Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:10

- S.31

Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.





vorhergehende ||| nächste Seite im Heft

Zur letzten Suche
Dieser Monat – 1945_10_TT
Ausgaben dieses Jahres – 1945
Gesamter Text dieser Seite:
Einzelpreis 15 pfg.
100
dem
arze Brileieten
kerbrillen
rillen gefr
Egen Finder! Kiekel am 11
wenn. Liebenwein
ert. ute Be.
hche Belohnun
traße 46. Zimmer 835. 46,
te als Muster
legen guten Fin. Innstraße 46. Anruf: 3335. 14-18
amnenfilzhtt. 45.
Alberelensire
auf dem W. Hatting, Hatt
1, Innsbruck Matratze ein
elleiter un
r. 4. an Aen
Erscheint in der Woche sechsmal. — Um im Einzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Dostzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.-Hofer-Str. 4
stummer 98 /1. Jahrgang
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „C. C.“. Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Tprolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
Montag, 15. Oktober 1945
„ 4. 143
zwischen Rietz u.
Sührrad Nr. G12ig
einen en. Der redliche beten, gegen gute
Bier. Innsbruck,
21/1I Mitteilung
der 1. Juniwoche auchmühle Innsgefahren ist u. Heuß aus Scharrz. Beförderung (Botenzentrale) # wird aufgefor. Nachbauer, Pflek, Innsbruck, ab
richt
Von den Bundesbahnen
Margit Pohl, 81. Sprechzeit 11 15-217
sucht Sprachausterr. Studenten.
Zim. 226. 15-282 den? Sie sind für heute! Sehen Sie ich unsere Lehrrachen-Selbststu. aglischen u. franhe für Anfänger ttene an od. laserbindlich Probe Postversand. 1 „Globus“ Überm allen Ländern Eentralvertriebsk, Maria-Theregeöffnet
115
Dr. Karl
Adolf-Pichler
16=78
akt. Arzt und niert ab 15. Oksen in Zams d.
16=77
isiersalon Eug. Adamgasse 9,
iseursalon Al. raße 3, wieder
wieder
Mittag.
16-83
renhandm Lande igl. Zell is“ 16=9
Sol.
16-213
Die Personalpolitik der Bundesbahnen war schon lange vor 1938 so stark nazistisch beeinflußt, daß jeder, der sich bemühte, den Aufbau des freien und unabhangigen österreich zu fördern und der Naziagitation entgegenzutreten oder überhaupt nur richtigzustellen, vogelfrei wurde. Die Nazi verfolgten rücksichtslos und es gab praktisch keine Stelle, wo Schutz zu finden war. Die österreichischen Regierungsstellen haben die Nazigefahr fast durchwegs weit unterschätzt, weil sie die uns völlig wesensfremde Terwrisierung durch eine verschwindende Minorität als „Verfolgungswahn“ belächelten. Gerade bei den Bundesbahnen haben die demokratischen Parteien durch ihre PerIsonalvertretungen bewiesen, wie sich in jahrzehntelanger Arbeit Lösungen finden lassen, die sowohl
das Wohl des 1Staates als auch das Wohl der Arbeiter #und Angestellten berücksichtigen. Aber auch diese segensreiche Tätigkeit der Personalvertretungen war seit langem immer mehr gein Kampf gegen die unterirdischen aber nächtigen Zusammenhänge der sogenannten ##otalitaren „Nationalen“ und ihrer Mitläuser. Diese kontrollierten den Verwaltungs
apparat fast völlig unter ihrem terroristischen Einfluß. Wenn für irgend einen Posten ein Nazikandidat oder auch nur einer,
den die Nazi durch ihre Protektion für sich
u gewinnen hofften, in Frage kam, dann konnten die freigewerkschaftlichen oder die hristlichen und konservativen Bediensteten zur noch mit einem Erfolg rechnen, wenn ##s Unrecht der Nazi nicht einmal mehr sämpfhaft bemäntelt werden konnte. Diese i sich kaum vorstellbare Tatsache wurde sach dem Anschluß 1938 gesetzmäßig fortgesetzt und durch Verordnungen festgelegt, daß alle Nazi, die noch zu wenig profitiert hatten, gesetzmäßig „gefördert“ wurden! Aber setzt müssen wir daraus lernen, um unser so teuer erkauftes neues Österreich und seine Einrichtungen von derartigen totalitären Methoden frei zu machen und frei zu halten!
Es muß also eine der vornehmsten Aufgaben neben der selbstverständlichen Zielsetzung nach bestmöglichen Betriebsergebnissen sein, die bewährte demokratische Mitwirkung des Personales an der Leitung der Lundesbahnen wiederherzustellen und noch resentlich auszubauen. Wir können in österreich gerade auf diesem Gebiet Mustergültiges leisten, denn wir haben dafür die besten Voraussetzungen, jahrzehntelange Erfahrungen und ein politisch und sozial hervorragend geschultes, fachlich erstklassiges Personal. Wenn heute im mächtigen England und auch sonst in der Welt die Probleme der Sozialisierung der Eisenbahznen zur Debatte stehen, so können wir mit befriedigung feststellen, daß wir diese heiksien Probleme im wesentlichen bereits gelst haben. Unsere
Bundesbahnen müssen mehr durch Enteignungen sozialisiert uden. Sie werden vielmehr ihr Ziel darin sen können, daß das Personal, jeder für sich, st dem österreichischen Staatsgedanken erüllt, sich persönlich mitverantwortlich fühlt sür die Entwicklung des Betriebes, aber für die Einordnung in das gesamte Staatswesen. Hiefür ist eine der Hauptvorassetzungen, das gilt auch für alle anderen zweige des öffentlichen und privaten Ledens, die völlige Wiederherstellung einer gsoluten Rechtssicherheit, die Wiederherselung der durch die Nazi geraubten wohltworbenen und bewährten Personalrechte und der eheste Ausbau demokratischer Permalvertretungen mit entsprechenden Rechien und Pflichten nach oben und nach unien. Eine musterhafte Selbstverwaltung hat saum
irgendwo so viel gute Aussicht auf tasches Funktionieren als bei den SBB. dabei auf die fachliche, soziale und fersönliche Betreuung des Personals durch semne eigenen frei gewählten Vertretungen lcht vergessen werden wird, ist ebenso als die Tatsache, daß gerade das Persenal der 5BB. von sich aus alle nazisti
schen und totalitären Strömungen radihal sasschalten wird, weil die furchtbaren Erjfahrungen, die völlige Entrechtung unter brutaler Ausnützung der letzten Leistungs#terven nur zu sehr in frischer Erinnerung
„Dreußen ist von der Bildfläche verschwunden“
Paris, 14. Oktober. General de Gaulle erklärte in einem Interview: „Preußen ist von der Bildfläche verschwunden und man würde vergebens danach suchen und ebenso vergeblich würde man nach dem geeinten Deutschland suchen, das Preußen geschaffen
hatte. Was die Regelung des Friedens anlangt, so wird Frankreich nur Beschlüsse anerkennen, an deren Fassung es mitgewirkt hat. In den Fragen der Ruhrkohle wäre es gut, wenn eine internationale Solidarität geschaffen würde. Nur auf dem Wege der Demokratie könnten Spanien und Frankreich sich treffen und zusammengehen. Italien ist nicht nur der Nachbar Frankreichs, sondern auch unser Verwandter. Was das Verhältnis zu Po
Ien anlangt, erklärte General de Gaulle: „Die gegenwärtigen Verhältnisse machen die Beziehungen nicht leicht, wir glauben aber, daß sich die Lage bessern wird.“ Auf eine Frage des Pressevertreters über den Prozeß Laval, der wegen Hochverrates zum Tode verurteilt wurde, erklärte de Gaulle, daß eine Wiederaufnahme des Verfahrens nicht in Frage komme.
Hinrichtung Lavals
Paris, 15. Oktober. Wie „United Preß“ meldet, wurde am Sonntag abends amtlich bekanntgegeben, daß Pierre Laval am Montagmorgen hingerichtet wird.
Eisenhower über die Verwaltung Deutschlands
Ansgar.
London, 14. Oktober. General Eisenhower erklärte bei einer Pressekonferenz, daß die Militärverwaltung in Deutschland so rasch wie möglich durch eine Verwaltung von amerikanischen und deutschen Zivilpersonen abgelöst werden wird. Es sei unrichtig, daß die Einsetzung von deutschen Verwaltungsbeamten in der amerikanischen Besatzungszone bedeutet, daß man Deutschland den Deutschen zurückgebe.
Eisenhower sagte weiter: „es wird
50 harte Jahre dauern, um die Deutschen wieder zu erziehen. Aufsicht müsse so lange geübt werden, bis die Deutschen ihre eigene Verwaltung nach demokratischen Prinzipien führen. So lange die Amerikaner Deutschland besetzt halten, werde keinem ehemaligen Mitglied der NSDAV. das Wahlrecht zuerkannt. noch werde ihm gestattet werden, auf andere Weise denn als Taglöhner sein Brot zu verdienen.
ist. Leider haben wir bisher keinen positiven Beweis, daß er tot ist.“ Eisenhower stimmt der Ansicht seines Stabschefs, Generalleutnant Walter B. Smith bei, daß „kein Mensch Hitlers sicheren Tod bezeugen kann“.
Franz Hüttenberger —Landeshauptmannstellvertreter
Von der Militärregierung wurde Landesrat Hüttenberger zum Stellvertreter des Landeshauptmannes ernannt.
Frankfurt a. M., 14. Oktober. Einer heutigen Meldung der „New York Times“ zufolge bestritt General Eisenhower am Freitag, je gesagt zu haben, Hitler sei möglicherweise noch am Leben. Die irrige Auffassung entstand durch eine Meldung in einer niederländischen Zeitung. Eisenhower erklärte hierzu: „Was ich gesagt habe, ist folgendes: Alles deutet darauf hin, daß Hitler tot
50.000 Kinder verlassen Berlin
Londön, 14. Oktober. Die britischen Militärbehörden in Berlin haben beschlossen, 50.000 Kinder im Alter von vier bis 15 Jahren aus der britischen Zone Berlins zu evakuieren, um sie nicht den drohenden Härten des Winters und der Krankheitsgefahr in Berlin auszusetzen. Die Kinder werden in Begleitung von etwa 10.000 Erwächsenen, Müttern und Lehrern, in günstigen Orten der britischen Zone, im Gebiet von Hessen und Oldenburg, untergebracht werden. Die Evakuierung der Berliner Kinder geschieht freiwillig, sollten die Eltern jedoch hiervon nicht genügend Gebrauch machen, so wird die Maßnahme zwangsweise durchgeführt werden.
Hüttenberger, der am 23. November 1884 in Freinberg, Oberösterreich, geboren wurde, stammt aus einer Bauernfamilie und hatte das Bäckergewerbe erlernt. Schon frühzeitig ist er zur Arbeiterbewegung gestoßen. Mit 17 Jahren Mitglied der sozialdemokratischen Partei und der Gewerk
schaft, war Landesrat Hüttenberger bereits als 26jähriger Vorsitzender der Landesgewerkschaftskommission in Tirol und ein Jahr später Mitglied des Landesvorstandes der sozialdemokratischen Partei.
Von 1905 bis 1908 kam er seiner Militärpflicht nach. Den ersten Weltkrieg machte er in Rußland und Italien mit. Nach der Rückkehr in die Heimat war er bis 1922 als Sekretär der sozialdemokratischen Partei Tirols tätig. Seit 1922 Leiter der Arbeiterkrankenkasse, wurde er 1924 Abgeordneter im Tiroler Landtag.
Als Vorsitzender der sozialdemokratischen Partei Tirols wurde Landesrat Hüttenberger im Februar 1934 verhaftet, war mehrere Monate eingesperrt und wurde dann pensioniert. 1938 ebenfalls kurz in Haft, wurde er am 22. August 1944 zum dritten Male verhaftet und ins KZ.=Reichenau gebracht, aus dem er im November schwerkrank entlassen wurde.
Als Angehöriger der Widerstandsbewegung wurde Landesrat Hüttenberger am 3. Mai 1945 in den Exekutivausschuß des Landes Tirol entsendet und später in die Landesregierung berufen.
Das Schicksal der JG.=Farben
Berlin, 14. Oktober. Wie offiziell mitgeteilt wird, erstreckt sich die Beschlagnahme des Besitzes der JG.=Farben durch die Alliierten nur auf den in Deutschland gelegenen Besitz des Unternehmens, der ungefähr 300 Anlagen umfaßt. Was mit dem umfangreichen ausländischen Besitz der Gesellschaft geplant ist, steht noch nicht fest.
Die tschechische Volksvertretung
London, 14. Oktober. Einer Reutermeldung zufolge berichtete heute der Prager Rundfunk, daß zwei tschechoslowakische Wahlkongresse einstimmig eine Liste von 200 Namen annahmen, aus welchen die neue tschechoslowakische provisorische Nationalversammlung gebildet werden soll.
Die Kongresse traten gleichzeitig in Prag und Brünn zusammen. Die Liste setzt sich aus den vier tschechischen politischen Hauptparteien, einem Gewerkschaftsbund und verschiedenen Bauerngruppen zusammen, wovon jede 40 Namen aufstellt. Die Parteien sind die Volkssozialisten des Präsidenten Eduard Benesch, die Sozialdemokraten, die Kommunisten und die Katholiken.
Die Kongresse in Prag wählten die provisorische Versammlung für Böhmen, während die Gruppen in Brünn das mährische Komitee wählte.
Don Sturzo kehrt nach Italien zurück
New York, 15. Oktober. Wie aus einem Pressebericht hervorgeht, bereitet sich der sizilianische Priester Luigi Sturzo nach einem 20jährigen Exil auf die Heimkehr aus den Vereinigten Staaten nach Italien vor. Er zog seinerzeit die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich, als er in den Zwanzigerjahren gegen das faschistische Regime Stellung nahm. Don Sturzo gründete die Volkspartei, die sich jetzt Cheistlichdemo kratische, Partei nennt.
Sturzo erklärte daß es der Hauptzweck seiner Rückkehr sei, zur Erringung der Einheit aller Befreiungsparteien und damit zum Wiederaufbau des Landes beizutragen.
Ferner Osten
Tschiangkaischeks Sohn übernimmt die Zivilverwaltung Mandschuriens
London, 14. Oktober. Einer Reutermeldung zufolge gab heute der Rundfunk New Delhi bekannt, daß sich der chinesische General Chiangkuo, der Sohn des Generalissimus Tschiangkeischeks, auf der Reise von Tschunking nach Changchum, der mandschurischen Hauptstadt, befindet, um von den sowjetischen Streitkräften die tung Mandschuriens zu übernehmen. Aus dem Bericht ging hervor, daß er von 100 chinesischen Beamten begleitet war.
Japanische Volkszählung
Tokio, 14. Oktober. Wie „United Preß“ berichtet, hat das japanische Innenministerium einen Bericht über die erste Volkszählung seit über fünf Jahren veröffentlicht, demzufolge die Bevölkerung von Japan auf 77,997.042 Personen geschätzt wird. Nach dem Bericht zeigt die Volkszählung, daß die Zahl der Männer jene der Frauen um 25.000 übertrifft.
Prinz Kindavong in Innsbruck
Der Prinz Kindavong, ein Sohn des ersten Würdenträgers des Königreichs Laos (Indochina), ist in Innsbruck zu einer Studienreise durch österreich eingetroffen. Prinz Kindavong wurde anläßlich des japanischen überfalls auf Laos vom 10. März vom König zum Führer der Widerstandsbewegung von Laos ernannt; er hat gegen die Japaner schwere Kämpfe geführt. Prinz Kindavong ist der offizielle Vertreter der Frankreich treuen Regierung in Paris.
General Mac=Clarc
mit Österreich zufrieden
Newyork, 14. Oktober. Der amerikanische Oberbefehlshaber in Österreich, General Mac=Clark, der sich augenblicklich in den Vereinigten Staaten aufhält, erklärte nach seiner Ankunft, die Lage in österreich bessere sich zusehends. Die österreichische Bevölkerung unterstützt uns in jeder Weise. Die amerikanischen und russischen Besatzungstruppen in österreich vertragen sich sehr gut.
Dr. Gruber über die österreichische
Wie Radio Paris berichtet, veröffentlichte die französische Presseagentur eine Erklärung des neuen Unterstaatssekretärs im Außenministerium der Regierung Dr. Renner. Dr. Gruber erklärte im wesentlichen, daß österreich mit allen Großmächten freundschaftliche Beziehungen unterhalten müsse, da ohne Hilfe der Großmächte ein Wiederaufbau des Landes unmöglich sei. über die Beziehungen österreichs zu Deutschland erklärte Dr. Gruber, daß diese zum großen Teil vom politischen Statut abhängen, das die Alliierten in den verschiedenen Teilen Deutschlands festsetzen werden. Es sei auch nötig, daß das deutsche Volk deutlich zu erkennen gibt, daß es sich ein für alle Male von der pangermanischen Idee befreit hat. Österreich muß in Zukunft leben können, ohne eine
Wiederholung des deutschen Angriffs fürchten zu müssen.
Entdeckung eines Giftgaslagers in Wien
Wien, 14. Oktober. In Wien wurde nächst der „Sängerwarte“ ein Giftgaslager entdeckt. Unter Anwendung der notwendigen Vorsichtsmaßnahmen wurde der Inhalt der Giftgasbehälter — es handelte sich um 1800 Kilogram Phosgen — unschädlich gemacht. Das Gebiet der Sängerwarte hatte im Verteidigungsplan für Wien eine wichtige Rolle gespielt Im Rahmen einer Entdeckungsaktion wurde eine Anzahl vergrabener Stahlflaschen entdeckt, die das Giftgas enthielten. Das Entweichen des Gases aus den Behältern hätte für ganz Wien eine furchtbare Katastrophe bedeutet.
Schiffsverkehr Bregenz—Konstanz
Der regelmäßige Schiffsverkehr zwischen Konstanz und Bregenz wird ab heute, 15. Oktober, wieder ausgenommen.