Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:12

- S.23

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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der T. T.“, Innsbruck, Mii Andreas=Hofer=Straße 4, Telephon Nr. 89 41. — Druck: Tyrolia, ebendort.
Freitag, 7. Dezember 1945
Die „Jagebzeilung“ am Nochenende:
Sonderbericht vom Fußball-Länderkampf Osterreich—Franlereich
Länderspiel Österreich-Frankreich 4:1
Frankreich erzielt das erste Tor, aber Österreich schlägt Frankreich 4 :1 (2: 1)
Stimme der Jugend
Die politische Wochenchronik
Die Welt von morgen
Kleine medizinische Rundschau
Kunst- und Literaturbeilage
Worüber die Welt lacht
Kreuzworträtsel
Nikolo und Krampus
Nikolo und Krampus haben ihr gutes, schönes Hausrecht wieder gewonnen, nachdem das Tausendjährige Reich sein angemaßtes verloren hat. So sah man denn in diesen Tagen wieder diese trauten Gestalten unseres Kinderparadieses durch die Straßen eilen. Auch ein Friedenszeichen, und nicht eines von den geringsten. Sieben Jahre lang war der Nikolo verfehmt. Was sollte auch ein heiliger Bischof in einer Zeit, da man nur noch vor und nach „der Zeitenwende“ rechnete? Gegen den Krampus gab es einen anderen Einwand. Der von den Donnern der Berserkerwut umgrollte Nazi verwandelte sich plötzlich in einen sanften, fein besaiteten Erzieher. Wie! Ihr werdet doch die armen Kinder nicht erschrecken wollen! Vergasen dürft ihr sie samt ihren Eltern!. Ihr dürft
Säuglinge mit SS.=Bajonetten an die Wand spießen so viel ihr wollt! Nur mit dem Krampus bleibt uns ferne, denn Kinder haben so schwache Nerven. Sie vertragen diese Aufregung nicht. So war der Nazismus, brutal und verlogen zugleich. Er, der vorgab, die Werte des Volistums zu schätzen wie sonst niemand auf der Leit ächtete den Nikolo und den Krampus als gefährliche Staatsfeinde, weil sie von anderem Bute und aus anderem Boden stammten als der „Weihnachtsmann“.
*Das beste, was der Nikolo in diesem Jahre des Kriegsendes und des beginnenden Wiederaufbaues dem österreichischen Volke bescheeren konnte, ist die Ordnung auf dem Gebiete des Währungswesens. In wenigen Tagen schon werden wir, wenn nicht alle Anzeichen trügen, auf einem neuen, festeren Boden stehen können. Freilich werden wir uns zunächst verwundert umsehen. Die Anderung im Währungswesen schärft unseren Blick für die Veränderungen, die sich in unseren äußeren Lebensverhältnissen vollzogen haben. Sie unterrichtet uns über die klare, nüchterne Bilanz der letzten sieben Jahre, in denen unsere Volkswirtschaft bis zum äußersten erschöpft und unsere materiellen Möglichkeiten weitgehend ausge schöpft wurden. Nunmehr sehen wir den Folgen
ins Auge: der Verarmung!
Ist es nicht ein neckischer Zufall, daß fast zur gleichen Zeit, da uns die verhängnisvolle Zerrüttung unseres wirtschaftlichen Lebens zum Bewußtsein gebracht wird, die Liste jener Männer veröffentlicht wird, die sich in der hervorragendsten Weise für die Herbeiführung unseres Unglückes betätigten. Es handelt sich hierbei um zwei Gruppen von Personen: um die eigentlichen Nationalsozialisten und um die sogenannten „national Betonten“. Diese letzteren standen außerhalb der nationalsozialistischen Partei. Man konnte von ihnen jederzeit die Versicherung vernehmen, daß sie mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun hätten. Trotzdem waren sie die gefährlichsten Helfershelser für die Durchsetzung von Hitlers Plänen gegen Österreich. Handelte es sich doch um
Persönlichkeiten, die im Staate hohe Stellungen bekleideten. Dieser Kreis war ein Sammelbecken, in dem Leute aus den verschiedensten Lagern anzutreffen waren, die in der einen Ansicht übereinstimmten, daß man den „Anschluß“ an den bevorstehenden Anschluß nicht versäumen dürfe. Von diesem Anschluß versprach man sich Wunder der wirtschaftlichen Konjunktur und vor allem die Hoffnung auf eine glänzende persönliche Karriere. Gewinnsucht und Ehrgeiz waren die Jagdhunde, welche diese Hasen in Hitlers Küche trieben. Der eine erhoffte sich große Geschäfte, der andere erwartete eine hohe Stellung. Um diesen Preis war ihnen Österreich feil. Ei ist nicht ohne Wichtigkeit, daß dieses Kapitel der österreichischen Tragödie von 1938 in einem gerichtlichen
Verfahren dargelegt wird. Die Zusammenhänge, die sich dabei offenbaren werden, dürfen mehr als nur historisches Interesse beanspruchen. Vor dem Volksgericht in Wien, wo sich diese Prezasse abmicheln sollon wird sich
Wien, 6. Dez. (Sonderbericht der „T. T.“)
Die Aussicht, die Österreich in seinem 6. Länderspiel gegen Frankreich hatte, auch nur um einen Ergebniserfolg zu erzielen, wurde angesichts der kritischen Lage, in der sich der österreichische Fußballsport befindet, von Fachleuten im allgemeinen sehr skeptisch beurteilt. Trotzdem — Österreich siegte.
Dem Schweizer Schiedsrichter Jean Lutz stellten sich auf dem regendurchweichten Platz des Wiener Praterstadions um 14 Uhr folgende Mannschaften: Österreicher: Seemann, Gerhard,
Bortoli, Mikolasch, Sabeditsch, Joksch, Riegler, Decker, Binder, Jerusalem, Neumer. Franzosen: Maurice Dupuis, Da Roui, Marcel Salva, Felix Virenti, Alfred Aston, Ladislaus Sielo. Emile Bongiononi, Larbi ben Barek, Ernest Vaast.
Zwei französische Militärkapellen hatten vor Beginn des Spieles in weißem Lederzeug vor der Ehrentribüne Aufstellung genommen und spielten unter dem Beifall der 50.000 Zuschauer die Marsellaise und „O du mein Österreich“. Kurz darauf erschienen die Mannschaften, die Franzosen in weißen Hosen und blauen Trikots, die Österreicher in schwarzen Hosen und weißen Trikots, und wurden von der Abordnung der Militärregierung und dem Wiener Bürgermeister Körner begrüßt. Das Wetter ist unfreundlich; leichter Regen rieselt auf den gutgepflegten Rasen des Stadions und macht den Boden weich.
Die Franzosen geben den Anstoß. Das Spiel ist zunächst offen und ziemlich schnell. Der gefährlichste Mann des französischen Sturmes ist der rechte Flügel. In der 8. Minute hat schon Ben Barek, ein brillanter Techniker, der einzige dunkelhäutige Mann in der französischen Elf. den Ball an Bongiononi weiter gegeben. Auf kurze Entfernung schießt er halbhoch und unhaltbar ins Tor.
Unter leidenschaftlicher Anteilnahme der Zuschauer starteten die Österreicher. Doch konnten vom gutgespielten Verteidiger zunächst noch zwei Tore erfolgreich verhindert werden. Sichtbare Erfolge können verhindert werden. In der 13. Minute konnte der österreichische Stürmer jedoch nach gutem Zusammenspiel vor das französische Tor gelangen. Ein Schuß prallte am französischen Verteidiger ab und wenige Augenblicke später kommt der Ball noch einmal Decker vor die Füße und es steht 1:1. Zwei Minuten später fällt das dritte Tor und wieder ist Decker von Binder ins Loch geschickt worden, wo er unhaltbar einlenkt. Immer wechseln Angriffe und Gegenangriffe, aber
die österreichische Mannschaft spielt besser zusammen.
Nach Seitenwechsel ist Binder langsamer, führt aber den Sturm meisterhaft und uneigennützig. Sabeditsch wächst immer mehr am Format des französischen Mittelstürmers, um ihn schließlich völlig kalt zu stellen.
Schnelle Durchbrüche des rechten französischen Flügels wechseln mit mustergültig vorgetragenen österreichischen Angriffen auch als einmal Seemann und bald darauf Neumer nach einem Zusammenstoß einige Zeit am Boden blieben und doch bald darauf am Platz wieder auftraten. In der 53 Minute rollt wieder ein Angriff der Österreicher vor das französische Tor — alte Fußballschule — der Ball kommt zu Neumer und der stieß auf kürzeste Entfernung 3:1 für Österreich.
Immer mehr beschränken sich die Franzosen auf raschen Durchbruch und zerstörende Abwehr. Doch das Schicksal der französischen Elf ist unausbleiblich. In der 77. Minute gelingt ihnen nach einem schönen Zusammenspiel mit dem rechten Flügel zwar ein zweiter Treffer. Der Ausgang des Spieles gegen Frankreich ist jedoch nicht mehr abzuwenden. Auf kürzeste Distanz schießt Decker zum vierten Male ins Tor und stellt damit das Endergebnis her. Langsam fallen die Schatten des Abends auf das Stadion.
Dr. Schwarz, der erst vor einigen Tagen aus Paris zurückkehrte, freut sich über den Erfolg seiner alten Schützlinge. Ihr besseres Kopfspiel hat den Ausschlag gegeben und Präsident Gheri meint: „Ein schönes Spiel. Die Leistung unserer Mannschaft berechtigt zu neuen Hoffnungen.“
Der sicher amtierende Schweizer Schiedsrichter Jean. Lutz sagte: „Das Spiel war nicht leicht zu leiten. Aber die Österreicher spielten über Erwarten gut. Sie haben alle Berechnungen über den Haufen geworfen. Das System der Franzosen hat sich gegen das rasche Stürmerspiel der Österreicher (Fünfstürmerspiel) nicht durchsetzen können.“
Die österreichische Mannschaft beherrschte das Feld und Binder, der alte Knabe und Vater des österreichischen Fußballsports, meinte: „Die Franzosen spielen gut, aber heute waren wir besser.“
Dr. Pultar — Präsident der Turn= und Sportunion
Zum Präsidenten der österreichischen Turn= und Sportunion wurde Dr. Josef Pultar, zum Vizepräsidenten Heinz Glabian und Dr. Kassenbeisser gewählt.
Photo: Landesbildstelle Tirol
Der erste Wagen der Häringer Kohlenseilbahn fährt zu Tal. — Die Vertreter der Militärregierung und der Landesregierung bei der Eröffnung.
Handelsvertrag zwischen Österreich und Italien
Aufnahme der Verhandlungen
Rom, 6. Dezember.
Heute wurde hier angekündigt, daß eine italienische Abordnung binnen kurzem nach Wien abreisen werde, um die Wiederaufnahme der italienischen Handelsbeziehungen mit Österreich zu sprechen. Diese Ankündigung folgte auf eine Erklärung aus der vorigen Woche, daß eine Handelsmission für die Eröffnung von Verhandlungen zum Abschluß eines Handelsvertrages mit diesem Lande zusammengestellt worden sei. Ein Abkommen mit Schweden wurde vergangene Woche unterzeichnet. Ein Vertrag mit der Schweiz bedarf nur noch der Zustimmung der Alliierten und ein solcher mit Spanien soll vor der Vollendung sein. Mit Polen, der Türkei und Griechenland sind Verhandlungen im Gange und sollen binnen kurzem auch mit Frankreich und Rußland eingeleitet werden.
Kein österreichischer Konsul in Bozen
Die Tiroler Landesregierung teilt mit:
Nach Rücksprache mit dem Staatssekretariat des Außeren wird festgestellt, daß die im „Giornale della Sera“ aus angeblich englischer Quelle gebrachte Nachricht, in Bozen amtiere ein österreichischer Konsul, in keiner Weise den Tatsachen entspricht.
Vorschlag zur Föderalisierung Deutschlands
Bern, 6. Dezember.
Professor Wilhelm Röpke — ein Reichsdeutscher — veröffentlicht in der „Neuen Züricher Zeitung“ einen Artikel, in dem er erklärt, daß keine der Besatzungsmächte den Kernpunkt der deutschen Frage begriffen hat. Das, was zu tun ist, sei die Herbeiführung eines deutschen Bundesstaates, der allmählich entwickelt werden muß, indem man den einzelnen deutschen Ländern den Charakter der Autonomie verleiht.
Sensation in Ostasten
Tokio, 6. Dezember.
Prinz Konoye, ebenso wie der ehemalige Botschafter Japans in Berlin, sind als Kriegsverbrecher verhaftet worden.
3½ Milliarden Dollar jährlich für die Nachkriegsflotte Amerikas
Washington, 6. Dezember.
Ein Gesetzentwurf über die Aufstellung einer Nachkriegsflotte in Stärke von 600.000 Mann und 66.000 Offizieren wurde heute vom Weißen Haus an den amerikanischen Senat weiter geleitet. Der republikanische Senator George J. Bates von Massachusetts erklärte, daß der Bestand dieser Nachkriegsflotte drei Milliarden und fünfhundert Millionen Dollar jährlich kosten werden.
„Wert von Großkampfschiffen in Frage gestellt“
Washington, 6. Dezember.
Der Direktor des Atomforschungsinstitutes Dr. Oppenheimer erklärte vor einem Sonderausschuß des Sen tes, die Kosten der Atombombe seien im Verhältnis zu denen von Kampfschiffen so klein, daß der Wert von Großkampfschiffen ernstlich in Frage gestellt sei. Dr. Oppenheimer sagte, die Kontrolle der Atombombe müsse auf dem guten Willen der Nationen beruhen.
„Amerika nur wohlhabend, wenn es der Welt gut geht“
Landwirtschaftsminister Vlington Anderson hielt vor dem Nationalkongreß der Organisation der jungen Farmer in Chikago eine Rede. Er verlangte eine höhere landwirtschaftliche Produktion und eine engere Zusammenarbeit der Organisationen für Lebensmittelverteilung und Landwirtschaft im Verband der Vereinten Nationen, um eine gerechte Verteilung auf der ganzen Welt zu erreichen Anderson sagte: Aus den Erfahrungen der Vergangenkeit wissen wir, daß die Vereinigten Staaten nur dann wohlhabend sind, wenn es der Welt gut geht, und daß die Farmer nur dann wohlhabend sind, wenn es der Industrie und ihren Arbeitern gut geht.“
Fette Jahre prorhezeit
New York, 3. Dezember. Lord Balfour erklärte, alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Welt in eine Geschäftskonjunktur von ungeheuren Ausmaßen eintreten wird. Diese Konjunktur werde fünf Jahre dauern, um dann von einer zwei bis drei Jahre dauernden Depression abgelöst zu werden.