Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:12

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Seite 6 Nr. 156
Tiroler
Montaa 24 Dezember 1945
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Von Irmgard Schulz
Eine liebliche Legende erzählt, die Mutter Maria sitzt zur Weihnachtszeit am Spinnrocken und spinnt die Wolle zu einem Hemdlein für ihr göttliches Kind. Und die Englein, die sie umschweben, nehmen die weißen Flöckchen, die da abfallen, und tragen sie in eiligem Flug hinunter auf die Erde. Sie streuen sie auf die kahlen, öden Zweige der Bäume, hängen sie in die dünne Winterluft und wo ein Herz einsam ist, da breiten sie das süße, weiche Gespinst aus den mütterlichen Händen Marias noch einmal so zart und liebevoll darüber. Den Kindern aber, wenn sie die Hände auftun und mit ihren großen Unschuldsaugen auf Schritt und Tritt das Wunder sehen, fällt die lockere Fülle zu Haufen hinein. Sie ziehen daran am Weihnachtsbaum, sie blasen sich gegenseitig damit ins
Gesicht und jubeln: Engelshaar! Wie weit weg ist doch von uns die goldene Kinderzeit!
Wie haben wir es verlernt, nach tanzenden Engeln zu schauen! Vor dem harten, rauhen, arbeitsamen Leben zerrann uns die Wunderseligkeit. Was wir in Händen behielten, war sehr oft nicht mehr als die taube Nuß getäuschter Hoffnungen, ungestillter Sehnsüchte! Und wenn uns das rollende Rad des Schicksals das Liebste vor den Füßen zermalmte, steht das Leben vor uns wie ein bleierner, grauer Rauch am Wintermorgen. — Träge, trostlos, kaum bewegt vom schwachen Luftzug neuer Erwartungen.
Da gehen wir umher mit blinden Augen und wollen nichts sehen von der ganzen rosenroten Weichheit des Weihnachtsabends.
Wenn wir sie aber nur einmal, ein einziges Mal voll aufschlagen würden, gnädig berührt von einer weiteren Sicht, dann würden wir staunend erkennen die große Gemeinde um uns. Menschen, gleich arm wie wir, gleich Mensch wie wir. Gleich lästernd mit harten Lippen die verlogene Pracht der Kindermärchen, gleich inbrünstig erflehend im Verborgenen die wunderselige Flocke: Menschengüte! Engelshaar, ausgestreut aus der Liebe und dem Herzen der liebsten Frau.
Wir sind diese Frau. Jedes Wunder wartet ja nur darauf, wahr zu werden in der Tat der Menschen.
Ob wir aber die liebste sind?
O ja, manchmal im gärenden Wein unserer Blütenzeit hat man es uns geflüstert mit brennendem Mund und wir haben es geglaubt und gewußt im Kuß und Gegenkuß.
01
nen Baum? Es freut sich, daß es da ist und immer noch do in einem seidigen Faden, soviel es auch daran zaust
Es ist unnütz, darum zu bangen, ob die eine Flocke, die wir aussandten, ihr Ziel auch wirklich erreichte. Trägt sie nicht ein guter Wind? Umfängt sie nicht der Zauber dieser heiligen Zeit. daß sie gewisser noch als sonst nicht irregeht? Und wenn du trotzdem bangst darum, o schicke die zweite, dritte, vierte nach — nicht viel genug davon kannst du verschwenden an das Herz deines Nächsten.
Sieh. dein Spinnrocken ist noch so voll. breit genug das Tuch deines eigenen bescheidenen Glükkes, für das du gesponnen Hat es der andere auch? Wurde nicht ihm der letzte Fetzen davon noch zerrissen von der Not des Krieges, Not des Sterbens, Not eines Lebens, das er weiter leben muß, laut oder verschwiegen, obwohl er es haßt?
Engelshaar! Wir wollen das Wort nicht nennen, es hat für viele einen süßlichen Klang.
Aber wir wollen es ausstreuen, symbolisch — und die Welt, die arme, schöne, große, wunderbare Welt wird voll davon.
Als wir das erste Kindlein in die Wiege legten, hat sich der Vater über uns und das Kind zugleich gebeugt: Wie dank ich dir, du liebste Frau!
Der Sohn schrieb es aus der Ferne, die Tochter in ihren ersten Mädchenstürmen atmete es befreit: Gute Mutter! — Liebste Frau!
O, wieviel mehr sind es noch, die auf uns hoffen zur Weihnachtszeit! Die auf uns schauen, streng verschlossenen Herzens, verschleierten Blikkes, ob von unserem Spinnrad, an dem wir Faden um Faden ziehen für das Kleid eigener Sorgfalt, nicht hier und dort abstäubt eine weiße, leichte, schwebende Flocke Engelshaar für sie. Die warm ist noch von unseren warmen Händen, glänzend von der Schönheit unseres fraulichen Tuns, schwerelos, wie Liebe immer schwerelos sein muß, einfach, selbstverständlich, ungewogen.
Dann fängt dieser fremde, karge Mund wohl zu lächeln an. In die harte, verhärtete Bitterkeit, in die sie gefallen, blüht unter der anderen Güte die eigene auf. Erinnerung, süße, bleibende. staut sich wie Schmelzwasser an dem starren Schmerz, wegwaschend davon die zäheste Schichte.
Du aber, schau der Flocke, die dir weggeschwunden unter deinen Händen, nicht mehr nach. Laß sie fliegen! Denk daran, daß nichts schwerer ist als beschenkt zu werden mit innerlichem Reichtum. Das ist eine Last, die ertragen werden muß. Lange, ungestörte Einsamkeit mit sich selber braucht es oft, um daran nicht neuerlich zu zerbrechen für immer.
Wenn wir aber im Verborgenen bleiben müssen mit unserem stillen Tun, was tut es viel? Fragt das Kind danach, wo das Englein ist, das ihm das weiche Lockengespinst gebracht auf sei
zuteil Doch als ich ooriges Jahr mit dir sprach, da war alles noch so unsagbar anders — so vieles war dunkel in meinem Herzen. Das hellste wos ich kannte, war Hoffnung. wenn ich an die Zeit dachte die um mich her und an mir vorbei verrann Weilten meine Gedanken jedoch beim Augenblick, dann konnte wohl auch ein wenig Glück trotz aller Schwere des Außeren in mir sein — und du, kleine Flocke, du verhalfst mir dazu Du riefst in mir die Erinnerung wach an das glückliche Gefühl das ich empfand, wenn ich als Kind durch die Straßen der Großstadt ging und mit großen und verlangenden Augen zu den bunten und glitzernden Christbäumen hinter den Fenstern hinaufschaute, und dann schneller ging, weil es a vielleicht daheim auch schon sowei“ war, daß man die
Kerzen bis hinunter auf die Straße leuchten sah Und heute erinnerst du mich an die große Sehnsucht, die ich in mir fühlte wenn ich in den vergangenen Jahren am Heiligen Abend durch die Straßen ging — ohne den Schein der vielen schon angezündeten Kerzen auf den Weg fallen zu sehen. Es war oft unendlich traurig — und das Glück des eigenen Christbaumes war um ein Halbes vermindert, wenn man nicht auch ein klein wenig an der Freude der anderen teilnehmen konnte. Aber heute abend werde ich es wieder dürfen — das Licht erschauen, das in unermeßlicher Wärme und in wunderbarer Reinheit aus dem Stern fließt, der einst drei Weise aus dem Morgenlande
Schneegedanken
Von Jutia Pohl
Sag, du weiße Flocke dort auf dem Gartenzaun, gibt es etwas Schöneres, etwas, das glücklicher macht, als von der magischen Hand eines weihnachtlichen Zaubers für kurze Zeit dem wilden Trubel, der das übrige Leben tagtäglich ausfüllt, enthoben zu sein? Sich hingetragen zu fühlen in eine Welt der Weihe — der Heiligkeit? Und in dieser ewigen Heiligen Nacht ist wirklich alles Weihe — alles Seligkeit. Bist es auch du, kleine Flocke, die du dort glitzerst und dich sicher am liebsten selbst sehen möchte in deiner weißen und kühlen und doch so funkelnden Schönheit. Du bist sehr jung, kleine Flocke, man sieht es deiner schneeigen Frische an, daß du noch nicht länger als ein paar Stunden dort auf dem Gartenzaun sitzst — aber trotzdem muß ich immer denken, daß ich dich
schon sehr lange kenne. Denn schon oft habe ich mit dir oder einer deiner Schwestern so
eine stumme und beglückende Zwiesprache gehalten, und fast immer wurde mir eine Antwort
Im Dezember 1941 wurde in Japan ein Brief veröffentlicht, den Admiral InorokuYamamoto lange vor Ausbruch des japanisch-amerikanischen Krieges an einen Freund in den Vereinigten Staaten geschrieben hatte. In diesem Brief hieß es u. a.: „Wenn es zum Krieg mit USA. kommt. werde ich mich nicht damit begnügen, Guam, die Philippinen, Hawaii und San Francisco zu besetzen. Ich denke, den Vereinigten Staaten im Weißen Haus in Washington den Frieden zu diktieren.“ — Was man damals noch als die Ausgeburt eines imperialistischen Größenwahns, eines schrankenlosen Machtrausches halten mochte, wäre um ein Haar — zur geschichtlichen Tatsache geworden. Es begann am 7. Dezember 1941 morgens 7 Uhr 55, als der amerikanische Chef der Flottenstation
Hawaii, Admiral Kimmel, beim Frühstück auf dem Balkon seines Bungalows vom Heulen und vom Motorenlärm japanischer Flieger aufgeschreckt wurde und bei seiner Inspektion des Hlafens von Pearl Harbour nur zwei Stunden später feststellen mußte, daß 5 Schlachtschiffe, 3 Torpedojäger, 1 Zielschiff und 1 großes Schwimmdock versenkt und eine Reihe anderer Schiffe schwer beschädigt waren. Und Japan wußte die grenzenlose Verwirrung, die im Lager der beiden angelsächsischen Großmächte durch diesen meuchlerischen Angriff aus dem Hinterhalt entstanden war, geschickt auszunützen. Zwei britische Schlachtschiffe, die „Prince of Wales“ und die „Repulse“, die als Hauptstützen der britischen Pazifikflotte nach Singapore geschickt worden waren, kamen ohne
ausreichenden Schutz gegen Luftangriffe zum Einsatz und wurden versenkt. Dadurch risen die Japaner vorübergehend die Herrschaft über die fernöstlichen Meere an sich. Sie profitierten von der Unterwerfung FranzösischIndochinas und der Kapitulation Siams, überrannten das ganze Pazifikgebiet von Burma bis zu den Marshallinseln, von den Salomonen bis zu den Alèuten. Sie eroberten Singapore, drangen in die Australien vorgelagerte Inselkette ein, überfielen ganz Holländisch-Ostindien, besetzten Burma, schnitten die Burmastraße nach China ab und stießen bis an die Grenze von Assam vor. Damit hatte Japan seinen Machtbereich bis vor die Tore Ceylons ausgedehnt — und Eroberungen in China mitgerechnet — 500 Millionen Manschen unterseine Herrschaft
gezwungen. Es kontrollierte 60 Prozent der gesamten Weltproduktion an Zinn, 96 Prozent an Gumwi, 100 Prozent an Manilahanf. 95 Prozent an Kopra, 92 Prozent an Chinin, 71 Pro. zent an Reis und 40 Prozent der Weltproduktion an Zucker.
Der Weg zur Niederlage
Ein Glück für Yamamoto, daß er an einem Maien
Ae RRT A t ue er u#r in Stücke gerissen wurde — es wäre ihm, dem
starrköpfigen, harten und stolzen Admiral das Harakiri sonst nicht erspart geblieben, wenn er den Tokioter Funkspruch noch hätte zur Kenntnis nehmen müssen, in dem die japanische Regierung am 10. August 1945 „auf gnädigen Befehl und im Einklang mit dem höchsten Wunsche Seiner Majestät des Kaisers, den Weltfrieden herzustellen“, ihre Kapizulationsbereitschaft erklärte.
Wenn man den Gründen nachgeht, weshalb die von einer wirklich schrankenlosen Herrschsucht und von einer pathologischen Ländergier besessenen Insel zwerge im Fernen Osten endlich zur Besinnung kamen, so ergibt sich folgendes Bild: Japan hatte seine Außenpolitik Männern vom Schlage Yamamotos an vertraut, die im sturen Glauben an die Allmacht der Kanonen ihre vornehmste Aufgabe darin erblickten. sich alle Nachbarn zu Feinden zu machen: China die Vereinigten Staaten, Großbritannien, die Nieder lande und Rußland. Der einzige Bundesgenosse, den
es gewann, war Deutschland, das im Fernen Osten keinen Einfluß hatte. „Die japanische Außenpolitik“
— s0 schreibt Walter Lippmann in seinem gescheiten Buch „U. S Foreign Policy“ — „war ein blößes Hasardspiel, das auf der Hoffnung beruhte, Deutschland werde alle Großmächte in einen Krieg verwickeln und ihm selbst dadurch im Osten freie Hand lassen.“ Daß es diesen Großmachten einfallen und
— gelingen könnte, Deutschland erst auf die Knie zu zwingen, um allsogleich mit geballter Kraft Japan selbsr in die Zange zu nehmen, daran freilich harten Hirohitos glatzköpfige Berater nicht gedacht. Als ja pan nach der Schlacht im Korallenmeer die erste Niederlage zur See erlitten hatte, war seine Machtposition bereits empfindlich erschüttert. Zuerst tielen die Marshallinseln, dann die Marianen, und die Alli ierten umzingelten oder umgingen eine Inselgruppe im Pazifik nach der andern. Durch die Besetzung der Philippinen wurde die japanische Mutterinsel von allen früher gemachten Eroberungen abgeschnit
ten, so daß deren wirtschaftliche Auswertung nicht mehr möglich war. Uberdies vermochte das rohstoffarme Japan im Rüstungswettlauf mit seinen Feinden auf die Dauer nicht mehr Schritt zu halten. Je mehr sich der Krieg in Europa dem Ende näherte, um so bedrohlicher wurde die Schlagkraft der Alliierten im Pazifik. Und nach der Niederlage Deutschlands stand Japan allein; allein mit den kümmerlichen Uberresten seiner Flotte, mit den Restbeständen einer veralteren Luftwaffe und einer Landarmee, die sich über Tausende von Meilen ohne jede Verbindung mit dem Mutterland auf Hunderte von Inseln und Kampffronten verteilte. Wenn aber die drei GroBen, die im Potsdamer Sommerschloß Friedrichs II residierten, wenn Artlee, Truman und Sta lin geglaubt hatten, daß sie
Japan durch einen Appell an die Vernunft zur Waffenstreckung veran lassen könnten, dann hatten sie sich getäuscht. Den Samurais darf man nicht mit Vernunft kommen!
Das war zu viel!
Da half nur eines: man mußte die letzten Urkräfte mobilisieren, man mußte die Erde aus ihren Fugen reißen und über alle Bindungen der Moral und jede menschliche Verpflichtung hinaus das Prinzip der Vernichtung zum obersten Gesetz des Handelns erheben. Und so griff man zum letzten Mittel: zur Atombombe. Vorher aber erklärte die Sowjetunion den Japanern den Krieg. wohl nicht, weil es dieser zusätzlichen Machtentfaltung unbedingt bedurft hätte, sondern weil der Kreml bei der Auf teilung des japanischen Erbes Forderungen zu stellen wünscht, deren Berechtigung er geschichtlich nicht motivieren kann. Bekanntlich hatten die angelsächsischen Signatarmächte in der Proklamation von Kairo China die Rückgabe der ihm von Japan geraubten Gebiete (Mandschurei,
Korca. Formosa) zugesichert Aber man hatte damals die Rechnung ohne den Wirt gemacht, der im russischen Hauptquartier unabkömmlich gemeldet wurde. Diese Rechnung wurde mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Dr. Soong in Moskau bereinigt.
Die Stellung des Kaisers
Die Alliierten haben der einzigen Bure der Japa ner. die Prärogativen S. Maiestät nicht anzurasten im Prinzip entsprochen, wohl in der Erkenntm, Jast eine Erschütterung der kaiserlichen Autorität den technischen Ablauf der Waffenstreckung ganz erheb lich erschwert Der dritte Arrikel der lapanischen Vertassung macht den Glauben an den göttlichen Ur sprung des japanischen Kaisertums zu einem ver fassungsrechtlichen Grundsatz „Der heilige Thron wurde errichtet zu der Zen, als Himmel und Erde sich trennten. Der Kaiser ist vom Himmel gestiegen göttlich und heilig ragt er über all seine Untertanen
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nach Bethlehem geleitete. Ja, siehst du, kleine Flocke, das muß ich dir alles sagen, denn es
brennt mir auf dem Herzen und jedes dieser Gefühle durchlebe ich heute noch einmal.
Aber trotz des wiedergekehrten Lichtes ist es keine restlose und ausgelassene Freude, die empfinde — es ist nur so eine mich langsam überkommende Beruhigung — als ob eine sanfte Hand sich auf mein Herz legt und die Wellen, die einst das bitterliche Weinen und die verzehrende Sehnsucht nach dem Ende des Waffenfeuers in einer Kriegsweihnacht hervorriefen, glättet. Diese Wellen — sie entstanden, wenn ich an stündlich fallende Männer und an schmerzlich schluchzende Frauen denkend, in den Kerzenschein starrte und mich die Frage durchbebte: „Ist das dort draußen auch die Welt, in der wir leben? Ist das derselbe Planet, auf dem wir uns um die Sonne drehen, der zugleich diese tiefsten Kontraste des Daseins auf ihm erträgt?“ Und mit dieser Frage blieb ich
allein — keine Antwort kam — kein Echo Nur ein wenig Trost, den ich aus den vielen ähnlichen Fragen anderer Menschen schöpfen konnte Und das alles. die Erinnerung an diese Gedanken und Gefühle, läßt heute in mir noch keine ungetrübte Freude aufkommen legt noch immer etwas wie einen Schleier über das Strahlende dieser ersten Friedensweihnacht. Aber noch sind die Kerzen nicht angezündet — und wer weiß — vielleicht zerreißt dieser Schleier angesichts eines leuchtenden Christbaumes, angesichts seliger Kinderaugen, angesichts der Ruhe und des Friedens der sich in dieser Stunde doppelt über alle Welt senkt — vielleicht. Was meinst du, kleine Flocke, werden die Menschen und ich mit ihnen werden wir alle die Kraft aufbringen zu einer wirklichen Freude
an dieser ersten Friedensweihnacht? Hilf uns dazu, kleine Flocke, es ist ein schönes Werk!
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Der Morgen dämmert - Japans Sonne geht unter
hinaus. Er muß Verchrung genießen und ist unverletzlich.“
Staat, Kaisel und Gottheit sind eins, und das Gesetz der tiefen Harmonie zwischen Volk und GottKaiser ist grundlegend für das nationale Leben japans. Die Verfassung bestätigt dem Tenno seine Machrbefugnisse über Krieg und Frieden Ihm allein und nicht dem Kabinett sind der Kriegs- und Marineminister verantwortlich.
Aus dieser Tatsache eröffnen sich für die Alljierten interessante Aspekte Eine vom Kaiser oder auf kaiserlichen Befehl unterzeichnete Kanitulation ist für jeden einzelnen Japaner verbindlich und unabänderlich Schon im jänner 1944 hatte der trühere Botschafter Amerikas in Tokio Mr Grew, in einer Rede in Chicago erklärt, die Amerikaner sollten ja nie mit dem Gedanken spielen, Kaiser Hirchito abzuserzen, sie sollten sich im Gegenteil bemühen mit ihm zu einer Versrändigung zu kommen, denn der Mikado habe sein Möglichstes getan, um den Krieg mit den Vereinigten Staaten zu verhindem. Die künftige Verständigung mit Tokio müsse man be
der
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gründen auf der Treue und Ergebenheit der sacnarchen. Ganz ähnlich ließ
paner gegenüber ihrem Monarchen. Ganz ähnlich sieß uch derer Tage der ehemalige brirlache bouchlier in Japan. Sir Robert Craigie, vernehmen, nach dessen Meinung sich der japanische Kaiser immer gegen diesen Krug gesträubt hätte
Die Alliierten haben auf diese Warnungen gehört; sic haben die Rechte und die Sonderstellung des Tenno anerkannt und dadurch ein unentwirrbares Chaos in ihrem eigensten Interesse verhindert. Wir erkennen aber daraus, daß sich ein Volk, das unentwegt an seinen überkommenen Formen und heiligsten Satzungen festhält, einem Ordnungsprinzip vek
ptlichten, dessen geistige Kraft durch einen materiellen Auflösungsprozeß nicht beeinträchtigt werden kann. Härte sich Deutschland seinen überkommenen Glauben erhalten und sich nicht die Irriehren eines Verbrechers zu eigen gemacht — es härte sich nie in einer so grauenhaften, verhängnisvollen Verstrickung verloren.
Vielleicht hatte Voltaire recht
Japans Macht ist gebrochen Ein tiefes Aufatmen zeht sen dem Sommier 1945 über die Völker aller Fünf Erdteile un vielleicht fürten wir am noch mehr Berschtigung als Goethe es zu seiner Zeit gefan hat, behaupten daß eine neue Epoche der Weltgeschichte angebruchen ist. Ob es eine schönere, lichtvollere sern wirde Wenn Artiee, Truman und Stalin Zeit schabt haben, sich auf „Sanscouci“ erwas umzusehen sce haben sie in den königlichen Sälen zweifellos auch einen jener allegorischen Gobelins beachten müssen. auf dem sich der Friede und die Gerechtigkent küssen „Sie nehmen nämlich Abschied voneinander — auf Nimmerwiederschen“, harte der alte Voltaire den schönen Wandteppich kommentiert