Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:12
- S.65
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dienstag, 18. Dezember 1945
Tiroler Tageszeitung
Seite 3 Nr. 151
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Anfere Heimkehrer
Gestern vormittags ist im Lager Reichenau ein nuer Transport österreichischer Kriegsgefangener angekommen. Der Transport kommt aus Mulsanne (Umgebung von Mans, Normandie) in grankreich und setzt sich wie folgt zusammen:
188 Kriegsgefangene für die französische Zone, 338 Kriegsgefangene für die englische Zone,
378 Kriegsgefangene für die amerikanische Zone. 66 Kriegsgefangene für Wien.
Somit sind also neuerlich insgesamt 970 Kriegsgsangene in die Heimat zurückgekehrt.
Fellabgabe
Das Landesernährungs= und Wirtschaftsamt
gbt bekannt:
In der 2. Woche der 8. Zuteilungsperiode werdn 100 Grauim Fett auf die Kleinabschnitte I und IV sämtlicher mit solchen Abschnitten verschenen Lebensmittelkarten abgegeben.
weiße Tod
Wem gehören die gestohlenen Gegenstände? Bei
der Bundespolizeidirektion in Innsbruck erliegen ein Koffergrammophon und ein orangeemaillierter Wecker mit Leuchtzeiger. Beide Gegenstände stammen von einem Diebstahl. Die rechtmäßigen Besitzer melden sich bei der Polizeidirektion, Zimmer 305.
Der 38jährige Oberförster Karl Eberherr aus Brandenberg geriet am 16. Dezember zwiscen Birgitzköpfl und Nockspitze in eine Lawine und wurde von ihr verschüttet. Seine Leiche #urde geborgen und am 17. Dezember zu Tal gbracht.
Am 16. Dezember in den Nachmittagstunden nat die Rechtsanwaltsgattin Elsa Rohn aus sitzbühel am Nordhang des Hochetzkogels bei sitzbühel ein Schneebrett los und stürzte mit der kawine ins Tal. Sie wurde von der alpinen Retungsstelle Kitzbühel unter Führung der Gendarnerie als Leiche geborgen und zu Tal gebracht.
Widerstandsbewegung und Freiheitsbewegung
Wir erhalten folgende Zuschrift:
Die Landesleitung der österreichischen demokratischen Freiheitsbewegung in Tirol hat bekanntgegeben, daß die Auflösung der Österreichischen Biderstandsbewegung in Tirol in keiner Weise die österreichische demokratische Freiheitsbewegung in Tirol berührt.
Dazu erfahren wir gleichzeitig aus Kreisen der aufgelösten Widerstandsbewegung in Tirol, daß sie gegen die genannte Erklärung der Landesleiung der österr. demokr. Freiheitsbewegung nicht urschts einzuwenden haben, sondern vielmehr vlkommen damit einverstanden sind. Sie beinen und legen Wert auf die Feststellung, daß sie weder mit der österr. demokr. Freiheitsbewegung soch mit irgend einer anderen politischen Orgasisation in Zusammenhang stehen. Wie sie bereits n ihrer Selbstauflösungserklärung mitgeteilt haten, sind sie vielmehr der überzeugung, daß die süheren Mitglieder der Widerstandsbewegung nur innerhalb einer der Parteien ihre politische Tätigkeit ausüben sollen.
Was jedoch die Belange jener Aktivisten benifft, die unter Einsatz ihres Lebens in den entscheidenden Stunden die Heimat geschützt haben, so wird, wie bereits bekanntgegeben, durch den Landeshauptmann ein Mitglied der neu gebildeten Tiroler Landesregierung mit ihrer Erfassung und der Wahrnehmung ihrer Interessen betraut. Die Anschrift dieser Stelle, wo sich die Aktiristen zu diesem Zwecke melden können, wird demnächst bekanntgegeben.
Erbschwindel
Der wiederholt vorbestrafte fünfzigjährige Schlossergehilfe Josef Rakovec in Amras lernte im Frühjahr eine städtische Angestellte kennen und überredete sie, ihre Habseligkeiten in seine Wohnung zu bringen, da sie dort sicherer ären. Das Mädchen willigte ein und übergab ihm tatsächlich mehrere Koffer und Kisten mit Läsche und Kleider. Anfangs Juli ist das Mädshen im Krankenhaus gestorben. Die Erben sund Verwandten forderten nun von Rakovec die sückgabe der Habseligkeiten der Verstorbenen. k übergab ihnen jedoch nur Kleinigkeiten. Nun nstatteten sie die Anzeige, und Rakovec wurde nerhaftet. Es wurde festgestellt, daß er aus dem lachlaß des Mädchens neun Koffer und Kisten nit Kleidern und Wäsche, Gesamtwert von über 0000 Mark, übernommen und für
sich behalten sat. Weiter wurde erhoben, daß Rakovec in einer Schuhmacherwerkstätte anläßlich der Verrichtung ion Gelegenheitsarbeiten Schuhsohlen und #tal entwendet hat. Rakovec wurde dem Lan lesgericht eingeliefert.
Hohes Alter. Kürzlich vollendete Frau Serahine Tschon, geb. Thönig, ihr 95. Lebensjahr sund feierte ihren 96 Geburtstag in geistiger und störperlicher Frische. Sie besorgt noch heute ihren haushalt und ihre Wäsche selbst, liest auch die Tiroler Tageszeitung“ noch ohne Brille. Sie ist siie Witwe nach Alfons Tschon, gestorben 1903. Gärtner im Hotel Post, Landeck, eines Nachkominen der Tschon, die als Bader und Chirurgen nurch vier Geschlechter im alten Gemeindehaus # Perfuchs=Landeck wirkten. — Der Vater der deitum bekannten Familie Matt zu Tobadill, Nagnus Matt geb. am 23. Mai 1850, erfreut sich in seinem 96. Lebensjahre gleichfalls körperlicher und geistiger Frische. — Am 1. Jänner 1946 begeht Franz Hotter in Zell am Ziller in geistiger und körperlicher
Frische seinen 90. Geburtstag.
Hilferuf an Versehrte
Das Reserr lazarett Seefeld (als orthopädisches Fachlazarett) wendet sich mit einer dringenden Bitte an alle Versehrten des ersten und zweiten Weltkrieges.
„Helft den Kameraden (Amputierten) des hiesigen Lazarettes durch Abgabe von nicht mehr ge brauchsfähigen Prothesen, orthopädischen Bedarfsartikeln, Stützapparaten und Prothesenschuhen.“
Alle diese Behelfe können in der Werkstätte des Lazarettes zu Behelfsprothesen umgebaut werden und viele Amputierte werden dadurch um Monate früher gehfähig gemacht.
Wir bitten um Abgabe in der „Orthopädischen Versorgungsstelle, Innsbruck, Herzog=FriedrichStraße Nr. 3, im Res.=Lazarett Seefeld, Hotel Post, oder um Angabe der Anschrift zur Abholung.“
Tagung des Tiroler Skiverbandes
Abgängige. Der am 6. Jänner 1911 in Skeriai in Litauen geborene und in Innsbruck wohnhafte Ingenieur Ignaz Gasiliunas ist seit Ende November aus Insbruck abgängig. Er fuhr an dem genannten Tag nach Bregenz und ist nicht mehr zurückgekehrt. — Ferner ist aus Innsbruck der 15jährige Robert Zuttion abgangig. — Aus dem Landeserziehungsheim in Schwaz sind seit einiger Zeit die beiden Zöglinge Hilde Binder und Maria Kronthaler abgängig.
In Mayrhofen wackelt der Kirchturm. Die neuen Glocken, die am 18. November vom Fürsterzbischof von Salzburg Dr. Rohracher in Anwesenheit des Herrn Gouverneurs von Tirol Exz. Dutheil und der Landesregierung feierlich eingeweiht wurden, läuteten in diesen Tagen zum erstenmal. Nicht nur die ganze Bevölkerung wurde durch das große Ereignis innerlich und äußerlich bewegt, sondern auch der Kirchturm selbst, der es durch bedenkliches Wackeln kundtat.
Schadenfeuer. Am 16. Dezember, um 3 Uhr früh, brach im Vereinshaus in Kitzbühel ein Schadenfeuer aus, das den Dachstuhl einäscherte. Der Brand wurde durch die Kitzbüheler Freiwillige Feuerwehr gelöscht. Außer dem Dachstuhl ist kein größerer Schaden entstanden. Ein Feuerwehrmann ist durch die starke Rauchentwicklung mit Vergiftungserscheinungen ins Spital gebracht worden. Als Brandursäche wurde fahrlässige Ablage heißer Asche festgestellt.
Holzdiebstähle. Einem Bauern aus Landeck wurden im Schloßwalde in der Nähe des Ausländerlagers Landeck über 7 Festmeter Brennholz gestohlen, vermutlich von den Insassen des genannten Lagers, die sich in den Wäldern nahe des Lagers dauernd herumtreiben. Mit Einbruch der kalten Jahreszeit mehren sich diese Holzdiebstähle in erhöhtem Maße.
Tote
In Innsbruck starben: Gregor Knapp,
Hafnermeister, 86 Jahre alt; Raimund Patscheider, Bundesbahn=Oberoffizial a. D., 73
Jahre alt; Anna Gasser, geb. Tschurtschenthaler, Trafikantin, 73 Jahre alt; Zäzilia Hauer,
75 Jahre alt; Alexander Klaudy, Dipl.=Ing.,
76 Jahre alt.
Am 25. März ist, wie erst jetzt bekannt wird, Stabsarzt Dr. Rudolf Unterberger im 29. Le bensjahr in Ungarn im Kampf gefallen.
Am 15. Dezember früh brach der 61jährige akademische Maler Karl Gassauer vor dem Hause Weiherburggasse 3 bewußtlos zusammen. Er wurde in das Haus getragen und ist dort verschieden. Der herbeigerufene Arzt stellte als Todesursache Herzschlag fest.
In einem Lager bei Kaunas starb am 21. Mai 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft Karl Loreck, Obergefreiter im Stabe einer Inf.=Div. Das hl. Requiem wird am 31. Dezember, um 7 Uhr früh, in der Pfarrkirche, St. Nikolaus gelesen.
Zum Tode von Herrn Hofrat Dipl.=Ing. Witasek
Der kürzlich im Alter von 72 Jahren aus dem Leben geschiedene Hofrat Witasek hatte an der Technischen Hochschule in Graz studiert und war nach Beendigung dieser Studien zuerst beim Bau der Wiener Stadtbahn als Ingenieur tätig. Im Jahre 1900 trat er in den Tiroler Staatsbaudienst ein, wo er bei der Abteilung für Straßen= und Brückenbau Verwendung fand. Im Jahre 1920 wurde ihm die Leitung dieser Abteilung übertragen. In diese Zeit fiel die schwierige Instandsetzung der Tiroler Straßen nach den ungeheuren Schäden des ersten Weltkrieges und der Beginn des neuzeitlichen Ausbaues des Straßennetzes, welche Aufgaben Ing. Witasek mit großem Geschick bewältigte. Im Jahre 1930 wurde Ing. Witasek zum wirklichen Hofrat ernannt. Nach Vollendung der Dienstzeit
trat er 1933 in den Ruhestand.
Hofrat Witasek verband alle Vorzüge des altösterreichischen Beamten, besonders großes Entgegenkommen im Parteienverkehr mit bedeutenden Fachkenntnissen und ausgezeichneter Verwaltungspraxis. Seinen Kollegen war er ein guter Kamerad, seinen Untergebenen ein wohlwollender Vorgesetzter.
Unter Vorsitz von Dr. Lorenz fanden sich vorgestern zahlreiche Vertreter der Tiroler Skivereine zur zweiten Vertreterversammlung des Tiroler Skiverbandes zusammen, der auch Bezirkshauptmann Dr. Werner als Vorstand des Skiklub Kitzbühel beiwohnte.
Dr. Lorenz gab zunächst einen übersichtlichen Bericht über die großen Kitzbüheler Besprechungen des O. S. V. und gab seiner Genugtnung Ausdruck, daß Tirols Wünschen bei dieser Tagung bestmöglichst Rechnung getragen wurde und damit die ersten Grundlagen für eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Wiener Zentralskiverband geschaffen waren. Dies allein verpflichtet jeden Tiroler Skiverein für sportlichen und mitgliedsrechten Ausbau, zur Stärkung des eigenen Landesverbandes.
Der neue Skilehrer
Österreichs wird ein ganz anderes Gesicht haben als in der Vergangenheit. So referiert Herr Hauswitzka als Mitverantwortlicher im Berufsskilehrerwesen. Jeder der Skilehrer werden will, muß sich zwei Jahre als Praktiker und 2 Semester als Theoretiker am Hochschulinstitut für Leibesübungen betätigt haben. Frühjahr und Herbst je 6—8 Wochen Theorie, über den Winter Skilehrer. Dadurch wird das Niveau des Skilehrers so gehoben, daß dieser auch wirklich zum Vorbild und Erzieher der Skijugend befähigt ist. Der so vorbereitete Skilehrer tritt vor einer 7gliedrigen staatlichen Kommission zur Prüfung an und erhält nach bestandener Prüfung den Titel „Staatlich geprüfter Skilehrer“. Dieser berechtigt dann wohl, aber verpflichtet zum gleichen Teil.
Auch das Tarifwesen
im Skilehrerberuf wurde geregelt. Zunächst werden erstund zweitrangige Plätze unterschieden für die folgende Mindestsätze bestehen. Rang I: Für 6 aufeinanderfolgende Kurstage S 20.—, für Rang II S 15.—. Tageskurse S 6.— bzw. 5.—. Privatstunden S 5.—, zwei Personen S 8.—, drei Personen S 10.—. Kinderkurse für Kinder unter 14 Jahren 50 Prozent Ermäßigung in Schulen. Wochenendkurse, die besonders in Wien Zuzug haben,
S 2.— pro Person; sie sollen besonders der skisportlichen Breitenarbeit dienen. Auch der Tarif für Reisegesellschaf
ten wurde geregelt. Das Reinertragnis wird bei Skischulen aliquot dem Lehrerverhältnis, nach dem „Topf
sysiem“ aufgeteilt; die Verrechnungsunterlagen sind von den Schulen an den Verband vorzulegen. Soweit das Topfsystem nicht anwendbar ist, gilt für staatl. geprüfte Sklehrer ein monatliches Entgelt von S 400.— in Rangplätzen I, S 300 in Rangplätzen II, bei freier Station und Fahrtspesenvergütung. Hilfsskilehrer ohne Unterschied in der Rangklasse monatlich S 100.—, wöchentlich S 40.—. Die genauen Einzelheiten werden schriftlich bekanntgegeben. wenn sie vom Ministerium genehmigt sind. Die Ausubung des Skilehrerberufes ist natürlich auch an die politische und moralische Tragbarkeit gebunden; an bloße Parteianwärter kann aber Konzessionserteilung erfolgen. Konzessionen für heuer sind sehr beschränkt. (Tirol beispielsweise nur 6—8!)
Für die Lehrweise
gilt bis zur Rückkehr Hannes Schneider noch der Lehrplan vor 1938; dann wird im Einvernehmen mit dem Lan
desverband ein neuer erstellt werden. Grundsatz ist, wie Dr. Lorenz zu den Ausführungen Hauswitzkas sagte, daß unsere Skilehrer auf die Höhe kommen und oben bleiben müssen. Kein Skilehrer muß deswegen ein „Gstudierter“ sein; aber wenn man sich ein Lehrpatent erwerben will so muß dies als Beruf mit dem nötigen Ernst geschehen wo auch Opfer gebracht werden müssen, die schließlich jeder andere Beruf auch abverlangt.
Was nun mit früheren Skilehrern?
Viele gute Lehrer sind dabei, aber auch sehr viele schlechte, die den heutigen Bedürfnissen nicht entsprechen. Jahrelang haben viele den Skilehrerberuf nicht mehr ausgeübt und sind vielfach auch nicht mehr imstande, diesen auszuüben. Eine Nachprüfung für eine neuerliche Zulassung ist Voraussetzung. In Frankreich beispielsweise besteht für alle Skilehrer nach 3 Jahren die Pflicht der Nachprüfung.
Der Sportwart des H.S.V.
Walter Föger, Kitzbühel, kommt dann auf die näheren Einzelheiten der Wettlaufordnung zu sprechen und stellt die Vorteile der aus praktischen Erfahrungsgründen beschlossenen Anderungen heraus Er spricht sich besonders gegen jeden Start Jugendlicher bei großen skisportlichen Wettkämpfen aus und betont, daß der Jugend die wenigen Jahre für sportliche und charakterliche Ausbildung gewahrt bleiben müssen.
Der Mitgliedsbeitrag
wurde einstimmig mit S 3.— pro gemeldetem Mitglied festgesetzt und muß bis 15 Jänner an den Tiroler Landesverband abgeführt sein. Die Mitgliedsliste ist unter Angabe der Vorstandsmitglieder dem Verband einzusenden. Da die vorhandenen Mitgliedskarten nur beschränkt zur Verfügung stehen, sind vorerst nur die Rennläufer und im späteren die anderen Mitglieder damit zu beteilen.
Der Versehrten=Skilauf
wurde bis ensprechende Erfahrungen gewonnen werden, so geregelt, daß mit Ausnahme von Landes= und Staatsskimeisterschaften Armversehrte unter Beibringung einer abgeschlossenen Versicherung starten können. Sie werden aber nicht eigens gewertet, sondern in der Ergebnisliste wird vermerkt, daß die Leistung trotz Körperversehrtheit zustande gebracht worden ist.
Mitgliedervorteile
Der Skiverband ist bestrebt, seinen Mitgliedern verschiedene Begünstigungen zu verschaffen. So Ermäßigung bei Seilbahnen und in Schutzhütten. Außerdem hat der Tiroler Skiverband eine Unterkunft auf dem Seegrubenplateau gepachtet die auch den Mitgliedern von auswärts besonders zugute kommen soll Rechtzeitige Meldung an den Verband ist Voraussetzung. Auch in der Überlassung von Sportgeräten wird der Landesverband sein Bestes tun, wenngleich gerade in Innsbruck sehr schlechte Voraussetzungen dafür besiehen.
Dr. Lorenz appelliert in seinem Schlußwort an alle, intensiv am Wiederaufbau des Tiroler Skisportes mitzuwirken, damit jede Gegenströmung in der sportlichen Auffassung mit Tatsachen geschlagen werden kann.
THEATER UIND KUNST Amtliche Mitichungen
„Scampolo“
Wenn auch der entzückende Wildfang namens Scampolo schon vor Jahren über die Bretter des Innsbrucker Theaters wirbelte, so hat uns das Wiedersehen mit ihm dennoch wirkliche Freude gemacht und uns zwei unterhaltsame Stunden bereitet.
Dario Ricodemi hat da ein reizendes Lustspiel voll Frohsinn und Laune geschaffen, voll treffender Pointen und geistreicher Apercus, voll kluger Paradoxa und witziger Wortspiele. Der Dialog funkelt und glitzert, die Gesellschaft wird fein ironisiert und so manches übermütige Bonmot erhellt uns Tieferliegendes.
Der Name Scampolo kommt daher, daß seine Trägerin, ein sechzehnjähriges römisches Mädchen, „für ein Kind zuviel, für eine Frau zu wenig“ ist. Sie entzückt alle durch ihre entwaffnende Frechheit, die aber in Wirklichkeit nur darin besteht, daß sie alles beim wahren Namen nennt. nichts beschönigt und ihr jede Verstellung fern liegt. Ihr unverdorben=kindliches Wesen und ihre natürliche Aufrichtigkeit gefällt allen, denen sie begegnet, sofern sie die Wahrheit vertragen und Sinn für Humor haben. Diese ihre Naivität gewinnt ihr schließlich das Herz des jungen Ingenieurs, der so auch die Kraft findet, sich von einer unmöglichen Kabarettsängerin zu lösen und für den ein neues Leben beginnt, das ihm auch beruflich den ersehnten Erfolg bringt.
Im Mittelpunkt der von Siegfried Süßenguth mit Schmiß und liebevollem Humor inszenierten Aufführung stand Herta Agostini, die uns von ihrer seinerzeitigen Tätigkeit an der Innsbrucker Bühne noch in bester Erinne
rung ist und sich nunmehr in einer Bombenrolle uns wieder vorstellte. Ihr Scampolo war ein herziger Fratz, der das Herz am rechten Flecke trägt, einen feinen Sinn für das Bute und Echte hat und allen die unverblümte Wahrheit sagt und gerade dadurch reizende Überraschungssituationen heraufbeschwört. Mit entzückender Natürlichkeit sprach sie ihre Worte und mit Temperament wehrte sie sich gegen den Kleiderpopanz, den man ihr umhängen will. Die hochbegabte Künstlerin könnte die Gesamtwirkung noch steigern, wenn sie eine gewisse Herbheit der Gestaltung zugunsten einer vollkommen schwerelosen Raivität zurücktreten ließe Die Bonvivantrolle des Ingenieurs Tito gab Siegfried Süßenguth mit scharmantem Humor und menschlicher Wärme. Kurt Pecher als
Freund Carlo war für seine Rolle äußerlich wie geschaffen, blieb jedoch in der Gestaltung etwas farblos. Die kapriziöse, berechnende Sängerin wurde von Edith Boewer glänzend verkörpert, desgleichen fand die mondäne Frau Emilia durch Berthe Waeber eine vollendete Darstellung. Die Episodenrolle des Schulmeisiers Buritti war mit Rudolf Schücker sehr gut besetzt und Josef Hauser gab den Schwerenöter „Faust“ mit unaufdringlicher Komik. Die hübschen Bühnenbilder Rosemarie Strugers betonten eine gewisse skizzenhafte Note, die mit dem Ton des Lustspiels sehr gut harmonierte.
Das ausverkaufte Haus unterhielt sich glänzend und spendete herzlichen Beifall. Dr. Tepser.
Blanca Flür von Schullern singt am Mittwoch, den 19. Dezember, 20 Uhr, im Musikvereinssaal „Heiteres aus Oper und Lied“. Die bekannte Sängerin bringt einen Querschnitt durch das auf österr. Boden entstandene heitere Liedschaffen von Haydn, Mozart, Schubert, Brahms und Wolf. Außerdem singt die Künstlerin aus heiteren Opern von Mozart, Lortzing, Donizetti und Rossini. Kartenvorverkauf in der Musikalienhandlung Groß.
Die Wegräumung des Schuttes in Innsbruck
Dienstag, 18. Dezember, 12.15 Uhr Einsatzgruppe I: Sammelplatz Bauhof Wilten, Ecke Leopoldstr.— Liebenegastr. Klosiergasse 1, 3, 6, 6a, 7,
10, 14. St. Bartlmä 2, 3, 4, 5. Brennerstraße 3a, 3b. 5a, 5b, 6, 6a, 6b. 6c, 7 Stöckl, 15 (Sonnenburger Hof).
Einsatzgruppe II: Sammelplatz Ecke Ing.=EtzelStraße— Bienerstraße: Holzgasse 2, 4, 6, 7 8, 10, 12, 13, 15, 16, 17, 18. Kirchgasse 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7. 8, 9, 10,
11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23.
Abgabe von Zigaretten
Die Tabaktrafikanten haben die Zigaretten vorzugsweise auf die Schwerst= und Schwerarbeiterkarten und auf die Raucherkarten der Kriegsblinden und der armamputierten Kriegsbeschädigten abzugeben.
Finanzlandesdirektion Innsbruck.
Innsb ucker Verkehrsbetriebe AG.
Beförderung von Fahrgästen mit Sportgeräten Infolge der starken Personenfrequenz bei den Straßenbahn= und Obuslinien und wegendes Umstandes, daß die vorderen Plattformen der Fahrzeuge für die Angehörigen des franz. Militärs reserviert sind, können Fahrgäste mit Sportgeräten (Ski und Rodeln) auf den Straßenbahnlinien 1 und 3, sowie Obus= und Omnibuslinien während des Winters 1945/46 nicht befördert werden.
Wir wissen, daß diese Maßnahme die sporttreibende Bevölkerung hart trifft. Unter den heute obwaltenden Umständen ist diese Regelung aber dringend notwendig. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe wissen genau, daß die Sportler unsere Linien viel benützt haben und ein Broßteil der Einnahmen durch diese erzielt wurde. Wir werden daher den Sportlern, sobald es die Verhältnisse erlauben, entgegenkommen. Derzeit ist dies aber leider nicht möglich. Auf der Linie 4 (Hall), Linie 6 (Jals), Hungerburgbahn und Patscherkofelbahn werden auch weiterhin Fahrgäste mit Sportgeräten befördert.
Die Einschreibung in die gewerbl. Fortbildungsschule in Landeck findet am Mittwoch, den 19., und Donnerstag, den 20. Dez. 1945, von 16—17 Uhr in der Volksschule, Knabenseite, Parterre, statt Mitzubringen ist das letzte Schulzeugnis und der Lehrvertrag Zum Besuche der Schule sind alle Lehrlinge, welche das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und in Landeck oder Zams in der Lehre sind, verpflichtet Der Beginn des Unterrichtes wird bei der Einschreibung bekanntgegeben werden.
Haushaltungskurse in Zams. Tirol. Sämtliche Vormerkungen und Zusagen für den zweiten Haushaltskurs der barmh. Schwestern in Zams (Beginn mit 17. Jänner 1946) werden hiemit rückgängig gemacht. — Auch Neuaufnahmen für den Apriltermin 1946 bedürfen ausnahmslos nochmaligen Ansuchens. Eine Höchstzahl von 40 Teilnehmerinnen kann keinesfalls mehr überschritten werden.
Unaufgeforderte Cinsendungen werden von der Schriftleitung der „Tiroler Tageszeitung“ nicht zurückgereicht.