Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:11

- S.77

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Hember
reitag 22 November 1945
Araler Tageszeitung
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Bauunglück in Kematen
Die Baufirma Schreieck führte am 20 Novemder im Siedlungsgebiet Kematen Arbeiten zur zeuaufstellung einer Autogarage durch Als die Arbeiter eine etwa 20 Meter lange schwere Wand aufgestellt hatten und diese richtig einstellen wollten, stürzte sie plötzlich ein und traf den zufällig nwesenden 6jährigen Günther Weber so unglücklich auf den Kopf, daß dieser mit einem Schädelbasisbruch liegen blieb und in schwerveretztem Zustande in das Innsbrucker Krankenlaus überführt werden mußte Auch der dreiährige Heinz Hettich wurde von der einstürzenden Land getroffen und erlitt einen Bruch des rechten Unterarmes. Er konnte in häuslicher Pflege beassen werden.
Allerlei aus Ötz
Es wird uns berichtet: Unter Mitwirkung der gesamten Bevölkerung erstehen die Totalbombengschädigtenhäuser am Schrofen. Es dürften heuer rch einige Familien in die neuen Wohnhäuser einziehen können.
die durchgeführte Sammlung für den Tirolerniegsopferfonds brachte das stolze Ergebnis von 387.— Mark ein. Die Sammlung übersteigt alle ufgezwungenen Sammlungen der Nazizeit.
Der schon vor einem Jahr gefallen gemeldete sohn des allgemein bekannten „Jörgler“ kehrte us der russischen Kriegsgefangenschaft zurück. der Heimkehrtag war gerade der Tag, an dem die lichliche Jahrtagmesse war.
Wie heißt man das?
zu diesem Bericht sendet uns die Firma Franz slätzle u. Söhne, Innsbruck, folgende Erwideung: „An einem Abend der vergangenen Woche uschien in unserem Betrieb Herr Zorzi der Firma Unterberger u. Co. mit der Bitte, das Auslageinster des Geschäftes Herzog=Friedrich=Straße gei Einbruch zu sichern. Bekanntlich kommen siche Einbrüche in Innsbruck gegenwärtig allrächtlich vor. Da der für unseren Betrieb arbeiunde Zimmermann nicht mehr erreichbar war nd die hiefür vorgesehene Sperrholzplatte daher cht eingesetzt werden konnte, lieh unser Ge##stsführer der Firma Unterberger u. Co. für lise Nacht zwei Fenster aus den Kirchenglaskständen, die am nächsten Tage morgens vereinirungsgemäß durch Sperrholzplatten ersetzt hätin sollen werden und ersetzt wurden.
Selbstverständlich wurden die betreffenden Scheiben für desen Zweck nicht zugeschnitten, um für ihren
Ab Rontag, 26. November 1945, melden sich die Tiroler Kriegsopser (Kriegsinvalide, Kriegersbitven, Kriegerwaisen, bzw. deren Vertreter, nterstützungsbedürftige Eltern von Kriegsgefalleun, die in Innsbruck (mit Amras, Arzl, Hötting, fühlau) wohnhaft sind, zur Aufnahme in den biegsopferverband (Gewerkschaft der Kriegszier) in Innsbruck, Hofgasse 2, Zeit: 9 bis 12 m4 bis 6 Uhr.
eigentlichen Zweck verwendbar zu bleiben. Für diese Leihe bzw Beistellung hat weder unsere Firma noch irgend einer ihrer Mitarbeiter von der Firma Unterberger u Co irgend ein Geld oder eine sonstige Vergütung erhalten. Der Zweck dieser Leihe war der, der Allgemeinheit einen Dienst zu erweisen dadurch, daß, wenn auch nur für eine Nacht, wichtige Lebensmittel vor Diebstahl und Einbruch geschützt wurden, wofür unser Geschaftsführer allgemeines Verständnis voraussetzte und voraussetzen durfte.“
An die Rentenempfänger der Gewerkschaften und der DAF.
Es wird mitgeteilt: Der österreichische Gewerkschaftsbund sordert alle Rentenempfänger der
AF die vorher Mitglieder der Gewerkschaften waren und aus dieser Mitgliedschaft Renten zugesprochen erhielten, auf, sich unter Vorweisung der Unterlagen (Mitgliedsbücher. Bescheide. Belege usw.) bei der zuständigen Gewerkschaft zu melden, soweit dies nicht bereits geschehen ist. Dasselbe gilt für Gewerkschaftsmitglieder, denen die Renten von der DAF eingestellt wurden.
Der Österr. Gewerkschaftsbund wird auf Grund der ermittelten Daten die ganze Frage prüfen und die notwendigen Beschlüsse fassen. Das Streben geht dahin, nach Möglichkeit wieder Renten zu gewähren, doch hängt das Ausmaß von der Leistungsfähigkeit des Österr. Gewerkschaftsbundes ab. Rechtsansprüche an den Gewerkschaftsbund bestehen nicht, jedoch soll den begründeten Wünschen unserer alten Arbeiter und Angestellten soweit als möglich Rechnung getragen werden.
Gewerkschafter, die Rentenempfänger sind, mögen sich beim Österr. Gewerkschaftsbund, Landesexekutive Tirol, Innsbruck, Maximilianstraße 7. 1. Stock, Zimmer 15, melden.
Tote
In Innsbruck starb Frau Margarete Abert, 86 Jahre alt; durch 63 Jahre saß sie bei ihrem Obststandl vor dem „Goldenen Dachl“ und erlebte dort gute und böse Zeiten mit ihrer geliebten Altstadt.
In Flaurlingerberg verschied am 18. November Bauer Josef Öfner im 79. Lebensjahre
Silberne Hochzeit. Am 15. November feierte Rudolf Baron Wagner=Wehrborn mit seiner Frau Valerie, geb Guldenbrein den 25. Hochzeitstag Um 9 Uhr vormittags fand in der Wiltener Pfarrkirche der Festgottesdienst statt, welchen Pfarrer Dom Dietrich hielt. Die Stadtmusikkapelle Wilten, der der Jubilar als Obmann vorsteht, blies dabei die Deutsche Messe von Franz Schubert und bewies mit ihrem harmonischen Spiel ihr altbewährtes Können. — In diesen Tagen feierten die silberne Hochzeit in aller Stille Postwerkmeister Franz Kößler und Anna, geb. Kampfl, in Rum.
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Motorraddiebstahl
in der Nacht vom 21. auf 22. November wurde der Oswald=Redlich=Straße 2 ein Motorrad, sich 200 TV 7616, Motornummer 96943, ent
für zweckdienliche Angaben bei nächster Polieine Belohnung von RM. 500.—.
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Erstes Kirchenkonzert des Kulturinstitutes!
Unter der berufenen Leitung des Prof. Karl Koch kommt im Rahmen des Österr. Institutes für Kultur und Wissenschaft heute um 20 Uhr in der Pfarrkirche von Wilten ein Kirchenkonzert zur Aufführung.
*
Evangel. Pfarrgemeinde. Totengottesdienste am Totensonntag, den 25. November: In Innsbruck um 9 Uhr, Christuskirche, in Reutte um 9 Uhr, Schulhaus, in Landeck um 9 Uhr, Burschlkirche.
General Bethonart eröffnet die franz. Bücherei in Innsbruck
Vertiefung der kulturellen Beziehungen Von unserem ständigen Mitarbeiter M. Rieder
Innsbruck, 22. November.
Heute nachmittags wurde die erste französische Bibliothek in Österreich durch den Oberbefehlshaber der französischen Besatzungstruppen in Österreich, General Bethouart, eröffnet. Bis zur Eröffnungsstunde war in fieberhafter Tätigkeit gearbeitet und die sehr geschmackvollen Räume in der Anichstraße eingerichtet worden. Um halb 4 Uhr nahm eine französische Ehrenkompagnie Aufstellung und sperrte den Gehsteig auf beiden Seiten, so daß sich beim Eintreffen des Generals bereits eine große Menschenmenge angesammelt hatte die mit lebhaftem Interesse alle Vorgänge verfolgte Unter den Ehrengästen, die zu der Eröffnung erschienen waren, sah man den Gouverneur Exz Voizard, den Chef des Kabinetts Colonel Carolet, den Chef des Informationsdienstes Direktor
Weymüller sowie Landeshauptmann Dr Ing Weißgatterer und Landesrat Prof Dr Gamper.
General Bethouart wurde durch Herrn Direktor Weymüller empfangen und durch die verschiedenen Räumlichkeiten geleitet Geschmackvoll eingerichtete Schaufenster laden zum Besuch der Ausstellung ein, die das 20. Jahrhundert und die Zeit der Klassiker in Bild und Schrift veranschaulicht. In der Verkaufsabteilung liegen rund 2000 Bücher auf, die ausschließlich für den Verkauf bestimmt sind. Außerdem sind zahlreiche französische Modejournale, technische und wissenschaftliche Zeitschriften sowie Wochenzeitschriften und Tageszeitungen vorhanden. Eine Treppe tiefer, in einem äußerst geschmackvoll eingerichteten Lesesaal, befindet sich die Leihbibliothek, die zur Zeit rund 1000 Exemplare besitzt. Die Wände schmücken gut gezeichnete Porträts von Molière, Balzac.
Montaigne und Voltaire. Gepolsterte Stühle, schöne Möbel, ein Radio mit Plattenspieler verbreiten eine Atmosphäre der Behaglichkeit für den Leser.
Nach Beendigung der Besichtigung hielt General Bethouart eine kurze Ansprache in der er unter anderem ausführte „Wenn wir auf die geschichtliche Entwicklung der letzten Jahre zurückblicken, so müssen wir feststellen, wie viele schwere Fehler jene Staaten begangen haben, die Frankreich und Österreich einander entfremdeten Trotz dieser langen Jahre in der die Verbindung zwischen österreich und Frankreich abgeschnitten war. gingen wir schon bald nach Beendigung des Krieges und dem Eintritt der großen politischen Wende daran, die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern neu anzubahnen, denn die geistige Verwandtschaft, die zwischen dem österreichischen und französischen Volk besteht, ist eine Tatsache, die sich immer wieder bestätigt hat
Seit ich hier bin, habe ich danach gestrebt, den geistigen Austausch zwischen meinem Vaterlande und Österreich so viel als möglich zu steigern Ich werde meine bisherigen Bemühungen in dieser Hinsicht noch verdoppeln Die Ergebnisse unserer kulturellen Zusammenarbeit sind bereits recht zufriedenstellend. Eines dieser Ergebnisse ist die Schaffung der französischen Bücherei in Innsbruck. Ich möchte hierbei der Hoffnung Ausdruck geben, daß diese Bibliothek sich eines zahlreichen Besuches erfreuen und eine weitere Anregung zur geistigen Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Nationen bilden möge und mithelfe, in österreichischen Kreisen die Kenntnis unserer Literatur zu vertiefen und zu erweitern, sowie ich annehme, daß auch meine Landsleute ihren
hiesigen Aufenthalt dazu benützen werden, sich mit den kulturellen Fragen Österreichs und besonders auch mit seinem Schrifttum zu beschäftigen.“
Die Ansprache des Generals schloß mit einem nochmaligen Dank an die Mitarbeiter, welche die Bücherei in mühevoller Vorarbeit geschaffen haben, insbesondere Madame de Chamberet vom französischen Informationsdienst und dessen Leiter, Herrn Direktor Weymüller.
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Kinderturnen in der Turnerschaft Innsbruck
Den großen Bemühungen dei Vereinsleitung der Turnerschaft Innsbruck ist es zu verdanken, daß ab nächster Woche eine Kinderturnstunde durchgeführt wird. Diese Turn= und Spielstunden für Kinder sind in zwei Altersgruppen eingeteilt (3 bis 6 Jahre 2 Wochenstunden und 6 bis 9 Jahre 2 Wochenstunden) und werden von ausgebildeten Kräften und einem Arzt geleitet. Ort und Beginn der Kinderturnstunde werden noch bekannt gegeben Anmeldung täglich 16 bis 20 Uhr, Kanzlei der Turnerschaft, Hofburg Nr. 1.
Holzaktion für die Glungezerhütte Die für Sonntag den 25. Norember angesetzte Holzaktion für die Glungezerhütte muß wegen der Wahl und wegen einer unvorhergesehenen Veranstaltung der Turnerschaft auf den kommenden Sonntag, 2. Dezembei verschoben werden. Falls inzwischen Schneefall eintreten sollte, so wird die Aktion mit Schiern durchgeführt werden. Treffpunkt, wenn keine Anderung eintritt: Samstag, den 1. Dezember, 15.15 Uhr bei der Patscherkofelbahn, Talstation.
Innsbrucker Eislausverein. Die Mitglieder der Tennis sektion werden ersucht, die Garderobeschlüssel ebestens zurückzustellen, da die Garderobekästen für die Wintersaison bereit sein müssen. Mit 20. Rovember d. J. beginnen die Einschreibungen und Ausgabe der Garderobekästen für die Wintersaison 1945/46. Ferner sind noch Schlittschuhe vorhanden, die ab 25. November täglich in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr an Mitglieder abgegeben werden.
Freitag, 23. November
Theater:
Landestheater. 20 Uhr „Der kleine Herr Riemand“ Konzert:
Musikverein: 20 Uhr Cellokonzert Prof. Popoff. Fülme:
Kammerlichtspiele. Wiederöffnung Montag.
Zential. Eine emeige Liebe“
Laurin: „Am Abend auf der Heide" (8=Uhr-Vorsiellung entfällt)
:Triumph.„ Die Gattin“
Löwen: „Truxa“
Hall. „Seine Lochtei ist dei Peter“
Fulomes „Deterle“
Seefeld: „Schüsse in Kabine 7“
Schwaz: „Der weiße Traum“
St. Johann: „Schrammeln“
RABIOINMSBRIICK
Gewerkschaftsfunk. Heute 18.30 Uhr spricht das Mitglied der Landeserekutive des Offerr Bewerkschaftsbundes, Josef Wilberger, über „Wirtschaftsdemokratie“.
Rundsunkprogrammänderung für Freitag, 23. November. Am 22 20 Uhr findet an Stelle des angekündigten Unterhaltungskonzertes ein Programm „Wiener Melodien“ der Funkkapelle Willi Walter statt Mitwirkend Fynni Fügner (Innsbruck).
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Nützliches und Plaudereien für freie Stunden
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Vie grau und ohne jede Sonne mancher Tag gist. Die Welt draußen und die im engen Ge#rt der eigenen Wände zeigt ein mürrisches Geund man selbst ist sicherlich mit dem linken Virtschaft, bie# sß zuerst aufgestanden und stößt sich an sicht
schritt und dem #en und unsichtbaren Dingen. Nirgends mag Menschen in verweilen und alles läßt sich so ungut an, ##es wohl am besten wäre, sich den Bettzipfel der das Gesicht zu ziehen, um nichts mehr sehen a hören zu müssen.
Die Blumen vom letzten Bergsonntag schauen so ssich zusammengekrochen und leise verwelkt aus, us hätten sie nie in heiteren Farben geleuchtet. #m spürt aus ihnen nur die Vergänglichkeit sles Schönen und das macht uferlos traurig lbtes denn gar nichts, um dieser schwermütigen zimmung Herr zu werden? Der Blick aus dem ünster macht auch nicht froh Schwer und tief ungen die Wolken herab und verhindern jede zmsicht.
Ein Druck am Knopf des Rundfunkgerätes und sötzlich schwebt eine Stimme durch den Raum. sine geliebte Stimme die man an ihrem satten. f#rmen Celloton sofort erkennt und deren Zauman erliegt: wie stets.
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„Ich liege still. im hohen grünen Gras,
Und sende lange meinen Blick nach oben ..
Vie von unsichtbaren Händen beiseitegeschoben, ellen sich die Wände und gleich einer Vision ersucht man eine Landschaft in satten grünen Fari# öber der die Mittagshitze flimmert Grillen ihr schrilles, eintöniges Feilen schläfert
ein und am hohen Himmelsgewölbe steht eine. weiße Wolkenlandschaft, die sich auflöst und zusammenballt, im unaufhörlichen Spiel der Winde. Die Stimme, die dieses Lied singt, befreit mein verdüstertes Gemüt auf wunderbare Weise. Alle tristen und von eingebildeten Widerwärtigkeiten belasteten Gedanken schwinden, alles wird weit und licht und die Sehnsucht erwacht und breitet ihre Flügel aus Wünsche kommen und vergehen und das müde Herz hofft wieder.
„Und schöne weiße Wolken ziehn dahin Durchs tiefe Blau, wie schöne stille Träume; — Mir ist, als ob ich längst gestorben bin,
Und ziehe selig mit durch ew"ge Räume .. Ich lausche ergriffen der Stimme, die dieses Lied singt. Ich kenne den Menschen und weiß von ihm, daß auch er seine Kämpfe hinter sich hat. Daß er erst nach langer, beschwerlicher Wanderung den Weg fand, den seine Kunst ihm wies. Was da zu mir tönt. auf fast geisterhafte Weise leben dig geworden, wird zum Symbol: Müssen wir nicht alle uns durch Gestrüpp und Wildnis hindurchtasten, ehe wir den Garten finden, in dem unsere Blumen blühen? Eine Wiese mit ziehenden Wolken darüber, ein murmelnder Bach, ein Wald grün und feierlich, ein Gipfel, im Kranz der Berge, ein Mensch. der ein Stück Weg neben einem hergeht, ein Freund, der einem die Last tragen hilft, wenn man glaubt, nicht mehr weiter zu können, wir alle
wissen um diese Lichtblicke die uns weiterhelfen, wenn wir meinen, das Leben hätte gar nichts mehr an Schönem zu vergeben. Scheint nicht die Sonne. auch wenn ihr Glanz von Nebel und tief hängenden Wolken verdeckt, unserm Anblick versagt bleibt?
Der Klang einer geliebten Stimme, möge sie doch immer den Weg zu unseren Herzen finden. wenn wir einsam und trauernd der Last grauer Stunden entfliehen möchten ...
Rücheneaisheit
Trockenmilch
Mit dem Trockenei haben wir uns nun nachgerade schon befreundet, das ist sicher Wir greifen nicht mehr mit bösem Blick nach der Schachtel sie heimlich ob ihres Inhaltes und des nun ganz verschwundenen Hühnereies verwünschend Wir berechnen vielmehr schon genauestens unser Nikolo= und Weihnachtskochprogramm damit und bedauern nur, daß wir nie und nie die nötige Milch dazu haben. Nun wird dem abgeholfen, und zwar in einer Form, die einerseits den Wünschen der Hausfrau nach einem vollwertigen Nahrungsmittel Rechnung trägt, andererseits aber auch die Erfordernisse der Zeit und ihre besonderen Konservierungsformen berücksichtigt
Daher setzen wir uns mit einem kräftigen inneren Ruck über die wieder neu auftauchenden Vorurteile — hat es jemals schon eine Friedenszeit gegeben, in der sie nicht waren? — hinweg und schütten das weiße lockere Pulver mit sicherem Griff in die Schüssel vor uns. Während wir es betrachten, erwägen wir was uns dei Fachmann dazu sagt:
„Trockenmilch, ein Milchpräparat, das von den Milchwerken erzeugt wird enthält keinerlei chemische Zusätze. Trockenmilch ist nichts anderes, als das von der Kuh gewonnene Sekret, dem das Wasser entzogen wurde Sämtliche Bestandteile wie Eiweiß, Fett Zucker. Nährsolze und die lebensnotwendigen Vitamine sind genau so wie bei der Rohmilch in der Trockenmilch enthalten Um daber Trockenmilch als Vollmilch wieder zu erhalten muß das beim Herstellungsverfahren entzogene Wasser wiedet hinzugesetzt werden. Zu 125 Gramm der Trockennilch setzt man 1 Liter Wasser, zu weniger das entsprechende Verhältnis. Das Wasser muß abgekoch: dann wiederum auf 35 bis 45 Grad Ceisius abgekühlt und dann erst mit dem Milchpulver vermischt werden. Die Auflösung erfolgt
bei dieser Temperatur am leichtesten Je besser die Auflösung erfolgt, umso vollmundiger und geschmackvoller wird die dadurch hergestellte Milch.
Aufgelöste Trockeamilch kann für alle im Haushalt vortommenden Zwecke verwendet werden.“
Das sagt dei Fachmann Daß der Laie es sagt, die ganze Familie, die um den Frühstückstisch oder die Mehispeise heium versammelt ist daß wir es nicht nur leer sagen, sondern täglich und immer wieder „mit eigenem Munde“ spüren dafür sorgt die Frau. Und dafür bitten wir sie, mit heiterer Miene und geschickter Hand am Küchenherde immer wieder zu sorgen. Wir alle in der harten Zeit dieses Nachkrieges danken es ihr.
Rleine Modenschan
Handtaschen
Ein Leidenskapitel für uns Frauen wenn man bedenkt daß man so ein kleines Ding (manchmal ist es auch groß: täglich täglich bei der Hand und in der Hand haben muß wobei niemand fragt woher und woraus wir es bekommen in dieser taschenlosen Zeit.
Nun woher man es bekommt, das ist eine dunkle Frage Es gibt manchmal einen ichtvollen Weg dazu aber ei bleibi im Verborgenen
Aber woraus man sie bekommt, das beweisen die tausendfältigen, manchmal geradezu raffiniert ersonnenen Verwendungsmöglichkeiten deren Resustate wir in Leinen. Wolle Zelltuch manchmal auch nur in kühn bedruckten und präparierten Stfpavieren in den Straßen und Verkehrsmitteln der Stadt zu sehen bekommen.
Da ist ein Reißve schluß als Friedenserinnerung daran, hier ein Knopf und dort eine kühne Schlinge. Hier schlenkert so ein freundliches Kriegsungetüm aufmunternd an die Beine dort überschlägt man mit einem großen flachen Etwas an der „Leine baumelnd; die Schulter
Eine Tasche schmiegt sich graziös in die Hand, die andere läßt sich rücksichtslos unter die Arme klemmen Zum ernstlichen Konfliki kommt es nur, wenn ihre Tragbänder die Gelenke in tückischer Umschlingung zu drosseln drohen Sonst ist sie ungefährlich Elegant schön und nützlich auch heute noch, da nicht mehr unser sübernes Monogramm auf ihrer vornehmen sedernen Titelseite prangt. Dafür herrschen wir mit unserem Erfindungsgeist über sie.
Amri.