Tiroler Tageszeitung 1945

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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.=Hofer=Str. 4
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Einzelpreis 15 Pfo.
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. T.“, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4, Telephon Nr. 39 41. — Druck: Tyrolia, ebendort.
Mittwoch, 14. November 1945
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Rückführung der österreichischen Kriegsgefangenen
Man erzählt uns folgendes Geschichtchen: Ein ehemaliger Nazi, der nicht Geringes der Schikanierungen an seinen Mitbürgern auf dem Kerbholz hatte, wurde zu volkswirtschaftlich nützlicher Arbeit herangezogen. Auf dem Weg zur Arbeitsstätte beklagte er sich gegenüber dem Bachmann über die grausame Tatsache seiner Anhaltung. „Ja“, erwiderte der also Angesungene, „werden Sie denn schrecklich behandelt?“
— „Nein.“ — „Und jetzt bedenken Sie einmal, was wir in Dachau ausgestanden haben. Wie nan uns verprügelt, geschunden und mißhandelt hat! Wie man uns hungern ließ!“ — „Das kann schon sein... aber wir haben ja nichts verbrochen.“ Dieses Gespräch ist aufschlußreich. Es zeigt, daß manche Nazi nichts gelernt und einige höchst wichtige Tatsachen vergessen haben. Diese Außetung besagt wohl, daß nach Ansicht derartiger Herrschaften die Österreicher, die im Jahre 1938 in die deutschen Konzentrationslager geschleppt wurden, ihr Schicksal wohl verdient haben, weil ihre Treue dem Vaterland gegenüber eine ungehörige Sache war und daß hingegen die Nazi, die jetzt zur Verantwortung gezogen werden, blütenweise Unschuldslämmer sind. die nichts, aber auch
schon gar nichts verbrochen haben. Leider sind die Operationsinstrumente noch nicht erkunden, mittels deren man verkehrte Gehirnwindungen korrigieren könnte. Wenn wir totzdem einige Bemerkungen zu diesem Thema vorbringen wollen, so rechnen wir nun auf jene, die sich die Fähigkeit des logischen Denkens noch lewahrt haben. Ihnen wollen wir auseinanderstzen, daß auch vom rein strafrechtlichen standpunkt aus die Schuld gewisser Nazikreise ußer Zweifel steht.
Kann denn überhaupt jemand daran zweifeln, daß die Illegalen das Verbrechen des Hochverrates im weitesten Umfang dieses Begriffes bezugen haben? Haben sie nicht durch ihre Begünstigung des feindlichen überfalls auf Öster
cheine Handlung gesetzt, die nach den Strafgesetzen aller zivilisierten Staaten aufs schwerste gahndet wird? Haben nicht die Angehörigen des Führerkreises der NSDAP. vom Blockleiter bis um Gauleiter geradezu am laufenden Bande zue starke Her Nenschen der Freiheit beraubt, am Leben gefährhuhe 41 geger ###edt und in ihren Vermögens= und Erwerbsveruhe 39. Anna dannt älmissen geschädigt? Einzig und allein deshalb, Shrenhaeng, # u veil diese Opfer der Willkür treue Österreicher
une #in pnchuck, waren? Hat dieser Führerkreis nicht seine ganze 18, v. Regensb Sutalität aufgeboten, um für einen ungerechten thematik-Lehrbücher krieg, der schon seit Jahren verloren war, die rojekt. Geom. usn [Bevölkerung bis aufs letzte ausgepreßt? Wie 1# schwangen sie die Peitsche der Drohungen mit ltenen dreiflam Es äufhebung der uk.=Stellung! Wie bedrängten sie Kekrohr Laren, wer sden Armsten, um Leistungen zu erzwingen! Das
046 aur eekleine Amt der kleinen Funktionäre verlangte Joseph-Straße su ur richtigen Ausfüllung beinahe täglich zumin520 V., keiebestens den den vom Strafgesetz geahndeten Tatorenener. 2#0 # #testand der Erpressung und Nötigung.
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## Wir sprachen in diesem Zusammenhang abr. Backrohr, i#schtlich nicht von jenen Trägern des Parteiab
wegen ebeusoleneje zeichens, die nur aus Furcht um ihre Existenz #rupunaunrinenens sich auf die braune Liste setzen ließen. Diese haben sich wirklich nichts zuschulden kommen lasRantel, noeenssen, außer einem Mangel an Zivileou
ernen Strüngt#gtrage. Von ihnen soll auch weiter nicht die aten kerienehodel Rede sein. Wohl aber müssen wir jener ParteiS#i. Postfach ##### genossen gedenken, die, sei es aus überzeugung körper 1000 N ansoder aus Profitsucht, die Hand verrenkten, als #.Skischuhe?“ 12sob sie dafür einen Akkordlohn bekämen, und die önen Kinderbreirgbei allen Maßnahmen, welche die Partei traf, sei tratze des Innsbrucktes um Gegner zu vernichten oder um den Krieg änsten gar au zu verlängern, laut ihren Beifall riesen. Gewiß:
ihr soriet iie waren nur Statisten, aber ohne diese renarmnbune Fan. #jStatisten hätte es keine NSDAP., keiren Rägio. Absjesnen Führer und keinen Krieg gegeistr 3####he # gefesben. Sie bildeten den unentbehrlichen Chor für
eSkisehunstr. 3 ein Regime unablässiger Gewalt und blutigster ae genst Verbrechen. Wir erinnern uns an eine Stelle, in
erhaltene bün gegel der Nietzsche in einer geradezu prophetischen gleo Gehelsbere# Beise das Wesen dieses Führertums schildert: Kinde# „Folgt mir nur mutig nach, dann werde ich euch platte Kain 101 3 mutig vorangehen" Der Chor antwortet: „Geh 34. Dames du uns nur mutig voran, dann werden wir dir
rhaltengindematraen mutig nachfolgen.“ Ohne die Statisten wären Stöcken, 1.50 Pragert uns die Massengräber und das Massenelend ermabnehnter. 12 spart geblieben. Mag sein, daß manche von dieStr. 22##schuhe sen Mitläufern der Meinung waren: Mitschreien erreingensene mgat macht noch nicht mitverantwortlich. Die klare Zum Oehsen Sprache des Schicksals hat diese Kurzsichtigkei ortwagen, segengecht und diesen Leichtsinn an den Pranger gestellt.
od Pupleezgg.,se Sein Spruch hat in Flammenschrift uns einge6 Zummis# pein schrieben, daß auch Gedankenlosigkeit, die ein 3appieh hes ungeheures Unheil verursacht, nicht frei von Strafe bleiben kann.
L5K. Die Tiroler Landesregierung unter Führung des Landeshauptmannes Dr. Ing. Weißgatterer hat verfügt, daß ein Regierungskomissar bestellt wurde, der sich ausschließlich mit der Rückführung der Tiroler, die sich noch in Kriegsgefangenschaft befinden, zu befassen hat. Durch die kürzlich erfolgten Maßnahmen des Herrn Landeshauptmannes konnten in wenigen Tagen zirka 600 Adressen von Tiroler Kriegsgefangenen ermittelt werden, deren Angehörige bisher nicht wußten, wo sich ihre Väter und Söhne befinden. Bis zur Heimkehr der Gefangenen jedoch, die selbstverständlich so rasch als möglich erfolgen wird, werden die Angehörigen vom Österreichischen Roten Kreuz verständigt, wo sich ihre Leute befinden. Auch die
französische Militärregierung hat ihre Unterstützung in vollem Maße zugesichert. Es kommen bereits jeden zweiten Tag etwa 1200 Österreicher aus der französischen Gefangenschaft nach Innsbruck. Gewiß werden sich darunter viele Tiroler befinden.
5000 Ssterreicher aus Stalingrad zurück
Wien, 13. Nov. Staatssekretär Ing. Figl teilte
in einer Versammlung mit, daß sich in Schleswig=Holstein noch etwa 25.000 österreichische Kriegsgefangene befinden. Aus Amerika seien zwei Transporte mit Kriegsgefangenen eingetroffen und die ersten 5000 Stalingrader aus Rußland seien heimgekehrt.
Die Länderautonomie ein Vorteil
Staatskanzler Renner über seine Reise in die Bundesländer
Telephonberichte unseres Wiener A.=R.=Korrespondenten Staatskanzler Renner ist gestern von seiner Länderfahrt nach Wien zurückgekehrt. Einem Mitarbeiter des „Neuen Österreich“ klärte er:
„Ich kann feststellen, daß ich in allen Ländern freudig und freundschaftlich ausgenommen wurde und daß die Länderregierungen völlig einig waren in der Bereitschaft, mit der Zentralregierung zusammenzuarbeiten. Die Idee der Länderautonomie erwies sich nicht nur ideell, sondern praktisch als ein Vorteil und als ein G winn für unser ganzes Volk. überall zeigte sich eine rege Initiative auf dem Gebiete der Autonomie, vereint mit der Liebe zum gemeinsamen Vaterland und mit der Entschlossenheit, alles zu tun, um die einheitliche österreichische Staatsverwaltung aufzustellen.
überall trat der Wunsch nach überwindung des unnatürlichen Systems zutage, die Zonen als eigene Wirtschaftsgebiete zu behandeln.
Czeija als Generaldirektor der Ravag enthoben
Oskar Czeija wurde gestern seines Amtes als Generaldirektor der Ravag enthoben. Durch die Veröffentlichung von Dokumenten in einer Tageszeitung wurde bekannt, daß Czeija 1938 sich
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als Parteianwärter und seinen Sohn als SS=Anwärter in die Wohnungsliste eintrug. Er unterließ es dagegen, jetzt der gesetzlichen Registrierungspflicht nachzukommen. Auch in seinen Wahlanlageblättern verleugnete er in wahrheitswidriger Weise seine Stellung als Parteianwärter. Wegen dieser Gesetzwidrigkeiten wird er sich vor Gericht zu verantworten haben. Angesichts der Position Czeijas erregt der Fall starkes Aufsehen.
Neue Zeitschriften
In diesen Tagen sind die ersten politischen Revuen seit der Befreiung herausgekommen. Die „Brücke“, von Dr. Glaser, dem Präsidenten der Journalistengewerkschaft, herausgegeben, stellt sich zur Aufgabe, Brücken nach dem Osten zu schlagen.
Die Volkspartei tritt mit der ersten Nummer der „Österreichischen Monatshefte“ unter Leitung von Dr. Alfred Missong, vor die öffentlichkeit. Die österreichische Hochschülerschaft legt die erste Nummer der „Akademischen Rundschau“ vor.
Entlausungsstationen in den Wiener Bezirken
Wien, 14. Nov. Durch das von den Alliierten zur Verfügung gestellte D.D.T.=Puder ist die notwendige persönliche Desinfektion rasch und leicht durchzuführen. Zu diesem Zweck wurden in den Bezirken 1 bis 21 D.D.T.=Entlausungsstationen aufgestellt.
Aittee im amerikanischen
„Wir müssen vom Frieden sprechen“
Washington, 14. November. Premierminister Clement Attlee richtete in einer Plenarsitzung des amerikanischen Kongresses eine Ansprache an das amerikanische Volk und an die ganze Welt, in der er u. a. sagte, daß die größere Aufgabe, welche heute der Alliierten harrt, darin besteht, alle Völker zu einen, bevor es zu spät ist. Die Zivilisation kann nur durch Annnahme und Praktizierung jenes christlichen Prinzipes, wonach alle Brüder seien, gerettet werden. Attlee fuhr dann fort:
Wir müssen nicht vom Krieg, sondern vom Frieden sprechen.
Es ist meines Erachtens verfehlt, bei der Begegnung mit diesen weltweiten Problemen unausgesetzt an den Krieg und seine Verhinderung zu denken. Wir müssen eher darnach trachten, den besten Weg zu finden, um den Frieden aufzubauen.“
Die Vereinigten Staaten — die größte Friedensmacht der Welt
„Heute stehen die Vereinigten Staaten als die größte Macht der Welt da und trotzdem bedroht Amerika niemanden. Alle wissen, daß Amerika seine Macht für selbstsüchtige Zwecke zur Vergrößerung seines Gebietes nicht verwenden wird. Es wird dies in Zukunft genau so wenig tun wie in der Vergangenheit.
Hinsichtlich der englischen Arbeiterpartei erklärte Attlee: „Wenn die Großunternehmen zu mächtig werden und auf Monopole drängen, halten wir es gefährlich, sie weiter der Privatinitiative zu überlassen. Wir glauben — und mit uns viele Engländer — daß man in der Welt von heute die wirtschaftlichen Vorzüge eines Landes rationell nützen müssen, um dem einfachen Manne das Gefühl zu geben, daß man ihm ge recht wird.“ Attlee brachte Streiflichter aus einem eigenen Erleben, um zu beweisen, daß die Arbeiterpartei nicht eine ausschließliche Arbeiterorganisation
sei, sondern in ihr alle Schichten der Gesellschaft vertreten seien. „40 Jahre sind es nunmehr her, seit ich als junger Rechtsstudent von Oxford und zum ersten Male einen armen Wahlbezirk im Osten Londons besuchte. Dort lernte ich aus erster Hand die harten Tatsachen der Armut in unseren großen Städten kennen und ich gewann die überzeugung, daß wir unsere Gesellschaft auf einer gerechteren Grundlage aufbauen mußten. Das Ergebnis dieser Erkenntnis war, daß ich mich der sozialistischen Bewegung anschloß und nun, nach vielen Jahren des Kampfes, bin ich britischer Premierminister geworden.“
Attlee skizzierte in großen Zügen die Außenpolitik seiner Regierung: „Wir wissen sehr wohl, daß wir in unserem eigenen Land
nicht den Himmel auf Erden haben können, wenn draußen die Hölle tobt.
Wir glauben dies nicht nur, weil unsere Partei auf dem Standvunkt steht, daß alle Menschen, ohne Unterschied der Rasse oder der sozialen Herkunft, Brüder sind, sondern auch, weil sie nüchtern denkt. Wenn wir die Hebung des Lebensstandards für unser Volk suchen, so können wir dies nur durch den Handel mit der übrigen Welt erreichen und
als gute Handelsleute wünschen wir auch kaufkräftige Kunden.
Das Beispiel des englischen Gemeinwesens
„Wir haben innerhalb unseres Commonwealth und unseres Empires vielen Nationen ein Beispiel gegeben. Einige von ihnen haben bereits völlige Selbstverwaltung erreicht und andere sind auf dem Wege dazu. Selbst mitten im Kriege wurde Indien die Gelegenheit gegeben, seine Verpflichtungen völlig selbständig wahrzunehmen und in unserem Kolonialreich haben wir acht oder neun Verfassungen ausgearbeitet, alle basiert auf der Verbreitung der demokratischen Grund(sätze.“
Wen nimmt de Gaulle
in die Regierung?
Meldung unseres Pariser L. L.=Korrespondenten Paris, 14. November
Die gesamte französische Presse gibt der großen Genugtuung über die Einmütigkeit der Wahl de Gaulles zum Präsidenten der neuen Regierung Ausdruck. In den Blättern der Rechten fehlt es allerings nicht an pessimistischen Stimmen über die Erfolgsaussichten der Nationalversammlung.
Präsident de Gaulle hat heute vormittag seine Besprechungen mit den Vertretern der Parteien begonnen. Von den Sozialisten sind Kammerpräsident Felix Gouin und Vincent Auriol, von den Kommunisten Jacques Duclos, vom M.R.P. Maurice Schumann, von den Radikalsozialisten Edouard Herriot und von der Rechten Ramarouy empfangen worden. Einige Minister dürften ihr Portefeuille behalten. Unter ihnen dürften sich möglicherweise der Außenminister Bidault, der sozialistische Innenminister Tixier und La Coste, Minister für industrielle Produktion, befinden. Es heißt auch, daß de Gaulle sich nicht von dem Wiederaufbauminister Dautry und dem Transportminister René Mayer trennen wird — beide Radikalsozialisten, die in den Wahlen kein Mandat erlangen konnten,
sich aber als Minister sehr bewährt haben. Als Kriegsminister wird General Juin genannt, welcher den Sozialisten Diethelm ablösen soll, da ein Fachmann die Reform der Armee durchführen soll.
Es wird nicht damit gerechnet, daß de Gaulle sein Ministerium vor Ende der Woche zusammengestellt haben wird.
Heimkehr über die Schweiz
Die „österreichische Kriegsgefangenen=Post“, die für die österreichischen Kriegsgefangenen in Frankreich bestimmt ist, meldet, daß die Schweizer Regierung einer Rückbeförderung der heimkehrenden österreichischen Kriegsgefangenen über die Schweiz zugestimmt hat, was die Transportdauer um 3 Tage abkürzen würde. Die ersten Transporte über die Schweiz könnten ab 20. November abgehen. Die auf Arbeitskommando befindlichen österreichischen Kriegsgefangenen sind bereits alle in ihre Stammlager zurückberufen worden. Das Internationale Rote Kreuz ist bemüht, die Transportbedingungen für die Heimkehrer durch Beistellung von Zugbegleitern, Deblockierung von Lebensmittelstocks und warmer Kleidung nach Möglichkeit zu verbessern.
Verstaatlichung der Banken
aris, 14. November.
Eines der ersten Probleme, das die Nationalversammlung zu lösen haben wird, dürfte möglicherweise die Nationalisierung der Banken sein, da der Vertrag zwischen dem Staat und der Bank von Frankreich noch vor Ende dieses Jahres abläuft. Es verlautet, daß zunächst fünf große Kreditbanken nationalisiert werden sollen.
Sieg der Volksfront in Jugoslawien
Belgrad, 14. November. Am vergangenen Sonntag fanden in Jugoslawien die Wahlen statt. Es waren 8 Millionen Wahlberechtigte. Das Wahlrecht besassen alle Personen über 18 Jahre und ferner alle, die, wenn sie auch das 18. Lebensjahr nicht erreicht hatten, am Befreiungskampf teilgenommen haben. Rund 200.000 Personen wurden wegen Zusammenarbeit mit dem Feinde von der Wahlberechtigung ausgeschlossen. Für die 348 Sitze der Nationalversammlung kandidierten 739 Wahlwerber. Alle Kandidaten gehörten der nationalen Front des Marschalls Tito an. Diese nationale Front besteht aus verschiedenen politischen Richtungen von den Kommunisten bis zu den Konservativen. Die Opposition, also jene politischen Gruppen, die nicht der nationalen Front angehören,
trat nicht mit eigenen Wahlwerbern in den Wahlkampf ein. Noch sind die Ergebnisse der Wahlen nicht genau bekannt, jedoch steht es außer Zweifel, daß die Volksfront gesiegt hat. In Belgrad wurden 164.514 Stimmen für die Volksfront und 36.532 dagegen abgegeben. In Agram erhielt die Volksfront 163.698 Stimmen, gegen die Volksfront wurden 22.265 Stimmen abgegeben. In Mazedonien, Slowenien, Dalmatien und in der Herzegowina gab es überhaupt keine oppositionellen Stimmen. Angehörige des britischen Unterhauses, die die Wahlen beobachteten, äußerten sich zufrieden über die Korrektheit, mit der die Wahlen vor sich gegangen sind.
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