Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:11
- S.47
Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.
Gesamter Text dieser Seite:
Tiroler Tageszeitung
Nr. 124 Seite 3
legt
vember 1.
eben ist,
weil der Deutschland
ver
res und hoch
en Männern
Leiden und
t vorgezogen
ämpften und and der Welt pir Sie, über en zu verbedroht sein
üttenberrr die Gewährte, daß man
gbrauch maLandesregiedaß der Geist chischen JourProsse
in Zukunft
Tirol und Tirol folgende als Organ gan der Sog“ als Organ
ung“ bleibt ehen.
den „Vorals unabhän
Sblatt“ als rtei.
Swille“ als österreichs, gan der Kom
Iinmnmmnmmnun
donnerstag, 15. November 1945
Aar Radt
dii Zante.
mittleren Gerichtes der Militärregierung
Innsbruck, 13. November Vom mittleren Uhren plünderten Noch in derselben Nacht be
Militärreaierung wurden die beiden gaben sich d . —56, in verselben Nacht
zuich der Alickregterung wurden die beiden watischen Staatsangehörigen Franz Marino ad Barac Grga zu 8 Jahren Gefängnis nurteilt. Die Angeklagten erschienen mit ihren biden Komplicen Anton Antic und Ivan zernar, die zur Zeit flüchtig sind, in der sicht auf 9. September bei dem Bauern Josef shiestl am Gerlosberg und verlangten Einlaß. #e trugen französische Uniformen und gaben sc als französische Patrouille aus. Nachdem iien Schiestl geöffnet hatte, hielten ihn die
guben sich die vier zu dem benachbarten Bauern Max Kröll und wiederholten dasselbe Die beiden Angeklagten Franz Marino und Barac Grga wurden schließlich in Landeck verhaftet und in das Gefängnis von Ried gebracht, wo sie den Gefangenenwärter überwältigten und nur dadurch an der Flucht verhindert wurden, weil er den Schlüssel zum Hauptvortal nicht bei sich trug.
Der Inhaber der Speditionsfirma Sebastian Moser in Kufstein teilt uns mit, daß er mit tden Angeklagten Franz Marino und dem gleichnamigen Sebastian Moser wie im Ur
ton Antie mit der Pistole in der Küche im teilsbericht des mittleren Gerichtes der Militär#sach, während Barac Grga und Ivan Pernar regierung in der Nr 118 vom 8 November gebiensmittel, Kleidungsstücke, Wäsche, Geld und nannt, in keiner Weise identisch ist.
n helfen kön
wieso es mögster in den n gemartert Geistlichkeit in nVorfällen in pst: „Ihre Beund außerdem
zuleiten.“
te der franzöob dieser im billige, worauf
Ausgabe von Kartoffel
iu Innsbruck erhalten jene Verbraucher, die ser noch nicht in der Lage waren, Kartoffeln Zulagern, je 2 Kilogramm auf den Abschnitt 1 # Einkellerungsscheines. Als Bezugsnachweis sfen von den Verteilern nur die vom Ernähagsamt der Stadt Innsbruck abgestempelten hkellerungsscheine angenommen werden.
de Abschnitte 1 sind in der üblichen Weise sgeklebt dem Ernährungsamt zur Abrechnung #zulegen.
de Dolizei berichtet:
son der Innsbrucker Kriminalpolizei wurden n zwei Jugoslawen Ivica Marincic und Main Jurie wegen mehrerer Einbrüche verhafu die sie in der Gegend von Schwaz und Jenich verübt hatten. Bei einem Einbruch in Wie#erbeuteten sie Kleider, Lebensmittel und BarDim Gesamtwerte von über 1600 Mark. terdem konnten ihnen noch weitere Einbrüche e diebstähle nachgewiesen werden. Als Dritter Lunde wurde von der französischen Militärshei der Jugoslawe Anton Kreschie festgenomEr wird sich außerdem noch wegen uneralten Waffenbesitzes zu verantworten haben. üdrei wurden dem Gerichte überstellt.
à Innsbruck wurden in den letzten ndet: In der Theatergarderobe einer aus der Handtasche 300 Mark; im der Sparkasse eine Brieftasche mit in einem Lebensmittelgeschäfte einem eine Handtasche mit 150 Mark; in ifte in der Gumpstraße 16 und LeoLobensmittel und Lebensmittelkar
hals einem Keller in der Seilergasse 13. Klei
# und Lebensmittel und aus einem Keller in Kehlossergasse 19, ein Elektromotor und ein unfahrrad.
Lehrmädchen af.
aldstraße 7 Le
1a sogenannten Kienberglager in Jenbach Ihin einer Baracke aus unbekannter Ursache #band aus, dem die ganze Baracke zum ## siel. Durch das Eingreifen der freiwilligen #mehr von Jenbach und der Löschgruppe hüttenwerkes konnte ein übergreifen des
Feuers auf die anderen Baracken, von denen eine schon Feuer gefangen hatte, verhindert werden.
Die 32jährige Frau Emma Tasser, geb. in Mühlbach in Südtirol. wohnhaft in Steinberg fuhr mit mehreren Personen auf einem Lastkraftwagen von Maurach nach Achenkirch Sie saß auf einem mit Holz gefüllten Sack und hielt sich mit den Händen fest In einer Kurve richtete sie sich ihr Kopftuch, wobei sie auf ihrem unsicheren Sitz das Gleichgewicht verlor und vom Wagen geschleudert wurde. Durch das Aufschlagen auf die asphaltierte Straße war sie auf der Stelle tot. Sie ist verheiratet und erwartete ihren Mann aus der Kriegsgefangenschaft.
Geburt und Tod
Im Monat Oktober sind in Innsbruck 153 Personen gestorben u. zw. 109 ortsansässige und 44 ortsfremde. Geboren wurden 151 Kinder und zw. 106 ortansässige (56 Knaben und 50 Mädchen) und 45 ortsfremde (27 Knaben und 18 Mädchen). Im gleichen Zeitraum fanden 75 Eheschließungen statt.
*
In Innsbruck starben: Anna Kurz, geb. Öttl, Univ.=Beamtensgatin, 86 Jahre alt; Walter Mallaun, Bundesbahnpensionist. 65 Jahre alt; Kreszenz Nachtschatt, geb. Kößler, Oberrevidentensgattin, 75 Jahre alt; Fanny Tschugguel. geb. Ranigler, Buchhaltersgatin, 59 Jahre alt; Marie Bartl, Wirtschafterin, 42 Jahre alt; Luise Andre, Private, 68 Jahre alt; Frieda Plangger, geb. Martini 33 Jahre alt.
Der 65jährige Pensionist Hartmann Kröll aus Innsbruck wurde im Walde westlich der Bundesstraße unweit des Retterhofes tot aufgefunden. Die Erhebungen der Polizei ergaben, daß Kröll beim Holzsammeln vom Schlaganfall getroffen wurde Seine Leiche wurde nach Innsbruck in seine Wohnung, Egger=Lienz=Straße, gebracht.
In Fulpmes starb am 7. ds., Gastwirt zum „Sonklar“, Raimund Span, im Alter von 65 Jahren.
In St. Johann i. T. starb Josef Kowatschitsch, Hauptkassier der Sparkasse St. Pölten, 64 Jahre alt.
Notruf an die Feuerwehr: 44 11
Copyright by „Tiroler Tageszeitung“
Romatie, Tresse und Jolitik
im Deitten Reich
Aus dem Tagebuch eines Journalisten 15. Fortsetzung Balkandiplomatie
lch dem mysteriösen und bis heute ungeklärP#ötzlichen Tod des Königs Boris von #ilgarien am 28. August 1943, unmittelbar seiner Rückkehr aus dem „Führerhauptquarnach Sofia erreichte die „Krise im Osten“ i ersten dramatischen Höhepunkt. Die Entsung hat die Ergebnisse der Verhandlungen onderem Nach=, ulers mit König Boris und später Minister
gonon die Su= Ident Filoff illusorisch gemacht. Auch dem
enen den bnührer Warschalt Ruta
inzip gut, sonSchuldigen
estrafung Sie sind
auch
daß sie ihren weigerten. Sie
werden, damit orwurf erhoben rmalen
Die gebührende
itschen aus
ausgewiesen
vorkommen kann
us Recht der Gefeiler unserer kunf
7 v. 10.
in
— aktiven pesst
750
Miwdervon ischen
ien vor
eber
#nischen Staatsführer, Marschall Anto eu, waren von Hitler bei dessen immer klicheren Besüchen im Hauptquartier Ende und Anfang 1944 neue Divisionen verspro#worden, um wenigstens Rumänien als Wal sosten bei der Stange zu halten. Die immer Khlicher werdende Entwicklung an der gesam#ostfront machte es jedoch schon bald vollends glich, die Zusagen zu halten. Dies um so als kurze Zeit später Ribbentrop in Psinki nur mit äußersten Zugeständnissen *dem Versprechen, sofort Verstärkungen von ##baltenfront an die Karelienfront zu werfen, E finnischen Staatspräsidenten sih zur Fortsetzung des Krieges an der Seite ## flands — statt eines sofortigen Sonderfriemit Rußland — hatte überreden können.
##s der russische Vormarsch auch die Südost zum Einsturz brachte und Bukarest behhte, rief Antoneseu in der Untergangsstunde Regimes vergebens nach dem deutschen GePien von Killinger. Dieser war ster Einladung des Königs Michae IRumänien zur Bärenjagd in den Apaten gefolgt. Er war unerreichbar und # vom Schuß, als am 26. August 1944 der König, der eben erst so zifrig Deutsch ge #t hatte wie einst sein Großvater Rumänisch * Umschwung in Rumänie vollzog und der schall Antonescu absetzte, so wie dieser vier früher seinen Vater Carol II entmachte S aus dem Lande verbannt hatte.
Ministerialdirektor Dr. Clodius, der nadem europäischen Finanzakrobaten Dr. Hjalmar Schacht fähigste und erfolgreichste deutsche Geld= und Wirtschaftsspezialist und Leiter der „Wirtschaftsabteilung des Auswärtigen Amtes“, wurde bei seinen verzweifelten Anstrengungen, die katastrophale Öllage des Reiches durch Verhandlungen und Versprechungen in Bukarest zu retten, in den Strudel des Zusammenbruches der deutschen Südostvasallen hineingezogen und von der sich überstürzenden Entwicklung überras#
Clodius zeigte sich auch den diplomatischen Anforderungen des Südostens gewachsen, doch aus er würfelte verblich und mußte das Spiel verloren geben, als der Kommandant der zur Sicherung der Ölfelder bei Ploesti und Moreni stationierten deutschen Luftstreitkräfte auf Befehl Görings die Hauptstadt Bukarest zu einer Zeit bombardieren ließ, als noch genügend deutsche Truppen in Rumänien waren, um der Entwicklung eine ganz andere Richtung zu geben, zumindest jedoch einen geordneten Rückzug zu ermöglichen.
Göring, der nach einem Besuch in Bukarest und Belgrad und auf Grund seiner engen Freundschaft mit dem Prinzregenten Paul von Jugoslawien und der Prinzessin Olga eine Zeitlang in die Balkanpolitik eingegriffen hatte, war tatsächlich der Meinung, mit einigen Bomben den König Michael zum Widerruf der Absetzung Antonescus bringen zu können. Mit der ebenso klugen wie schönen Königin=Mutter Elena und den Männern seiner neuen Regierung hatte jedoch der König in den sicheren Safes der Bank von Rumänien das kurze Ungewitter bestens überstanden, das die Lage endgültig gegen Deutschland entschied. Nach dem sinnlosen Bombardement der Landeshauptstadt konnten sich deutsche Soldaten tagelang nicht einzeln in den Straßen der Stadt blicken lassen,
ohne daß es zu spontanen Demonstrationen gekommen wäre.
Vasallen unter Druck
Als wenig später die Russen Bukarest genommen und die deutsche Gesandtschaft zerniert hate ten, verübte Herr von Killinger, der während die Entscheidungen fielen, zwar einige Karpatenbären erlegt, doch die große Stunde seines.
Dem Andenken Mfgr. Dr. Karl Lampert
Am 13. November 1944 fiel im Gefängnis zu Halle das Haupt des ehemaligen Provikars der Diözese Innsbruck=Feldkirch Monsignore Dr Karl Lampert unter dem Beil des Henkers. Mfgr Dr. Lampert war am 9 Jänner 1894 in Göfis (Vorarlberg) geboren Nach seiner Priesterweihe arbeitete er zuerst in der Seelsorge, um dann seine Studien in Rom fortzusetzen. An der Gregoriana wurde er zum Doktor des kanonischen Rechtes promoviert. Dr. Lampert wirkte dann durch Jahre an der Rota Romana, dem höchsten kirchlichen Gerichtshof. Die österreichischen Bischöfe
betrauten ihn außerdem mit der Betreibung wichtiger Angelegenheiten ihrer Diözese bei den höchsten kirchlichen Stellen. Nach Abschluß des Konkordates mit Österreich wurde der inzwischen zum päpstlichen Geheimkämmerer ernannte Kanonist vom damaligen Bischof Dr. Waitz nach Innsbruck berufen und an die Spitze des kirchlichen Ehegerichtes gestellt. Nach dem Ableben des Prälaten Dr. Schöpfer wählte die Verlagsanstalt Tyrolia Msgr. Dr. Lampert zu ihrem Präsidenten. Im Sturmjahre 1939 ernannte Bischof Dr. Paul Rusch Msgr. Dr. Lampert zu seinem Provikar. Schon diese kurze Darstellung zeigt, wie hoch die Fähigkeiten und die Persönlichkeit dieses Mannes, der sich in so verschiedenen verantwortlichen Stellen bewährte. geschätzt wurden. Deshalb trachtete
auch die Gestapo darnach, ihn zu verderben. Als der Pfarrer Neururer von Götzens in Buchenwald ermordet worden war. wurde Msgr. Dr. Lampert von der Gestapo für die Todesanzeige, die eine offene
Sprache führte, verantwortlich gemacht. Die Folge wax die Verschleppung in das Konzentrationslager Sachsenhausen und später nach Dachau. Nach ungefähr einem Jahre schlug für Dr Lampert die Stunde der Freiheit. Er wurde aus der Haft entlassen, jedoch aus dem Gebiet der Diözese verbannt. Der Bischof von Berlin, Graf Preysing. nahm ihn auf. Im Sommer
1941 bezog Msgr. Dr. Lampert seinen neuen Aufenthaltsort das Carolusstift in Stettin. Dort wirkte er als Tröster der Kranken und als Helfer und Freund für die zahlreichen Soldaten aus Tirol und Vorarlberg, die sich an ihn wandten. Stettin war ja ein großer Umschlagplatz für die Truppenbewegungen nach Norden. Gegen Ende
1942 schmuggelte sich ein gewisser Ing. Hagen als österreichischer Landsmann in seinen Kreis ein. um im Auftrage der Gestapo zu bespitzeln. Er führte ihn sogar in eine Versuchsanstalt der V=Waffen in Penemünde und tat sehr geheimnisvoll mit seinen Andeutungen über neue Waffen. Eine bei dieser Gelegenheit erfolgte Außerung: „Wenn nur so etwas nicht auf die Menschheit losgelassen würde! Das müßte man verhindern!“ bot den Anlaß, ihn wegen — versuchten Landesverrates den Prozeß zu machen. Bei den Verhören, bei denen er oft und oft geschlagen wurde, wollte man ihn das Geständnis erpressen, daß er dabei im Auftrage des Vatikans und der österreichischen Bischöfe gehandelt habe! Einem Mitgefangenen teilte Dr. Lampert später mit, man habe ihm außer
Landesverrat die Begünstigung von Ausländern, das Abhören von Auslandssendern. politische Witze, defaitistische Haltung und Zersetzung der Wehrkraft angelastet. Dr. Lampert sagte damals: „Ich muß sterben, grüße mir die Heimat und den Bischof!“ Am 6. Dezember 1943 wurde Dr. Lampert vor das Reichskriegsgericht nach Halle gebracht, später nach Torgau. Im September 1944 sollte das Urteil gesprochen werden. In der Nacht vor dem Urteilsspruch erschoß sich der Präsident des Gerichtes, der sich scheinbar nicht entschließen konnte, den verlangten ungerechten Spruch zu fällen. Ein anderer Senat sprach das Urteil Der Führer lehnte die Begnadigung ab. Am 15. November 1944 erfolgte die Hinrichtung.
Mit welcher Fassung Dr. Lampert sein schweres Los ertrug. zeigt der ganz kurz vor seiner Hinrichtung an seinem Bruder gerichtete Brief, dessen schönste Stelle lautet: „Oh, bin ich froh, daß endlich ein Ende kommt von all dem harten Leid nun gehts heim — und bleibe doch bei euch“ über seine letzte Stunde berichtete P Drosser. der Gefängnisseelsorger von Torgau, in einem Schreiben an die Angehörigen: „Ihr Bruder hat mich erhaut besonders dadurch, daß er trotz der Umstände mit Gott und den Menschen versähnt und ohne die geringste Erbitterung aus dem Leben geschieden ist .. Ihr Bruder wurde auf dem Gertraudenfriedhof in Halle kirchlich begraben.“ Das Andenken an dieses edle Opfer wird fortleben bei allen, die sein sonniges Wesen und seine Güte und Milde
erfahren haben.
Achtung! Jugoslawische Studenten!
Alle Jugoslawische Studenten werden eingeladen sich am Samstag, den 17. November um 14 Uhr in der Aula der Universität einzufinden, zwecks Gründung des Jugoslawischen Studentenvereines. Provisorischer Ausschuß.
Lebens verpaßt hatte, mit seiner Sekretärin Selbstmord und die immer etwas über die Schulter angesehenen und entsprechend behandelten Politiker des Südostens wunderten sich im stillen, wie sang= und klanglos die in guten Tagen so geräuschvoll repräsentierte Macht von der Bühne ihrer unheilvollen politischen Tätigkeit abtrat und verschwand.
Das Beispiel des Gesandten von Killinger und seine für die Parteidiplomaten tyvische Karriere ist nur eines von vielen. Es war jedoch symptomatisch. Noch grotesker war allerdings die Situation, wenn deutsche Gesandte in schweren Schicksalsstunden der Nation in möglichst weiter Entfernung von dem Ort der Geschehnisse, wo sie für Deutschland hätten arbeiten sollen, auf irgend eine Ordensburg zum Schulungskurs kommandiert waren und allein durch ihre Abwesenheit dem deutschen Volke größter Schaden entstand.
Schon bis zu diesem Zeitpunkt war die „Bündnistceue“ der Balkanvasallen Hitlers nur mit Zwang und Drohungen mühsam nach außen aufrecht erhalten worden. Da Auswärtige Amt hat Dutzende von Malen die permanenten rumänischungarischen Krisen im wahrsten Sinne des Wortes in letzter Minute bannen und den Einsatz ungarischer Truppen an der rumänischen Grenze und rumänischer Truppen an der ungarischen Grenze verhindern können. Die starker und ausrüstungsmäßig guten Verbände waren die besten Verbündeten der vormarschierenden russischen Armeen. Das beste von Deutschland gelieferte Material fand hier Verwendung und nicht, wie man es den deutschen Unterhändlern und den Diplomaten immer wieder feierlich versprochen hatte, im Einsatz gegen
„den gemeinsamen bolschewistischen Feind“. Mehrmals machten die Ungarn Anstalten, nach Siebenbürgen einzumarschieren, dessen Rückgewinnung ihr eigentliches Kriegsziel war Allwöchentlich kam es zu örtlichen Grenzgefechten und Plündereien Mit Druck und Gewalt wurde von Berlin aus der „Pressefrieden“ zwischen Ungarn und Rumänien befohlen Abwechslungsweise weilte der ungarische Pressechef und sein rumänischer Kollege Cisek in Berlin und später in Krummhübel, um mit dem „Sprecher der Wilhelmstraße“, er die deutsche Pressepolitik im Ausland leitete, einen neuen
Silberne Hochzeit. In den letzten Tagen feierte Simon Huber mit seiner Frau Marianne geb. Freiberger, silberne Hochzeit.
80. Geburtstag. Am 16. November feiert Konrad Türk in Innsbruck=Mühlau in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag.
Kompromiß zu schließen. Der „Wiener Schiedsspruch“, der u. a. die territorialen Differenzen zwischen Ungarn und Rumänien regeln sollte, hat sich als eines der unglücklichsten politischen Gebilde seiner Zeit und größter Feind der „Achse“ auf dem Balkan erwiesen. Er hat die Verbündeten Deutschlands und Italiens, statt sie zu versöhnen, zu tiefst verfeindet. Noch ehe die Waffen die letzte Entscheidung fällten, entstand um diese Zeit jene bekannte Anekdote von einem südamerikanischen Diplomaten, der anläßlich eines Banketts im Weißen Hause zu Washington dem Präsidenten Roosevelt die Lage in Osteuropa zu erklären versuchte und hierbei insbesondere auf die ungarisch=rumänischen Beziehungen zu sprechen kam.
„Ungarn ist doch wohl ein Königreich?“ fragte der Präsident. „wer ist denn dort König?“
Der Diplomat: „Sehr wohl, Ungarn ist ein Königreich, es wird aber nicht von einem König regiert, sondern von einem Admiral.“
Der Präsident: „Merkwürdig — von einem Admiral? Dann ist Ungarn sicherlich ein Land mit weiten Küsten am Meer und besitzt eine große Flotte?“
Der Diplomat: „Nein, Ungarn grenzt nicht ans Meer, es hat auch keine Flotte, sondern eine starke Armee.“
Der Präsident: „Wozu eine Armee?“
Der Diplomat: „Sehen Sie Ungarn ist mit Rumänien verfeindet und j dert von diesem Lande Siebenbürgen zurück“
Der Präsident: „Dann führt Ungarn also Krieg g.gen Rumänien?“
Der Diplomat: „Nein, Ungarn ist mit Rumänien verbündet führt mit diesem Krieg gegen Rußland, von dem es nichts wünscht.“
Diese etwas verstaubte Geschichte gilt nicht nur für Ungarn, sondern für den ganzen Balkan. Sie zeichnet die zahllosen Widersprüche auf. die für die Geschicke in dem ständig gärenden Unruheherd, des europäischen Kontinentes bezeichnend waren In Wirklichkeit waren diese Widersprüche noch viel zahlreicher, weil auf dem Balkan irgendwie alles zwiespältig oder gegensätzlich war.
In der nächsten Fortsetzung lesen Sie:
„Hitler und der Balkan.“