Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:7

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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Sinzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine
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Postzustellung
Nummer 18/ 1. Jahrgang
6209

Redaktionelle Einsendungen und Anfragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. —
Druck: Torolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Donnerstag, 12. Juli 1945

Die Schuld der Illegalen
Hitler hätte Österreich auch dann überfallen, wenn es in diesem Lande nicht einen einzigen Nationalsozialisten gegeben hätte. Die Wirtschaftskraft und das Rekrutenmaterial unseres Landes wurden von der deutschen Schwerindustrie und von eroberungslustigen deutschen Militärs begehrt. Hitler handelte, wie diese es forderten. Schon damals, als die deutschen Truppen in österreich einmarschierten, konnte kein Zweifel bestehen, daß dieser Friedensbruch nicht um der blauen Augen jener Leute wegen erfolgt war, die in Österreich „Heil Hitler“ brüllten. Diese selbst freilich schienen damals nicht einmal zu ahnen, daß sie einstens als die Geprellten und Gesoppten dastehen werden.
Nochmals betonen wir: auch ohne daß in Österreich Illegale gegeben hätte, wäre Hitler darauf ausgegangen, unser Land zu rauben, so wie er andere Länder räuberisch angegriffen hat. Die große, unverzeihliche Schuld der Illegalen aber liegt darin, daß sie durch einen frevelhaften Verrat an ihrem Vaterlande und an ihren Mitbürgern die Pläne Hitlers förderten. Wir denken dabei an Männer, die den Eid der Treue geleistet hatten und die ihr gutes und nahrhaftes Brot auf Kosten des Staates besaßen, um dann jede Pflicht zu vergessen. Wir denken dabei an jene sogenannten Wirtschaftskreise, die heimlich von Hitler Gelder nahmen, um die österreichischen Arbeiter mit dem Bemerken auf die Straße zu setzen, der Betrieb rentiere sich nicht. Wir sehen jene Entwurzelten und Bankrotteure vor uns, die den Verrat am Vaterlande nach der
Art eines Hasardspieles betrieben. Noch hören wir die Detonationen der Böller, die in den Jahren 1933 und 1934 wichtige Anlagen und kostbare Menschenleben zerstörten und bedrohten. Es ist eine unbestreitbare geschichtliche Tatsache, daß der von den Blättern des Dritten Reiches so viel beklagte und geschmähte „Bombenterror“ zuerst in den Jahren 1933 und 1934 in österreich sich austobte. Damals gab es weder englische noch amerikanische Luftangriffe, wohl aber Naziattentate, angestiftet und bezahlt vom Braunen Hause in München. Von dorther kamen nicht nur die Böllersendungen, sondern ebenso die Mordpläne, durch die Österreich in den Schauplatz eines richtigen Bürgerkrieges verwandelt werden sollte. Gewiß: der Anstifter war Hitler und sein Kreis. Die Ausführenden aber waren österreicher. Menschen, die sich für Gold
kaufen und durch lockende Worte dazu bewegen ließen, um durch die schlimmsten Verbrechen die Sache ihres Landes zu schädigen.
Wie schon gesagt: Hitler bedurfte an und für sich dieser Trabanten nicht, um sich in den Besitz österreichs zu setzen. Dazu hatte er ja die Wehrmacht. Er benötigte jedoch diese Helfer, um dem Ausland ein falsches Bild über Österreich vorzutäuschen und auf diese Weise die diplomatische Lage für sich vorzubereiten. Deshalb, weil es Illegale in Österreich gab, konnten die Diplomaten und der Propagandaapparat des Dritten Reiches die Behauptung in die Welt setzen, österreich verlange „heim ins Reich“. Die Illegalen, deren krafsester Auswuchs die sogenannten Legsonäre waren, die sich in den Lagern auf dem Lechfeld und bei Weiden zum Kriege gegen das eigene Vaterland ausbilden ließen, zverdienten“ die 450 Millionen Mark, die Hitler für die Eroberung österreichs ausgeworfen hatte, im Schweiße einer Arbeit des Verrates und
der Heimtücke. Wir geben ohne weiters zu, daß nicht wenige von den Illegalen aus reiner Dummheit auf den Leim der verführerischen Lockrufe geflattert sind. Gegen die Dummheit gibt es kein Gesetz und keine Strafe. Darf sie aber einen Freibrief beanspruchen, wenn sie im Verein mit dem Verbrechen zu einer solchen Katastrophe führt, die den Wohlstand des Landes, die Existenz und das Glück von zahllosen anständigen Mitbürgern begräbt? Das ist der unverrückbare Tatbestand der großen Schuld, die die Illegalen vor dem Lande auf sich geladen haben.
Es liegt uns ferne, irgend einer Rachsucht zu frönen. Rache kann niemals eine Angelegenheit der Politik sein, und wer das noch nicht gewußt hätte, wüßte es, seitdem er die Verfolgungssucht der Nazis und deren „Erfolge“ beobachtet hat. Maßnahmen der Rache sind der politischen Klugheit und
Weisheit entgegen. Sie widersprechen vor allem dem Rechtsempfinden, das niemals ungestraft verletzt werden darf. Gerade dieses Rechtsempfinden aber ist es, das in dem Falle der Illegalen eine Forderung erhebt, die mit Rache nichts zu tun hat: die Forderung nach einer Sühne. Die Schäden, die durch die Mitwirkung und Förderung der Illegalen in unserer Heimat und an unserem
Volke angerichtet wurden, sind so riesenhaft, daß die Größe der Schuld, die sich die Illegalen aufgebürdet haben, in aller Klarheit hervortritt. Beleidigtes Rechtsgefühl und vor allem die Vorsorge, daß sich ein ähnliches entsetzliches Unglück nicht mehr wiederhole, fordern die Illegalen vor die Schranken des Gerichtes.
Dr. Anton Klotz.
Die Vorgeschichte der Besetzung Tirols durch Frankreich
Innsbruck, 11.
Die Besetzung Tirols und Vorarlbergs durch Frankreich war im Plane der vereinten Nationen schon seit längerer [Zeit vorgesehen und geplant. Tirol stand seit dem Einmarsch der Amerikaner vor zwei Monaten unter amerikanischer Verwaltung. Das war jedoch nur eine vorübergehende Maßnahme, die nur so lange dauerte, bis die Franzosen zur Besetzung des Landes bereit waren. Die Besetzung des Landes durch Frankreich ist also nicht von ungefähr gekommen, sondern sie bedeutet, daß jetzt jener Zustand erreicht ist, der in den Beschlüssen der vereinten Nationen angestrebt wurde.
Die Begrüßung des Generals
Am Mittwoch, 11. Juli, fand um 11 Uhr vormittags der feierliche Einzug des Herrn General de Hesdin, Chef der französischen Besatzungstruppen in Tirol, in Innsbruck statt. Auf dem großen Platz vor der Hofburg
hatten die französischen Ehrenkompanien unter dem Kommando des Herrn General Bondis Aufstellung genommen, der Herrn General de Hesdin empfing und ihm die Honoration der Stadt sowie das französische Offizierskorps vorstellte. Der hohe Offizier schritt sodann die Front der Formationen ab und grüßte unter den Klängen der Marseillaise die Fahne der französischen Armee.
Vereinigung der Freunde Österreichs
in Paris
In Paris fand die Gründung der Vereinigung der Freunde österreichs statt. Ihre Mitglieder sind zahlreiche Persönlichkeiten aus politischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Kreisen. Der Zweck der Vereinigung ist es, freundschaftliche, künstlerische und kulturelle Beziehungen zwischen Frankreich und österreich zu fördern. Aber sie wird sich nicht allein darauf beschränken, sondern hat auch die Absicht, die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen.
Die Induftriekontrolle über Deutschland
London, 10. Juli. Zur Beschlagnahme von Industrie= und Wirtschaftsbetrieben in Bayern wird mitgeteilt, daß dies nicht der erste Schritt der amerikanischen Besatzungsbehörden zur Ausmerzung des deutschen Kriegspotentiales ist. Bereits am 5. Juli wurden die gesamten Anlagen der I. G. [Farbenindustrie in der amerikanischen Zone von der Militärresgierung übernommen. Die Erzeugnisse und das Eigentum der I. G. Farben werden den Vereinten Nationen zu Hilfslmaßnahmen, als Wiedergutmachung unter Reparationen zur Verfügung gestellt, Betriebsanlagen, die für Kriegsrüstung verwendet werden könnten, werden zerstört mit Ausnahme derjenigen, die von den Vereinten Nationen benötigt werden. Soweit die Anlagen nicht zerstört oder übertragen werden, sollen sie dezentralisiert und überwacht werden. Zu den Betrieben, die auch
weiterhin arbeiten sollen, gehören die Fabriken für Kunstdünger zur Belieferung der deutschen Landwirtschaft und von pharmazeutischen Produkten, die für die Erhaltung der Volksgesundheit notwendig sind.
Viermächtekommandantur in Berlin
Berlin, 11. Juli. Groß=Berlin wird in Zukunft von einer Viermächtekommandantur verwaltet werden, die sich aus dem russischen Stadtkommandanten, dem amerikanischen Militärgouverneur, dem britischen Militärgouverneur und dem französischen Militärgouverneur zusammensetzt.
Die Viermächtekommandantur Berlins wird abwechselnd von jedem der vier alliierten Militärgouverneure 15 Tage lang geleitet werden.
Das Ernährungsproblem in Berlin
Berlin, 10. Juli. Vertreter der amerikanischen, britischen und russischen Militärbehörden gaben heute offiziell bekannt, daß das Ernährungsproblem für fast 3 Millionen Einwohner von Berlin in freundschaftlicher Weise gelöst worden ist. Es wurde beschlossen, daß alle von den Allierten besetzten Zonen Deutschlands Beiträge an Nahrungsmitteln zur Ernährung der Zivilbevölkerung von Berlin leisten müssen.
Kampf gegen den Hunger in Europa
Rom, 10. Juli. Der Korrespondent Reu ters erklärt, daß im nächsten Winter eine Hungersnot ausgedehnte Gebiete des Bal kans und Italiens heimsuchen wird, wenn die
Vereinten Nationen nicht die Lücke in der Nahrungsmittelversorgung schließen.
Trumans Reise nach Berlin
Washington, 11. Juli. Die Korrespondenten von Bord des Kreuzers, auf dem Präsident Truman seine erste Reise auf dem Atlantischen Ozean seit seiner Rückkehr aus Europa im Jahre 1918 zurücklegt, berichten, daß das Gefolge das größte ist, das je einen Präsidenten zu einer der großen Konferenzen dieses Krieges begleitete. Die Reisegesellschaft wird sich in einem noch geheimgehaltenen Hafen in Nordeuropa ausschiffen und dann zum Konferenzplatz fliegen. Der Präsident kennt bereits Ministerpräsidenten Churchill. Er wird aber mit Generalissimus Stalin erstmalig zusammentreffen. Die Konferenz selbst soll mindestens zwei Wochen dauern.
Schweiz fordert Grenzberichtigung?
Um das Rheinknie bei Schaffhausen
London, 11. Juli (Reuter). Der große Rat des Kantons Schaffhausen diskutierte über einen Vorschlag, die gegenwärtige Grenze gegenüber Deutschland zu Gunsten der Schweiz zu berichtigen. Es wurde dabei festgestellt, daß die gegenwärtige Neubildung Europas eine gute Gelegenheit für solche Grenzberichtigungen biete. — Deutschland könnte jedoch in 100 oder 200 Jahren wieder stärker werden. Die Schweiz wäre dann bloßgestellt, weil sie die Schwächen des Nachbarn ausgenutzt hätte. Eine Vereinigung mit der Schweiz müßte durch eine Volksabstimmung in dem Gebiet, das für die Einverleibung in Betracht kommt, unterstützt werden.
Durchzug britischer Truppen durch die Schweiz
Bern. 11. Juli. (Reuter.) Der Schweizer Rundfunk meldet, daß sich die Schweizer Regierung mit einem Durchzug britischer Truppen von Italien durch die Schweiz für einen Heimaturlaub oder für die Demobilisierung einverstanden erklärt habe.
Der erste Zug aus Frankreich in die Schweiz
London, 11. Juli. (Reuter.) Der Schweizer Rundfunk meldet, daß der Eisenbahnverkehr zwischen Frankreich und der Schweiz nach fünf Jahren wieder aufgenommen wurde und daß der erste Zug aus Besancon in der Schweiz angekommen ist.
Der „Fapanische Krebs“
New York, 10. Juli. „Wenn eine Kapitulation nötig war, um das deutsche Geschwür zu beseitigen, so ist noch mehr nötig, eine vollkommene Operation am japanischen Krebs durchzuführen!“ So schrieb heute in einem Kommentar „Harald Tribune“. Es wird notwendig sein, sagt das Blatt weiter, Japan vollkommen zu kontrollieren, bevor es möglich sein wird, die Wurzeln des japanischen Militarismus auszurotten.
1000 Luftangriffe auf das Gebiet von Tokio
New York, 10. Juli. „New York Times“ schreibt heute in einem Leitartikel: Die Tatsache, daß Admiral Nimitz die Schiffe, die an den tausend Luftangriffen auf [das Gebiet von Tokio teilnahmen, nannte, sowie die zunehmende Wucht der amerikanischen Bombenangriffe, sind Vorzeichen für noch Schrecklicheres, das Japan zu erwarten hat. Die Luftlage Japans wird von Tag zu Tag ernster.