Tiroler Tageszeitung 1945

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nittwoch, 28. November 1945
Tiroler Tageszeituna
Nr. 185 Seite 3
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Jurchtbare Brandkatastrophe in Grins bei Landeck
Von unserem Sonderberichterstatter Leo Ulbrich
Grins, 26. November. Ein Dorf ist nicht mehr. Wo gestern abend noch nave Familien einträchtig um den Tisch saßen ud ihr frugales Abendbrot verzehrten, wo gefern nacht noch Kinder in unbeschwertem Schlumner in den Betten lagen, kurz, wo gestern noch zriede und ruhige Selbstgenügsamkeit auf liebgwordenem Boden und Besitz herrschten, stehen beute rauchgeschwärzte Ruinen, starren traurige feste verwüsteter Heimstätten in den mattblauen sovemberhimmel. Ein Monat vor Weihnachten! Es ist unsagbar schwer, diesen Menschen in die ibernächtigten, von den Anstrengungen der Löschund Bergungsarbeiten und der Trauer geröteten und verhärteten Gesichter zu sehen, in die vergeinten Antlitze der Frauen und in die fassungsosen Augen der Kinder, die über Nacht
heinatlos geworden sind.
Schon auf dem beschwerlichen, vielgewundenen beg ins Dorf hinauf hatte man es in breiter sront qualmen sehen, und als man um die letzte biegung fuhr, auf bereits vom unaufhörlich riesinden Löschwasser aufgeweichter Dorfstraße, satte man mit einem Blick
das ganze Bild der Brandkatastrophe
vr Augen. Von den ersten Häusern des Dorfes #s fast ans Dorfende nichtsals rauchende, qualmende Ruinen, in denen noch immer ds Feuer wütet, verkohlte Dachsparren und der genetrante Geruch versengten Fleisches. Als wäre de Kriegsfurie noch einmal durch dieses Dorf gerast, um es dem Erdboden gleichzumachen.
Wie es dazu kam?
Am 26. November, kurz vor Mitternacht, benerkten die Bewohner des Gasthauses „Weißes köß!“ in Grins Feuer in ihrem Haus, das sie ferst mit eigenen Mitteln zu löschen suchten. Die lsache scheint in einem Kaminbrand gehen zu haben. Als endlich die Ortsfeuerwehr ##miert wurde, war immer noch die Hoffnung a Lokalisierung des Feuers auf zwei Objekte tgeben. Vergeblich wurde versucht, telephonische Lrbindung mit den Nachbarfeuerwehren zu bekonmen. Da erhob sich gegen ein Uhr plötzlich enhiftiger Sturm, der innerhalb weniger A das Dorf zur Hölle verwandelte. Wie Züder iingen die dürren Holzschindeln der Bauernächer unter dem Funkenflug Feuer, und ihe noch der erste Löschzug von auswärts einnaf brannten zwei Drittel des Dorfes lichterloh. In kaum einer
Stunde wurden so über 50 Häuser von etwa 80 ein Raub der Flammen und 72 Familien mit 322 Köpfen, weit mehr als die Hälfte der Bewohner, obdachlos.
Das Feuer griff mit so rasender Schnelligkeit um sich, daß kaum etwas gerettet werden konnte. ümselig ist der Hausrat, der den Flammen entüssen wurde. Glücklicherweise sind keine Menschenverluste zu beklagen und auch unter im Großvieh sind keine Verluste einsetreten. Dagegen wurden — fast die gesamten Futtermittel des Dorfes und die Geflügelzucht vernichtet und auch der Schafbestand erlitt schwere, der Schweinebestand fühlbare Einbußen. Die materiellen Schäden sind noch nicht abzusehen.
Die niedrige Stube des Gasthofes „Zum Hirschen“ ist zum vorläufigen Gemeindezentrum gevorden, nachdem auch das Haus des Bürgermeisters mit der Gemeindekanzlei ein Raub der Fammen geworden ist. Ruhig und besonnen gibt der Bürgermeister, dessen Kleidung man noch die spuren der Brandnacht deutlich ansieht, die ersten
Anweisungen, um die Not der Betroffenen zu lindern. Als in der Tür plötzlich der Gouverneur der französischen Militärregierung von Tirol, Exzellenz Dutheil, in Begleitung des Militärgouverneurs von Landeck, Commandant Nay, erscheint, kann ihm auf seine sofortige Frage, ob
die Obdachlosen bereits untergebracht
seien, geantwortet werden, daß dieses Problem dank der kameradschaftlichen Hilfe der Nachbargemeinden bereits einer vorläufigen Lösung zugeführt worden sei. Mit besonderer Freude wird zur Kenntnis genommen, daß die französische Militärregierung alles in ihren Kräften Stehende tun wird, um die Not zu lindern. Alles ist jetzt bitter nötig: Kohle, Kleidung, Nahrung ... Man erfährt, daß die ersten Hilfsmaßnahmen bereits getroffen worden sind. „Mut!“ sagt zum Abschied der Gouverneur, „wir helfen euch. Dazu sind wir da.“
Bereits am frühen Morgen nach der Katastrophennacht hatten sich die Vertreter des Tiroler Bauernbundes, Obmann Landesrat Muigg, Ing. Weingartner und Dr. Nöbl eingefunden, um ihrerseits die ersten Sofortmaßnahmen zur Behebung der größten Not zu veranlassen.
Noch im Laufe des Vormittags werden an verschiedenen Stellen in den wenigen verschont gebliebenen Häusern Abkochstellen eingerichtet, werden Obdachlose, Frauen und Kinder, in den Nachbardörfern, in einem schnell für sie freigemachten ehemaligen Flüchtlingslager und im „Kurhaus“ untergebracht, einem schönen Bau, etwas unterhalb Grins, werden Vereinbarungen getroffen, nach denen die Schulkinder nach Sankt Anton und Zams gebracht werden sollen. Trotz der Schwere des Unglücks herrschi keine Kopflosigkeit.
Der alte Leiter des Löschzuges von Grins, der schon zum zweitenmal seit 25 Jahren sein Haus durch Feuereinwirkung verloren hat, erzählte, wie die uralte, kulturhistorisch wertvolle Römerbrücke inmitten des Dorfes gerettet wurde. Als das Feuer bereits die Holzträger der Steinbrücke ergriffen hatte, wurde ein Löschmann der Landecker Feuerwehr in abenteuerlicher Weise zuerst 20 und schließlich 60 Meter tief in die Schlucht des Mühlbaches abgeseilt, von wo aus er den Brand im Trägergestell erfolgreich bekämpfte, so daß die Tragfähigkeit der alten Brücke erhalten blieb.
Mit Grins ist eines der ältesten und malerischsten Dörfer Tirols in Schutt und Asche gesunken. Als man den Ort verläßt, kann man es immer noch nicht fassen, daß dieses so friedlich inmitten einer herrlichen Bergwelt eingebettete Dorf innerhalb weniger Stunden fast ausgelöscht worden ist. Wenn früher Hilfe gekommen wäre, hätte die Kätastrophe vielleicht vermieden werden können, obwohl die uralte, vielfach von ausgetrocknetem Holz getragene Bauweise des Dorfes an der raschen Ausbreitung des Brandes mit schuld war. Auch das endliche Eintreffen der Nachbarfeuerwehren von Landeck, Strengen, Pians, Zams, Tobadill, Pettneu und sogar einer Motorspritze der UNRRA konnten da nichts mehr retten.
Ein Bauer mit zerfetztem, beschmutztem Rock und einer blutverkrusteten Schramme über der Wange kommt uns entgegen. Die ganze Nacht und den ganzen Tag ist er auf den Beinen gestanden und hat gelöscht, gearbeitet, geborgen. Auch sein Haus ist eingeäschert. Mit resignierter, immer noch fassungsloser Geste deutet er auf die Trümmer. Aber sein Blick deutet schon wieder weiter: dorthin, wo bald ein neues Haus stehen soll.
Rätselhafter Mord in Erl
Am 24. November wurde in Gegend Trockenach bei Erl die Leiche des Revierförsters Rudoif [klainer gefunden. Als Todesursache wurde schädelbruch, verursacht durch ein stumpfes schlaginstrument, festgestellt. Die Ermittlungen der Gendarmerie werden erschwert, weil der #ord nach ärztlichem Gutachten schon am 21. Noember erfolgt sein muß. Vom Täter fehll jede spur. Auch war der langjährig im Dienst des zorstamtes Kufstein stehende Beamte sehr belebt. Revierförster Klainer war 50 Jahre alt.
Säumige Ablieferer
Aus dem Bezirk Kufstein wurden am 3. November 1945 wegen Verletzung der Ablieltungspflicht die folgenden Bauern mit hohen Odnungsstrafen und mit Stellung von Schlachtdeh außer der Reihe bestraft: Josef Baumgartner, Rettenschöß; Georg Gogl, Ellmau; Georg Böll, Radfeld; Benedikt Auer, Breitenbach; Johann Wohlfahrtstätter, Walchsee; Sebastian Köfler, Kundl.
Kinder fahren in die Schweiz Am 26. November kurz vor halb 2 Uhr nachnittag fuhr von Innsbruck ein Sonderzug mit # erholungsbedürftigen Kindern im Alter von 6bis 14 Jahren mit zehn Pflegepersonen zu einem dreimonatigen Erholungsaufenthalt nach der
Schweiz ab.
Aufruf an Personen, die in Frankreich arbeiten wollen
Französische Militärregierung in österreich — Arbeitsabteilung
Frankreich ist zur Zeit in der Lage, zahlreichen Personen, Österreichern und Ausländern, die durch die heutigen Verhältnisse arbeitslos sind und dadurch ohne Verdienst, eine gewisse Anzahl von Anstellungen in der Landwirtschaft, im Gewerbe oder im Hauswesen zu bieten.
Der gegenwärtige Aufruf richtet sich insbesondere:
1. An die Ausländer, die am 1. September 1939 schon in Frankreich beschäftigt waren und Inhaber eines damals gültigen französischen Personalausweises als „Fremdarbeiter“ sind.
2. An die „personnes déplacées“ männlichen Geschlechtes, die sich als Flüchtlinge zur Zeit in Lagern oder Privatquartieren befinden und die freiwillig in verschiedenen Berufen, wie Landwirtschaft, Forst, Gruben, Bau, arbeiten wollen.
3. An die österreichischen Frauen, die durch die Krise im Gastgewerbe ohne Arbeit sind und bei französischen Familien im Hauswesen als Dienstmädchen, Zimmermädchen, Köchinnen, Kindermädchen beschäftigt werden könnten.
Tote
Am 26. d. M. stürzte in Innsbruck vor dem Hause Pradler Straße 51 der Justizoberinspektor i. R. Anton Kohler=Rubitsch, geb. 14. 7. 1887 in Imst, in Pradl wohnhaft, bewußtlos zusammen. Er wurde in das Ordinationszimmer eines im gleichen Hause wohnhaften Arztes gebracht, wo er trotz sofortic herzstärkenden Injektion
starben in Innsbruck. Kurl &
kaufmann, 41 Jahre alt; Anton Krapf, Kaufmann, 60 Jahre alt; Franz Vogt, Ordensbruder, 67 Jahre alt; Ernst Enrich, Bundesbahnoberrevident i. R., 63 Jahre alt.
Für die kürzlich verstorbene Frau Hofrat Amalie Schönauer wird am 30. November um halb 7 Uhr früh in der Spitalkirche in der MariaTheresien=Straße eine hl. Seelenmesse gelesen. Frau Schönauer war durch viele Jahre Präsidentin des „Kathol. Vereins zum Schutze und zur Fortbildung jugendlicher Arbeiterinnen“.
Expositus Geiger 7
Der frühere Expositus Josef Anton Geiger in Karrösten ist, wie wir jetzt erfahren, am 20. Oktober im Luitpoldspital in Würzburg nach
n Haufe wohnhaften Arztes geotz sofortiger Verabreichung einer niektion gestorben ist. — Ferner bruck: Karl Strnad, Diplom
längerer Krankheit verschieden. Pfarrer Geiger geb. am 16. November 1880 in Pettneu, zum Priester geweiht in Brixen am 29. Juni 1903, wirkte in verschiedenen Gemeinden Tirols als Kooperator und später vom Jahre 1909 bis zum Jahre 1941 als Expositus in Karrösten. Nach dem Tode des Monsignore Dr. Wendelin Heidegger stellte er sich als Berater des Tiroler Bauernbundes zur Verfügung und war mehrere Jahre hindurch als Mitglied des Bundeswirtschaftsamtes
in Wien. # alle ##rkalat
Von der Geheimen Statspolizei verfoigt, wurde er zu Beginn des Jahres 1941 des Landes verwiesen und verbrachte die Zeit von 1941 bis 1945 in einem Schwesternerholungsheim in Brückenau bei Fulda, wo er vielfach seelsorgliche Aushilfe leistete, Einkehrtage für Mädchen hielt und wie immer für jede Hilfe bereit war.
Die Bemühungen, ihn bald nach dem Umbruch wieder in die Heimat zu bringen, blieben leider erfolglos und scheiterten zum Teil auch an seinem leidenden Zustand. Er konnte seinen sehnlichsten Wunsch, in der Heimat zu sterben, nicht mehr erfüllt sehen. Nun ruht er in der Stille des Schwesternfriedhofes zu Zell bei Würzburg, im Grabe betreut von der Liebe edler Menschen.
SPORTUNDTPIEL
Und wieder Diebstähle
Auf der Straßenbahn in Innsbruck wurde einem Hochschüler aus Hall eine Aktentasche mit medizinischen Büchern, einem Silberbesteck, einem Reisewecker und einem silbernen Zigarettenetui entwendet. — Einem Kleinrentner wurde während einer Straßenbahnfahrt aus der Tasche seines überrockes eine Geldtasche mit 300 Mark und Dokumenten gezogen. — In der vergangenen Woche erschienen in der Wohnung eines Uhrmachers in Sistrans 4 unbekannte junge Burschen, von denen zwei mit Pistolen bewaffnet waren, und hielten die Hausbewohner in Schach, während die anderen Burschen den Arbeitsraum des Uhrmachers durchstöberten und Uhren im Werte von ungefähr 500 Mark mitnahmen. Die Eindringlinge — es handelte sich um Fremdarbeiter — wurden
von einem im gleichen Hause wohnhaften Feldwebel der französischen Besatzung verscheucht. Sie flüchteten und ließen einen Teil der gestohlenen Uhren zurück und wurden dadurch abgehalten, noch andere Gegenstände mitzunehmen. — In der Sperberschrofenhütte im Gemeindegebiet von Innsbruck haben unbekannte Täter das Vorhängschloß gewaltsam weggerissen und aus der Hütte eine Menge Küchengeschirr und Wäsche Gestöhten.
Wer abliefert — hilft österreich
Fußballtreffen Frankreich=Österreich
Graz, 27. Nov. Am 5. Dez. werden sich die Fußballauswahlmannschaften Österreichs und Frankreichs in Wien treffen. Dies wird die zweite Begegnung auf Wiener Boden. Im Jahre 1926 hatte ½sterreich 4:1 gewonnen, ein Jahr später trafen sich die Mannschaften in Paris und wieder konnte Österreich den Kampf mit 4:1 für sich entscheiden. Die nächste Begegnung der beiden Nationalmannschaften sah einen 4:0=Sieg der Österreicher im Jahre 1933 in Paris. Im folgenden Jahre trafen sich Österreicher und Franzosen auf neutralem Boden in Italien und nach hartem Kampf gelang es Österreich, mit 3:2 zu siegen. Das letzte Spiel fand im Jahre 1937 in Paris statt und endete mit dem Resultat von 2:1 für Österreich. In der französischen Auswahlmannschaft wird Jordan, ein
gebürtiger Österreicher, den Posten des Mittelläufers einnehmen.
Wien, 27. November. In dem österr. Team, das am 5. Dezember im Wiener Stadion gegen die französischen Fußballnationalelf antreten wird, werden unter anderem folgende Spieler vertreten sein: Decker, Stojesbal, Neumer, Komineck, Riegler, Durek, Binder, Sabeditsch, Gerhard Müller, Joksch, Bortoli und Spale (Tormann). Der Revanche=Kampf zwischen Österreich und Frankreich findet anfangs Mai 1946 statt.
Fußball—Herbstschlager
Am kommenden Sonntag spielt das französische Auswahlteam von Tirol und Vorarlberg gegen den Innsbrukker Sportklub. In der franz. Elf befinden sich 9 Ligaspieler aus Paris und Südfrankreich. Das Spiel findet um ½3 Uhr nachmittags am Klosterkasernhofplatz statt Im Vorspiel treffen sich franz. Auswahlteam II gegen eine franz. Militärmannschaft.
Innsbrucker Sportklub. Heute, um 20.30 Uhr, Klubabend im Gasthaus „Scharfes Eck“ (Ecke Defreggerstr.= Pradler Straße). Vorher, um 19.30 Uhr, Ausschußsitzung.
An alle Sportvereine Tirols!
Der Sportausschuß gibt allen Sportvereinen bekannt, daß die Statuten für die Wiederaufnahme des Vereinsbetriebes in fünffacher Ausfertigung in deutsch und französisch bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft bis 15. Dezember 1945 eingereicht werden müssen, und den Zustimmungsvermerk des Sportausschusses haben müssen. Die Vereine wenden sich in diesen Belangen an ihre zuständigen Verbände, die nähere Auskünfte geben und auch sonst an die Hand gehen.
Die Fremdarbeiter genießen in Frankreich dieselben Vorteile und dieselben Löhne wie die französischen Arbeiter in derselben Berufsgruppe.
Die Freiwilligen können versichert sein — außer den materiellen Vorteilen, wie z. B. eine anständige Verpflegung — in Frankreich die beste Aufnahme zu finden, so wie dieses Land sie immer allen Fremdarbeitern, deren Fleiß Frankreichs Volkswirtschaft bedarf, bereitet hat.
Jede weitere Auskunft bezüglich der Arbeits=, Aufenthalts= und Transportbedingungen in und nach Frankreich kann
1. entweder beim Arbeitsamt des Wohnortes,
2. oder bei den französischen Dienststellen der Bezirks=Militärregierung,
3. oder beim Lagerführer der „personnes déplacées“ erteilt werden.
Nach Erfüllung einiger behördlicher Formalitäten wird die Einstellung der Freiwilligen durch einen Arbeitsvertrag bestätigt, womit sich auch alle Einzelfragen regeln.
Par ordre du Gouvernement Militaire.
Wintersportprogramm 1945/46
Es war für den Tiroler Skiverband von jeher eine Eigenheit, nur mit Veranstaltungen aufzuwarten, für die er sozusagen die Verantwortung voll und ganz übernehmen konnte. Und nur solche wurden in die Veranstaltungsvorschau aufgenommen. Und so hat es der Tiroler Skiverband auch dieses Mal gehalten. Wenn er aber schon für diesen Skiwinter 1945/46, trotz Unterkunfts= und Verpflegsschwierigkeiten, mit einem reichhaltigen und überdies betonten Wettlauskalender aufzuwarten vermag, dann spricht dies für eine gründliche Organisation und die Leistungsfähigkeit seiner ihm angehörenden Vereine. Erfreulicherweise hat das Vertrauen der Skisportler zum Skiverband nichts eingebüßt und in Kürze wird der Vor=Anschluß=Stand der ihm angehörenden Vereine in das vierte
Hundertviertel aufrücken.
Der provisorische Arbeitsausschuß des Österreichischen Skiverbandes, der übrigens nächste Woche eine Vertreterversammlung nach Kitzbühel einberufen hat, war zuerst an den Tiroler Skiverband mit dem Ersuchen um Dirchführung der österreichischen Skimeisterschaft herangetreten. Organisatorische Bedenken führten zur Ablehnung der Durchführung und so hat sich dann der 5SV. an den Salzburger Skiverband gewendet.
Was nun den Terminkalender des heurigen Skiwinters betrifft, so dürfte dieser zahlen= und klassemäßig führend unter allen Bundesländern sein.
16. 12.1945 Mutters — Werbe=Langlauf 26. 12. Weihnachtsspringen Kitzbühel
1. 1. 1946 Friedensrennen Kitzbühel
6.1. Neustift — Abfahrts= und Torlauf
5. u. 6. 1. Seefeld — Abfahrts= und Torlauf um den „Goldenen Ring“
18.1. Abfahrtslauf Pfriemes
13.1. Alpine Vorarlberger Meisterschaft am Bödele
20. 1. Kitzbühel — Gamsspringen
20.1. Kitzbühel oder St. Anton — Akademische Skimeisterschaft Österreichs
26. u. 27.1. Vereinsoffener Torlauf in St. Anton (Jugendrennen)
26. u. 27.1. Nordische Tiroler Skimeisterschaft in Hall
26.1. Abfahrtslauf in Imst
2. u. 3.2. Kitzbühel — Tiroler Alpine Skimei
sterschaft
9.2. St. Anton — Tiroler Jugendskitag
17.2. Seefeld — Torlauf um die „SilberRuge!“
17.2. Innsbruck — Glungezer=Staffellauf,
gleichzeitige Tirol. Staffelmeisterschaft 3.3. Internationales Hahnenkammrennen
Kitzbühel als Vorschau zum Kandaharrennen am Arlberg
3. 3. Askömeisterschaft im Gebiet von
Innsbruck
3.3. Galtür — Alpkogelrennen (Abfahrtsund Torlauf)
9. u. 10. 3. St. Anton — 11. Kandaharrennen
10.3. Kitzbühel — Altherrenrennen
17.3. Imst: Drischel=Riesentorlauf
24. 3. Seefeld — Riesentorlauf
24.3. Matrei — Abfahrtslauf (Kalmjoch—
Ochsenalm)
Trainings=Lagerkurs St. Christoph
Der Initiative des Tiroler Skiverbandes ist es zu danken, daß schon für den heurigen Skiwinter der erste Lager=Trainingskurs für den SkiNachwuchs durchgeführt werden kann, der unter Leitung von Rudi Matt und Paul Kreuzer im Bundesskiheim St. Christoph vom 2. bis 16. Dezember 1945 abgehalten werden wird.
Die Anfahrt der Teilnehmer muß rechtzeitig so erfolgen, daß bis spätestens 2. Dezember abends St. Christoph erreicht wird.
Die bestimmten Teilnehmer haben unbedingt die Abmeldebestätigun,, ihres zuständigen Wirtschaftsamtes mitzubringen, laut der sie bei ihrer Heimatgemeinde außer Verpflegung gesetzt sind. Außerdem sind Felle oder Gurten für den Rückgleitschutz mitzunehmen.
Die sportliche Schulung sieht Vormittag und Nachmittag einen Abfahrtslauf vor, wovon eine Fahrt zeitmäßig gewertet wird. Im anderen werden die Teilnehmer über Erste Hilfe bei Skiunfällen, über die Gefahren der Alpen sowie über Skipflege und sportliches Benehmen unterrichtet.
Insgesamt sind 20 Teilnehmer zu diesem Kurs aufgerufen, von denen auf die einzelnen Skiklubs entfallen: Arlberg 3, Ehrwald 1, Galtür 1, Imst 1, Innsbrucker Skiläufervereinigung 2, Innsbrucker Turnerschaft 1, Jenbach 1, Kitzbühel 3, WSV. Kufstein 1, Scharnitz 1, Seefeld 3, Tulfes 1 und Achenkirch 1.
Die Rückreise der Kursteilnehmer erfolgt am Morgen des 16. Dezember 1945 ab St. Christoph.
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