Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:12

- S.25

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Freitag, 7. Dezember 1945
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brachte, muß sich England mit beiden Kräften abfinden. Gewiß würde es lieber die arabische Karte ausspielen. Sind die Juden nicht ebenso sehr gegen England aufgebracht wie die Araber? Vielleicht erwägen sie die Möglichkeit, Rußland als Hilfstruppen für seine Expansion ans Mittelmeer zu dienen? Aber da intervenieren die Vexeinigten Staaten, die die Zionisten unterstützen 4000 Rabbiner marschieren zum Kongreß nach Washington und Präsident Truman fordert die Einreiseerlaubnis für 800.000 Juden nach Palästina. Die amerikanische Presse behauptet sogar, daß die an Bord der „Sequoia“ zwischen Attlee und Präsi dent Truman über diese Frage geführten Ge spräche nicht so glatt verliefen. Die Briten haben den Vereinigten Staaten vorgeschlagen, sich an der
Lösung des Palästinaproblems zu beteiligen Wer rät, braucht nic,t zu zahlen — über dieses Sprichwort werden die Amerikaner zweifelsohne nachdenken müssen. In der Tat sehen sie sich in die Enge getrieben zwischen ihrem Abscheu, internationale Verbindlichkeiten einzugehen, und einer Innenpolitik, in der der Zionismus seinen Einfluß ausübt.
„Unschuldig!“
Deutschlands. Er sagte:
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In Washington sprach der Senator A. W. Barkley, Vorsitzender der demokratischen Mehrheit des Senates, über die Wirkung des Nürnberger Prozesses auf die internationale Stellung Er sagte: „Das deutsche Volk mag die immer wiederholte Erörterung der Kriegsverbrechen der Nazis ermüdend finden, aber die Deutschen täten gut daran, sich klar zu machen, daß der Abscheu der Welt über die deutschen Kriegsgreuel eine Tatsache ist, mit der sie rechnen müssen. Deutsche können nicht einfach die Verantwortung abschütteln und vergessen und erwarten, daß jene Völker das gleiche tun, die die Opfer dieser Greuel waren. In klarer, würdiger Form werden in Nürnberg immer weitere Beweise vorgebracht, daß die Nazis den Angriffskrieg systematisch vorbereiteten. Nicht die
zwei Lutzend Nazis auf der Anklagebank sind wichtig, sondern das ganze totalitäre Regierungssystem, das unter Anklage steht. Das ist das wichtigste an dem Prozeß für jeden Deutschen. Die Grundlagen des kommenden internationalen Strafrechtes werden in Kürnberg fengelegt. Deutschland wird ihnen nachzuleben haben.
Die Ruide in Ipianien
Nach einer Meldung aus Rom mißt man dem Besuch, den der spanische Prälat Msgr. Herrera dieser Tage dem Vatikan abstatten wird, große Bedeutung bei. Herrera, früher Direktor der Zeitung „El
Debate“, ist Leiter der
Katholischen Aktion in Spanien. Vor seiner Abreise hatte er mehrere Besprechungen mit General Franco. Wie verlautet, will er den Papst bitten, mit Hilfe seines Einflusses die Wiederherstellung einer Monarchie in Spanien ohne Blutvergießen zu fördern. In diesem Zusammenhang ist von Interesse, daß Msgr. Herrera nach seiner Audienz beim Vatikan nach Lausanne fahren wird, um dem spanischen Infanten Don Juan einen Besuch abzustatten.
Temonstrationen zugunsten der Wiederherstellung der Monarchie werden aus Valeneia und Lamplona gemeldet. In Pamplona, Hochburg der Carlisten und Hauptstadt Navarras, defelierten rund 1000 Royalisten mit roten Baskenmützen an Prinz Xaver von Bourbon=Parma vorbei. Sie gehören zur Tradition der Traditionalisten, welche Don Juan als künftigen König ablehnen. Eine ähnliche Demonstration in Valencia wurde von der Polizei „friedlich“ aufgelöst.
Die latente Krise in Spanien spiegelt sich sehr deutlich im Wirtschaftsleben wieder. Der Bedarf an Zahlungsmitteln verstärkt sich beim spanischen Schatzamt täglich. Durch Neuausgaben von Papiergeld im September dieses Jahres hat sich der Notenumlauf auf 17 Milliarden 647 Millionen Peseten erhöht. Er hätte die inzwischen auf 18 Milliarden festgesetzte Decke gesprengt, wenn nicht ein Dekret die Grenze auf 20 Milliarden festgesetzt hätte. Die Anleihe, über die die Großbanken und der Staat nun schon seit Wochen verhandeln, ist jetzt beschlossen worden, und zwar in einer Höhe von 2 Milliarden. Zur Beschaffung der notwendigen Devisen für Bestellungen im Ausland hat die Regierung beschlossen, den Verkauf bestimmter besonders begehrter Produkte — selbst unter
Verlust — zu betreiben. Auf diese Weise haben England und Frankreich 124.000 bzw. 105.000 Kisten Orangen zum Preise von 46 Pesetas kausen können, während schon der Selbstkostenpreis einer Kiste sich auf 47.50 Pesetas beläuft.
Schwietigkeiten im Nahen Osten
Unter den Hindernissen, die sich der Verteidigung von Englands Lebensinteressen in den Weg stellen, finden sich einige Nationalitätenprobieme. Im selben Augenblick, da Rußlands Vorstoß gegen die Meerengen den Weg nach Indien gefährdet. wird England auf diesen Weg von jungen und daher ungestümen Nationalitäten geMolotow hemmt: den Nationali
täten der Araber, Zionisten und Agypter. Das Spiel ist schwer für das Foreign Office Gewiß, es hat in der Geschichte schon ebenso schwierige Probieme gelöst. Aber in der Klemme zwischen den arabischen Staaten — deren Freundschaft es nicht entbehren kann, da sie die Wege nach Indien beherrschen (den Landweg, einst bedurch die Affäre der Bagdadbahn, und den
Bevin über Fugoslawien
London, 6. Dez. Auf Anfragen im Unterhaus antwortete Außenminister Bevin: Die britische Regierung sei bisher von der Verfassungsänderung in Jugoslawien nicht amtlich verständigt worden. Er sei daher im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht in der Lage, eine Erklärung zu diesem Gegenstand abzugeben. Bevin wurde ferner gefragt, ob er überzeugt sei, daß die Wahlen in Jugoslawien den wahren Volkswillen zum Ausdruck gebracht hätten. Bevin antwortete: Es ist nicht meines Amtes, darüber ein Urteil abzugeben. Sobald der Augenblick gekommen ist, werde ich lediglich zu entscheiden haben, ob die diplomatischen Beziehungen zu Jugoslawien ausgenommen werden sollen oder nicht.
Bevin erklärte heute nachmittag auf eine andere Anfrage im Unterhaus, der Rat der Außenminister habe sich vertagt, bleibe aber auch weiterhin bestehen. Ein ständiges Generalsekretariat wurde nicht gebildet. Bevin sagte weiter, die Außenminister der Vereinigten Staaten, der So wjetunion und Großbritanniens seien in ständiger enger Verbindung. Eine neue Konferenz sei aber noch nicht vereinbart worden.
Auf eine weitere Anfrage antwortete Bevin, einige zwischen verschiedenen Ländern noch nicht geregelte Angelegenheiten könnten nicht der Organisation der Vereinten Nationen unterbreitet werden. Sie müßten vielmehr durch direkte Besprechungen zwischen den betreffenden Staaten bereinigt werden.
Der christlichen Demokratie entgegen
Ein Buch von Stafford Cripps
Das Christentum ist die große Macht, unsere Welt neu zu formen! Das ist der Leitgedanke eines Buches, das Sir Stafford Cripps, ein Mitglied der britischen Regierung, vor kurzem unter dem Titel „Der christlichen Demokratie entgegen“ verfaßt hat. Der Verfasser gibt sodann noch einen überblick über alle Probleme, die die Zukunft zu lösen haben wird und warnt eindringlich davor, zu glauben, daß nun nach der Erringung des Sieges die Hauptarbeit getan sei. Im Gegenteil, die Hauptarbeit liegt noch vor uns. Sie muß jetzt vollbracht werden. Unsere Pflicht ist es, das Prinzip des Christentums in alle nationalen und internationalen Gemeinschaften hineinzutragen und so die sozialen Lehren des Christentums zu verwirklichen. Wir wollen unsere Jugend nicht glaubenslos, gottlos,
in materialistischem Geiste erziehen, sondern dem Christentum zuführen. Die sozialen Lehren des Christentums wollen wir dort zuerst verwirklichen, wo sie am dringendsten nötig sind, in den Industriestädten und in den Arbeitersiedlungen. Es ist nun an uns, so führt Sir Stafford Cripps in seinem Buche aus. den Millionen Armen und Hilfsbedürftigen, die dieser Krieg hinterlassen hat, jene praktische Nächstenliebe zuzuwenden, durch die allein die riesengroße aufopfernde Arbeit geleistet werden kann.
Frankreichs neue Familienpolitik
Paris, 6. Dezomber. Der neue französische Bevölkerungsminister bereitet weitreichende Pläne zur Verbesserung der bevölkerungspolitischen Lage Frankreichs vor. Diese Pläne verfolgen vor allem drei Ziele: Verbesserung des allgemeinen Besundheitszustandes der Bevölkerung, Ansteigen der Geburtenanzahl und Steigerung der Arbeitskraft durch Einwanderung. Es sind bereits verschiedene Maßnahmen für die Steigerung der Geburtenzahl und für die Kinderfürsorge vorgesehen, und zwar Ehestandsdarlehen und anderen Maßnahmen. Prigents Ministerium hofft auch, die verschiedenen anderen sozialen Einrichtungen für Mutter und Kind, die bisher durch Versicherungsgesellschaften in Schulen und Werkstätten gehandhabt wurden, zu übernehmen und sie unter
staatlicher Kontrolle zusammenzufassen, statt sie in privaten Händen zu lassen, wie dies bisher meist der Fall war.
Zentraler Wetterdienst in Deutschland
Berlin, 5. Dezember. Auf Anordnung des Alliierten Kontrollrates wird in ganz Deutschland ein zentraler Wetterdienst aufgebaut werden.
Aar Rade
und Cald
A DVENT
Von Bert Runggaldier In das graue Stoppelfeld Müde Nebel steigen,
Stiller almel nun die Welt Und das Jahr will schweigen.
Jeder Tag geht leis gebückt Durch die kargen Stunden,
Doch ein Lächeln hat beglückt Grünes Reis gebunden.
Ruhvoll schreitet der Advent In bereite Herzen, In den dunklen Kränzen brennt Ein Choral von Kerzen.
Stille Feuer sollen schlicht Hohe Zeit verkünden,
Weil doch in der Liebe Licht Alle Zeichen münden.
6 Dezember
Nikolausabend ... Weiße Flocken wirbeln durch die bereits dunklen Straßen, doch plötzlich flammt überall in fast friedensmäßiger Pracht die Straßenbeleuchtung auf und verklärt das Bild unserer Stadt. Vor einigen Schaufenstern verhalten wir plötzlich unseren Schritt: Ein Knusperhäuschen in einem kleinen Tannenwald, Hänsel und Gretel mit der Hexe vor den rot beleuchteten Fenstern zaubern uns wieder Erinnerungen aus den Kindertagen vor Augen. Damals waren
die Knusperhäuschen noch wirklich zum Knuspern, mit verzuckertem Dach und Lebkuchenbrezeln rundum, und wir Kinder waren glücklich und priesen den guten Nikolaus. Nun sehen wir auch Kinder wie verzaubert auf diese unerreichbare Pracht blicken, die ihnen jetzt nur aus Schaufenstern entgegen leuchtet und doch, auch heute feiert das Kind den Nikolo und fürchtet sich vor dem Krampus, der aus dem nächsten Fenster blickt.
Wir in der Hast des Alltags lebenden „Großen“ müssen uns wieder abwenden von den Schaufenstern, die uns für kurze Minuten unsere Kindertage vor Augen zauberten, und lassen die Kinder in ihrem Staunen zurück. Aber einige Schritte darauf, wer kommt uns leibhaftig aus einer dunklen Nebenstraße entgegen? Der hl. Nikolaus mit dem finsteren, kettenrasselnden Krampus im Gefolge. Wenn er heuer auch nicht so viel Gutes zu verteilen hat, so ist er den Kindern doch immer willkommen, der gute, alte, heilige Nikolaus!
Hilde Riedmüller.
Lnsere Heimkehrer
Entlassung aus dem Lager Reichenau Seit dem 9. November 1945 sind 7818 österreichische Kriegsgefangene im Auffanglager in Innsbruck angekommen. Von neun hier angekommenen Transporten stamm vier aus Amerika, zwei aus England und drei aus Frankreich. 5887 dieser entlassenen Kriegsgefangenen stammen aus den Bundesländern Tirol und Vorarlberg.
Erweiterte Gasabgabe in Innsbruck
Infolge der Fertigstellung der Rohrnetzarbeiten im Südteil von Wilten konnten dieser Tage nun auch die dort gelegenen Wohnbauten einschließlich Berg Isel mit Gas versorgt werden.
Ferner wird ab 7. Dezember die Gasabgabe erweitert, so daß der Bevölkerung das Gas in den Zeiten von 6 bis 8 Uhr morgens, von 10 bis 13 Uhr mittags und von 18 bis 20 Uhr abends zur Verfügung steht. Es kann allerdings ab und zu vorkommen, daß diese Abgabezeiten gekürzt werden müssen, da sich im Werk in der Gaserzeugung Schwierigkeiten ergeben, denn man darf nicht vergessen, daß das städtische Gaswerk durch Bombeneinwirkungen auf das schwerste beschädigt wurde und daß diese Schäden infolge Ersatzteil= und Materialmangel oft nur provisorisch repariert werden konnten.
Die Direktion des Gaswerkes weiß ganz genau, daß verschiedene Straßenzüge oder Häuser heute noch nicht so mit Gas versorgt werden, wie es vor dem Kriege der Fall war. Es hat nun keinen Zweck, daß Hausparteien ununterbrochen das Werk antelephonieren, um Entsendung von Monteuren ersuchen und dabei wünschen, daß sofort der Monteur erscheint. Alle Aufträge können nur in der Reihe der einlaufenden Meldungen erledigt werden. Um sich nun ein Bild der Arbeitsleistungen zu machen, sei kurz er
wähnt, daß seit 8. Oktober, dem Tag der ersten Gasabgabe, über 600 Wiederanschlüsse durchgeführt worden sind, nicht zu rechnen alle Reparaturen an bestehenden Einrichtungen. All diese Arbeiten in den Häusern hätten sich im Sommer leicht durchführen lassen und werden nunmehe vom Werk sofort verlangt. Dies ist eine Unmöglichkeit, da ja nur eine geringe Anzahl geschulter Kräfte zur Verfügung steht.
Noch auf einen weiteren Mißstand muß hingewiesen werden. Die Gasabgabe in den drei Mittagsstunden hat eine Höhe erreicht, welche einer ganzen 24stündigen Tagesabgabe im Jahre 193: entspricht, weil so und so viele Parteien mit dem Gasbackrohr die Küche beheizen. Dabei wiri nicht bedacht, daß durch diesen unnützen Mehrverbrauch die Gesamtgasabgabe an die Bevölkerung Innsbrucks um Stunden verkürzt wird. Die derzeit in Betrieb stehende Anlage kann eben nur eine bestimmte Menge Gas erzeugen und diese Menge muß auf die günstigsten Tageszeiten verteilt zur Abgabe kommen Um die Erzeugung zu steigern, wird im Werk intensivst gearbeitet und falls keine sonstigen Schwierigkeiten eintreten. wird das Gaswerk, das können wir heute schon verraten,
Mitte Jänner 1946 wieder zur ganztägigen Gasabgabe übergehen, vorausgesetzt jedoch, daß jede Gasverschwendung bei der Bevölkerung unterbleibt.
Kohlenspende der französischen Miüitärregierung
Die französische Militärregierung hat der Gemeinde Innsbruck in großzügigster Weise Kohlenmengen zur Verfügung gestellt, die es gestatten werden, noch vor dem Weihnachtsabend in die bedürfigsten Mitbürger unserer Landeshauptstadt Innsbruck je 100 Kilogramm Kohle zuzuteilen und sie dadurch vor schwerster Wintersnot zu bewahren.
Mit der Durchführung dieser Sonderaktion ist das städtische Wirtschaftsamt beauftragt.
Die kurzgefaßten Ansuchen um Beteilung sind vom 10. bis 13. Dezember 1945 ausnahmslos nachmittags von 13 bis 18 Uhr beim städtischen Wirtschaftsamt Innsbruck, Salurner Straße 16, Parterre links, schriftlich einzubringen. Der Haushaltsausweis ist mit dem Ansuchen gleichzeitig vorzulegen und wird zum Beweis der Abgabe des Gesuches abgestempelt.
Beteilt werden die Bürger der Landeshauptstadt Innsbruck, welche die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen.
1. Bedürftige Familien (unter Beischluß eines Mittellosigkeitszeugnisses). Für diese Mitbürger erfolgt die Ausgabe kostenlos.
2 Familien mit kranken Personen (unter Beischluß eines ärztlichen Zeugnisses letzten Datums).
3. Alleinstehende kranke Personen (ebenfalls unter Beischluß eines ärztlichen Zeugnisses, wie Punkt 2). Zu Punkt 2 und 3: Personen, die auf Grund eines vorgelegten arztlichen Zeugnisses bereits einen roten Bezugschein erhalten haben (schwere Dauererkrankungen), sind von der Wiedervorlage eines neuen ärztlichen Zeugnisses befreit, wenn sie dem Ansuchen den ersten roten Bezugsschein beifügen.
4. Familen, die als Untermieter mangels der bekannten Voraussetzungen bisher keinen Bezugsschein erhalten konnten (insbesondere Ausgebombte und Umquartierte mit Angabe:
a) der Anzahl der Kinder über zwölf Jahren,
b) der Anschrift der ausgebombten, bzw. früheren Wohnung — bei Umquartierten — und der derzeitigen Wohnung).
Um die Ansuchen rasch und einwandfrei überprüfen zu können, wird erwartet, daß die seinerzeitigen Anmeldungen für den Hausbrand beim Wirtschaftsamte bereits vorliegen. Wer daher seine Anmeldung bisher aus irgend einem Grunde verabsäumt hat, wird dringend aufgefordert, sie nachzuholen Es ist vollkommen sinnlos, wie bereits vielfach geschehen, Anträge auf Zuteilung von Hausbrand drei= und mehrfach einzubringen, in der Absicht, eine mehrfache Zuteilung herauszuschwindeln Jeder Antrag wird überprüft und krasse Fälle strafrechtlich verfolgt. Alle Anträge müssen unbedingt die derzeitige Wohnungsanschrift enthalten.
Diese Aktion ist eine einmalige Sonderaktion und erfolgt unabhängig von der bereits durchgeführten Ausgabe der allgemeinen Brennmittelbezugscheine (A). Die aus dieser Spende Beteilten erhalten einen roten Bezugschein (mit „Kl“, „K“ bezeichnet) durch die zuständigen Kartenausgabestellen. Die Zeit der Ausgabe wird durch Presse und Rundfunk rechtzeitig verlautbart.
Es wird nochmals dringend gebeten bei der Abgabe dieser Ansuchen nicht zu versuchen, irgendwelche mündliche Vorsprachen erzwingen zu wollen, da sonst die rechtzeitige Durchführung der Aktion in Frage gestellt wird. Die geforderten Unterlagen sind unbedingt beizubringen.
Der Bürgermeister: Dr. Melzer.
Die Ausgabe von Makrelen erfolgt ab sofort auch im Geschäft der Firma Heinrich Zucks Witwe in Innsbruck Marktaraben Nr. 5.
Italienische Verwundete auf der Heimfahrt Am 5. Dezember nach 7 Uhr früh langte am Innsbrucker Hauptbahnhof ein Lazarettzug mit 200 italienischen Verwundeten aus Deutschland ein; der Zug fuhr nach kurzem Aufenthalt in Richtung Brenner weiter.
Einbrüche. In Innsbruck wurden in den letzten Tagen folgende Einbrüche verübt: Im
Schlachthof wurden zwei Kälberhälften und eine Menge Innereien gestohlen: in einem Keller im Hause Schubertstraße 3 eine Menge Lebensmittel; aus einer Wohnung in der Pacherstraße 3 Kleider, Schuhe und Lebensmittel; in einem Bauernhaus am Fürstenweg 21 ein Kalb und 20 Hennen.