Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:12

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Seite 2 Nr. 147
Tiroler
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Dr. V. Kienböck über das Geldwesen
In einem Rundfunkvortrag erklärte der Berater der österr. Nationalbank Dr. Viktor Kienböck:
Die Wertschätzung des alten Schillings war die Frucht eines harten Ringens und großer Anstren gung. Auch dem neuen Schilling werden erst nach haltige Bemühungen das Ansehen schaffen müssen, dessen eine verläßliche Währung bedarf Wird der Kampf um die Geltung des Schillings jetzt leichter sein als der Kampf vor etwa zwanzig Jahren, der dem alten Schilling galt?
Wenn der Anfang der wirtschaftlichen Konso
lidierung sich in politischer Beziehung unter etwas günstigeren Auspizien abspielt, so ist auf der anderen Seite die wirtschaftliche Lage noch um vieles ernster als in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Welch eine entsetzliche Entgüterung und Verarmung haben wir erleben müssen! Wievie! Mühe und wieviel Geld wird es brauchen, bis wir wirtschaftlich freier atmen können. Aber je schwerer der Weg ist, um so mehr müssen wir unsere Kräfte sammeln, um das Ziel zu erreichen. Die erste Voraussetzung ist die Wiederherstellung von Arbeitsamkeit und Sparsamkeit. Gewiß sind diese Eigenschaften einem großen Teil unserer Landsleute von Haus aus gegeben, aber ihre Betätigung ist seit geraumer Zeit arg gehemmt gewesen. Dazu hat die Verwirrung im Geldwesen viel
beigetragen. Wir haben sehen müssen, wie Leute, die nichts gearbeitet und nichts geleistet haben, ganze Pakete hochziffriger Banknoten auf den Schwarzen Markt gebracht haben, ganze Pakete, und die braven Leute verlachen konnten, die auf der Grundlage eines kärglichen Verdienstes von den Lebensmittelkarten leben müssen. Sie hoffen, daß diese Ara nunmehr abgelaufen ist. Im Verhältnis zur unmöglichen Geldfülle, die alle wirtschaftlichen Begriffe verwirrt hat, wird eine vorsichtige Einschränkung des Umlaufes an österreichischen Schillingen nötig, aber auch spürbar sein. Bei dem übergang sind gewisse Unbequemlichkeiten, sogar gewisse Störungen nahezu unvermeidlich. Diese Störungen sind um so lästiger, als sie offen
bar zum Teil die Folgen eines undisziplinierten jedes Gemeinsinns baren Verhaltens einer gewissen Gruppe von Personen sind. Wer die klei nen Banknoten unter 10 Reichsmark gehamster hat, mußte wissen, daß er damit seine Mitbürgen schädigt. Er hat nicht viel besser gehandelt als ein Schieber, der mit Mangelware seine Geschäft macht Vielleicht findet der Staat noch Gelegenheit, solchen Leuten auf die Finger zu klopfen. Eine Besorgnis, daß nach der Einführung des neuen österreichischen Schillings zu wenig Geld für die legitimen Um sätze vorhanden sein wird, scheint mir vollkom men unbegründet. Angesichts der geringen Wa renmengen, die vorhanden sind, und der daraus folgenden Niedrigkeit der Umsätze werden die ver fügbaren Geldmittel durchaus
zureichend sein Die umlaufenden Banknoten werden um so mehr genügen, wenn sich das Publikum mehr und mehr dem bargeldlosen Verkehr, der überweisung über die Postsparkasse, über eine Bank, Sparkasse oder Kreditgenossenschaft zuwendet. Dies wäre ein Fortschritt, durch den Banknoten erspart werden übrigens besitzt die Regierung die gesetzliche Ermächtigung, die Sperrmaßnahmen, die sich auf bare Geldbehebungen beziehen, zu mildern, wenn die Beobachtung der Wirtschaft dies notwendia machen sollte. Dabei wird aber zu vermeiden sein, die Wirtschaft durch eine zu große Fülle von Umlaufmitteln neuerlich zu verwirren. Was wir zu erreichen trachten müssen, ist, daß das Geld wieder geschätzt wird und damit der gesunde Erwerbstrieb seine natürliche
Geltung wieder erlangt.
Die Stabilität des neuen Schillings wird natürlich maßgebend davon abhängen, daß die Staatsgebarung eine geordnete ist und die Ausgaben nach den möglichen Einnahmen gemessen werden. Um hierzu zu gelangen, ist eine erfolg reiche Lösung der Frage der Besatzungskosten eine notwendige Voraussetzung. Wir haben mit Genugtuung erfahren, daß die Lösung dieser Frage in Angriff genommen worden ist, und haben den heißen Wunsch, diese Verhandlungen mögen zu einem günstigen Ende führen.
und die Zukunft Deutschlands
Washington, 12. Dez. Das amerikanische Außenamt hat in einer Note an Frankreich, Großbritannien und Rußland den Standpunkt der Vereinigten Staaten in Bezug auf die Zukunft Deutschlands festgelegt. Darin heißt es, der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft werde durch die Reparationen verzögert werden. Trotzdem solle Deutschland frei vom Nationalsozialismus gemäß dem Potsdamer Abkommen sein wirtschaftliches Schicksal bis zum Jahre 1950 wieder selbst in der Hand haben. Die deutschen Verpflichtungen zur Reparationsleistung werden nicht ermäßigt werden, um Deutschland einen Lebensstandard über dem europäischen Durchschnitt zu ermöglichen. Die Wirtschaftslage Deutschlands soll jedoch nicht aus anderen Gründen verschlechtert werden. Amerika
hat nicht die Absicht, die deutsche Wirtschaft zu schwächen, um die Konkurrenz für die amerikanische Industrie zu verringern. Für Deutschland ist eine jährliche Stahlproduktion von über fünf Millionen Tonnen vorgesehen.
Deutsche Einheiten in der britischen Zone
London, 11. Dezember. Die „Iswestja“ hatte behauptet, England unterhalte in der von ihm besetzten Zone Deutschlands geschlossene Einheiten der ehemaligen Wehrmacht. In diplomatischen Kreisen Londons stellt man fest, daß das Vorhandensein mehrerer tausend deutscher, in Einheiten zusammengefaßter Soldaten in der britischen Zone, nicht, wie von der „Iswestja“ dargestellt, eine Neuerung, sondern älteren Datums ist. Diese Organisation wurde noch zur Zeit des S. C. H. A. E. F. (oberstes Hauptquartier der vereinigten Streitkräfte) beschlossen und England hat seinerzeit die übrigen Besatzungsmächte von seinem Entschluß in Kenntnis gesetzt.
Man ist dort ebenfalls der Ansicht, daß es sich hierbei um eine rein praktische und vor allem provisorische Maßnahme handelt. Die englischen Behörden wünschten auch, die verfügbaren Angehörigen der deutschen Wehrmacht bei verschiedenen im öffentlichen Interesse notwendigen Arbeiten bis zu ihrer Demobilisation heranzuziehen, wobei das Kriegsgefangenenstatut sich als hinderlich erwiesen habe. Diese Soldaten sind zur Verwaltungsvereinfachung deutschen Offizieren unterstellt, aber sie tragen keine Waffen und vor allem, wohlgemerkt, verfügen sie noch weniger über Tanks oder Flugzeuge. Sie sind auch keinerlei militärischem Training unterworfen.
Man fügt hinzu, daß General Schukow in seinem Protest vom 20 November beim Kontrollrat — dem Marschall Montgomery am 30. November die vorstehend genannten Argumente in seiner Antwort geltend machte — die Entsendung einer Untersuchungskommission in die britische Zone forderte. Marschall Montgomery erklärte sich unter der Bedingung einverstanden, daß dieselbe Kommission auch die anderen Zonen besichtige und andere Kommissionen weitere Verwaltungsfragen in den vier Zonen Deutschlands einer Untersuchung unterziehen sollten.
Nach einem offen, aber freundschaftlich gehaltenen Meinungsaustausch wurde beschlossen, den Fragenkomplex dem Koordinationskomitee zu unterbreiten, das ihn gegenwärtig studiert.
Deutsche Gelehrte in den USA.
AFP. New York, 12. Dez. In den letzten fünf Monaten sind etwa 1500 deutsche Gelehrte in den Vereinigten Staaten eingetroffen, um der amerikanischen Industrie bei der Auswertung der in Deutschland nach der Kapitulation entdeckten Produktionsmethoden zu helfen., Zuerst war die Meinung verbreitet, daß die deutschen Gelehrten auf Anforderung des Kriegsdepartements nach den Vereinigten Staaten gekommen seien, um das Heer und die Marine über den neuesten Stand der Rüstungsindustrie auf dem Laufenden zu halten. Die „New York Herald Tribune“ fügt jedoch hinzu, daß auch andere Staatsdepartements, so das Wirtschaftsdepartement, das Innen= und Außenministerium und der Kriegsproduktionsrat die Dienste der deutschen Gelehrten in Anspruch zu nehmen
gedenken. Die überfahrt der deutschen Gelehrten erfolgte in aller Stille und unter der Bedeckung durch den Geheimdienst der amerikanischen Armee. Ohne daß ihre Namen bekanntgegeben werden, wird betont. daß sie freiwillig nach den USA. gekommen seien
Rückführung der Kriegsgefangenen aus Ameriko
Washington, 10. Dez. Das Kriegsministerium hat ein neues Programm zur beschleunigten Heimbeförderung der 360.000 deutschen Kriegsgefangenen in den Vereinigten Staaten ausgearbeitet. Der erste Transport von 975 ging heute von New York ab. Jeder Mann hat das Anrecht auf ein Gepäl von 27 Kilo zusätzlich Waren. Keiner hatte die Erlaubnis erhalten, Geld mitzunehmen. Die Löhne, die sich Kriegsgefangene durch ihre Arbeit in amerikanischen Betrieben verdient hatten, wurden bereits nach Deutschland überwiesen, wo sie bei der Ankunft ausbezahlt werden.
250.000 Tonnen Giftgas in Westdeutschland aufgefunden
Wie aus New York berichtet wird, haben die Alliierten in Westdeutschland allein 250.000 Tonnen Giftgas aufgefunden Die Untersuchung hat ergeben daß das deutsche Giftgas an Wirgungskraft zurückbleibt hinter den Giftgasen, welche die Vereinigten Staaten vorbereitet hatten Die Reserven an alliiertem Giftgas werden gegenwärtig auf dem Meere nördlich von Irland unwirksam gemacht und zwar in einer Weise, die nicht einmal den Fischen schaden kann.
Eine Kundgebung aus dem Vatikan
Rom, 12. Dezember.
Der Vatikansender erklärte am Dienstag abends in einer deutschsprachigen Sendung über die Frage: Das Papsttum und der letzte Weltkrieg: Der Heilige Vater hatte nur ein Ziel vor Augen, die Rettung der Seelen und die Verteidi gung des wahren Glaubens Dies und nichts anderes war der hauptsächliche Beweggrund und das endgültige Ziel aller Bemühungen des gegenwärtigen Papstes, der als seiner besten Vorgänger würdig in die Geschichte eingehen wird.
Albanien, das vergessene Lans Europas
Von Rolf Mayer
Tirana. Anfang Dezember.
In unserem alten Europa haben wir einen Winkel ein ganz kleines Land, wo sich das Mit telalter bis heute erhalten hat. Albanien Seine Bewohner nennen sich selbst Skipetaren d. h. Felsbewohner, und sie sind es eigentlich auch Sie sind Nachkommen der Illyrer und pfle gen heute noch Sitten und Gebräuche aus Ur väterzeiten. Der einstige türkische Einfluß machsich immer noch bemerkbar; vor allem in den Städten und im Norden herrscht der mohamme danische Glaube vor, im Suden und im Gebirge gehören die Einwohner der griechisch=orthodoxen Kirche an. Im Norden ist der Menschenschlag dunkel, im Süden oft blond und blauäugig Im Norden wird gegisch gesprochen im Süden toskisch, da sich eine einheitliche Schriftsprache noch nicht durchsetzen konnte.
Der Unterschied zwischen begüterten und einfachen Kreisen ist in Albanien viel krasser als anderswo in Europa, in geistiger wie in materie! ler Hinsicht. Es gibt heute noch viele Analphabeten im Lande obwohl die letzten Jahre hier schon erheblichen Wandel geschaffen haben. In der Hauptstadt des Landes. Tirana gibt es wohl eine Mittelschule, jedoch keine Universität Daher sind die strebsamen und begabten jungen Leute gezwungen, sich ihr fachliches Wissen im Ausland zu holen. Die Intelligenz des Landes spricht durchwegs zwei und mehr Fremdsprachen. Mögen es aber die Albaner in der Welt noch so weit gebracht haben — die Semmeringbahn z. B. ist von einem Albaner, Ritter von Gega, erbaut worden —, so bleiben sie doch immer die gleichen in ihren
althergebrachten Sitten und ausgeprägten Ehrbegriffen. Ein Ehrenwort gilt heute in Albanien noch mehr, als der beste Eid den der Durchschnittseuropäer schwört. Auch die Gastfreundschaft hält der Albaner hoch in Ehren. In den abgeschiedenen Tälern lebt aber auch heute noch die Blutrache Frauenraub und Frauenkauf, doch sind die Harems gesetzlich verboten.
Der Staat besteht in Albanien nicht aus losen Familienverbänden; hier bilden mehrere Sippen einen Stamm und diese zusammen ergeben den Staat. Wenn auch der älteste der Männer der Herr ist und für die ganze Familie die Verant
wortung trägt, so ist die Schwiegermutter die Frau des Hauses Trotzdem ist das Zusammenleben meist viel harmonischer gals bei uns Die Natur gibt dem Lande alles in Hülle und Fülle. Reis Südfrüchte, Tabak. Das eigentliche Leben - spielt“ sich in orientalischphlegmatischer Weise ab Geschäfte werden erst nach langen Besprechungen beim Mokka abgewickelt. In den größeren Städten gibt es wohl moderne Ziegelbauten das Volk lebt jedoch in Lehmhütten. In den abgeschiedenen Gebirgstälern hat jede Sippe eine kleine Burg. eine Kula Diese, meist sogar mit Schießscharte ausgerüstet werden oftmals gegen andere Stämme allein oder mit nachbarlicher Hilfe verteidigt. Jeder Albaner hat stets seine Waffe bei sich, die er## gegen Wölfe und Bären, die die einsamen
Landstraßen oft unsicher machen, gebrauchen muß Eine Eisenbahn gibt es in Albanien nicht. Es besiehen lediglich einige Autostraßen, sonst wird der Verkehr mit Maultieren abgewickelt.
Die Nationalträchten sind wunderschön, auch sind die Albaner durchwegs selbst schöne. Menschen Die weiße Tracht der Küstenbewohner mit goldbestickten Schärpen und Spitzenverzierungen steht im Gegensatz zu der Tracht der Gebirgler, die bei den Frauen unseren Tiroler Winterdirndl ähnelt. Der Fes, den die Mäner tragen, weist aber unzweideutig auf den Orient hin. Ein Haus in Albanien ist denkbar einfach eingerichtet: Die Küche hat einen offenen Herd, an den Wänden in den Zimmern hängen je nach Reichtum einige Teppiche oder Gobelins im übrigen auf dem Fußboden eingdicker Teppich oder eine Matte, ein paar Pölster und niedrige Tische Das ist meist alles. Nur in ganz begüterten Familien wohnt man auf europäische Art und nimmt die Mahlzeiten
gemeinsam ein, die sonst Frauen und Männer in Albanien trennen.
Daß die Albaner aber auch Sinn für Humor haben und sich gerne ins Fäustchen lachen, zeigt folgende Begebenheit: Viele Albaner waren über den Anschluß an Italien nicht erbaut, doch sollten sie, als Mussolini ihnen einen Besuch abstattete, „Duce! Duce!“ rufen. Nicht mitzutun wäre immerhin gefährlich gewesen, so riefen sie eben: „ce=du. cedu“, daß heißt: Ich will nicht Auf diese Weise waren die Albaner zufrieden und die nichtsahnenden Italiener auch.
Bergeßt nicht auf die Alteren und Alten!
So oft ist von der Jugend die Rede. Besonders dann, wenn es sich um bestimmte Vorteile handelt. Mit der Verhätschelung der Babys, und zwar einer in jeder Form, fing es beim Nationalsozialismus an und dann ging es über den Hitlerjungen hinaus, der dumm und großmaulig mit Braunhemd und Stiefeln herumstrolchte. Daheim war er ein Flegel, aber man predigte ihm mit Erfolg, daß Marschieren, ein strammer deutscher Gruß und ähnliche Dinge alle Erziehungsund Bildungsmängel vollständig wettmache. Dem Baby, für Kinder und Jugendliche gehörten der Kakao, die Milch, die Schokolade, die Zuckerln, das Obst und ähnliche Dinge mehr. Immer und überall apostrophierte man die Kinder, die Jugend, während Leute mit 50, 60 und mehr aus rangiert angesehen wurden.
Greise und Greisinnen hätte man am liebsten beseitigt, als unnütze Fresser sozusagen. Was sollte man mit Volksgenossen, die für keinerlei Rüstungsbetrieb mehr taugten, schon noch beginnen — —?
Nun hat es den Anschein, als wäre man von dieser Auffassung noch immer nicht völlig. frei. Nach wie vor gehört der Jugend der Zucker, der Honig, der Käse, das Obst Gewiß, der Jugend gebührt in vielem auch heute der Vorzug. Aber
was ist mit jenen, die schon durch viele — vielleicht schon sehr viele — Jahre gegangen sind, die — nicht selten schwer — gearbeitet haben die Enttäuschungen erlebten, die heute müde schließlich aber doch noch trotz Kälte und Hun ger, irgend einer Pflicht nachgehen? Sie haben oft kaum das Nötigste Man sagt, daß Kinder aus mancherlei Titeln soviel bekommen, daß sie manchmal selbst Eßwaren nicht mehr schätzen und sie einfach herumliegen lassen. Wo Erwachsene im Haushalt sind, werden diese Nutznießer und kommen diese somit teilweise auf ihre Rechnung aber bejahrte Leute, greise Menschen, die keine Kinder haben, gehen wohl völlig leer aus. Das alte Griechenland hatte vor den Alten, die zugleich Weise waren, den höchsten Respekt und sorgte für sie.
Das Dritte Reich erklärte sie zu Parasiten und hat sich ihrer in vielen Fällen — ohne jede Rücksicht auf Verdienste während ihres einstigen Schaffens — kurzerhand enkledigt Welcher Unterschied
In der nachbarlichen Schweiz, die in vielemso vorbildlich ist, gibt es eine Stiftung „pro juventute“, daneben aber auch eine „pro senectute, also für die Kinder wie für die alten Leute Könnten wir nicht ähnlich denken und handeln! Fort mit allen überbleibseln der so unheilvollen verflossenen Ara, wo immer sie liegen, rasch und endgültig Schluß! Dr M. A Groder
Lehrer Otto Mark — ein Mitschüler
50 Jahre im Dienste der musica sacra Am Zäziliensonntag im Jahre 1942 hat der Chorleiter und Organist von Waitens, Herr Lehrer Otto Mark sein fünfzigjähriges Jubiläum im Dienste der Kirchenmusik vollendet. Obwohl der Chor aus diesem Anlasse in seinem Rahmen eine bescheidene Feier inszenierte und auch der Hochw. Bischof in einem persönlich gehaltenen Schreiben für dieses unermüdliche Wirken seine Anerkennung und persönlichen Dank zum Ausdruck brachte so war es wegen der damals herrschenden politischen Atmosphäre nicht moglich, das Tun und Wirken dieses landauf und landab bekannten Mannes in der Offentlichkeit entsprechend zu würdigen.
Fünfzig Jahre als Musiker und Sänger in den verschiedenen Kirchen des Landes zu arbeiten, bedeutet eine Unsumme von Mühe, Geduld. Opfer und leider auch viel Enttäuschungen und kann nur der ermessen und ahnen, der selbst auf diesem Gebiete mitarbeitet.
Otto Mark ist ein Wattnei Ortskind, seine musikalische Ader dürfte er von seiner Mutter bekommen haben, die ebenfalls über 30 Jahre als Sängerin und Solistin am Chore tätig war. Mit 10 Jahren erhielt er von seinem Onkel Johann Paul Steinacher den ersten Musikunterricht in Violine und Gesang Seiner beruflichen Reigung entsprechend besuchte er die Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck und es darf einem nicht Wunder nehmen wenn er sich die musikalischen Lehrfächer zu seinem Steckenpferd auserkoren hat Richt unerwähnt sei, daß die beiden über Landesgrenzen hinaus bekannten Kirchenmusikkomvonisten Vinzenz Boller und Josef Gasser zu seinen Mitschülern zählten. Nach vollendeter Reifeprüfung und in den musikalischen Fächern als vorzüglich klassifiziert
begann Otto Mark in den Orten Baumkirchen Bnadenwald und Telfs seine Junglehrertätigkeit wobei er gleichzeitig als Organist und Chorleiter fungierte Seine kirchenmusikalischen Fähigkeiten sind auch der Bischofsstadt Brixen
nicht unbeka und so wurde er als Pfarl
später auch iganist nach dort berufe
Während dien: Zeit besuchte er zweimal die Kirchenmusik in Regensburg, wo er unter den bekannten Professoren Engelhard und Haller den letztenmus kalischen Schliff erhielt. Gern erinnert sich Mark seim 25jährigen Brirner kirchenmusikalischen Lätigkeit, da gerade im Dome unter dem berühmten Dirigenten Ignaz teter jene kirchenmusikalischen Kompositionen zur Aufführung gebracht wurden, die von einem tief liturgischen Geiste durchdrungen waren. Mitterer, selbst ein begeistetter Anhänger des Zäzilianismus, war ein eifriger Verfechte edler und in die Seele hineinsprechender Kirchenmusik. haßte diejenigen Kompositionen, die wohl als rein musikalisch wertvoll galten, aber nicht vom Geiste der Liturgie getragen waren.
An Mark ging diese betonte kirchenmusikalische Richtung nicht spurlos vorüber: denn als er im Jahre 1926 den Kirchenchor in Wattens übernommen hatte, war sein eistes Augenmerk auf diesem Gebiete Wandel und Ordnung zu schaffen In den 19 Jahren seines Wirkens in Wattens hat Mark sehr viel Ersprießliches und Schönes auf den Gebiete der musica facra geleistet und=Sänger sowie Pfangemeinde danken ihm die Aufführung so vieler herrlichet Chorwerke. Richt unerwähnt darf bleiben, daß der Alpdtuck der verflossenen 7 Jahre sehr stark auf der Seele unseres guten Otto Mark lastete Nur ein zäher unbeierbarer Wille hal es möglich gemacht daß der Chor in seinem Bestande, trotz verschiedener Widerwärtigkeiten des Dritten Reiches nicht aus seinen Fugen geraten
ist. Sein sieghafter Glaude, „was gut ist wird im Kampf bestehn, nie wird das untergehn“, hat sich als eichtig erwiesen — Infolge des sehr stark nachlassenden Augenlichtes war Otto Matl gezwungen seit einem halben Jahre die Chorleiterstelle zurückzulegen; ein Sänger= und Musiker=Jubiläum hat sic erfüllt In Dankburkeit und Treue gedenden Sänger und Pfarrgemeinde dieses edlen Mannes der über 50 Jahr in Freude und Liebe der Kirchenmusik zum Rutz und Fronmen aller gedient hat. 2
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