Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:11
- S.51
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Freitag, 16. November 1945
Tiroler Tageszeitung
Nr. 125 Seite 3
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Sonne am Hagerehae
Erinnern wir uns dieser Spruchbänder, die einst einer glücklicheren Jeit, da unser Land noch lcht von Kriegslärm und Unruhe erfüllt war, uf den Straßenbahnwagen überall zu lesen furen?
Lenn grauer Nebel das Tal erfüllte, wenn st des trüben Morgens uns in die Finger biß die schweren Schwaden oft den ganzen Tag weichen sollten? —
Da sprangen uns diese Buchstaben entgegen und Vorstellung knüpfte sich daran, die uns das ein wenig leichter machte, so daß wir einmal im Geiste unser Tages= oder Wochenüberschlugen, um zu überlegen, wann ## wohl ein paar freie Stunden herausschlagen tmnten für eine Fahrt zur sonnigen Höhe.
zun ist wieder November. Noch haben uns die #pfen Nebeltage verschont, noch hauchen wir #nur einmal heimlich verstohlen in die kalte kad, aber die Schatten greifen jeden Tag länger 1 Tal. Abends kommen sie früher und morgens ##den sie bald bis gegen Mittag hin nicht mehr nichen.
der Vormittag, an dem wir geschäftig durch kalten Straßen eilen, wird uns den Hauch n den Mund treiben — wir brauchen kein #uchband, um unsere Sehnsucht klettern zu las die schneebedeckten Berghänge hinauf, bis hin, wo ein weißes, gastliches Haus heruntersizt zu uns Würmlein in der Tiefe.
sonne auf dem Hafelekar.
Der das Glück hat, oben zu sein, jetzt in die#herrlichen geschenkten Spätherbsttagen, wer
Ledde
Aitd Zaita
die Sonne, die ungetrübte Sonne der Höhe auf seinen wohligen Gliedern spürt, der lasse den Blick schweifen weit in die Runde und zähle beglückt die Berge der Heimat.
Er genieße die Schönheit dieser schimmernden Reinheit um ihn herum, er spüre den herben, kräftigen Jochwind an seinen Haaren zausen. Er vergesse aber nicht, dankbar zu sein einem gnädigen Geschick, das unsere Bergbahnen, die Zufahrtsstraßen zu diesem Dorado des Glückes, vor Bombenhagel und Zerstörung bewahrte.
Und er bleibe natürlich!
Ein schlichter Mensch, der sich der Sonne auf dem Hafelekar, der freien Bergrast hoch über der Enge des Tales für sich allein oder fröhlich gesellig mit anderen erfreut.
Niemals wiederkehren darf eine überzüchtete, mit mondäner Farce hohl umkleidete Gesellschaft, die dort oben vor dem geschmackvollen, jetzt besonders sorgsam betreuten Bergheim, blasiert und uninteressiert in den Stühlen lag. Wir haben sie alle gut genug gekannt, diese lästigen Eintagsfliegen, die einzeln oder aber meist in Schwärmen auftretend, jedem wahren Bergfreund ein Greuel waren.
Niemals haben sie die Besinnung der Höhe oder die Einkehr bei sich selbst gesucht. Vielmehr haben sie ihre eigene kleine Welt des Scheines, aus der sie sich nicht zu lösen vermochten, mit hinaufgenommen in jene reinere Luft; diese mit dem schalen Geruch ihrer seichten Wichtigkeit erfüllend.
Nun hat ein furchtbarer Windstoß auch diese Gerüche weggefegt. Klar, erhaben und ewig grüßen uns unsere Berge.„
Wir wollen wahrhaft ihre Verbündeten sein.
Sch.
Säumige Ablieferer
de Landesprüfstelle der Tiroler Bauernschaft nängte über eine Reihe von säumigen Milch=, i Butterablieferern aus einer Gemeinde im #tale Ordnungsstrafen in der Höhe von 300 i 2000 Mark. Außerdem wurde die Stellung mSchlachtvieh außer der Reihe angeordnet. mörtsbauernobmann dieser Gemeinde, der sich kleiner Weise an die Weisungen des Milch= und #wirtschaftsverbandes hielt und außerdem seine bieferungspflicht in gröblicher Weise verletzte, de ebenso mit einer hohen Geldstrafe belegt d zur Stellung von zwei Stück Schlachtvieh der keihe veranlaßt. Von der Landesbauinschaft wurden außerdem nachstehende Bauern ngen Berletzung der Ablieferungspflicht am Novenber bestraft: Alois Tschugg, Mils 2 Josef Witting, Rinn Nr. 57, Johann kirhofer, Rinn Nr.
56, Alois Schlögl, ##nersuß Nr. 94, und Wendelin Spiegl, awersuß Nr. 114.
Verbrechen und Unfälle
In Walchsee wurde dem Besitzer der Kaswiese, Kommerzialrat Karl, ein Kabel mit 300 Meter Länge und 6, Pfund Koppeldraht entwendet. Das Kabel war von ihm aus dem See geborgen worden. Herr Karl hatte dem Bürgermeister und der Gendarmerie davon Mitteilung gemacht. Da weder Kabel noch Koppeldraht im normalen Handel erhältlich sind, ist bei Angebot derartiger Ware sofort der Täter bei der nächsten Gendarmeriedienststelle anzuzeigen.
*
Im Hause 393 in Imst erschienen vor einigen Tagen drei unbekannte Burschen. Sie hielten die Hausbewohner mit vorgehaltener Pistole, in einem Raum zusammengedrängt, in Schach und entwendeten Kleider, Wäsche, Schmuckgegenstände und 500 Mark Bargeld. Unter den Bestohlenen ist auch ein Heimkehrer, der erst am Vortage krank aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft zurückkehrte.
In der Nähe des Einfahrtssignals des Bahnhofes Fieberbrunn wurde eine männliche Leiche gefunden. Es handelt sich um einen ungarischen Heimkehrer, der aus dem fahrenden Zuge gestürzt ist und tödlich verunglückt war. Sein Name ist Lajos Vörös, 21 Jahre alt.
Ecke Siebererstraße — Kaiserjägerstraße in Innsbruck wurde am Mittwoch abends ein 92jähriger Mann von einem Lastkraftwagen gestreift und zu Boden geschleudert. Der Chauffeur des Lkw. fuhr weiter, ohne das Unglück zu bemerken. Ein französischer Offizier, der später vorüberkam und den verletzten Greis im Scheinwerferlicht seines Wagens bemerkte, nahm sich des überfahrenen an und brachte ihn in die chirurgische Klinik.
Die neuen Glocken
Aus Stumm schreibt man uns: Am 11. November hielten die vier neuen Glocken, ein Meisterwerk aus der bekannten Glockengießerei Graßmayr, Wilten=Innsbruck, auf schön geschmückten Autos ihren Einzug in Stumm im Zillertal. Der Pfarrort hatte Festkleid angezogen. Obwohl Tag und Stunde der Ankunft des neuen Geläutes längst bekannt, ging doch immer wieder die Frage von Mund zu Mund: Wann treffen sie ein? Alt und jung, alle sind sie zu Kindern geworden, eine unausgesprochene Freude lag auf allen Zügen, ein frohes Erwarten. Alles eilte zum Empfangsplatz, niemand wollte fehlen. Schuljugend, Lehrkörper, Paradeschützen=Musik, Feuerwehr, Pfarrkirchenrat, Glockenkomitee, die Jungfrauen mit den Kränzen, in ihrer kleidsamen Zillertaler Tracht. Aber auch die
Umgebung hatte sich sehr zahlreich eingefunden. — Da, jetzt kommen sie, vier Salutschüsse rollten vom Tal zur Höh, manche verstohlene Träne wurde abgewischt, die Jahre bis zu dieser Festesstunde schrieben ja einen harten Griffel. Weiße Mädel sprangen behend zu den Glocken empor — die Musik setzte ein und riß hinweg vom Sinnen zur Freude des Erreichten. Ein feines Bewußtsein, ein Hoffen näher gerückt einer besseren Zeit.
Der bunte Zug setzte sich mit den wehenden Fahnen in Bewegung. Voraus die Jugend, in der Mitte die Autos mit den Glocken, Männer und Frauen bildeten den Schluß. H 2400 Kilogramm, Dis 1200 Kilogramm, Fis 700 Kilogramm, Gis 500 Kilogramm. Am Festplatz sprachen weiße Mädchen den Willkommgruß in lieben Versen. Immer wieder setzte die Musik ein und die schei dende Sonne spielte mit den Glocken. Pfarrer Baumann ergriff das Wort, erinnerte an schwere vergangene Jahre, an die Stunde, wo die liebgewordenen alten Glocken vom Turme steigen mußten, zu bitteren Tränen wurden, hochgewei und doch gepreßt in den Sturm einer trüben Geschichte. Sprach den Dank an Gott, den Dank an die Pfarrgemeinde, der jedem einzelnen gilt, denn alle halfen
einmütig und selbstlos zusammen, dies Werk zu vollenden. Besonderen Dank Kaufmann Franz Stiegler, der schon vor Jahren an die Neuschaffung ging und unermüdlich zur Vollendung strebte. Ebenso Kaufmann Josef Laimböck und seinem rührigen Glockenkomitee. Stumm gedenkt aber auch in dieser Stunde dankbar der Landesregierung und des französischen Kommandanten, Hauptmann Golfier. Bald nun werden diese Glocken zum Turm emporsteigen — am Sonntag, den 18. November, nachmittags halb 2 Uhr werden sie vom Fürsterzbischof von Salzburg Dr. Rohracher feierlich geweiht.
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Nützliches und Plaudereien für freie Stunden
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Skelichor Rleinkneg
Egab einmal eine Zeit, da war etwa folgender unter Freundinnen möglich: shat sich wohl in beinem Leben viel verän#seit du verheiratet bist?“ — „Gar nichts! erlobte habe ich die halbe Nacht aufgesessen #gewartet, bis Hans nach Hause ging, und stze ich die halbe Nacht auf und warte, bis Fnach Hause kommt.“
lidem die Wirts= und K eehäuser keinen Pi zu längerem Verweilen mehr bieten, komdie Ehemänner natürlich ziemlich frühzeitig ünktlich nach Hause und die lange Abwesen
des Gatten vom ehelichen Heim ist kein mehr für peinliche Debatten. zu die kleinen Streitereien haben in der Ehe ab doch noch lange nicht aufgehört. In allen auch den zuckersüßesten, gibt es Kampf und Verstimmungen und Trotzköpfigkeiten. nöchte es nicht für möglich halten, daß zwei * die sich vor der Ehe so ganz eines Sinnes ines Herzens glaubten, nachher oft so vieles #en anderen bemerken, das sie verletzt und ig reizt. Und je lieber sie sich haben, um so licher sind sie gegeneinander. Es braucht al wirklich nicht viel und es entsteht ein cht, das immer heftiger wird, bis beide pfe bekommen Wenn es gut geht und ihre keramische Einrichtung schonen, legen uch beide die Sprache nieder und setzen den erst recht auf, indem sie längere oder kürKzeit nichts
miteinande; reden.
spricht wohl von einem Hafen der Ehe. Ess kommen hier trotzdem die ärgsten Stürme #o daß in einer solchen Ehekrise die eine Pieoft der underen das Ganze verleidet MeiPhandelt es sich jedoch bei solchen Zerwürfi in der Ehe um kleine Plänkeleien und Limmungen, um kindisches Beleidigtsein. Und P# sich beide nach einem solchen Krach noch so #inig anschauen und die Maske der Unversöhne aufsetzen, so wartet doch der eine wie der sehnsüchtig darauf, bis er wieder die Hand #bersöhnung reicht.“ aber kein Teil sich ##s vergeben will, so dauert es oft freilich sume Zeit, bis das Schweigen gebrochen wird giftige Sichansehen ein Ende nimmt.
Am Krieg ist in der Ehe, mag es in unbultiden Familien lauter zugehen als sonst; in kul
tivierten Ehen ist zu solchen Zeiten eine geradezu unheimliche Ruhe; nur die Türen werden etwas heftiger zugeschlagen und das Besteck wird etwas kräftiger auf den Tellern gehandhabt. Das Mittagessen verläuft fast wortlos und nie werden Zeitungen anscheinend so fleißig gelesen, als wenn Mann und Frau aufeinander bös sind; dann verstecken sich beide hinter den Zeitungsblättern oder tun wenigstens so, als wenn sie läsen. In Wirklichkeit gebrauchen sie die Zeitung, vorausgesetzt, daß sie bei der jetzigen Papierknappheit groß genug ist, als Wandschirm, um dahinter zu lauern, was der andere macht, und um auf Versöhnung zu warten. Die Ehe ist oft ein großes „Theater“; man braucht nur dafür zu sorgen, daß kein Drama daraus wird ...
O, dieser Kleinkrieg in der Ehe! Man haßt sich und liebt sich zugleich, nur läßt man sich bloß den Haß anmerken, nur ja nicht die Liebe, und infolgedessen entfällt auch in diesen kritischen Zeiten jede Zärtlichkeit, jeder Händedruck und Gutenachtkuß. Es ist keinem bei diesem Kriegsspiel besonders wohl und jeder macht ein viel finstereres und ernsteres Gesicht, als ihm tatsächlich zumute ist. Der Volksmund hat leicht sagen, der Klügere gibt nach, aber der Eigenstolz ist wirksamer als die Spruchweisheit und sagt sich: Gib nicht nach, sonst vergibst du dich! Es nützen da auch alle guten Ratschläge nichts, weder die man selbst einst bekommen, noch die wir den anderen zu geben pflegen.
Verstimmungen in der Ehe wird es immer geben; es ist nur darauf zu achten, daß, wenn giftige Reden fallen und es zu dramatischen Ausbrüchen kommt, eine gewisse Noblesse gewahrt und kein unschönes, beleidigendes Wort dabei gebraucht wird. Das zerstört die Achtung vor einander. Ein bißchen Kleinkrieg in der Ehe in gewählter Form kann vielleicht ganz wirksam sein, denn es erfrischt die Nerven, bringt das Blut in Wallung und ersetzt dadurch lange, fade, schuhbeschädigende Spaziergänge.
Das Beste an diesem Kleinkrieg ist die nachfolgende Versöhnung. Man hat sich nach dem Bössein wieder viel lieber, verspricht sich alles Mögliche, wenn es auch meistens nicht gehalten wird; man lacht, daß man so dumm gewesen, sich aufzuregen, jeder fühlt sich als Sieger und als derjenige, der neues Glück in die Ehe gebracht. Gar oft wird das Aufeinander=Kopf=Machen da
durch beendigt, daß einem der beiden Teile das Schmunzeln kommt, weil ihm die Sache nun doch zu kindisch scheint; dann muß auch der andere lächeln und Friede und Sonne sind wieder in die Ehe eingekehrt.
Nicht selten freilich ereignet es sich, daß Verstimmungen, die wegen eines geringfügigen Schmarrns angefangen haben, immer mehr verhärten, eine Gehässigkeit um die andere erzeugen, bis es schließlich soweit ist, daß beide zu erkennen vermeinen, nicht mehr miteinander leben zu können. Vielleicht zu spät erkennen beide, in welch heillosen Blödsinn sie sich verrannt haben.
Die Liebe ist gewiß etwas Schönes und die Ehe auch; aber es braucht sich keiner einzubilden, daß dort das Land ist, das nur von Milch und Honig fließt; in jeder Ehe gibt es auch viel Galle. Jeder wird einmal nach Zahlung von entsprechendem Lehrgeld einsehen, daß die Gemeinsamkeit von Mann und Frau keine so unkomplizierte Sache ist, wie man es sich vor der Ehe vorgestellt.“
Gibt es aber auch Kleinkrieg in der Ehe, sie bringt im allgemeinen doch Glück und Frieden; auch dort, wo die Profitsucht des „Führers“ das Buch „Mein Kampf“ zum Hochzeitsgeschenk und Ehebrevier befahl ... D.
Rindetaugen
Ich wußte von der Liebe nicht, war einsam, und so leer. Da leuchtet mir dein Angesicht — nun bin ich es nicht mehr.
Aus meiner Ide blüht mir auf dein Kinderangesicht und wie zwei große Sterne drauf, der Augen mildes Licht.
Sie leuchten mir in trüben Stunden, ein Wunder, — nie zuvor geschaut.
Ein Gott hat Höchstes nur empfunden, als er ihr Licht dir anvertraut.
Johanna Famira.
Rleine odenschau
Tellermütze
Sehr beliebt und hoch in Mode (wie uns dieses Wort jetzt kurz nach Kriegsende doch eigenartig berührt!) sind augenblicklich die runden Tellermützen, die, einfarbig oder aus den verschiedensten Stoffresten kombiniert, keck und schick über das eine Ohr gezogen werden, ohne daß wir deshalb über das Ohr gehauen sind. Sie haben eine
Die Haussammellisten des Kriegsopferverbandes
Man schreibt uns: Die Haussammelliste des Kriegsopferverbandes ist samt den Geldbeträgen bei der Sparkasse der Stadt Innsbruck abzuliefern.
Selbstbereitung von Briketts
Auf manchen Kohlenlagerplätzen und in gar manchem Keller von Haushaltungen liegen in einer Ecke unbeachtet Kohlenreste. Es sind die staubförmigen überbleibsel von eingelagerter Stückkohle oder von Briketts. Der Gewerbetreibende oder die Hausfrau können sie nicht verheizen, weil sie wegen ihrer feinkörnigen Beschaffenheit durch die Spalten der Roste hindurchfallen.
Es gibt ein ganz einfaches, von jedem selbst zu praktizierendes Verfahren, daraus vollwertige Briketts herzustellen, die auf dem Roste ohne weiteres verheizt werden können Dazu braucht man aus den Kohlenresten nur größere Holzteile, Erde oder sonstiges, das nicht hineingehört, herauszulesen und darnach die Kohle in einem Eimer mit etwas Kalkmilch zu vermischen. Die Kalkmilch stellt man dadurch her, daß man ungefähr 8 Prozent des geschätzten Kohlengewichtes an gelöschten Kalk, sogenanntem Speckkalk, mit Wasser vermischt, bis — nicht zu dünnflüssig — die vom Weißen unserer Häuser und Zimmer her wohlbekannte milchige Flüssigkeit entsteht. Den Mischeimer füllt man zunächst zur Hälfte mit Kohle, gießt dann die Kalkmilch langsam hinzu und knetet gut
durcheinander.
Aus dieser Masse formt man dann durch die Hand Kugeln von je 10 bis 20 Dekagramm Gewicht. Diese trocknen an der Luft in einer bis zwei Wochen oder bei mäßiger Wärme in einiger Entfernung vom Ofen in etwa drei Tagen. Verbrannt werden die so hergestellten Briketts auf einem Unterzünder.
Tote
In der Nähe des Hußlhofes in Innsbruck wurde, wie schon kurz berichtet, der 65 Jahre alte Pensionist Hermann Köll vom Tode ereilt. Ferner starben in Innsbruck: Therese Ricker, geb. Schneider, 76 Jahre alt; Inna Greiderer, geb. Höller, Malermeisterswitwe, 78 Jahre alt; Josefg Schatzer, geb. Steidl, Bundesbahnerswitwe, 82 Jahre alt; Ernesta Hofer, geb. Nägele, Bundesbahnerswitwe, 81 Jahre alt; Dr. Johann Schodl, Tierarzt, 41 Jahre alt; Franz Erlacher, Bundesbahnoberbauarbeiter, 65 Jahre alt.
In Mutters traf die Nachricht ein, daß Stabsgefreiter Alois Weichinger am 15. April in Sladina, Kroatien, gefallen ist.
*
Silberne Hochzeit. Post=Oberadjunkt Anton Schwarz in Innsbruck und seine Frau Maria, geb. Schmid, feiern Sonntag, den 18. d. M., das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Schwarz, der im März 1938 von den Nazis verhaftet und aus dem Postdienste entfernt worden war, ist heute als Leiter der Telegramm=Annahme= und Zustellabteilung wieder im Postdie ste in Verwendung und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit.
Evangelische Gottesdienste am 18. November: Innsbruck 9 Uhr, Jenbach 9.30 Uhr (Schulhaus), Imst 15 Uhr Betsaal Spinnerei (anstatt wie vorgesehen am 25. Nov.), Landeck 9 Uhr für Erwachsene, 10.30 Uhr für Kinder (Burschlkirche).
einfache, fast durchwegs allgemein verwendbare Paßform und brauchen wenig Material, wodurch sie unbedingt zeitgemäß sind. Dabei lassen sie dem persönlichen Geschmack und dem Erfindungsgeist der Frau viele Möglichkeiten offen.
Tücher
Sie werden in allen Farben und Formen sichtbar. Viereck, Dreieck, Schal, Schlips — Seide, Wolle — hell, dunkel — einfach, geblumt — es gibt nichts, was sich nicht irgendwie auf den Begriff „Tuch“ anwenden ließe. Dabei gibt es jetzt aber auch eine ganze Reihe teils sehr origineller, geschmackvoller und neuartiger Kombinationen: „Halstuch zu Kopftuch.“ Es ist erstaunlich, welch kapriziöse Verschlingungen und Verknotungen sich oft so ein schlichtes Halstüchlein gefallen lassen muß. Irgendwie und irgendwo wallt es dann aber doch immer wieder leicht und schwebend und zaust dann doch einmal ein tückischer Herbstwind ein so wundersames Gebilde hoch, dann ist nirgends zu erkennen, wo dieses gordischen Knotens Anfang und Ende ist.
Rüchenweiskeit
Trockenei
Noch einmal sei darauf hingewiesen, daß Trokkenei, unser wertvollstes Nährpräparat für den Winter, unbedingt trocken aufbewahrt werden muß. Es muß vor zu großer Kälte geschützt werden, ebenso darf es auch nicht warm gelagert werden, da es, angebrochen, außerordentlich leicht verdirbt. Keinesfalls darf es in Verbindung mit scharfriechenden Dingen, Gewürzen, Reibkäse, Selchwurst usw. aufbewahrt werden.
Salz
Wir in den westlichen Bundesländern wissen die Kostbarkeit unseres Kochsalzes wohl kaum richtig zu schätzen. Dazu muß man erst einmal nach Steiermark, Wien oder Niederösterreich kommen, wo für S. Wucherpreise bezahlt werden. Wir sollten also mit jedem Körnchen Salz vorsichtig und sparsam umgehen.
Dazu gehört, daß wir beim Kochen erst kurz vor Fertigstellung der Speise salzen, da sie so weniger Salzgehalt verbraucht. Zweckdienlich ist es auch, in jedes Salzgefäß ein Stückchen Trokkenkäse zu legen, da dieser das bei Salz so leicht vorkommende Anziehen der Feuchtigkeit und Klumpigwerden verhindert.
Ein Volksspruch sagt außerdem, daß man sich sehr in acht nehmen muß, Salz zu verstreuen, da es sonst Streit in der Familie gibt.