Tiroler Tageszeitung 1945

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##te 7 Nr.
Tiroler Tageszeitung
9
Grundfragen unserer Demokratie
Erklärungen des Unterstaatssekretärs Dr. Gruber
Südtirols Energieerzeugung
„ Innsbruck, 17. November.
Im dicht gefüllten Stadttheater sprach am Samstag abend Unterstaatssekretär Dr. Gruber in einer vom Parteivorsitzenden Dr. Platzgummer geleiteten Versammlung der Österreichischen Volkspartei. Dr. Gruber führte u. a. aus:
Weshalb Wahlen?
Es war eine schwere Entscheidung, die Wahlen noch vor Beginn des Winters durchzuführen. Wir alle wußten, daß das Volk heute im Grunde genommen andere Sorgen hat als den Streit um politische Fragen. Aber wir sind zur Erkenntnis gekommen, daß die Regierung in ihrer heutigen Zusammensetzung nicht die Basis zu einer zweckmäßigen Aufbauarbeit sein kann, und haben uns deshalb entschlossen, das Volk zur Entscheidung aufzurufen, um eine dem Volkswillen zweckentsprechende Körperschaft zu sichern. Wenn wir heute über die Grundsätze der politischen Programme sprechen, müssen wir vor allem an die Lehren der Vergangenheit denken.
Zwischen den beiden Kriegen wurden große politische Fehler gemacht, aber diese Fehler waren nicht einseitig
Wer wollte heute noch in dem tausendfach verschlungenen Weg der politischen Parteien zwischen den Kriegen die Schuld feststellen. Es gibt für die Gesundung der Politik in Österreich nur ein gesundes Prinzip:
Es kehre jeder vor seiner eigenen Tür!
Wir müssen aus der Vergangenheit vor allem die Lehre ziehen, daß die politische Freiheit ein Gut von unschätzbarem Wert ist, daß die Schwierigkeiten, die uns die Demokratie bringt, gering sind gegen die Katastrophen, in die uns die Diktatur geführt hat. Die größten Feinde sind die Doktrinen und Ideologien. Sie sind es, die den Menschen in ihren Bann schlagen und ihn schließlich zum Sklaven seiner eigenen Erfindung machen. Es ist noch nicht lange her, da wurde das Volk aufgerufen, ungemessene Opfer für die Allgemeinheit zu bringen. Es wurde uns erklärt, es wäre gleichgültig, ob wir alle mit unseren Kindern zugrunde gingen, wenn nur Deutschland lebe. Deshalb wollen wir Schluß machen mit allen jenen Ideologien und zurückkehren zur wahren Demokratie, die den
Menschen selbst in den Mittelpunkt der
stellt. Die politische Freiheit ist aber auch nur dann ein anerkanntes Gut, wenn sie die Existenz der Menschen sichern kann. Deshalb kommt den wirtschaftlichen Fragen eine zentrale Bedeutung im Staatsleben zu. Hier liegen deshalb auch die großen Unterschiede der politischen Programme.
Die Planwirtschaft
kann verschiedenes bedeuten. Sie kann bedeuten, daß der Staat die Produktionsmittel übernimmt und selbst zu produzieren beginnt. Wenn der Staat aber den Betrieben Anweisung und Produktionsprogramme gibt, muß er auch die Verantwortung für sie übernehmen. Das bedeutet aber die Sicherung der Zahlungsfähigkeit der Betriebe von Staats wegen. Diese große Aufgabe kann der Staat aber nur bewältigen, wenn er zum Arbeits= und Konsumzwang schreitet. Nicht du entscheidest länger, wo du arbeitest, sondern der Reichseinsatzleiter, nicht du entscheidest, was du verbrauchen darfst, sondern der staatliche Konsumplan.
Wo der totale Staatsplan in Kraft tritt, hat das persönliche Planen ein Ende
Der Mensch wurde aber nicht als intelligentes Wesen geschaffen, damit er seinen Verstand dem
Staate verpachtet. Wir haben deshalb ein anderes Programm. Wir wollen weder, daß das Ungeheuer Staat den Menschen in allen seinen Lebensäußerungen verschlingt, noch wollen wir, daß es dem Privatunternehmer erlaubt wird, die Sorge um den Geldbeutel höher zu stellen als die Pflicht zum produktiven Einsatz.
Deshalb muß der Staat die Verantwortung für die Vollbeschäftigung übernehmen. Dazu bedarf es aber nicht wahlloser Sozialisierung, sondern des wohldurchdachten Programmes wirtschaftlicher Lenkung, daß politische Grundsätze aufrechterhalten bleiben und die Privatinitiative dafür sorgt, daß Preise und Löhne in einem bestimmten Verhältnis bleiben und daß das Kapital nicht einseitig in bestimmte Kanäle geleitet wird. Wir wollen aber auch
nicht, daß Privatinitiative ein Klassenprivileg der Unternehmer
bleibt. Wir wollen vielmehr, daß der Jugend ohne Rücksicht auf Einkommen und Herkunft der Aufstieg in alle Kommandostellen in Staat und Wirtschaft gesichert wird. Auch hier sind wir entschlossen, völlig neue Wege zu gehen. Wenn wir vom Arbeiter verlangen, daß er nicht in Klassenkategorien denken soll, dann muß ihm auch das Gefühl genommen werden, daß die Zugehörigkeit zu seiner Klasse als unabänderliches Fatum feststeht. Die Jugend muß aber auch hinausgeführt werden aus der Enge des nationalistischen Denkens. Wir müssen wieder den Anschluß an die großen, tragenden Ideen gewinnen, die heute die Welt neu zu gestalten beginnen. Wir müssen tatkräftig an allen Bestrebungen mitarbeiten, die die Völker enger zusammenführen und die ihnen gestatten,
die Rüstungslasten zu überwinden. Wir glauben aber, daß wir auch unsere Stimme erheben dürfen, daß die Ungerechtigkeit, die dem schwachen österreich des Jahres 1918 zugefügt wurde, wieder gutgemacht wird, daß insbesondere
Südtirol
wieder von dort zurückkehrt, wohin es wider alle Vernunft und Einsicht gerissen wurde, zu Österreich.
In der Nazifrage steht der Grundsatz der Gerechtigkeit an der Spitze. Es gibt Lumpen in jeder politischen Farbe. Deshalb ist jede kollektive Verantwortung der Massen eine Erfindung des Teufels. Wir setzen an ihre Stelle die Einzelverantwortung des Menschen, weil wir wieder Schuld und Strafe verknüpfen wollen, wie es allein eines Rechtsstaates würdig ist. Wir wollen nicht die Schuldi gen schützen, sondern wir wollen die Masse der Irregeführten zurückführen auf den Boden des freien demokratischen Rechtsstaates. Wir brauchen in Österreich aber nicht nur einen Generalplan der Politik, sondern auch
Vorsorge für die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung
Hier gilt ein altes englisches Sprichwort: Männer sind wichtiger als Maßnahmen. Wir wollen nicht die Herrschaft der Bürokratie. Wenn diese nicht die politische Kontrolle fühlt, beginnt sie sich hinter den Papiermassen des täglichen Lebens zu verschanzen. Der Amtsschimmel galoppiert heute in noch nie gesehenen Ausmaßen durch alle Amter des neuen Österreich. Wir wollen aber nicht die Demokratie der Zylinderhüte, sondern den organisierten Willen des österreichischen Volkes. Wir wollen eine Politik es Ausgleiches und der Verständigung, die die Menschen nicht zu trennen sucht, sondern sie verbindet. Tirol muß bleiben eine Stammburg der Freiheit und eine Zitadelle der österreichischen Ideg.“
S. P. S. Die italienische Regierung, die sich bei ihrer Forderung nach Verbleib Südtirols bei Italien weder ethnographische noch im Zeitalter der Atombombe und der Superfestung auf militärische Gründe berufen kann, führt vielfach wirtschaftliche Gründe an.
Besonders beruft sie sich darauf, daß Italien die Energie der Südtiroler Wasserkräfte nicht entbehren könne. Nun beträgt aber die Südtiroler Energieerzeugung nur sieben Prozent der gesamten italienischen Energieerzeugung Und von diesen sieben Prozent wird noch die Hälfte im Lande selbst verbraucht, zum Teil für den Bahnbetrieb, zum Teil für die vor allem bei Bozen und Meran künstlich gezüchteten Industrien. Bei einer Rückkehr Südtirols zu Österreich, die auch die Rückverlegung des Großteils der in Südtirol aus nationalistischen Gründen aufgebauten Industrie nach Italien zur Folge hätte, würde Italien vielleicht fünf bis sechs Prozent seiner Gesamtstromerzeugung
verlieren, denn die restlichen ein bis zwei Prozent werden ja auf jeden Fall in Südtirol selbst verbraucht, auch ohne daß es die großen Industrien weiter behält. Aber selbst dieser Verlust dürfte sich für Italien zum größten Teil durch entsprechende Verträge, die den technisch durch
Washington, 17. November.
Aus Mitteilungen über die Geheimhaltung der Atombombe erfährt man: Zunächst bestand die Frage, wie alles vor dem Feinde geheimgehalten werden konnte. General Marshall berief die
Funktionäre des Spionage=Abwehrdienstes zusammen und gab folgende Erklärung ab:
„Die Vereinigten Staaten und Großbritannien haben die Aufgabe übernommen, die Atomenergie zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden Anlag in New York, im Tale des Tenesseeflusses, im Tale des Columbiaflusses im Staate Washington und im Gebiete von New Mexiko errichtet werden. Dieses Projekt beinhaltet die Errichtung neuer Städte. Die Umsiedlung von Arbeitern, da letzten Endes einige hunderttausend Arbeiter bei der Erzeugung der Bombe Verwendung finden sollen. Nun soll womöglich niemand von der Existenz dieses Projektes wissen. Diejenigen, die davon wissen, dürfen weder seine Kosten noch seine Reichweite kennen, nur ganz wenige dürfen die Namen der dabei beschäftigten Wissenschaftler kennen. Die Arbeiter einer Anlage dürfen nicht von der
Existenz einer anderen Anlage wissen. Diejenigen, die wissen, daß einige Fabriken bestehen, dürfen nicht wissen, in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Und das ist Ihre Aufgabe, meine Herren vom Spionagedienst, das ganze Projekt geheimzuhalten!" Es wurde nun ein Plan entworfen, der nur in einem demokratischen Lande und niemals in einem faschistischen Lande möglich gewesen wäre. Es wurde einfach ersucht, über alle Veröffentlichungen, die die Atomenergie betreffen, einen schwarzen Vorhang fallen zu lassen. Das Resultat dieser Intervention war, daß jede Publizistik über Atomenergie mit Ausnahme der beeinflußten Artikel aufhörte.
Die feindliche Spionage wurde auf eine falsche Fährte gebracht
Wenn man in der Goebbels=Art im vorhinein geprahlt hätte, würden die Deutschen ihre Arbeit an der Atomenergie beschleunigt haben. So widmeten sie aber ihre Zeit der Entwicklung anderer Waffen, den V=1= und V=2=Raketen. Der Spionageabwehrdienst bringt noch eine erstaunliche Tatsache zutage. Auf Grund von in Deutschland aufgefundenen Dokumenten kann man heute mit
aus möglichen Export dieser Energie nach Italien sicherstellen. vermeiden lassen.
Das Unterland gehört zu Bozen
S. P S. Im Jahre 1926 wurde bei der Schaffung der Provinz Bozen das Bozner Unterland (Bezirk Neumarkt) von Mussolini der Provinz Trient zugewiesen, um jede Erinnerung an die Salurner Grenze auszulöschen und um das Unterland im italienischen Trentino aufgehen zu lassen. 1943 wurde die Verwaltungsgrenze wieder bei Salurn gezogen, nach dem Zusammenbruch im Frühjahr 1945 aber neuerlich nach Leifers vor die Tore Bozens verlegt und das Unterland also zu Trient geschlagen. Dabei bestand die Bevölkerung des Unterlandes 1939 noch zu 774 Prozent aus Tirolern und nur zu 22.6 Prozent aus Italienern Die ganze ethnographische, administrative und wirtschaftliche Widernatürlichkeit dieser Maßnahme hat nicht nur bei den Bewohnern des Unterlandes zu
zahlreichen Petitionen um Rückgliederung an Bozen geführt, sondern auch die italienischen Sozialisten in Bozen veranlaßt, zu verlangen, daß so rasch als möglich die Zuweisung solcher Gemeinden an die Provinz Bozen überprüft werde, in denen Tiroler und Italiener zusammen wohnen, also der Unterländer Gemeinden.
Sicherheit feststellen, daß die Deutschen in der Entwicklung der Atombombe um Jahre zurück waren.
Trotz aller Bemühungen
stieg die Anzahl der Leute, die um das Geheimnis wußten, und damit die Möglichkeit von Indiskretionen. Die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen waren so ungewöhnlich, daß Angehörige der Armee wegen unvorsichtiger Außerungen oder anderer Verletzungen des Geheimnisses nicht einmal vorein Militärgericht gestellt wurden,
da der Verteidiger, die Mitglieder des Gerichtshofes und die Stenographen von dem Projekt hätten erfahren müssen. So wurde der Schuldige, nachdem er
das Versprechen gegeben hatte, in Hinkunft vorsichtiger zu sein
auf einen Posten ins Hinterland versetzt, wo für ihn keine Gefahr bestand, von den Deutschen oder Japanern gefangen zu werden. Auch Zivilange stellte, die sich nicht als zuverlässig erwiesen, wur, den auf diese Art entlassen. So gelang es in Anerika tatsächlich, das Geheimnis bis zum allerletzten Moment der Explosion der ersten Atombombe über Hiroshima zu wahren. Auf demokratische Weise, ohne Gestapo, aber weit wirksamer, als es jemals in Deutschland oder in Japan möglich war.
Die Politik im Zeitalter der Atombombe
„Weit vorausdenken!“
Charleston, 17. November. Außenminister Byrnes=erklärte: „Die zivilisierte Welt kann einen Atomkrieg nicht überleben. Für unsere Generation bedeutet diese Tatsache eine Kampfansage. Am ihr zu begegnen, müssen wir weit vorausdenken. Wen wir unser normales Leben weiterleben wollen, müssen wir mit den gegebenen Möglichkeiten arbeiten und die bestehenden verbessern und zuschauen, wie wi den schweren Prüfungen unserer Zeit gewachsen sind. Die Erklärung Trumans, Attlees und Mackenzie Kings ist der erste Schritt in den Bemühungen, um die Welt vor einem verzweifelten Rüstungswett lauf zu verschonen“.
Weltregierung?
Wiederbegegnung Von Rudolf Kaunitsch
Nach dem Ziel „Aniversitätsstraße“ führte mich mein Weg über den stark belebten Burgraben an der Hofkirche vorbei. Deutsche Kriegsgefangene arbeiteten an der Wiederherstellung der Außenfront der Kirche. Der Eingang war noch mit Brettern verschlagen und nur eine schmale öffnung bot Einblick in das Innere der Kirche, in welcher viele Männer im Schutt und Staub an der Wiederinstandsetzung arbeiteten. Als meine Augen, durch die Helligkeit des Tages geblendet, das matte Innenlicht durchdrangen, sah ich, daß um das Grabmal Maximilians die Bronzestatuen wieder standen.
Mit freudigem Staunen bahnte ich mir meinen Weg über die Trümmer und Reste von Balken, Breitern, Steinen und Schutt und stand wieder wie in stiller Andacht vor meinen geliebten Statuen, über welche ich vor sechs Jahren in ungezählten Führungen vor tausenden Menschen sprechen durfte. Chlodwig der I. Philipp der Schöne, Rudolf von Habsburg usw., sie umgeben wieder am alten Platze den Kenetaph des „Letzten Ritters“ als stumme Zeugen großer geschichtlicher Vergangenheit und Meisterwerke spätgotischer Bildhauer und Erzgußkunst.
Als im Jahre 1939 die Führungen eingestellt wurden, dachte ich „wirst du jemals diese Gestalten wiedersehen“ mit denen man inerlich wie verwachsen wurde und welche man im Laufe seiner Tätigkeit fast unbewußt liebkosend gestreichelt und, es mag paradox klingen, an der Berührung des kalten Erzes sich erwärmte. Es entstand so etwas wie ein Besitzgefühl, wenn man davon sprach und sagte: „Meine schwarzen Mander.“ Angesichte dieser Begegnung mußte ich an meinen Kollegen Anton Bereiter den
ken, welcher als gründlicher Kenner der Habsburger Geschichte seine Führungen, trotz starken Gegenwindes, von diesem Gesichtspunkte aus belebte und der es sich als Endziel setzte, als Führer der Hofkirche seine (um seine Worte zu gebrauchen) kulturhistorische Mission bis in den Ruhestand auszuüben. Leider war es ihm nicht vergönnt, in seinem edlen Streben alt zu werden. Er fiel im Jahre 1942 irgendwo auf dem Balkan einem irrsinnigen Gemetzel zum Opfer.
Sein und das Schicksal von abertausenden Männern, Vätern, Söhnen, Frauen und Kindern aller Zungen umsäumen gleichsam als bronzene Kreuze den Weg, den die Überlebenden nun in eine neue Zeit der menschlichen Verständigung unter dem ewigen Pendelschlag von Schuld und Sühne gehen dürfen.
Ja, wir überlebenden können nun die Wunden langsam narben sehen und uns freuen des noch verbliebenen Besitzes, so hart auch die Verluste schmerzen mögen, und unsere Kraft wieder in den Dienst der Wiedererrichtung und der Neugestaltung stellen. Ans freuen des verbliebenen Besitzes ....
Angesichts des Gesamteindruckes in der Hofkirche kam es mir erst richtig zum Bewußtsein, was Besitz bedeuten kann Daß die Hofkirche als Ganzes erhalten geblieben mit ihren Werken unersetzlicher künstlerischer Gestaltungskraft, welche mit Namen wie Peter Vischer, Sesselschreiber, Godl, Colin u. v. a. nicht erschöpft sind, da sie in ihrer Eigenart ebenso unersetzlich sind wie die Werke des Titanen Michelangelos oder des Meisters von Hell=Dunkel, Rembrandt oder Albrecht Dürers, ist Besitz. Sie können nun auf den Beschauer wirken jedes auf seine Art. Es ist das Geheimnis der Kunst daß sie zu jedem Herzen mit anderen Worten spricht. —
Auch stand ich wieder am Grabe Andreas Hofers und konnte mich noch an den Trauerflor an der Fahne erinnern, welcher in meiner Gegenwart im Jahre 1939 unter einem jedem geschichtlichen Empfinden hohnsprechenden Vorwande mit einer üblen Geste im Auftrage von irgendjemandem entfernt wurde. — Bald darauf wurde auch die Marmortafel mit dem Spruch Bruder Willram"s:
„Ein Volk, dem man die Heimat nahm,
Gräbt knirschend seinen Zorn und Gram
Hier in den Stein der Felsengruft
Und schwört bei Hofers Staub und ruft:
Wir werden rasten und ruhen nicht, 1
Bis unser Knechtschaft Fesseln bricht
Und Nord und Süd die Bruderhand
Sich reichen im deutschen Hoferland.““
Der Freundschaft zweier Größenwahnsinniger zuliebe von den eigenen Deutschen entfernt und damit das geistige Band der Bestrebung einer. natürlichen Vereinigung zerrissen, um das heute wieder zu knüpfen die französische Besatzungsmacht mit dem Volke unter dem Tiroler Adler aufrichtige Bemühungen gezeigt hat.
Wendepunkte der Geschichte in einer Zeit, der wir entgegeneilen. Der auf dem Kenotaph, mit dem Gesicht zum Altar gewendet, kniend betende Maximilian, der Letzte Ritter, umgeben von den Genien: „Gerechtigkeit, Weisheit, Stärke und Klugheit“ wird nun auch zum Symbol der Gegenwart, welche im Dienste der Evolution der Menschheit ihre Staatskunst in Anwendung zu bringen hat, im ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.
Die Pforten der Hofkirche öffnen sich ...
Philadelphia, 17. Nov. Der Nobelpreisträger Prof. Compton, Rektor der Universität von Washington erklärte, die Atomenergie schaffe zum erstenmal die Waffen, die eine zentralisierte Wellregierung zur Verhütung von Kriegen brauche.
Attlee ist sehr befriedigt
Washington, 17. November. Premierminister Clement Attlee stattete heute Präsident Truman im Weißen Hause einen Abschiedsbesuch ab. Als er Beamten des Weißen Hauses die Hand schüttelte, erklärte er: „Ich verabschiede mich von Ihnen und kann Ihnen nur sagen, daß ich von dem Besuch sehr befriedigt bin. Alle waren mir gegenüber außerordentlich freundlich!“ Attlee und Premie ninister Mackenzie King begaben sich nach Kanada. Montag nacht wird Premierminister Attlee an beide Häuser des kanadischen Parlaments eine Ansprache richten.
Londoner Pressestimmen zum Atompakt London, 17. November. Die in den heutigen britischen Morgenzeitungen erschienenen Besprechungen der Atomenergiekonferenz in Washington zeigen alle Abstufungen, angesangen von warmer Anerkennung bis zu scharfer Kritik, deren Höhepunkt ein fettgedruckter Leitartikel von vierzig Worten in „Daily Expreß“ darstellt, der besagt, daß die Polirik in den Fragen der Atomenergie mangelhaft und der Situation nicht gewachsen sei und daß in Hinkunft bei jeder internationalen Kon
ferenz die Atombombe als düsteres Gespenst anwesend sein werde.
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