Tiroler Tageszeitung 1945

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Tiroler Tageszeitung
Nr. 154 Seite 3
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Freitag, 21. Dezember 1945
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Strafe für die Kleingeldhamsterer
20 Prozent Nachzählgebühr
Der Bürgermeister von Innsbruck hat folgende Kundmachung erlassen:
„Nach Abschluß des Umtausches der Marknoten in Schillingwährung ist zu erwarten, daß statt der bisherigen Kleingeldhamsterei das Gegenteil eintreten wird, nämlich eine überlastung der öffentlichen Kassen dadurch, daß möglichst große Beträge in Kleingeldsorten bezahlt werden. Für die dadurch bedingte Nehrarbeit, die das Nachzählen der Kleingeldsorten verursacht, ist eine entsprechende Vergütung zu leisten. Es wird daher gemäß § 30 der Verordnung der Tiroler Landesregierung, betreffend die Wiederverlautbarung des Gemeindeabgabengesetzes, L6Bl. Nr. 43/1935, versüigt:
Bis zum Einlangen weiterer Weisungen seitens der österreichischen Bundesregierung, längstens bis zur Ausgabe von Schillingkleingeld, werden bei allen städtischen Kassen sowie bei den Kassen der städtischen Amter und Betriebe zur Vermeidung von Verkehrsstörungen jene zahlungen, welche in Schillingnoten geleistet werden könnten, statt dessen aber in Kleingeldsorten entrichtet werden, entweder zurückgewiesen oder es wird für die dadurch bedingte Nehrarbeit eine Nachzählgebühr eingehoben.
Die Nachzählgebühr beträgt 20 Prozent des Betrages, der in den gangbaren Schillingnoten eingezahlt werden könnte (also in Noten zu 10, 20, 100 und 1000 Schilling), statt des
sen aber in Kleingeld (Münzen oder in Markscheinen zu 1, 2 und 5 RM) eingezahlt wird.
Die Stadtkasse sowie die Kassen der städtischen Amter und Betriebe werden angewiesen, in Fällen, in denen besonders hohe Beträge durch Kleingeldsorten bezahlt werden, die Anzeige zu erstatten.
Die Bestimmungen dieser Kundmachung treten am 21. Dezember 1945 in Wirksamkeit.
Der Bürgermeister: Dr. Anton Melzer.
*
Diese Verfügung des Bürgermeisters von Innsbruck ist der erste Schritt auf dem Wege, die Kleingeldhamsterei gewissenloser Elemente zu bestrafen. Es ist zu hoffen und zu erwarten, daß auch die übrigen Behörden und Kassen, insbesondere auch die Geldinstitute und die Bundesregierung im gleichen Sinne vorgehen. Ein Erfolg wird aber nur dann eintreten, wenn die gesamte Bevölkerung zusammensteht und mithilft, die Kleingeldhamsterei zu ächten und Zahlungen mit übermäßig hohen Kleingeldmengen zurückweist. Nur auf diese Weise werden die kleinen Reichsmarknoten, welche in den letzten Tagen kisten= und rucksackweise nicht nur gehamstert, sondern auch aus dem Deutschen Reich hereingebracht wurden, wieder ihren Weg dorthin nehmen, woher sie
unbefugterweise und zum Schaden unserer Volkswirtschaft gekommen sind. Wenn alle zusammenhelfen, wird es gelingen, daß die Ehrlichkeit die Oberhand über das Spekulantentum gewinnt.
„Er brennt wieder ...!“
Ja, er brennt wieder, der Weihnachtsbaum vor dem „Goldenen Dachl“. Große, gläubige Kinderaugen schauen stumm, staunend in die Lichter. Auch wir älteren, Erwachsenen stehen still und denken an vergangene „dunkle“ — im wahrsten Sinne des Wortes „dunkle“ Jahre. Große, glänzende Augen haben auch wir. Vom Licht? Von der Erinnerung?
Der brennende Baum vor dem „Goldenen Dachl“! Er ist uns so lieb, so vertraut, so weihnachtlich geworden! Er gehört so ganz zu uns, zuunserer Stadt und gerne machen wir den lmeg zu ihm, wenn wir von unserem Tagem# nach Hause gehen, denn heuer „brennt er ##wieder!“ H. T.
*
Die Metzgergeschäfte am Sonntag vormittags geöffnet. Die Fleischhauerinnung Innsbruck gibt bekant: Am Sonntag, den 23. Dezember, haben alle Fleischhauer ihre Geschäfte am Vormittag geöffnet. Am Montag, den 24. Dezember, schließen die Fleischhauer um 17 Uhr.
Hohes Alter. Frau Kathi Proxauf, Innsbruck, Vögelebühel 20, feiert am 22. Dezember in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 84. Geburtstag.
Der diesjährige Christbaummarkt in Innsbruck
hat am 20. Dezember vormittags am Innrain begonnen. Nach den vorliegenden Anmeldungen zu schließen, dürften heuer alle Haushalte einen Christbaum erhalten können, da die für Innsbruck benötigten Bäume — ungefähr 12.000 — beim Marktamt angemeldet wurden. Am ersten Markttag sind allerdings erst ungefähr tausend eingetroffen, die sofort ihre Käufer gefunden haben. Durch die schlechte Schneelage ist die Zufuhr allerding# stark gehemmt. Es dürfte aber in den nächste lagen eine grösere Anzahl von Bäumen angeliefert werden. Die Preise, die vom Marktamt kontrolliert sind, sind durchwegs höher als im vergangenen Jahr.
Weihnachts= und Neujahrsdienst bei der Post
Am 25. und 26. Dezember und am 1. Jänner findet keine Postzustellung statt. Desgleichen entfallen an diesen Tagen die Kraftpostfahrten.
Der weiße Tod
über die letzten Lawinenunglücksfälle, über die schon kurz berichtet wurde, wird noch ergänzend gemeldet: Der 1907 in Innsbruck geborene, in Brandenberg wohnhafte Oberförster Karl Eberherr, verheiratet, Vater von drei Kindern, ist am Birgitzköpfl durch eine Lawine tödlich verunglückt. Die Bergungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen und nach einstündiger anstrengender Arbeit konnte der Verunglückte schon geborgen werden, leider nur als Leiche. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Leiche wurde vom Alpinen Rettungsdienst nach Mutters gebracht und von dort nach Innsbruck überführt.
Die in Kitzbühel verunglückte Skifahrerin, die Rechtsanwaltsgattin Ilse Rohn, geb. 1915, Mutter von zwei kleinen Kindern (ihr Mann befindet sich noch in Kriegsgefangenschaft), unternahm in Begleitung des Forstmeisters Norbert Mair aus Innsbruck eine Skitour auf den Hochetzkogel bei Kitzbühel. Bei der Abfahrt querte die Frau knapp unterhalb der Gratwächte eine sehr lawinengefährliche Stelle. Sie trat dadurch eine Wächte und damit eine ausgedehnte Lockerschneelawine los. Sie wurde mitgerissen und verschüttet. Ihr Begleiter hat sie wohl sofort aus den Schneemassen geborgen, aber trotz der schnellen Bergung war der Tod bereits eingetreten. Die Leiche wurde dann von einer Gendarmeriepatrouille geborgen und nach Kitzbühel geschafft.
Skiunglück. Mit den Skiern auf einer Dienstfahrt verunglückt ist bei der Abfahrt vom Nockhof nach Mutters der Gend.=Rayons=Inspektor Baumgartner vom Posten Mutters. Er wurde in das Innsbrucker Krankenhaus eingeliefert.
Die Seall nntiches
oldenen Sonn
Von Irmgard Schulz.
Ach ja, richtig! Letzter Sonntag im Advent — Goldener Sonntag. Beinahe hätten wir darauf vergessen, so flink und vielbeschäftigt vergeht uns diese letzte Zeit vor Weihnachten. Die Tage laufen uns nur so unter den Füßen weg, wir haben Not, ihnen nachzukommen mit unseren alltäglichen, ein wenig auch weihnachtlichen Sorgen. Die eine Stunde fängt die andere, fast scheint es, als virble sie der tückische Föhnsturm, der eingebrochen ist in unsere Stadt, noch einmal so schnell durcheinander.
Wir kommen nicht dazu, lange nachzutrauern, rie es früher war. Daß Goldener Sonntag früher einmal Christkindlsonntag war. Der Tag, an dem der Schlüssel nicht umgedreht werden durfte an den Geschäfts= und Ladentüren in Stadt und Land. Wo den ganzen Tag die goldene Pforte offen bleiben mußte zum Weihnachtsglück für unsere Kinder, für unsere Lieben.
Heute ist es nicht mehr so. Karg und arm sind unsere Schaufenster, das Mühen und Warten geht um Dinge, die wir sonst nicht einmal bemerkten. Kleine, kleinste Alltäglichkeiten, kaum der Rede wirt, wenn wir sie besitzen. riesenhaft anwachsend
und Plaudereien für freie Stunden
in ihrer grauen Nichtigkeit, wenn man sie entbehrt.
Es ist wahr, viel Oberflächlichkeit begleitete uns früher manchmal auf unseren Wegen am Goldenen Sonntag. Den tiefen Anker, der die Perle innerster Beglückung aus dem Grunde dieses Festes zu heben vermocht hätte, brauchten wir nur ganz leicht von oben mit den Fingerspitzen zu bewegen und schon warf er tausend schimmernde Muscheln aus. Geschenke, Gaben — Aufmerksamkeiten, ganze Berge davon häuften sich unter dem Weihnachtsbaum. Wir brauchten nur in die glänzende Fülle zu greifen und uns daran zu freuen. Auch festlich wurden wir davon — aber die leuchtende Perle in der Tiefe erreichten wir nicht.
Und nun? An unserem heurigen Goldenen Sonntag erliegen wir keiner Versuchung der Oberflächlichkeit mehr. An jeder geringen Weihnachtsgabe, um die wir uns so sehr bemühen müssen, hängt ein Schimmer jener Perle, die im Grunde ruht und die jetzt wie damals nur erkauft und gehoben werden kann von der Liebe eines Herzens.
Freilich würden wir auch heute noch das leichtere Glück dem verborgenen vorziehen. Das Licht, wenn wir es erreichen könnten, nähmen wir gerne gegen die Wärme, die wir erst suchen müssen.
Eise Million Schilling am Tag
Hinter den Kulissen der Stadtsparkasse
Es hat sich inzwischen herumgesprochen, daß die Abfertigung in den Tagen des Geldumtausches an der Sparkasse der Stadt Innsbruck besonders schnell und reibungslos vor sich ging. Dabei hatte gerade die Stadtsparkasse den zweifellos stärksten Andrang zu bewältigen. Diese Tatsache allein schien uns schon bedeutungsvoll und anerkennenswert genug, um
am letzten Tag der „Wechselwoche“ noch einmal einen Besuch in dem Rundgebäude in der Erlerstraße zu machen und einen Blick „hinter die Kulissen“ eines der größten Geldinstitute Tirols zu werfen. Herr Direktor Hauck nimmt sich trotz der gerade in den letzten Tagen außergewöhnlichen überhäufung mit Arbeit die liebenswürdige Mühe, mich persönlich in den Räumen der Sparkasse herumzuführen und aufschlußreiche Aufklärungen zu erteilen. „Da wir mit einem besonders starken Andrang des Publikums rechnen mußten, haben wir uns für eine „amerikanische“ Art der
Abfertigung am laufenden Band
entschlossen, die wir unter rationellstem Einsatz unseres Personals mit Hinzuziehung von nur 10 Hilfskräften auf 70 Normalbedienstete zur bisher restlosen Zufriedenheit des Publikums durchführen konnten. Wie Sie sehen, regelt die Absperrung durch Seile den „Rundlauf“ des Kundenstroms, der über mehrere Stellen geleitet wird, von der Fragebogenausgabe= und Auskunftstelle über einen besonderen Beratungsund Kontrolldienst für die Richtigkeit der Ausfüllung der Fragebogen sowie der Stempel= und Lebensmittelkartenkontrollstelle bis zu 6 Zahlschaltern, an denen täglich fast eine Million Schilling bei 2500 bis 3000 Abfertigungen ausgezahlt wurden. Die beiden Hauptkassen, die die Einzelkassenbeträge zusammenfassen, werden Ihnen bestätigen, daß die Zahl der
Kopfquoten. die in der Konversionswoche ausgezahlt wurden,
die Zahl von 30.000 beträchtlich übersteigen dürfte
Allein an die 4000 neue Sparbücher und mindestens 1000 neue Girokonti wurden angelegt. Eine unangenehme Last bedeutete für uns die Notwendigkeit der Errichtung eigener Schalter für Rückzahlungen aus Spareinlagen, da viele
Leute im Augenblick der Umwechslung den Betrag von 150 RM gar nicht zu Hause hatten, sondern erst abheben mußten. Es ist dies eine Folge der nach Kriegsende eingetretenen Einlagepsychose, die der Abhebungspsychose in den Monaten vorher gefolgt war.“ Sehr interessant ist der Blick auch auf kleine „Betriebskniffe“ des Sparkassenbetriebes, so auf einen in drehbaren Blättern ähnlich der Ansichtskartenständer angeordneten Index, der eine rasche Auffindung eines jeden einzelnen der etwa 16.000 Girokonti ermöglicht. Besonders eindrucksvoll in dieser Welt eindrucksvoller Zahlen erscheint
die Tageshöchstleistung von bis zu 6000 Buchungen
jeder der großen Spareinlagen=Buchungsmaschinen, die von je zwei netten jungen Mädchen bedient werden. „Das Bild, das Sie von unserem Betrieb gewinnen, wäre unvollständig", nimmt Herr Direktor Hauck wieder das Wort, „würden Sie nicht darauf hinweisen, daß die eigentliche Verrechnungsarbeit aus den Tagen des Geldverkehrs in der vergangenen Woche ein Vielfaches der Arbeit ausmacht, die gegenwärtig geleistet wird. Heute stellen wir für jeden Betrag eine Quittung aus. Oft aber muß ein Betrag vier= oder fünfmal gebucht und umgebucht werden, muß eine oft sehr komplizierte Kontenteilung vorgenommen werden, Arbeiten, die unser Personal noch bis tief in den Anfang des nächsten Jahres hinein beschäftigen werden.“ — Eine Konversion bedeutet halt immer
Hochzeit für den Sparkassenbeamten, Hochzeit mit der neuen Währung und vorübergehend Scheidung von der Freizeit.
Die Angehörigen der Kriminalpolizei einschließlich ihrer Kollegen in Zivil hatten in den letzten Tagen kaum Anlaß, einzuschreiten. Die Fälle waren selten, in denen etwa Leute versuchten, an den Schaltern solchen aufzulauern, die nicht die ganze Kopfquote umtauschten, um durch die Ergänzung der Differenz ein paar Schilling mehr als das ihnen zustehende Höchstmaß zu ergattern. So konnten sich die Polizisten darauf beschränken, den Ordnungsdienst an den Schaltern aufrecht zu erhalten — na, und daß das geklappt hat, haben wir ja selbst alle gesehen! Leo Ulbrich.
Abgängige. Am 23. November sind drei Buben aus Innsbruck entlaufen, u. zw. der 14jährige Heinz Müller und sein Bruder, der 12jährige Manfred Müller, und der 14jährige Josef Pittner.
Wintersportversammlung in Zell a. Ziller. Am Sonntag. 16. Dezember, versammelten sich ungefähr 90 Personen zur Neubegründung einer Wintersportorganisation. Das von Prof. Frank in Innsbruck geleitete Streichorchester wirkte bei dieser Veranstaltung mit. Der Beschluß, die seinerzeit durch Dr. Hörhager begründete Wintersportvereinigung wieder ins Leben treten zu lassen, wurde mit großer Einmütigkeit gefaßt. Herr Gottfried Anghebrand hielt dem in Mauthausen verstorbenen Dr. Hörhager einen von dankbaren Gefühlen und Erinnerungen getragenen Nachruf. Dr. Hörhager hat sich um den Wintersport nicht nur in Zell am Ziller, sondern auch im übrigen Zillertal außerordentlich verdient gemacht. Die Wahlen für den neuen Verein ergaben als Obmann Hans Hölwart, als
Stellvertreter Franz Schwankler, der noch in Gefangenschaft ist, als Schriftführer Franz Straßer, als Sportwart Erich Binder, als Zeugwart Franz Fuchs, als Jugendwart Siegfried Angehbrand. als Kassier Georg Wasner, als Rodelwart Gretel Platzer. Das Streichorchester hat durch sein flottes Spiel zum Gelingen der Veranstaltung erheblich beigetragen.
Weihnachtsfeiern in der Marktgemeinde Telfs. Dank der Opferbereitschaft der Telfser Bevölkerung ist es der Gemeinde gelungen, ihren bedürftigen Kindern eine weihnachtliche Freude zu bereiten. Im Rathaussaal in Telfs findet am 23. Dezember um 15 Uhr eine Weihnachtsfeier
statt, bei der etwa 300 Kinder in Begleitung ihrer Eltern bewirtet und mit allerlei vom Christkind zur Verfügung gestellten schönen und nützlichen Sachen beschenkt werden. Auch für die Kinder der französischen Familien in Telfs kommt das Christkind in einer schlichten, aber echten Tiroler Weihnachtsfeier in der Schule am 21. Dezember, abends 17 Uhr. Herzlich und aufrichtig danken wir allen, die es ermöglichten, unseren ärmsten Kindern diese Freude zu bereiten.
Schadenfeuer. Am 19. Dezember, um 17 Uhr, brach in der Textilfabrik in Landeck ein Brand aus, der durch das rasche Eingreifen der Fabriksund der freiwilligen Feuerwehr bald gelöscht wurde. Brandursache dürfte Funkenflug gewesen sein. Durch den Brand wurden 6000 Kilogramm Zellwolle vernichtet. Personen und Maschinen kamen nicht zu Schaden.
Tote
In Innsbruck starben: Frau Berta Knolleisen, geb. Petz, 56 Jahre alt; Johanna Straßer, geb. Gruber, Tapezierersgattin, 69 Jahre alt; Johann Parthe, Amtsrat beim Oberlandesgericht, 69 Jahre alt.
SPORTUNDSPIEL
Sportverein Innsbruck. Sämtliche aktiven Mitglieder finden sich heute, 20 Uhr, im Gasthof „Sailer“, Adamgasse, ein.
Innsbrucker Turner= und Sportgemeinschaft. Arbeitsdienst für sämtliche Mitglieder in der ehemaligen Schemmschule, Samstag, 2 Uhr (Instandsetzung der Turnhalle).
Aber es suchen so viele mit. Alle, die so freudenarm waren diese langen, vergangenen Jahre, wollen nicht unbeschenkt hinweggehen von diesem Fest der Freude. Sie wollen den Goldenen Sonntag nicht leer sein lassen, auch heuer nicht. Glanz der Weihnacht liegt auf ihm. Und je weniger blitzende Schätze es gibt von außen, desto emsiger wollen wir darnach graben in die Tiefe.
Nie schmücke ich den Christbaum?
Es ist allerdings schon lange her, daß man glaubte, der Christbaum sei eine Modesache. Er fand in unserem Land ja viel später erst Einzug als zum Beispiel die althergebrachte, tirolische Weihnachtskrippe. Aber heute ist er uns so vertraut wie diese und der Begriff des Weihnachtszaubers verbindet sich mit ihm genau so wie mit ihr. In Stadt und Land strahlt das Bäumchen, hier reicher, hier schlichter, und wenn man durch die brennenden Kerzlein durchschaut, sieht man so viel Verschiedenes an den grünen Zweigen hängen.
Das ist nicht Mode. Aber wenn man diese. ihrem innersten Gesetz nach als Ausdruck immer feineren Geschmackes ansieht, kann man auch in bezug auf den Christbaum modisch sein.
Es ist zum Beispiel nicht hübsch, wenn man alles kreuz und quer durcheinander hängt. Auch in der Anordnung der Dinge, die unseren Weihnachtsbaum schmücken, kann man feine Abstufungen und ein edles Maß beachten.
Ein großes, plumpes Schmuckstück macht sich nicht so gut neben einer kleinen, schlichten Nuß. Der Apfel darf nicht so knapp gehängt werden, daß ihn die silbernen Eiszapfen beinahe aufspießen, und wenn ein bunter Paradiesvogel einem niedlichen Kaminkehrer beinahe den Kopf aufpickt, so ist das zum mindesten bedrohlich.
Silberketten sind schön. Aber wenn sie sich wie Schlangen durch die Fülle des Baumes, gerade hier und dort noch einen Halt erhaschend, durchkämpfen müssen, tut es einem leid um die lockere Pracht. Glasschmuck, Lamettafäden, Engelshaar — alles ist passend, aber nur nicht zu viel. Es ist auch fein und reizvoll, wenn das natürliche Grün eines Baumes, etwa einer schönen Tanne, nicht ganz verdrängt wird. Christbaumkerzen, Sprühkerzen — alles sind Mangelartikel heute. Aber wenn nur einige Kerzen an günstigen Stellen geschickt verteilt werden, beleuchten sie gleichmäßig den ganzen Baum. Noch ein Mahnwort! Die Aste von außen nicht zu sehr beschweren! Es ist nicht schön, wenn ein Baum ausschaut, als habe ihn ein Sturm von seitwärts zusammengedrückt. Je
freier und leichter er steht, auch seine eigene Pracht nicht ganz verbergend, je stolzer und feierlicher wird er wirken.
Dabei ist nicht einmal ausschlaggebend, ob der eine den Baum lieber in Weiß bevorzugt, der andere in Bunt. Ausschlaggebend allein ist nur das Maß, die Anordnung und die Verteilung. Obwohl einem Erwachsenen, künstlerisch veranlagt, auch ein Baum ganz in Weiß nicht öde und langweilig vorkommen wird. Amri.