Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:11

- S.19

Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.





vorhergehende ||| nächste Seite im Heft

Zur letzten Suche
Dieser Monat – 1945_11_TT
Ausgaben dieses Jahres – 1945
Gesamter Text dieser Seite:
ovembe
7. November 1945
Tiroler Tageszeitung
Nr. 117 Seite 3
ugen von d
Wre
Oberhaupt des
Palische Kom.
naligen herr
richtet wird,
immel als
Aos Rade und Cand
#zu neue Leiter des histologischen Institutes
tüzlich hielt der neuernannte Ordinarius für
en Istrien
November.
ken eine bridischen Behördie jugosla für unwahrwurde auf Juni von den politische Be
dischenfälle in r Jugoslawen er Personen lches westlich Burde.
jologie und Entwicklungsgeschichte Prof. Gu
Sauser seine Antrittsvorlesung über das #kturproblem in Chemie und Morphologie im güllten Hörsaal seines Institutes. Professor der war bis zum Jahre 1938 Vorstand der in Anatomischen Lehrkanzel der Universität in wurde beim „Umbruch“ sofort von seinem tin entfernt, monatelang in Haft gehalten hschließlich 1939 ohne Pension entlassen. Da #iede weitere Betätigung als Wissenschaftler gürzt versagt blieb, arbeitete er in den folden Jahren als Magister der Pharmazie in den oberösterreichischen Apotheken, ständig seittert von Hausdurchsuchungen, Einvernah½ und neuer Verhaftung.
spricht für die Tatkraft der maßgebenden #etstellen, diesen seinerzeit aus der anatomi# Meisterschule Professor Sieglbauers herigangenen bekannten und beliebten GelehrInit raschem Zugriff nach Innsbruck berufen saben, bevor die Wiener Universität ihn zutiolen konnte Die Glückhaftigkeit dieser #erwies sich bereits bei der AntrittsvorleSausers, der als Anatom, Histologe Schemiker wie kaum einer in der Lage ist, jeynthese dieser drei Wissensgebiete im Geiste in großen histologischen Lehrers Prof. M. Denhain (Tübingen) zu vollziehen.
Fritz Bruno
aus Algund Urteil: Die nter der Anng Nr. 17 der en zu haben, als feindliche sbehörde von strieren zu und hier anund ihrer sei
zur Wehrufe der ersten nde zurückgeng, ob sie als nit nach ihrer nzusehen wäe= und RegiNach Abschluß der Alliierte ng mit dem Rechtsanwalt n führte, den
Fleischausgabe
Stelle von Fett werden in der vierten see der 6. Zuteilungsperiode ausgegeben:
og Fleisch auf die Abschnitte E 45, Igd. ud K. 45 der Lebensmittelkarte „Normalverfür die sechste Zuteilungsperiode. gFleisch auf den Abschnitt SV 437 der starte für landwirtschaftliche Selbstversorger. lese Abschnitte haben bis 20. November 1945 Ligkeit.
à Verteiler haben die oben angeführten Abdie der Lebensmittelkarten, getrennt von ürigen Abschnitten, aufzukleben und dem schungsamt zur Abrechnung vorzulegen.
#fadfahrer von einem Auto niedergestoßen
Der tödliche Autounfall auf der Haller Straße
Wie berichtet, wurde am 3. November um 6 Uhr abends auf der Haller Straße beim Gasthaus „Rumerhof“ eine unbekannte „Frau von einem Auto überfahren und getötet. Die Tote ist vie 1875 in Altenburg in Niederösterreich geborene, in Innsbruck bedienstete Köchin Johanna Kühaß. Die Leiche wurde nach Innsbruck ge
Splitter aus Wilten
k5 November um 11 Uhr vormittags wurde Fi Kreuzung Leopoldstraße—Michael=Gaisustraße ein Justizbeamter, der auf einem
## fohr non einom Autg niedergostabon
metraße ein Justizbeamter,
#aw führ, von einem Auto niedergestoßen schwer verletzt. Die Rettungsgesellschaft # ihn in die Klinik.
IIIiIIiHG
n die bewerden. Militär
berichtet,
ermindert
Falsche Kriminalbeamte
in der Kriminalpolizei in Innsbruck wurbier 1912 geborene Privatangestellte Leopold sisch aus Innsbruck und der 1913 geborene ##dliche Kaufmann Hans Zarske aus ##a verhaftet und dem Gerichte überstellt. #leiden haben unter der Vorspiegelung, Kriseleamte zu sein und Beschlagnahmen durchian zu dürfen, einer Frau in Hötting 4000 mark Bargeld, eine silberne Armbanduhr #einen goldenen Ring herausgelockt.=Von der keinalpolizei konnten die Uhr, der Ring und goßer Teil des Geldes zustande gebracht Wen.
In der abgelaufenen Woche hatte Wilten einige freudige Ereignisse zu verzeichnen, die wert sind, festgehalten zu werden. Vor allem: Es gibt wieder Gas! Das bewährte Gasweibchen hat also doch wieder den Weg zu uns gefunden und wird uns nunmehr so manche Sorge abnehmen. Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten, die das Gasweibchen zu überwinden hatte, um uns wieder dienstbar sein zu können und darum danken wir ihm auch für die Bemühungen,
Auch ist es bei uns etwas „lichter“ geworden; es brennen nämlich seit einigen Tagen die Straßenlaternen wieder. Zwar noch nicht in einem Ausmaße, wie wir es vor dem Krieg gewohnt waren, immerhin aber freuen wir uns, daß auch der Großteil von Wilten in den Innsbrucker Lichtkreis einbezogen wurde.
Seit kurzem hören wir wieder die Kirchenglocken! Wie lange mußten wir auf diese Klänge des Friedens und der Eintracht warten! Wie schwingt nun unser Inneres mit beim Ertönen dieser Glockenklänge, neue Hoffnung, neue Lebensfreude entzünden sie in uns, im Gegensatz zu den teuflischen Sirenen, die nur Tod und Verderben ankündigten.
Schließlich ist noch festzustellen, daß die meisten Schutthaufen aus den Straßen verschwunden sind. Gierig frißt der hier eingesetzte Bagger einen Schutthaufen nach den anderen. Das Straßenbild ist dadurch wesentlich freundlicher geworden. Argern wird sich darüber allerdings der Föhn, da er uns keinen bösen Schabernak mehr spielen kann.
Wir Wiltener sind nunmehr recht zufrieden, weil wir sehen, daß es auch in unserem, von den Kriegsereignissen vielleicht am schwersten betroffenen Stadtteil, aufwärts geht und allmählich die Schlacken einer bitteren Zeit abzufallen beginnen.
H. L.
Todesfälle
In Innsbruck starben: Erich Gritsch,
Oberwachtmeister beim Oberlandesgericht, 41 Jahre alt; Johann Kößler, Bundesbahnangestellter a. D., 76 Jahre alt; Rupert von Eckhel, Oberst a. D., 76 Jahre alt; Johann Schröfl, Rentner, 79 Jahre alt; Hermine Jawornik, städt. Wirtschaftsleiterin a. D., 65
Jahre alt; Antonie Binder geb Schneider, Altersrentnerin, 86 Jahre alt; Witwe Luise Staudt, Private, 74 Jahre alt; Beerdigung Freitag um 14 Uhr im Westfriedhof.
Die Familie Maines in Pfaffenhofen erhielt vor kurzem die Mitteilung, daß ihr zweitältester Sohn Karl in einem Feldlazarett in Budapest im März dieses Jahres gestorben ist. Der Familie, die damit ihren dritten Sohn an der Front und ihr viertes Kind in diesem Kriege verloren hat, wendet sich die allgemeine Anteilnahme zu.
Arbeitszwang der Betriebe zur Hilfe gegen Kriegsschäden
Die Tiroler Landesregierung hat eine Verordnung erlassen, wonach gewerbliche und industrielle Betriebe jeder Art in Tirol verpflichtet werden können, gegen das ortsübliche Entgelt die Ausführung von Arbeiten zu übernehmen, die zur Behebung von Kriegsschäden, insbesondere im Bereich der Landeshauptstadt, notwendig sind.
Die Verpflichtung wird auf Antrag des zuständigen Bürgermeisters vom Landeshauptmann nach Anhörung der Kammer für Handel, Gewerbe, Industrie und Verkehr in Innsbruck
ausgesprochen. Der Bürgermeister kann in seinem Antrag einen bestimmten Gewerbebetrieb vorschlagen über die Reihenfolge der Arbeiten entscheidet der Landeshauptmann, wenn der
Verpflichtete infolge der auferlegten Arbeiten bereits übernommene Aufträge zurückstellen müßte.
Für die aus dieser Verpflichtung entstehenden Forderungen haftet die antragstellende Gemeinde
Die Verordnung ist bis 30. April 1946 in Kraft. (L5K.)
Promotion. An der Universität Innsbruck promovierte Heinrich Cutic, Sohn des B.=B.=Inspektor Franz Cutic aus Innsbruck, mit Auszeichnung zum Doktor der gesamten Medizin.
Grüne und silberne Hochzeit. In der Evangelischen Christuskirche in Innsbruck wurde Dienstag, den 6 ds., Dr Willi Hahn der Gewerbekammer mit Frl. Lore Bachmayer durch Missionar Weber getraut. Gleichzeitig feierten die Eltern der Braut, Alois Bachmayer und seine Gattin Lore geb. Grünhut, die silberne Hochzeit.
„Österreichs Geschichte in den letzten 100 Jahren.“ Am 7. und 9. November 1945, jeweils um 19.30 Uhr, findet im Hörsaal 1 der Theologischen Fakultät, alte Universitätsbibliothek, Erdgeschoß, Universitätsstraße, je ein Vortrag des Universitätsdozenten Dr. Hans Kramer „Die Geschichte österreichs in den letzten 100 Jahren“ statt.
Wiederaufbau in Reith bei Seefeld. Vom Bürgermeisteramt wird uns geschrieben: Wieder hat eine Gemeinde zur Beseitigung der schweren Bombenschäden der Gemeinde Reith, die es so notwendig braucht, einen Betrag von 20.000 RM gespendet. Die Gemeinde Reith dankt hiemit allen edlen Spendern der Marktgemeinde Telfs aufs herzlichste.
Tätigkeitsbericht der Rettungsstelle Innsbruck.
Im Monat Oktober wrdon ingaosamt 694
Im Monal Bnloder wurden insgesam! 644 Transporte durchgeführt, von denen 283 Männer,
335 Frauen und 26 Kinder betroffen waren. 57 verunglückten Personen wurde erste Hilfe geleistet. Außerdem wurde die Unfallstation von 30 Personen zwecks erster Hilfeleistung aufgesucht. Von den Krankenwagen wurden insgesamt 5239 Kilometer zurückgelegt.
Wählerversammlung der SVP. in Solbad Hall.
Am Freitag, den 9 ds., findet in Solbad Hall im Stadtsaal um 20 Uhr die erste öffentliche Wählerversammlung der Österreichischen Volkspartei statt. Es sprechen der Obmann der Landesparteileitung und Landtagspräsident Doktor Platzgummer und Staatsrat a. D. Otto Steinegger über „Arbeiter= und Angestelltenfragen“.
8. November
Zum „Attentar“ auf Hitler im Bürgerbräukeller in München
Fühlt man die Liebe seines Volkes schwinden, Muß man sie selbstverständlich neu entzünden; Bei seinem Propagandaapparat Bestellt man einfach sich ein Attentat.
Bevor’s jedoch zum Krachen ist gekommen, Hat man geschickt Reißaus genommen;
Die eig’ne Vorsicht rettete den Mann.. 6.— Nach außen har’s die Vorschung getan.
Diogenes.
Täglich arbeiten einige Hundert Innsbrucker bei der Schuttaufräumungsaktion der Polizei, um Innsbruck wieder seinen alten Ruf zu geben: „Du schönes Innsbruck am grünen Inn“
ischer
e Vor
ltur
beraten.
rte, daß Republik ovember
in Künstlern und Ausstellungen
## Spielmann — Hans Andre — Lois Egg —
ng
hiedenen
1300
74
abel erelasae
i
London
Atombomben
sbergeben wer
Paul Oberhammer ller Not der Zeit zum Trotz sind unsere faster unentwegt am Schaffen und Werken Phelfen uns durch ihr Beispiel, das die Her#emporreißt, hinweg über den seelisch=geisti
I. beg .. genwart und weisen den Weg in eine bessere Zukunft.
Spielmann, der Maler und Graphiker, sine der stärksten Begabungen unter den jünTiroler Künstlern. In den sechs Jahren ## Soldatentums führte ihn der Krieg vom iner bis zum Kaukasus und schließlich nach shligen Fährnissen heim in seine tirolische at überall, wo er stand in seinem grauen satenrock, drängte es ihn, trotz Tod und die ihn umgaben, zum Stift und Pinsel zu Fien um seine Eindrücke und Gesichte festzuen Wie gebannt standen wir vor den farbiFzeichnungen aus dem Frontleben, die man #den letztjährigen Kunstausstellungen manch& zu sehen bekam. Daneben traten immer Wer das Bildnis, die Landschaft und religiöse Spositionen in den Vordergrund. Als er in F Minute dieses Krieges plötzlich einer groGefahr sich gegenübersah — fast alle seine eraden
hat ein bitteres Geschick hinwegge4 da trat weit hinten im fernen Osten „Große Gott“ vor sein geistiges Auge und F kam ihm der Gedanke, die vernachlässigte ##apelle zum Großen Gott mit seiner Kunst Pieren, wenn er heil aus diesen Schrecknissen Frorginge. Und dieses Gelöbnis in schwerer ude hat der Künstler redlich gehalten.
seie Kapelle besaß nur ein großes Kruzifix, zu #der Künstler zwei Paare von Assistenzsigu#nalte, die unter den ausgebreiteten Armen.
# heilandes ihre Aufstellung gefunden haben. ds die beiden Höttinger Kirchenpatrone Inund Albuin. rechts ein Krieger und der Rit seltener Größe und Innerlichkeit hat
der Künstler diese beiden Figurenpaare gestaltet. Die beiden Bischöfe, glühend und vergeistigt, religiöse Charaktere, sind gleichsam vom Hl. Geiste erfüllte Männer. Ein Hauch von echter männlicher Frömmigkeit weht um sie. Großartig in der Auffassung, bis ins letzte durchdacht im komPpositionellen Aufbau, in Zeichnung und Durchbildung des Details verraten sie die vollkommenste Beherrschung der Form und der Mittel. Und über allem ein Zauber höchster malerischer Durchbildung. Auf dem Chormantel Ingenuins hat der Künstler die ganze Passion gemalt, deren blaurötlich changierende Farbengebung figürliche Brokatweberei vortäuscht. Im Gegensatz zu dieser feierlichen Erscheinung der beiden Bis rechts der Krieger in seiner schmutzigen Win #e und den schlotternden
Hosen, ohne Kopfbedeckung, mit wirrem Haar, aber mit einem von tiefer Gläubigkeit und Gottvertrauen erfülltem Antlitz. Inbrünstig blickt er mit gefalteten Händen zum Heiland empor, der seine Rettung war. Und hinter dem Tod, der seinen blutgetränkten Mantel über seinen fahlen Schädel gezogen hat, weht ein Schriftband mit den Namen der Schlachtfelder, auf denen er grausige Ernte gehalten hat.
Der Künstler hat mit dieser Schöpfung nicht nur seinem Herrgott den Dank für die Errettung aus höchster Todesgefahr abgestattet, sondern auch seine Heimat um ein Denkmal von hohem künstlerischen Rang bereichert.
Völlig anders geartet ist das Schaffen. Hans Andres, des erfolgreichen Bildhauers und Malers. Neben prächtigen Arbeiten in Marmor und Holz, über die bei anderer Gelegenheit geschrieben werden soll, entstanden größere Freskenzyklen in mehreren Tiroler Landkirchen die in dem Künstler noch einmal das lodernde Feuer temperamentvoller Barockmalerei aufleuchten lassen In die heiter fröhliche Landkirche von Lans malte Hans Andre in die kleinen stukkierten Kartuschen kleine Fresken, die sich auf die Tiroler Wallfahrt#arte und Gnadenbilder beziehen (Maria Hilf, Absamer Muttergattes, Heiligwasser, Matreier Schmerzensmann, Notburga, Anderl
von Rinn und Maria Waldrast) und noch drei weitere Bilder im Chor und Schiff, Auferstandener, Maria mit Engel und hl. Lambert. Andre traf in diesen Fresken mit ihrer fröhlichen Buntheit so treffend den Volkston und hat sich stilistisch so dem Charakter des Bauwerkes angefühlt, daß man die ganze Restaurierung geradezu als ein Musterbeispiel einer gelungenen Restaurierung bezeichnen kann. Das gleiche gilt auch von der Neuausmalung der Kirche in Heiligwasser, wo schwache nazarenische Malereien ersetzt werden mußten. Der Künstler wählte drei Darstellungen aus dem Marienleben (Verkündigung. Beweinung und Himmelfahrt, sowie Geburt der Maria Darstellungen, durch denen die drei Rosenkranzgeheimnisse symbolisiert werden sollen). Barocke Lust und barocker
Schwung zeichnen diese Malereien aus so recht aus dem Volksempfinden heraus geschaffen Andres neuestes Werk ist das große Fassadenfresko an der Amraser Pfarrkirche, eine Huldigung der Gemeinde an die Amraser Gnadenmutter, die auf wunderbare Weise das Dorf vor schweren Bombenschaden bewahrte. Ein echt barocker Zug weht durch das ganze Bild sowohl im Gedanklichen wie auch im Formalen In einem pyramidalen Aufbau, den Linien des Giebeks folgend, entwickelt sich die Komposition, deren Spitze ein von Engeln hochgezogener Baldachin bildet. Vor dem Gnadenbild hat sich die Gemeinde versammelt, Bauern in ihrer Tracht, mit ihrem Pfarrer, der sie auf das Gnadenbild hinweist. Die rechte Gruppe wird von einem Schützen mit grünweißer Fahne
angeführt, die linke von einer Inntaler Bäuerin, die ein silbernes Votivherz zu Maria emporhält. Die etwas gedämpfte Farbigkeit baut sich, vor allem auf erdigen braunen. grünen und rötlichen Tönen auf Es herrscht viel Leben und Bewegung im Bilde. ein Auf= und Niederwogen der Linien ein Vor und Zurück kurzum — alle Register der „Zöpfler“ weiß der Maler zu ziehen.
Ein ganz köstlicher Genuß umfängt einem im Innern, wo aus des Künstlers Hand nahezu 30
Votivtafelen hängen, auf denen in origineller
Weise der Anlaß der Stiftung geschildert wird, alle von einer blumigen Frische und oft voll Humor, Schöpfungen ganz aus dem Geiste der Volksseele.
Andre beschäftigt sich neuerdings mit großen Entwürfen für umfängliche Wand= und Deckenmalereien, aus denen man deutlich sieht, erkennt, daß der Künstler mit den ihm gestellten Aufgaben wächst.
Den Arbeiten von Spielmann und Andre, so verschieden sie ihrem Wesen nach sind, ist eines gemeinsam: sie stehen im Volke und sind für das Volk geschaffen und wir freuen uns, daß bei beiden die Zustimmung eine so allgemeine ist.
Los Egg und Paul Oberhammer, die hintereinander im Rundsaal des Ferdinandeums ausstelltens kommen aus einer ganz anderen künstlerischen Atmosphäre-her. Lois Egg hat in Prag und Wien studiert und sich eigentlich zum Bühnenbildner ausgebildet. Seine Technik zeigt höchstes Raffinement. Eine kultivierte Farbigkeit und ein verblüffendes malerisches Können verleihen seinen Werken, vor allem seinen Städteund Architekturbildern einen ganz eigentümlichen Reiz. Bilder wie die Karlsbrücke mit dem Moldauufer oder der Blick auf den Hradschin oder auf die Altstadt sind Farbimpressionen erlesenster Art. Sehr schön und künstlerisch gewandt waren auch einige Zeichnungen und Aquarelle.
Paul Oberhammer, der zum erstenmal in Innsbruck ausstellt, betreibt die Aquarellmalerei aus Liebhaberei. In seinen farbig durchleuchteten Bildern und Impressionen hat er seinen höchst persönlichen Stil gefunden Die sehr zarten Aquarelle mit ihren zerfließenden Formen und Linien, frei von allen Härten, sind hauchartig hingezauberte Stimmungsbilder. Eindrücke, für die die Landschaft meistens nur ein Vorwand ist, um einem malerischem Empfinden freien Lauf zu lassen Nicht alles wird im gleichen Maße Anklang finden, wenigstens auf den ersten Blick, man muß sich erst nach und nach an diese Harmonien gewöhnen und wird dann deren heimlicher Klänge und verborgener Reize zustimmend innewerden. J. Ringler.