Tiroler Tageszeitung 1945

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ust, 7.15 2. Escheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vor
7.30 Paris M. erst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.=Hofer=Str.
Minuten
raktisches
platten), 9.00 p.“ ichtendienstes, slummer 1257 1. Jahrgang
der Nachrichten
Sinzelpreis 15 Pfo.

Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. T.“, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4, Telephon Nr. 39 41. — Druck: Tyrolia, ebendort.
eichtendienst.
Freitag, 16. November 1945
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Konkursmasse Deutschland
Das ehemalige Deutsche Reich ist vom „größten onen für Klan“ Feldherrn aller Zeiten“ als die größte Konkurs
priccio, Olga ##“ nasse aller Zeiten zurückgelassen worden. Der ichrichtendienst, 10 allierte Kontrollrat in Berlin hat sehr viele Französische Naz ähnlichkeit mit einem Gläubigerausschuß, der die au, 19.55 Fünf m. Schulden und Vermögensstücke einer bankerotten 5.00 „Das Tesianen Firma verwalten muß. Doch der Vergleich kann tenthaler, 21.00 #r nicht vollständig sein, denn der Zusammenbruch
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Unternehmungsgeist auf dem Kontinent übermächtig hervorragte. Was soll mit dieser politischen Konkursmasse geschehen? In einem Ziele sind sich die Großmächte einig. Sie wollen im Hinblick auf die Erfahrungen der Vergangenheit und in Erwägung der zukünftigen Entwicklungen verhindern, daß Deutschland je wieder in die Lage gelangt, Europa und die Welt zu bedrohen. Keine übereinstimmung herrscht jedoch über die Methode, mittels der eine solche Eicherung erreicht werden kann. Jedermann ist sich klar darüber, daß die geheime Aufrüstung Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg nur deshalb möglich war, weil man wohl die Formen des Rüstungswesens, nicht jedoch die viel entscheidenderen Faktoren des Rüstungspotentiales unter Kontrolle stellte. Die straff
organisierte dutsche Wirtschaft war die eigentliche Waffenschniede für den zweiten Weltkrieg. Daher stehen mter den Methoden, mit denen die Siegermächte dieses Problem lösen wollen, nicht nur die gründliche Zerschlagung des Rüstungsapparates, sondern ibenso starke Beschränkungen des wirtschaftlichen Biederaufbaues. Wie weit sollen diese Beschränkungen gehen?
Nach englischen Meldungen hat Rußland in seiner Zone diese Frage dahin gelöst, daß die wirtschaftliche Produktion — sei sie ludwitschaftlicher oder industrieller Art — in enn Zustand versetzt wird, der nicht viel mehr al die Befriedigung der primitiven wirtschaftlichen Bedürfnisse gestattet und gestatten würde. England und Amerika hingegen wünschen, wie die „Daily Mail“ ausdrückt, ein „zahnloses, aber virtschaftlich gesundes Deutschland“. Trotz dieser Unterschiede im Vorgehen hatte sich die Potsdamer Konferenz (auf Anregung der angelsächsischen Mächte) dahin geeinigt, daß sobald als möglich eine deutsche Zentralverwal
een dmstung in Berlin eingesetzt werden sollte. Grund
rstraße 5 abzuge
am 12. November
dem Wege Gasven raße, Bahnhof, 1 Klinik verloren. AlStütz, Körnerstr. K
sätzlich bedeutete dies
eine Entscheidung für die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und politischen Einheit des Deutschen Reiches.
## Bei diesem Stand der Dinge schaltete sich zenbahn von der Frankreich in die Gespräche über die Zukunft WieBrannecker S Deutschlands ein. Mit scharfer Logik wies die e eine Dam### französische Regierung besonders in London und elentr #i#te sieF Lashington darauf hin, daß die Einsetzung einer gemeinsamen Zentralverwaltung über DeutschStrnge 911 14 land der Ansatzpunkt für die Entwicklung eines
ieen Einheits= und späteren Machtstaates sein
terricht werde. Jedes Wiedererstarken eines vom preu
—# lia- sischen Militärgeist durchdrungenen Deutschland Lenen Erap##e uird bedeutet eine besondere Gefährdung Frankreichs, #g erbeten an ½9 das in siebzig Jahren dreimal überfallen wurde.
icht in Stenograpne Dieses Argument mußte um so stärkeren Ein
curitiene. Innsbiteg druck machen, als sowohl die angesächsischen wie 9. balt.de französischen Berichterstatter über die Stim
#nung in Deutschland sehr Bedenkliches berichten.
chiedenes.„Wir haben diesen Krieg verloren“ — so sagte
Dr. Ing. 0. k##ein junger Mann zum Vertreter eines franzöarimlet si###11 (gost sischen Blattes —, „also müssen wir trachten, den
opoldstr. 16/11 16.10 jächsten zu gewinnen.“ Nicht einmal die fürchter
tratsbote, loporen ichste Niederlage hat den militärischen Geist herS/II. 12 #nng 15-18 abzustimmen vermocht. Sie hat ihn nur in eine 10—12 Uhr i 1615 andere Richtung gelenkt. Die von Hitler den uren bitte eu#te Leutschen eingehämmerte, so verlockende Vor
Radio Kastner j615# stellung, daß sie die Herrenmenschen seien und
0 nncn Deutschleug die anderen ihre Sklaven sein müßten — ist ## vielleicht für die Deutschen das gefährlichste Erbe, samtliche Kergenreit, das der Nationalsozialismus für die Zukunft
undi #eurrg. 8. 1 hinterlassen hat. Es versetzt sie in einen Geistesztermützen, kürzeh ustand, der den Wiederaufstieg nicht von ehr
ien aus wite #on## licher Arbeit, sondern von einem neuen „Wun#i verleitten. Eur #n der“, von dem „Wunder“ eines neuen Krieges
Hoch. Mozarts11##
berde u. * Frankreich widersetzt sich unter Anführung der Ahman“ dargelegten Gesichtspunkte einer Wiederherstel
Voikdur ftimmund für Eudledl gesovoror
Wien, 15. November. Telephonberichte unseres Wiener A.-R.-Korrespondenten
Unterstaatssekretär für Auswärtiges, Dr. Gruber, berief heute die Presse zu einer ersten Konferenz auf den Ballhausplatz.
Sie war der Südtiroler Frage gewidmet. Die internationale Presse, besonders die britische und amerikanische, bekundete durch sehr starke Beteiligung ihr lebhaftes Interesse. Unter den Anwesenden befand sich auch der berühmte amerikanische Schriftsteller John don Passos, der zu kurzem Aufenthalt in Wien weilt.
Dr. Gruber teilte mit, daß die Regierung dem Alllierten Rat in der Südtiroler Frage eine Note zur Weiterleitung an die Regierungen der Besatzungsmächte überreicht hat. Darin wird die Abhaltung einer Volksabstimmung der eingesessenen Bevölkerung von Südtirol und die Rückgliederung des Gebietes in den österreichischen Staatsverband verlangt.
Der Unterstaatssekretär schloß seine Ausführungen: „Eine solche Rückgliederung würde Italien wenig nehmen, Usterreich aber ungeheuer viel geben.“
Auf eine Anfrage erwiderte der Unterstaatssekrefär, daß die Regierung die Forderung nach Rückgewinnung des Canal-Tales — das ist der schmale Gebietsstreifen zwischen Tarvis und Pontafel - voraussichtlich gleichzeitig mit der Südtiroler Frage aufrollen werde.
Weiter gab Dr. Gruber bekannt, daß die Bevölkerung der bayerischen Enklave Berchfesgaden wiederholt den Wunsch nach Einverleibung zu Osterreich ausgesprochen habe, doch läge in dieser Frage eine Stellungnahme der Staatsregierung nicht vor.
Die Note der
ds deutschen Rüstungspotentiales gelegt. SoIpfiegeraf, Saljec vohl vom geographischen wie vom wirtschaftlichen menneiderin. Gesichtspunkt aus würde damit eine solche Ver
Wien, 15. November.
Die provisorische österreichische Staatsregierung hat an den Alliierten Rat eine Note zur Weiterleitung an die Regierungen der Besatzungsmächte gerichtet, in der sie um die Rückgliederung Südtirols in den österreichischen Staatsverband und um die Abhaltung einer Volksabstimmung der autochthonen Bevölkerung in Südtirol vorstellig wird. In dieser Note weist die Staatsregierung darauf hin, daß die Rückgliederung Südtirols nicht nur ein durch ethnographische und historische Gründe bedingter Wunsch des gesamten österreichischen Volkes ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit ist, sondern daß die Frage Südtirol auch die Lebensinteressen des österreichischen Staates berührt, weil die durch die Abtrennung Südtirols verursachte Schwächung der westösterreichischen
Gebiete ein wesentlicher Grund für den schweren Existenzkampf und die Unstabilität des österreichischen Staates zwischen den beiden Kriegen gewesen ist.
Die Zerreißung der Verkehrsbedingungen zwischen West= und Südösterreich, die Aufspaltung eines durch tausend Jahre eng verbundenen Wirtschaftskörpers hat die Lage des westlichen
lagerung der Kräfte eintreten, daß nicht nur die Sicherheit Frankreichs, sondern auch die Sicherheit Europas erheblich gefördert würde. Aus den Darlegungen der englischen Blätter geht hervor, daß die Ansichten Frankreichs sowohl in London wie auch in Washington ein zunehmendes Verständnis finden. Als ihren ersten Erfolg konnte es die französische Diplomatie buchen, daß vorläufig die Ausführung des Potsdamer Beschlusses über die Einsetzung einer deutschen Zentralverwaltung zurückgestellt worden ist. General de Gaulle, der bei seinem Besuche in Amerika in der Lage war, den Präsidenten Truman zu unterrichten, hat neuerdings einen Sonderbeauftragten nach Washington entsendet, um den französischen Standpunkt darzulegen. Das ist angesichts der
Konferenz Truman=Attlee sicherlich ein Zeichen für vielleicht nahe Entscheidungen.
Österreichs denkbar ungünstig beeinflußt und in der ernstesten Weise
den Selbstbehauptungswillen des österreichischen Volkes geschwächt.
Die Schaffung eines Nordtiroler Korridors hat eines der wichtigsten Glieder des österreichischen Staatskörpers allen Bédrohungen der nördlichen und südlichen Großmächte ausgesetzt.
Tirol, eine der ältesten historischen Einheiten Österreichs, ein Land, das aus einer tausendjährigen Geschichte ein Weltbegriff für das Zusammengehörigkeitsgefühl eines Volksstammes geworden ist, wird niemals die Zerreißung der verwandtschaftlichen Beziehungen mit seiner Südtiroler Mitbevölkerung überwinden. Das gesamte österreichische Volk hat seit jeher die Trennung von seinen Landsleuten schmerzlich empfunden und dieses Gefühl wirkt weiter nach. Italien, das seine eigene Einheit dem Zusammengehörigkeitsbewußtsein verdankt, sollte am besten verstehen, was diese offene Wunde für das österreichische Volk bedeutet.
Die Rückgliederung Südtirols ist deshalb eine Frage allerersten Ranges für die Stabilität in Mitteleuropa. Die strategischen Momente, die allein für die Abtrennung Südtirols maßgebend gewesen sind, wären grundlos oder sind heute hinfällig.
Für Italien selbst wird die Rückgliederung Südtirols zu Österreich die Schaffung eines dauernden Freundschaftsverhältnisses mit Österreich bedeuten,
das darüber hinaus bereit ist, nicht nur die Früchte der wirtschaftlichen Investitionen in Südtirol Italien durch langfristige Verträge zu sichern, sondern auch darüber hinaus durch wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Italien einen weitgehenden Ausgleich für seinen Verlust, den es durch eine Rückgliederung Südtirols erleidet, zu gewähren.
Die Grenzziehung an den Sprachgrenzen wird an einer der empfindlichsten Stellen in Mitteleuropa eine Befriedigung schaffen, die sich für alle Beteiligten zum Vorteil auswachsen wird. Die Aufrechterhaltung des Unruheherdes an dieser Stelle würde hingegen nicht nur die Beziehungen zwi
schen Italien, und österreich dauernd vergiften, sondern auch die unabhängige Existenz Österreichs gefährden.
Italienische Bemühungen um Südtirol
Ein Kommentator vom Radio London berichtet, daß der italienische Außenminister Dr. Degasperi erklärt habe: „Italien hat nicht den Wunsch, irgend jemanden zu unterdrücken. Die Gesetze, die zum Schutze der Rechte von Minoritäten in Italien eingeführt worden sind, sind bei weitem großzügiger als ähnliche Gesetze in irgend einem anderen Lande. Italien kann jedoch nicht erlauben, daß Südtirol ein Schlupfwinkel für Naziagitation ist, indem deutsche Expansionsgelüste gefördert werden.“
In einem durch englische Nachrichtenagenturen aus Rom verbreiteten Bericht über die angeblichen Absichten der italienischen Regierung, Südtirol eine Selbstverwaltung zu gewähren, heißt es:
„Es wurden noch keinerlei öffentliche Erklärungen dahingehend abgegeben, daß die Alliierten überhaupt die Absicht hätten, Italien Südtirol zu belassen, doch erhoffen sich die Mitglieder der italienischen Regierung diese Bewilligung.“
Austausch diplomatischer Vertreter zwischen Wien und Paris
In der heutigen Pressebesprechung teilte Unterstaatssekretär Gruber mit, daß Frankreich nunmehr ebenso wie die Vereinigten Staaten und Großbritannien den politischen Berater der Militärregierung als Vertreter bei der Österreichischen Regierung beglaubigt und gleichzeitig den Wunsch nach Entsendung eines österreichischen Agenten nach Paris ausgesprochen habe. Form und Namen der österreichischen Vertretung in der französischen Hauptstadt werden erst im Laufe der nächsten Woche festgelegt werden. Die österreichische Regierung erwartet von der Entsendung solcher Agenten, so betonte Dr. Gruber, auch wenn ihnen noch nicht der Charakter eines normalen diplomatischen Missionschefs zukommt, dennoch die Anbahnung wertvoller Wirtschaftsbeziehungen
mit dem Ausland und eine wirksame Wahrnehmung der österreichischen Interessen in den betreffenden Staaten.
Am die Regierungsbildung in Frankreich
Meldung unseres Pariser L. L.=Korrespondenten Mit dem Empfang von Leon Blum und Maurice Thorez sowie einiger seiner Kabinettsmitglieder, besonders des Ministers des Auswärtigen Bidault, des Finanzministers Pleven und des Innenministers Tixier in seiner Villa in Neuilly sind die privaten Besprechungen des Generals de Gaulle zum Abschluß gelangt.
Heute abend wird General de Gaulle die Verfassunggebende Nationalversammlung benachrichtigen, daß er die Wahl annimmt, und morgen früh wird er im Regierungssitz, in der Rue St. Dominique, die das Regierungsprogramm und die Regierungsbildung betreffender Verhandlungen beginnen. Es scheint, daß der Präsident selbst ein Programm aufgestellt hat, das sich auf die nächsten 7 Monate erstreckt, und das die Ausarbeitung einer neuen Verfassung betrifft sowie die dringendsten Reformen wie die Nationalisierung der Banken und der Elektro=Industrie, die Verwaltungsreform und das Budget. Es scheint nicht, daß der Präsident sich auf das Programm des Nationalrates der „Resistance“ in seiner Gänze festlegen will.
Was die Regierungsbildung anbetrifft, so ist es absolut sicher, daß die 3 großen Parteien nur 3 oder 4 Vertreter der kleinen gemäßigten Parteien zulassen, und daß außerdem einige Techniker in der Regierung sitzen werden. Unter den Kandidaten werden folgende Namen genannt:
Sozialisten Vincent Auriol Tixier Rivet
Jules Moch Pierre Bloch
M. R. P. Franeisque Gay Henri Teitgen Maurice Schumann Kommunisten Marcel Cachin