Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:10
- S.43
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Einzelpreis 15 pfo.
——
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „L. C.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Cyrolia, Innsbruck, Undreas-Hofer-Str. 4
Freitag, 19. Oktober 1945
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Es ist nicht immer leicht, die Wahrheit zu sagen. Und wenn man durch Jahre so wenig der Wahrheit erfahren hat, wenn man so oft selbst unaufrichtig war, verschwieg, verschleierte, beschönigte, nicht seiner selbst, sondern vielleicht mehr seiner Familie, seiner Angehörigen, seiner Freunde wegen, so kann der Wahrheitsbegriff dem einzelnen uun oft sehr verzerrt und verschwommen sein. Diese Erkenntnis soll uns heute, an der Schwelle einer neuen Zeit, Anlaß sein, einmal stille zu stehen und hineinzuhorchen i unser Inneres und nicht nur unser poliiisches, sondern auch unser moralisches Gevissen zu erforschen. Hiezu bietet uns Gelegenheit — der Fragebogen. So mancher treue, brave Österreicher sieht sich beim durchgehen dieser Fragen etwas unange
nehm berührt. Er war doch selbstverständlich immer gegen den Nationalsozialismus! Wenn er auch am 20. 4. 38 mit „Ja“ gestimmt hatte; wenn er dann auch auf Bereiben seiner Dienststelle einer Formation — billigerweise dem NSKK — beigetreten war, später Parteianwärter wurde und heute nicht weiß, ob er nicht mittlerweile parteigenosse geworden ist; wenn er auch gur nicht so ungerne seine Beiträge zahlte ud spendete und über Aufforderung das sarteiabzeichen trug, schließlich noch bei der NSV, bei der DAF und beim Kolonialuund war, bei den Veranstaltungen und kundgebungen „pflichtgemäß“ mittat und nauch „belangloses“ Amtchen übernommen latte. Er war doch trotzdem immer ein #aver, biederer Österreicher! Und doch regt schnun etwas in ihm wie Scham.
„Ob es kannt ist, daß ich da und dort dabei war? Dieses und jenes Abzeichen trug? [Der Hitler=Gruß mir schon ganz gewohnheitsmäßig zur Reflexbewegung geworden ist? Ob die Fragebogen der letzten Jahre,
vo es galt, seine Position zu halten oder gar zu verbessern, noch irgendwo auflie87
Es mögen bloße Formsachen gewesen sein, wann und wie der brave Österreicher an vergangenen Kult seit März 1938 mitgetan hat. Er mag aus Furcht und Zwang ewas öfter und tiefer sich verbeugt haben vor dem gebietenden Zeitgeist. Er mag
heute — sich zum Arger oder zum Troste —
afahren, daß dieser und jener „Alte kämpfer“ und „Illegale“, dieser und jener hn wohlbekannte Parteigenosse und fanatische Anhänger und Schrittmacher durch
igend einen günstigen Umstand heute der Lage ist nachzuweisen, daß er nie der kartei oder einer ihrer Gliederungen ange
hörte, ja, in der letzten Zeit — jedenfalls nch vor dem Einmarsch der Alliierten — sogar der österreichischen Widerstandsbewegung aktiv angehört hat. —
Wenn wir bei der Beantwortung des Fagebogens unsere Gewissenserforschung licht weiträumig genug ansetzen, wenn wir ins nicht darüber klar werden, daß unsere zehler, so wie sie seit dem März 1938 gendeso schon lange vor dem März 1938 be#angen wurden; wenn wir eine peinliche, nchstpersönliche Fragestellung nicht auch Syhstpersönlich und peinlich genau beantvorten, sondern nach dem Nebenmenschen — nach der nun vielfach bekannten Vorgangsweise echter Nationalsozialisten — abstimmen, dann täuschen wir uns noch einmal: nicht etwa deswegen, weil früher oer später doch alles an die Sonne käne; das wird kaum möglich sein, weil der nue österreichische Staat nicht von weitund dichtgezogenen Netzen einer Gestapo getragen und gesichert sein wird,
sondern as der Aufrichtigkeit des Einzelnen zum Staate und aus der Gerechtigkeit des Staates zum Einzelnen auferstehen soll. Vir würden uns deswegen noch einmal lütschen, weil wir, durch die Schwelle in die neue Zeit schreitend. uns in nichts unterscheiden wiirden von den Kindern eines vergangenen Geistes, den wir nun hinreichend erkannt und erlebt zu haben meinlen. Der wahre Österreicher muß wahrhaft sein Die Beantwortung des Fragebogens — und mag sie auch manchen schwachen sunkt, an uns aufdecken — wird in ihrer offenbaren Aufrichtigkeit ihre eigene Note und Bewertung erfahren, denn in einem wahren Rechtsstaate wird der Ehrlichkeit des Bürgers Rechnung getragen Die Wahr4 heit macht uns frei! Dr. A. Brugger
Byrnes über die Außenpolitik Amerikas
Washington, 18. Oktober. Außenminister Byrnes erklärte auf einer Pressekonferenz, er könne die italienischen Waffenstillstandsbedingungen nicht veröffentlichen.
In der Potsdamer Erklärung sei vorgesehen, daß jede Regierung die Verhältnisse in den befreiten Ländern untersuchen könne, um festzustellen, ob deren Regime anerkannt werden könnte.
Die britisch=amerikanischen Finanzbesprechungen machten Fortschritte.
Hinsichtlich der Einstellung der Vereinigten Staaten gegenüber der Forderung Frankreichs auf Errichtung einer internationalen Rheinlandskon
trolle
sagte Byrnes, Amerika hätte in dieser Frage keine feste Stellung bezogen und der
Vorschlag könne in Erwägung gezogen werden. Ein französischer, Vertreter und ein amerikanischer Staatssekretär im Außenministerium würden diesem Gebiete im Laufe dieser Woche einen Besuch abstatten.
Frankreich und die deutsche Frage
Paris, 18. Oktober. Marquerite Higgins sagt in einem Bericht an die „Herald Tribune“, daß die Opposition Frankreichs gegenüber der Wiedererrichtung einer Zentralregierung in Deutschland auf dem Standpunkt steht, daß die Errichtung eines zentralen Verwaltungskörpers solange zurückgestellt werden sollte, bis die Alliierten Frankreichs Vorschläge für eine Lostrennung des Rheinlandes und Westfalens von Deutschland in Erwägung gezogen hätten.
Geheimvertrag Angarn—England während des Krieges
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Von ungarischer Seite wird ein ausführlicher Bericht veröffentlicht über die Beziehungen, die Ungarn während des Krieges mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten unterhalten hat. Diese Beziehungen wurden gesichert durch Zwischenmänner in der Türkei, in der Schweiz und in Schweden. Bis zum März 1944 bestand ein Abkommen, daß die Ungarn weder auf englische noch auf amerikanische Flieger schießen werden. Angeschossene englische und amerikanische Piloten fanden in Ungarn Zuflucht. Als Gegenleistung wurden ungarische Städte nicht bombardiert. Dieser
Vertrag stand bis zum März 1944 in Kraft. Dann wurde es unmöglich, ihn einzuhalten, weil die deutschen Agenten in den neutra
len Ländern von seinem Bestande Kenntnis erlangt hatten und weil Horthy auf Grund dieser Mitteilung von Hitler scharf zurecht gewiesen wurde. Zu gleicher Zeit hatte Ungarn mit den Westmächten eine Verständigung darüber ausgenommen, um sich aus dem Kriege zurückzuziehen. Es war beschlossen worden, daß Ungarn handeln sollte, sobald der siegreiche Abschluß der Kämpfe in Italien das Stichwort hierfür geben würde.
Wahlen in Europa
Die Wahlen in Sowjetrußland
Moskau, 17. Oktober. Die „Iswestja“ gibt bekannt, daß die im Verlaufe des Krie
ges der Sowjet=Union einverleibten Gebiete an den für den 10. Februar 1946 anberaumten allgemeinen Wahlen teilnehmen werden. Es werden also gegenüber den 1143 Wahlbezirken, die es im Jahre 1937 gab, 1287 Wahlbezirke aufgestellt werden. Ein Teil von Ostpreußen einschließlich Königsberg, Finsterburg, ebenso große Gebiete des früheren Polens und Rumäniens sowie Kareliens werden an den Wahlen teilnehmen. Auch die neuen Sowjet=Republiken Estland, Litauen, Lettland sowie die KarpathoUkraine werden an den Wahlen teilnehmen.
Die Wahlen in
Paris, 17. Oktober. Zum erstenmal stehen Frauen auf der Kandidatenliste; sogar ein Zehntel der Kandidaten sind Frauen.
Die gesamte Wählerzahl für die sonntäglichen Wahlen beträgt 20 bis 22 Millionen Männer und Frauen. Aufgestellt sind 2500 Kandidaten für 522 Abgeordnetensitze.
General de Gaulle zu den Wahlen
Paris, 18. Oktober. In einer Rundfunkansprache erklärte General de Gaulle: „Die Regierung und ich werden die außergewöhnlichen Vollmachten, die wir seit 1940 im Namen der Republik und im Dienste Frankreichs ausgeübt haben, in die Hände der Vertreter der Nation zurücklegen. Ich hoffe aufrichtig, daß bei den Wahlen die beiden Fragen mit Ja beantwortet werden. Ich betrachte es als absolut notwendig, daß diese Wahlen zur Schaffung der neuen Republik beitragen, die nie kommen wird, wenn wir zu einer Regierungsform, deren Schwäche offensichtlich war, zurückkehren sollten.
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Es ist erst einige Tage her, daß wir unserer treuen Leserschaft die großen Schwierigkeiten aufzeigten, die wir täglich zu überwinden haben, um das Erscheinen unseres Blattes sicherzustellen. Die Frage der Papierversorgung war von diesem Gesichtspunkte aus eine Lebensfrage, und ohne Zweifel haben zahlreiche Leser mit Erstaunen festgestellt, daß unsere letzten drei Nummern vierseitig erschienen, so daß man fast glauben konnte, unsere Leiden seien eingebildet — weil im Widerspruch mit den Tatsachen. Es verhält sich jedoch anders. — Gelegentlich des Erscheinens der 100. Nummer unseres Blattes haben wir lediglich unserer Leserschaft einen Vorgeschmack dessen geben wollen, was wir in Zukunft zu erreichen hoffen — vielleicht bald eine Tageszeitung, die
imstande ist, Sie wirklich zufriedenzustellen.
Der Umfang unserer Zeitung wird sich in dem Ausmaße vergrößern, wie das Papier uns zur Verfügung steht. — Der Leser möge daher entschuldigen, wenn unsere Zeitung einmal zweiseitig, einmal vierseitig erscheint — er sei überzeugt, daß wir unser Möglichstes tun, um ihn zufriedenzustellen. —.
Die Schriftleitung.
Wahlvorbereitungen in Wien
Wien, 18. Oktober. In der Zeit vom 16. bis 23. Oktober findet in Wien die Aufstellung der Wählerliste für den Nationalrat und Wiener Gemeinderat statt.
Gesamtmitgliederliste der
NSDAp. aufgefunden
London, 18. Oktober. In der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands wurde
die Gesamtmitgliedsliste der NSDAP. auf* Artencht“ Hieur 5 Millio
gefunden. Die Liste enthalt gegen 8 ? nen Namen, Auch die Mitglieder der Auslandsorganisationen der NSDAP. stehen auf dieser Liste.
Richtlinien für General Eisenhower
Washington, 18. Oktober. Das amerikanische Außenministerium veröffentlicht umfassende Richtlinien, die im vergangenen April an General Eisenhower gegeben wurden. Das Ziel dieser Richtlinien ist, es zu verhindern, daß Deutschland jemals wieder den Weltfrieden bedrohen kann und um den Wiederaufbau des politischen Lebens auf demokratischer Grundlage sicherzustellen.
Deutsche Generäle als Zeugen
im Kriegsverbrecherprozeß
Nürnberg, 18. Oktober. „Associated Preß“ meldet, daß Feldmarschall Walter v. Brauchitsch, Fritz Erich v. Mannstein und General der Luftwaffe Hans Jürgen Stumpf Dienstag nachts hier unter bewaffneter Bedeckung ankamen und sofort im Gefängnis untergebracht wurden. Sie werden als Zeugen in dem bevorstehenden Kriegsverbrecherprozeß fungieren. Wie verlautet, wird das Prozeßmaterial bis auf das Jahr 1933 zurückreichen.
Das Wohnungsproblem in England
London, 18. Oktober. Der Minister für öffentliche Gesundheit erklärte im Unterhaus, die Regierung werde Maßnahmen ergreifen, um in kürzester Frist Wohnungen zu beschaffen. Sie beabsichtigt, sich um Vollmachten zum Ankauf von Grundstücken für Bauzwecke zu bemühen. Mit Rücksicht auf den bevorstehenden Winter richtet der Minister an diejenigen, welche in ihren Häusern noch über Raum verfügen, die Bitte, diesen an Personen, die dringend Wohnungen benötigen, abzugeben. Sonst müßte die Regierung von ihrer Requisitionsvollmacht Gebrauch machen.
Die „Achse Berlin—Tokio“
Der Oberbefehlshaber der französischen Streitkräfte im Pazifik, General Leciere,
unterschreibt die Kapitulation Japans.
New York, 17. Oktober. Ein amerikanischer Kriegskorrespondent berichtet, daß die deutschen Kriegsgefangenen in einem Gefangenenlager in Sibirien, als sie kürzlich davon hörten, daß japanische Kriegsgefangene zu ihnen kommen sollten, ein Schild aufhängten mit der Aufschrift: „Willkommen unseren Alliierten — endlich haben wir uns in Sibirien die Hände gereicht.“