Tiroler Tageszeitung 1945
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- S.17
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k. Ebeis
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stummer 117 / 1. Jahrgang
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Mittwoch, 7. November 1945
Saitenspiel. Flammen um Palästina
Unter den Gegenständen, die Ministerpräsident E RU Atlee bei der bevorstehenden Zusammenkunft — B C Kimit dem Präsidenten Truman erörtern soll, beber —findet sich, wie die englische Presse hervorhebt
enst. „ und wie das Echo von jenseits des Ozeans unter
7.30. 5 Minn, streicht, neben den Fragen, die mit der militäriprat##### Fan schen und industriellen Ausnützung der Atomlung des eu ergie zusammenhängen und neben den Angegefangenen###lgenheiten, die das Verhältnis zu Rußland befür die öserre## treffen, auch das Problem Palästinas. Dieses 12.15 Österreis. Problem heißt: Wie wird in Zukunft die politi
s Iranzösische Nac, sische Gestaltung Palästinas beschaffen sein?
130) Bis zum Jahre 1918 war Palästina eine Proeat (Schallplatten, oinz des osmanischen Reiches. Durch die Frieirl Kraus, eei# densverträge wurde das Land auf dem Wege des vom Tage (Ims Lölkerbundes der Verwaltung Englands unterAplatten Inn siellt. England hatte damals durch den Mund seines Ministerpräsidenten Balfour die Verpflichtung übernommen, den Juden in Palästina eine heimstätte zu schaffen. Die zionistische Bewegung, Man d dieses Ziel mit hartnäckigen Anstrengungen un . verfolgt hatte, bemühte sich, den Strom der jüditer Leitung von schen Einwanderung nach „Errz Israel“, nach dem gelobten Lande der Väter zu leiten. Das war nun durchaus nicht nach dem Herzen der Araber. In ihnen meldete sich der Gigensatz zwischen # Eingesessenen und
Eingewanderten uind Unterhaltungs, zum Worte. Die englische Regierung versicherte ungen, 24.00 Paus den Arabern, daß auf ihre Interessen und Bedürfnsse jede Rücksicht genommen wird. Bald jedoch
leschuldigten die Araber die englische Verwaltung, ###sie die Iden begünstige. Die Juden aber beson in Wien jagten sich, daß ihnen die Engländer zu wenig
Außenminister Bidault über die französische Dolitik
Aplätken, Innsbluck
enst, 19.15 Bunie
Nrachrichten, 19.45 Minuten Französisch Grete Swo
nik=Schrammeln, am urrier de la Grande S Deutsch (Wieden ken), 22.00 Stimme mmer spielt, 2###
ch die Aufnahme shutz gewährten. Dieser Gegensatz hat sich im tion zu ermög äufe der Zeit zum schleichenden Bürgerkrieg esatzungsmacht in
nes Rohstoffa= die Frage Palästinas berührt nicht nur die as gestern den s#eressen der Juden und Araber, die dort wohrde. Die Araber werden von ihren Stammes
e und Religionsgenossen in den anderen Hikory-Schi mit #ndem aufs Leidenschaftlichste unterstützt. Die Sidenen Gemeen sionistische Bewegung, auch vom Ausland aus, en. Preisausgleich stt sich mit einer außerordentlichen Tatkraft daußerdem ein Past frein, daß aus der Heimstätté für die Juden ein Mayrhofen, Ziller. äudenstaat werde. Die Araber setzen die große 1# mnarabische und panislamitische Bewegung, die #ischuhe 36, Nahe on Indien bis zum Atlas reicht, dafür ein, daß nig be unkelbl, in Palästina der Einfluß der arabischen Bevölkenttur, masen tung zur vorwiegenden Geltung komme. Wie ein ie 37—37½, Norne= sitzlicht beleuchten die Unruhen in Kairo und bl. oder Frau be# glerandrien diese Lage. Dort gab es Masseninerr. Aaächen. (kemonstrationen zum
Jahrestag der Erklärung, tand u. gute dus die Lord Balfour vor mehr als 20 Jahren zuPel. 7/1931. gunsten der Juden in Palästina abgegeben hatte.
Knsten der Jaden in= Pataftina abgegeden hatte. Lnonstrationen, die in wüste Ausschreitungen — licht nur gegen die Juden, sondern gegen alle
Fiat Topolino Europäer ausarteten. Der ägyptischen Presse sind warz lackiert ¼ dese Vorfälle außerordentlich peinlich. Sie sucht
5 Dien Pagen, hie Bedeutung herabzumindern. Ja, sie behaupStraße gesiohle i sogar, daß es sich eigentlich nur um einen 2933. Zuze. ###rwand gehandelt hätte, der die Macht der 00. Nr. 447 L# shgpptischen Unabhängigkeitspartei unter Beweis
Sr8 L. 020; km sellen sollte, nicht aber um eine Kundgeb
errenhand
enkaserbe
msals schwere Einmischung in hochpolitische Ange„8. Oktober aufs lgenheiten gedeutet werden könnte.
Leutasch verlern.
# Känenengen Doch fragen wir uns einmal, wie es mit den Geschäft kainer znteressen der bisherigen Mandatsmacht EngBrizner Straf##and steht? Palästina ist für England einer der strategisch wichtigsten Punkte seiner Vorherrshaft im Nahen Osten. In Haifa mündet die „pipe=line“, welche die Schätze der Ölfelder Mesopotamiens in die englischen Tanker schüttet. Palstina ist der Schlüssel für die Verbindungsimnien zum Jrak und nach Agypten. Gerade der
verloreninsbruck
r. 11-46
ahnung
raße 36/11 Okt. gegen bahnlinie 1
ihonenen; dnestergangene Krieg hat die ungeheure Wichtigkeit Straßenbeidieser beherrschenden Stellung gezeigt. Man versicht daher auch die Sorge, mit der man in Enguand die Bewegungen in und um Palästina versogt. In der Downing Street weiß man genau
j. d. St1e““ Haun
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rischen 2,½ 4l. In der Downing Street weiß man genau
n Holzkofter 2 azuschätzen, inwieweit Einflüsse, die dem britirigerweise ge##chen Empire feindlich sind, die Glut der panI Tunshesorortl# erabischen Bestrebungen zu hellen Flammen an#ht. Rückgabi usachen trachten. So ist es tatsächlich eine Frage
usbruck. n weltweiter Bedeutung, die zwischen Truman
und Attlee erörtert wird und die ausgezeichnet n den Zusammenhang der Probleme sich einAnton Cerne secht, die in Washington besprochen werden sol 15, wiegen in. Zwei unversöhnliche Forderungen stehen sich iguns p###eitlc ggenüber: Die Zionisten verlangen die Einrichung Palästinas als Judenstaat, die Araber wolDautburgenegn un es als einen arabischen Staat. England aber 12—2 U11 j### kann nicht darauf verzichten, seine Bastion im
#t auk 816 Nahen Orient. unter starker Kontrolle zu halten. 49/111 umsehnlu Die soeben elfolgte Abberusung des englischen Luner. Botang Hochkommissärs in Palästina, Lord Gort, der von l. 7039. Einter Iin Arabern heftig angegriffen wurde, zeigt mangste gür an idenfalls, welch große Bedeutung England der hbernde Ri sanarabischen Bewegung beimißt.
ung. Ampe##
" Paris, 6. November.
Außenminister Bidault erklärte, Frankreich müsse vor allem darnach trachten, seine Sicherheit im Rahmen der kollektiven Sicherheit zu wahrenef Das ist nicht Nationalismus, sondern entschlossene und wachsame Vaterlandsliebe. Wir haben in jeder Generation einen genügend großen Preis dafür gezahlt, um zu verstehen, daß Frankreich für die Franzosen wie für die Welt von Bedeutung und Wichtigkeit ist. Bidault bezeichnete das Gerede über den Westblock als einen Kampf gegen Windmühlen. Es fällt doch niemanden ein, von einem Ostblock zu sprechen, wenn Rußland durchaus wohl begründete Verträge mit Rumänien, Polen oder irgend anderen Donaustaaten abschließt. Wenn wir unsere Angelegenheiten mit den unmittelbaren Nachbarn regeln, so heißt das nicht,
daß wir damit gegen irgend jemand Stellung nehmen. In dem Augenblick, wo die regionalen Abkommen in San Franzisco anerkannt und als nützliche Behelfe für die Zusammenarbeit der Völker bezeichnet worden sind, verlange) einfach für Frankreich das Recht, das zu tun, was andere auch tun.
Erster Zusammentritt der Nationalversammlung
Paris, 6. November.
Zum erstenmal nach fünf Jahren wird eine freigewählte Volksvertretung in Frankreich zusammentreten. Die heutige Versammlung ist eine bloße Formsache, doch werden sich die Vertreter der Kammer voraussichtlich Donnerstag nochmals treffen, um die wichtige Arbeit der Grund steinlegung einer neuen Verfassung, Ernennung eines Regierungschefs, zweifellos General de Gaulles, und Unterstützung der Regierung auf dem Weg von Problemen, denen Frankreich und Europa heute gegenüberstehen, zu beginnen.
Die Sitzung findet unter dem Vorsitz des 81= jährigen Doyens der Parlamentsmitglieder und Vertreter des Departements Constantine Innora in Nordafrika, Paul Cuttoli, statt.
Diese Sitzung wird die erste in der Geschichte Frankreichs sein, in der ein Regierungschef gewählt wird, ohne daß alle Wahlergebnisse bekannt sind, denn es fehlen noch immer die Wahlergebenisse verschiedener Bezirke in französischen Kolonien, die nicht vor dem 18. November bekannt werden dürften.
Das Rätsel des Fernen Ostens
„Fassade von Verbeugungen und Lächeln ..
San Franzisko, 5. November. Baillie, der Präsident der „United Preß Associated“, erklärte in einer Rede vor Verlegern von Nordkalifornien, daß der Ferne Osten voller Gefahren für die Ruhe der Welt sei. Baillie ist erst vor wenigen Stunden nach einer Reise von 32.000 Kilometern durch den pazifischen Raum in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Auf seiner Reise hatte er Gelegenheit, General Mac Arthur, Generalissimus Tschiangkaischek und Kaiser Hirohito zu interviewen. Baillie erklärte, daß er hinter der Fassade von Verbeugungen und Lächeln in Japan Möglichkeiten eines
Widerstandes bemerkt habe. Er sagte den Japanern für diesen Winter ein Massensterben durch Hunger, Kälte und Seuchen voraus. Er behauptete, daß die Streitigkeiten in China weit davon entfernt seien, beendet= zu sein. Baillie hat eine Reihe von amerikanischen Stützpunkten im Pazifik sowie die Büros der United Preß in Japan, China, Guam und Hawai besucht. Nur wer den Ruin des Fernen Ostens selbst gesehen hat, könne, so sagte Baillie, ihn erfassen. über sein Interview mit Hirohito erklärte er, daß der Kaiser sich dessen bewußt sei, daß seine Stellung unsicher ist.
Die soziale Frage in Amerika
Wege zum Wirtschaftsfrieden
Washington, 6. November. In einer Rede bei der Eröffnungssitzung der Arbeiter= und Unternehmerkonferenz führte Handelsminister Henry Wallace u. a. folgendes aus:
„Das Endziel dieser Konferenz ist ein Arbeitsfrieden, der durch die Verständigung der beteiligten Parteien zustandekommt und nicht von einer Partei der anderen oder von der Regierung den beiden aufgezwungen wird. Wir sind bemüht, Arbeitsbeziehungen zu schaffen, die von Dauer sind. Beide Seiten sollen daraus Nutzen ziehen, ebenso wie sie der großen Öffentlichkeit zum Vorteil gereichen sollen.
Kurz gesagt: ihr Ziel besteht darin, Mittel und Wege zu einem wirklichen und allgemein gültigen Aushandeln von Kollektivverträgen zu finden, was nicht allein ein Höchstmaß an Beschäftigung, sondern auch an Produktion und Verbrauch herbeiführen wird. Es ist zu bezweifeln, daß ein Kollektivvertrag von Dauer sein wird, wenn er die Unternehmer auf Kosten der Arbeiter oder die Arbeitnehmer auf Kosten der Arbeitgeber begünstigt, oder aber beide auf Kosten der konsumierenden Bevölkerung.
Die wahren und dauerhaften Kollektivverträge, gerechte und auf sozialer Grundlage abgeschlossene Verträge, die das harmonische Funktionieren unserer industriellen Struktur gewährleisten werden, müssen sich auf gegenseitges Verstehen stützen. Wenn sie nicht auf Vernunftgründe aufgebaut werden, werden sie keiner Seite lange zum Vorteil gereichen. Und ganz gewiß werden sie nicht den über allem stehenden Erfordernissen gerecht werden, daß sie dem Wohl des ganzen Volkes dienen sollen.
Wenn sie das Produktionsniveau aufrechterhalten — ein Niveau, das gegenwärtig überall fast die Vollbeschäftigung sichert —, so ist eindeutig damit zu rechnen, daß die Grundlohnsätze in vielen Industrien erhöht werden können, ohne daz dadurch eine allgemeine Preiserhöhung hervorgerufen wird, der die Gewinnspanne beeinträchtigt. Wenn dies nicht geschehen sollte, so würde der Gegensatz zwischen dem Unternehmergewinn und den anderen Einkommensarten so extreme Formen annehmen, daß das Unternehmertum sehr rasch in öffentlichen Verruf geraten würde. Unter den gegenwärtigen Umständen gehen die Einkommen der Lohn
empfänger zurück, und wenn nicht eine wesentliche Erhöhung der Lohnsätze gewährt wird, so wird dieses Sinken der Einkommen auch im Jahre 1946 noch in solchem Ausmaße weitergehen, daß eine Auswirkung auf die Preise nicht ausbleiben kann. Selbst bei einer zehnprozentigen Erhöhung der Grundlohnsätze, einer Erhöhung von, sagen wir, durchschnittlich 15 Prozent in den Fabrikationsbetrieben und entsprechend geringerer Erhöhung auf den übrigen Gebieten — wird der Gesamtaufwand für Löhne und Gehälter um 20 bis 25 Milliarden Dollar geringer sein. Daraus wird sich nach dem nächsten Frühjahr ein starker Druck auf die Preise ergeben, wodurch die Gewinne dann entsprechend beeinträchtigt werden. Von dem allgemeinen Absinken der Einkommen werden
aber die Landwirte am schwersten betroffen sein. Schätzungsweise wird das Einkommen der Landwirtschaft Ende 1946 nahezu um ein Drittel verringert sein, angenommen, daß die Unternehmungsgewinne auf der gleichen Höhe bleiben und die GesamtLohnaufwendungen um ein Viertel zurückgehen. Dabei ist aber ein eventuelles Sinken der Preise nicht berücksichtigt. Da nun die Löhne und das Einkommen der Landwirtschaft den größten Teil der Kaufkraft auf unseen Binnenmärkten ausmachen, wird ein Zustand, bei dem diese beiden Einkommensquellen stark heruntergeschraubt werden, die Aufrechterhaltung der Preise und Gewinne in der Industrie nicht lange gestatten.
Sie stehen jetzt gewissermaßen vor einem Scheideweg.
Der eine Weg, den Sie begehen werden, wenn Sie es unterlassen, einen praktischen Mechanismus für die Schaffung ordentlicher und dauerhafter Kollektivverträge auf der Grundlage des gegenseitigen Verstehens zu errichten, wird uns alle zurück in die sozialen und wirtschaftlichen Dschungeln führen.
Der andere Oeg ist d des Arbeitsfriedens in der Industrie auf Grund des beiderseitigen Verständnisses für das allgemein. Wohl, ein Arbeitsfrieden bei voller Produktion, voller Beschäftigung, höherer Reallöhne und anhaltenderem Gewinne, als wir uns je träumen ließen. Wenn Sie diesen Weg beschreiten, werden Sie die Gennatuung erfahren, zuswissen, daß Sie uns in das neue Land des Wohlstandes führen.“
Der Wiederaufbau der österreichischen Industrie
Telephonischer Bericht unseres Wiener A. R.=
Korrespondenten
Wie Ingenieur Stegu, der Beauftragte für den Wiederaufbau der Industrie, heute in einer Unterredung dem Vertreter der „Tiroler Tageszeitung“ mitteilte, mußte die österreichische Industrie für Wiedergutmachung der Kriegsschäden 60.000 Maschinen abgeben. Von diesen sind jedoch 30.000 für den Wiederaufbau unentbehrlich. Der Wert dieser Maschinen wurde vom Amt mit Goldmark
475,000.000.— errechnet, von denen Goldmark
156,000.000.— auf die Metallindustrie, Goldmark
136,000.000.— auf die Maschinen= und FahrzeugIndustrie und Goldmark 55,000.000.— auf die Elektro=Industrie entfallen. Am stärksten betroffen sind die Gebiete von Niederösterreich und Steiermark, die allein 68 Prozent der Betriebe und 75 Prozent der Belegschaft (Stand 1939) umschließen.
Da eine Einführung neuer Maschinen aus dem Ausland gegenwärtig wegen des Mangels an Zahlungsmitteln und Austauschgütern nicht in Frage kommt, ist die Tätigkeit des Wiederaufbauamtes für die Industrie in erster Linie darauf gerichtet, entbehrliche Maschinen aus den westlichen Bundesländern in die östlichen zu verlagern, um die Ankurbelung der Industrie im ganzen Lande auf breitester Grundlage zu erreichen.
Verschönerungen im Wiener Stadtbild
Heute wurde zum erstenmal nach langer Zeit die Ringstraße und eine größere Anzahl wichtiger Verkehrsadern beleuchtet. Dieses Ereignis wurde von den Wienern als sichtbares Zeichen der Verbesserung der allgemeinen Lage begrüßt.
Von den britischen Behörden wurden der Stadt Wien für Wiederaufbauarbeiten 500 Lastwagen zur Verfügung gestellt, von denen mehr als die Hälfte bereits hier eingetroffen sind. Die Wagen wurden zunächst zum Aufräumen der großen Schuttmengen im Stadtinnern eingesetzt.
Ankurbelung der österreichischen Filmproduktion
Die sowjetrussische Besatzungsmacht hat dem Staatsamt für Volksaufklärung 160.000 Meter Rohfilmmaterial zur Verfügung gestellt, das die Möglichkeit gewährt, die österreichische Filmproduktion in Gang zu bringen.
Bei der feierlichen übernahme erklärte Staatssekretär Fischer unter anderem, daß die französische Filmindustrie für eine Beteiligung am österreichischen Filmschaffen das lebhafteste Interesse gezeigt hat. Es handelt sich dabei um Verhandlungen des bekannten Film=Regisseurs Pabst, der vor kurzem im Auftrag des Staatsamtes in Paris weilte.
Kein Wiener Anwalt will Seyß=Inquart verteidigen
Amerikanische Militär=Behörden im Reich traten an die Wiener Anwaltskammer mit der Aufforderung heran, Verteidiger für Seyß=Inquart und Kaltenbrunner für den Nürnberger Prozeß zu nominieren. Die Wiener Anwaltskammer lehnte es jedoch ab, Verteidiger für diese beiden Kriegsverbrecher beizustellen.
Politik wird gelehrt
An der Wiener Universität wurde ein besonderes Institut für die Pflege der internationalen Beziehungen errichtet. Eine anglo=amerikanische, eine französische und eine russische Abteilung werden vertiefte Kenntnisse über das kulturelle, wirtschaftliche und soziale Leben in den betreffenden Ländern vermitteln.
Ausweitung des Postverkehrs
Heute wurde ein Abkommen über die Wiederaufnahme des Postverkehrs mit Ungarn abgeschlossen. Briefe werden voraussichtlich schon Ende des Monats nach Ungarn befördert werden.
Wiederaufbau der österreichischen Wissenschaft.
London, 5. Nov. In London wurde eine Konferenz zum Wiederaufbau der österreichischen Wissenschaft abgehalten. Die Konferenz stand unter dem Patronat hervoeragender britischer Gelehrter und des Leiters des Ernährungsamtes der Vereinigten Nationen. Unter den österreichischen Konferenzteilnehmern befanden sich die drei Nobelpreisträger Erwin Schrödinger, der Begründer der Wellenlehre Viktor Heß, der Entdecker der kosmischen Strahlen und der hervorragende Biologe Dr. Loewy.