Tiroler Tageszeitung 1945

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Seite 2 Nr. 96
Tiroler Tageszeitung
Freitag, 12. Oktober 195
Zide
Amtliche Mittellungen
Das Lawinenunglück in der Dfeis
Die Leiche des vermißten Bergführers geborgen
Wie bereits berichtet, war seit 7. Oktober der Bergführer Josef Neurauter, wohnhaft in der Pfeishütte, abgängig. Die ausgesprochene Befürchtung, daß der Bergführer beim überschreiten des Stempeljochs von einer Schneelawine erfaßt und verschüttet sein könnte, hat sich leider bewahrheitet.
Am 10. Oktober frühmorgens stiegen 20 Mann des Alpinen Rettungsdienstes und der Bergwacht von Innsbruck aus zur Pfeishütte auf, um den Vermißten zu suchen. Tatsächlich wurde er in der Schneelawine in der Nähe der Pfeishütte tot aufgefunden. Die Leiche wurde noch am gleichen Tage zu Tal gebracht.
Josef Neurauter, geboron 13. Dezember 1914 in Vomp bei Schwaz, war von Beruf Bergführer und der Sohn des Pächters der Alpenvereinshütte in der Pfeis.
Rückkehr von österreichischen Kriegs gefangenen
Am 10. Oktober in den Abendstunden ist am Innsbrucker Hauptbahnhof ein Transportzug aus Italien mit 960 österreichischen Kriegsgefangenen eingetroffen. Die Gefangenen sind Kärntner, Steirer und Wiener. Sie haben in Innsbruck genächtigt und konnten am 11. Oktober früh die Heimreise antreten, da sie schon mit Entlassungspapieren versehen waren.
Außerdem sind am 10. Oktober 300 verwundete deutsche Soldaten aus Italien in Innsbruck eingetroffen, die nach Bayern weiterbefördert wurden.
Die Filmschauspielerin Geraldine Katt bestohlen
Salzburg, 11. Oktober. In den Abendstunden des 9. Oktobers wurde die Filmschauspielerin Geraldine Katt das Opfer eines Bahndiebes. Aus dem von Innsbruck kommenden Personenzug wurde ihr kurz vor Salzburg ein mittelgroßer mit Reißverschluß versehener brauner Lederkoffer entwendet, in dem sich die letzten geretteten Kleidungsstücke und Wäschestücke der Künstlerin befanden, die bekanntlich in Berlin vollkommen ausgebombt worden war. Für die Wiederauffindung des Koffers samt Inhalt hat Geraldine Katt einen Preis von 2000 Schilling ausgesetzt.
W OHIN HEUTE)
Österreichische demokratische Freiheitsbewegung. Heute abends, 19 Uhr, Musikvereinssaal: „Aufbauen oder fortwurschteln!“ Erste öffentliche Stadtversammlung der Österreichischen demokratischen Freiheitsbewegung (Widerstandsbewegung).
Österreichische Gesellschaft der Freunde Frankreichs. Für das am 16. Oktober um 19 Uhr im Riesensaal der Hofburg in Verbindung mit der Gesellschaft stattfindende Violinkonzert Kartenvorverkauf für Mitglieder bis einschließlich Montag. 15. Okt., von 14 bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 12 Uhr im Büro der Gesellschaft.
Heimtransport ehemaliger Wehrmachtsangehöriger aus Osttirol, Kärnten und Steiermark
Für alle ehemaligen österreichischen Wehrmachtangehörigen, die ihren ständigen Wohnsitz in der englisch besetzten Zone österreichs (Osttirol, Kärnten und Steiermark) haben, wird die sofortige Meldung — spätestens jedoch bis Samstag, 13. Oktober 1945 — zwecks Heimtransport angeordnet.
1. Alle die ihren derzeitigen Wohnsitz in den Kreisen Innsbruck=Stadt, InnsbruckLand und Schwaz haben melden sich bei der Wehrmachtabwicklungsstelle Innsbruck, Hotel Arlberger Hof, Salurner Straße 1.
2. Alle die ihren derzeitigen Wohnsitzt in den Kreisen Kufstein und Kitzbühel haben melden sich bei der Ortskommandantur in Kitzbühel, „Grand=Hotel“, oder im Kriegsgefangenenlager Wörgl.
3. Alle die derzeit in den Kreisen Reutte, Imst und Landeck wohnen melden sich bei der Ortskommandantur in Imst.
4. Alle zur Zeit in Vorarlberg wohnenden melden sich bei den Kriegsgefangenenlagern Bregenz=am Stein, Feldkirch oder Bludenz=Runggelin.
Genaue Abfahrtszeit des Zuges wird nachträglich bekanntgegeben. Nichtbefolgung dieser Anordnung wird bestraft.“
St. Georgenberg=Fiecht. Die 3 goldenen Samstage, 6., 13. und 20. Oktober, werden in der Wallfahrtskirche St. Georgenberg, wie früher üblich, feierlich begangen. Beginn der heiligen Messen erst um 6 Uhr, das feierliche Hochamt mit Predigt um 9 Uhr.
Das 40jährige Hebammenjubiläum feiert in Lech=Aschau bei Reutte Frau Klara Leuprecht.
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Ab heute Fernsprech= und Telegraphenverkehr in Oesterreich
Nachdem es bisher infolge der unermüdlichen Arbeit der Postangestellten und der französischen Militärregierung, Division P. T. T., möglich war. den Telephon= und Telegraphenverkehr für die Behörden in Tirol und Vorarlberg herzustellen, ist es nunmehr gelungen, ihn auf alle besetzten Zonen Österreichs auszudehnen. Weiterhin steht das Fernsprechnetz in Tirol und Vorarlberg ab 15. Oktober auch allen lebenswichtigen Betrieben und jenen Personen, die ihren Dienst im Interesse der Allgemeinheit ausüben (Arzten, Hebammen und Geschäftsleuten) zur Verfügung. Hierfür gelten folgende Bestimmungen:
a) Die Behörden sind berechtigt, Ferngespräche, welche ausschließlich dienstlicher Natur sind, zu führen. Unter diese Bestimmungen fallen folgende Dienststellen: Wasser= und Forstwesen, Brückenund Straßenverwaltung, Gericht, Ernährungsamt, Beschaffungsamt, Transport und Verteilung der elektrischen Energie, ferner Spitäler, soziale Versicherungen, Sanatorien, Kliniken, Arbeitsamt und Fahrbereitschaft.
b) Arzte, Tierärzte, Apotheker und Hebammen,
Angestellte der sozialen Fürsorge zur Ausübung ihres Berufes.
c) Den Industriellen und Fabrikanten werden dieselben Vorteile gewährt unter Vorbehalt der vorhergehenden Begründung der Wirtschaftlichkeit des Landes in einem Gesuch an die Abteilung der Militärregierung für Tirol und Vorarlberg, Direktion P. T. T., zu unterbreiten.
d) Um die Benützung des Telephons, die den privaten Teilnehmern von Tirol zugebilligt ist, auch auf Vorarlberg auszudehnen, sollen alle Teilnehmeranschlüsse zugelassen werden, ausgenommen diejenigen, für die ein ungünstiger Bericht der Militärregierung (Nazi) vorliegt.
Die übertreter dieser Vorschriften werden ebenso wie ihre Mitschuldigen vor das Militärgericht gestellt und schwer bestraft.
Bedingungen für den Telegrammverkehr
Die Wiedereröffnung der telegraphischen Verbindungen in den Bundesländern Tirol und Vorarlberg wird unter den folgenden Bedingungen vom 15. Oktober 1945 an eröffnet.
Geschäftstelegramme:
Betreffend gemeinsame Angelegenheiten mit Bezug auf Herstellung und Auslieferung oder die wichtige Interessen des wirtschaftlichen Lebens zum Inhalt haben. — Höchstzahl 50 Textworte, Anschrift und Unterschrift eingeschlossen.
Anschrift: Die Anschriften postlagernd oder telegraphenlagernd werden nicht zugelassen.
Texte: Die Telegramme müssen unbedingt in deutschen oder lateinischen Buchstaben oder in Druckschrift und in offener deutscher, französischer, englischer oder russischer Sprache abgefaßt sein.
Unterschrift: Die Unterschrift muß unbedingt den Familiennamen des Absenders enthalten oder mit dem Namen der Firma, der voll ausgeschrieben wird, gekennzeichnet sein. Die Adresse des Absenders muß den dafür bestimmten Platz einnehmen und hak aus Familiennamen, Vornamen und Adresse zu bestehen.
Angaben über gebührenpflichtige Dienstververmerke — RP — PC — PCP — RP.
Privattelegramme:
Telegramme, die sich auf die Sicherheit des Lebens eines Familienangehörigen, Vater, Mutter, Bruder, Schwester und Verwandte beziehen: 1. Krankheit (bei Lebensgefahr), 2. Sterbefälle, 3. Geburten, 4. Operationen.
Zulassungsbedingungen: 20 Worte, inbegriffen sind Unterschrift und Adresse.
Text: Es gelten die gleichen Vorschriften wie für die Geschäftstelegramme.
Unterschrift: Familienname und Adresse des Absenders sind auf den dafür vorgeschriebe
Forderungen an die ehemalige deutsche
Letzter Termin für die Einreichung von Forderungen gegen Dienststellen der ehem. deutschen Wehrmacht, Organisation Todt, RAD., SS., bei der Wehrmachthauptkasse Innsbruck in Liquidation in Innsbruck, Kapuzinergasse 38 ist der 30. 11. 1945. Später einlangende Rechnungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Hiebei ist schriftlich zu erklären, daß die von der Wehrmachthauptkasse Innsbruck erhaltenen Beträge an diese Kasse oder ihren Rechtsnachfolger rückgezahlt werden, falls der Fordernde sie von einer anderen Stelle erhalten sollte. Außerdem ist von der Gemeinde zu bestätigen, daß der Fordernde österr. Staatsbürger ist.
Innsbrucker Verkehrsbetriebe A.G.
In der gestrigen Verlautbarung über den Verkehr der Linie 6 muß es richtig heißen, daß diese Linie an Werktagen ab Berg. Isel 5.45 Uhr bis 19.45 Uhr einstündig verkehrt. An Sonn= und Feiertagen verkehren die Züge abends ab Maria=Theresien=Straße 21.00, 22.30 und 23.30 Uhr.
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nen Raum, Namen, Vornamen und Angabe des Wohnortes umfassend, einzutragen.
Aufgabe: Die Absender sind verpflichtet, beim Bürgermeister, der Gendarmerie oder dem Polizeikommissariat die Originale beglaubigen zu lassen. Das Siegel der unterzeichneten Behörde muß gut leserlich ausgeführt sein und die eigenhändige Unterschrift der Behörde wird diesem beigefügt. Außerdem: bei der Aufgabe am Schalter hat der Postbeamte auf dem Original des Telegrammes die Nummer der Kennkarte des Absenders sowie auch das Datum und den Aufgabeort zu vermerken.
Was die Privattelegramme betrifft, so muß der Absender zu gleicher Zeit mit dem Telegramm auch ein ärztliches Gutachten zur Genehmigung vorlegen, ausgestellt vom behandelnden Arzt, wenn es sich um eine schwere Krankheit oder Operation handelt, den Totenschein oder den Geburtsschein im anderen Falle, um die Notwendigkeit der Benützung eines telegraphischen Weges zu rechtfertigen.
Gegebenenfalls der Empfänger eines Telegrammes solcher Art könnte, wenn es erforderlich ist, über denselben Weg antworten. Zu diesem Zweck muß auch der Behörde zu gleicher Zeit das Original der Antwort mit dem erhaltenen Formular vorgelegt werden. Dasselbe kann auch als Bescheinigung dienen. Angaben über gebührenpflichtige Dienstvermerke sind nicht gestattet.
Die übertreter der unten bezeichneten Vorschriften werden ebenso wie ihre Mitschuldigen vor das Militärgericht gestellt und schwer bestraft.
Freitag, 12.=Oktober
Theater
Landestheater, 19 Uhr: „Die Ahnfrau“
Konzerte
Riesensaal der Hofburg, 19 Uhr: Symphone, konzert (letzte Aufführung).
Filme:
Kammerlichtspiele: „Schlußakkord“ Zentralkino: „Lumpazivagabundus“. Triumphkino: „Frauen sind doch bessere Dipla maten“
Laurin: „Seine Tochter ist der Peter“. Löwenkino: „Das Herz muß schweigen“. Hall: „Die schwarze Robe“.
Erscheint in 8 erst keine Post:
THEATER UND KUNH
Landestheater Innsbruck. Das Landestheater bringt am Samstag. 13. Oktober, um 19 Uhr die Erstaufführung von Verdis „Troubadour“. Die Partie der Leonore singt in allen Veranstaltungen Margot Winkler, während in den Partien deManrico Dr. Franz Lechleitner und Sebastian Hauser, als Acucena Hilde Lins vom Graze Opernhaus und Stadttheater Chemnitz und Fritzi Heinen, als Luna: Rudolf Rutenis vom Rigaer Opernhaus und Robert Falzari vom Grazr Opernhaus alternieren. In der Samstagauffüh rung hören wir Dr. Lechleitner, Hilde Lins und Rudolf Rutenis. In der Sonntagaufführung singen Sebastian Hauser, Hilde Lins und Rudof Rutenis. Die musikalische Leitung hat Herr Sieg fried Neßler, während Eugen Schürer die Regie führt. Beide Vorstellungen (Samstag und
Sonn tag) beginnen um 19.00 Uhr.
Klavierkonzert des spanischen Pianisten Martn Imaz. Der junge spanische Klaviermeister bringt an seinem Abend am Samstag, 13. Okt. 19 Uhr im Musikverein folgende Werke zur Wiedergabe Bach=Busoni, Toccata und Fuge d=moll: Them und Variationen von Gabriel Fauré; Sonat pittoresque von Turina; Stücke von Ravel, pin und Paganini=Liszt. (Vorverkauf Joh. Groß
Violinkonzert Prof. Stefan Szemler (Budapest. Der ungarische Geiger, zuletzt Leiter einer Mi sterklasse am Konservatorium in Memel, spielt a seinem Abend am Sonntag, 14. Oktober, 19 Uhr im Musikverein die Sonatine von Schubert, de Frühlingssonate von Beethoven, Stücke von Schu bert. Sarasate, Paganini und Brahms. Am Flügel: Othmar Suitner. (Vorverkauf Joh. Groß
Frankreich
Am 21. Oktol
Mutterland sowo
SPORTUND SPIE
Handballblitzturnier am Wochende auf den Klosterkasernhof
Durch das Entgegenkommen der französischen Militärregierung ist es möglich geworden, daßsch Innsbrucks Handballer am kommenden Samstag 13. Oktober, in einem Blitzturnier, und zwarerstl mals wieder auf dem Klosterkasernhof, denschau platz so manch hitziger Handballgefechte messen können. Die Veranstaltung gewinnt durchd# erstmalige Mitwirken einer Elf der Universtc an Bedeutung.
Der Kletterkurs des Hochschulinstitutes fürk besübungen der Universität Innsbruck findet von 12. Oktober (Anreisetag) bis 17. Oktober stalt Das Klettergebiet ist das Arlberger Skigebietmit der Ausgangshütte Skiheim St.=Christoph. — meldungen können noch bis Freitag vormittagsin Institut vorgenommen werden. Bei der Ann #dung sind zugleich die Kursbeiträge zu entrichten Arbeiter=Turn= und Sportverein, Innsbruck. Am Sans tag, 13. Oktober, 16 Uhr, Faustball=Freundschaftsstil gegen den Arbeiter=Turn= und Sportverein, Kematen, a Beselepark=Sportplatz. Am Sonntag, 14. Oktober, eins= und Familienausflug nach Judenstein. Abmaischn
9 Uhr von der Sillbrücke.
Landeck in Innsbruck. Sonntag, den 14. U
10 Uhr vormittags empfängt der Sportverein. Innsdu die 1. Mannschaft des ADS V. Landeck zum fälle Rückspiel in Innsbruck. Das Jugendspiel beider Manschaften wird anschließend ausgetragen. — Letzten Som tag spielte der ATSV. Landeck gegen eine französsc Auswahlmannschaft 3:0 (0:0). Das Ergebnis konnte u ab der 27. Minute erzielt werden.
Naturfreunde Innsbruck. Erweiterung der Me gliederanmeldestellen ab sofort: Arbeiterkammr. Während der üblichen Kanzleistunden im Panterre rechts und jeden Dienstag ab 18 bis 20 U im ASKO, Z. 40, 3. Stock. Hötting: Im Gasthau „Gold. Bär“ im Parteilokal, Parterre rechts.
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„Kritisieren ist heiter,
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Es ist doch etwas Köstliches um eine gemütliche Plauderei! Wenn wir nach den Mühen des Arbeitstages heimfahren, in einen überlasteten Straßenbahnwagen gepfercht, um wieviel angenehmer und kürzer erscheint uns da die Fahrt, wenn wir zufällig mit einem alten Kameraden zusammentreffen! Oder wenn uns am Abend ein Freund aufsucht, vergessen wir für einige Augenblicke, daß unser Wohnraum schon recht kühl ist und das Abendessen, das auf uns wartet, etwas kärglich ausfallen wird.
Wenn man dann alte, meist freudige Erinnerungen ausgetauscht hat, spricht man gerne auch etwas über Politik; die Tagesereignisse führen uns im allgemeinen dazu, die Zeitung einmal in Ruhe durchzulesen. Da setzt nun die Kritik ein: warum bringt man ausgerechnet dies, und warum nicht jenes?, wir möchten gerne eine Spalte mit diesen oder jenen Meldungen haben, wir vermissen eine Rubrik mit Nachrichten, die uns besonders interessieren, wir hätten gerne mehr Aufsätze, die in lebendiger Art geschrieben sind, usw.
Ach, verehrter Leser, wir selbst würden uns gewiß am allermeisten freuen, wenn wir alle Ihre Wünsche erfüllen könnten. Doch gestatten Sie uns
nun, ein wenig über die technische Seite der Angelegenheit zu sprechen und über die vielen, großen Hemmnisse, welche uns da begegnen.
Wir würden Ihnen gerne vieles bringen, das Sie interessiert. Es fehlt uns nicht an Mitarbeitern, auch nicht an Einsendern, mit deren Artikeln wir ohne weiteres jeden Tag eine Zeitung von vier bis acht Seiten füllen könnten, doch — wir haben eben augenblicklich nicht mehr als zwei Seiten zur Verfügung. Die Papiererzeugung und =lieferung leidet unter den größten Schwierigkeiten; den Papierfabriken, die zur Zeit in Österreich arbeiten, fehlen Rohstoffe, wie Kohle, Faserholz, Zellulose und andere wichtige Materialien. Die einzelnen Bundesländer brauchen das Rotationspapier, das sie erzeugen, fast zur Gänze für ihren Eigenbedarf. Wir in Tirol haben keine Möglichkeit, Rotationspapier herzustellen. Die Einfuhr aus der amerikanischen Besatzungszone stößt ebenfalls auf
Hindernisse.
Trotzdem besteht Hoffnung auf Papierlieferungen in nicht zu ferner Zeit.
Bei dieser Lage ist also höchste Sparsamkeit geboten, damit die vorhandenen Bestände bis zum Eintreffen neuer Lieferungen ausreichen Schon bei dem jetzigen zweiseitigen Umfang beträgt der monatliche Papierbedarf 15.000. Kilo Auch eine Verdoppelung der Seitenzahl würde noch nicht genügen, um nur den dringendsten Bedürfnissen
der Bevölkerung gerecht zu werden. Um dies zu erreichen, müßte der monatliche Papierverbrauch der „Tiroler Tageszeitung“ allein schon auf 40.000 Kilo erhöht werden. Dann wäre es auch möglich, jeden Tag eine Inseratenseite einzuschalten.
Ebenso schwierig wie die Frage der Papierbeschaffung ist die der Versorgung mit Rotationsfarbe, gemeinhin „Druckerschwärze“ genannt. — Auch hier sind die Vorräte sehr knapp. Der Laie bedenkt oft gar nicht, was für sonstiges Zubehör die Herstellung einer Zeitung noch erfordert: Zum Beispiel Zink, das für die Anfertigung der Klischees verwendet wird. Wir müssen infolge der Knappheit an diesem Metall auch bezüglich der Aufnahme von Bildern in unsere Zeitung sehr zurückhaltend sein. Endlich sind auch noch die schier unüberwindlichen Transportschwierigkeiten zu erwähnen, die vor allem auf den empfindlichen Mangel an Treibstoffen beruhen und die Heranschaffung der nötigen Materialien oft bedeutend verzögern. Dies alles sind auch entscheidende Gründe, die
uns nicht gestatten, den Umfang unseres Blattes in nächster Zeit zu erweitern. Wir müssen uns vorläufig mit dieser Tatsache abfinden. Doch ist es für den Leser immerhin besser, täglich nur in knapper Form über die wichtigsten Ereignisse unterrichtet zu werden als vielleicht auf Wochen hinaus gar keine Zeitung mehr zu erhalten.
Wir alle haben während des Krieges mancher lei Entbehrungen gelitten, und unsere Ernährun ist auch heute noch nicht so, wie wir sie wünsche möchten. Nun kann man eine Zeitung recht gu mit einem Lebewesen vergleichen: ihr geistiges L benszentrum ist die Schriftleitung; damit abe die Tätigkeit dieses Zentrums sich nach außenhi entsprechend zeigen und auswirken kann, braucht dieses Lebewesen einen Körper: im Falle der Zetung also Papier und Druckerschwärze. Der neigte Leser möge entschuldigen, wenn auch des Lebewesen, das wir „Zeitung“ nennen, noch etwas an Unterernährung leidet!
RADIO INNSBRUCK
Freitag, den 12. Oktober 7.30 Uhr: Unterhaltungsmusik (Innsbruck); 18.00 Uhr: Musikgeschichtlicher Vortrag Johannes Brahms — Fraz Seidel; 18.45 Uhr: Solistenkonzert (Schallplatten 19.15 Uhr: Tiroler Literatur, Roman und Lorik der les
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1o1s Uhr: Seien Aenaun, Rernn und Sukimie 7e Jahre 1873 ten 150 Jahre. Dr. Wilhelm Thepser (Innsbucki g mnan
Agender is dieseg S
meister Karl v. Thann, Therese Köszegi,
22.00 Uhr: Moderne Unterhaltungsmust, Oto Iushammer.
Unaufgeforderte Einsendungen werden von der Schriftleitung der Tiroler zeitung“ nicht zurückgereicht.
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