Tiroler Tageszeitung 1945
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Seite 2 Nr. 150
Tiroler Tageszeilung
Montag, 17. Dezember 1945
Die Auslandspresse
In der „Nationalzeitung“ Basel, schreibt Dr Artur Rosenberg im Leitartikel: „Italien verwies 1919 darauf, daß ihm als einem der siegreichen Verbündeten die Aufgabe zufalle, gegen ein etwaiges Wiedererwachen des deutschen Kriegsgeistes mit auf Wache zu stehen. Diese Mission könne es nur erfüllen, wenn es eine starke strategische Grenze im Norden besitze. Dazu bedürfe es des Brenners. Die Mächte verschlossen sich nicht der Erkenntnis, daß einer der leitenden Grundsätze, für die der Krieg geführt wurde: „Jeder Staat ein Volk, jedes Volk ein Staat“ durch die Einverleibung dieses Landstriches an Italien verletzt würde. Die Argumente aber, die Rom vorzubringen wußte, wirkten doch zu stark, als daß man sich ihnen entziehen konnte. Aus strategischen Gründen also
wurde das heutige Südtirol zu Italien geschlagen. Sicher ist, daß die strategische Begründung für die Annektion Südtirols heute unmöglich mehr aufrechterhalten werden kann. Es ist unter diesen Umständen nur verständlich, daß das Kriegsende in den beiden Tirol die Hoffnung, die nie verschmerzte Trennung zu beseitigen, mächtig hochflammen ließ.“
Der Pariser „Monde“ schreibt in seinem bereits erwähnten Leitartikel weiter noch: „Ein Telegramm aus London besagt, daß Großbritannien die Absicht habe, die Wiederherstellung der österreichischen Grenzen von 1937 vorzuschlagen. Man könne daraus schließen, daß man in England der römischen These zuneige. Der Bericht aus London fügt jedoch hinzu: „In Erwartung einer endgültigen Regelung.“ Daraus könnte man folgern, daß die britische Regierung in der Frage der italienischen Grenze abwartend bleiben wolle, um aus diesem Problem ein Ganzes zu schaffen, innerhalb dessen durch Zugeständnisse und
zur Eudliroierfrage
Entschädigungen von beiden Seiten die Lösung gefunden werden soll.“
Die Ladiner in Südtirol
Aus Ladinerkreisen wird uns geschrieben: Mit knappen Worten wird mitgeteilt:
„Eine amtliche italienische Erklärung beziffert die Zahl der Deutschen in Südtirol auf 160.000, die der italienischen Bevölkerung auf 110.000.“
Und die 20.000 Ladiner in den Tälern rund um die Sella, Gröden, Enneberg, Fassa, Buchenstein und Ampezzo? Ja, die Ladiner werden von den amtlichen und nichtamtlichen (Tolomei!) italienischen Stellen einfach zu den Italienern gerechnet. Seit Beginn dieses Jahrhunderts haben die Ladiner immer und immer wieder auf ihre völkische Selbständigkeit innerhalb der Nationen hingewiesen und verlangt, daß man sie von den anderen getrennt zähle, sie haben den vor dem ersten Weltkrieg an den Sprachgrenzen mit Hochdruck betriebenen Irredentismus niemals in ihre Täler eindringen lassen, seit je haben sie erklärt und erklären wieder: „Ladins neus son i Ladins reston!“ Und Ladiner sind sie auch geblieben trotz der nunmehr seit 25 Jahren betriebenen
Italianisierungsmaßnahmen, sie sind keine Italiener und wollen keine sein. In ihrer kulturellen, wirtschaftlichen und gefühlsmäßigen Einstellung sind sie an die Seite der Tiroler gewiesen, mit ihnen wollen sie Freud und Leid teilen, Man stelle also, ganz zu schweigen von der völkischen Verschiebung der Verhältnisse in Südtirol durch die gekünstelte übervölkerung durch allerlei Leute aus dem Süden und durch die berüchtigte „Umsiedlung deutscher Volksgenossen“, die 20.000 Ladiner nicht zu den Italienern, sondern rechne sie den übrigen Tirolern zu, zu denen sie gehören wollen, und das Bild wird wesentlich anders.
Marschall Tito will die Minderheiten aus dem Lande vertreiben
Vertreter der Prager Presse stellten bei einem Journalistenempfang an Marschall Tito die Frage, wie er die Haltung der tschechoslowakischen Regierung gegenüber der deutschen und ungarischen Minderheit beurteile. Das jugoslawische Staatsoberhaupt entgegenete: „Die Erfahrung der Vergangenheit hat gezeigt, daß es untragbar ist, eine
Minderheit gegen den Staat, in dem sie lebt, arbeiten zu lassen. Es war in der Vergangenheit folgenschwer für die Tschechoslowakei, einen Strich unter die Vergangenheit zu ziehen. Wir werden dafür sorgen, daß auch in Jugoslawien ein für allemal Minderheiten zu bestehen aufhören.“
gen der Wirtschaft
Wiedererrichtung eines österreichischen Kuratoriums für Wirtschaftlichkeit
Wien, 14. Dez. Die seinerzeit dem Kuratorium für Wirtschaftlichkeit angehörenden Körperschaften, wie österreichische Handelskammer, Arbeiterkammer, Ingenieurkammer u. a. m. haben den Beschluß gefaßt, das österreichische Kuratorium für Wirtschaftlichkeit in seiner früheren Form wiedererstehen zu lassen. Die Geschäftsstellen des SWK. mit dem Sitz beim Wirtschaftsförderungsinstitut der Wiener Handelskammer hat bereits alle Vorbereitungen für die Tätigkeit des Kuratoriums getroffen.
Verlautbarung der Österr. Nationalbank zu Gehaltszahlungen
Die Österreichische Nationalbank hat in Ergänzung einer früheren Verlautbarung bekanntgegeben, daß fällige Lohn= und Gehaltszahlungen gemäß den Bestimmungen des Schillinggesetzes nur insoweit in neuen Schillingnoten erfolgen können, als die Arbeitgeber über genügende nach dem Schillinggesetz als Barabhebung verfügbare Guthaben auf Konten oder Sparbüchern verfügen. Bei derartigen Konten und Sparbuchguthaben können Schillingnoten für Lohn= und Gehaltszahlungen von den Geldinstituten im Wege der Umwechslung gegen Reichsmark oder alliierte Militärschillinge nicht ausgegeben werden, da dies den Bestimmungen des Schillinggesetzes widersprechen würde. Ein Anspruch auf Bezahlung in Schillingnoten besteht vor dem 23. Dezember 1945 nicht.
Neue Methode unserer Währungspolitik
Wien, 14. Dez. Die Vereinigung österreichischer Wirtschaftstreuhänder hielt am 13. Dezember eine Tagung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Ministerialrates Dr. Peter Krau
land zu dem Thema Österreichische Währungspolitik der Zukunft stand. Der Redner bezeichnete als Aufgabe der zweiten Periode, in die wir nun eintreten, die Vorbereitung der endgültigen Stabilisierung unserer Währung und die Festsetzung der Kaufkrafthöhe des neuen Schillings. Er erörterte die Unterschiede zwischen der heutigen Währungslage und jener der Zeit der ersten Schillingstabilisierung und erklärte, daß die heutige Situation eine andere Methode bedinge als die damalige. Diesmal gelte es die Bereinigung auf dem Wege einer Verminderung der Umlaufmenge zu suchen. Daraus entspringe die Notwendigkeit, vorläufig an der Preiskontrolle festzuhalten und den Sperrelockerungen gewisse Grenzen zu setzen. Diese übergangszeit soll aber nicht zu lange dauern. Er
wies darauf hin, daß Österreich in diesen Fragen in entscheidendem Maße vom Ausland und seinen währungspolitischen Entschließungen abhängig ist. Krauland warnte noch davor, die Lösung auf einem deflationistischen Wege zu versuchen, von dem sich bedeutende gesamtwirtschaftliche Nachteile voraussagen lassen.
Wiedereinführung des österreichischen Warenzeichens
Wien, 14. Dez. Die Anwendung des österreichischen Warenzeichens, welches sich seinerzeit im In= und Ausland allgemeiner Anerkennung und Beliebtheit erfreute, mußte mit der Besetzung Österreichs im Jahre 1938 eingestellt werden. Aus Vertretern maßgebender Körperschaften hat sich vor kurzem ein Arbeitsausschuß konstituiert, der sich die Aufgabe der Wiedereinführung des geschützten österreichischen Warenzeichens stellte. Diese Arbeitsgemeinschaft führt den Titel „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung österreichischer Qualitätsarbeit“ und hat ihren Sitz beim Wirtschaftsförderungsinstitut der Wiener Handelskammer. Das bis zum Jahre 1938 in Anwendung gestandene Warenzeichen soll in gleicher Form wieder zur Einführung gelangen. Außerdem erhält jedes
Unternehmen, dem das Recht zur Führung des Warenzeichens für eines oder mehrere seiner Erzeugnisse verliehen wurde, eine Firmennnummer zugewiesen, die ständig in Verbindung mit dem Warenzeichen geführt werden muß. Mit dem österreichischen Warenzeichen soll in Hinkunft nur ausgesprochenes Qualitätserzeugnis gekennzeichnet werden. Anträge von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft um Zuerkennung des Rechtes zur Führung des Warenzeichens für hochwertige Qualitätserzeugnisse sind nach Ausarbeitung der diesbezüglichen Richtlinien an die betreuenden Organisationen der Industrie und des Gewerbes zu richten.
Gesetz gegen Ablieferungssaboteure
Wien, 16. Dez. Ein Gesetzentwurf des Kabinettsrates sieht einschneidende Zwangsmaßnahmen gegen jene vor, die landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Betriebsmittel, Vieh oder tierische Produkte jeder Art in eigennütziger Weise verwenden und ihre Ablieferungspflicht sabotieren.
Die Wirtschaftsverbände sind beauftragt, in solchen Fällen die vorgefundenen Produkte zu beschlagnahmen. Die Milchkühe säumiger Ablieferer werden angefordert und entweder anderen ablieferungswilligen Bauern übergeben oder als Schlachtvieh verwendet, falls ein zu geringer Milchertrag dies erforderlich macht. Gegen den säumigen Ablieferer wird überdies ein Strafverfahren eingeleitet. Die Wirtschaftsverbände haben die vorgefundenen Bestände ohne Rücksicht auf die Selbstversorger zu beschlagnahmen.
Die neuen österreichischen Münzen
Im Wiener Münzamt werden alle Vorbereitungen zur Herstellung der neuen österreichischen Geldmünzen getroffen. Vor allem wird die Herstellung von Kleingeld, wie 1, 2, 10 und 50 Groschen in Aussicht genommen. Darüber hinaus wird es auch Schillinge, Doppelschillinge und 5=Schilling=Münzen geben. Das Prägematerial dürfte voraussichtlich Reinaluminium oder Aluminiumlegierungen sein, da es an Edelmetallen fehlt.
Der Leser hat das Wort
„Vergeße nicht auf die Ateren und Alten“
Aus der Fülle der Zuschriften, die uns über diese Frage zugingen, nehmen wir nur eine Erwiderung heraus. Die Schriftleitung gab dem Artikel Dr Groders Raum, um darzutun, daß auch die alten Leute nicht vergessen werden sollen. Daß jedoch die Hilfe für sie nicht auf Kosten der Jugend gehen kann, ist selbstverständlich. Die beiden Fragen sind daher unabhängig von einander zu betrachten.
Der Schreiber dieser Zeilen muß merkwürdige Informationen haben. Bitte, sagen Sie, wann haben die Kinder Honig, Zuckerln oder gar Schokolade erhalten? Seit undenklichen Zeiten nicht mehr. Neiden Sie ihnen vielleicht das Kilo Apfel, das es zum Nikolo gab? Nun, die Erwachsenen bekamen eine große Dose Fisch, die Kinder nicht.
Die Kinder erhalten die gleiche Zuteilung an Käse und Zucker wie die Erwachsenen. Der Schreiber hat wohl selbst keine Kinder, sonst würde er nicht schreiben, daß die Kinder Eßsachen herumliegen lassen. Wenn das irgendwo der Fall sein sollte, dann müssen die Betreffenden sicherlich nicht von den Karten allein leben. Wissen Sie vielleicht, wie einer Mutter zu Mute ist wenn sie den Kindern sagen muß: Ich kann euch nichts mehr geben, ich habe nichts mehr —?
Wissen Sie, wie viele Mütter hungrig ins gehen, nur damit die Kinder mehr zu essen haben?
Hat Sie schon einmal ein Kind gefragt: Mutti, gibt es das, daß man so viel Brot essen kann, daß man genug hat? Von Butter oder Schokolade reden diese armen Kriegskinder gar nicht mehr, das sind für sie Herrlichkeiten, die sie nur mehr vom Erzählen kennen. Kakao gibt es schon seit Jahren keinen mehr, es gibt ja fast nicht einmal Kaffee. Was ist schon ein Achtelkilo KaffeeErsatzmischung für einen Monat?
Wenn man solche Sachen schreibt, muß man sich schon zuerst erkundigen, ob es auch stimmt. Die Kinder sind im Wachsen und würden notwendigst Zusätze brauchen. Hat Ihnen schon einmal ein Arzt gesagt, wie körperlich schwer die Jugend gefährdet ist? Der Erwachsene muß nicht mehr aufbauen. Haben Sie noch nie gehört, daß Kinder ihre Zähne verlieren — aus Vitaminmangel
Lassen Sie sich das durch den Kopf gehen und seien Sie nicht neidig um Dinge, die schon Jahre zurückliegen. Sie haben früher gehabt, was Sie wollten, für die Kinder aber gibt es kein Früher“ Eine Mutter.
Die Briefmarken der russischen Zone
Von unserem Wiener A. R.=Korrespondenten
Anläßlich der ersten Ausgabe einer Briefmarkenserie für das gesamte österreichische Staatsgebiet sei eine übersicht über die Briefmarken der russischen Zone gegeben.
Der Postverkehr in Wien und in den von russischen Truppen besetzten Teilen Österreichs wurde nach und nach ab 2. Mai 1945 ausgenommen. Die zu diesem Zwecke erforderlichen Briefmarken wurden durch überdrucken der letzten Marken der Deutschen Reichspost mit dem Bilde Hitlers gewonnen, und zwar vorerst die Werte zu 3, 5 und 8 Rpf. mit dem überdruck „Österreich“ und etwas später die Werte zu 6 und 12 Rpf. mit demselben Aufdruck, bei gleichzeitiger Durchbalkung des Namens „Deutsches Reich“. Diese ersten Provisorien mußten, da die Österreichische Staatsdruckerei infolge starker Beschädigungen durch Bombardierungen und während der Kampfhandlungen in Wien noch nicht aktionsfähig war, in zwei Privatdruk kereien hergestellt werden, weshalb auch
zahlreiche Fehldrucke zu verzeichnen sind. Kurz danach wünschten die Russen, daß das Bild Hitlers auf den Marken unsichtbar gemacht werden sollte und daher wurden bis zur Durchführung dieser Anordnung vier ehemalige deutsche Gedenkmarken, und zwar die Serien Braunes Band 1944, Postkongreß und Goldschmiedekunst unter Unkenntlichmachung der ehemaligen Wertbezeichnung und des Landesnamens mit dem Wort „Österreich“ und einer neuen Wertbezeichnung überdruckt. Als dritte provisorische Ausgabe erschienen dann wieder Hitlermarken zu 5, 6, 8, 12, 30 und 42 Rpf., bei denen außer dem neuen Landesnamen auch ein Gitterraster angebracht worden war, der den Kopf Hitlers völlig abdeckte. Außer diesen Marken waren auch die Werte zu 1, 2, 3 und 5
Mark zur Ausgabe vorbereitet gewesen, kamen jedoch nicht mehr in Kurs und wurden nur für Sammlerzwecke abgegeben. Alle diese Provisorien waren sehr kurzlebig, in kleinen Auflage
mengen hergestellt worden und werten heute bereits das Vielfache ihres Nennwertes.
Die endgültige Serie, die den österreichischen Adler im Bilde führt, erschien im Laufe der Sommermonate nach und nach und besteht aus 23 Werten.
Außer diesen offiziellen Ausgaben gab es in den von Russen besetzten Teilen Österreichs zahlreiche Lokalausgaben, von denen nur die Ausgaben von Graz, Leibnitz, Scheibbs, Waidhofen a Y. und Gmünd wirklichen postalischen Bedürfnissen entsprachen, während alle anderen am Markte befindlichen Ausgaben Privat=, wenn nicht Schwindelerzeugnisse sind.
Neue Postwertzeichen in Wien
Mit Ablauf des 20. Dezember werden die Marken, die seit Juli 1945 im Bereich der Post= und Telegraphendirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland sowie der Post= und Telegrapheninspektion Urfahr gültig waren, aus dem Verkehr gezogen. Von diesen Zeitpunkt an dürfen zur Freimachung nur mehr die Marken der Landschaftsserie verwendet werden. Ein Umtausch von Marken der Wappenserie gegen Marken der Landschaftsserie findet nicht statt.
Postverbindung England=Österreich vielleicht noch vor Weihnachten
Im britischen Unterhaus stellte der Abgeordnete Freeman an den stellvertretenden Generalpostdirektor die Anfrage, ob es möglich sein wird, noch vor Weihnachten eine Postverbindung mit österreich herzustellen. Der Postdirektor antwor tete, die Postdirektion ist bereit, den Postverkehr mit Österreich aufzunehmen, sobald der Alliierte Rat die Genehmigung erteilt hat. Ich kann im Augenblick nicht sagen, ob die Genehmigung noch vor Weihnachten gegeben werden wird.
(Radio London)
NEUES AUS ALLER WELT
Selbstmord Prinz Konoyes
Prinz Konoye hat Selbstmord durch Einnahme von Gift begangen. Er sollte unter dem Verdacht, Kriegsverbrechen begangen zu haben, von den alliierten Behörden verhaftet werden. Prinz Konoye hinterließ einen Brief, in dem er erklärt. er trage die Verantwortung für den japanischen Angriff auf China, habe sich jedoch erfolglos bemüht, den Krieg zu verhindern, der sich so unheilvoll für Japan auswirkte. Konoye war auch für die Unterzeichnung des Dreierpaktes mit Deutschland verantwortlich. (Radio London)
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Japan muß diplomatische Beziehungen zum Vatikan aufgeben
Der alliierte Oberbefehlshaber in Japan, General MeArthur, hat die japanische Regierung angewiesen, ihre diplomatische Vertretung beim Vatikan aufzugeben.
Der Erfinder des V=Zeichens gestorben
Soeben wird das Ableben des belgischen Professors Viktor de Lavalé bekanntgegeben, der während des Krieges im Londoner Rundfunk sprach und sich einen Namen gemacht hat. Er war der Erfinder des berühmten V=Zeichens, das schnell zum Symbol der Widerstandsbewegung gegen Deutschland in ganz Europa wurde. Nach der Befreiung Belgiens kehrte er in seine Heimat zurück, wo er Justizminister und Unterrichtsminister wurde.
Weihnachtsansprache des Papstes
Vatikanstadt, 16. Dez. Der Papst wird am Montag, 24. Dezember, um 11 Uhr vormittags im vatikanischen Rundfunk eine Weihnachtsansprache halten.
Fünfzig Jahre Röntgenstrahlen
Paris, 16. Dez. Hier fand eine Feier zu Erinnerung daran statt, daß vor fünfzig Jahren die Röntgenstrahlen entdeckt wurden. Dr. rieux, einer der führenden Physiker, würdigt das Leben und die Leistung Röntgens.
Das Aktenmaterial der Reichskulturkammer aufgefunden
Salzburg. 16. Dez. Wie der amerikanische Nachrichtendienst bekanntgibt, wurde in der ame rikanischen Besetzungszone das gesamte Aktenmaterial der früheren Reichskulturkammer aufgefunden. Damit lassen sich die Angaben der Künstler in den Fragebögen leicht und zuverlässig überprüfen.
Geburtstagsfeier für Dr. Renner
Wien, 16. Dez. Zweitausend Vertrauensleute der sozialistischen Partei veranstalteten anläßlich des 75. Geburtstages Dr. Renners einen Festabend.
Richard Schmitz 60 Jahre alt
Der ehemalige Vizekanzler und Bürgermeister von Wien, Richard Schmitz, feierte seinen sechzigsten Geburtstag. Er weilt gegenwärtig in Italien, um sich von den schweren gesundheitlichen Schäden der langjährigen Tortur in Hitlergefängnissen und Lagern zu erholen.
Erhöhte Kohlenlieferungen für Österreich
Der Staatssekretär für Industrie, Handel und Gewerbe, Ed. Heinl, gab bekannt, daß Großbritannien, Amerika und Frankreich ihre lenlieferungen an Österreich steigern werden.