Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:12
- S.54
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Tiroler
Samstag, 15 Dezember 1945
Seite 4 Nr. 149
Hos Zadt ortedr Zaite
Französische Schauspielergruppe am Landestheater
Eine französische Schauspielergruppe mit Blanchette Brunsy, einer bekannten französischen Schauspielermn, die uns auch vom Film ber bekannt ist, an der Spitze, wird am Sonntag, den 16. Dezember, für die französischen Besatzungstruppen und die österreichische Bevölberung eine Vorstellung des Schauspiels „Jeandela Lune“, Stück in drei Aleten von Mercel Achard, geben.
Das Stück erlehte seine Premiere in Paris mit Louis jonvet, Valentine Tessier und Michel Simon.
Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr und wird im Originaltert gesprochen.
Kartenvorverkeauf im Landestheater.
Unsere Heimkehrer
Aus Clermont=Ferrand (Frankreich) ist heute ein neuer Transport entlassener österreichischer Kriegsgefangener im Auffanglager Reichenau angekommen. Der Transport umfaßt im ganzen 1195 Mann, von denen 263 für die französische Zone. 338 für die amerikanische Zone, 500 für die englische Zone, 94 für Wien bestimmt sind.“
Weihnachts= und Neujahrsglückwunschtelegramme
Die Post= und Telegraphendirektion Innsbruck verlautbart: Anläßlich des Weihnachtsfestes und des Jahreswechsels werden für die Zeit vom 14. Dezember bis einschl 6. Jänner 1946 im inländischen Verkehr Glückwunschtelegramme — glt — mit feststehenden Texten zugelassen. Die ermäßigte Wortgebühr beträgt 8 Groschen, die Mindestgebühr eines Telegrammes ist 80 Groschen. Es stehen 17 verschiedene, feststehende Texte zur Auswahl, die bei jedem Postamte zu erfahren sind.
Bomben auf Innsbruck — 15. Dezember 1943 und 1944
Ein herrlicher Tag. Die Nordkette blendend im königlichen Hermelin des Winters. Ganz Innsbruck trotz des Krieges wie im tiefsten Frieden. Nur gegen Mittag plötzlich Fliegeralarm. Doch wer kümmerte sich darum? Die meisten saßen sorglos daheim beim Mittagtisch. Wie viele waren damals nicht unter uns, die einen Alarm als willkommene Unterbrechung in der furchtbaren Tretmühle der pausenlesen Arbeit auffaßten? —
„Feindlicher Bomberverband über den Zillertaler Alpen“, lautete knaps vor 1 Uhr die Luftlagemeldung. Doch wer sorgte sich deshalb? — Die Meldungen waren ja demals noch geheim vor der übrigen Bevölkerung nur den Amtern und Dienststellen bekannt. Ich stand selbst am Fenster des ersten Stockes in einem Dienstgebäude außerhalb der Stadt und schaute hinein gegen Innsbruck und dann wie zufällig hinauf zum Patscherkofel, wo plötzlich im geschlossenen Verband, glänzend wie Gilbervögel, die amerikanischen Flugzeuge in Richtung gegen die Stadt herschwenkten. „Amerikaner“, sage ich zum neben mir stehenden Fräulein und zähle in Ruhe die Maschinen.
Da fielen die ersten Bomben. Die Flak schießt. Die Fenster klirren, selbst die Wände beben. Wohin, wo aus? — An Rettung war nieht mehr zu denken. Vor mir in der Stadt sprangen die Feuergarben der Einschläge hoch. Wie ungeheure Pilze wuchsen die Sprenzwolken emper, um sich schließlich über Wilten und die Stedtmitte auszubreiten Die letzten Bomben fielen auf der Karwendelstrecke gegen die Allerheiligenhöfe zu.
Nur zwei Minuten währte der Angriff. Aber zwei unendlich lange Minuten des Schreckens, nicht einmal der Angst, denn es war ein unabwendbares Schicksal, das über uns hereingebrochen war. Noch nie hatten Tod und Grauen solchen Triumph gefeiert.
über 500 Tote waren zu beklagen, darunter Kinder und Frauen, ganze Familien bis auf den Vater oder Bruder, der an der Front stand. Und als ich kurze Zeit später vom Dienst in die Stadt kam, da war aus dem schönen Innsbruck, wenigstens in Wilten=West, vor allem in der oberen Andreas=Hofer=Straße um den Westbahnhof, aber auch in der Maria=Theresien=Straße, ja vereinzelt in der Maximilianstraße und in St. Ni
kolaus ein Trümmerhaufen geworden. Ahnungslos mit ihren Wohnstätten waren die Menschen in den Tod gegangen. Im „Österreichischen Hof“ eine ganze Hochzeitsgesellschaft. Kaum jemand in Innsbruck hatte an eine Bombardierung geglaubt, am wenigsten die Nazigauleitung, die für den Schutz der Stadt außer den paar Flakbatterien und einigen wertlosen Splittergräben nichts getan hatte. Wohl waren vorher fleißig Schießstände gebaut worden. Keine Stollen gab es, keine Sicherheit für die Bevölkerung, kaum eine richtige Warnmethode. Alles hatte sich nur darauf verlassen, die Alliierten würden Österreich nicht angreifen und daran änderte auch nichts, daß kurze Zeit vorher ein Notwurf feindlicher Flieger in Feldkirch erfolgt war.
Ein Jahr später, fast um die gleiche Minute, wieder ein Bombenangriff amerikanischer Liberatormaschinen auf Innsbruck. Das Wetter war diesig. Bei der schlechten Sicht fielen die Bomben zumeist nur außerhalb des Geländes der Stadt. Doch einen Tag später hat Innsbruck den furchtbarsten Angriff erlebt, der je gegen die Landeshauptstadt geflogen wurde. In sechs Wellen griffen die Amerikaner an. Erstmals fielen Brandbomben. Noch während der Nacht und am nächsten Tag wütete das Feuer in der Stadt, dem infolge des Wassermangels und der klirrenden Kälte kaum beizukommen war. Beispiele echten tirolischen Heldentums wären zu erzählen. Die Feuerwehren des halben Landes kämpften gegen das Unheil in Innsbruck.
Es war zu Beginn des Krieges, da sagte mir einmal ein einfacher Landser in Hall am Wirtshaustisch: „Wenn sie einmal nach Innsbruck kommen (die Flieger), dann hat Deutschland den Krieg verloren!“ Dieser Soldat wußte es, die meisten unter uns haben es mit ihm gewußt oder wenigstens geahnt, nur die Verantwortlichen der Partei haben es nicht eingesehen. Sie wußten nur das eine, daß sie am Leben blieben, solange noch einer vor ihnen und für sie stirbt.
F. B.
*
Innsbruck gedenkt heute in Trauer der Toten des ersten Angriffs, der mangels jeglicher schützender Vorsicht der Verantwortlichen von damals so viele Opfer forderte. An ihren Gräbern am Friedhof wird der Bürgermeister Dr. Melzer einen Kranz niederlegen.
Roman
von Ernst Zahn
Prcel
4 Alle Rechte Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart
In der Wirtsstube stand ein Gedeck schon bereit für ihn. Wie für einen großen Herrn, dachte er und lächelte heimlich.
Die Kellnerin brachte ihm sein Essen. Sonst war kein Gast da. Aus einem Nebengemach klang Gerede und Geräusch von Eßwerkzeugen. Die dunkle Mannesstimme der Frau Sixta stand manchmal über helleren anderen, und wenn er es nicht gewußt hätte, würde er aus dem Gegensatz der einen lauten und der anderen bescheiden gedämpften Stimmen gehört haben, daß die Meisterin zum Gesinde sprack.
„Es sind wohl nicht viele Gäste da?“ sprach er die Kellnerin an.
Die sah ihm mit blauen Augen mannsfreundlich ins Gesicht und antwortete: „Niemand als Ihr heute nacht.“
Sie tauschten dann Rede und Gegenrede. Er erfurh, daß das Heus oft bis unters Dach besetzt sei, insbesondere zu Zeiten der großen Märkte diesseits und jenseits des Berges, wenn die Händler ihr Vieh vorbeitrieben. Er hörte auch. daß Frau Sirta selbst den größten Viehbestand weit herum ihr eigen nenne Nebenbei machte ihm die Kellnerin warm. Ihre schweren, hellblonden Zöpfe waren am Konfe festgesteckt und hatten einen weichen Glanz. Sie wußte, daß sie hübsch war, und hatte die Eindrucksamkeit ihres Außeren oft genug erprobt, um nicht auch mit Markus sich ein wenig zu vergnügen. Er strich ## ## n schäbornd über die Hand, als Frau Sixta
wieder eintrat. Hastig zog er die seine zurück. Beinahe wäre er rot geworden.
„Du kannst gehen“, sagte diese zu dem Mädchen. Sie löste die Anna immer selbst ab, wenn Essenszeit war. Aber ihre Gedanken waren noch bei Haushaltsdingen, die vorher bei Tisch besprochen worden. Markus hatte sie fast vergessen. Sie machte sich am Büfett zu schaffen. Erst nach einer Weile fiel ihr der Gast wieder ein.
Markus saß über seinen Teller gebeugt, nicht willens der erste zu sein, der ein Gespräch anhob.
Sie betrachtete ihn unbemerkt. Ihre Teilnahme erwachte wieder. Warum hatte sie ihm Herberge geboten? Es war ihr wie ein plötzlicher Einfall gekommen. Und auch jetzt wieder erregte das Fremdartige im Außeren des Gastes ihre Aufmerksamkeit. Sie nahm ihm Teller und Platten. die er geleert hatte, fort. „Seid Ihr satt?“ fragte sie.
„Reichlich! Ich danke Euch“, gab er zurück.
Nach einer kurzen Weile ließ sie sich ihm gegenüber am Tisch nieder. „Also Ihr habt kein eigentliches Ziel?“ fragte sie weiter. Sie verhörte ihn nicht Sie stellte nur noch einmal fest, was er ihr selbst gesagt hatte, und ließ merken, daß solche Zerfahrenheit ihr merkwürdig vorkomme.
Seine Miene verdüsterte sich. Die Vergangenheit stand vor ihm „Ich habe nichts hinter mir zurüchgelassen“, gestand er. Ob ich vor mir etwas finde, muß ich erst erfahren.“
Sie stützte die Hand unters Kinn und musterte ihn schärfer Ein unbestimmtes Gefühl von Leidverwandtschaft erfaßte auch sie. „Das Leben schüttelt einen“, sagte sie ohne Wehleidigkeit.
Weil ihre Stimme so hart klang, ging sie ihm nah und lockte ihm den eigenen Kummer heraus. Er hatte lange nicht mehr mit jemand davon spre
öffentlicher Dank
Im Namen der Eltern jener Kinder, die seit vielen Wochen durch die Güte edler Menschen an der Schweizer Ausspeisung teilnehmen konnten, möchte ich den geschätzten Wohltätern in der Schweiz von ganzem Herzen danken.
Durch ihre menschenfreundlichen Spenden bekamen einige tausend unterernährte Kinder für Gesundheit und Wachstum wertvolle Aufbaustoffe zugeführt.
Tirol soll es nie vergessen, daß die Schweiz in Zeiten großer Not half.
Auch der Stadt Innsbruck sei für die Durchführung und für die Brotspende herzlich gedankt Eine Mutter.
*
Arztlicher Sonntagsdienst (von Samstag, 12 Uhr mittags bis Montag, 8 Uhr früh): Dr. Biasioli Josef, Leopoldstraße Nr 12, Tel. 4778. Doktor Wehinger Herta, Grillparzerstraße Nr. 4, Tel. 77214.
Im Lazarett Kreuzberg bei Bischofshofen starb im 37. Lebensjahre am 26. Juni Alois Lener. Die hl. Seelenmesse wird am Dienstag, den 19. Dezember, um 7 Uhr früh in der Dreiheiligenkirche gelesen.
Der Wochenspielplan
Montag, 20 Uhr: „Der Troubadour“ (Manrico: Sebastian Hauser).
Dienstag, 20 Uhr: „Scampolo“
Mittwoch, 20 Uhr: „Polenblut“ (Helena: Fini Fügner).
Donnerstag, 20 Uhr: „Die heilige Flamme“; Herta v. Hagen als Gast. Die für Sonntag, den 16. Dez., zur Nachmittagsvorstellung gelösten Karten behalten zu dieser Aufführung ihre Gültigkeit.
Freitag, 20 Uhr: „Polenblut“ (Helena: Gretel Theimer als Gast).
Samstag, 20 Uhr: Erstaufführung „Der eingebildete Kranke“. In der Titelrolle Gusiav Waldau als Gast.
Sonntag, 15 Uhr: „Land des Lächelns (Lisa: Renate Rappoldi); 20 Uhr: „Der eingebildete Kranke“ mit Gust. v. Waldau als Gast.
Konzerte anläßlich der Beethovenfeier des Landes Tirol
Messe C-dur op. 86. (Pfarrkirche Pradl, geheizt, Sonntag, 16. Dezember, 17 Uhr). Beethovens „Missa solemnis“ ist Allgemeingut der musikalischen Welt; die Messe C=dur hingegen wird durch den strahlenden Ruhm ihrer späteren Schwester zu Unrecht verdunkelt. Das Soloquartett bilden: Thora Hauck=Sandbichler (Sopran), Ilse Matzkait=Erdmann (Alt), Eugen Schürer (Tenor), Kammersänger Ernst Osterkamp (Baß); es wirken mit der verstärkte Pfarrchor Pradl, Mitglieder des Landes=Symphonieorchesters und verschiedene Kunstfreunde. Leitung: Herbert Bschwenter. (Karten zu S 2.— bei Joh. Groß). Reinertrag für Grins.
Festkonzert im großen Saal des neuen Landhauses (Sonntag, 16. Dezember, punkt 20 Uhr) mit Radioübertragung. Musikdirektor Weidlich als Dirigent, Prof. Bruckbauer als Solist. Zur Aufführung gelangen: Die große Leonoren=Ouverture, das Violinkonzert D=dur (die „Krone“ aller Violinkonzerte) und die 5. Symphonie (Schicksalssymphonie). Karten bei Johann Groß ausverkauft, ev. restliche Karten an der Abendkasse ab 19.30 Uhr. Wiederholung des Symphoniekonzertes nur am 18. und 20. Dezember im Landhaussaal.
Montag, den 17. Dezember, Musikvereinssaal, 20 Uhr: Beethoven=Kammermusik Abend mit Prof. Franz Bruckbauer (Violine), Prof. Walter Kurz (Cello), Prof. Kurt Neumüller (Klavier). Es gelangen zur Wiedergabe die Sonate F=dur, op. 24 (Frühlingssonate) für Violine und Klavier, Sonate A=dur, op. 69 für Cello und Klavier und ein Klaviertrio. Kartenvorverkauf bei Joh. Groß.
Der Konzertabend Elisabeth Schwarzkopf muß leider wegen Ausreiseschwierigkeiten aus Wien auf den Monat Jänner verschoben werden. Bereits gelöste Karten behalten ihre Gültigkeit.
Breinößl=Bühne in Landeck. Nach längerer Pause gastierte wieder einmal die bekannte Breinößl=Bühne des Landestheaters Innsbruck in Landeck und erfreute mit den drei lustigen Tiroler Bauernstücken: „Die drei Dorfheiligen“, „Alles in Ordnung“ und „Liebe macht blind“ ein zahlreich erschienenes, beifallsfreudiges Publikum durch ihre kernige und natürliche Tiroler Spielweise. (HW)
chen können. Plötzlich sah er sich mitten im Erzählen: „Mein Vater war Chemiker. Bei einem seiner Experimente ging das Haus mit ihm in die Luft. Die Mutter und die Schwester blieben dabei tot wie er selber. Wäre ich zu jener Stunde nicht auswärts gewesen, säße ich jetzt auch nicht hier.“
„Meinen Mann hat die Lawine genommen“ entgegnete sie. Sie bewies ihm keine Teilnahme. Sie stellte nur wie unter innerem Zwang eigene Erfahrung neben die seine. „Auch den Vater und zwei Brüder hat sie begraben“, fuhr sie fort. „Es geschieht anderen auch. Vielleicht nur nicht, wie Euch und mir, gleich mehrere, die zu einem gehörten, auf einmal.“
Es war sonderbar, wie sie mit halber Stimme, murrend fast und unbewußt zu Geständnissen gedrängt, zueinander sprachen.
Die Dämmerung war hereingebrochen. Sie vermochten eines des anderen Züge nicht mehr deutlich zu erkennen. Sie spürten einander nur und die Schicksale die auf ihnen lasteten. Sie saßen mit vornüber gebeugten Könfen und hochgezogenen Schultern Und sie verstummten zuletzt und verfielen jedes in eigene Gedanken.
Frau Sixta hätte noch mehr zu berichten gehabt. Xaver Rotmund, ihr Mann war ein Trinker die letzten Jahre ihrer Ehe waren ein harter Streit gewesen. Nach einer Weile fiel wieder ein Wart von ihr in die Stille: „Manchmal sind die Lebendigen schwerer zu ertragen als die Toten.“
Markus horchte auf, aber er erhob den Kopf nicht. Er hatte ein dumpfes Empfinden, als gehörten geschlagene Leute zusammen.
Frau Sirta zündete jetzt eine Lamve an. Und dabei fiel ihr Blick wieder auf ihn. Wie lang er sein Haar trug. dachte sie. Er schien ein Künstler
Turnerschaft Innsbruck
Achtung, Rennläufer. Die Teilnehmer am Rennläuferkurs am Arlberg (16.—22. Dez. 1945) melden sich am Sonntag, den 16. Dez., um 5.00 Uhr bei Lb. Trentinaglig Paul am Hauptbahnhof Innsbruck zur Fahrt nach St.
Anton (Abf. d. D=Zuges, 5.22 Uhr). Es wird darauf auf, merksam gemacht, daß die Verpflegung in St. Christopz am Sonntag, den 16. Dez. mit dem Abendessen beaingt und am Samstag, den 22. Dez., mit dem Mittagessen endet. Die Teilnehmer, die für die Unterbringung im Skiheim bestimmt wurden, haben den G=Schein, die übrigende entsprechenden Lebensmittelmarken mitzubringen.
Vertretertagung des Skiverbandes. Morgen Saustig, 15. Dez., findet eine Vertreterversammlung des Liol Skiverbandes in Innsbeuck, Gasth. „Sauer“, Adamgasse, um 14 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über die Ländertagung in Kitzbühel: 2. Festsetzung des Mitgliedsbeitrages; 3. Verschiedenes. Die Vereine werden in ihrem eigenen Interesse ersucht, an der Konserenz durch einen Vertreter teilzunehmen, da auch Fragen der Wettkampfbestimmungen behandelt werden.
RADIOINNSBRUcK
Samstag, 15. Dezember
17.00 Unterhaltungsmusik der Funkkapelle Willy Walter (Innsbr.). 18.00 Literarische Sendung. La Rochefaufanld — Maximen und Sentenzen. 18.30 Neues vom Tage (Innsbruck). 18.45 Alte Lieder — Amelié Bobinger, Sopran. Am Flügel: Hans Molikau. 19.00 Österr. Nachrichtendienst. 19.15 Bunte Weltschau. 19 30 Paris, franz. Nachrichten. 19.45 Worte zur Politik. 19.55 Fünf Minuten Französisch (Wiederholung). 20.60 Teilübertragung des Liederabends Elfriede Schwarzkopf. Am Flügel: Musikdirektor Fritz Weidlich (Innsbruck). 21.30 Courrier de la grande France. 21.45 Fünf Minuten praktischs Deutsch (Wiederholung). 21.50 Volkstümliches Konzert (Schallplatten). 22.15 Fortsetzung d. Volkstümlichen Konzertes. 23.20 Suchmeldungen.
Sonntag, 16. Dezember
7.00 Österr. Nachrichtendienst. 7.15 Schallplatten. 7.30 Paris, franz. Nachrichten. 7.40 Fünf Minuten praktisches Deutsch. 7.45 Morgenkonzert. 9.00 Wiederholung des österr. Nachrichtendienstes. 9.10 In der Adventzeit. 9.30 Französische geistliche Ansprache. 10.30 Andachtstunde — Orgelkonzert alter Meister. Ansprache Pater Dr. Suso Braun (Innsbruck). 11.00 Kammermusik — Franz Schubert: Streichquartett a=moll, op. 29. Es spielt das Lutzquartett. 11.30 Unterhaltende Musik zu Mittag (Schallplatten). 12.00 Radio Victoire. 12.15 Österr. Nachrichtendienst. 12.30 Stunde der Alliierten. Österr. Ringsendung aus den vier Besatzungszonen. 13.30 Musikalische Plauderstunde. 14.00 Paris, franz. Nachrichten. 14.15 Mätchenstunde. 14.45 Aus der Arbeit der Musikschulen
arlbergs. 17.00 Streuselkuchen — Eine bunte tagssendung. Veranstaltet von der Homunculus G. mib. H., Bregenz. Mitwirkende: Rosemarie Jung, Genf; Adele Kramer, Gitarre; Peter Igelhoff, Wien; Geschw. Winkler; a. Flügel Otto Stockhammer; Tanzkapelle Bela Jani; verbindende Worte Willi Tom Stassar. 18.00 Beethoven (zum 175. Geburtstag), Sänger und Dichter der Menschenwürde. Dr. Gottfried Hohenauer (Innsbruck). 18.30 Neues vom Tage (Innsbruck). 18.45 Solistenkonzert (Innsbruck). Kammersänger Ernst Osterkamp, Baß. 19.00 Ostert. Nachrichtendienst. 19.10 Wieviel Menschen kann Österreich ernähren? Hofrat Prof. Dr. Durig. 19.30 Paris, franz. Nachrichten. 19.45 Politische Wochenschau. 20.00 konzert zum 175. Geburtstag Ludwig van Beethoven. Das
Innsbrucker Symphonieorchester unter Leitung von Musikdirektor Fritz Weidlich. Solist Prof. Franz Bruckbauet, Violine. Übertragung aus dem großen Saal des Innsbrucker Landhauses. 21.30 Courrier de la grande Franee.
KIRCHLICHET
Pfarrchor St. Jakob (Spitalkirche). Sonntag, 16. Dez, 9.45 Uhr, Hochamt. Marienmesse für Chor, Orgel und vier Bläsern, von Karl Koch, opus 2.
Drittordensgemeinde P. P. Kapuzinerkloster Innsbuck. Der Ordenssonntag wird in diesem Monat ausnahmsweise um eine Woche vorverlegt, also auf den 3. Adventsomtag. 3 Uhr nachm. Einkleidung, Profeß und Jubelproses.
eher als ein Arbeiter. Er schien der Männlichkeit nicht zu entbehren und hatte doch etwas Verlote nes, Hilfloses, Verworrenes. Ein Gefühl von terlichkeit regte sich in ihr. Sie fragte: „Und Ihr wißt nicht, was Ihr weiter wollt?“
„Nein“, gab er kurz zurück und fühlte, daß seine Ziellosigkeit ihm nicht zum Ruhm war.
„Man muß das wissen“ fuhr Frau Sixta fort. „Die innere Lahmheit und Gleichgültigkeit machen einen zum Nichtsnutz.“
„Ganz recht“, gab er in spöttischem Ton zu. „Aber es gibt genug andere in der Welt, die von ihrer Nützlichkeit überzeugt sind.“
„Ich werde mir Arbeit suchen, irgendeine, möglichst mehr für die Hände als für den Kopf“, fügte er nach einer Weile hinzu.
Sie trommelte mit den weißen Fingern der starken Hand unhörbar auf der Tischplatte. Arbeit, dachte sie. Und es war ihr, als müsse sie ihm irgend einen Weg zeigen. Dann sagte sie mit vlötzlicher Entschließung: „Wenn Ihr Arbeit sucht, ich hätte solche für ein paar Tage.“
Markus stutzte. Wieder wehrte sich etwas in ihm, sich ihr zu verpflichten. Er wollte sie ansohen, aber zu seinem Verdruß sanken ihm die Augen wieder vor den ihren, und er ärgerte sich. Dann murrte er: „Vielleicht kann ich nicht, was Ihr mir aufgeben wollt.“
Die Wirtin erklärte: „Wir beginnen morgen mit dem Abschönen der Matten. Das ist keine Kunst.“
Obaleich er ein Städter war, wußte er, was sie meinte. Es war nicht, was er suchte, noch was er gewohnt war Er hielt sich zu gut, hier den Knecht zu machen und Steine und Winterwust von den Lehnen zu lesen. Er zuckte mit der Achsel. (Fortsetzung folgt!