Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:11
- S.23
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Donnerstag, 8. November 1945
Tiroler Tageszeitung
Nr. 118 Seite 3
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Urteile des mittleren Gerichtes der Militärregierung
" Innsbruck, 6. November.
Vom mittleren Gericht der Militärregierung lourde der 48jährige österreichische Staatsangeörige Moser Sebastian wegen unerlaubten saffenbesitzes zu zehn Jahren Zuchthaus veruruilt. Moser, der bei der NSDAP.den Rang eines sockleiters bekleidete und dessen beiden Söhne er SS. angehörten, bekam angeblich nach dem zsammenbruch von einem Offizier eine Matinenpistole sowie ein Gewehr mit der dazuchörigen Munition. Er versteckte beides unter iem Holzhaufen nahe seinem Hause. Bei einer
nie velter de. Moser, keinerlei Waffen zu besitzen. hdem seine Frau den Besitz von Waffen hatte, leugnete Moser hartnäckig weider Verhandlung gab Moser den Tatbe
und zu.
der Ajährige österreichische Staatsangehörige iner Anton wurde wegen unerlaubten Besitzes mer Pistole und wegen Betrug zu zwei Jahren ##fängnis verurteilt. Auer erschien in der Nacht em 17. auf den 18. Juli um 2 Uhr nachts bei im 65jährigen Bauern Anton Vigl in Ober#ien bei Telfs, gab sich als Angehöriger der timinalpolizei aus und verlangte eine Flasche Ehnaps. Auf die Frage des Bauern Vigl, ob er ausweisen könne, zeigte der Angeklagte ine Pistole mit den Worten: „Das
ist mein Ausweis!“ Daraufhin eingeschüch
Schnane. die verlangte Flasche
schien Auer ab.egenden Tag er
kanischen —eitung eines maror.. Den Soldaten und verlangte noch eine Flasche Schnaps. Daraufhin erstattete der Hausver
Anzeige bei der Gendarmerie, die den angeblichen Kriminalbeamten in Haft nahm.
Der Tod in den Bergen
Ende September erschien im Gasthaus „In der Au“ im Zillergrund der 40jährige Werkführer beim Fernsprechamt Bregenz, Anton Rozza, mit seiner Braut Katharina Jungmann. Die beiden beabsichtigten, über das Hundskehljoch (2560 Meter) nach Steinhaus im Ahrntale (Südtirol) zu wandern. Sie wurden von den Wirtsleuten und auch vom Almpersonal dringend vor der Tour gewarnt, da Regenwetter herrschte und in den Bergen Neuschnee gefallen war. Trotzdem standen die beiden von ihrem Plan nicht ab. Da sie im Ahrntale nicht eintrafen, wurden mehrmals Suchaktionen unternomen, die jedoch infolge des vielen Neuschnees ergebnislos blieben.
Nun erhielt die Gendarmerie in Mayrhofen durch die Zollwache die Mitteilung, daß die beiden Vermißten jenseits der Grenze am Hundskehljoch tot aufgefunden wurden Die Leichen wurden geborgen und nach St. Peter im Ahrntale gebracht und dort beerdigt. Die beiden hatten durch Erfrieren, bzw. Erschöpfung den Tod gefunden.
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Kind und Schulaufgaben
Len einmal das Schuljahr wieder im Gange ##itt an die Eltern die Pflicht, ihre Kinder # regelmäßigen und geordneten Erledigung i Schulaufgaben zu verhalten, etwas, was m nach den vielen Jahren der Ablenkung gar ##hso leicht sein wird. Diese Aufgaben haben su zweck der übung, sie wollen Gelerntes be#ten, sie sollen ferner im Kinde Selbsttätigin Fleiß, Gewissenhaftigkeit, Pflichtgefühl und tauer fördern und wollen das Kind, wenn nsch um schriftliche Aufgaben handelt, an Netsteit und gefällige Form gewöhnen. Die Auf#nkönnen also hohen unterrichtlichen und erWert hahen, wenn sie richtig erfaßt
#erten.
de Eltern sollen sich, besonders bei den kleium Kindern, um die Aufgaben ihrer Kinder sinnern; sie sollen Interesse zeigen an den tlichen Leistungen und sich fertige Arbeiten #n lassen, um Einblick in die Arbeitsart ihrer sioer zu nehmen. Dann werden die Eltern stets im überblick über die Leistungen ihrer Kinder #in und vor unangenehmen überraschungen fochrt bleiben. Es wird dann auch möglich i sich mit der Schule ins Einvernehmen zu iin und die Leistungen des Kindes zu förin. Freilich kann ein übermäßiges Sichannehin um die Aufgaben der Kinder auch vom ## sein, wenn wir etwa dem Kinde die Aufsen selbst machen.
Sir kommen damit zur Frage: Soll dem Kinde shaupt bei den Aufgaben geholfen wer
sa Wenn das Kind seinen Stolz dareinsetzt, allein zu arbeiten, dann lassen wir es ru
ewähren und beobachten mit stets merkInteresse seine Leistungen. Wir werden da #erkennen, wie weit wir uns auf die
Selbständigkeit des Kindes verlassen können. Nie darf Hilfe in der Form gegeben werden, daß die Erwachsenen die Aufgaben selbst machen und das Kind ohne jede innere Beteiligung nur ein geistloses Abschreiben betreibt. Das Kind leidet damit Schaden fürs Leben, es büßt allmählich seine Gewissenhaftigkeit und Feinfühligkeit ein, weil es lernt, sich mit fremden Federn zu schmücken. Das Kind wird auch leicht zu einer Lüge greifen, wenn es gefragt wird, ob es die Aufgabe allein gemacht habe. Bei den Schularbeiten werden solche Kinder leicht versagen, weil sie an Selbsttätigkeit und eigenes Denken nicht gewöhnt sind. Mit dieser Art Hilfe ist also dem Kinde schlecht gedient. Die Erwachsenen werden also für manche Aufgabe, die dem Kinde weniger klar ist, nur
kleine Vorübungen mit dem Kinde machen und da und dort einfache Erklärungen geben, sonst aber das Kind selbständig arbeiten lassen. Man kann mit dem Kinde einschlägige Rechenübungen machen, einen Aufsatz mit ihm durchbesprechen und es einen Entwurf davon machen lassen, damit er dann nett und sauber in das Reinheft geschrieben werden kann. Bei mündlichen Aufgaben können die Eltern durch Abfragen des Geleruten das Verständnis hiefür vertiefen und auch dafür sorgen, daß das Kind diese Aufgaben nicht in letzter Minute in Angriff nimmt. Oft liegt der Grund für minderwertige Leistungen des Kindes in dem zu Hause fehlenden Verständnis für Ordnung und Ruhe beim Lernen. Das Kind braucht, so gut es die heutige Wohnungsnot erlaubt, einen lichten,
ruhigen Platz zum Aufgabenmachen und es muß ihm genügend Zeit dazu gegeben werden.
— Besteht bei unseren Kindern Freude an der Selbsttätigkeit, dann erkennen wir ihre guten Leistungen freudig an; wenn wir Hilfe geben, dann bieten wir sie in großer Ruhe und mit liebevoller Geduld!
Diebstähle und Einbrüche In Innsbruck wurden in den letzten Tagen entwendet: In der Turnhalle der Müllerschule in der. Sterzingerstraße sechs Autoreifen; aus dem Keller Innxain 3 Lebensmittel und ein Radioapparat; aus einem Magazin in der Mat#thius=Schmidt=Gasse ein Faß mit Fruchtsirup; in der Kärntner Straße einem Kaufmann ein Motorrad, Marke Puch.
Eine Waffe in Kinderhänden
Im Walde bei Mariastein fand nach dem Zusammenbruch im Mai ein 15jähriger Metzgerlehrling eine Maschinenpistole samt Magazin und Munition. Er versteckte die Waffe und erzählte von seinem Fund mehreren Schulbuben, die dann öfter an abgelegenen Plätzen heimlich Schießübungen abhielten, ohne daß die Eltern der Kinder etwas davon wußten. Bei einer dieser Schießübungen hat sich der 12jährige Horst Brand mit der Pistole so schwer verletzt, daß er ins Wörgler Krankenhaus gebracht werden mußte. Trotz sofort worgenommener Operation ist der Bub gestorben
Gründung des Bundes der Opfer nationalsozialistischer Unterdrückung im Bezirk Kitzbühel
Bald nach der Befreiung vom Nazijoch wurde von einigen Personen in Kitzbühel die Anregung gegeben, es mögen sich die Opfer des Nazi=Terrors irgendwie vereinen. Erst weit später kam auch von außen her hiezu die Aufforderung zur Gründung des Bundes der Opfer nationalsozialistischer Unterdrückung. Nach mühevoller Vorarbeit seitens des provisorischen Gründungsausschusses wurden im Bezirk Kitzbühel ungefähr 250 Personen erfaßt. Es wurden ausschließlich Personen ausgenommen, die wegen ihrer politischen Gegnerschaft zum Nazismus schwer geschädigt wurden. Bei der Aufnahme wurde sehr rigoros vorgegangen, jeder einzelne überprüft, damit ja niemand, der aus egoistischen, materiellen oder gar kriminellen Gründen sich strafbar machte, eintreten
konnte. Sonntag, den 28. Oktober, fand nun in Kitzbühel im Vereinshaussaal die erste Generalversammlung und Wahl des Arbeitsausschusses der Bezirksvertretung Kitzbühel statt.
In wenigen Tagen erscheint in Innsbruck im Universitätsverlag Wagner die erste unpolitische österreichische Bildzeitschrift für Kunst, Wissen und Unterhaltung unter dem Titel „Die Feierstunde".
„Die Feierstunde“ erscheint vorerst monatlich und bringt Artikel und Bilder aus dem Kunstund Kulturleben der österreichischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Zeitschrift enthält auch eine Auslandsbildseite, so wie ab der zweiten Folge (Dezember) eine ständige Modebeilage.
„Die Feierstunde“ ist in allen Zeitschriftenzentralen, Buchhandlungen sowie im freien Verkauf zum Preise von 80 Groschen erhältlich.
Nach kurzen einleitenden Worten wurde der Zweck des Bundes dargelegt. Ganz gleich, wie sich jeder sein Leben einteilt, welche parteipolitische Anschauung der Einzelne hat, immer wieder muß für Freiheit und Wahrheit eingetreten werden. In der darauffolgenden Wahl wurden die Herren Oberinspektor Josef Niederwieser, Anton Bockenauer, Franz Stocker, Apotheker Konrad Vogl und je ein Vertreter der neu aufgestellten Ortsvertretungen St. Johann i. T. und Hopfgarten gewählt. In der Versammlung wurde ferner die Notwendigkeit einer Zuteilung von Spinnstoffen usw., ganz besonders für einen Teil der weniger Bemittelten und kinderreichen Mitglieder des Vereines betont. Es wurde jedoch erklärt, dies nicht in der aufdringlichen Form der nazistischen Sammelaktionen
durchzuführen, sondern an die zuständigen Behörden, die bisher dem Bund der Opfer kein übergroßes Verständnis entgegenbrachten, heranzutreten. Frau Professor Hofer, auch ein Mitglied des Bundes, die anläßlich des Vortrages am 14. Oktober den gesamten Erlös dem Bunde zur Verfügung stellte, wurde gebeten, die Abteilung „Kunst“ im Verein zu übernehmen. Alle Mitglieder des Bundes der Opfer, ob Arbeiter oder Akademiker, Bauer oder Handwerker, sagten dem Bunde ihre tätige Mitarbeit zu und verließen das Vereinslokal in dem festen Beschluß, für Volk und Vaterland sich jederzeit einmütig einzusetzen. K. V.
Verhaftung eines Fahrraddiebes
Von der Innsbrucker Polizei wurde der 38jährige Handelsangestellte Erwin Hoffmann wegen Diebstahl verhaftet. Unter anderem konnten ihm bisher vier Fahrraddiebstähle nachgewiesen werden.
Todesfälle
In Innsbruck starben Kaspar Oberhöller, Kraftfahrer, 53 Jahre alt, und Johann Fischnaller, Justiz=Vollstreckungsbeamter, 62 Jahre alt. Begräbnis am Samstag, den 10. d. M., um 14 Uhr auf dem Pradler Friedhof. Frau Anna Jungwirth geb. Meindl, 45 Jahre alt.
In Schwaz sind gestorben: Ernst Riccabona von Reichenfels im 40. Lebensjahre und Frau Notburga Seier geb. Steinlechner, 78 Jahre alt.
„Welt=Echo“
lomatie,
Prof. Hermine Giannoni.
Gestern kündigten wir das Erscheinen der neuen Zeitschrift „Welt=Echo“ an. Inzwischen wurde von verschiedenen Seiten bei unserer Schriftleitung angefragt, wo diese Zeitschrift erhältlich ist.
Zeitungshändler und Inhaber von Verschleißstellen, welche sich für diese Monatsschrift interessieren, wollen sich unter Angabe der gewünschten Anzahl von Exemplaren an die Direktion der Wagner"schen Universitäts=Buchdruckerei, Erlerstraße 5—7, wenden.
un, Presse und Politik
(Fortsetzung von Seite 2) Eenige Monate vor Ausbruch des gefährlich*aller Kriege im April 1939 trat Herr von wen seinen Botschafterposten in der Türkei Als Gegenspieler des sehr erfahrenen britii Botschafters und Doyens des diplomatiCorps, Sir Hugh Knatschbullgessen, des aktiven USA.=Vertreters stin und der sehr deutlichen Forderungen ###ussischen Gesandten, gelang es ihm durch Lnlichen Einfluß und auf Grund seiner sindschaften aus dem ersten Weltkrieg mit Im Geschick im Umgang mit den zwischen und Ost balaneierenden türkischen Staatszern den Kriegseintritt der Türkei tatsächlich Suum März 1945 hinauszuzögern. Kenner der diten Umstände vertreten die Ansicht, daß hapen zu Hitler ein persönlich herzliches Bältnis gefunden und im Interesse seiner
#iere vergessen habe, daß sein Freund, der Siral und Kanzler von Schleicher am 1934 mit seiner Familie ebenso den Ku# der Gestapo zum Opfer gefallen war, wie seiner engsten Mitarbeiter und Sekre##nach einer Rede. deren geistige Väter diese ##waren die aber immerhin Herr von Papen Känster gehalten hatte ....
Ordensburg=Diplomaten
# dem „Anschluß Österreichs“ hatte man in zuer diplomatischen Kreisen einen starken #ag österreichischer Berufsdiplomaten erwartet.
hatte in Gesprächen über eines seiner Sügsthemen: „Abschaffung der Geheimdiplo„der Typus des zukünftigen deut2 Diplomaten“ in vieler Hinsicht den österWischen Diplomaten als beispiel
#ind gepriesen. Zwar wurden nach AAnschluß“ Tausende von Verwaltungsbe
amten aus der „Ostmark“ nach Berlin und Mün= scheidungen von weittragender Bedeutung auf chen und eine vielfache Anzahl von Berlin nach eigene Verantwortung gestellt wurden, mußten Wien versetzt, doch blieben die echten österreichi= sie erkennen, wie sie von den zwar stets etwas schen Diplomaten von dieser Konjunktur unbe=helt# aher umsa schl
rührt. Die eingeschlagene Linie der „Partei= und Ordensburg=Diplomaten“ wurde konsequent beibehalten. In verschiedenen Dienststellen des Auswärtigen Amtes in Berlin tauchten zwar vom Sommer 1938 ab einige intelligente, wohlerzogene österreichische Diplomaten der jüngeren Schule auf, die jedoch ihre Achtung weniger ihrer Stellung als ihrer persönlich gewinnenden, taktvollen wie sprachlich gewandten Art verdankten, mit der sie sich viele Freunde machten. Sie zeigten im Verkehr in den verschiedenen Berliner Diplomaten=Klubs und Gesellschaften, bei TeeVeranstaltungen, Cocktail=Parties und sonstigen Empfängen der ausländischen Missionen; wie man mit diplomatischen Mitteln und entsprechendem Auftreten vieles hätte erreichen und noch mehr verhindern
können.
Den Vertretern seines neuen Diplomatentyps hatte Hitler nur Rückschläge und Pannen zu verdanken. Die SA.=Obergruppenführer Bekkerle in Bulgarien, von Killinger in Rumänien, Jagow in Ungarn, Kasche in Kroatien und Ludin in der Slowakei haben samt und sonders ihre diplomatische Reifeprüfung nicht bestanden. Sie mußten versagen, weil sie entgegen Hitlers Ansicht nicht Menschen waren, die mit ihren edlen Zwecken und Aufgaben, die über ihren Horizont weit hinausgingen, wachsen konnten.
Als die militärische Entwicklung, die viel zu leicht genommene deutsche Südost=Europa=Politik, gänzlich zum Einsturz zu bringen drohte und in Sofia. Bukarest, Agram. Budapest, Preßburg die geräuschvoll auftretenden Vertreter der deutschen Macht von einer Stunde zur andern vor Ent
belachelten, über umso schlaueren Balkan=Ge
genspielern kunstvoll überspielt wurden. Sie hatten dem Gebot der Stunde nichts entgegen zu stellen, als das „Abwarten auf Weisungen“ aus Berlin. Als der Führer 1943 die Fehler der Balkanpolitik erkannt hatte und den sehr fähigen österreicher Dr. Neubacher als Sondergesandten und übergeordneten Chef für den gesamten Donau=Balkanraum einsetzte, war es zu spät.
Neubacher gelang es zwar, im kroatisch=serbischen Raum Terrain aufzuholen und sich in den Machtkampf Tito=Mihailowitsch ein
zuschalten, in den anderen Ländern jedoch traf er bereits auf zu weit vorgeschrittene britische und in Rumänien und Bulgarien auf russische Vorarbeit, so daß er entscheidende Erfolge nicht
mehr erzielen konnte. Seine Tätigkeit wurde zu= neuen Deckengemälden sowie anderen Fresken
dem erschwert durch die immer zahlreicher und und Bildern für die Seitenaltäre sind sein dauselbstherrlich auftretenden Abgesandten Himm= erndes Verdienst, ebenso die neuen figürlichen
Vermählung. Die bekannte Innsbrucker Künstlerin Roswitha Bitterlich hat sich mit dem Schriftsteller Michael Brink vermählt.. 80. Geburtstag. Am 3. November feierte der verdienstvolle Tiroler und besonders Innsbrucker Heimatforscher Hofrat Dr. Karl Klaar, früher Direktor des Tiroler Landesregierungsarchives, bekannt vor allem durch sein zweibändiges, längst vergriffenes Werk „Altinnsbruck und seine Umgebung“, in aller Stille seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar ist geistig und körperlich frisch und rüstig. Er genießt bei ollen seinen Freunden wegen seines umfassenden Wissens, seiner stillen Vornehmheit und seines gütigen Wesens die größte Achtung und Beliebtheit. Klaar war seit langer Zeit bei mehreren Vereinen der christlichen Nächstenliebe (Vinzenzverein usw) mit
großem Eifer tätig. Er war der beste Freund des früheren österreichischen Bundeskanzlers Dr. Michael Mayr. Die Zeit verbot es leider, diesen Geburtstag des hochgeschätzten Gelehrten in größerem Ausmaße zu feiern. Dr. H. Kr.
Im Rahmen der Heimkehrerwoche, veranstaltet vom Kultur= und Propagandaausschuß der Österreichischen Volkspartei hatte die Innsbrucker Bevölkerung nach langer Zeit Gelegenheit, einen lustigen, von echtem Tiroler Humor getragenen bunten Abend unter dem Motto „D" grüabigen Sprugga!“ zu sehen. Die unter Leitung von Rosa Haidl stehende Truppe hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das wohl auch den letzten unter den Besuchern begeisterte. Ganz besonders gefielen die frischgesungenen Jodler sowie das Schuhplattlerduo Sepp Fröhlich und Luis Lener. Als willkommene Programmabwechslung brachte die Tiroler Heimatbühne noch einen lustigen Einakter zur Aufführung, der vom vollbesetzten Saal mit Begeisterung ausgenommen wurde.
Im Laufe der Veranstaltung ergriff Parteisekretär Baumann das Wort und sprach über den Sinn und Zweck der Heimkehrerbetreuung. Er bat die Innsbrucker Bevölkerung, ihn in dieser Hilfsaktion für bedürftige Heimkehrer in größtem Umfange zu unterstützen, um dadurch unseren Willen am Aufbau eines wirklich sozialen Österreich zu bekunden.
Die Kriegsopfersammlung in dem nur aus 240 Haushaltungen bestehenden Dorfe Völs erbrachte 3200 RM, eine Summe, die bei den früheren berüchtigten Sammlungen nie auch nur annähernd erreicht wurde.
Sonderzug nach Matrei anläßlich der feierlichen übertragung des Gnadenbildes von Maria Waldrast. Kommenden Sonntag, 11. November, ist die feierliche übertragung des Gnadenbildes von Maria Waldrast von Matrei an die Wallfahrtsstätte. Beginn der Feier um ½12 Uhr in der Pfarrkirche in Matrei. Auszug der Prozession um 12 Uhr. — Aus diesem Anlaß verkehrt von Innsbruck aus ein Sonderzug nach Matrei. Abfahrt Innsbruck=Hauptbahnhof um 10.20 Uhr, Rückfahrt von Matrei um 17.20 Uhr. Der Zug hält auf der Hin= und Rückfahrt in UnterbergStefansbrücke und Patsch. Fahrkarten sind am Bahnschalter wie im Landesreisebüro erhältlich.
Ehrenbürgerernennung. Aus Ehrwald erfahren wir: Am 21. Oktober verabschiedete sich Herr Geistlicher Rat Raggl von seiner Gemeinde Ehrwald, nachdem er fast elf Jahre lang in allerschwerster Zeit die Geschicke der Pfarrei Ehrwald mit unermüdlichem Eifer und feinem Takt gelenkt; sein Wirken hat aber auch reichsten Erfolg gehabt. Die Erneuerung der alten schönen Pfarrkirche und die Ausschmückung mit neuen Deckengemälden sowie anderen Fresken
selöstherrlich austrelenden Abgesändten Himm iers — entsprechend der immer größeren Einflußnahme der SS. auf alle Gebiete des öffentlichen Lebens. Himmler hatte durchgesetzt, daß allen Gesandten in den verbündeten Staaten ein Polizei=Attachee und später ein sogenannter „Höherer SS.= und Polizeiführer“ beigegeben wurde, der die Entwicklung maßgebend bestimmte Als in Ungarn die ersten Anzeichen einer Umorientierung sichtbar wurden, erschien in der Person Dr. Veesemeyers ein enger Mitarbeiter Himmlers und SS.=Obergruppenführer als Gesandter in Burdapest. Das tragische Kapitel des Reichsverwesers von Horthy wurde nicht unwesentlich durch die „Schule und Methode Veesemeyers“ bestimmt.
In der nächsten Fortsetzung lesen Sie:
Balkan=Diplomatie.
Kirchenfenster. Es ist begreiflich, daß Pfarrherrn wie Gemeinde der Abschied recht schwer fiel. — Zum Zeichen der unverbrüchlichen Treue und des herzlichsten dauernden Dankes hat die Gemeinde Ehrwald Pfarrer Raggl zum Ehrenbürger: der Gemeinde Ehrwald ernannt und ihm durch Bürgermeister Bader eine von Künstlerhand ausgeführte Ehrenurkunde verliehen. Die besten Glück= und Segenswünsche begleiten den Geehrten in sein neues Amt als Pfarrer von Telfs.
Briefmarkenhändlerverband Österreich. Der Fachgrupnenleiter für Tirol und Vorarlberg ist Herr W. E. Hößl. Salzburg, Buckelreutstraße 9. Anfragen und Auskünfte sind dorthin zu richten.
An Stelle eines Kranzes für Frau Agnes Schröcksnadel wurden vom Lehrkörper der Mädchenhauptschule in Pradl 170 RM als Spende für die Kriegsopfer überwiesen.