptverhandlung wird also aller Voraussicht noch im November stattfinden.
Amerikanische Medikamente für Wien
Wien, 9. Oktober Die Amerikaner haben mehr als 140 Tonnen Medikamente nach Wien geliefert.
Vor Anerkennnung
der Regierung Renner
(Letztes Telegramm)
Washington, 9. Okt. Reuter meldete Montags, daß einem Gewährsmann des amerikanischen Außenministeriums zufolge die Vereinigten Staaten und Großbritannien in Kürze die Anerkennung der Regierung Renner in Österreich verlautbaren würden.
Neuestes vom Tage
Sowjetrußland Rußland hat das Angebot Argentiniens zur Wiederaufnahme politischer Beziehungen abgelehnt.
England
Ein indischer Moslemführer, der die Palästinafrage studierte, erklärte, daß beide Parteien sich in ihren Haltungen zu sehr festgelegt haben.
Vereinigte Staaten
Der amerikanische Außenminister Byrnes wird vom außenpolitischen Ausschuß des Senates über die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland interpelliert werden.
Fünfzehn Prozent der schätzungsweisen fünfzehn Millionen amerikanischen Kriegsteilnehmer werden einer zusätzlichen Ausbildung für ihren Beruf unterzogen werden müssen.
Frankreich
Die französische Regierung gab bekannt, daß einzelne Altersklassen der Jahrgänge 1915 bis 1923 bis zum 1. November aus der französischen Armee entlassen werden.
Iugoslawien
Außenminister Subatschie und Minister Sutey sind aus dem Kabinett Marschalls Tito ausgetreten. Sie waren Vertreter der Kroaten in der Zentralregierung.
Beschlüsse des Allierten Rates
Wien, 9. Okt. Die ordentliche Sitzung des Alliierten Rates besprach einen ausgedehnten Fragenkreis. Im besonderen wurden gewisse Entscheidungen hinsichtlich der Tätigkeit der Gewerkschaften und der Anstellungsverhältnisse getroffen, die für ganz österreich gelten sollen. Der Alliierte Rat prüfte auch die Fragen der Brennstoffversorgung und der Anwendung einheitlicher Maßnahmen zur Denazifizierung.
Erklärungen über die Arbeitsbedingungen
Wien, 9. Oktober.
Der Alliierte Rat hat folgenden Beschluß hinsichtlich der Tätigkeit der Arbeitergewerkschaften und der Anstellungsverhältnisse gefaßt:
1. In allen Angelegenheiten der Gewerkschaften sowie der Angestelltenverhältnisse wird eine grundsätzliche Politik in ganz österreich einheitlich angewendet.
2. a) Den Arbeitern und Angestellten
wird die Gründung von Gewerkschaften zum Zwecke der Vereinbarung von Kollektivverträgen mit den Arbeitgebern und zur Förderung ihrer beruflichen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen unter der Voraussetzung gestattet, daß diese Vereinigungen keinen Deckmantel für pangermanistische faschistische und andere militärische Strömungen abgeben, oder den von den Besatzungsstreitkräften gemeinsam festgelegten Zielen zuwiderlaufen. Die Mit
gliederschaft in solchen Vereinigungen darf aus Rassen= und Konfessions
ründen oder wegen der Zugeörigkeit zu einer politischen Partei nicht verwehrt werden.
b) Die hiermit verlautbarten Maßnahmen unterbinden in keiner Weise die Schaffung und Weiterführung der auf Grund des österreichischen Rechtes zugelassenen Arbeiterkammern.
e) Die unter diesem Artikel verlautbarte Politik erstreckt sich auf ganz österreich.
3. Die Aushandlung von Kollektivverträgen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern über Löhne, Arbeitsstunden und Arbeitsbedingungen ist gestattet.
Gegenwärtig kann keine Vereinbarung über Löhnung, Arbeitsstunden und Arbeitsbedingungen genehmigt werden, wenn sie der von der Interalliierten Behörde als unerläßlich für die Wiedergesundung des österreichischen Lebens und der Schaffenskraft erachteten Wirtschaftspolitik zuwiderläuft.
Veränderungen in den Lohntarifen (ob sie nun durch Aushandlung von Kollektivverträgen oder auf andere Art erfolgen) werden von einer Interalliierten Lohnkommission kontrolliert, die vom Vollzugsausschuß geschaffen werden soll. Diese Kommission wird sich aus Mitgliedern der an der Lohnkontrolle in erster Linie interessierten Abteilung jeder Besatzungstruppe zusammensetzen. Den Vorsitz führen abwechselnd die Leiter der einzelnen Abteilungen für Arbeiterfragen. Entscheidungen der Kommission in Bezug auf Veränderungen in den allgemeinen Tarifsätzen oder auf Veränderung, die für einen ganzen Industriezweig gelten, bedürfen der Gutheißung durch den Vollzugsausschuß.
4. Die österreichischen Arbeitsämter werden als die für die Arbeitsvermittlung zuständigen Stellen anerkannt und für alle militärischen und zivilen Anstellungen in Anspruch genommen.
5. Militärische Einheiten haben bei Verwendung ziviler Arbeitskräfte einheitliche feste Tarifsätze anzuwenden, die die österreichischen Zivilpersonen für die betreffende Arbeitskategarie normalerweise gezahlten Sätze nicht übersteigen dürfen.