Tiroler Tageszeitung 1945
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Tiroler Tageszeitung
5. Dezember 1945
Seite 2 Nr. 141
Die Liste der Richtigen
Österreichische Keietzöverbrecher unter Anklage
Fragen der Wirtschaft
Die Schwierigkeiten der Währungsreform
Wien, 4. Dezember.
Die Kommission zur Vorbereitung der Prozesse gegen österreichische Kriegsverbrecher hat aus allen Teilen Österreichs und aus den verschiedensten Quellen ein sehr umfangreiches Belastungsmaterial zusammengetragen, in mehrfachen Sitzungen gesichtet und bisher über 300 schwere Fälle festgestellt. Während ein Teil der Akten bereits abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft übergeben werden konnte, sind in anderen Fällen noch ergänzende Mitteilungen erforderlich. Aus Gründen einer erschöpfenden und erfolgreichen Untersuchung ist es derzeit nicht zweckmäßig, die Öffentlichkeit bis ins Einzelne zu unterrichten, es werden jedoch fortlaufende Listen mit Namen besonders schwerer Kriegsverbrecher veröffentlicht. Die bereits fertiggestellte Liste umfaßt folgende
Namen:
Maximilian Angelis, Führer des NS.=Soldatenbundes, Staatssekretär im „Anschlußkabinett“
Dr. Anton Appelt, ehemaliger Generaldirektor der Alpine=Montangesellschaft und Präsident der Länderbank Wien.
Dr. Karl Bardolff, SA.=Oberführer während der Verbotszeit.
Kurt Barrisani, NSK K.=Gruppenführer, Sprengstoffverbrecher.
Dipl. Ing. Hans Blaschke, Bürgermeister der Stadt Wien.
Hans Braun, Kreisleiter von Neunkirchen.
Alois Brunner, erster Leiter der jüdischen Auswandererstelle Wien.
Anton Brunner, zweiter Leiter der jüdischen Auswandererstelle Wien.
Sepp Dietrich, Obergruppenführer der SS.= Leibstandarte.
Dr. Karl Ebner, Stellvertreter des Gestapochefs in Wien.
August Eigruber, Gauleiter von Oberösterreich.
Karl Everts, Oberfeldrichter der 177. Division.
Dr. Hans Fischböck, Handelsminister im „Anschlußkabinett“.
Alfred Eduard Frauenfeld, illegaler Gauleiter von Wien.
Eduard Frauenfeld, Funktionär des Propagandaministeriums.
Karl Gerland, stellvertretender Gauleiter von Niederösterreich.
Eduard Wilh. Glaise=Horstenau, Minister a. D, Vizekanzler im „Anschlußkabinett“.
Odilo Globocnig, SS.=Oberführer, Gauleiter von Wien.
Dr. Leo Gotzmann, Polizeipräsident von Wien.
Dr. Erich Gruber, Präsident der Landesregierung Niederösterreich.
Theodor Habicht, illegaler Landesinspekteur für Niederösterreich.
Otto Hauck, SS.=Hauptsturmführer.
Dr. Herbert Hedrich, stellvertretender Polizeipräsident von Wien.
Walter Hiedler, Vorbereiter der Annexion Österreichs.
Rudolf Hitzler, Gestapobeamter.
Karl Höfler, Gestapokommissar.
Franz Hofer, Gauleiter von Tirol=Vorarlberg.
Dr. Paul Hönigl, prominenter Illegaler.
Franz Josef Huber, Gestapochef von Wien.
Franz Hüber, Mitglied des „Anschlußkabinetts“.
Dr. Ernst Kaltenbrunner, SS.=Obergruppenführer, General der Polizei.
Franz Rudolf Kaiser, Gestapobeamter.
Franz Kamba, Kriminalkommissar, führender Juliputschist.
Konstantin Kammerhofer, SS.=Oberführer.
Paul Klemmer, Kreisamtsleiter von Neunkirchen.
Hans von Kothen, illegaler Gauleiter von Kärnsen.
Armin Kraupatz, Gestapobeamter.
Fritz Lantschner, führender Illegaler.
Johannes Ivo Lukesch, SS.=Brigadeführer, Führer der illegalen SS.
Dr. Hans Maltzer, Wehrwirtschaftsführer.
Heinrich Mayer=Keibitsch, illegaler stellvertre tender Gauleiter von Kärnten.
Dr. Oswald Menghin, Unterrichtsminister im „Anschlußkabinett“.
August Stephan Meyszner, Generalleutnant der Schutzpolizei.
Dr. Rudolf Mildner, SS.=Standartenführer, stellvertretender Gestapochef von Wien.
Kajetan Mühlmann, SS.=Standartenführer, Staatssekretär im „Anschlußkabinett“.
Ing. Dr. Hermann Neubacher, Bürgermeister der Stadt Wien.
Dr. Rudolf Neumayer, Finanzminister im „Anschlußkabinett“
Walter Nibbe, SA.=Obergruppenführer.
Christian Nicol, Gestapobeamter.
Herbert Parson, stellvertretender Gauleiter von Tirol=Vorarlberg.
Kurt Pfeil, Schriftsteller.
Leo Pilz, SS.=Standartenführer.
Johann Pöllhuber, führender Juliputschist, Gestapochef von Wien.
Dr. Tobias Portschy, stellvertretender Gauleiter von Steiermark.
Alfred Proksch, Reichstreuhänder der Arbeit, illegaler Gauleiter.
Dipl.=Ing. Walter Raffelberger, prominenter Illegaler.
Dr. Friedrich Rainer, Gauleiter von Kärnten.
Johann Reichel, Gestapochef von St. Pölten.
Anton Reintaler, Minister im „Anschlußkabi
nett“.
Hermann Reschny, SA.=Obergruppenführer.
Franz Richter, Vizebürgermeister von Wien.
Felix Rinher, prominenter Illegaler.
Dr. Anton Rintelen, vorgesehener Chef einer nationalsozialist. Putschregierung im Juli 1934.
Heinrich Rüdegger, prominenter Illegaler, Ariseur großen Stiles.
Karl Scharitzer, stellvertretender Gauleiter von Wien.
Gustav Adolf Scheel, Gauleiter von Salzburg.
Baldur von Schirach, Gauleiter von Wien.
Dr. Guido Schmidt, wegen Vorbereitung zur Annexion Österreichs.
Dr. Arthur Seyß=Inquart wegen Auslieserung österreichs an Deutschland.
Dr. Franz Sonnleitner, Polizeikommissar.
Bei vorstehender Liste handelt es sich zum Teil um bereits verhaftete, zum Teil um flüchtige Kriegsverbrecher. Weitere Listen werden insbesondere die Namen von Gestapobeamten, Funktionären der Justiz und Verwaltung sowie von Ariseuren enthalten. Jede Sicherheitsdienststelle und jedes Gericht nimmt Mitteilungen entgegen, die zur Ausforschung oder Ergänzung des Beweismaterials über die veröffentlichten Kriegsverbrecher dienen können.
Das „Neue Österreich“ sagte- in einer Besprechung der Währungsgesetze „Jedem Einsichtigen muß es klar sein, daß eine Währungsreform unter den heutigen Voraussetzungen unendlich schwierig ist und nur unter riesigen Stockungen und Opfern vor sich gehen kann. Wie hoch der heutige Notenumlauf ist, kann kein Mensch sagen Außerdem hat die deutsche Regierung noch mit Reichsschatzwechseln, Schatzanleihen, Steuergutscheinen und ähnlichen Schwindelpapieren gezahlt und dadurch den Geldwert auf Null gedrückt. Diesen Druck müssen wir jetz"t in Gold oder wenigstens in Geld verwandeln. Die Regierung Renner hatte in monatelanger Vorarbeit verschiedene Währungsreformpläne ausgearbeitet, deren Durchführung für die allernächste Zeit nicht geplant war.
Mancherlei Gründe sprechen dafür, die ganze Aktion auf die nächsten Monate zu verschieben oder doch wenigstens das Gesetz erst mit dem Beginn der Umwechslungsfrist zu publizieren. Die geänderte politische Situation und der Wunsch der alliierten Behörden war maßgebend für den Entschluß, das neue Gesetz unverzüglich in Kraft treten zu lassen, wobei auf besonderen Wunsch der entscheidend schwere Satz hinsichtlich der Schillingnoten eingefügt wurde:
„Diese Banknoten sind durch das gesamte öster
reichische Volksvermögen gesichert.“
Aber noch andere Schwierigkeiten treten auf. dadurch, daß nicht nur Marknoten, sondern auch alliierte Schillinge eingetauscht werden. Dadurch wird das Problem der Okkupationskosten mit dem Währungsproblem verknüpft. Eine weitere Kalamität ist durch den Kleingeldverkehr entstanden, da aus technischen Gründen die Herstellung von Wertserien unter zehn Schilling noch nicht möglich war, erhalten die kleinen Noten und Münzen, ohne umgetauscht zu werden, ihren Tauschwert, werden gehämstert und über die Grenze geschmuggelt. Vielfach ist man der Meinung, daß diese empfindliche Störung zwar nicht verhindert. aber gemildert worden wäre, wenn man die Veröffentlichung und Einwechslungstermine anders angeordnet hätte. In anderen Ländern hat man diese
Situation, die bei uns nahezu drei Wochen dauern wird, auf den Zeitraum von acht Tagen reduöiert.“
Von Wien aus gesehen ...
A.F.P., Wien, 4. Dezember.
Obwohl der Notenumtausch mit der gleichzeitigen Sperrung von 60 Prozent der Guthaben für die österreichische Bevölkerung ein großes Opfer bedeutet, so hat sie die Entscheidung der Regierung doch widerspruchslos hingenommen. Die kleinen Noten, die noch im Kurs bleiben, sind aus dem Verkehr verschwunden, so daß die wirtschaftliche Aktivität für den Augenblick gelähmt ist und es auch bis zum 13. Dezember bleiben wird — dem Tage, an dem die Operationen beginnen. Die Folgen dieser Unterbindung des Geschäftsverkehrs werden sich aber kaum bemerkbar machen wegen der günstigen Wirkung, welche die Verringerung des Papiergeldumlaufs haben wird. Die Preise auf dem Schwarzen Markt haben einen gewaltigen Sprung gemacht, und die alli
ierte Polizei führt zahlreiche Razzien durch und setzt viele Händler fest.
Die Fagd nach dem Kleingeld
Menschliche Weisheit ist unvollkommen und selbst die wohltätigsten Gesetze können nicht ausschließen, daß mit ihnen Mißbrauch getrieben wird. Das Währungsgesetz sieht die Einziehung und den Umtausch der großen und größeren Geldscheine vor, während es den kleinen Noten noch eine Gnadenfrist gewährt, bis entsprechende Schillingbeträge in der nötigen Menge vorhanden sind. Nun besteht die Vorstellung. daß das Kleingeld deshalb, weil es länger im Umlauf bleiben soll einen größeren Wert haben werde als etwa die Hundertmarknoten, die schon innerhalb von vir zehn Tagen ihre Gültigkeit verlieren. Selbstver ständlich ist diese Vorstellung falsch. Die Scho nungsfrist, welche aus Zweckmäßigkeitsgründen den Marknoten und den Scheidemünzen gewährt ist,
kann deren Wert ja gar nicht erhöhen. Jedenfalls ist derzeit die tollste Jagd nach dem Kleingeld ausgebrochen, die man sicherlich als ein psychologisches, wie wirtschaftliches Kuriosum einer aus den Fugen geratenen Zeit vermerken wird.
Eine einfache überlegung müßte zur Erkenntnis führen, daß die Hortung von Scheidemünzen in jeder Hinsicht sinnlos ist. Ja, etwas anderes wäre es, wenn diese Pfennig= und Markstücke aus Silber oder Gold bestünden. Dann hätte ihre Aufsparung wenigstens den Sinn, ein kostbares, wertbeständiges Material aufzubewahren. Es ist ja jedermann einleuchtend. daß die Aufspeicherung von Papierfetzen und von „Münzen“, die man in einem Jahre als Kinderspielgeld benützen wird, wohl kaum als eine Vermögensverwahrung oder gar als Vermögensmehrung angesprochen werden kann. Dazu tritt eine andere Tatsache. Ist einmal der Schilling wieder da so wird das festere Ansehen, das er aller Erwartung nach genießen wird, den überresten der Mark kaum zugute kommen.
Die Schlauköpfe die sich etwa in den Wahn wiegen, durch die Aufsammlung von großen Kleingeldmengen das Umwechslungsgesetz umgehen zu können, werden eine schwere Enttäuschung erleben. Wer sagt ihnen denn, daß nicht eine Maßnahme getroffen wird, welche die Einwechslung des Kleingeldes nach jenen Erfahrungen richtet, die man soeben gewonnen hat? Glauben denn die Neunmalklugen, es wäre gegen ihre Schmuggerweisheit kein Kräutchen gewachsen? Sindesie wirklich der Anschauung, daß die öffentlichen Gewalten es ruhig hinnehmen könnten, wie Anornungen, welche die Wohlfahrt der Bevölkerug zum Ziele haben, dem Eigennutz dienstbar# macht werden könnten? Es wird sich sehr ## herausstellen, daß die leidenschaftlichen Kleingehsammler ein
sehr schlechtes Geschäft machen. Auch gegen die überklugheit sind allerlei Kräutchenge
wachsen.
Wir wenigstens kennen einige Methoden, wie man solcher Geldhamsterei begegnen kann: der Staat kann die Abstempelung der umlaufenden Kleingeldnoten verfügen; es kann von den ört lichen Behörden Notgeld ausgegeben werden oder es könnte auch ein Einziehungskurs festgesetzt wer den, der nur einen Teil des eingezogenen Geldes durch die neue Währung deckt.
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Drei Konzerte des Salzburger Mozarteums-Orchesters
Unter dem Ehrenschutz des Herrn Bürgermeisters der Stadt Innsbruck fanden am 1., 2. und 3. Dezember drei bedeutsame Konzerte des Salzburger Morzarteumsorchesters statt. Dem Österreichischen Institut für Kultur und Wissenschaft sowie den französischen Behörden, insbesondere dem stellvertretenden Direktor der Abteilung „Schöne Künste und Erziehung“ in der Militärregierung, Herrn de Combis und Capitaine Rigaud sowie Herrn Dr. Groder gebührt für das Zustandekommen dieses Gastspieles besonderer Dank.
Zum ersten Male wurde im großen Saale des Landhauses, dem Winternotquartier größerer konzertanter Veranstaltungen, musiziert. Hat man eine kleine Hemmung, in diesem Saale höchste Kunst „serviert“ zu bekommen, erst einmal überwunden und sich an eine gewisse Gedämpftheit des Klanges gewöhnt, so wird man diese Lösung der Raumfrage auch in klanglicher Hinsicht als eine glückliche bezeichnen können. Eines aber ist sicher: die akustischen Verhältnisse des Raumes decken unerbittlich jede kleinste Unebenheit auf und verlangen auch von den Gesangssolisten ein hohes Maß von Anpassungsfähigkeit.
Mit warmer Herzlichkeit wurde das Mozarteumorchester und sein Dirigent von den Innsbruckern und den zahlreichen französischen Musikfreunden begrüßt, die alle drei Abende den Saal bis auf den letzten Platz füllten Joseph Friedrich Hummel (geb 1841 zu Innsbruck) der Leiter des Salzburger Musiklebens durch fast ein ganzes Menschenalter hindurch gründete diesen Klangkörper und vermittelte mit ihm durch fast 30 Jahre in Festwochen und Mozarteumskonzerten gediegenste symphonische Musik. In den Jahren der Sachblüte der Salzburger Festsviele lag ein beträchtlicher Teil des Kunstgeschehens in den Hünden des Mozarteumsorchesters. Erinnern wir uns doch der einzigartigen. der Initiative Paumgartners entsprungenen Serenadenabende im Hafe der Residenz,
wo man unter dem Sternenzelt ergriffen der zauberhaften Schönheit Mozartischer Musik lauschte Es ist selbstverständlich, daß die vergangenen sieben Jahre auch am Mezarteumsorchester nicht spurlos vorübergingen.
Ein hohes Zeichen von Leistungsfähigkeit, verbunden mit einer großen, guten Tradition, war es, daß dieser Klangkörper wenige Monate nach Kriegsende die ersten, wenn auch in den Ausmaßen begreiflicherweise beschränkten Festspiele bestreiten konnte und dabei den Grundstein zu einer neuen Ara österreichischer Musikkultur legte.
Als Leiter der Konzerte begrüßten wir unseren Landsmann Domkapellmeister Prof. Joseph Meßner, gleichermaßen bekannt als Komponist Orgelvirtuose und Leiter der bedeutenden festlichen Domkonzerte, die schon 1938 in unbegreiflicher Engstirnigkeit stark eingeschränkt, dann gänzlich verboten wurden. Prof. Meßner gab in seiner Programmwahl einen überblick über eineinhalb Jahrhunderte bedeutsamster Musikgeschichte. Fixsterne der Musikliteratur kamen zur Aufführung, deren Strahlenglanz nie verlöschen kann, so lange es eine Musikkultur auf unserem Erdball geben wird.
Der erste Abend war ganz dem „Genius loci“ Salzburgs, Wolfgang Amadeus Mozart, gewidmet. „Einen Kampf für und wider sein Werk hat es wohl nie gegeben“, sagt Paumgartner in seiner Mozartbiographie. Von solchem Meister der Töne könnte man desgleichen sagen? Wir sind gottlob über die Zeiten hinweg, aus Mozarts Musik die traditionelle „Zierlichkeit“ eines süßlichen Rokokogetändels herauszuhören. Wir erleben seine Musik als das, was sie ist, als die ritterlichste Musik aller Zeiten, reich an glutvoller Verhaltenheit neben sonderbarer Schönheit der Melodie. harmonischer Kühnheit und vollkommenster Verschmelzung des linearen kontrapunktischen Flusses mit homophon=akkordlicher Gestaltung.
Die berühmte „Kleine Nachtmusik“ für Streicher (K. V. 525) eröffnete die Vortragsfolge. Aus der Wiener Zeit des Meisters stammend, verdankt sie ihre Entstehung wohl einer intimen festlichen Gelegenheit. Thematik und vornehme Haltung dieser Serenade trugen zu ihrer Popularität im besten Sinne des Wortes bei Als Hauptwerk des Abends hörten wir das Klavierkonzert D=dur (Krönungskonzert), K. V. 537, das Mozart selbst während der Krönungsfeierlichkeiten für Leopold II. in Frankfurt spielte. Müsikdirektor Fritz Weidlich bot mit ihm eine unübertreffliche solistische Glanzleistung. Schlackenlos sauber, glit
zernd in der Lauftechnik und den Akkordzerlegungen erklangen die Ecksätze, während Weidlich mit blühendem weichen Anschlag die Kantilene des langsamen Satzes sang. Zwei Arien der Gräfin aus „Figaros Hochzeit“ fanden von Maria v. Guggenberg eine vornehme, stimmlich wohlausgeseilte Wiedergabe. Den Beschluß des Abends machte die heiter=lebendige und eindrucksvolle 4. Symphonie A=dur, K. V. 201.
Prof.=Meßners äußere Mittel der Zeichengebung sind prägnant, aber sparsam, weit entfernt von Außerlichkeiten eines Dirigentenstartums. Trotzdem setzte er Licht und Schatten in wohlerwogener Weise und hütet sich vor den Verlockungen tempomäßiger überstürzung. Er vermittelte beste Mozarttradition und wurde mit dem ausgezeichnet musizierenden Orchester und den Solisten am Schlusse des Abends lebhaft gefeiert.
Werke von Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn standen auf der Vortragsfolge des zweiten Abends. Händel, einer der Meister des „großen Stils“, der uns mit dem musikalischen Epos beschenkte, eröffnete mit dem Concerto grosso Nr. 1, G=dur, den Abend. Heroisch in der Grundhaltung weisen diese Konzerte für Orchester auf die Kirchensonate hin, die willkommene Möglichkeit zu Fugenarbeit bot und durch Tanzsätzchen erweitert wurde.
Den größten Teil des Programms nahmen Werke von Joseph Haydn ein. Haydns Werk ist Grundstein einer Weiterentwicklung der musikalischen Form, die in ihren Einflüssen über Beethoven bis zu Brahms und Bruckner nachweisbar ist. Begründer des Orchesters und der modernen Instrumentierung ailt Haydn als Schöpfer der Sonatenform, der Symphonie und der Polythematik. Mozart lernt von Haydn, wie auch Handn dem Werke Mozarts unendlich viel verdanken konnte. Zwei Sätze aus dem Obvenkonzert C=dur waren eine selten gehörte Kostbarkeit aus der spärlichen Literatur für dieses Instrument. Eine in jeder Hinsicht formschöne Wiedergabe des Werkes vermittelte unser ausgezeichneter Solo Oboist Herbert Verberich. Das Klavierkonzert D=dur bot wieder
Gelegenheit, Musikdirektor Fritz Weidlich restlos zu bewundern. Welche Poesie verklärte den Wechselgesang des zweiten Satzes. Das Rondo mit seinem vorschlagsreichen Thema erklang in dionnsischer Syielfreudigkeit. Mas Wunder, daß Direktor Weidlich und Professor
Meßner, der den Solisten vorbildlich begleiten stürmisch gefeiert wurden. Die heiterbeschwingt Symphonie Nr. 91 Es=dur beschloß den im Ge samteindruck vielleicht geschlossensten der d Abende. Prof Meßner, die Solisten und das zarteumsorchester konnten am Ende des Abens den lebhaften Dank der Zuhörer entgegenehmn Der dritte Abend war dem Werhe Johann Sebastian Bachs gewidmet. Dr. Alfevon der Universität Innsbruck sprach zu Beginnd Konzertes erläuternde Worte über die zu hörende Werke. Hält Händel seine Blicke der Welt äufe lich zugewandt, so ist die Welt eines Johar Sebastian Bachs eine tief innerliche. In ihmste det eine fast tausendjährige christliche Vergangs heit mit dem Abschl## der Polyphonie und d Krönung durch die
Monumentalarchitektur d Fugendome eine wunderbare Zusammenfassung
Eingangs hörten wir die Suite Nr. 2 H=moll ein Werk in Ouvertürenform mit lieblichen Wech selspiel zweier Flöten und Streicher (Solist Iu lius Böning) Hierauf spielte Othmar Suitner das Klavierkonzert D=moll in einer nicht gerade glücklich zu nennenden Busonibearbeitung. Oth mar Suitner, den wir als Solisten und Klavierbegleiter außerordentlich schätzen, spielte den or namentalreich aus#estatteien Solonart mit über legener, wohlausgefeilter Technik. Sein Bachspie entbehrt noch jener letzten inneren Beziehung zum Wesen dieser Kunst, die fern von Gefühlsexpan sionen und leidenschaftslos ihre hohre Bahn um ihrer selbst willen zieht. Im zweiten Teil Abends erklang das berühmte Doppelkonzen D=moll für zwei Violinen und Orchester. Die bei den Solisten Bruno Mayr
und Iwan Romanenäo erspielten sich mit dem dankbaren Solopart auf klanglich nicht ganz gleichwertigen Instrumenten einen beachtlichen Erfolg. Dann sang Gertraud Ebers mit ansprechenden Stimm=Mitteln und gutem Vortrag drei liebliche Lieder aus dem Notenbüchlein der Anna Maadalena Bach. Den schluß machte das 4. Brandenburgische Konzen G=dur. aus der Köthener Zeit des Meisters stam mend Prof. Meßner, der Orgeloirtnose, auch als Bachinternret reifes und liebevolles Verständnis für das polyphone Geranke der turen und die Bachsche Dynamik. „
Ihm und dem Mozarteumorchester danken i für die drei Abende, die uns Stunden der Erbaung bescherten. Dr. Albert Riester
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