Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:11
- S.55
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Samstag, 17. November 1945
Tiroler Tageszeitung
Nr. 126 Seite 3
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sieht allerdings anders aus wie damals, als ich die Stadt verließ. Langsam wandern wir durch die Maria=Theresien=Straße hinunter und plötzlich bleibt Otto stehen und schaut und starrt ganz angestrengt die Herzog=Friedrich=Straße hinunter. Ich weiß nicht recht, was er sieht, doch ringt es sich auch schon von seinen Lippen:
Das Goldene Dachl
sräumereien vor dem Oeen
Den ganzen Tag freue ich mich darauf, wenn ich um die Stunde der Dämmerung nach Hause komme, vor meinem Ofen zu knien, um das Feuer anzuschüren. „Blaue Stunde“ nennen die Franzosen die Zeit zwischen Tag und Abend, wenn Schatten in den Raum fallen und sich draußen die Dämmerung sachte auszubreiten beginnt.
Ein wenig Zeitungspapier. darüber die Tschurtschen, auf vielen Waldwanderungen gesammelt, ein freundlich aufzuckendes Flämmchen und schon beginnt es zu knistern und gleich darauf vermeint man genügend Wärme zu spüren; um sich behaglich zu fühlen. Irgendwie lastet dieser dunkle sonneuarme Novembermonat auf unserem Gemüt und so ein kleines Feuer ist der beste Helfer, schwere Gedanken schneller zu überwinden.
Jetzt schichte ich vorsichtig ein paar Scheiter auf die entfachte Glut. Leise zischend brennen sie an. Es ist noch frisches Holz. Und plötzlich duftet der Bald zu mir ins Zimmer herein, harzgetränkt,
und erzählt von grünen Wipfeln und Vogelstimmen und einem Gang, Hand in Hand, über nadelbestreute Wege. Die Ofentür bleibt einen Spalt offen, damit die Lichtermännchen bequem herausspazieren können, um über den Fußboden zu tanzen.
Wer von uns liebt es nicht, zu träumen, mit offenen Augen zu träumen und sich an Dinge zu erinnern, die uns einst glücklich und reich gemacht. Dann denken wir daran, wie wir es anstellen müßten, daß alles absolut richtig sei, in unserem Leben. Wir Schriftsteller träumen davon, ein Buch zu schreiben, das Buch der Bücher, das unsern Namen berühmt machen und den Menschen Freude schenken soll.
Und wovon träumst du, wenn du an einem frühen, dunklen Abend allein zu Hause bist und vor deinem langsam anbrennenden Feuer kniest und dich der Wärme freust, die du vorerst nur auf deinen Händen fühlst? — Aber bald wirst du sie im Herzen spüren, wenn du es verstehst, den Ablauf deines Tages einem freundlichen Ende zuzuführen Ne. Po.
Das neue Gesicht der Stadt
Hallo Otto, Otto! rufe ich in das Gewimmel der vielen Menschen, die sich durch den schmalen Bahnhofsausgang drängen. Ach, da bist du ja! Alte Kanone! tönt es mir nun entgegen. Ich habe gar nicht geglaubt, daß du noch unter den Lebenden weilst, weil du so lange nichts mehr von dir hören gelassen hast, alter Schurke. Ja, weißt du, sage ich, unsereins ist ja immer auf den Beinen, und ich lasse zur Vorsicht gleich noch eine Serie Entschuldigungsgründe vom Stavel, so daß es einsach keinen Einwand gegen meine Schreibfaulheit mehr geben kann, und schließlich freut er sich ja doch daß ich mir die Zeit genommen habe, ihn am Lahnhof abzuholen. „Na“, meint er, „was hat sich alles ereignet in den sechs Monaten, die ich nicht nehr in Innsbruck war?“ Ich bedauere immer
auf das lebhafteste, daß sich inzwischen so gut wie ar nichts ereignet bzw. verändert hätte, was für in von Interesse wäre. Aber du, sagt er,
das sieht doch hier ganz anders aus
So aufgeräumt. Vor sechs Monaten, da war doch hier noch alles voller Trümmer, und hier, er zeigt auf die neugebauten Personenkassen des Lähnhofes, das hat damals auch noch nicht gestanden Und dort drüben, da stehen auf einmal # Lokomotivhallen, und dort, die großen Shutmassen vor dem Hotel Tyrol und vor den Hotels Viktoria, Europa und Sonne, die sind ja wie weggeblasen. Verdammt habt ihr euch da aber beeilt! Ja, sage i) nun und werfe mich in die Brust, das ist noch lange nicht alles, die ganze Stadt hat ein anderes Gesicht bekommen. überall, wo sich früher Schuttmassen türmten, sind heute de Straßen wieder schön rein, und teilweise ist ter Aufbau der zerstörten oder beschädigten Gebude schon wieder in Angriff genommen. Man kan sich heute fast
schon nicht mehr auf den grosen Umfang der Zerstörungen besinnen, weil wir kreits das Bild des Wiederaufbaues gewohnt sind. Aber frag nur einmal diesen Bahnbeamten hier,
wie es früher hier ausgesehen hat
überall Ruinen und Trümmer, aufgerissene Geleise, zerstörte Oberleitungen und zusammengefürzte Masten. Das alles hat sehr viel Arbeit und
Schweiß gekostet, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, sagt ein altes Sprichwort, und so war es auch. Wenn man heute durch die Straßen unserer lieben alten Stadt geht, bietet sie einen wesentlich anderen Eindruck als noch vor sechs Monaten. Wenn es auch heute noch zahlreiche Ruinen gibt, so sind sie doch wenigstens von ihren eigenen Trümmern befreit und geben sich damit auch ein anderes Aussehen. Ja, aber wie war das denn möglich in so kurzer Zeit? Das muß doch eine ganz enorme Arbeit gewesen sein. Ja, das war und ist noch sehr viel Arbeit, aber man kann sagen,
eine ganze Stadt hilft mit
Es ist zum Großteil das Verdienst der Innsbrucker Bevölkerung selbst, die sich uneigennützig in den Dienst der Schutträumaktion stellte. Auch die Besatzungsbehörde, die Bagger, Lastkraftwagen, Rammpflüge und Gefangene zur Verfügung stellte, hat sich dabei besondere Verdienste erworben. Siehst du, hier wurden die Ruinen des ehemaligen Betriebs= und Restaurationsgebäudes niedergelegt und bald werden an ihrer Stelle neue gebaut werden. Auch der Ausbau des Betriebsgebäudes gegenüber dem Tirolerhof wird in Bälde beendet. Die Gepäckabfertigung im Anschluß an die große Halle ist wieder im Entstehen begriffen und die Ausbesserung der Diensträume schreitet rüstig vorwärts. Dabei kommen die vielen kleinen Ausbesserungsarbekten gar nicht zur Geltung, die
aber genau so notwendig sind und oft viel mehr Arbeitszeit erfordern. Inzwischen sind wir über den großen Bahnhofsplatz gegangen und biegen in die Brixner Straße ein. Am Hotel Kreid stehen Mauergerüste und die fast vollständig zerstörte Hinterfront steht bereits wieder vor ihrer Vollendung.
Auf dem Bozner Platz,
der noch vor sechs Monaten ein einziger großer Trümmerhaufen war, ist kein Schutthaufen mehr zu sehen, und am ehemaligen Landesreisebüro sind Arbeiter beschäftigt, die Mauerreste abzutragen, um mit dem Neuaufbau zu beginnen. Auch am Café München sind fleißige Hände am Werke des Wiederaufbaues. Donnerwetter, sagt Otto, das
sagt er und die Freude, die jeder Innsbrucker an seinem Dachl hat, leuchtet ihm aus den Augen. Ja, auch das Goldene Dachl ist wieder freigelegt worden und seine vergoldeten Dachplatten leuchten und rufen jedem Vorübergehenden ihre Freude
zu, daß sie wieder teilhaben können an dem Stadtgeschehen. Wir stehen lange davor und beschauen es uns von oben bis unten, als hätten wir es noch nie gesehen. Der Innrain, das Paradies der Schutthaufen, leuchtet in makelloser Reinheit und draußen bei der Universitätsbrücke sehen wir plötzlich Männer und Frauen, die sich, mit Pickel und Schaufel bewaffnet, über die letzten Haufen hermachen. Siehst du, sage ich, hier machen alle mit. Da arbeitet Prf. X neben dem Schlosser 9 und die Frau Hofrat neben der jungen Dame aus dem Friseurgeschäft.
Alle sind sie mit Humor dabei
und vielleicht biet auch du schon morgen unter ihnen. Wir fragen einen älteren Herrn der Gruppe, dessen Gesicht ein schöner weißer Vollbart ziert, ob er denn auch noch hier mitarbeiten müsse. Nein, sagt er, aber wissen Sie, mir macht es nun einmal Spaß, mit zuzulangen, und außerdem wurden die Trümmer meines zerstörten Hauses auch von anderen entfernt. überall ist Lachen und Scherzen und dabei geht die Arbeit rasch von den Händen. Jetzt verstehe ich auch, meint Otto, wieso es möglich ist, einer Stadt in so kurzer Zeit ein anderes Aussehen zu verleihen. Drei Tage später sehe ich ihn in der Nähe des Westbahnhofes selber den Pickel schwingen. Er will wohl noch sein Teil beitragen, Innsbruck wieder zu dem Schmuckstück werden zu lassen, das es einmal war.
M. Rieder.
Verlaufen schwarzer Wachtelhund, ungefähr 40 Zentimeter hoch, Rufname: Baseika. Mitteilungen oder Ablieferung des Hundes bei Leutnant Bataille, Neues Landhaus, Zimmer Nr. 621, I. Stock, oder Hungerburg, Haus Nr. 22, bei Wanker.
Interessiert Die das?
Wissenschaft verbessert den — Milchertrag
Einem vorläufigen Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums zufolge, der heute eschienen ist, soll durch Verbesserung der Weiden und durch neuartige Fütterungsmethoden der Vitamin=A=Gehalt der Milch und der Butter in Amerika erhöht werden. Versuche, die vier jahre lang durchgeführt wurden, haben die Bebeutung der Butter als einer Quelle für das Litamin — A — ergeben. Diese Versuche wurden im Jahre 1941 auf Verlangen des nationain Forschungsrates und des Ernährungsausschusses begonnen Die Ergebnisse zeigten endgül
ig daß die Verbesserung der Qualität der Weiden im Hinblick auf ihren Karotenegehalt eine Vermehrung des Vitamin A=Gehaltes bewirkt.
Der Bericht besagt weiter, daß die Forscher herausgefunden hätten, das welches so behandelt vurde daß es die grüne Färbung beibehielt, reich an Karotene ist, wohingegen Heu. das seine grüne Farbe eingebüßt hat, arm an Karoiene ist. Karotene ist jene Substanz, welche eer Butter ihre gelbe Farbe verleiht und im Kö.per zu Vitamin verarbeitet wird Der Bericht schließt mit der Feststellung, daß der Vitamin=A=Gehalt der Butter und der Milch bedeulend erhöht werden könnte, wenn die entspreP#ende Bewirtschaftung und Fütterung allgemein n die Praxis umgesetzt würden. Verbesserte Lingung der Weiden und Entwicklung besserer Rethoden in der Erzeugung, Aufbereitung und ragerung des Futters, um den Karotene=Gehalt täglichen Futtermenge zu erhöhen, würden
einer weiteren Vermehrung des Vitamin=AGehaltes der Milch und der Better führen. Das Land erzeugte 125 Millionen Pfund Milch im
Jahre 1945 und sein ziviler Kriegsverbrauch belief sich auf 150 Millionen Pfund im Monat.
Künstlich befruchtete Bienen geben besseren Honig
London, 15. Nov. Der britische Landwirtschaftsminister Tom Williams beantragte am Mittwoch in einem Gesetzesvorschlag im Unterhaus 10 Millionen Mark für Forschungsarbeiten auf dem Gebiete der künstlichen Befruchtung von Haus= und Nutztieren. Der Anwendung künstlicher Befruchtung entspricht, wie Williams erklärte, eine Besserung des Viehbestandes, besonders in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben. Durch Versuche mit künstlicher Befruchtung sei eine Hebung der Qualität des Rindfleisches, der Milch, des Geflügels und des Honigs zu erwarten. In den Vereinigten Staaten von Amerika sind zahlreiche Befruchtungsversuche an Bienen durchgeführt worden.
Die Zerfallskette des Uraniums
In einem englischen Blatt lesen wir folgenden interessanten Vergleich:
„Wenn ein Uraniumatom von einem Neutron in zwei Teile geteilt wird, so entsendet es mehrere Neutronen mit hoher Geschwindigkeit. Diese treffen andere Uraniumatome und diese senden wiederum mehr Neutronen aus. Das geht so weiter, bis irgend etwas den Vorgang stoppt. Stelle dir vor. du wärest von 1000 Soldaten umgeben und hättest eine einzige Patrone in deinem Gewehr. Stelle dir vor, du faßt den Entschluß, heldenhaft zu sterben, nachdem du wenigstens einen Mann durch einen Kopschuß erledigt hast. Also deine Kugel dringt in das Haupt des Feindes ein. Zu deiner großen überraschung spaltet sie nicht nur dieses Haupt entzwei, sondern lockt aus diesem Haupt zwei andere Ku
geln heraus, die offenbar dort verborgen waren. Diese beiden Kugeln treffen wieder zwei Mann, spalten diesen den Kopf und lösen zugleich weitere Kugeln aus. So geht das weiter. Im Handumdrehen liegen deine tausend Feinde mit gespaltenen Köpfen am Boden und Tausende von Kugeln sausen herum und suchen frische Kugeln auszulösen — und das alles wird durch deine einzige Patrone herbeigeführt. Dieser etwas blutrünstige Traum gibt eine gute Vorstellung von dem, was geschieht, wenn ein Neutron auf ein Uraniumatom auftrifft.“
Wohnhausbau im Schnellverfahren
Münster i. W., 10. November. Das erste Haus mit vier Zimmern und Küche, das von nur einem Facharbeiter und vier ungelernten Arbeitskräften errichtet werden kann, wurde mit Genehmigung der Militärregierung in Münster i. W. hergestellt, bzw. fertiggestellt. Die sogenannte Schnellbauweise, in der dieses Haus als Musterbau hergestellt wurde,t die Erfindung einer deutschen Firma. Aus Ziegelsteinen wird eine Art Hohlwand errichtet, die mit dem Fortschreiten des Baues fortlaufend mit einer Mischung, bestehend aus Bombenschutt und Zement, Carbid oder Braunkohle als Bindemittel, ausgefüllt wird. Die Herstellungsweise ist so einfach, erklärten die Erfinder dieses Verfahrens, daß 80 Prozent aller Arbeiten von ungelernten Arbeitern ausgeführt werden können. Im
Vergleich zur gewöhnlichen Bauweise wird eine dreißigprozentige Arbeitsersparnis und eine 90pr entige Einsparung von Eisen und Stahl erzielt, gegenüber der Ziegelbauart werden 60 Prozent Arbeitskraft und 35 Prozent Material eingespart. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 6000 Mark.
Ein Monat Arbeit im Dienste der Sicherheit
Die Innsbrucker Kriminalpolizei hat im Lause des Monats Oktober 101 Personen verhaftet, und zwar 1 wegen Plünderung, 25 wegen Einbruchdiebstahls, 24 wegen gewöhnlichen Die.stählen, 1 wegen öffe tlicher Gewalttätigkeit, 4 wegen Betrug, 1 wegen Mißbrauch der Amtsgewalt, 2 wegen verbotenem Waffenbesitz, 6 wegen Schwarzhandel, 2 entkommene politische Häftlinge, 7 wegen Verstoß gegen die Reisevorschriften, 3 über Auftrag der französischen Militärregierung, 4 über Auftrag der Staatsanwaltschaft und die übrigen Personen wegen Sittlichkeitsdelikten.
Während der gleichen Zeit wurden in Innsbruck 143 Hausdurchsuchungen vorgenommen und dabei wurden um rund 93.000 Mi gestohlene Güter zustandegebracht, und zwar ein Auto, mehrere Fahrräder, Radioapparate, Schmuck, Stoffe, Kleider, Wäsche, Lebensmitt#! usw. Diese Gegenstände wurden teils den Bestohlenen wieder ausgefolgt, teils dem Wirtschaftsamt zur Verfügung gestellt. An die Staatsanwaltschaft wurden im Monat Oktober 537 Anzeigen gegen bekannte und 195 gegen unbekannte Täter erstattet.
Die Tiroler Gendarmerie hat im Monat Oktober insgesamt 258 Personen festgenommen, darunter 80 Ausländer. Wegen verschiedener Strafdelikte wurden gegen 277 Personen Anzeigen erstattet, darunter gegen 107 Ausländer. Eskorten wurden von der Gendarmerie 167 durch. geführt, darunter 38 Ausländer. In 468 Fälle wurde die Gendarmerie zu Assistenzleistungen herangezogen. Meldungen und Berichte über Erhebungen für die Gerichte, die Staatsanwaltschaft, die Militärregierug und für politische Behörden wurden im Monat Oktober insgesamt fast 9700 erstattet.
Alarmübung der Feuerwehr
Am Sonntag, den 18. November, 10 Uhr vormittag, findet am Rennweg eine Alarmübung der städtischen Feuerwehr mit Heranziehung benachbarter Feuerwachen statt. Von 10 bis 11 Uhr ist die Herzog=Otto=Straße für jeden Verkehr gesperrt.
Die Verbrechen gegen das Eigentum
stehen an der Spitze aller Straftaten. In Innsbruck wurden in den letzten Tagen entwendet: im Hause Dr.=Stumpf=Gasse 43 zwei Radioapparate, ein Herre fahrrad, Lebensmittel und Lebensmittelkarten; aus einem Farbengeschäft im Viaduktbogen Farben, Pinsel, Lacke und fast 700 Mark Bargeld; aus einem Straßenbahnbogen beim Westbahnhof aus einem Hasenstall 7 Hasen. Taschendiebstähle: Während der Straßenbahnfahrt einer Frau aus einem Einkaufskorb eine Ledertasche mit Bezugsscheinen, Dokumenten und 50 Mark; in einem Lebensmittelgeschäft in der Langstraße einer Frau aus der Tasche mehrere Lebensmittelkarten und Haushaltsausweise; in einem Geschäft am Innrain einer Näherin eine Handtasche mit 40 Mark, Personaldokumenten und
Toilettegegenständen.
Auf dem Heimweg in den Tod
Am 13. d. M. um halb 6 Uhr abends befand sich die am 16. Februar 1886 in Arzl bei Imst geborene und dort woynhafte Magd Aloisia Krismer auf dem Heimweg von Imst nach Arzl. In der Langengasse in Imst wurde sie von einem Lastkraftwagen angefahren und schwer verletzt. Die Rettungsgesellschaft Imst brachte die Frau ins Krankenhaus nach Zams, wo sie noch am gleichen Tage gestorben ist.
Arztlicher Sonntagsdienst. Dr. Erich Fischer, Wilhelm=Greil=Straße 2, 3. St., Tel. 3200; Frau Dr. Gerda Foltin, Erzherzog=Eugen=Str. 17, Tel. 74954.
Apotheken=Sonntagsdienst und Nachtdienst die
kommende Woche: Dreifaltigkeitsapotheke, Pradler Straße 51; Mariabilfapotheke, Innstraße 5; St.=Anna=Apotheke, Maria=Theresien=Straße (nur Tagesdienst).
Erdölsuche in Alaska
Point Barrow (Alaska), 15. Nov. Die amerikanische Marine gab Berichterstattern bekannt, daß Versuche unternommen wurden, auf der Nordspitze von Alaska, ungefähr 1600 Kilometer südlich des Nordpols, Erdölquellen zu finden, deren Erschließung sich lohnt.
Neues Trockenverfahren
New York, 14. Nov. Ein Trockenverfahren für Dörrobst, das im Durchschnitt statt der bisher üblichen 18 Stunden nur 90 Minuten braucht, wurde Fachleuten vorgeführt, die diese Erfindung als den größten Fortschritt seit der Erfindung des Schnellkühlverfahrens bezeichneten.
Neue U=Boot=Abwehrwaffe
Washington, 13. Nov. Di. Marine gab Sonntag Einzelheiren über eine ihrer neuen Geheimwaffen, ein U=Boot=Abwehrmittel mit dem Namen „Igel“, bekannt. Dieses Mittel ersetzt die Unterwasserbombe. Während des Krieges war es eine der wirkungsvollsten überwasserwaffen gegen deutsche U=Boote. Das Mittel arbeitet nach dem Raketenprinzm. Die Einrichtung umfaßt 24 Geschosse, die in einer Reihe angeordnet sind, um die Geschosse trotz Seegangs auf gleicher Höhe zu halten. Die Geschosse werden vom Bug des angreifenden Schiffes in Form einer Ellipse über den vermuteten Standpunkt des U=Bootes abgeschossen. Die Geschosse besitzen im Gegensatz zu den Wasserbomben einen Aufschlagzünder. Wenn der Angreifer mehr als eine Unterwasserexplosion
hört, weiß er, daß er getroffen hat. Der „Igel“ wurde ursprünglich in Großbritannien entworfen, die Erzeugung wurde jedoch Mitte des Jahres 1942 in den Vereinigten Staaten ausgenommen.