Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:10

- S.23

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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str. 4
iummer 95 / 1. Jahrgang
Sinzelpreis 15 pfs.
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „C. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Cprolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Donnerstag, 11. Oktober 1945
ein Einwand und unsere Antwort
stalienische Stellen nehmen jetzt vielfach igen die Rückgabe Südtirols an Österreich at der Begründung Stellung, daß sich die sidtiroler im Jahre 1939 mit erdrückenie Mehrheit für die Auswanderung nach #utschland ausgesprochen hätten. Dieses #stimmungsergebnis wird nun als Beunntnis zum Nationalsozialismus gewerM#und daraus der Schluß gezogen, daß s Südtiroler das Recht verwirkt hätten, #sich das Selbstbestimmungsrecht in Ansuch zu nehmen. Es unterliegt keinem weifel, daß diese Darstellung gebraucht snd, um die Vertreter der vereinten Naznn für die italienische Forderung nach i# Verbleib der Brennergrenze zu gewin
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diesem Versuch muß daher mit aller Entbiedenheit entgegengetreten werden, zui die wahren Verhältnisse ganz anders igen. Wer die Entscheidung der deutschn Sportverein lechenden Südtiroler verstehen will, muß den Endsieg Pan die Zeit der faschistischen Gewalttung in allen intschaft zurückerinnern, unter der unsere ub Rot=Weiß, süder und Schwestern im Süden entrech:0 = Sieg über stwurden. Sie wollten in der Abstimmung Weiß erzielte ichts anderes zum Ausdruck bringen, als nd mußte sich asie unter allen Umständen dem faschidem zweiten sichen Druck entfliehen möchten.
dildlich das Mitglied des Parteivorstandes der in Innsbruck iellenischen sozialistischen Partei, Luzzato, Solf am besten schin einer am 14. Juli 1945 vor den Soweit nicht sener Arbeitern gehaltenen Rede zu dielatz geschaffen sußrage Stellung genommen und eindeu
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##gder Südtiroler nur verstanden werkönne, wenn man sich ihrer damaligen sigen Verfassung erinnere, in die sie der schismus gezwungen hatte. Er betonte besondere den Druck, unter dem die durdler gestanden seien und gehandelt en.
tatsächlich war die Entscheidung der ltiroler kein Bekenntnis zum Nationalhialismus, sondern eine Ablehnung der histischen Unterdrückungspolitik. Es ist
lizeisportverein schnur ein Teil der Südtiroler, die für
etenen und er= #uschland gestimmt hatten, aus der Hei:3 (2 :1) Sie= iu abgewandert. Die große Mehrheit ist Südtirol geblieben in der Hoffnung, daß —künftige Entwicklung eine Revision der Entscheidung zulassen werde.
lber auch die nach dem damaligen stichsgebiet ausgewanderten Südtiroler #ren nur zum geringen Teil nationalstialistische Parteianhänger. Bei der Großndgebung für Südtirol am 4. Septemn.1945 in Innsbruck war unter den Fahm auch jene des Arbeitergesangsvereines Fohsinn“ aus Meran. Meraner Arbeiter
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Löbesatien gegen Ladat
Paris, 10. Oktober. Pierre Laval wurde am Dienstag abends wegen Einverständnis mit dem Feinde und wegen Anschlages gegen die Sicherheit Frankreichs zum Tode verurteilt. Der Staatsanwalt Mornet, der die Todesstrafe beantragte, erhob gegen ihn die Anklage wegen miljtärischer Zusammenarbeit mit dem Feinde, wegen Zerstückelung Frankreichs und wegen einer direkten Mitwirkung bei der Versenkung der französischen Flotte in Toulon. Der Staatsanwalt Mornet sagte, Laval habe darauf gedrungen, daß die Flotte eher vernichtet werden müsse, als daß sie in die Hände der Amerikaner fallen dürfe. Mornet beschuldigte Laval auch, er habe den Versuch gemacht, die amerikanische Hilfeleistung an Großbritannien zu unterbinden und er habe am 5. Mai 1941 eine
Botschaft an die USA.=Regierung gerichtet, die dazu bestimmt gewesen sei, die Vereinigten Staaten vom Kriegseintritt an der Seite Großbritanniens abzuhalten. Er erinnerte an Lavals Rundfunkerklärung: „Ich wünsche einen zeutschen Sieg.“ Nach einer Zusammenfassung der Anklagepunkte
schloß der Staatsanwalt mit dem lauthallenden Rufe: „Auf diese Gerechtigkeit hat Frankreich seit fünf Jahren gewartet, ich verlange die Todesstrafe.“ Laval wurden alle bürgerlichen Rechte entzogen und sein Eigentum wurde konfisziert. Die Geschworenen brauchten 62 Minuten, um über die vorgelegten Fragen zu beraten. Laval wurde in seiner Zelle von dem Todesurteil in Kenntnis gesetzt. Er sagte zu dem Gerichtsdiener, der ihm den Urteilsspruch überbrachte: „Ich habe es so ungefähr erwartet, ich werde kein Gnadengesuch einreichen.“
Besuch des Generals de Gaulle in Belgien
Brüssel, 10. Oktober. Heute früh traf der Chef der provisorischen Regierung Frankreichs, General de Gaulle, zu einem Staatsbesuch ein, den er dem belgischen Regenten Prinz Charles abstattet. General de Gaulle wird vom französischen Außenminister Bidault und vom Gesandten Belgiens in Paris begleitet.
Aod=Eeneraistädschef adel Sicherhensfragen
Washington, 10. Oktober. In einem Halbjahresbericht an den Kriegsminister erklärt der amerikanische Generalstabschef General Marshall: „Wir können sicher sein, daß der nächste Krieg noch totaler geführt sein wird, als dieser. Als Grundlage für eine zweckgemäße Bereitschaft der Vereinigten Staaten schlägt er vor: 1. Unablässige wissenschaftliche Forschungen und Entwicklungsarbeiten für eine beschleunigte industrielle Mobilisierung. 2. Eine geschlossene einjährige Ausbildungszeit für alle wehrfähigen Männer. „Wir müssen“, so sagte Marshall, „unsere Nation durch uns selbst sichern, durch die Weiter
pahtt. Als= sich, die Veribährer der Jahne #schlossen hatten, ihre Heimat zu verlasin haben sie die Fahne nicht vergessen.
haben sie unter Lebensgefahr nach msbruck gebracht und hier neuerlich vertigen, um sie nicht in die Hände der knen Faschisten fallen zu lassen. Nieusamkeit dieset und wird behaupten, daß Nationalsoziaand kannte die sien so gehandelt hätten! So konnten nur
Umer und Frauen handeln, die den Nagalsozialismus nicht weniger haßten als ia Faschismus. Nur ihrem Mut und ihrer lischlossenheit ist es zu danken, daß die Riele Tau sehne erhalten geblieben ist. Wir hoffen —. wünschen, daß ihre Tat belohnt wird:
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entwicklung und Beschaffung von Waffen, Truppen und Methoden, durch welche die
Neuestes vom Tage
England
Im englischen Unterhaus wurde bekanntgegeben, daß gewisse aus der Kriegszeit herstammende Notstandsvollmachten möglicherweise noch für fünf Jahre beibehalten werden.
Frankreich
Der Gouverneur der Vichy=Regierung in Indochina Admiral Jean Decaux ist in Paris zur Rechenschaftslegung eingetroffen.
Sämtliche Resolutionen des Weltgewerkschaftskongresses wurden einstimmig angenommen. Österreich
Die erste freie Konferenz deutscher Verleger und Schriftsteller wird vom 20. bis 21. Oktober in Marburg abgehalten werden.
Deutschland
Rudolf Heß ist in Deutschland eingetroffen und wurde in Nürnberg interniert.
Die gegenwärtige Einwohnerzahl von München wird auf 563.000 geschätzt. München gilt als überbevölkert.
Die Deutschen in Schlesien haben sich an den amerikanischen Botschafter in Polen mit der Bitte um Hilfe gewendet. Sie wurden abgewiesen, mit dem Hinweis darauf, wie die Deutschen Warschau verwüsteten.
Die Zahl der Scheidungsdekrete ist in der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands etwa zehnmal so groß wie 1942.
Abschaffung der japanischen Staatsreligion
Newyork, 10. Oktober. „Globe Demokrat“ begrüßt die Beseitigung des Schinoismus, der japanischen Staatsreligion, denn in ihrem Namen habe die japanische Mi litärklique das japanische Volk in diesen mörderischen Krieg hineingetrieben.
Agressoren davon abgehalten werden, einen modernen Vernichtungskrieg zu entfesseln.“
Das=Geheimnis der Atombombe
Newyork, 10. Oktober. Präsident Truman erklärte auf einer Pressekonferenz, daß die Vereinigten Staaten die technischen Voraussetzungen, welche zur Herstellung der Atombombe erforderlich sind, keinem anderen Lande zur Verfügung stellen würden. Die Preisgabe dieses Geheimnisses würde für jedes andere Land auch völlig wertlos sein, da nur die Vereinigten Staaten über die zur Herstellung der Atombombe notwendigen Industrien und Rohstoffquellen verfügen.
Schacht schimpft ...
Berlin, 10. Oktober. Ein amerikanischer Berichterstatter meldet, daß der ehemalige deutsche Reichsbankpräsident Doktor Schacht, der in Nürnberg unter den Kriegsverbrechern festgehalten wird, sich in heftigen Schmähreden gegen Hitler und die anderen Naziführer ergeht. Hitler habe ihn nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 in ein Konzentrationslager stecken lassen. Auf die Frage, ob Hitler tot sei, rief er heftig aus: „Natürlich, sonst würde ich ihn eigenhändig umbringen.“ Hitler und Göring seien nur Verbrecher gewesen. Wenn ihm die Amerikaner eine Schußwaffe geben, würde er Göring niederschießen.
Banknotenfälschungen der Nazis
London, 8. Oktober. In welch großem Umfange die Nazis Banknoten gefälscht haben, geht aus einem Bericht über die Nachforschungen hervor, die im Juli dieses Jahres von der Sonderabteilung der britischen Befreiungsarmee angestellt wurden. So wurden in Freising allein 23 Kisten mit gefälschten Banknoten im Werte von über 26 Millionen Pfund Eterling aufgefunden. In Sachsenhausen waren 142 Zeichner und Drucker „aus Konzentrationslagern an sie ben Maschinen beschäftigt, von denen jede imstande war, 15.000 Noten pro Stunde herauszubringen Ebenso wurden Zwangsarbeiter mit solchen Fälschungen beschäf tigt. Hauptsächlich handelte es sich um die Falschung von englischen Pfundnoten und slowakischen Staatsanleihen.
Stettin von den Russen geräumt
Stettin, 10. Oktober. Am Wochenende zog sich die Rote Armee aus dem Stettiner Brückenkopf zurück. Die Russen behalten das Besatzungsrecht auf einem Landstreifen von etwa 23 Kilameter Breite und 20 Kilometer=Länge am Westufer der Oder nördlich von Stettin.
Die zweite Tagung
der Tänderkonferenz
Die Loslösung von der Mark
Wien, 10. Oktober.
Gestern trat die Länderkonferenz zusammen, um sich mit der Frage des Wahlgesetzes zu beschäftigen. Staatskanzler Doktor Renner eröffnete die Tagung. Er erklärte, daß Kommissionen gewählt werden müssen, und zwar eine politische, in der die Wahlordnung beraten werden soll, und eine juristische, welche die Gesetze, die bisher von der provisorischen Regierung erlassen wurden, überprüfen und für den Gebrauch der Länder entsprechend einrichten solle, und schließlich eine wirtschaftliche Kommission zur Beratung der wirtschaftlichen Fragen. Bei dieser Gelegenheit gab Dr. Renner eine wichtige Erklärung:
Es sei der Regierung zunächst unmöglich gemacht worden, die österreichische Währung von der Mark zu lösen. Diese Loslösung und die Verselbständigung sei eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Gesundung des ganzen Wirtschaftslebens. Die provisorische Regierung habe sich daher neuerlich an die alliierten Stellen gewendet, um in der Zeit alle Maßnahmen treffen zu können, die den Wiederaufbau der österreichischen Währung in die Wege leiten sollen.
Die alliierten Lebensmittel
lieferungen für Österreich
Washington, 10. Oktober. Der amerikanische. Außenminister Byrnes hat in seinem Bericht über die Londoner Tagung der Außenminister hervorgehoben, daß die Lebensmittelversorgung österreichs besondere Aufmerksamkeit der Mächte beanspruche. Bisher seien von den amerikanischen Militärbehörden mehr als 50.000 Tonnen Lebensmittel für den Zivilverbrauch nach Österreich gebracht worden. Weitere Transporte sollen folgen. Die Alliierten haben durch diese Lieferungen und die Erhöhung der Lebensmittelrationen in österreich bewiesen, daß sie entschlossen sind, alles zu tun, um die schlimmste Folge der Naziherrschaft in österreich in diesem Winter zu verhindern.
Die neue Wahlordnung
Wien, 10. Oktober. Untrstaatssekretär Dr. Sommer, der mit der Ausarbeitung der Wahlordnung für den Nationalrat beauftragt ist, erklärte, daß sich die Wahlordnung im großen und ganzen an die des Jahres 1923 anlehnt. Alle Männer und Frauen, die das 21. Lebensjahr erreicht haben, werden aktiv wahlberechtigt sein, die Wählbarkeit zum Nationalrat tritt mit dem vollendeten 29. Lebensjahr ein. Das Proportionalwahlrecht wird ebenfalls beibehalten. Mittels eines gemeinsamen Wahlzettels sollen die Abgeordneten für den Nationalrat und für die Landtage gewählt werden. Für den Nationalrat sollen in 25 Wahlkreisen 165 Abgeordnete gewählt werden. Die 25 Wahlkreise sind zwecks Ausnützung der sogenannten Reststimmen in vier Wahlkreisverbände zusammengefaßt. Die
Wahlkreisverbände sind:
1. Wien, 2. Niederösterreich, 3. Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg,
4. Steiermark, Kärnten und das Burgenland.
Rückführung Reich=deutscher aus der ameri
kanischen Besatzungszone in Österreich
Salzburg, 10. Oktober. Die amerikanischen Behörden geben bekannt, daß alle Deutschen aus der amerikanischen Zone österreichs zurückgeführt werden. Ausgenommen nur solche, die unter dem Naziregime verfolgt wurden und jene, die bereits vor dem 13. März 1938 ihren ständigen Wohnsitz in Österreich hatten, sofern sie keine führende Stellung bei den nationalsozialistischen Behörden hatten. Die sogenannten Volt=deutschen und Sudetendeutschen werden vorläufig nicht betroffen.