Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:7
- S.25
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Sinzelverkauf erhältlich. — Dorerst keine Postzustellung
Nummer 21/1. Jahrgang
Redaktionelle Einsendungen und Anfragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Montag, 16. Juli 1945
Empfang General
Bethouarts verschoben
Der Empfang des Höchstkommandierenden der französischen Besatzungstruppen in Österreich, General Bethouart, in Innsbruck wird nicht, wie es ursprünglich hieß, am 17. Juli, sondern am Mittwoch, den 18, Juli, stattfinden.
So ging es den Arbeitern
Als im Jahre 1938 der Nationalsozialismus auch in Tirol durch einen Gewaltstreich Hitlers ans Ruder kam, auch Tirol von den Braunen gleichgeschaltet wurde. wurden die letzten Reste einer freien Arbeiterbewegung in unserem Lande von den nazistischen Machthabern in Tirol, genau so wie es früher in Deutschland, wenn auch in viel krasserem Ausmaß, geschah, ausgerottet. Die Partei, die sich Nationalsozialistische Arbeiter partei nannte, bewies durch ihre Einstellung und auch durch ihre Tätigkeit, daß diese sonderbare Arbeiterpartei nicht eine Partei für, sondern eine solche gegen die Arbeiter war! Die bisherigen Vertrauensleute der Arbeiter und der Angestellten in den Betrieben wurden zum großen Teile entfernt. Leute als Gefolaschoftsführer eingesetzt, die bisher von der Arbeiterschaft immer abgelehnt worden waren; diese neuen
Nazivertrauensleute, denen kein Mensch im Betrieb Vertrauen entgegenbrachte, hatten überhaupt keine Möglichkeit, irgendwie die Interessen der von ihnen angeblich Vertretenen auch wirklich zu vertreten. Die österreichische Sozialpolitik, seit vielen Jahren vorbildlich, wurde von den Braunen systematisch abgebaut, verwässert und verschlechtert, die wohlerworbenen Rechte der Angestellten und Arbeiter mißachtet und zunichte gemacht.
Was haben die Nazi dem Arbeiter nicht alles versprochen! Im Versprechen waren die Leute um Hitler, Goebbels, Göring und Konsorten ja groß! Die Nazi nannten sich eine Arbeiterpartei, sie kämpften, so sagten sie, für die Verwirklichung des Sozialismus. Sie seien, so versicherten sie, die wahren, die einzigen, die waschechten Sozialisten, die den deutschen Proletarier aus dem Nichts herausheben, ihn zum Vorgesetzten der Arbeiter des übrigen, von Hitler unterjochten und noch zu unterjochenden Europas machen wollten und auch machen würden! Vor etwa zwei Jahren noch hat Dr. Leybeieinem Betriebsappell der Innsbrucker Stadtwerke erklärt, der deutsche und damit natürlich auch der österreichische Arbeiter brauche nach dem Endsieg, andem nicht zu zweifeln gestattet war, eigentlich gar nicht mehr zu arbeiten. Er — der deutsche
und der österreichische Arbeiter — werde vielmehr zum Beaufsichtiger (sprich Antreiber) der nichtdeutschen Arbeiter in Europa werden! So Dr. Ley beim Betriebsappell der städtischen Betriebe in Innsbruck vor zwei Jahren! Es ist wohl überflüssig, zu sagen, daß ein solcher „Sozialismus“ durchaus würdig ist der Unterdrückungs= und Räuberpolitik des Nationalsozialismus, der so viel Elend und Not auch über Tirol und seine Bevölkerung gebracht hat, so viele Tiroler in den Tod schickte oder zu Krüppeln werden ließ.
Den himmelblauen Versprechungen der Naziführer, der Hitler, Goebbels, Ley, den Versprechungen in Presse und Rundfunk stand die rauhe Wirklichkeit entgegen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen wurden von den braunen „Sozialisten“ brutal den deutschen Kriegsgewinnern ausgeliefert. Der Lohnstopp wurde rücksichtslos durchgeführt, während beim Preisstopp weit weniger hart und genau durchgegriffen worden ist. Der Unternehmer durfte seinen Arbeitern gar nicht mehr Lohn als den von oben vorgeschriebenen geben, selbst wenn er es gewollt hätte. Tatsächlich sind auch in Tirol Unternehmer schwer bestraft worden, weil sie in einzelnen Fällen freiwillig die Löhne erhöht hatten! Auch in Tirol sind viele Arbeiterfrauen, auch solche mit Kindern, in die Rüstungsbetrie: gepreßt worden, viele Tiroler Mädchen muß ten, ob sie nun wollten oder
nicht, weitab von Angehörigen und Heimat, für den hitle rischen Machthunger schinden und schuften.
Innsbruck, 15. Juli. General Mack [Clark, der Kommandant der amerikanischen Streitkräfte in Österreich, gab bekannt, daß das Fraternisierungsverbot aufgehoben würde. Gespräche #ischen amerikanischen Soldaten und erwachsenen österreichern auf öffentlichen Straßen und Plätzen sind nun gestattet. Nicht gestattet ist der Besuch amerikanischer Soldaten in Privathäusern. Die Milderung des Fraternisierungsverbotes geschah in übereinstimmung mit einem Befehl, den General Eisenhower für die amerikanischen Besatzungen in Deutschland und Österreich herausgab. General Clark sagte, daß er sich mit der Frage beschäftigte. ob das Fraternisierungsverbot in österreich nicht weiter gemildert werden soll. Es sei ja die Aufgabe der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten, österreich zur Gründung eines freien und unabhängigen
Staates zu verhelfen.
Wie sich die Vorarlberger und Tiroler Bevölkerung selbst überzeugen konnte, hat die
Das Fraternisierungsverbot in Österreich gemildert
französische Militärregierung das Fraternisierungsverbot zwischen den Besatzungstruppen und der Bevölkerung soweit es möglich war. wesentlich gemildert.
Entfernung der Reichsdeutschen aus Österreich
Innsbruck, 15. Juli. J8B. Salzburg meldet: „Offiziere aus dem Hauptquartier General Clarks erklärten, daß die Entfernung der Reichsdeutschen aus der Besatzungszone der Amerikaner in Österreich konse quent durchgeführt werde.“
Beim Empfang im Landhaus hat bekanntlich General Thomazo eine ähnliche Erklärung abgegeben. Er wies auf die Schwierigkeit der Ernährungslage in Tirol hin und erklärte anschließend, daß die französische Militärregierung in Österreich für ihre Zone dafür sorgen werde, daß sämtliche Ausländer Be=möglichst rasch aus der französischen Bediesatzungszone entfernt werden.
Die Reise der Staatsmänner nach Berlin
London, 15. Juli. Präsident Truman, dem beim Eintreffen im Armelkanal von der britischen Flotte ein feierlicher Empfang bereitet wurde, ist in Amsterdam an Land gegangen. Von hier aus begibt er sich im Flugzeug nach Berlin.
Paris, 15. Juli. Premierminister Churschill, der einige Urlaubstage in Frankreich verbrachte, ist von Bordeaux zur Dreierkon ferenz abgereist.
ausgewiesen worden seien, stehen in Berlin weder Unterkunft noch Nahrung oder Arbeit zur Verfügung. Alle Fahrzeuge, die sich der Stadt nähern, werden auf der Straße angehalten.
Von der Siegessäule in Berlin weht die Trikolore
„ Berlin, 15. Juli. Zur Feier des französischen Nationalfestes wurde von den fran= zösischen Besatzungstruppen in Berlin auf der Siegessäule, die seinerzeit von den Deut
schen zur Erinnerung an den Sieg über Frankreich im Kriege von 1870/71 errichtet worden war, die Trikolore gehißt. Der Feier, die mit einer Parade der französischen Truppen verbunden war, wohnten Vertreter der alliierten Mächte bei. Der Militärgouverneur der britischen Besetzungszone erklärte, daß von nun an die Trikolore von der Spitze der Siegessäule wehen werde.
General Eisenhowers
Paris, 14. Juli. General Eisenhower, der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, der nach Auflösung des alliierten Hauptquartiers wieder seine Stellung als Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen übernommen hat, sagt in der Abschiedsbotschaft an die alliierten Streitkräfte, die unter seinem Befehle standen:
„Im Namen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, deren Bevollmächtigter ich bin, möchte ich euch den Dank und die Bewunderung unserer beiden Völker ausdrükken. Kein Lob ist zu groß für eure Leistungen, die euch jedes Hindernis überwinden ließen. Ich möchte jedem von euch meinen persönlichen Dank für den Beitrag aussprechen, den ihr zur Erringung unseres gemeinsamen Sieges geleistet habk.“
Die Franzosen fordern gestohlenes Gut zurück
Madrid, 14. Juli. Französischer Cognac und Champagner im Werte von acht Milliarden Mark, der noch in der letzten Stunde vor dem Rückzug der Deutschen aus Frankreich von Parteigrößen nach Spanien verschoben wurde, wird von Frankreich zurückgefordert. Das Beutegut ist derzeit in Barcelona eingelagert.
Moskau, 15. Juli. Generalissimus Stalin und Außenminister Molotow haben sich nach Berlin begeben.
Die erste Begegnung findet heute statt?
London, 15. Juli. Die Konferenz von Potsdam wird morgen eröffnet werden.
Gute Voraussicht
Philadelphia, 15. Juli. Ein führendes Blatt von Philadelphia bezeichnet die Aussichten der Dreierkonferenz als günstig. Alle Anzeichen deuten auf einen Erfolg der Be
sprechungen hin, da dem Zusammentritt der Konferenz eine Reihe von wichtigen, [grundsätzlichen Abkommen vorausgegangen ist.
Französisch=britischer Vertrag?
Besprechung der beiden Regierungen
Paris, 14. Juli. Die französische Presse legt besonderen Nachdruck auf den Beginn der Besprechungen für einen französisch=britichen Pakt.
Präsident Truman zum französischen Nationalfeiertag
Washington, 14. Juli. Präsident Truian veröffentlicht zum Nationalfeiertag in Frankreich eine Erklärung, in der es „Durch den Tag der Erstürmung der Ba
stille hat das französische Volk der Welt ein unsterbliches Symbol der Freiheit geschenkt. Während der langen Geschichte unserer Freundschaft mit Frankreich hat das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika die Grundsätze, für die Frankreich eintritt, niemals mehr zu seinen eigenen gemacht als gerade in diesem Jahre des endgültigen Sturzes einer der finstersten Tyranneien, die jemals die Menschheit zu versklaven suchten.
Die deutschen Reparationen
London, 1.. Juli. „Times“ weisen darauf hin, daß eine der wichtigsten Entscheidungen, die auf der Konferenz von Yalta getroffen wurden, darin besteht, daß Deutschland seine Reparationen in Sachleistungen bezahlen muß.
Die Ausweisung der Deutschen aus Polen
Berlin, 1 Juli. Der Reuter=Korrespondent erklärt, die Entvölkerung der ostdeutschen Gebiete und der Mangel an landwirtschaftlichen Geräten seien die Ursache für die Nahrungsmittelknappheit in der deutschen Hauptstadt. Die Berliner Stadtverwaltung erklärte, Personen, die aus den Ostgebieten
Aber — das ist das besonders Empörende am Nazi=Sozialismus! — die Nazidamen, die unentwegt ihr „Heil Hitler“ hinausschrien, sie brauchten nicht in die Fabriken, sie bekamen noch ein Pflichtjahrmädel beigestellt!
So erfüllte die Partei der Allesversprecher ihre Versprechungen! So betrog die Partei der Nichtshalter die Arbeiter und Arbeiterinnen auch in Tirol!
Die Arbeiterschaft Tirols will am Aufbau eines neuen, freien, unabhängigen und demokratischen Österreich mit aller Kraft mitarbeiten. Sie erwartet und hofft, daß die österreichische Heimat aber auch so gestaltet wird, daß auch der Arbeiter sagen kann: hier bin ich zu Hause, hier fühle ich mich wahl hier bin ich Mensch, hier darf ich es sein!
Karl Gvatter.
Italien erklärt Japan den Krieg
Rom, 14. Juli. Das italienische Außenministerium hat heute offiziell bekanntgegeben, daß es an Japan den Krieg erklärt hat.
Washington, 15. Juli. Der stellvertretende Staatssekretär für Außeres Josef Grewe erklärte: „Wir sind glücklich darüber, Italien mit uns zu haben.
Italiens Wunsch nach Gleichberechtigung
Rom, 15. Juli. In einer Pressekonferenz brachte Ministerpräsident Parri den Wunsch Italiens nach Gleichberechtigung zum Ausdruck. Es seien in den letzten 18 Monaten 40.000 Italiener an der Seite der Alliierten kämpfend gefallen. Die Italiener hätten sich zwar dem Faschismus unterworfen. „aber ich weiß nicht“, so fuhr Parri fort, „ob die Welt weiß, wie antifaschistisch Italien wirklich war.“
Mutenimn Nireid
Alliiertes Oberkommando, den 15. Juli. Der Militärregierung der amerikanischen 5. Armee wurde zur Kenntnis ge bracht, daß gestern der erste Handels vertrag zwischen Italien und österreich abgeschlossen wurde. Auf Grund der abnormalen Währungslage mußte man sich des primitivsten Tauschhandelssystems bedienen. Italien lieferte an öster
reich 250 Tonnen Saatkartoffeln und bekam dafür 100 Tonnen Salz für landwirtschaftliche Zwecke und 100 Tonnen Kupfersulfat. Dieser Tausch erfolgte nach einem Abkommen, das durch die Alliierte Militärregierung zwischen einer österreichischen Genossenschaft und einem italienischen Landwirtschaftskonsortium getroffen war. Die alliierte Militärregierung gab bekannt, daß Verhandlungen für weitere Tauschgeschäfte zwischen Italien, österreich, Frankreich und der Schweiz im Gange sind.
Inquart und Göring in Luxemburg
Brüssel, 15. Juli. Blättermeldungen zufolge befinden sich Hermann Göring und [Seyß=Inquart in einem Ort im Südzipfel Luxemburgs. Sie werden in einem Hotel, das in ein Gefängnis für Kriegsverbrecher umgewandelt wurde, festgehalten. Seyß=Inquart wird wegen der Verschleppung von Arbeitssklaven nach Deutschland von den Niederländern und anderen Nationen angeklagt.
Das Schicksal eines Kriegsverbrechers
Prag, 15. Juli. Der Fronvogt Hitlers in r Tschechoslowakei, Hermann Frank, bendet sich seit heute in einer Zelle des Pankraz=Gefängnisses, wohin er während der sechsjährigen Nazibesetzung so viele Patrioten in Qual und Tod sandte. Frank wurde gestern von der amerikanischen Militärbehörde der Tschechoslowakei übergeben.