Tiroler Tageszeitung 1945
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Montag, 19. November 1945
Beschlasse über die Wahlungsresoln.
Einstimmige Entscheidung des alliierten Kontrollrates
Die Regierungskrise in F#
Wien, 17. November.
Unter dem Vorsitz des Generalleutnants Bethouart fand heute eine außerordentliche Sitzung des Alliierten Kontrollrates statt.
über die Frage der Währungsreform, die unter anderen Fragen beraten wurde, wurde eine einstimmige Entscheidung erzielt.
Die nächste ordentliche Sitzung des Rates wird am Freitag, 30. November, stattfinden.
Der Alliierte Kontrollrat beschloß, Österreich die Herausgabe einer neuen Währung, die die Alliierten Besatzungsschillinge und die deutsche Mark ersetzt, zu gestatten. Diese Aktion ist in erster Linie eine Maßnahme gegen die Inflation, da das Land gegenwärtig mit Mark überschwemmt wird.
1 Reichsmark = 1 Schilling
Telephonischer Bericht des Wiener A. R.= Korrespondenten
Nach mehrwöchigen Verhandlungen zwischen den Besatzungsbehörden und der österreichischen Regierung wurde das Währungsproblem in einer Sondersitzung des Alliierten Rates unter Genetal Bethouart einer Erledigung zugeführt. Der Umtausch sowohl der Mark wie der Alliierten Besatzungsschillinge in neue österreichische Schillinge wird gleichzeitig erfolgen, und zwar auf der Grundlage 1:1. Doch wird vor
läufig nur eine geringe Quote der hinterlegten Beträge zur Auszahlung gelangen, die weiteren Teilbeträge werden erst in größeren Zeitabständen getilgt werden. Die Ablieferung der Noten wird in einem sehr nahen Zeitpunkt erfolgen. Es ist noch völlig unmöglich vorauszusehen, welche Mengen an Marknoten zum Umtausch eingereicht werden. Die Schätzungen belaufen sich auf mindestens 4 bis 5 Milliarden Mark. Da überdies bedeutende Beträge aus der Einwechslung der Besatzungsschillinge hinzukommen, wird Österreich, das vor dem Krieg einen Notenumlauf von 1 Milliarde hatte, jetzt mit einem Mehrfachen dieses Betrages zu rechnen haben.
Anmeldung tschechischer Kronennoten
Wien, 19. Nov. Die österreichische Nationalbank fordert alle Besitzer tschechischer Kronennoten auf, ihre Bestände bis längstens 30. November bei der österreichischen Nationalbank, Wien, I., Rockhgasse 4, anzumelden. Die Anmeldung hat folgende Angaben zu enthalten: Name und Anschrift, den Betrag nach dem Stand vom 20. Oktober, Angabe über die Herkunft dieses Betrages und die eidesstattliche Erklärung, daß der Eigentümer den ständigen Wohnsitz in Österreich hat. Von einer Einsendung der Noten ist Abstand zu nehmen. Die österreichische Nationalbank will versuchen, bei der Tschechoslowakei eine nachträgliche Einlösung der in österreichischem Besitz befindlichen, in der Tschechoslowakei seit dem 1. d. M. aus dem Verkehr gezogenen Kronennoten zu
erwirken.
Paris, 19. November.
General de Gaulle hat sich entschlossen, als Interimspräsident Frankreichs zurückzutreten. Als Grund wird einer „Associated=Preß"=Meldung zufolge die Unmöglichkeit angeführt, mit den Kommunisten zur Bildung einer Koalitionsregierung ein Kompromiß zu schließen.
General de Gaulle hielt gestern abends eine kurze Rundfunkansprache, in der er das Land über die Tragweite der Regierungskrise aufklärte. De Gaulle sagte in seiner Radioansprache: „Wählt die Nationalversammlung einen anderen, dem sie die Geschäfte des Vaterlandes übergeben will, so weiche ich ohne jede Bitterkeit von meiner Stelle. Spricht sie aber neuerdings das Vertrauen mir aus, so werde ich mich bemühen, nach meinen besten Kräften den Interessen des Landes zu dienen.“
Der Sinn dieser Krise wird in unterrichteten Kreisen auf die Formel gebracht: die Nationalversammlung müsse sich entscheiden, ob Frankreich von de Gaulle oder von Thorez, dem Führer der Kommunisten, gelenkt wird. Anhänger de Gaulles veranstalteten Kundgebungen. Die Kommunisten schlagen den Sozialisten und Präsidenten der Nationalversammlung Felix Gouin als Chef der provisorischen Regierung vor. Die Nationalversammlung tritt heute zur Neuwahl des Regierungschefs zusammen.
Das Rü ztrittsschreiben de Gaulles
Paris, 17. Nov. General de Gaulle hat an den Präsidenten der Konstituierenden Nationalversammlung folgenden Brief gerichtet:
„Herr Präsident! Um dem Rufe zu folgen, den am 13. November 1945 die Konstituierende Nationalversammlung an mich gerichtet hat, hatte ich es unternommen, die Regierung zu bilden. Meine einstimmige Wahl seitens der Natio
nalversammlung schien mir die Gewähr dafür zu bieten, daß die Regierung auf der Grundlage der nationalen Einigkeit unter wesentlicher Beteiligung der den drei großen politischen Parteien angehörenden Persönlichkeiten gebildet werden könnte, einer Einigkeit, die ich nicht nur für den Wiederaufbau und die Erneuerung Frankreichs, sondern auch in Anbetracht des Ernstes der außenpolitischen Lage als gegeben ansah. Ich hielt es andererseits für unumgänglich notwendig, daß die der Nationalversammlung gegenüber verantwortliche Regierung im übrigen über die ihren Aufgaben entsprechende Autorität und Unabhängigkeit verfügen würde. Unter diesen Umständen und angesichts der Unmöglichkeit, eine Regierung der nationalen Einigkeit zu bilden, die sowohl den
Richtlinien der Nationalversammlung als auch meinen eigenen Ideen entspricht, habe ich die Ehre, der Konstituierenden Nationalversammlung den mir übertragenen Auftrag zurückzugeben. Ich möchte in diesem Zusammenhang besonders betonen, daß die Bildung einer Regierung für die Französische Republik eine Aufgabe von äußerster Dringlichkeit darstellt.“
Der Präsident der Konstituierenden Nationalversammlung erwiderte mit einem Schreiben, in dem es heißt: „Die Nationalversammlung wird ohne Zweifel mit größtem Bedauern davon Kenntnis nehmen, daß die Regierungsbildung nicht in dem gleichen Geiste der Einmütigkeit erfolgte, deren Gegenstand Sie kürzlich waren. Ich bin sicher, daß Sie, wie Sie in Ihrem Brief an den Alterspräsidenten vom 6. November angeführt haben, die Weiterführung der laufenden Geschäfte bis zur endgültigen Regierungsbildung übernehmen in übereinstimmung mit dem Gesetz über die vorläufige Ausübung der öffentsichen Vollmachten, das am 21. Oktober durch das französische Volk angenommen worden ist.“
Die diplomatischen Missionen Österreichs im Ausland
Elphonberichte unseres Wiener A.=R.=Korrespondenten)
Der Wiener „Montag“ berichtet: Das Staatssekretariat für Außeres geht nunmehr daran, die diplomatischen Vertretungen Österreichs auszubauen. über die Aufteilung der wichtigsten Gesandtenposten sind gewisse Versionen im Umlauf. Als wahrscheinlich gilt, daß Generalkonsul Baron Kleinwaechter als Gesandter nach Washington, Unterstaatssekretär Waldbrunner nach Moskau geht, für Paris wird Lega
tionsrat v. Bischoff, der dort lange Jahre sehr erfolgreich tätig war, in Aussicht genommen. Für London wird Freiherr Elgerth, der bis 1938 Österreich in Bern vertrat, oder Gesandter Hornbostel bestimmt. Von den Gesandtenposten im Donauraum kann die Besetzung des Prager Postens durch Gesandten Vollgruber als sicher gelten, da dieser bereits bisher in offizieller Weise die österreichischen Interessen vertritt Für Budapest kommt entweder Legationsrat Seemann oder Falser in Frage. Eine endgültige Entscheidung wird wohl erst von der neuen definitiven Regierung getroffen werden, die auch erst das Agrement für die neuen designierten Gesandten einholen wird.
Die tschechoslowakische Regierung hat den Grafen Zachodsky zum Gesandten in Wien ernannt. Die offizielle Bestätigung und das Ansuchen um das Agrement wird erst nach der Wahl der neuen definitiven österreichischen Regierung erfolgen.
De Monicault französischer Vertreter bei der österreichischen Regierung
Wien, 17. November.
Am Beginne der Tagung des Alliierten Rates gab General Bethouart bekannt, daß die fre zösische Regierung seinen politischen Berater M. Louis de Monicault zum diplomatischen
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Aus Stockholm wird die Verleihung von Nobelpreisen an die Vertretr von drei verschiedenen Nationalitäten gemeldet, einen Deutschen, einen Finnen und einen Österreicher. Prof. Otto Hahn, ehemaliger Direktor des Kaiser=WilhelmInstitutes in Berlin, erhält den Chemie=Nobelpreis 1944 für wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet der Atomenergie Prof. Hahn soll sich derzeit in den Vereinigten Staaten besinden, wo er für die Alliierten arbeitet. Prof. Arturi Virtanen eus Helsinki, führender finnischer Biochemiker, erhält den Chemie=Nobelpreis 1945 für seine Ent
Vertreter Frankreichs in Wien erhoben hat. Die französische Regierung habe ebenso die Einrichtung einer österreichischen Vertretung in Paris angenommen.
Neue Leitung der Ravag
Wien, 19. Nov. Dr. Sigmund Guggenberger wurde mit der provisorischen Leitung der Ravag betraut.
Der Fall Dr. Bumballa
Unterstaatssekretär Dr. Gruber erklärte in den „T. N.“: „Die Meldung, daß es sich bei den Gegensätzen zwischen Dr. Bumballa und der ÖVP. um eine Auseinandersetzung zwischen Reaktionären und fortgeschrittenen Elementen handle, ist völlig aus der Luft gegriffen. Es hat eine gewisse Auseinandersetzung über die Verteilung des Einflusses in der Partei stattgefunden. Es ging dabei im wesentlichen darum, ob den freien Intellektuellen ein entsprechender Einfluß einzuräumen sei. Durch einige gegenseitige Mißverständnisse, wurde die ansonsten sachlich geführte Auseinandersetzung verschärft und Herr Dr. Bumballa, der im übrigen durchaus auf den Boden einer ausgleichenden Politik steht, war der Meinung, daß er zunächst bis zur Abklärung dieser Frage eine weniger
exponierte Stellung in weitere Verhandlungen im Gange, um die der Partei einnehmen solle. Es sind jedoch bereits Differenzen zu bereinigen. Es ist durchaus zu erwarten, daß in den allernächsten Tagen die Wiederaufnahme der Tätigkeit durch Dr. Bumballa im Rahmen der Österreichischen Volkspartei erfolgen wird. Auseinandersetzungen dieser Art sind selbstverständlich nicht immer zu vermeiden und gewinnen eigentlich nur infolge der ungeklärten politischen Lage eine gewisse Schärfe.“
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deckungen auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen und Lebensmittelchemie, besonders für die Erfindung einer neuen Methode der Futtermittelkonservierung. Prof. Wolfgang Pauli, ein österreichischer Gelehrter, erhält den Physik=Nobelpreis 1945. Prof. Pauli führte seine Forschungen auf dem Gebiet der Atomenergie seit 1940 in den Vereinigten Staaten weiter. Bis zum Zwangsanschluß 1938 war Pauli Professor an der Universität Wien und Vorstand des Institutes für medizinische Kolloidchemie. Er verließ Österreich nach dem Anschluß.
Vor einem Kreditabkommen zwischen Amerika und England
Washington, 17. Nov. Die Verhandlungen über eine Anleihe der Vereinigten Staaten an England werden voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche erfolgreich abgeschlossen. Ein in der gestrigen „New York Times“ erschienener Bericht von John Crider besagt, daß man sich über zwei wichtige Punkte einig geworden sei, drei Fragen stünden noch offen.
Crider erklärt, daß die Beteiligten sich über die Zahlung von zwei Prozent Zinsen für eine Anleihe von 3,5 bis 4 Milliarden Dollar einig gevorden seien. „Amerikanischerseits bewilligt man offenbar“, wie Crider weiter schreibt, „dreieinsalb Milliarden Dollar und außerdem ede Summe, die England braucht, um die ameritanischen Kriegsüberschüsse und Restposten aus em Leih= und Pachtabkommen zu bezahlen. Die
Engländer möchten aber die Anleihe an sich mit vier Milliarden Dollar festsetzen. Die Kontrolle des Güteraustausches ist der zweite Punkt, über den man sich noch einig werden muß. Crider schreibt, daß die Engländer darauf bestehen, noch weiterhin während der übergangsperiode eine Kontrolle des Güteraustausches durchzuführen. Die Amerikaner dagegen sprachen sich dafür aus, daß die Kontrollen aufgehoben oder zumindest weitestgehend abgeändert werden müßten. Man ist sich auch noch nicht über die „Ausweich= und Verzichtsklause!“ einig. Diese Klausel beinhaltet eine Befreiung der Engländer von der Zinszahlung für jene Jahre, für die ein zu bildender internationaler Ausschuß feststellt, daß England eine Unausgeglichenheit in seiner Dollarbilanz habe.
Churchill für „Vereinigte Staaten von Europa“
London, 17. Nov. Winston Churchill sprach vor beiden Häusern des belgischen Parlamentes, die ihm einen glänzenden Empfang bereiteten. Er sagte u. a.: „Warum sollte es unter Führung der Weltorganisation nicht möglich sein, die Vereinigten Staaten von Europa entstehen zu lassen? Dadurch würde dieser Kontinent in einer seit dem Zusammenbruch des römischen Reiches nie dagewesenen Weise endgültig vereint und alle Völker könnten in Frieden, Wohlstand und Gerechtigkeit zusammenleben" Churchill erklärte weiters: „Es liegt auf der Hand, daß die Belange Großbritanniens und seines Empires mit denen der Vereinigten Staaten von Amerika täglich enger verknüpft werden und daß der englisch sprechenden Welt immer stärker gleiches" Gedankengut zueigen wird.“
Die Schweiz tritt den Vereinten Nationen bei
Bern, 17 November Die Schweizer Regierung, die ihre neutrale Haltung in den letzten zwei Weltkriegen aufrechterhalten hat. beabsichtigt der Organisation der Vereinten Nationen beizutreten.
Vor einer Regierungskrise in Italien
Rom, 19 November.
Die liberale Partei Italiens verlangt eine Verbreiterung der Regierung durch Männer, deren Erfahrung und Ansehen Italien zugutekommen könne. Der tiefere Grund dieser Forderung besteht in Meinungsgegensätzen über die Fragen der Wahlgesetze
und über die Reinigung des öffentlichen Lebens vom Faschismus Es hängt nun von der christlich=demokratischen Partei ab, ob sie diesem Vorstoß gegen die Linkspartei unterstützen wird. Geschieht dies, so ist eine Regierungskrife nicht zu vermeiden.
Die Lage in Iugosiawien
Erklärungen Tilos
Belgrad, 19. Nov (Neuter). Marschall Tito erklärte in einer Pressekonferenz. „Das Volk will keinen König und wünschl ihn nicht mehr anzuerkennen.“ Tito erklärte weiters, daß Banden der kroatischen Astascha nach der Niederlage Hitlers in die Wälder geflüchtet waren und kleine Gruppen gebildet haben, die sich selbst „Kreuzfahrer“ nennen. Sie rufen unter den Bauern in den entlegenen Bezirken ein Gefühl der Ansicherheit hervor. In Bosnien arbeiten sie zusammen mit den Tschetnikverbänden des General Michailowitsch Tito erklärte, die jugoslawische Regierung sei wiederholt an die Alliierten mit dem Ansuchen herangetreten, den kroatischen Quisling, den Ministerpräsidenten Ante Pavelic auszuliefern der zuverlässiigen Meldungen zufolge, sich in der Nähe von Klagenfurt
in Kärnten aufhalten soll.
Beginn des Närnberger Prozesses
Nürnberg, 19. November.
Wie heute berichtet wird, wird die erste Sitzung im Prozeß gegen Kriegsverbrecher am Dienstag um 11 Uhr stattfinden.