Tiroler Tageszeitung 1945

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- S.45

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Dannersfag, 13 Dezomber 1945
Tiroler Tageszeituna
Nr. 147 Seite 5
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Die Judenmorde in Innsbruck
Nach der Ermordung des deutschen Gesandtschaftsrates v. Rath in der Schweiz wurde im ganzen Dritten Reich in der Nacht zum 10. November 1938 ein Judenpogrom durchgeführt Wie vir schon öfters berichteten, wurde diese Aktion, linter der sowohl die Gestapo wie das Reichsministerium für Pronaganda (also letzten Endes himmler und Dr. Goebbels) standen, auch in Innsbruck durch die Parteistellen durchgeführt. In der fraglichen Nacht hatten sich Se SA. und NéKK an bestimmten Sammelpunkten einzufinden. Der Innsbrucker Standartenführer zeil erklärte diesen Leuten, daß wegen des Nordes an Rath eine „Volkswut“ insze niert werden müsse und gab den Auftrag soundsoviele Juden zu ermorden, andere zu mißhandeln und re Wohnungseinrichtungen zu zerstören.
Er selbst beteiligte sich gleichfalls an der Aktion. Die Befohlenen führten kurz nach Mitternacht ihren Auftrag durch, teils zu Fuß, teils mit Autos des NSKK. Sie drangen gewaltsam n die Häuser und jüdischen Wohnungen ein, schlugen dort alles kurz und klein und mißhandelten die Bewohner schwer. Selbst Frauen und Greise wurden dabei nicht verschont. Auf dem kopfe einer 70jährigen Frau hat man beispielsreise das ganze Küchengeschirr zerschlagen. Bargeld und Schmucksachen wurden geraubt. Die
Synagoge in der Sillgasse wurde in Brand gesteckt. Bestialisch ermordet wurden die Kaufseute Ing Richard Graubart, geb. 1890, Doktor jur. Wilhelm Bauer, geb 1893, und der Bundesbahnbeamte Ing. Richard Berger, geb. 1895.
Die Kriminalpolizei in Innsbruck versuchte zwar, Erhebungen über die Täter durchzuführen, wurde aber daran von der Gestapo gehindert. Die Gestapo erschien bei der Kriminalpolizei, beschlagnahmte die diesbezüglichen Akten und Photokopien und vernichtete sie. Totenbeschau wurde keine vorgenommen. Totenscheine durften nicht ausgestellt werden Bei allen Ermordeten wurde als Todesursache Herzschlag angegeben.
Nach der Befreiung Österreichs hat nun die Staatspolizei der Polizeidirektion Innsbruck die Erhebungen neuerdings eingeleitet und nach monatelanger, äußerst schwieriger Arbeit den wahren Tatbestand festgestellt. Die Mordtaten, Mißhandlungen und Plünderungen sind restlos aufgeklärt. Die umfangreichen Anklageakten werden demnächst der Staatsanwaltschaft übergeben. Die Täter befinden sich in Haft, soweit sie nicht noch in irgend einem alliierten Kriegsgefangenenlager zurückgehalten sind.
Verhütet Brände!
Aus der Tätigkeit der städtischen Berufsfeuerwehr in
In den letzten Tagen entstanden in Inns sbruck eine Reihe von Bränden, die größtenteils uf Fahrlässigkeit der Wohnparteien zurückzuführen sind. Auf dem Stubaitalbahnhof fing durch iinen weggeworfenen Zigarrenstummel ein dort lagernder Brennholzmeiler Feuer. Im Gasthaus Heimgarten“ am Hohen Weg entstand durch harziges Brennholz ein Kaminbrand. In der Falkstraße Nr. 16 brannte eine Riegelwand, ebenso in der Stiftgasse Nr. 17. „
Während die städtische Feuerwehr durch ihr rechtzeitiges Eingreifen bei diesen Bränden gröhere Schäden verhindern konnte, verbrannten am 1d. M. im „Deutschen Heim“ in Mühlau wertvolle Einrichtungsgegenstände, da die Feuerwehr wegen Abwesenheit der Mietpartei nicht rechtzeltig verständigt werden konnte.
Drch den Einbruch der kalten Witterung bürgert sich immer mehr die Unsitte ein, Brennholz, welches sehr oft in nassem Zustand geliefert wird, eben und auf heißen Herden und Öfen zum srocknen aufzuschichten. Zudem werden Eisenöfen ist ohne Schutzvorrichtung in nächster Nähe von
Holz= und Riegelwänden aufgestellt. In den meisten der vorhin geschilderten Fälle bildete diese Tatsache die Brandursache. Die Bevölkerung wird in ihrem eigenen Interesse ersucht, diese Unsitten zu unterlassen und besondere Vorsicht walten zu lassen. Abgesehen von materiellen Schäden und den heute unersetzbaren Gebrauchsgegenständen setzen sich die beteiligten Personenkreise strafrechtlicher Verfolgung wegen fahrlässiger Brandstiftung aus.
Während sich die städtische Berufsfeuerwehr unter persönlichem Einsatz bemüht, die Brände zu bekämpfen und die Bevölkerung vor Schaden zu bewahren, gibt es noch immer Leute, die glauben, durch fingierte Brandmeldungen die Feuerwehr zum Narren halten zu können. So z. B. wurde am 10. d. M. in der Schneeburggasse ein Zimmerbrand gemeldet, der sich als Irreführung herausstellte. Fast in der gleichen Zeit entstand in der Stiftgasse ein wirklicher Brand. Wie leicht hätte dieser nicht mehr rechtzeitig lokalisiert werden können. Den Tätern dieser Irreführung ist man auf der Spur. L. T.
Behandlung von Kartoffeln
Nach langwierigen Verhandlungen sind nunnehr endlich Kartoffeln in Innsbruck eingekoffen. Leider ist durch den verfrüht eingetretenen Frost die Ware teilweise in gefrorenem Zusand hier angekommen. Diese Kartoffeln sind aber doch noch genußtauglich, wenn sie in nachsolgender Weise behandelt werden: Die Kartoffeln nüssen in kühlem Raum gelagert werden, damit sie nicht auftauen. Zum Kochen legt man sie in kaltes Wasser, gibt etwas Salz dazu und läßt ste in der Schale allmählich aufsieden. Die Karoffeln verlieren hiebei im allgemeinen den süßen beschmack und können dann in der allgemein üblchen Weise verwendet werden.
Abgängige Kinder
Aus Innsbruck ist seit 19. November der am 25. Juli 1934 geborene Schüler Alois Stemberger abgängig.
Ferner ist aus Innsbruck=Hötting seit 25. November die 1933 in St. Martin in Steiermark geborene Schülerin Berta Rauscher abgängig. Möglicherweise dürfte sich das Mädchen zu ihren Eltern nach Steiermark begeben haben.
*
Die Jugendbühne St. Rikolaus gibt bekannt, daß wegen technischer Arbeiten die dieswöchigen Wochenendvorstellungen am Samstag und Sonntag entfallen.
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von Ernst Zahn
* Alle Rechte Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart
Sie betrachtete ihn näher. Erregte er im ersten lugenblick nur ihre Aufmerksamkeit, weil sie in ihm einen Gast zu erblicken hatte, so veranlaßte sein ungewöhnliches Außere sie gleich darauf zu färkerer Teilnahme. Er schien weder ein gewöhnlcher Handwerksbursche noch einer der vielen ädarbeiter, die Winter und Sommer über Berg ogen, zu sein. Ohne sich durch zudringliche Neuser etwas zu vergeben, fragte sie so nebenbei, cher schon einen langen Weg gemacht habe.
Da wurde Parkus Graf an seine Ziellosigkeit uinnert, und er antwortete lachend und sich selbst verspottend: „Ich habe mich heute noch gar licht gefragt, von wo und wann ich aufgebroden bin, so blindlings fahre ich in die Welt hin4
Wieder streifte ihn die Frau mit ihren langsaken, behüteten Augen. War er ein freier Herr, iier tun und lassen konnte, was er wollte? Sein lussehen war nicht danach. Aber sie fragte nicht beiter. Den Kopf gesenkt, schritt sie fürbaß.
So hatte auch Markus nicht Anlaß zum Reden.
Sie gelangten im Zickzack der Straße höher höher.
Das Gras der Lehnen wurde kürzer. Da und hort leuchteten Gentlanen. Zuweilen stand an dn zahllosen Alpenrosenstauden schon eine sich Biende Blüte. Von der Paßhöhe herab wehte in kalter Luftzug, in dem die dünnen Gräser und die kleinen Blumen leise schauerten. Im Lal lag jetzt Schatten. Nur die Höhen leuchteten
noch. Auch vor den Füßen der Schreitenden geisterte noch die weichende Sonne.
„Man merkt, wie hoch wir schon sind“, sagte Markus.
„Seid Ihr schon früher in dieser Gegend gewesen?“ fragte Frau Sixta.
„Nein“, gab er zurück. „Sonst wäre ich vielleicht nicht gekommen.“
„Warum?“
„Weil ich etwas, Neues suche.“
Ein merkwürdiger Gesell, dachte die Frau. 1 Ein Rauschen, das den ganzen Weg entlang hörbar gewesen, verstärkte sich jetzt. Dann erschien blitzend und gischtend der breite Wildbach neben der Straße; in Sprüngen und Fällen schoß er von der Paßhöhe in die Talebene hinunter üppiger blühten an seinem Ufer die Gentianen. Auf feuchten Steinen wuchs feines, in winzigen roten Sternen blühendes Moos. Markus Graf bückte sich. Es lockte ihn, von dem seltenen Pflanzenzeug in seine Tasche zu stecken. Aber er besann sich sogleich anders. Wozu? dachte er. Wo soll ich es hintragen? Und sein Gemüt verdüsterte sich.
Frau Sixta hatte ihn beobachtet. „Es ist jetzt bei uns auch Frühling geworden“, sagte sie.
Ihr Ton verriet ihm, daß sie mehr von der Schönheit hier oben wisse, als sonst das Bergvolk im allgemeinen.
Die Straße wurde indessen ebener, die schroffen Lehnen verwandelten sich in sanftere Hänge. Herdenglocken klangen. Auf den Matten weideten Kühe, Schafe und Ziegen. Auch Pferde sah Markus in einer entfernten Mulde grasen. Da und dort hockte ein Hirtenbub oder stand ein Hirt. Einer von diesen, ein alter Mann, der neben der Straße seine Kühe hütete, nahm seinen Hut in
Zum Notenumtausch
Mit Rücksicht darauf, daß vielfach übersehen wurde, die zum Umtausch in Schilling zulässige Kopfquote von RM 150.—, zurückzubehalten, bzw. die Dezembergehälter nicht mehr rechtzeitig vor der Sperre der Schalter behoben werden konnten, gibt die Sparkasse der Stadt Innsbruck bekannt:
Ab 13. Dezember bis 20. Dezember 1945 während der Kassastunden werden
1. die bei der Sparkasse bis 7. Dezember eingelegten und noch nicht behobenen Dezembergehälter
2. im Zuge der Noteneinlieferung, somit gegen Vorlage des Formblattes und der Lebensmittelkarten oder Ersatzdokumente Beträge bis zur Höhe der Kopfquote (RM 150.—) zum Zwecke der Um
" wechslung ausgezahlt.
Ambenennung der österreichischen der Freunde Frankreichs
Infolge der seinerzeitigen schwierigen Postund Verkehrsverbindungen mit der Bundeshauptstadt Wien wurde die österr. Gesellschaft der Freunde Frankreichs im Zentrum der französischen Besatzungszone in „Innsbruck ins Leben gerufen. Infolge der nunmehr wieder bestehenden Verbindung nach Wien und nach den Bundesländern wurden mit dem inzwischen in Wien gegründeten „Französisch=Österreichischen Verband“ (Federation France=Autriche) Beziehungen angeknüpft und eine Fusion der beiden Verbände, die im wesentlichen dieselben Ziele verfolgen, in Erwägung gezogen. Der Ausschuß der hiesigen „Österreichischen Gesellschaft der Freunde Frankreichs“ hat beschlossen, sich dem Wiener Verband als Dachorganisation, unter Beibehaltung seiner sonstigen
Selbständigkeit, anzuschließen. Die Gesellschaft nennt sich daher künftig „Französisch=österreichischer Verband“ (Federation France=Autriche). Eine Erweiterung der gegenwärtigen Aktivität ist geplant. Die neuen Mitgliedskarten gehen den Mitgliedern automatisch zu. Wir weisen darauf hin, daß künftige Pressenotizen unter dem neuen Namen des Verbandes veröffentlicht werden.
Eisenbahn=Pensionisten und deren Hinterbliebene können sich zur Wahrung ihrer Rechte in der Pensionisten=Exekutive organisieren und der großen Gewerkschaft der aktiven Eisenbahner anschließen. Anmeldungen werden ab 20. Dezember entgegengenommen täglich vom Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr vormittags in der Arbeiterkammer, Maximilianstraße 7, 2. St., Zimmer 37, wo auch die Einzahlung der laufenden Beiträge erfolgen wird. Zur Anmeldung ist ein Pensionsdekret unbedingt mitzubringen. Die Fachzeitung „Der Eisenbahner“ erscheint alle 14 Tage.
90. Geburtstag. Man schreibt uns: Kürzlich vollendete Schuhmachermeister Nikolaus Meyer in Alpbach sein 90. Lebensjahr. Zu diesem seltenen Jubiläum brachte ihm die Musikkapelle Alpbach ein Ständchen dar, da der Jubilar über dreißig Jahre als aktives Mitglied (Genisbläser) eifrig mitwirkte. Auch auf dem Kirchenchor war der gefeierte Greis viele Jahre tätig. Der Kapellmeister beglückwünschte den guten alten Schuster Klaus im Namen aller Musikkameraden mit der Hoffnung, in zehn Jahren den Hunderter feiern zu können. Sichtlich gerührt dankte Vater Klaus der Musikkapelle und allen Teilnehmern dieser schlichten, schönen Feier. Den Bauersleuten vonJ. Roßmoos, Peter und Agnes Moser, sei für ihre sehr gute Bewirtung mit einem herzlichen Vergelt"s Gott gedankt.
Güterzug und Motorrad. Am 10. Dezember erfaßte in der Bahnübersetzung in Landeck bei der Kreuzung Bundesstraße=Schreiberstraße der vom Bahnhof Landeck um 16.24 Uhr in Richtung Arlberg abgegangene Güterzug das Dienstmotorrad des Zollamtes Landeck, das vom Mechaniker Edmund Krismer nach erfolgter Reparatur ausprobiert wurde. Krismer und sein Begleiter konnten noch in letzter Sekunde abspringen und blieben unverletzt, das Fahrzeug wurde zertrümmert.
beide Hände und verbeugte sich. „Guten Abend, Frau“, grüßte er.
Frau Sixta gab den Gruß zurück. „Seit wann sind die andern zurück?“ fragte sie.
Der Hirt antwortete, es möge wohl eine halbe Stunde her sein.
Dann erklärte Frau Sixta dem Markus, komme von einer. O"rchengedächtnisfeier. Einige ihrer Leute seien vor ihr heimgegangen.
Nun fand er es an der Zeit, ihr zu sagen, daß er kein Krösus sei und lieber mit einem Heulager vorlieb nehme als in einer teuren Kammer liege.
Sie prüfte zum dritten Male seine Erscheinung Seine Ehrlichkeit gefiel ihr. Auch sein sauberes, gepflegtes Außere. Im übrigen wußte er nicht ob sie seine Worte beachtet hatte; denn sie antwortete ihm nichts.
Er fühlte sich etwas klein und verloren neben ihr, und sein Wierspruchsgeist erwachte. Er hatte nicht Lust, sich über die Schulter ansehen zu lassen. Eher wollte er noch ein paar Stunden weiter ziehen.
Weit drüben wurde eine Anzahl Gebäude sichtbar Ein weißes Wohnhaus mit dicken, festungsähnlichen Mauern und ti in Nischen steckenden Fenstern stand inmitten einiger grauer, unverputzter Ställe. Ein schwarzes Schindeldach schützte es. Eine Doppeltreppe führte zu seiner schweren Tür.
über die Hochebene strich schärfer, nervenaufpeitschender der Wind.
Die Straße führte auf die Häusergruppe zu. Aber auf ihrer anderen Seite säumte diesegjetzt ein großer, dunkler See, über den der Wind ein Rieseln trieb, als ob er schauerte. Jenseits des Wassers stieg neues Gebirg auf. Schnee lag auf
Gemeinschaftsarbeit in Steinach a. Br. Der Auf
ruf unseres Bürgermeisters an alle arbeitsfähigen Männer in der Gemeinde Steinach, sich zur Behebung der durch die Kriegsgeschehnisse entstandenen Flurschäden zum Arbeitseinsatz zu stellen, war von recht befriedigendem Erfolg. Eine ganz beträchtliche Anzahl von Männern und sogar auch Frauen folgten der Einladung; es wurde Ende Oktober und anfangs November viel mit anerkanntem Erfolg unter Leitung von Fachkundigen geleistet. Im kommenden Frühjahr, wenn der aufgetaute Boden es wieder ermöglicht, wird diese Aufbauarbeit fortgesetzt und es steht zu erwarten, daß in zwei bis drei Jahren, wo es die Möglichkeit nur gestattet, die entstandenen Schäden mit vereinten Kräften wieder ausgebessert und die betroffenen Feld= und Flurstellen wieder anbaufähig
gestaltet werden.
Tote
In Innsbruck starben: Offer Marie, Ministerialratswitwe, Beerdigung Freitag, 14 Dezember, halb 3 Uhr, auf dem Mühlauer Friedhof; Josef Burger, Bezirkshauptmann a. D., 86 Jahre alt; Alois Kopp, Maurerpolier, 52 Jahre alt; Josefa Sagmeister, Rentnerin, 72 Jahre alt; Alois Steger, Altersrentner. 64 Jahre alt.
THEATER UND KUNST
Wochenspielvlan des Landestheaters
vom 15. bis 23. Dezember
Samstag. 20 Uhr: „Der Troubadour“.
Sonntag, 16 Uhr: „Die heilige Flamme“, mit Herta o. Hagen als Gast. — 20 Uhr: „Scampolo“ (Erstaufführung). Komödie in 3 Akten von Dario Nicodemi. Neu bearbeitet von Karl Lerbs.
Montag, 20 Uhr: „Der Troubadour“.
Dienstag, 20 Uhr: „Polenblut“. Helena: Fini Fügner.
Mittwoch, 20 Uhr: „Scampolo“.
Donnerstag, 20 Uhr: „Die heilige Flamme“, mit Herta v. Hagen als Gast.
Freitag, 20 Uhr: „Polenblut“. Helena: Gretl Theimer als Gast.
Samstag, 20 Uhr: „Der eingebildete Kranke“ (Erstaufführung). Lustspiel in drei Akten von Moliere. In der Titelrolle: Gustav Waldau als Gast. Inszenierung: Paul Schmid. Musik: Rudolf Graf. Choreographie: Ady Kühn. Bühnenbild und Kostümentwürfe: Stefan Hlawa als Gast.
Sonntag, 16 Uhr: „Das Land des Lächelns“. — 20 Uhr: „Der eingebildete Kranke“, mit Gustav Waldau als Gast.
Tiroler Kunstausstellung im Innsbrucker Volkskunstmuseum Der „Bund Tirol“ die Vereinigung von Tiroler Künstlern, stellt ab 15. Dezember im Volkskunstmuseum (neben der Hofkirche) aus. Gezeigt werden Werke der Malerei, Graphik und Plastik.
Es ist das erstemal nach den Jahren der Diktatur, V: auch das Künstlertum in Tirol gleichzuschalten versuchte ## damit den bodenständigen freischaffenden Künsilern 54 Möglichkeit zu freudigem Arbeiten nahm, daß eine Ausstellung gezeigt wird, die ausschließlich Kunstwerke von Tirolern bringt. Die Ausstellung ist täglich von 9—16 Uhr geöffnet.
„Missa Salve Regina“ von Stehle, in Kappl, Tirol In der Dorfgemeinde Kappl im Paznaun, wo bekanntlich der Komponist Leo Eiter (ein Schüler von Prof. Koch) wirkt, wurde am 8. Dezember (Maria Empfängnis) die Messe in D=dur von Stehle, „Missa=Salve=Regina“, mit Einlagen von Mitterer in hochwertiger Interpretation aufgeführt.
Leo Eiter führte den Chor von der Orgel aus und zeigte dabei eine dirigentisch wie organistisch gleich gute Leistung. Dem Chor, der über ein schönes Material in allen Stimmgattungen verfügt, muß volles Können zugesprochen werden. Die Aufführung ließ auf alle Fälle auf fachkundige, zielbewußte und von allen Beteiligten gleich freudig aufgegriffene kirchenmusikalische Aufbauarbeit schließen. Eiter, der der Fachgruppe „Komponisten"sdes Österr. Institutes für Kultur und Wissenschaft angehört, wird uns, wie wir gerne hoffen, in Kappl im Laufe der nächsten Seit weitere Aufführungen, insbesondere aus seinem eigenen Schaffen zu Behör bringen. —03—
Gipfeln, lag auch noch als harter Rest in einigen Mulden und Löchern auf der Alp selbst. Das Felswerk ringsum hatte im Abendlicht eine grauviolette, düstere Färbung.
Markus befiel es wie Traurigkeit, obwohl sein Atem leichter und freier als je in seinem Leben ging. Er sah drüben einen schweren, schmucklosen Fischernachen liegen, der halb aus dem Wasser aufs sumpfige Ufer gezogen war. Wäre er allein gewesen, würde er ihn bestiegen haben, um sich dort treiben zu lassen. Er verhielt den Schritt und schaute über das Sumpfgras hin, das hier blühte. Seine Silberwolle hing von den Stengeln und trug ein wenig Licht in die Düsterheit der Landschaft.
Frau Sixta achtete nicht auf ihn. Anderes zog ihren Blick an. Ein Einspänner stand vor dem Wirtshaus. Ein Knecht schäkerte mit einer Magd. Ein Hund jagte Hühner. Sie schritt rascher aus und nahm an, der Gast werde ihr folgen.
Aber Markus fühlte noch mehr als vorher, als sei hier seines Bleibens nicht Eine bange Heimatlosigkeit beschwerte ihm die Seele. Da hörte er Tiere hinter sich Einige Kühe waren ihm nachgestrichen. Auch der alte Hirt war bis auf ein paar Schritte herangekommen und sah ihn in Betrachtung des Wassers versunken. — „Hier sucht man keinen See, nicht wahr?“ sprach ihn der Alte an. Er hatte einen weißen, gepflegten Bart, dichte, weiße Brauen und einen gelassenen Ausdruck im Gesicht.
„Man weiß es, wenn man davon gehört hat“, gab Markus kurz zurück; Frau Sixta war verschwunden, und es verdroß ihn noch immer, daß er hier so fremd und scheinbar unwillkommen stand.
— —— (Fortsetzung folgt!)