Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:12

- S.13

Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.





vorhergehende ||| nächste Seite im Heft

Zur letzten Suche
Dieser Monat – 1945_12_TT
Ausgaben dieses Jahres – 1945
Gesamter Text dieser Seite:
und Mo#
Saitenspiel
Arersd
chuttes in Innsdeus
der. 12.15 Uhr
melplatz Baubess,
neggstraße: Muse
10, 12. Jugetgas, :
3. 28a 3
Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vor
erst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.=Hofer=Str. 4
summer 150 / 1. Jahrgang
Einzelpreis 15 Groschen
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der T. T.“, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4, Telephon Nr. 39 41. — Druck: Tyrolia, ebendort.
Dienstag, k. Dezember 1945
10, 12. aße 3, 5;
19, 23. 280 M amelplatz Ecke Ingän
31, 32. 33, 34 K 4
ziet in Regierungsondung betraut
ber, 12.15 Uhr Perblatz Bangf sen
1. 12. 14. 16. 1 6n
poldstraße 2. 8. 10
mmelplatz Ecke Ing= Sa
mstraße 1, 2, 3. 4, 5,1, 5
Der politische Kabinettsrat hat heute auf Grund des Vorschlages des Vorstandes der 0P. zum 1. Dezember 1945 den Staatssekretär Ing. Leopold Figl mit der Bildung der Bundesregierung zu beauftragen beschlossen.
aber, 12.15 Uhr
aße: Andreas=Hofer=Gußt
5, 27, 29. 31, 33. 3. 3,
ammelplatz Ecke Ing=65 tstraße 1, 2, 5,
schrichten
roler Landesreisebün Tarishof
der Achenseebahn rkehrt die Achenseeden
ach an (a) 8.05 (5) 1.1 Sitz ab 7.25 153 Mittwoch, Samstag r Mittwoch.
15/216 Linz a. D.—Sch rt und zurück ahmen die D 215/D 2161 war: D 215 Linz a. Mi., Fr.), Obervelach u f.—Linz a. D.=Pbf. (9. 3.
nd
0 Kilometer könnn un
drahtbericht unseres Wiener A.R.=Korrespondenten
Wien, 3. Dezember.
Die Beratungen, die innerhalb der Volkspartei zr Ausarbeitung eines Arbeitsprogrammes geführt wurden, fanden heute vormittags durch die beratungen des Wirtschaftsbundes ihren Abschluß. Diese Beratungen führten dazu, daß dem #arteiobmann Ing. Leopold Figl alle Vollmachin zu Vereinbarungen mit den beiden anderen #arteien für die Regierungsbildung erteilt wurten. Gleichzeitig bekam Ing. Figl vollkommen freie Hand in allen Personalfragen. Am Nachmittag begann die Fühlungnahme zwishen dem Obmann der Volkspartei und den Bevllmächtigten der sozialistischen und kommunistischen Partei. Zur ersten Begegnung fanden sich Staatskanzler Dr. Renner und Parteiobmann zigl zusammen. Jetzt schon darf als sicher bezichnet werden, daß sich die Sozialisten an ter
neuen Regierung beteiligen werden. Wähsund die Unterredungen heute nur der Erörteung programmatischer Fragen galten, soll morgen die endgültige Bildung des Kabinettes und die Aufteilung der Portefeuilles erfolgen. Man iechnet gleichfalls mit der Mitwirkung der Komnunisten.
über die weitere Entwicklung gehen allerdings augenblicklich die Aussichten des gegenwärtigen und des künftigen Regierungschefs noch auseinander. Bundeskanzler Dr. Renner vertritt mit Nachdruck den Standpunkt, der Bundesversammung noch den Rechenschaftsbericht zu un
terbreiten und sodann sein Amt in ihre Hände zurückzulegen. Dagegen wünscht die Volkspartei, daß die Neubildung der Regierung bereits im Laufe dieser Tage erfolge. Selbstverständlich kann einem solchen Kabinett nur provisorischer Charakter zukommen Es würde zur definitiven Regierung werden, sobald es die von der Verfassung vorgesehene Berufung durch das künftige Staatsoberhaupt erhält. Jedenfalls aber werden die früher gemeldeten Termine über den Zusammentritt des Nationalrates, des Bundesrates und der Bundesversammlung, die, wie erinnerlich, die endgültige Regierungsbildung erst für den 22. Dezember vorsahen, mindestens um acht bis zehn Tage vorverlegt werden.
Die Volkspartei hält eine möglichst große Beschleunigung der Regierungsbildung für notwendig, um Zeit für die Ausarbeitung des Budgets und der Verfassung zu gewinnen, vor allem aber, um möglichst rasch Verhandlungen mit den Alliierten anbahnen zu können.
Der künftige Bundeskanzler beabsichtigt vor allem, eine Herabsetzung der Stärke der Okkupationstruppen zu erwirken. Die Lösung dieser Frage erscheint um so dringender, weil für die Erhaltung der Besatzungstruppen schon ziemlich namhafte Mittel gefordert werden und die weiter anlaufenden Kosten für die Besatzungstruppen in diesem Ausmaß die Wirtschaftskraft des Landes stark belasten würden.
benützt werden:
sbruck 20.05 uch 2 Nationalisierung des Kreditwesens in Frankreich
waz ab 8 45—Innsbuck u Fr.) Innsbruck ab 74—
rmeiden unterliegen #h d# 5/6 und D 251s252 5is mer beschränkten Faltienesten nur mit Zulasaz##
Jullmanwagen, der anc# der vorhandenen mußer einer Fahrkam a Umanzuschlag zu löser vermerk für alle beschum arten für den
Beschluß der französischen Nationalversammlung Paris, 3. Dezember.
Der von der Regierung eingebrachte Gesetzesantrag über die Verstaatlichung der Bank von Frankreich, vier großer Depositenbanken und des nationalen Kreditsystems wurde gestern von der französischen Nationalversammlung mit 521 zu 35 Stimmen im wesentlichen in der von der Regierung vorgeschlagenen Form angenommen.
Stunden.
werden im Voweit* Die Debatte dauerte über elf voraus — im Tusicht angenommen wurden von den Vorschlägen rhof (neben dem aln der Regierung diejenigen über die Entschädigung rfen nur den aufde tr Aktionäre der vier großen Banken — Aereurch die
Schaffner sind echfinister Hynd
oder 3u1 1
dit lyonais, Société général, Comtoir escomtes, eine Nationalbank für Handel und Industrie. In diesem Punkte wurden die Vorschläge der Regierung zurückgezogen, den Aktionären mindestens Dividenden zu garantieren, die nicht niedriger als ein Viertel der Dividende von 1944 sein sollen. Gleichzeitig soll jedem Aktionär die Möglichkeit gegeben werden, höhere Dividende zu erhalten, wenn die Banken in der Lage wären, in Zukunft größere Ausschüttungen zu machen. Die Regierungsvorschläge wurden durch die drastischeren Vorschläge der Finanzausschüsse ersetzt, wonach die Aktionäre ähnlich wie im Fall der Bank von Frankreich statt ihrer Aktion festverzinsliche Staatspapiere erhalten sollen.
ierk oder
Solche
des
Abbau
n und Dezign Wien, 3. Dezember.
Der britische Minister John Hynd, dem der anten D, und Estritische Sektor der Kontrollkommission für Österkien nich untersteht, gab gestern anläßlich einer Presse
Reisenden konferenz in Wien eine Darstellung der englischen 9#einen ##olitik gegenüber österreich. Er führte u. a. aus:
ause Streckbd „Die Richtlinig der Valitik der enalischen Ro
abgesell##
nahme der Ee ##die Richtlinte der Politik der englischen Re
Hentuat n „ Seostrung ist,
die mititärische Verwallung in Österreich so
wilitärische Verwaltung in Österreich so
iche#h bald als möglich abzubauen und der VerwalOstereichttung eine zivile Form zu geben.
witd
rhalb Ostereich:#ung eine zivile Form zu geben. e mitgeteitd englische Politik zielt dahin, daß Österreich
rhal#bald wie möglich ein freier, unabhängiger und teisen auer noch # Ikmokratischer Staat werde.
9iere Gültigkei. Die URRRA.
In dieser Absicht haben wir — nicht ohne
aubnis „ in dieser Absicht haben wir
seekte“. geien###chwierigkeiten — vom Rat der URRRA. die sowie in po#ustimmung erlangt, daß Österreich unter den ständigen #ereich KLändern aufgenommen werde, denen die URRRA amsauhefördere Ihilfe leisten soll. Unsere Regierung wird dem pre Bahnhöfen#arament vorschlagen, ein weiteres Prozent des nd Wien (kul „sationaleinkommons für di
und ###ommens für die UNRRA. zur Verie durch die 1““ füigung zu stellen, wenn Amerika das gleiche tut.
in ist gespellt: (Bir sehen voraus, daß die UNRRA. in drei
Pis vier Monaten in Österreich tatsächlich rungen der Iin Aktion treien wird.
180 ab 171
18.30
„das englische Volk will Europa nicht hungern sehen!
Dabei muß berücksichtigt werden, daß England Bak“ selbst mit erhohlichen Ernährungs= und finanziol
mi etheblichen Ernährungs= und finanzielSchwierigkeiten zu kämpfen hat. Was wir
nach Europa einführen, muß in Dollars bezahlt werden. England hat aber keine Dollars. Das ist unser Finanzproblem. Trotzdem kann das englische Volk nicht zusehen, daß Europa hungert, nicht einmal, daß Deutschland hungert.
Sympathie für die österreichische Demokratie
Bezüglich österreichs besteht in England große Sympathie für die österreichische Demokratie. Während des ganzen Kdieges haben anglo=österreichische demokratische Organisationen im englischen Volk das Andenken an die großen Leistungen wach erhalten, die Österreich und besonders Wien als Beitrag zur Kultur der Welt erbracht haben.
England will helfen!
Wir wollen in der ganzen Welt den demokratischen Kräften helfen, ihre Aufbauarbeit zu leisten. Das ist eine große Aufgabe, die wir trotz der Schwierigkeiten in unserem eigenen Lande erfüllen. Das Ziel unserer Politik in Österreich ist daher die Wiederherstellung des demokratischen Regimes. Daher hoffen wir, daß es möglich sein wird, der neuen Regierung, die aus den Wahlen hervorgegangen ist,
fortschreitend die Verantwortung und die Verwaltungsgeschäfte zu übergeben.
Ich weiß, daß große Schwierigkeiten bestehen, z B. die Zoneneinteilung, der Mangel an Kohle und Rohstoffen. Wir haben diese Schwierigkeiten nicht geschaffen und wir hoffen, daß für sie eine Lösung gefunden wird.
Pressestimmen
Die Kriegsgefangenen
„Die Alliierten aber wollen wir bitten, nunmehr sich in noch größerem Maße dieses kleinen Österreichs anzunehmen. Wir wollen sie in allererster Linie bitten, daß nunmehr unsere Kriegsgefangenen, die heute noch in ihren Händen sind, so rasch wie möglich in die Heimat kommen. Wir wissen, welche Sehnsucht in den Kriegsgefangenenlagern nach der Heimat herrscht, und wir wissen, mit welcher Liebe die Heimat an diese Soldaten denkt.“
(„Steirerblatt“ vom 30. Nov.)
Mitteleuropa
„Wir werden uns, wenn die Zeit gekommen ist, in die Vereinten Nationen eingliedern als ein gleichwertiger Teil und mit den anderen Völkern um uns, Deutschen, Tschechen, Ungarn, Kroaten und Italienern ein sich gegenseitig gebendes und befruchtendes Mitteleuropa bilden, das berufen ist, die alte Kultur dieses Raumes zu hüten und zu fördern.“
(H. Grabherr, Lustenau im „Vorarlb. Volksbl.“ vom 1. Dezember.)
Das Schillinggesetz
„Mit dem übergang zur neuen österreichischen Währung wird Österreich ein geschlossenes Währungsgebiet. Die Zukunft des Schillings ist damit in die Hände der österreichischen Regierung gelegt. Sie wird alle Maßnahmen zu treffen haben, die geeignet sind, die Gefährdung unserer Währung zu bannen und so schließlich deren Stabilität herbeizuführen.“
(„Das Kleine Volksblatt“, 2. Dez.)
„Dem erlassenen Währungsgesetz müssen nach Feststellung der bestehenden Geldmengen sofort energische Maßnahmen folgen, um den Geldum
lauf den wirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen" („Österr. Volksstimme“, 2. Dez.)
„Das österreichische Volk wird gewiß diesen Maßnahmen Aufmerkkamkeit und volles Vertrauen entgegenbringen.“
(Staatssekretär Zimmerwann in „Neues Österreich“.)
Tschechoslowakei „Lidowa Demokracie“:
„Österreich ist nicht Deutschland. Die neue Welt darf nicht gestatten, daß Österreich neuerdings in die Arme Deutschlands getrieben wird.“
Die Stimme zum Tage
Abschied
Einst hatte sie Mark — die Mark. Das war in den Zeiten vor dem ersten Weltkrieg, als die Goldmark höher stand als die Goldkrone, die gewiß auch nicht von schlechten Eltern war. Auch nach der Uberwindung der Inflation erholte sich die sogenannte Rentenmark auf eine ansehnliche Höhe, auf der sie verblieb, so lange man in Deutschland mehr arbeitete als exerzierte. Da kam Hitler. Mit ihm ging die solide Deckung der Währung. Als echter Wundermann „deckte“ er die Mark mit der „Arbeit des deutschen Volkes“. Die deutsche Industrie produzierte von nun an nur noch Kriegsgeräte und die Notenpresse druckte Berge von Mark. Diese Behandlung nahm der Mark die Kraft und den Saft. In einem schon sehr erschöpften Zustande kam sie zu uns auf ungebetenen Besuch. Sie
schlich sich in unsere Taschen ein und verdrängte den guten, wertvollen Schilling, den man uns in der Form einer „vorteilhaften Umwechslung“ abknöpfte. Dafür flossen die gewaltigen Devisenbestände der Nationalbank — denn im Jahre 1938 konnte man mit dem guten österreichischen Schilling noch die besten Edelvaluten erwerben, während die Mark diese Kraft nicht mehr hatte — nach Berlin, in das Faß ohne Boden. So hatte sich an österreich ein Zauber der alten Sage verwirklicht: aus echtem Gold waren raschelnde, dürre Blätter geworden. Je länger die Mark in unseren Taschen verblieb und diese beinahe zum Platzen brachte, desto größer wurde die Sehnsucht, sie los zu werden. Die Währung ist dazu bestimmt, den Warenverkehr zu ermöglichen. Die
Markwährung hat schon seit langer Zeit aufgehört, diesen Dienst „am. Kunden“ zu erfüllen. Sie wurde nicht nur hutzlos. sondern schädlich. Ihre Verwesung lockte Parasiten an: den
Schwarzhandel und die Zurückhaltung von der Arbeit. Nun, da ein langerwartetes Gesetz die Mark ins Nirwana versenkte, werden diese düsteren Gesellen die einzigen trauernden Hinterbliebenen sein.
erste Zeuge im Nürnberger Prozes
Göring bedauert, daß General Lahousen nicht hingerichtet wurde
Drahtbericht unseres Sonderberichterstatters Didier Lazard
Nürnberg, 3. Dezember. Einen so niedergeschlagenen Eindruck der Geieral Lahousen auch früher machte — jetzt st er im Gegensatz dazu lebhaft und streitsüchtig. Zei den ihm von einigen Anwälten der Verteidizung gestellten Fragen erhebt er sich nervös und agt, zu den amerikanischen Untersuchungsrichern gewandt: „Aufrecht stehend kann ich mich esser schlagen.“ Man fühlt bei diesem Soldaten ion alter Tradition die tiefste Verachtung für die lbenteurer und Emporkömmlinge auf der Anklagebank. Wir werden noch von diesem Gegensatz zwischen Wehrmacht und Partei sprechen hören — der Verteidiger von Admiral Raeder, mit dem ich mich kürzlich persönlich unterhalten konnte, hat nicht verheimlicht, daß er diese Situation ausnützen würde.
Wann aber werden wir endlich zu den persönlichen Plädoyers kommen? Die Aussage eines einzigen Zeugen hat schon dreieinhalb Tage in Anspruch genommen, und die Verteidigung hat den Antrag gestellt, mehr als 20 zu zitieren. Es ist sogar schon davon die Rede, sich so weit wie möglich an die Lektüre der Dokumente zu halten. Die Journalisten sehen mit Beunruhigung eine lange Serie monotoner Verhandlungen voraus.
Hinzu kam die Tatsache, daß eine gewisse Mißstimmung herrschte. Was für eine Persönlichkeit ist dieser General, ein Mann der deutschen Abwehr? Er repräsentiert das gemäßigte Deutschland gegenüber dem fanatischen Deutschland, aber gehört nicht auch er zu den Verantwortlichen? Wie eigenartig ist doch die Lage dieses Belastungszeugen, welcher dank seiner früheren Funktionen heute, gleicherweise im Gefängnis sitzt wie die von ihm Beschuldigten.
Die Zeugenaussage des Generals Lahousen ist bisher eines der wichtigsten Ereignisse des Pro
kommen zu lassen, so konnte sie eben nicht anders handeln. Sie hat das Spiel gewagt und hat gewonnen. Als Lahousen in seine Zelle zurückkehrte, kam ein amerikanischer Offizier, ihn zu beglückwünschen, wobei er ihm mitteilte, daß Herr Jackson der öffentliche Ankläger für die Vereinigten Staaten, sehr zufrieden sei. Darauf erwiderte der Zeuge und Gefangene mit einem ironischen Lächeln: „Ich habe meine Aussagen nicht gemacht, um Herrn Jackson eine Freude zu bereiten.“
Tatsächlich wartete Admiral Canaris und seine Gruppe seit 1938 auf eine Gelegenheit, Hitler abzusetzen. Lahousen war damals mit der Sabotage hinter den feindlichen Linien betraut. Infolgedessen verfügten seine Dienststellen über alle Sprengstoffe, die für die Durchführung eines Anschlages erforderlich waren. Eines Tages sagte er: „Glauben Sie, daß der Oberst in das Magazin hinuntergehen und eine Bombe von dort mitnehmen kann, ohne daß man dies merken würde?“ Man faßte den Plan, den freiwilligen Mörder, den man ausfindig gemacht hatte, in die „Schule für Sobotage“ zu schicken. Doch dieses Verfahren wurde als zu langwierig verworfen.
Ein anderes Attentat sollte im Frühjahr 1940 stattfinden. Es war die Zeit, in der die Wehrmacht Triumphe feierte Die Verschwörer fürchteten, daß ein Mordanschlag zu diesem Zeitpunkt beim deutschen Volk wenig Verständnis finden würde.
Noch ein anderesmal wurde ein Koffer, der eine Bombe enthielt, in Hitlers Flugzeug gestellt, knapp bevor er wieder einmal verreisen wollte. Im letzten Augenblick fuhr Hitler dann im Kraftwagen ab Man mußte. um die Verschwörung weiterhin geheim zu halten. unter Lebensgefahr in das Flugzeug zurückkehren und den Koffer herausholen.
Hinter allen diesen Anschlägen stand Lahousen. Diese Tatsachen wurden bei der Verhandlung nicht
zesses. Man muß an die Begleitumstände erinnern, mehr erwähnt, da sie mit dem Prozeß nicht un
unter denen sie sich vollzog. Die Anklagevertretung hatte bis dahin nur geschriebene Dokumente vorgeführt. Wenn sie sich entschlossen hat, einen Zeugen nochmals erscheinen zu lassen und es allenfalls auf eine neuerliche Untersuchung an
mittelbar zu tun haben. Man begreift nun jedoch, daß Göring während der Zeugenvernehmung halblaut sagte: „Wir hätten dieses Vieh nach dem 20. Juli leicht erschießen lassen können.“