Tiroler Tageszeitung 1945

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5. November 1945
Tiroler Tageszeitung
Nr. 115. Seite 3
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Französisches Gymnasium Am 7. November wird die Eröffnung des franpischen Gymnasiums stattfinden. Nur Kostschüler 1nd Kostschülerinnen werden aufgenommen. Ein mnachbartes Gebäude ist für die Mädchen besimmt. Vormittags wird der planmäßige Unter#t erteilt und nachmittags wird Sport unter lüssicht qualifizierter Lehrkräfte getrieben. Inmeldungen werden im Landhaus, Zimmer W angenommen.
Der zweite Glockenguß in Innsbruck
dieser Tage wurde in der Glockengießerei sraßmayr in Wilten das Geläute von der zmeinde Mayrhofen im Zillertal im Geingewicht von 3800 Kilogramm gegossen. Wie u vor drei Wochen erfolgte erste Glockengu such dem Kriege gelang auch der zweite trotz Fehi vieler wichtiger Hilfsmittel zur Freude aller. die Glocken von Mayrhofen werden am Sonnin den 18. November, vom Fürsterzbischof Dokin Rohracher von Salzburg geweiht. Die Geunde Mayrhofen trifft schon jetzt alle Vorbegungen, um die Glockenweihe zu einem echten toler Volksfest zu gestalten. L. T.
Von unserer Musikkapelle
lus Fieberbrunn=wird uns berichtet: Der tieg und seine Folgen machten auch vor unserer ubewährten Musikkapelle nicht Halt, so daß sim Zusammenbruch im Mai dieses Jahres nur ich kümmerliche Reste der einst so bekannten, otzen Kapelle vorhanden waren. Der Musikwillon von Flüchtlingen bewohnt, die Uniformen alle Winde zerstreut, die Instrumente zum Teil
Aur Radt und Cand
pt nicht mehr da, zum Teil defekt usw. trostlosen Zuf. Musikalien in einem Zustand. Trotzdem gelang es in allerkürzester Zeit, durch den guten Willen aller Mitglieder, die Musikkapelle wieder soweit aufzubauen, daß zu Fronleichnam das Fest seit vielen Jahren wieder mit klingendem Spiel nach altem Tiroler Brauch verschönt werden konnte. Seitdem gelang es der Kapelle, durch eifriges Proben sich in jeder Weise auf eine beachtliche Höhe zu bringen. Sie konnte auch wiederholt in aller Öffentichkeit davon Zeugnis geben, so bei der Großkundgebung für Südtirol in Kitzbühel am 4. September, beim Empfang der französischen schweizerischen und österreichischen Eisenbahn=Würdenträger am 30. September in Kitzbühel usw.
Der vor kurzem neu aufgestellte Ausschuß der Kapelle mit Obmann Miterweisacher und Kapellmeister Foidl an der Spitze bieten in Zusammenarbeit aller Beteiligten die beste Gewähr, daß unsere alte Musikkapelle getreu ihrer bald hundertjährigen Tradition wieder das sein wird, was sie schon immer war. Und wenn sie nun wieder in ihrer alten Bergknappenuniform mit klingendem Spiel durch unser Dorf zieht, wird sie der Herold einer besseren Zukunft sein, an dem sic alle ein Beispiel nehmen sollen, um am Wiederaufbau unserer Tiroler Heimat ebenso tatkräftig mitzuwirken wie unsere Musiker, die den Dank der Allgemeinheit verdienen.
Kommunistische Versammlungen in Innsbruck.
Am Dienstag, 6. November, 19.30 Uhr im Müsikvereinssaal und Gasthof „Gold. Bär“, Hötting, Schneeburggasse. — Es sprechen Landesrat Ronczay und Nelda Bucher.
Zwischen Heinzen und Dulverschnee
St. Anton fiebert
6 handelt sich um keine Epidemie oder eine
neckende Krankheit. Oder vielleicht doch um in Krankheit, die aber mit Bazillen nichts zu nhat. In den Tagen, in denen die alten Einunischen, die jungen heimgekehrten Söhne zur in die letzten Heinzen heimbrachten und die emn Kartoffeln ausgruben, ließ plötzlich ein aufimender Wettersturz das Barometer auf Null i und den ersten Pulver auf die Hänge und #ien von St. Anton streuen ... Der Goldtopas säume und Sträucher, die unendlichen vielsigen Bronze= und Holztöne der Birken und banien war von Reif bedeckt und die Jugend an bereits heimlich die Brettel hervor — #e nach Lack und prüfte die Bindungen ...
kanz Eifrige sah man bereits den Weg nach keistoph aufsteigen oder vorbeifahrende Lastwaii um Mitnahme betteln ...
dr Pulver brachte das Fieber!
.Gibt es eine Saison??
lerall, wo im Dorf jung und alt beisammenEin, früh beim Bäcker, mittags beim Essen, shmittags in der Sennerei und abends beim siten, immer wieder wird die Frage laut: tingt uns das Kriegsende wieder eine Saison? in die Galzigbahn gehen? Wird der Strom reiin Werden wir Kohlen haben, um Gäste aufuchmen und die Zimmer warm zu halten? Wer Fremde kommen? Wird die Besatzung Sportmings gestatten und — das ist das große A s 9: Wird die Bestzeit unterboten werden?
Die Skilehrer trafen sich!
Eine Versammlung der alten Skilehrer war jüngst in der Post. 17 Mann erschienen, darunter 14 aus dem Felde Heimgekehrte. Der sechs Gefallenen wurde ehrend gedacht. Mit welcher Sehnsucht nach friedlichem Sport sind die Lehrer wieder in ihre Heimat gekommen. Ein Gruß von Hannes Schneider, durch seinen Sohn persönlich vor etwa 2 Monaten und durch Rudi Matt nunmehr überbracht, erinnerte an alte Skischulzeiten, in denen St. Anton der Mittelpunkt — nicht nur Europas — war.
Wird er es bald wieder sein können??
Werden die internationalen Asse aus allen Ländern um die Bestzeit der Kandahar kämpfen und wird der letzte offizielle Streckenrekord von Toni Matt (zur Zeit in Amerika) von 4,00,2 Minuten (allerdings auf der langen Doblstrecke) und die inoffizielle gestoppte Vorjahrszeit des Junioren Pepi Eiter mit 3,36 Minuten überboten werden??
Werden die Artisten und Rennakrobaten der Pisten auf ihre Kosten kommen und die Zuschauer unten am Moos, dichtgedrängt am Ziel ihnen ihre bewundernden und jubelnden „Schneidig“, „Pfundig“ und „Bärig“ entgegenrufen?
Oder werden die Pulverspezialisten in ihren Zwischenabfahrten und in ihren Entjungferungsschwüngen am Maienvasen und Platt, vom SCA.= Kopf oder vom Schöngraben aus sehnsüchtig in den Himmel blicken, „ob morgen der Schnee noch ebenso pulorig ist — wie heute ...“ Wird es sein oder nicht?? Das Fieber in Anton ist ausgebrochen. Hoffentlich nicht ohne Berechtigung! PS.
Trauerfeier der Haupt= und Mittelschulen und höheren Fachlehranstalten Innsbrucks
Innsbruck, 4. November.
Bei herrlichem Wetter fand am Samstag, den 3. d. M., vormittags im Einvernehmen mit der französischen Militärregierung am Rennweg vor dem Stadttheater die Feier der Hauptschulen, Mittelschulen und höheren Fachlehranstalten Innsbrucks zum Gedenken an alle Toten, die während der nationalsozialistischen Ara ihr Leben verloren haben, statt.
1500 Schüler und Schülerinnen der Hauptschulen und 4500 Schüler und Schülerinnen der Mittelschulen und höheren Fachlehranstalten säumten den festlich geschmückten Platz. Ein vom Bruder des Stadttheater=Dirigenten komponierter und geleiteter sechsstimmiger Bläserchor leitete stimmungsvoll die Feier ein.
Die Gedenkrede hielt Msgr. Prof. Dr. Kolb. Er gedachte der ungezählten Opfer, die die verderbliche Lehre von der Anbetung der Gewalt und ihrer hemmungslosen Betätigung ohne Rücksicht auf Recht und Menschenwürde gekostet, all der Opfer des Krieges, der Bombenangriffe wie jener, die in den Konzentrationslagern und Gefängnissen gemartert wurden, auch jiner Toten der alliierten Mächte, die ihr Leben im Kampf gegen die nationalsozialistischen Unterdrücker zur Befreiung unseres Vaterlandes verloren haben. Doch dieses Massensterben war nicht sinn= und zwecklos. Denn aus dem Meer von Blut und Tränen ist ein neues
Jugend gedenkt der Toten
unser vielgeliebtes Österreich
Vaterland, wachsen.
In bewegten Worten schilderte der Redner die Vorzüge unseres herrlichen Vaterlandes, die landschaftlichen Schönheiten, die Vielgestaltigkeit des Menschenschlages, der sich trotz aller Eigenart der einzelnen Länder doch eine gemeinsame Prägung bewahrt hat, den liebenswürdigen, entgegenkommenden, auch für fremde Eigenarten verständnisvollen Österreicher, der dadurch in aller Welt beliebt und geachtet worden ist. Leider mußte die österreichische Seele ein Fegefeuer der Läuterung durchschreiten, bis sie wieder zu sich selbst zurückgefunden hat. So wurde in Tränen gesät, um in hoffnungsvoller froher Zuversicht für unser Vaterland Österreich ernten zu können. Wenn wir Tiroler auch so viele Opfer aus unseren eigenen Reihen, so viel blühende Jugend beklagen
müssen, so erblüht uns doch daraus die Hoffnung, daß die Garantie einer unnatürlichen und ungerechten Grenze endgültig begraben ist. Eine neue Heimat soll aus ihren Gräbern auferstehen.
Am Schluß der Rede sangen die Schüler und Schülerinnen der Lehrerbildungsanstalt unter Leitung des Prof. Dr. Riederer das weihevolle Gebet von Händel. Als Ehrengäste wohnten bei: eine Vertretung der französischen Militärregierung unter Führung des Herrn Oberst Lebeau, Landeshauptman Dr. Weißgatterer, die Landesräte Dr. Gamper und Muigg, Sicherheitsdirektor Oberst Winkler und Polizeioberst Wunsch.
schisches Instltut Ojar kufiar und Wissenschafe
Das Kulturinstitut holt die „Schwarzen Mander“ heim Während der folgenden Tage wird für Innsbruck eine Feierlichkeit mit besonderem Charakter vorbereitet. Unter Mitwirkung der Französischen Militärregierung werden die berühmten Erzstandbilder der Hofkirche, die sogenannten „Schwarzen Mander“ aus dem Unterinntal wieder an ihre eigentliche Heimat zurückgebracht. Diese Heimholung soll zu einer Feier mit besonderer Note ausgestaltet werden. Das Programm hiefür wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Herr Landeshauptmann Ing. Dr. Weißgatterer hat mit der Durchführung dieser Aufgabe das Österreichische Institut für Kultur und Wissenschaft betraut.
Um die notwendigen Vorarbeiten für diese Veranstaltung machen zu können, ist dem Kulturinstitut nicht möglich, während dieser Woche Parteien empfangen zu können.
wird höflichst gebeten, darauf Rücksicht zu nehmen. Die Mitgliederausnahmen jedoch, die mit dem heutigen Tage beginnen, werden von dieser Einschränkung nicht berührt. Ebenso wird die Vorstandssitzung am Mittwoch, den 7. Rovember um 17 Uhr im Altmuttersaal abgehalten.
Fußballmatch auf dem Klosterkasernplatz am 28. Oktober: Innsbrucker Sportklub gegen Sportklub Salzburg 1938. Das Bild zeigt einen Angrif des Innsbrucker Sturmes
Deschwarzen Mander
Ein Kindheitserlebnis
sder freut sich heut herzhaft, daß sie wieder samen, unfre schwarzen Mander und man erfurt sich gern an die Zeit, wo man sie vielleicht Innsbrucker Dirndl oder Bua zum ersten Mal hat.
keiner zweifelt auch, daß die schwarzen Man
Ader Stadt Innsbruck in den letzten Jahren
Sorgen gemacht haben. Aber, daß sie einigen fsbrucker Dirndln schon vor fast zwanzig Jahgoße Sorgen gemacht haben, das weiß viel## nicht grad jeder. Das war so — meine wester ging das erste Jahr in die Schule und ir Hofkirche war die erste Beicht. Wir holten Sstischgewaschne Nannele natürlich ab. Hinein de Kirche und ... ja da war ja gar kein sinele mehr, aber ein Haufen schwarze Mander, vie schwarz sie dastanden. Wir mußten wohl # gestaunt haben, denn bald gesellte sich ein Bürdiger alter Herr zu uns und hat uns über Schwarzen Mander erzählt: wie sie alle heißen wer sie gemacht hat und warum sie alle die # hand ausstreckten und noch manch andres. richtig horchten wir und glaubten kindlich Wall das Gehörte. „Und“, schloß der liebe alte #- es war ein
ganz berühmter Innsbrucker Gessor! —, „am Gründonnerstag, wenns finsch# vird, dann werden die schwarzen Mander usgeführt.“
isi konnten den Gründonnerstag kaum erund unsre alte Eva, das Kindermädl, beSie uns im Glauben, daß die schwarzen ManGründonnerstag „irgendwohin“
fahrt würden. Pünktlich um eins waren wir in und setzten uns — wir waren allfünf Kinder gewordon — in die hinterste Zuerst waren wir sehr geduldig,
weil es noch nicht „finschter“ war. Aber als es eben finschter wurde und immer finschterer, da harrten wir schon sehr ungeduldig, denn so lange konnten es die schwarzen Mander sicher nicht mehr aushalten, wenn sie doch „irgendwohin mußten“. Daß sie der Mesner — der für uns immer ein kleinerer Herrgott war — hinausführen durfte, hatten wir uns ganz allein zurecht gelegt, denn die schwarzen Mander wußten doch sicherlich nicht wohin, wenn sie doch nur einmal im Jahr hinausdurften und zudem war es ja schon schrecklich finschter. In der Kirche selber brannte ja ein Licht, aber draußen — wir liefen nämlich alle fünf Minuten vor die Tür, um zu sehen wie „finschter“ es schon war — war es einfach stockfinschter. Doch es wollte kein Mesner erscheinen, der die armen
schwarzen Mander — die schon Gesichter schnitten, das konnten wir ganz genau sehen — hinausgeführt hätte. Zudem war da ein Pater, der schon verschiedentlich geschimpft hatte, weil wir einfach keine Ruhe mehr gaben. Ich hätt" auch schon lang „hinausgemußt“, aber ich wußte, genau wie die schwarzen Mander, nicht wohin und zudem war es nicht mehr finschter, sondern einfach Nacht, denn es war bereits halb neun Uhr abends geworden. Ich fing erbärmlich an zu heulen, denn die Folge davon, daß man nicht „hinauskann“, wenn man eben hinausgeführt werden soll, kann man sich denken. Ich war auch totsicher, daß sämtliche schwarzen Mander an derselben Not litten und gar nimmer hinausgeführt werden brauchten.
Auf mein Heulen erschien endlich der Mesner und erkundigte sich, was denn da los sei. Meine Schwester erzählte ihm nun treuherzig, daß wir warten, bis die schwarzen Mander hinausgeführt würden. Der Mesner schmunzelte ein bißl und meinte dann, daß wir leider die Zeit verpaßt hätten, denn gerade heute wären sie schon am
Morgen „hinausgeführt“ worden, weil es gar nicht anders gegangen sei.
Wir zogen weinend ab und daheim tat noch die „Birkene“ das ihre dazu, weil wir so spät anrückten und alles schon auf dem Kopf stand, weil man uns eben nicht gefunden hatte. Zudem waren
da noch meine nassen ....., ja was soll man da
machen, wenn die schwarzen Mander schuld an dem Unglück waren.
Vor einigen Tagen sah ich auf der Haller Strecke ein Auto mit einem eigenartigen Aufbau und darunter kamen die schwarzen Mander zum Vorschein. Diesmal werden sie hereingeführt und ich hatte diesmal nur nasse Augen vor lauter Freud, daß sie wieder da sind, unsere schwarzen Mander.
Hoffentlich brauchen sie niemals mehr hinausgeführt werden! Helene Plant.
Programmvorschau der österr. Gesellschaft der Freunde Frankreichs
Die Gesellschaft veranstaltet für ihre Mitglieder in nächster Zeit eine Reihe von Vorträgen und musikalischen Abenden. Die Veranstaltungen finden jeweils um 20.15 Uhr im rückwärtigen Saal des Hotels „Grauer Bär“ statt. Anderungen werden in der Presse bekanntgegeben.
Dienstag, 6. November. Vortrag Lt. Saulnier: Urbanisme en France.
Dienstag, 13. November. Vortrag Dr. Ringler: Volkstum und Bräuche in Tirol.
ienstag, 20. November. Französische Kammermusik (Renk=Quartett).
Dienstag, 27. November. Vortrag M. Alexandre: Die Vorläufer der modernen französischen Literatur.
Dienstag, 4. Dezember. Konzert für Kenner und Liebhaber.
Dienstag, 11. Dezember. Vortrag Prof. Walter Bernatzik: Das magische Weltbild des Mittelalters.
Dienstag, 18. Dezember. Vortrag Oberst Gadoffre: Die französische Musik (in Verbindung mit Schallplatten).
Mittwoch, 26. Dezember. Weihnachtsfeier.
Neuordnung des Veranstaltungswesens!
Da seitens der Landeshauptmannschaft gemäß einer am 25. Oktober in der „Tiroler Tageszeitung“ verlautbarten Anordnung die völlig unkontrollierte und unkontrollierbare Art von Veranstaltungen mit Wirkung vom 1. November 1945 eingestellt wurde, gilt es jene Bestimmungen festzulegen, die künftig für alle Gattungen von Veranstaltungen in Frage kommen.
Jede Erlaubnis, die von nun ab erteilt wird, setzt sich aus zwei Elementen zusammen: der künstlerischen und der polizeilichen Zustimmung. Die Erlaubnis wird vom leistungsmäßigen Standpunkt nur dann gegeben, wenn der Lizenzwerber bereits ein allgemein bekanntes Darbietungsniveau besitzt. Ist dies nicht der Fall, muß er sich einer eigenen Begutachtung unterwerfen, die eine maßgebliche Instanz vornimmt. Eine ganze Serie von Unzukömmlichkeiten aus den letzten Wochen zwingen zu dieser Einrichtung. Die polizeliche Seite der Lizenz wird dadurch in keiner Weise berührt, sie bleibt eine eigene Voraussetzung. Die Polizei wird ihrerseits nur dann eine Lizenz erteilen, wenn kein Bedenken gegen den Charakter des Lizenzwerbers vorliegt und seine politische Haltung als
völlig einwandfrei erwiesen ist. Zum Zwecke einer solchen Beurteilung müssen die Namen sämtlicher Veranstalter mit genauen Daten dem Besuche (in doppelter Ausfertigung) angeschlossen werden. Alle weiteren Einzelheiten für die praktische Durchführung dieser Maßnahmen werden noch mitgeteilt.
Landeshauptmannschaft für Tirol Amt für Kunst und Kultur.
RADIO INNTBRIICK
Montag, 5. November
7.00 Uhr Österreichischer Nachrichtendienst, 7.15 Fünf Minuten Französisch, 7.20 Schallplatten, 7.30 Paris, Französische Nachrichten, 7.40 Fünf Minuten praktisches Deutsch, 7.45 Morgenkonzert, 9 Uhr Wiederholung des österreichischen Nachrichtendienstes, 11 Uhr Mittagskonzert, 12.15 Österreichischer Nachrichtendienst, 12.30 Paris, Französische Nachrichten. 12.45 Französische Musik, 13.00 Radio Victoire, 13.10 Mittagskost (Schallplatten), 17.30 Unterhaltungsmusik (Schallplatten), 18.00 Karl Eiblinger — Künstler in Alpbach, die Maler: Johann Wehler und Werner Scholz, der Bildhauer Jakob Lederer (Innsbruck), 18.30 Neues vom Tage (Innsbruck), 18.45 Unterhaltungsmusik (Schallplatten), 19.00 Österreichischer Nachrichtendienst, 19.15 Bunte Weltschau — Dr. phil.
Amadeo Silva=Carouca, fünf Gespräche über die Bildung: Zweites Gespräch — Bildung und Disziplin (Innsbruck), 19.30 Paris, Französische Nachrichten, 19.45 Worte zur Politik, 19.55 Fünf Minuten Französisch (Wiederholung), 20.00 Konzert des Funkorchesters, 21.00 Klavierkonzert — Mignon v. Marschalko, 21.30 Courrier de la Grande France 21.50 Tanzmusik (Schallplatten), 22.00 Stimme der Alliierten, 22.25 Funkschrammeln, Leitung Willi Walter (Innsbruck), 23.20 Suchmeldungen, 24.00 Paris, Französische Nachrichten.
AUS ALLERWELT
Ein neuer Rekord der Luftfahrt
Der französische Riesenklipper „Lionel de Marmier“ hat zum erstenmal in der Geschichte der Luftfahrt einen Flug von Afrika nach Rio de Janairo in einer Etappe zurückgelegt und hat zur Bewältigung dieser 5200 Kilometer langen Strecke 80 Stunden und 34 Minuten benötigt. Das Flugzeug enthielt 43 Passagiere.
Ein neues Zeitalter für die Religion Clayton Williams, der 15 Jahre lang Pastor der amerikanischen Kirche in Paris war, und andere Geistliche erklärten nach einer Reise durch Holland, Luxemburg, Belgien, Frankreich und Deutschland, daß sie allen Grund zum Optimismus hätten.
Das Hochschulinstitut für Leibesübungen der Universität Innsbruck sucht dringend zum sofortigen Eintritt einen Fechtmeister — vor allem Florettfechtmeister — für die Ausbildung der Studierenden des Hochschulinstitutes für Leibesübungen. Persönliche Vorstellung am Hochschulinstitut für Leibesübungen der Universität Innsbruck ab heute, den 5. November.