Tiroler Tageszeitung 1945
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- S.45
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den 19. Oktober 1945
Tiroler Tageszeitung
Nr. 102 Seite 8
SAus Stadt
und Cand
sck in den Kabelgraben
sim Lesen der Tageszeitung stößt man erfreu
##weise immer wieder auf Notizen, die eine mdigung der Leistungen einzelner Persönlichoder Berufsgruppen beinhalten. Und dies ##t so, denn die Öffentlichkeit hat ein Recht hauf, zu erfahren, welche Leistungen und Taten dienste der Allgemeinheit vollbracht werden. zür eine Berufsgruppe jedoch muß auch einmal licht unter dem Scheffel hervorgeholt wers#es sind dies die Männer im Kabelgraben, die seteure und deren Helfer. Gleichgültig huschen Estraßenpassanten am Graben vorbei, mitunter zun sie sich sogar, wenn sie wegen einem „Loch #der Straße“ etwas zur Seite treten müssen. #wenige kennen die harten Bedingungen, unTeenen diese Elektromänner oftmals ihre verwortungsvolle Arbeit vollbringen. Allen Wittegsunbilden ausgesetzt, schaffen und werken sie
eraben; sie wissen zu gut, daß es von ihrer gssenhaften Arbeit abhängt, wie lange die Fnabnehmer im Falle einer Kabelstörung die teerin Elektrizität“ entbehren müssen. Und lm setzen sie all ihren Ehrgeiz ein und sind ##darauf, daß gerade sie Arbeiten verrichten pien, die ganz dem Wohle der Allgemeinheit
#anche dieser Männer haben in den letzten gzjahren nach Luftangriffen still und selbstlos ##tungen vollbracht, die den Leistungen ihrer #nraden an der Front nicht nachstehen. Doch j# braven Männer wollen nicht, daß ihre Ta# besonders ins Licht gerückt werden; sie bezien sich mit der inneren Befriedigung, durch in Einsatz viel Leid und Nöte ihrer Mitmeni gelindert zu haben.
dr Beruf eines Kabelmonteurs entbehrt nicht in gewissen Tragik: Während beispielsweise n Laumeister nach Beendigung der Arbeiten ## fertiges Werk betrachten und sich daran erin kann, verbleibt das Werk des Kabelmon# verborgen in der Tiefe, denn alsbald ami#n boshafte“ Schaufeln und begraben es. Nur undas Licht wieder aufstrahlt und es im elekm Kochtopf wieder zu brodeln beginnt, empwir die Melodie seiner Arbeit.
F. A.
sie Taschendiebe treiben noch immer ihr Unwesen
lotz wiederholter Warnung dauern die Taschen##stähle in Innsbruck noch immer an. So wur##in den letzten Tagen entwendet: In einem ##heater einem Arzt eine Brieftasche mit im Flüchtlingslager am Westbahnhofe eine ndtasche mit Dokumenten, 80 M. und Lebenssttelkarten; am Hauptbahnhofe einer Angestelli aus Scharnitz beim Aussteigen aus dem Zug i der Handtasche die Lebensmittelkarten; auf Straßenbahn einer Frau aus der Handtasche # Lebensmittelkarten und einem Arbeiter die stldtasche mit 15 M. und Lebensmittelkarten.
Schauübung des Bergrettungsdienstes
Um den Behörden und einem weiten Kreise von Interessenten eines der selbstlosesten Aufgabengebiete des Alpenvereins anschaulich vorführen zu können, findet am Sonntag, den 21. Oktober, 11.30 Uhr, vor geladenen Gästen auf dem Hafelekar eine Schauübung des Bergrettungsdienstes statt. Die Gäste treffen sich bis 11 Uhr im Hotel Seegrube, von wo aus die gemeinsame Auffahrt zur Gipfelstation erfolgt.
Bei zweifelhafter Witterung wird am Vortage unter Rufnummer 4411 oder 4412 Auskunft erteilt, ob die übung stattfindet oder verlegt werden muß. Radio Innsbruck gibt auf alle Fälle mit dem Abendnachrichtendienst am Samstag, den 21. Oktober, durch, ob und mit welchem Programm die übung durchgeführt wird.
Fast 30.090 Fahrräder in Innsbruck
Bei der Fahrraderfassung durch das Polizeipräsidium von Innsbruck wurden im Stadtbereich von Innsbruck über 29.300 Fahrräder angemeldet. Bei der überprüfung durch die Kriminalabteilung wurden gegen 200 Fahrräder, die als entwendet vorgemerkt waren, festgestellt. 110 Fahrräder wurden während der Erfassung von der Kommission, welche die Aufnahme durchführte, beschlagnähmt, und zwar ein Teil wegen widerrechtlicher Aneignung aus Heeresbesitz, wegen Verdachtes des Diebstahls, wegen bedenklichen Besitzes, bzw. wegen bedenklichen Ankaufes. Ein Teil der verdächtigen Personen konnte später den Eigentumsnachweis erbringen und ihnen wurden die Fahrräder wieder ausgefolgt; gegen die übrigen Personen wurde die Amtshandlung eingeleitet.
Tödlicher Unfall bei Bauarbeiten
Am 17. Oktober, um 10.15 Uhr, ereignete sich bei den Verbesserungsarbeiten an der Eisenbahnnotbrücke bei Brixlegg ein tödlicher Unfall.
Während der Zugspausen wird an der Brücke stets weitergearbeitet, dabei stürzte, ein Hebekran ins Wasser. Durch den Unfall. wurde der Bundesbahnlokomotivführer Anton Fasching getötet und zwei Mann verletzt. Es entstand eine Verkehrsunterbrechung von 14 Stunden. Die Brücke. selbst ist unbeschädigt. Der Verkehr über die Brücke wurde am Donnerstag früh im normalen Umfang wieder ausgenommen. Das Begräbnis des Toten findet am Samstag um 17 Uhr auf dem Wiltener Friedhof statt.
Ausstellung „Das Innsbrucker Wohnhaus“
Vom 20. Oktober bis 3. November stellt die Stadtverwaltung im 1. Stock des Volkskunstmuseums Bilder und Photos vorbildlicher Innsbrucker Bürgerhäuser und baulicher Einzelheiten sowie Gestaltungsvorschläge aus. Die Ausstellung. die zur Erhaltung und Pflege des wertvollen Stadtbildes beitragen soll, wird Samstag, den 20. Oktober, Punkt 10 Uhr, mit fachlichen Erläuterungen eröffnet. Es spricht Prof. Dr. Hammer. Sie ist werktägig von 10. bis 16 Uhr, sonntags von 10 bis 12 Uhr frei zugänglich.
Macht
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Gebrauch vom Fahrkartenvorverim Tiroler Landesreisebüro!
Elternabend im Musikvereinssaal
Heute abends um 19.30 Uhr findet im Musikvereinssaal der erste große Elternabend der „Freien österreichischen Jugend“ statt. Es spricht der Landesleiter der F. ö. J Prof. Pino Bucher. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten!
Todesfälle
In Innsruck starben: Hilde Eder geb. Wetchy. B.=B.=Oberinspektorsgattin, 43 Jahre alt; Blasius Maier, Senner in Unterperfuß, 65 Jahre alt: Johann Gebhart, Tapezierer, 82 Jahre alt; Maria Erhart geb. Heidenberger, B.=B.=Pensionistensgattin, 75 Jahre alt.
Am Sonntag, 21. d. M., findet um 8 Uhr in der Stadtpfarrkirche in Dornbirn der Seelengotteadienst für den im April im Osten gefallenen Rottenführer in einer Panzerdivision Rudi Nikolussi statt. Er war am 29. April 1919 in Lusern (Südtirol) geboren und wurde in Küstrin begraben.
In Kitzbühel starb Frau Rosa Hatzl geb. Jaidl, Tischlermeistersgattin, im 80, Lebensjahre.
Hungerburgbahn
Von Montag, den 22. Okt., bis einschließlich Samstag, den 27. Okt., wird die Hungerburgbahn wegen notwendiger Überholungs= und Reparaturarbeiten eingestellt. Für die Bewohner der Hungerburg und den Berufs= und Werksverkehr verkehrt in dieser Zeit ein Omnibus früh, mittags und abends nach folgendem Fahrplan: Ab Hungerburg: 6.30, 7.30; 12.00, 13.30; 19.00 und 20.00 Uhr. Ab Innsbruck (Hungerburg=Talsiation): 7.00, 8.00; 11.30, 12.30; 18.30 und 19.30 Uhr.
Mädchenvolksschule St. Rikolaus. Beginn des Unterrichtes für die 6. Klasse am Montag, den 22. Oktober, um 8 Uhr. (Mädchen von St. Rikolaus und Mariahilf.)
Die Zerstörung am Wiener Stephansdom. Der mittlere Teil der Kirche ist eingestürzt.
Literatur und Wissenschaft
Vortrag eines französischen Schriftstellers
Der französische Schriftsteller und vom Kriegsministerium beauftragte Redner Herr Dr. iur. Didier=Lazard hielt am Abend des 17. Oktober im französischen Studienzirkel „Jean Esbert“ in Innsbruck einen höchst aufschlußreichen Vortrag über die Vereinigten Staaten in Geschichte und Gegenwart. In der anschließenden Aussprache, welche sehr anregend verlief, beantwortete der Redner, ein gründlicher Kenner der amerikanischen Lebensverhältnisse, in meisterhafter Weise die zahlreichen und interessanten Anfragen, die ihm mündlich und schriftlich aus dem Hörerkreis zukamen. Von den vielen zur Sprache gelangten Themen erregte neben wirtschaftlichen Fragen besonders die moderne politische und allgemeine Jugenderziehung in den Vereinigten Staaten besonderes
Interesse. Die tatsächliche oder mögliche Versöhnung zwischen Materialismus und Idealismus bildete den Gegenstand lebhafter Erörterungen.
Heute, den 19. Oktober, um 17 Uhr, wird Dr. Didier=Lazard nun im Hörsaal III der juridischen Fakultät der Neuen Universität (Erdgeschoß) in französischer Sprache einen allgemein zugänglichen Vortrag über das Thema „La Constitution Frangaise“ halten.
KIRCHLICHES
Goangelische Goltedienste am 21. Dilober Innsbruck: evangelische Kirche, 9 Uhr; Landeck: Burschlkirche, 9 Uhr; Kitzbühel: Katharinenkirche, 9.30 Uhr; Solbad Hall: Salinenkapelle, 9.30 Uhr.
SDORT UND TDIEL
Skitreffen auf der Seegrube Nach dem gelungenen ersten Trainingslauf des Skiverbandes für die Nachwuchsläufer und =Läuferinnen auf der Seegrube vergangenen Sonntag, hat der Verband auch für diesen Sonntag ein Tor= und Abfahrislauftraining angesetzt, an dem alle Wettkampfläufer und =Läuferinnen teilnehmen können. Treffpunkt Sonntag 7.30 Uhr Hungerburg=Kettenbrücke, zur Auffahrt in die Seegrube.
AUs DERBERCWELT
Hüttenbetrieb.
Lechtaler: Ulmer Hütte (einfach).
Karwendel: Aspachhütte, Magdeburger Hütte.
Kaisergebirge: Vorderkaiserfeldenhütte, Hinterbärenbad (bewacht mit einfacher Wirtschaft), Stripsenjochhaus (bewacht mit einfacher Wirtschaft).
Stubaier: Dortmunder Hütte, Dresdener Hütte (bewacht mit einfacher Wirtschaft), Pichlerhütte (bis 1. Nov.), Roßkoglhütte.
Tuxer Voralpen: Meißner Haus, Rafinghütte, Patscherkoflhaus, Tulferhütte, Rasikoglhütte, Lizumer Hütte (einfach),
Kitzbüheler. Alpen: Berghaus Kelchalpe (einfach), Alpenrosehütte, Oberlandhütte.
Herbstwanderung führt das Hochschulinstitut für Leibesübungen diesen Sonntag, den 21. Okt., durch. Ziel entweder Hochnißl über Schwaz=Vomp oder Walderalm über Volders—Hinterhornalm—Ganalm—Terfens. Anmeldungen bis spätestens Samstag 12 Uhr am Hochschulinstitut für Leibesübungen.
Die Post= und Telegraphendirektion sucht Dolmetscher, welche die französische Sprache in Wort und Schrift perfekt beherrschen und womöglich des Maschinenschreibens kundig sind. Voraussetzung ist österreichische Staatsbürgerschaft und einwandfreies politisches Vorleben. Kriegsbeschädigte bevorzugk. Bewerber wollen sich bei der Postund Telegraphendirektion Innsbruck, Maximilianstraße 2, 1. Stock, Zimmer 104, melden.
bnnacht
Von Gottfried Julius Poitschek [d
das Tal von Goppen ist ein ernstes gestrenges.!“ zgal. Es duldet keine fremde Saat, die von d ##ndwo einstreicht und sich ansetzen will. Sie ###dvertan und verworfen. Die aber aus seinem 9 sen und seiner Art stammen, zwingt es mit sinigen Ackern und sperrendem Berg zu harter v sn. Die wenigen Bauern im Rauhen Grund still und scheu wie die Tiere der schauer
ein Wälder.
innerst von Goppen schlug der Schmied ines den Hammer. Er hielt ihn zäh und stark ser Faust, daß die Glutspäne wie Irrlichter #ten und die Talschaft darauf ihren Stolz Von weither kamen die Astner und Melker Aihrem bedürftigen Zeug. Wenn der Goppenschin Eis zu erstarren drohte, läuteten schwere #zschlitten bis zum versteckten Rußloch der #gschmiede.
stzt ist es plötzlich anders geworden. In die bergklaren Morgen hinein klingt kein sanmerschlag mehr. Wie ein schwarzes Tier kausa die Schmiede inmitten weißer winterlicher sundschaft. In den Bottichen fault das Wasser,
# Dachsparren schrei"n; es riecht nach Zerfall.
Schmied aber sitzt wie begraben in seinem wigen Geschläuf und rührt keine Miene. Manch
# leert er im Mühlhäusl das Glas starrt wort
in die Winkel und geht zu später Stund einen ohne Red und Gruß. Er ist unwirsch; bis Wildheit verschlägt es, wenn ihn die Leute befragen suchen. Also wenden sich die ab und siden um so mehr zueinander. * Schad" um den Zott Hannes, sagen sie, und es sungl Mitleid aus den rauhen Stimmen; wie das einer Laon gleich über den Menschen fällt!
Eine runde klare Ursach weiß niemand. Da icht der alte weißsträhnige Sepp in der Ge
Kinde auf. „Männer von Goppen“, sagt er laut ad vernehmlich, „der Schieder=Bub ist im Tal sebein, einer, dem unser Erbarmis aus der Wie
gen ins Leben half, einer, der bettelarm den Geschmack am Bauerngewerk perlor und gierig nach der Fremde griff. Nicht genug damit! Nun kommt er wie ein Dieb zur Nacht und lockt und versucht die Unsern; diesmal würgt er den Hannes —
Die Botschaft läuft wie ein Feuer in die wenigen Hütten. Gott erbarm, sagen die und jene. Es sitzt ihnen ganz tief in der Herzkammer die Furcht vor eigener Versuchung. Und also flüchten sie zur Bedauernis mit dem Schmied.
Beim Einnachten kehrt der alte Sepp auf dem Leonharder Anger zu. Der Diktus muß es annoch wissen, das Bittere, Unfaßbare, der Mesner, der die Goppner Wiegen und Särge zimmert, die Gruben bereitet für den ewigen Schlaf und die Holzkreuze auf die Gräber stellt. Der Totendiktus hört schweigend die Botschaft. Vom Zaun des Lebens blickt er manchmal hinüber in ein anderes Land. Er weiß für vieles Spruch und Bescheid, das den andern verborgen bleibt. Draußen ist es seltsam dunkel geworden. Im Schein der Pechspäne sitzen die zwei. — „Soll einer weniger sein im Tal!“ — Kümmernis fließt aus dem alten Sepp wie die Schwärze in die Scheiben. Dünn und seltsam klingt die Stimme des Mesners nach langem Schweigen: die Fremde greift herein mit ihrem
höllischen Knecht. Wie ein wilder Leu liegt sie auf der Lauer, die Fremde! — Du! Jäh springt er auf, daß der Ahn erschrocken ihn anstarrt. Ganz groß steht der Mesner im Flackerschein: Das Tal laßt ihn nit! So wahr der Schnee das Feuer nit verbrinnt und das Wasser nimmer bergauf zu rinnen vermag — so wahr laßt ihn das Tal nit. Vom Turm der Leonhardskapelle schlägt es eine bange finstere Stunde. —
Der Schmied in der Goppen hat seine Sach" mit sich fertig. Er ist beileib nicht umsonst tagelang in dem verdammten Rußloch gesessen, hat sich die Augen wund gerechnet und das Hirn müd gesonnen. — Jetzt aber ist er soweit. Zur Reise langt es und ein Spargroschen ist noch darüber. Ja, der Schieder weiß schon das Rechte. Und er selber, Himmel und Fegfeuer, er war lang genug ein armhäutiger Tor. Sei ein verfluchter vernagelter
Graben, das Tal von Goppen, so ging dem Schieder die Red", und die Köpfe dazu samt und sonders. Was wäre der Zott für ein Meister seiner Kunst, aber den Lohn sähe er ja hier im Rauhen Grund, die Füchse lachten ihn doch schon aus, und weiß Gott, kein Quentlein Achtung und Gebühr, geschweige ein sicheres helles Haus und einen guten Beutel mit blanken Talern, wie es doch nur recht und billig wäre. —
Das traf schon gut und der Schieder gab den Rat auch nicht umsonst.
Der Schmied hat die Esse in Goppen für immer ausgeblasen. Er wird sie wo anders anbrennen; wo anders wächst auch das Korn gelb und hoch. Soll der Teufel in dem Stinkloch selber wohnen, ihm ist es zur Stund gleich. Bei dem Gedanken wird er aufgeräumt, wie selten in seinem einschichtigen Leben und im Wirtshäusl zahlt er dem Wilderknecht einen. Gebrannten. „Gehabt euch wohl“, sagt er beim Aufbruch, „reut mich keine Stund, die ich eher aus dem Fuchsloch bin.“ —
Die Nacht ist groß geworden und schauerlich. Sie wirft und türmt Wolkenhaufen über die Berggrate, in den Wäldern stöhnt es und aus der Tiefe stößt heißer Brodem auf. In den Höhlen kauern furchtsam die Tiere. Etwas Furchtbares scheint im Gange. Gen die zwölfte Stund reitet der Herold des Todes durch das Tal. Der Bannwald bricht. Weiß und wild brandet Gischt zur Tiefe. Der Sturm überheult das Wimmern der Leonhardsglocken.
In der Goppen hüpfen Fackeln im Dunkel auf. Immer mehr sammeln sie sich zu einer unheimlich leuchtenden Kette, die gegen den Rauhen Grund läuft. Was seit Menschengedenken nicht geschehen: — die Lawine hat die Schmiede erfaßt und nun liegt in ihrer starken Eisfaust ein Häuflein Stein und Schutt. —
Es währt bis gegen den schwerstillen Morgen, daß sich ein Zug talaus ordnet. Diktus, der Mesner, empfängt ihn stumm an der Pforte des Angers. Er hat keine Frage, nur Gewißheit. Die Männer kehren ab, haben das ihre getan. —
Bevor der Diktus die Frühglocken läutet, geht
er zum Laden, den zwei Kerzen unstet umflackern. Er schlägt den eisverkrusteten Mantel zurück, blickt lange und tief in die erstarrten Züge des Schmied=Hannes. „Jetzt bleibst daheim!“ sagt er leise und mild, „so einen wie dich, den laßt das Tal nit aus!“
mmmmmmmmimmmmummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmummmmrmmmmmmantum
für Kultur un.I
s. Anur und Wissenschaft
Das Österreichische Amt für Kultur und Wissenschaft verweist auf den impressionistischen Dichter= und Liederabend am 23. Oktober, 20 Uhr, im Musikvereinssaal, Museumstraße. Die derzeit im Landestheater gastierende Sopranistin Vilma Peer singt Lieder des Innsbrucker Komponisten Alfred Sym sowie Lieder von Debussy. Erwin Apel spricht ausgewählte Gedichte von Wildgans, Rilke und, in französischer Sprache, von Baudelaire. Hans Kofler,spielt Werke von Schumann, Ravel und Debussy. Karten werden täglich von 9—12 Uhr und von 14—17 Uhr im Vorraum des Instituts, Hofburg, verausfolgt.
„Pro Austriae mortuis!“
Angesichts der Tatsache, daß in fast allen Lichtspieltheatern von Stadt und Land am 1. November keine Vorführungen sind, benutzt das Österreichische Institut für Kultur und Wissenschaft diese Gelegenheit, um in ehrender Erinnerung an alle für Österreich während der letzten Jahre Gefallenen in diesen Lichtspielräumen Totenfeiern zu veranstalten. Das Programm besteht aus literarischen und musikalischen Darbietungen, die dem besonderen Charakter der Gedächtnisstunde Rechnung tragen. Das Külturinstitut entsendet auf Wunsch auch Rezitatoren und ist bereit, die Gedenkfeier in jeder Weise zu unterstützen! Bemeinsame Richtlinien wurden bereits überall hin versandt.
Aus der französischen Geisteswelt
Sei Meister, und du wirst glücklich sein.
Rabelais
Das Glück ist ein Traum, wirklich ist der Schmerz. Volkaire.
Wenn wir reisen wollen, sollen wir zu Fuß Rousseau.
Der Stil ist der Mensch. Buffon.