Tiroler Tageszeitung 1945

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Ausgaben dieses Jahres – 1945
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30. Oktober 1945
Tiroler Tageszeitung
Nr. 111. Seite 8
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Riß des Zugseiles auf der Datscherkofelbahn
in gestrigen Vormittag ereignete sich auf der bscherkofelseilbahn infolge des heftigen Stur### ein Riß des Zugseiles. Ein Fahrgast teilt dazu folgendes mit:
sei der Talfahrt vom Berghotel aus geriet Lagen durch einen starken Windstoß plötzlich eine heftige Schleuderbewegung, wobei er gedie erste Stütze prallte und sich im Gestell ung. Das Zugseil lief jedoch mechanisch weiter gals sich die Spannung zwischen Wagen und Azu sehr vergrößert hatte, riß es ab. Nun kadine ausgeseilt werden und zu Fuß die i gehalten und rollte nur auf den Rädern i dem Drahtseil. Als er langsam über die
Stütze gerollt war, geriet er nun, da die Fahrtstrecke gerade an diesem Teil besonders steil ist. in Schußfahrt und sauste in die Tiefe. Der mitfahrende Aufsichtsbedienstete besaß jedoch die Geistesgegenwart, die Handbremse zu ziehen und konnte so den Wagen nach etwa 100 Metern zum Stehen bringen, wobei er natürlich in die heftigste Schaukelbewegung geriet und bis fast zum Seil hinaufgeschleudert wurde. Es war nicht möglich, die Fahrt weiter fortzusetzen, und so mußten die Fahrgäste, die teilweise leichte Verletzungen erlitten hatten, einzeln durch den Boden des Zuges ausgeseilt werden und zu Fuß die weitere Strecke hinunterlaufen.“
lus dem Bombenschutt eine Leiche geborgen
süden Aufräumungsarbeiten in Innsbruck##wurde aus den Trümmern der Fabrik ide in der Amraser Straße 76 eine stark ver
iie männliche Leiche geborgen. Der Luftangriff, dem die Fabrik beschädigt wurde, fand am tspril 1945 statt. Der Tote wurde als der italische Arbeiter Giuseppe Spaggiara, geboren kärz 1896, festgestellt. Seine Leiche wurde der jdigung übergeben.
Flüchtiger Häftling angeschossen
in 18jähriger Bäckergehilfe aus Innsbruck, sch wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle im #angenenhaus des Landesgerichtes in Haft be#ist am 27. Oktober entwichen. Er wurde der Flucht durch einen Schuß verletzt und #licher Pflege zugeführt.
Verhaftung
Allgemeinen Krankenhaus in Innsbruck aen in letzter Zeit mehrfach Wäschediebstähle e Als Täter wurde von der Polizei ein Umloser Ukrainer verhaftet. Das gestohlene wurde zustande gebracht.
Einbrüche und Diebstähle
keinem Lebensmittelgeschäft in der Schiller##urde einer Frau eine Geldtasche mit 400 #und Lebensmittelkarten gezogen. — Aus #hofraum Andreas=Hofer=Straße 49 wurden asengestohlen. — Aus einer Kanzlei am Boz
Platz4 ist eine Schreibmaschine entwendet Bei einem Einbruch in eine Villa in knebitten wurden ein Radioapparat, ein Damfahrrad, Kleider und Lebensmittel im Gentwerte von über 2000 Mark gestohlen.
bersammlungen der Sozialistischen Partei österreichs, Landesorganisation Tirol
Kittwoch, den 31. Oktober, 19.30 Uhr, findet im sisaal Hall eine öffentliche Versammlung Sozialistischen Partei Österreichs statt. RefeLandesrat Heinz. Weiters wird in Kirchsichl am Mittwoch, den 31. Oktober, 20 Uhr. ## öffentliche Versammlung der Sozialistischen stei österreichs abgehalten. Referat: Landesmteisekretär Zechtl.
österreichische Gesellschaft der Freunde Frankreichs
dr angekündigte Vortragsabend der Gesell##t findet heute abend um 20 Uhr im Speise# des Landhauses, 1. Stock (Eingang altes sandhaus) statt. Capt. de Jonmaron spricht Adem Thema „Frankreich von 1940 bis 1945“, k vn Cornides über das Thema „Östersch vor und nach 1938“ Alle Mitglieder sind michst eingeladen und werden um pünktliches Kcheinen gebeten.
der Leser hat das Wort
Die Unschuldigen
sir erhalten folgende Zuschrift: Die ärgsten inzer oder Meckerer sind heute unbestritten sire Nazis. Gewiß liegt Grund genug vor zur se über die vielfältigen Folgeerscheinunin des Hitlerkrieges. Allein die Schuld an all Sünglück trifft nur die Nazis und ihre Führer, diesen Krieg mutwillig vom Zaune brachen Sihn so lange sinnlos weiterführten, bis Städte Länder verwüstet waren. Doch heute wollen die Unschuldigen spielen, sie, die bereits Jahre Kriegsausbruch in Sprechchören brüllten: je schlagen die Welt in Scherben, heute gehört i Deutschland, morgen die ganze Welt!“ das nicht eine offene Herausforderung, eine stegsansage an die ganze Welt? Die Nazis wolleben den Krieg, weil sie an ihrer Regierungs#isheit erstickt sind.
Atschuldig aber sind auch alle jene, welche die Ipartei unterstützt und gefördert haben, vor die Illegalen und die Träger aller Gliedejugen der Partei. Ihr Schlachtruf war: „Sieg si Untergang" und „Wir wollen den tolen Krieg!“, „Führer, befiehl, wir folgen Getreu dieser Losung wurden wir in Elend. ##und Tod geführt. Dies alles verdanken wir # Nazis, Totengräber österreichs waren sie, die heute Unschuldsengel, sein wollen.
„Friedensarbeit“ der Nazi WLi erhalten folgende Zuschrift: Erinnerst du noch an die Friedensjahre, in denen die Nazis
Sprachkurse der Österreichischen Gesellschaft der Freunde Frankreichs
Die Gesellschaft beabsichtigt, für ihre Mitglieder Sprachkurse für Anfänger und Konversationsabende für Fortgeschrittene unter der Leitung von bewährten Lehrkräften einzurichten. Diejenigen Mitglieder der Gesellschaft, die sich für eine Teilnahme an einem der beiden Kurse interessieren, werden gebeten, sich bis spätestens 10. November schriftlich oder persönlich mit entsprechenden Angaben im Foyer der Gesellschaft, Landhaus, Zimmer 750, anzumelden.
Heimkehrer in die englische Zone
An alle ehemaligen österreichischen Kriegsgefangenen, die aus dem von den Engländern besetztem österreichischen Gebiet (Osttirol, Kärnten, Steiermark) gebürtig sind, ergeht die Mahnung, daß am 30. Oktober um 24 Uhr ein Zug Richtung Kärnten=Steiermark Innsbruck verläßt.
1. Diejenigen von Vorarlberg sowie die von den Kreisen Reutte, Imst, Landeck, Innsbruck und Schwaz melden sich im Hotel Arlberger Hof, Wehrmachtsabwicklungsstelle, Salurner Str. 1, Innsbruck, am 30. Oktober bis 22 Uhr.
2. An diejenigen von den Kreisen Kitzbühel und Kufstein ergeht der Erlaß, sich am 30. Oktober vor 24 Uhr am Bahnhof St. Johann in Tirol einzufinden.
Sämtliche Zivil= und Militärausweise sind mitzubringen sowie Verpflegung für zwei Tage.
Hohes Alter
Herr David Huber aus Schwaz feierte am 29. Oktober in vollster geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Trotz seines hohen Alters arbeitet der Jubilar von früh bis spät im Geschäft seines bis jetzt noch nicht zurückgekehrten Sohnes im Interesse der Bombenbeschädigten von Schwaz.
80. Geburtstag. Am 31. Oktober vollendet in Innsbruck Frau Berta Hickersberger, geb. Kleinheinz, ihr 80. Lebensjahr.
Todesfälle
In Innsbruck starben: Alois Haselwanter, Bauer aus Oberperfuß, 55 Jahre alt; Vinzenz Platzer, Tischlermeister, 64 Jahre alt; Viktoria Tengg, geb. Hormola, Bahn=Oberschaff nerswitwe, 73 Jahre alt. In Hall starben: Franziska Kohl, Bundesbahnwagenmeistersgattin, 42 Jahre alt; Franziska Kirchner aus Thaur, 49 Jahre alt; Heinrich Bartl, Salinenschlosser i. P 67 Jahre alt; Frl. Dominika Klärle, 68 Jahre alt; Jakob Mlinaric, ehem. Schuhmachermeister, 84 Jahre alt. In Absam starb der Landwirt und ehem. Salzbergarbeiter Josef Würtenberger, 81 Jahre alt.
Das Ernährungsamt der Stadt Innsbruck ist von der Mariahilfer Schule in den Rathaus=Neubau Fallmerayerstraße Nr. 2, I. Stock, übersiedelt. Die Dienststellen sind unter der Fernsprech=Rummer 6371 erreichbar.
Das Wirtschaftsamt befindet sich jetzt in der Salurner Straße Nr. 16, Erdgeschoß (gegenüber dem Hochhaus) Fernsprech=Rummer 3682.
mit Papierpöller und Bomben „arbeiteten“, um den österreichischen Staat zu schädigen? Erinnerst du dich noch an die zahllosen Fensterscheiben, die diesem Naziterror zum Opfer fielen? „Friedensarbeit!“ Erinnerst du dich noch an die feigen und heimtückischen Mordanschläge, an die Einstellung von Höllenmaschinen, beispielsweise in Hötting und vor der Pfarrkirche in Wilten, oder an die Menschenverschleppung in der Leopoldstraße in Wilten? „Friedensarbeit“ der Nazi! Erinnerst du dich noch an die vielen und schweren Gesundheitsund Sachschäden, welche die Nazis der österreichisch gesinnten Bevölkerung zufügten? Erinnerst du dich noch an die gemeinen Anschläge gegen die Elektrizitätswerke in Reutte und Achensee, wodurch blühende Dörfer hätten vernichtet und
der elektrische Strombezug für Licht und Bahn hätte ausgeschaltet werden sollen? „Friedensarbeit“ der Nazis! Erinnerst du dich noch an die wahrhaft teuflische Absicht der Nazis, die Trisannabrücke bei Wiesberg im Oberinntal in die Luft zu sprengen? Pulver und Zündschnur lagen schon bereit, aber die Wachsamkeit der Schutzorgane hat dieses geplante Verbrechen im letzten Augenblicke noch verhindert „Friedensarbeit“ der Nazis, speziell des Lehrers Christoff, dem der „Führer“ als Anerkennung für diesen verbrecherischen Anschlag die Landeshauptmannswürde in Tirol übertragen hat! Und als die Nazis mit preußischen Stiefeln in Österreich ihre Herrschaft antraten ging ihre „Friedensarbeit“ mit der Losung „Wichtiger als Butter sind Kanonen“ so lange weiter. bis wir durch
den preußischen Raubkrieg zugrunde gerichtet wurden. Das danken wir unseren Nazis!
Täglich 50 bis 75 Tonnen Kohle
Die Eröffnung der Nößlacher Gruben
Am vergangenen Freitag wurde mit einer schlichten Feier das in stiller, unermüdlicher Arbeit von Seilbahntechnikern und Bergleuten bis zum Förderungsbetrieb fertiggestellte Nößlacher Kohlenbergwerk eröffnet. Herr Oberst Lebeau, Capitaine Mayer mit Gemahlin, Landeshauptmannstellvertreter Hüttenberger, die Landesräte Muigg und Hradetzky, Bürgermeister Dr Melzer, die Leiter der Tiroler Handels= und Gewerbekammer Komm.=Räte Miller und Foradori, der Chef des Bergbauamtes Hall. Oberbergrat Dr. Ing. Wenhart und Baurat Ing. Lanser waren als Ehrengäste zur Eröffnung erschienen.
Ein neues Brikettierungsverfahren Allen Zweiflern — nicht zuletzt aus bergmännischen Kreisen — zum Trotz, haben sich die Kohlenflöze so mächtig gezeigt, daß sogar mit dem Tagbau begonnen werden konnte. Auch die Aufschlüsse im Berginnern selbst boten den Besichtigenden ein durchaus erfreuliches Bild. Auch ist die Qualität der Nößlacher Kohle sehr hochwertig. Der Kalorienwert beträgt 7000 bis 7500 Kalorien und damit reicht die Nößlacher Kohle an die Ruhrkohle heran. Rund die Hälfte der geförderten Kohle wird der heimischen Industrie zugeführt, die sie zum überwiegenden Teil in ihrem ursprünglichen, feinkörnigen Zustand verwenden kann, der andere Teil wird in Brikettierungsverfahren dem Hausbrand zugeführt. Da in Tirol eine Brikettierungsanlage nicht
vorhanden war und das als Bindemittel hiezu notwendige Pech fehlte, wurden in Ziegeleien Versuche anderer Art unternommen, die erfreulicher Weise geglückt sind. So können Nößlacher Briketts, wenn auch im bescheidenen Maße auch den Zentralheizungen und den Haushalten zur Verfügung gestellt werden. Landesrat Dipl.= Ing. von Hradetzky überreichte die ersten Probebriketts Herrn Oberst Lebeau und Capitaine Mayer, die beide sich sehr für das Bergwerk interessierten und dasselbe in großzügigster Weise förderten. Die Ehrengäste nahmen gemeinsam mit einigen Bergarbeitern in der Kantine des Bergwerkes das Mittagessen ein. Nach einigen gemütlichen Stunden begaben sich die Gäste zur Talstation der Seilbahn in Gries a. Br., die am gleichen Tage das erste
Mal Kohle zu Tal förderte.
Täglich 50 bis 75 Tonnen Kohle
Gegenwärtig werden in Nößlach täglich 50 bis 75 Tonnen Kohle gefördert. Im Bergwerk selbst wird an der Fertigstellung von Wohnbaracken für die Bergarbeiter fleißig gearbeitet, so daß die Kohlenförderung auch im Winter fortgesetzt werden kann. Nebenbei wird in den Wintermonaten am Aufschluß neuer Stollen gearbeitet. Sollten sich diese weiterhin so ergiebig zeigen, ist für die Zukunft der Bau mehrerer Anlagen geplant, die für die Intensivierung notwendig sind.
überwindung großer Schwierigkeiten
Der Laie, macht sich keinen Begriff, welche Schwierigkeiten sich dem Bau der Seilbahnanlage und der Inbetriebnahme des Bergwerkes entgegenstellten. Neben dem Facharbeitermangel war es hauptsächlich die Materialfrage, die kaum lösbar erschien. Deshalb mag es für Landesrat Hradetzky als Leiter des Tiroler Bergbaues eine besondere Freude und Genugtuung gewesen sein, sein Werk nach mühevollen Monaten mit diesem Erfolg gekrönt zu sehen. Als Kohlenfachmann der Tiroler Landesregierung wußte er auch seine bewährten Mitarbeiter immer wieder anzuspornen. Dies gilt nicht nur für das jetzt eröffnete Kohlenbergwerk Nößlach, sondern auch für die Brikettierung und für die Bergwerke in Häring und St. Johann i. T.
In den gegenwärtigen schönen Herbsttagen liegt das Nößlacher Kohlenbergwerk herrlich vor dem Beschauer. Aber die Seehöhe von fast 1900 Meter und vielfältig Schneeflecken lassen ahnen, unter welch schwierigen Bedingungen hier im bevorstehenden Winter gearbeitet werden wird. In dieser Erkenntnis hat auch die Landesregierung den hier beschäftigten Bergleuten als kleines Zeichen des Dankes, den das Land Tirol ihnen für ihre schwere Arbeit zollt, für jeden 10 Zentner kosten= und bezugsfreie Deputatkohle zugesagt. Diese soziale Geste löste auch bei den Bergarbeitern große Freude aus.
Zweifellos wird durch die Eröffnung des Nößlacher Kohlenbergwerkes der Brennstoffmangel für die Industrie und die Haushalte etwas gemildert. Allerdings kann der Brennstoffbedarf des Landes bei Vollbetrieb sämtlicher vorhandener Kohlenbergwerke nur zu 20 Prozent gedeckt werden. L. T.
Verordnung
Nachforschung nach Dokumenten, die einen historisch=militärischen oder erdkundlichen Wert bieten
Die Militärregierung verlautbart:
1. Privatpersonen, öffentliche Anstalten (Institute, Fakultäten, Schulen, Büchereien, Bürgermeisterämter usw.), Privatanstalten (Lesevereine, historische Forschungsgesellschaften, Verlage, Buchhandlungen usw.) sind verpflichtet, alle Bücher, Landkarten, Pläne, Schriftstücke und alle Dokumente, die in ihrem Besitz sind und die einen Wert für die Militärgeschichte bieten, den Besatzungsbehörden zur Verfügung zu stellen.
2. Die obenbezeichneten Personen müssen den Besitz solcher Dokumente vor dem 1. Dezember anmelden und dem zuständigen Bürgermeisteramt Namen und Adresse, Art der sich in ihrem Besitz befindenden Dokumente und die Tage, an denen man bei ihnen vorsprechen kann, angeben. Die Bürgermeister werden diese Auskünfte den Zweigstellen der Militärregierung der Landkreise mitseilen.
3. Außerdem müssen alle zurückgelassenen oder von den Kriegführenden diesen selben Personen anvertrauten Bücher, Landkarten, Dokumente jeglicher Art unbedingt den Bürgermeisterämtern vor dem 1. Dezember 1945 abgeliefert werden.
4. Jede Person, welche die Bestimmungen dieser Verordnung ändern oder übertreten würde, setzt sich den durch Artikel 19 der Verordnung Nr. 200 vorgesehenen Strafen aus. Leiter öffentlicher Anstalten sowie die Präsidenten der Privatgemeinschaften setzen sich denselben Maßnahmen aus.
Feldpostnummer 50.310, den 26. Oktober.
Der Chef der Kriegsabteilung.
Märkte
Die Bezirksbauernschaft Innsbruck gibt bekannt: Um den Bauern des Bezirkes Innsbruck den Ein= und Verkauf von Zucht= und Rutzvieh zu erleichtern, finden folgende Viehäuftriebe statt: Hall 5. November, Telfs 6. vember, Kematen 7. November, Steinach a. Br. 12. Rovember. Einkaufsberechtigt sind hier die Einkaufskommissionen anderer Bezirke sowie Bauern aus dem Bezirk Innsbruck mit Genehmigung der Bezirksbauernschaft Innsbruck.
Bei diesem Viehauftrieb sind die festgesetzten Höchstpreise streng einzuhalten:
Nutzvieh Kl. I 1200—1000 RM., Nutzvieh Kl. II 1000 bis 800 RM., Rutzvieh Kl. III 800—600 RM. Zuchtvieh. Kl. I 2000—1500 RM., Zuchtvieh Kl. II 1500 bis 1200 RM., Zuchtvieh Kl. III 1200 RM. und darunter.
Innsbrucker Verkehrsbetriebe A6. Patscherkofelbahn
Von Montag, den 5. Nov., bis einschließlich Samstag den 17. Mov., wird die Patscherkofelbahn wegen notwendiger Überholungs= und Reparaturarbeiten eingestellt.
Handelsakademie Innsbruck, Kurs zur Vorbereitung auf die Reifeprüfung (Heimkehrerkurs). Auskünfte und Einschreibungen bis 5. November, jeden Wochentag von 10—12 Uhr in der Direktionskanzlei, Karl=SchönherrStraße 2. Interessenten, welche sich bis zu diesem Termin gemeldet haben, sind zur Besprechung am 6. November, 18 Uhr, im 1. Stock des Anstaltsgebäudes eingeladen.
Die Wegräumung des Schuttes in Innsbruck
Einsatzgruppe 4
Dienstag, den 30. Okt 1945, um 12.45 Uhr: Sammelplatz Ursulinenkirche, Innrain.
Bürgerstraße 32, 36, Anichstraße 31, Marimilianstraße 4, 6, Kaiser=Josef=Straße 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15.
Einsatzgruppe 9
Dienstag, den 30. Okt. 1945, um 12.45 Uhr: Sammelplatz Ecke Bienerstraße 4.
Kaiserjägerstraße 2, 4, 7, 10, 14, 15, 17, 18, 24, 30, 32, 40, 42.
Einsatzgruppe 5
Mittwoch, den 31. Okt. 1945, um 12.45 Uhr: Sammelplatz Ursulinenkirche, Innrain.
Rennweg 1, 5, Pfarrplatz 2, 3, 4, 7, 10, 11, Pfarrgasse 1, 4, 8, 3, 5, Badgass. 4, 6, Herzog=Friedrich= Straße 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, Hofgasse 3. 5.
Einsatzgruppe 10 Mittwoch, den 31. Okt. 1945, um 12.45 Uhr: Sammelplatz Ecke Bienerstraße 4.
Karl-Kapferer=Straße 5, 7, 9, 11, Tschurtschentalerstraße 5, 6, 7, Rennweg 12b, 12c, 12e, 12f, 14, 24, 28, 36.
Literatur und Wissenschaft
Die wahre Geschichte Österreichs Auseinandersetzung mit geschichtlichen Fälschungen
Unter diesem Titel hielt am 23. Oktober Prof. Dr. Ignaz Dengel, der letzte Direktor des österr. Institutes in Rom, seine Wiederantrittvorlesung an der Innsbrucker Universität nach siebeneinhalbjähriger gewaltsamer, widerrechtlicher Fernhaltung von seinem Lehrberufe. In bedeutsamen Ausführungen, die den gewiegten Kenner der Universalgeschichte verrieten, würdigte er von der europäischen Warte aus Sinn und Bedeutung der österreichischen Idee und verstand es ausgezeichnet, die in einem der größten Hörsäle zahlreich versammelten Studenten und Ehrengäste mit dem historischen Bewußtsein, mit der Würde und dem Stolze des wahren Österreichertums zu erfüllen. In zwingender Logik leitete er die wahre Geschichte unseres Vaterlandes aus dem verzerrten und
gehässigen Bilde ab, das seit Jahrhunderten die kleindeutsch=preußischen und die bewußten nazistischen Geschichtsbaumeister von Österreich, welches das „Reich“ schon in seinem Namen hat, entworfen hatten. Seit Luther, der ein germanisches Christentum schuf, und seit dem Aufstiege. Preußens mit der Tendenz, die katholischen Habsburger als Träger der römisch=deutschen Kaiserkrone zum großen Schaden des gefamtdeutschen Volkes aus Deutschland hinauszudrängen, gab es auf deutschem Boden zweierlei Geschichtsauffassungen, von denen seit 1866 die preußisch=protestantische das übergewicht erlangte mit starker tendenziöser Abfärbung auf dem Streit= und Kampfobjekt Österreich.
Den tiefschürfenden Worten folgte begeisterter Beifall und die Studentenschaft stimmte zur Feier des Wiedererscheinens Prof. Dengels das „Gaudeamus“ an. Man fühlte sich wieder in österreichischer Luft und das verlieh dem Vortrage den Charakter eines historischen Ereignisses auf Innsbrucks akademischen Boden.